Ausgabe 
23.10.1894 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Hamburg, 20. October. Großes Aufsehen erregt dem Generalanzeiger" zufolge die plötzliche Entlassung von etwa 20 MartnemaatS mit langjähriger Dienstzeit. Ueber den Grund der Entlastung verlautet nichts Näheres.

Hamburg. 20. October. In der jRedaction desEcho" fand eine erfolglose Haussuchung statt, welche mit der Angelegenheit des in Altona wegen des Brrdachts anar­chistischer Umtriebe verhafteten Schuhmachers Jahns Zu­sammenhängen soll.

H. Petersburg, 22. October. Die letzten aus Livadia eingetroffenen Meldungen lauten etwas hoffnungs­voller- der Appetit hat sich indeß nicht gebestert, das Allgemein­befinden hat sich nicht geändert. Die Aerzte hoffen, den Czaren bis Dienstag künstlich am Leben zu erhalten. Heute findet die Taufe der Prinzessin A l ix,'der Braut des Thron­folgers und morgen bereits die Vermählung statt.

H. Neues Theater. Sonntagsstück und Sonntags­publikum damit ist die Signatur des gestrigen Abends gegeben.Der Trompeter von Säkkingen" ist ein ohne große Kunst nach Scheffels Lied vom jungen Spielmann Werner aufgebautes Schauspiel mit einigen hübschen, wirk­samen Scenen. Nimmt man dazu die anmuthige Musik und ist die Stimmung des Publikums recht dankbar, so darf man des Erfolges sicher sein. Auch gestern konnte sich der Vor­hang ziemlich ost vor den hervorgerufenen Darstellern heberr und gar manchmal machte sich der Beifall bei offener Scene Luft. Gespielt wurde recht nett, besonders von den beiden Hauptpersonen, Jung Werner und der blonden Margarethe- Dem ersteren wollen wir deshalb auch nicht wegen seines Blasens zürnen. Herr Heyne traf den Ton des alten Kriegsmannes von Schönau sehr gut und Fräulein Müller und ihr gehorsamer Anton, sowie Fräulein Rönne berg und Herr Hacker entsprachen ihren Rollen. Im übrigen war das Publikum sehr zufrieden, also sind wir's diesmal auch. Erfreulicherweise war das Haus bis auf den letzten Platz besetzt. Wir gönnen Herrn Reiners diesen klingenden Erfolg von Herzen und wünschen, daß er sich recht oft wiederholen möge.

** Neues Theater. Am Dienstag gelangt ein älteres, aber vorzügliches Lustspiel von G. v. Moser zur Aufführung: Eine Frau, die in Paris war", und wollen wir nicht ver­säumen, auf dasselbe ganz besonders aufmerksam zu machen.

** Erster Vortragsabend im Kaufmännischen Verein. Wir machen nochmals auf den morgen (Dienstag) Abend 8y2 Uhr im Cafv Leib stattfindenden Vortrag der Frau Ottilie Stein überdas Gebiet weiblichen Erwerbs" aufmerksam. Einer Reihe von Besprechungen über anderwärts gehaltene Vorträge entnehmen wir, daß die Vorträge der Dame überall reichen Beifall gefunden, weil sie eine der brennendsten socialen Fragen der Gegenwart mit logischer Schärfe, red­nerischer Gewandtheit und gründlicher Erfahrung behandeln.

** Entwendeter Schirm. Am vorigen Samstag. wurde aus einer Wirthschaft in der Neustadt ein Regenschirm ent­wendet. Ein Bauersmann wurde als Thäter ermittelt und mußte bis zur Klarstellung des Sachverhalts vierundzwanzig Stunden im Polizeigefängniß zubringen.

** Uebersahreu. Auf der Mäusburg überfuhr am vorigen Samstag ein Frachtfuhrwerk einen daselbst stehenden Hand­wagen und demolirte denselben. Da die ohnehin enge Straße der Mäusburg am allerwenigsten zum Aufstellen von Karren rc.

Norrefte Nachrichten»

Wolffs telegraphisches Lorrespondenz-Bureau.

