** Aus dem Justizdieust. Ernannt wurden: am 20. Januar der Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Georg Best zum Amtsricher bei dem Amtsgericht Hirschhorn, am gleichen Tage der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lauterbach August Schmeckenbecher zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II und der Gerichtsassessor Ferdinand Frey aus Woogsdamm zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lauterbach.
** -6-. Coucertverein. Viertes Concert (102. Vereins jahr) unter Mitwirkung von Fräulein Mina Rode aus Frankfurt (Violine) und Miß Mabel Scyton aus London (Pianoforte). — Die Orchesternummern des gestrigen Programms waren: Ouvertüre zu „Euryanthe" von C. M. v. Weber, „eine kleine Nachtmusik" von Mozart, 1‘Arlesienne, Suite von Bizet. Don ihnen wurde die Suite von Bizet zum ersten Male im Concertverein gespielt. Die in der orchestralen Farbenmischung brillante, echt französische Musik war ursprünglich zu Daudets Schauspiel l’Arlesienne geschrieben. Daher erklären sich die in ihr vorkommenden Anklänge an provenyalische Volksweisen. Besonders fein gedacht und characteristisch instrumentirt ist der letzte Satz („Carillon“), welcher über das Motiv gis e fis aufgebaut ist. Freilich verlangt derartige Musik, falls sie den Intentionen des Componisten entsprechen soll, eine außerordentlich feine Wiedergabe. Gerade in dieser Beziehung hätte wohl die gestrige Aufführung eine noch genauere Durcharbeitung vertragen können, doch sind wir auch schon so dem Leiter des Concertes für die Darbietung der Novität dankbar. Die „Euryanthe-Ouverture" wurde flott und packend gespielt, die „kleine Nachtmusik" ebenso, nur schien uns das Tempo der beiden Mittelsätze der letzteren Nummer (Romanze und Menuetto) zu rasch. Fräulein Rode hat sich durch ihr Spiel am gestrigen Abend ein gutes Andenken in Gießen gesichert. Wir finden es heutzutage leider sehr selten, daß Virtuosen auch zugleich wirklich gediegene, empfindende Musiker sind. Wie wohlthuend berührte es, in Fräulein Rode eine Künstlerin kennen zu lernen, welche weit ab steht von der Menge der übrigen sogen. Virtuosen. Allerdings versagte sie es sich nicht, zu zeigen, daß sie über eine glänzende Technik gebietet, Haupisache aber war ihr, zu beweisen, daß sie musikalisch empfindet. In dieser Beziehung war das Adagio aus dem neunten Violinconcert von Spohr eine Glanzleistung. Daß die Künstlerin Temperament besitzt, zeigte sich in dem Vortrag von Hubay's „Zephir", ihre tadellose Technik in der Vieux« temps'schen Air variSe. Vollständig berechtigt waren daher die starken Beifallsäußerungen, welche einer jeder Nummer folgten und Fräulein Rode zwangen, dem Wunsche nach einer Zugabe zu willfahren. Daß Herr Trautmann auch gestern wieder vorzüglich begleitete, ist selbstverständlich. — Miß Mabel Scyton spielte drei Solostücke für Klavier. Wir halten es für verfehlt, die Variationen über ein Thema von Paganini (von Brahms) als Concertnummer zu wählen. Bei aller Ehrfurcht vor Brahms kann man sich doch nicht der Ansicht verschließen, daß diese Studie ziemlich wenig musikalischen Werth besitzt. Für den Kenner hochinteressant, ist sie um so uninteressanter für das größere Publikum. Die ungeheuren Schwierigkeiten bewältigte Miß Scyton in glücklicher Weise. Für eine Damenhand war cs eine Riesenarbeit. Die beiden Clopin'schen Stücke führte die Künstlerin trefflich durch, wenngleich auch die Polonaise, in ruhigerem Tempo vorgetragen, viel an Eindruck hätte gewinnen können. Auch ihre Vorträge fanden den Beifall der außerordentlich zahlreich erschienenen Zuhörer.
