Ausgabe 
24.5.1894 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Ng. w

Weite, lbau).

»«ifet

H'erburts iM dnn

Realitäten Katt. u em Nb und kunst-

ägt:

' N.-

' * »

' " -20 - 0.50 , Gießener Anzeiger- be*

1 nimmt die MMien« ntgegen.

rWlicher Miifikdirector.

Msverein.

ids 8 Uhr

a: Ueber Proteisor

iahen Zutritt.

nverem!

ir das Gaaturvsri !N Abend bis j« -«Halle zur EiM

Der Vorstasd.

respondent

sich «tut. mit ÄccpM

otxtxaut

WMd w Cigarre»

Geschäft übernehme. teExp.d.T *417 leHHetf Wer rplaq onenrie^n-1 rg, frieMr | Koblenz, * G Ida. *khevul; mJaaoin* 1 ise m »Ott t ner Anzeige V ch durch Au«- | len.

ri 189<.

w.

Sold-Sl^

ftentr

8fr* ,6^V Sg-* SS-

J^9

81$ Si" 3163* 16^ 110*

91.<

10

3i&

Rr. 118

-» -.

Dn Gießener Au)tigrt erfcheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener AamtftenSfäiter werden dem Anzeiger wächentlich dreimal beigelegt.

Zweites Blatt. Donnerstag den 24 Mai_______

Weßener Anzeiger

Senerat-Unzeiger.

1894

Aöonnementsprcisr 2 Mark 30 Psg. mit Bringerlodn.

Durch die Post bezöge« 2 Marl 50 Psg.

Redaktion, Erpeditiv« und Druckerei:

-chutSratze Mr.7.

Fernsprecher 51.

Aints- und Zlnzeigcblutt füv den Tiveis Gieszeir.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr.

Gratisbeilage: Hießener Jamilienblätter.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Au-lande- nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

StuiVUten*

Die Geschichte eines Lungenbratens.

Humore-ke von Franz Carl Jtlek.

(Schluß.)

Gerade heute fiel dem Großherrn der Schule das mono» tone Junggesellenleben schwer auf die Seele oder den Magen? Gin drückendes Gefühl beschlich ihn. Näher und näher rückte der Zeiger zur Mtttag-zeit heran. Was Wunder, wenn sich da angesichts des trostlosen MittagStischeS ein Magendrücken einstellte.

O, bitteres Berhängniß, gerade heute mußte fein ganzes Personal krank (?) sein! WaS thun in dieser peinvollen Lage? Doch deutete die Sonne der Hoffnung nicht tröstend aus daS Schulpalais herab, wo man mit dem StaatSlöffel kochte? Wo so viele Magen satt wurden, da kam eS ja auf eine» mehr nicht an. Die Staatsküche, die sich schon öfter als Retterin in der Noth erwiesen, mußte auch diesmal her­halten. Gedacht, besorgt.

Rasch wurde ein beflügelter Bote in daS Palais ent» sendet, um Rettung zu bringen.

Im Institute, wo man geistigen und leiblichen Hunger zu stillen versteht, erregte die Hiobspost von derHuugerS- noth" deS Herrn Schulmachthabers nicht geringe Bestürzung und Verwirrung, umsomehr, als sie zu so vorgerückter Stunde kam. Die Verlegenheit des Herrn X. brachte das ganze SchulpalaiS wieder in arge Verlegenheit, denn in der Staats» küche fand sich nichts mehr vor, was eines erlauchten LuculluS» Magens würdig gewesen wäre.

VS blieb nichts anderes übrig, als einen Eilboten in daS gastronomische Institut,Easiuo" benamset, zu entsenden. So geschah eS.

Glücklich wurde noch einungebildeter" Lungenbraten, und zwar mein Titelheld, erlangt, und die Ehre der Staats- küche war gerettet. Unter der kundigen Hand der staatlichen Küchenfee erhielt mein Freund Lungenbraten rasch seine höhere" Ausbildung innerlich und äußerlich. Nach kurzer

Metamorphose stand er geschniegelt und parfümiert in tadel­loser Toilette da, deS großen Moments gewärtig, einem Schulfürsten präsentirt zu werden.