Berlin, 21. October. Der deutsche Botschafter am rus­sischen Hof, General der Infanterie v. Werder, reist heute Abend nach Petersburg zurück.

"W.B. Brüssel, 22. October. Nach bisherigen Fest­stellungen zählt die Kammer 104 Katholiken, 19 Liberale, "29 Socialisten und Radicale.

darlegend, daß dasselbe das Gegentheil von dem zur Folge gehabt, was man batntt bezwecken wollte. In scharfen Ausdrücken geißelte er die jetzigen Zustände in der Rechtsprechung und in der Handhabung der Gesetze, von denen Niemand behaupten könne, daß sie den Anforderungen entsprächen, die jeder freiheitlich Gesinnte erheben könne, und trotzdem schreie man überall nach Bekämpfung des Umsturzes, besonders Seitens der nationalliberalen Partei, einer Partei, welche das Gegen­theil von dem thue, was sie verspreche. Es sei characterifttsch

m den sogen, bürgerlichen Parteien herrschenden Geist, daß sie, die Einfluß, Stellung, Ansehen und Bildung besäßen, nicht mit geistigen Waffen fertig werden könnten mit der Masse armer Leute und deshalb nach Ausnahmegesetzen und dergleichen riefen. Die sogen, politischen Parteien ver­folgten auch nur ihre socialen Interessen unter dem Deck­mantel der Politik und des Patriotismus, sie wollten die Staatsgewalt an sich reißen- sie hätten auch ihre Interessen insofern schon gewahrt, als sie bereits alle Aemter, sei es im Richterstand, in der Verwaltung, an den Lehrftätten, in Kirche und Schule, inne hätten, unbekümmert darum, daß die socialdemokratische Partei die stärkste im Reiche sei. Die Socialdemokratie würde andere Zustände schaffen, wenn sie die Macht in dem Maße habe, wie sie ihr nach ihren Stärke- Verhältnissen gebühre. Herr Bebel ging hierauf auf Grund des Programms darauf über, die Zustände zu schildern, wie sie im socialdemokrati'chen Staate sein würden. Was den Umsturz oder die so gefürchtete Revolution betreffe, so hätten die bürgerlichen Parteien kein Recht, der Socialdemokratie Revolution und Umsturz vorzuwerfen, und wer da glaube, der Umsturz komme erst, der sei im Jrrthum, denn wir befänden uns schon mitten drin, Dank der capitalistischen Productionsweise, die seit Jahrzehnten in erschreckender Weise die kleinen Handwerker und das Kleinbauernthum vermindere und sie hinabstoße in den Abgrund des Proletariats. Redner wies an der Hand umfassenden statistischen Materials nach, irr welchem Umfange sich das Handwerk vermindert, die Groß­industrie und mit ihr die Ueberproduction vermehrt haben,-, dasselbe sei in der Landwtrthschaft zu beobachten- hier ver­schlinge der Großgrundbesitz, von dessen Macht und Umfang man hier bei uns gar keinen Begriff habe, Tausende von Kleinbauern. Dies seien die Ursachen, in denen man das ungeheuere An­wachsen der Socialdemokratie suchen müsse, jeder Kamps gegen die Socialdemokcatie sei ein Herumfuchteln mit Stangen im Nebel, weil die bürgerliche Gesellschaft nicht die Ursachen beseitigen wolle und könne, aus denen die heutigen Zustände hervorgegangen. Auch auf die Einkommensverhältnissc im Allgemeinen ging Redner ein, indem er auf Grund statistischem Materials behauptete, daß nur die Einkommen bis zu 3000 Mk. Schritt gehalten mit der Zunahme der Bevölkerung (45 pCt.), daß aber die Einkommen darüber hinaus in stetiger Pro­gression gestiegen und beispielsweise die Einkommen über 120 000 Mk. sich um 900 pCt. vermehrt hätten, also Capital auf Capital gehäuft und damit der Untergang der Klein­industrie und des Kleinbauernstandes mehr und mehr be­schleunigt werde. Auf diese Weise vollziehe sich der Um­sturz, nicht durch die paar Millionen armer Arbeiter. Herr Bebel hatte, nachdem er unter brausendem Beifall der Zu­hörer seine nahezu dreistündige Rede beendet, noch einige kleine Auseinandersetzungen mit einem anscheinend dem Anti­semitismus huldigenden Herrn und einem Landmann, welcher dafür eintrat, daß ohne die heilige Schrift ein Christenthum nicht denkbar, worauf Herr Orbig mit einem Hoch auf die intelnationale'völkerbefreiendeSocialdemokratie gegen 1I9 3 Uhr die Versammlung schloß.