* * R. Die 17. Stiftungsfeier der Gießener Ruder-Gesell- schast fand am verflossenen Samstag in Steins Saalbau in Form eines Sommerfestes mit Jahrmarkt statt und hat die außergewöhnlich große Zahl der Theilnehmerinnen und Theil- nehmer, soviel wir zu bemerken und zu hören Gelegenheit hatten, wiederum vollauf befriedigt. Beim Eintritt in Steins Saalbau bot sich den Festbesuchern, welche auf Anregung des Comites fast durchweg in sommerlicher Kleidung erschienen waren, ein überraschender Anblick dar. Dre ganze Flucht des sogenannten Anbaues war mit Verkaufsständen und Buden in Colonadenform besetzt, in welchen reizende junge Damen in prächtigen Costümen die Rollen der Verkäuferinnen und Kasfirerinnen übernommen hatten. Die über den Eingängen der Stände und mehrfach auch in denselben befindlichen Schriften und Malereien waren zum Theil künstlerisch ausgesührt und machen dem Verfertiger derselben, Herrn Louis Petri III. und seinen Mitarbeitern, alle Ehre. Es würde zu weit führen, wenn wir einen auch nur einigermaßen erschöpfenden Bericht über alle die Sehenswürdigkeiten und Kostbarkeiten bringen wollten, erwähnt sei nur, daß die zumeist originellen Veranstaltungen wie Schönheits-Concurrenz, Raritäten-Cabinet, Kaiserpanorama, Tombola, der schöne Blumenstand, sowie die verschiedenen eß- und trinkbaren Genüsse, welche in der Conditorei und in der Bayr. Bierhalle geboten wurden, im Verein mit der Wahrsagerei und den Krabbelnbeuteln einiger reizender Zigeunerinnen, in kurzer Zeit eine derartig animirre Stimmung hervorbrachten, wie man sie selten bei solchen Gelegenheiten bemerken dürfte. Das Kasperle-Theater und schließlich besonders der Circus entfesselten Stürme der Heiterkeit und des Beifalls und entschädigten auch, weil kostenlos, für die etwas hohen Preise, welche Seitens der liebenswürdigen Verkäuferinnen des Jahrmarkts, allerdings mit verbindlichstem reizendem Dankeslächeln in Anspruch genommen worden waren. Es wurde spät, bis der von der tanzlustigen Jugend ersehnte Ball seinen Anfang nehmen konnte und früh am Sonntage erst soll, wie Ihrem Berichterstatter mitgetheilt worden ist, das Gros der Gäste befriedigt den Heimweg angetreten haben.
• * Maskenbälle. Der vom Gesangverein „Concordia" vergangenen Samstag Abend veranstaltete Maskenball im Cafe Leib erfreute sich recht guten Besuchs. Die vom Verein aufgeführten Gruppen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. — Der gestern Abend in Sterns Garten abgehaltene Maskenball des „Fechtverband Lahr-Gießen" bot der im Jntereffe des guten Zwecks aufgewendeten Opferwilligkeit
der zahlreich Erschienenen vollste Genugthuung, denn der schön arrangirte Ball verlief auf's Schönste.
* * Weckdiebstähle. Ein älterer Arbeiter von Garbenteich, welcher sich arbeitslos in hiesiger Stadt umhertrieb, hat sich allem Anschein nach während dieser Zeit von Weckdiebstählen ernährt. Bei einer Durchsicht seiner Schlafstelle fanden sich noch vier Wecksäcke vor.
* * Hausfriedensbruch. Ein Bürschchen aus Wieseck machte sich das Vergnügen, Abends in das Haus seines früheren Meisters einzuschleichen, um Unfug zu treiben; u. A. verunreinigte er das Schlafzimmer der Gesellen. Er wurde verhaftet und wegen Hausfriedensbruchs angezeigt.
* * Sachbeschädigung. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde in einem Hause der Bahnhofstraße eine große Fensterscheibe von roher Hand zertrümmert.