Der wichtige Augenblick nahte heran. Unbegreiflicher Weise vertraute man den tadellos eleganten Lungenbraten einem weiblichen Küchentrabanten niederer Klaffe zur pünkt­lichen Beförderung an, ohne seiner Begleiterin die genaue Adresse etnzuschärsen, DaS Mädchen, ein Neuling, durch­drungen von der hohen Dringlichkeit ihrer Mission, steuerte in schräger Richtung durch den jungen Park dem bezeichneten Ziele zu, verfehlte daffelbe aber um eine Handbreite. An einem niedlichen chocoladebraunen Hochparterre - Hause zog sie die Klingel und überreichte mit einer artigen, aber delphisch­orakelhaften Empfehlung ihren anvertrauten Schützling.

Die einzigen Bewohner deS Hauses, Herr A , ein martialischer Major a. D., sammt seinerbefferen" Hälfte, hatten vor freudiger Ueberraschung nicht Muße, sich zu er­kundigen, von wannen daS duftige und saftige Geschenk sei. Man hielt es für den angenehmen Beweis der zarten Auf­merksamkeit einer befreundeten Familie, Namen Q.; für eine kleine Aufmerksamkeit war der unverhoffte Lungenbraten RteS allerdings ein wenig stark entwickelt, doch da man ihn von befreundeter Seite kommend hielt, konnte man nicht refüsiren. Als Erwiderung dieser liebenswürdigen Aufmerksamkeit sandte man der im angenehmen verdachte stehenden Familie als Kostprobe eigener Kochkunst eine zartgebratene Taube durch daS Dienstmädchen zurück.

Zufälligerweise beehrte die Familie Z. am selben Tage Nachmittags die Familie A. mit ihrem Besuche.

Letztere zeigte sich darüber freudig überrascht und benutzte die Gelegenheit, den Dank für den delicaten Lungenbraten persönlich zum Ausdruck zu bringen, dabei die Frage be­rührend, wie die gebratene Taube gemundet habe.

verdutzt hörte der Besuch die räthselhaften Worte Lungenbraten" undTaube", die vor ihnen in mystischeS Dunkel gehüllt erscheinen. Nach näherer Aufklärung mußten die vermeintlichen Lungenbratenspender erklären, daß sie an dem Jncognito-Lungenbraten so unschuldig seien wie die Tauben, die sie nicht einmal zu sehen bekommen.

Durch diese Enthüllung gestaltete sich die Geschichte mit I dem Lungenbraten nur noch verwickelter und interessanter.

Wer war der Absender?

Man combintrte und verwarf, bis man sich darin einigte, eS könne Niemand anders sein, als die befreundete Frau v. K. Diese Ansicht gewann festen Fuß.

Mittlerweile verlief der Nachmittag der ereigniß- volle Tag neigte sich zur Rüste.

Wer beschreibt aber die Ueberraschung deS Ehepaares f)., als in den Abendstunden die Lungenbraten-Ueberbringerin von vormittags wieder erschien, und zwar mit einem verlockenden Abendimbiß. Doch verlockender als dieser war die Aussicht, der räthselhaften Lungenbratengeschichte auf die Spur zu kommen und den Hunger der Neugier zu stillen.

Man fühlte dem dienstbaren Geist weiblichen Geschlechts gehörig auf den Zahn.

DaS argbedrängte Mädchen hatte keine Ursache, ihre Herkunft wie der Gralsritter imLohengrin" zu verschweigen, und gestand, daß sie aus dem SchulpalaiS fürhöhere" Mädchen abgesandt sei. Nun roch daS Ehepaar freilich den Braten.

Trotzdem noch nicht die Zeit deS LichtanzündenS war, ging beiden ein Licht auf.

Man wies die fehlgegangene KUchenmagd nun an die richtige Adreffe im Nachbarhause, an da» sich daS niedliche Häuschen, welches der Schauplatz unserer Lungenbraten-Ge­schichte war, zutraulich anlehnt.

Wie dieHungerSnoth" des Schulpotentaten verlies, darüber schweigt die Chronik. Jedenfalls endete sie nicht tragisch, da ich genanntem Herrn erst jüngst in bester Ge­sundheit begegnete. Die unfreiwillige Hungercur hat bei ihm weder gut noch schlecht angeschlagen. UebrigenS ist eS nicht erwiesen, ob die Hungercur thatsächlich eingehalten wurde. Den Lungenbraten hat freilich ein anderer weggeschnappt.