Belgrad, 20. October. Die Nachrichten von dem herz­lichen Empfang des Königs in Berlin haben hier große Freude hervorgerufen. Die Blätter äußern sich sehr an­erkennend über die warme Begrüßung des Königs auf deut­schem Boden.

Madrid, 20. October. Der Untersuchungsrichter von Valencia ließ gestern den Dominikanermönch Corpato ver­haften. Derselbe soll der Urheber einer Flugschrift sein, welche die Königin-Regentin und den König beschuldigt, der Freimaurerei anzugehören.

Madrid, 20. October. Die Provinz Andalusien ist wieder von verheerenden Ueberschwemmungen heimgesucht worden. Der gesammte Verkehr ist gestört.

Liffaboo, 20. October. Die Abgeordnetenkammer hat gestern beschlossen, nachträglich an Frau Carnot und an die Gräfin von Paris Beileidstelegramme zu senden.

** Ehrung des Erbauers des Reichstagsgebäudes. Am Donnerstag Nachmittag wurde dem königlichen Baurath und Professor Paul Wallot in Berlin auf seinem Baubureau im neuen Reichstagsgebäude das Ehrendiplom der philo­sophischen Facultät zu Gießen übergeben. Als Ueberbringer war der Historiker Professor Dr. W. SD n cf e n von hier erschienen. Als Freund des Ueberbringers und als Lands- i mann des Gefeierten halte sich der großherzoglich hessische Ministerialrath Dr. E. Dittmar angeschlossen. Professor Oncken hielt folgende Ansprache: Hochverehrter Herr Baurath! Ich habe den ehrenvollen Auftrag, Ihnen das Diplom zu überreichen, durch welches die philosophische Facultät der Universität Gießen Ihnen die Würde eines Ebrendoctors der Philosophie ertheilt. Indem ich mich mit Freuden dieses Auftrages entledige, ist es mir, nachdem ich zweimal das Glück gehabt habe, unter Ihrer persönlichen Führung diesen Wunderbau in allen Theilen zu durchwandern, ein wahres Bedürfniß, Ihnen von ganzem Herzen Glück zu wünschen zur Vollendung eines Werkes, das durch und durch genial gedacht und mit unübertrefflicher Meisterschaft ausgeführt ist, ! das deßhalb in der Weltgeschichte der Kunst Epoche machen ! wird, ebenso wie das deutsche Reich in der Weltgeschichte der I Staaten und der deutsche Reichstag in der Weltgeschichte der ! Parlamente. Seit einem Menschenalter war die Universität - Gießen stolz darauf, daß der Wiederhersteller der Wartburg, Hugo v. Ritgen, einer ihrer Professoren war, jetzt darf sie auch darauf stolz fein, daß der Erbauer des deutschen Reichs­tagshauses, Paul Wallot, einer ihrer ehemaligen Commilitonen ist. Fast vergessen schon ist die Zeit, in welcher die Uni­versität Gießen noch technische Lehrstühle hatte. Dieses doppelte Vermächtniß wird die Erinnerung daran wach er- i halten und der Mit- und Nachwelt bezeugen, daß die Der- | bindung, welche Technik und Wissenschaft, Wissenschaft und Technik einst in Gießen geschlossen hatten, eine sehr frucht­bare und gesegnete Verbindung gewesen ist. Lieber Herr College! Ehren und Auszeichnungen werden Ihnen jetzt in Hülle und Fülle zu Thetl werden, und wie glänzend sie auch sein mögen, verdient werden sie alle fein. Eine herzlichere Ehrung aber als die, welche Ihnen Ihre alte Alma mater darbietet, können und werden Sie nicht erleben! Noch ein­mal im Namen all meiner Collegen den herzlichsten Glück­wunsch !" Dieser Ansprache fügte Herr Ministerialrath Dr. Dittmar auch seinerseits die wärmsten Glück­wünsche hinzu. Herr Wallot antwortete sodann auf die Anrede des Professors Oncken:Hochverehrter Herr Ge- heimerath! Meine Ernennung zum Ehrendoctor der Uni­versität Gießen hat mir ganz außerordentliche Freude gemacht. Keine Auszeichnung konnte mir lieber fein als diese. Wie Sie soeben hervorhoben, verbrachte ich einen Thetl der schönen Jugendjahre als Studiosus an der heimischen Alma mater. 2ßenn auch das damalige Gießen an sich hervorragende Bau­denkmale dem Studium nicht darbot, so ist die Umgebung Gießens an solchen um so reicher. Ich erinnere nur an das wundervolle Marburg, an Münzenderg, Kloster Arnsburg und an die alten, an Kunst und Erinnerungen reichen Orte im Lahnthal, an Wetzlar und Weilburg, das herrliche Lim bürg u. s. w. Unter der fachkundigen Leitung des vortreff­lichen Hugo v. Ritgen, des Erbauers der Wartburg, durch­wanderten wir diese alten Stätten, welche Wanderungen gleichzeitig zu einem Kunstgenuß wie zu einem Genuß der schonen Natur wurden. Es sind dies schöne Erinnerungen, und ich bin glücklich, daß dieselben wieder zurückgerufen wurden durch die hohe Auszeichnung, welche Sie mir brachten. Ich bitte Sie, den Herren Collegen in Gießen herzlich dafür zu danken, daß sie sich bei dieser Gelegenheit des Lands­mannes in so ehrender Weise erinnert haben!"