* * Zimmerbrand. In einem Hause der Bahnhofstraße fand ein Zimmerbrand in der Nacht vom 20. auf 21 d. M. statt, der dadurch entstand, daß die Gluth der angebrachten Hängelampe einen Balken an der Decke entzündete.
* * Schlägerei. Heute Morgen fand zwischen Barbier- gehülfen in der Walllhorstraße eine Keilerei statt, wobei es blutige Köpfe absctzte.
S. Trais-Horloff, 17. Januar. Bei der heute dahier stattgehabten Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Herr Philipp Hofmann dahier mit 31 Stimmen wiedergewählt.
§ Hartmannshaiu, 20. Januar. Einer hiesigen Familie starb dieser Tage ein dreijähriges Söhnchen an Keuchhusten. Während zur Beerdigung der Pfarrer nebst den Schulkindern vor dem Hause erschien, verstarb auch das einzige ein Jahr alte Töchterchen derselben Familie. Der Keuchhusten herrscht hier und in der Umgegend sehr stark.
Alsfeld, 20. Januar. In hiesiger Herberge wurde ein Handwerksburscke verhaftet, welcher eine größere Anzahl falscher Zweimarkstücke im Besitz halte. Der Handwerksbursche hatte bei einem Wirthe mit einem solchen Geldstück bezahlt. Aufmerksam gemacht durch den dumpfen Klang der Münze, unterzog sie der Wirth einer Prüfung, brachte sie der Polizei, welcher die Verhaftung noch an demselben Abende gelang. Jedenfalls hat man es hier mit dem Helfershelfer einer Falschmünzerbande zu thun, der hoffentlich das Handwerk bald gelegt werden wird.
Friedberg, 20. Januar. Im Saalbau dahier fand am 17. Januar eine außerordentlich stark besuchte Versammlung statt, mit dem Resultate, daß ein Gast wirt he- herein der Wetterau gebildet wurde. Nach eingehendem Referate des Verbandspräsidenten C. Reinemer, Darmstadt, wurde auch der Beitritt zum Rhein-Main- und Süddeutschen Verbände, sowie deffen so segensreich wirkender Sterbekasse beschlossen ur.d folgende Herren in den Vorstand gewählt: Fr. Theobald, Hotel Trapp, Bahnhofsrestaurateur C. Burk, C. Müller, A. Scheibe!, Gg. Ulrich, H. Walz, E. Engel, W. Wind von Friedberg, H. Geibcl, R- Langsdorf, W. Schwab, Jos. Haberl, Th. Kenig und Lor. Müller von Bad Nauheim, Ferd. Ten Brink, Otto Fink, Wilh. Jakob, Hch. Gilbert, Ph. Söllner, H. Heidemann von Vilbel, K. Kalbfleisch, Joh. Theiß von Butzbach, W. Dreßler, I. C. Rosenbecker von Steinfurth, PH. Steinmetzin Niedereschbach, Jean Lippach, PH. Schneider von Niedererlenbach, H. Baßmann von Okarben, Franz Conrad von Reichelsheim, I. Klingel von Ockstadt, W. Philippi von Melbach, G. Rullmann von R o d h e i m, Chr. Dauernheim vonNieder- Florstadt, W. Schönwolf von Kaichen, PH. Volz von Södel, Caspar Dächer, Conrad Adam von Rendel, I. Dilges von Hoch weisel, Hch. Beck von Kl einf ar ben, G. Kost von Peterweil, Ph. Kloß von Massen heim. Die große Betheiligung von ca. 100 Gastwirthen und die Wahl der ersten Männer in den Vorstand bürgen für ein gutes Gedeihen dieses Vereins, der sich über so viele Städte und Orte erstreckt. Anmeldungen zur Mitgliedschaft sind an oben genannte Vorstandsmitglieder zu richten. Mittwoch, den 24. d. Mts. soll eine Versammlung zu gleichem Zwecke im Becker'schen Saale zu Groß-Gerau stattfinden.
vermischte-.