Um so beffer war daS Institut daran, dem diege­bratene Taube" ins Maul flog.

Fürwahr, der Zufall ist ein tückischer Wicht, doch dank ich ihm die Lungenbratengeschicht.",

Arbeitsvergebung.

Gamstag den 26. Ifd. Mts.,

Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Gemeinde Daubringeu nachstehende Arbetten öffentlich in den Accord gegeben werden:

veranschlagt zu Maurerarbeiten . . . JL 216.67

Zimmerarbeiten . . . 341.11

Dachdeckerarbeiten . . 66.

Spenglerarbeiten . . 61.25

Schlofferarbeiten . . 87.75

Schreinerarbeiten . . 215.85

Weißbinderarbeiten . 50.25 Pflasterarbeiten . . . 37.

Chausstrungsarbeiten . 21. Steinlieferung ... 39 Beifuhr von Röhren . 7.50

Gießen, am 19. Mai 1894.

Der Bezirksbauaufseher: 4320 Senßfelder.

4254

Gieße«, «nauth

Bekanntmachung.

Der seither von Heinrich Bellost im Hause Eonneastratze Sir. 28 in* »gehabte Laden nebst Wohn» rüvmen, Keller re. soll anderweit »ermiethet werden.

-rädere AuSknnst erthettt das Ar« en amt.

Gieße«, den 17. Mai 1894.

Die Armen» Deputation der Stadt

Aeisgebotenes.

Bienenhonig, flarantirt naturrein und sorgfältig geschleudert, liefert per Pfv. 1 jl ein Bienenz- v. Land. Näheres 3727 Wallthorstraße 23.

Unsere Nähmaschinen

in

weltberühmt durch da« verwendete Material, die feine Ausstattung and den leichten Gang, zeichnen sich auch vor ailen übrigen durch saubere Justlrung und grösste Nähfähigkeit aus. Bei keinem Artikel ist das Sprüchwort:Der Schein trügt, mehr am Platze, als bei der Nähmaschine. Es werden täglich eine Un­zahl billiger Nähmaschinen auf den Markt geworfen, welche für den ersten Augen­blick nicht von der soliden Waare tu unterscheiden sind. Eine von uns erzeugte Nähmaschine gewährleistet infolge des dazu benutzten Materials eine Jahre lange Haltbarkeit und übernehmen dafür unsere Vertreter die weitgehendste Garantie.

Alleinverkauf für Giessen bei too

Theodor Haubach, Bahnhofstr. 40, 1 Treppe.

In schöner, klarer und haltbarer Waare liefert zu jeder Zeit prompt

Otto Luft, Ve

* Teppiche, Möbelstoffe *

$ und Portitzren $

: empfiehlt in neuer, großer Auswahl in jeder Preislage 3372

Ernst Bloedner, Seltersweg.

eu

u .

11

11

Badische Weine "ME Äcvr. Schlager, ^affr i. 2$. Wrämilrt auf sömmtliche» drlchickleu Au»NcIua,e».

PatciitfeUcrei seit 1876.

Dfierirtn hierdurch, da wir nicht reisen tafitn: ---- Bdfcwelat: ----

niftrftüfilcr, angentfcntt Tischwein .... 45 50 60 70 «0 *81

viarlgraster, friiur Tafelwein.......«0 70 80 80 100 .

Crttnauer, do. |üfc und triftig......60 65 75 90 120 ,

Tnrdacher, do. bvuouetreich. 80 90 100 120 140 .

----Sot6»tine:

aiferfrüller, wild und angenehm...... ?o so 90 izo

Zeller. Ersatz für kleine Bordeaux ..... 100 ISO 130 140 ,

nliculhaler, desgleichen, gerhstofireich..... 120 180 140 160 .

Preise ab Lahr, pro Liier in Lechgebind«; für < Ltr. Fl. tncL Betpatfunf tu 8 Lrcitia^en rech!«, Garantie für reine rrandeametne.

w c « g E

3 I

gs

5l W "* ft-

T Blousen-Stoffe 1 wie: Crepous, Batiste, Mouffeline und Flanelle.

Siel,end« «enheiten in großartiger AnSwahl!

Fritz Xowack 4226 k Ausaattuugs-Hefchätt und Wäsche-JaöriL. Ä