** Militärdienstuachrichteu. Portepeefähnrich v. Obernitz vom Jnf.-Negt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Secondlieutenant, v. Harnier, Graf zu Bentheim- Tecklenburg-Rheda, characteris. Port. Fähnrichs von demselben Regiment zu Portepee-Fähnrichs befördert.

** In diesen Tagen feiert die in Darmstadt bestehende Vereinigung der Gießener" ihr erstes Stiftungsfest. Vor einem Jahre von einigen Gießenern gegründet, hat die Ver­einigung in dieser kurzen Zeit einen solchen Aufschwung genommen, daß sie nun an ihren Versammlungsabendcn eine stattliche Anzahl Mitglieder um ihren Tisch 'im Restaurant Kühne, Neckarstraße, versammelt sieht. Bei zwanglosem Zusammensein erinnern sich dann Alle mit Freuden der schönen Stuntzen, die sie in ihrer Heirnath verlebt haben. Gießener find jederzeit herzlich willkommen!

** Die gestrige Volksversammlung im Cafe Leib war, wie in Ansehung des Redners, des NeichStagsabgeordneten Bebel nicht anders zu erwarten, so zahlreich besucht, daß die Besucher schon eine halbe Stunde vor Beginn Kopf an Kopf gedrängt standen. Alle Parteien und Stände aus Stadt und Land waren vertreten. Die Versammlung wurde von Herrn Stadtverordneten Orbig eröffnet und geleitet. Herr Bebel, welcher auf der Durchreise zum socialdemo- kratischen Parteitag In Frankfurt begriffen, die Gelegenheit - wahrgenommen, auch hier einmal zu sprechen, wurde, als er das Wort ergreifen wollte, stürmisch begrüßt. Er ging zunächst auf die Ursachen, die Entstehung, die Handhabung und die schließliche Aufhebung des Soclallstengesetzes über,

fceaUf ttirö provinzielles

Gieße», den 22. October 1894.

** Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog empfingen am 20. October u. A. den Lehrer i. P. Funk aus ließen.

Deutschen dck ®uteroHerold".

Lemberg. 21. October. Die Polizei verbot einen von den Socialfisten für heute geplanten Straßen­umzug, weshalb nunmehr ein M a s s e n m e e t i n g zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts abgehalten werden soll.

Dresden, 21. October. Heute Mittag fand in der hiesigen russischen Gesandtschaftskirche ein Bittgottes­dienst für den Czaren statt.

H- Wien, 22. October. Nach den letzten bei der rus­sischen Botschaft eingelaufenen Nachrichten bestätigt sich eine dauernd leichte Besserung in dem Befinden des Czaren. Die Gerüchte von einer heftigen Auseinander­setzung des Czaren mit dem Thronfolger, ferner die Mel­dung von einem Verzicht des Thronfolgers auf den Thron werden bementirt.

Ausland.

Paris, 20. October. Große Bestürzung hat in der Pariser Bevölkerung die Nachricht über den hoffnungslosen Zustand des Czaren hervorgerufen. Zahlreiche Gruppen ftationircn vor der russischen Botschaft in ängstlicher Erwar- tung der Todesnachricht.

Paris, 20. October. Die Regierung bereitet für den Fall des Todes des Czaren große Trauerkundgebungen vor. In vielen Kirchen wurden heute Gebete für den Czaren abgehalten. Die Zeitungsverkäufer riefen -bereits gestern des Czaren Tod aus. Die Blätter bringen spaltenlange Artikel über die Regierungszeit des Czaren. Manche Blätter veröffentlichen das Gerücht von einer vorliegenden Vergif­tung des Czaren.

Paris, 20. October. Im Laufe des gestrigen Tages haben hier 5 Personen aus Elend Selbstmord begangen.

Loudon, 20. October. Private, hier eingelaufene Mel- düngen aus der Umgebung des Czaren bestätigen den auf­fallenden Schwächezustand des Kaisers vor Allem als auch, daß die Aerzte um die Czarin besorgt seien. Die Czarln selbst ist infolge der Aufregungen der letzten Tage und weil sie sich absolut keine Ruhe gönnen will, nicht unbedenklich erkrankt, weßhalb man Ihr ernsthafte Vorstellungen machen mußte. Infolge des großen Grams und Herzenskummers um das Befinden ihres Gemahls, dem die Czarin in wahr­hafter Liebe zugethan ist, hat die Kaiserin ein ganz verän­dertes Aussehen erhalten und ist nur schwer dazu zu bringen, Speise und Trank zu sich zu nehmen.

London, 20. October. Wie aus Tokio gemeldet wird, : hat die Aufforderung des Kaisers in seiner Thron­rede, achtlos den Krieg fortzuführen, bis China alle Rechte Japans anerkannt habe, im ganzen Lande die größte Be­geisterung hervorgerufen. In verschiedenen Städten werden Freiwilligen-Bataillone aus Japanern gebildet. Die japa­nische Regierung soll nicht geneigt sein, die diplomatische I Vermittelung der europäischen Mächte anzunehmen.

Loudon, 20. October. Den Abendblättern zufolge fand ; am Aaluflusse ein Kampf statt. Die Japaner sollen den Fluß überschritten und die Chinesen angegriffen haben, jedoch \ zurückgeschlagen worden fein. Die beiderseitigen Verluste ' sollen groß sein. Die Chinesen erklären, daß sie keinen ; Sieg davongetragen, jedoch ihre Positionen behauptet Haden. | Die Nachricht ist anderweitig nicht bestätigt.

Petersburg, 20. October. DerFigaro" meldet, eine Schwester der Kaiserin von Ru bland habe vor 14 Tagen die offizielle Mittheilung erhalten, wonach der Czar an einem krebsartigen Geschwür leide, welches Doctor Sacharjin zu operiren sich weigerte.

Petersburg, 20. October. Sämmtliche Großfürsten I wurden infolge der weiteren Verschlimmerung im Be- finben des Czaren telegraphisch nach Livadia berufen. Die gestern von Polizei-Offizieren auf den Straßen ver­teilten letzten Bulletins enthielten höchst besorgnißerregende j Nachrichten.