* Ms. Aus Karhessen, 20. Januar. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich auf der P a p t e r f a b r i k bei Niederkaufungen. Ein bei den Maschinen beschäftigter Arbeiter wurde von einer Welle in Folge eigner Unvorsichtigkeit erfaßt und zwischen den Rädern und Walzen förmlich gerädert, sodaß er, ehe man die Maschine zum Stillstand bringen konnte, nur noch eine blutige Masse war. Die Kleider mußten vom Leibe geschnitten werden, um den Körper zwischen den Rädern heraus zu bekommen Alsbald trat der Tod ein. Der Verunglückte war erst 28 Jahre alt und hinterläßt Frau und mehrere Kinder.
* Berlin, 20. Januar. Die Zahl der Anmeldungen für den morgen stattfindenden Wintermarsch des Distanzmarsch- Vereins Berlin Wien ist auf 43 angestiegen.
* Stendal, 20. Januar. Em von der Hochzeitsfeier heimfahrendes junges Ehepaar wurde heute früh 4^3 Uhr von dem von Hamburg kommenden Personenzuge dicht bei Stendal überfahren. Die Pferde wurden von der Maschine vollständig zerfleischt und der Wagen die Böschung hinuntergeschleudert. Diesem Umstande ist es zu danken, daß das Ehepaar mit dem Leben davonkam.
* Wien, 20. Januar. Die Telephonlinie Brünn-Wien ist gestern unterbrochen worden, weil zwischen Brünn und Meseritsch mehrere hundert Meter Leitungsdraht gestohlen worden sind.
* Linz, 20. Januar. Zwischen Losendorf und Klein« reifling entgleiste ein Güter-Eilzug. 2 Waggons stürzten in die Ens. Menschen wurden nicht verletzt.
Verkehr, Caitfc- tmfc volkrwirthschaft.
Srünberg, 20. Januar. Fruchtpresse. Weizen «X 15,00r Korn JL 14,00, Gerste JL 13,60, Hafer JL 16,00, Elbsen JL ('0,00, Linsen 00,00, Wicken JL 00,00, Lein JL 00,00, Kartoffeln JL 00,00, Samen JL 00,00.
— Schutz »et Fußböden vor Stalldnnst. Räume, welche vrovlsorisch ais Stallungen benutzt werden, sind oft von den darüber- ltegenden Böden durch eine nur schwache Bretterlage getrennt. Will man in einem solchen Falle die Ausdünstungen des Stalles von den Füttervorräthen fernhalten, so geschieht das am besten auf folgende Weife. Man nagelt quer zu der vorhandenen Balkenlage in Abständen von 30 cm mit Karboltneum bestrichene, 0,75 cm starke Latten. An diese wird Dachpappe, welche vorher auf beiden Seiten mit warmem Asphaltlack getränkt ist, mit verzinkten, breitkappigen Nägeln glatt angeheftet. Die Pappstreifen sollen 10 cm übereinander greifen und doppelt genagelt sein. An den Wänden werden sie in den Putz eingelassen und eventuell auf der unteren Seite geweißt. Die Kosten belaufen sich pro Quadratmeter auf 60 bis 70 Pfennig. Nicht ein- geschlossen sind hierbei die Ausgaben für Anlage einer Ventilation, welche unbedingt erforderlich ist. Einmal müssen in den Mauern, zwischen den beiden Deckenlagen, Löcher ausgestemmt, sodann Denttlationsfchachte senkrecht durch dos Dach geführt werden.
— BelenchtnngSeffeete bet Nartenbtldern. Sehrwirknvgs volle Beleuchlungstffrcte bei Kartenbildern erzielt em von Herrn A. Radicke inBerlln erfundenes neues Verfahren. Die Herstellung der betreffenden Bilder geschieht in der Weise, daß man ein Kartenbild, das beispielsweise eine Landschaft darftellt, in einem Pavier- ober Cartonrahmen entsprechend einstellt. Fenster und sonstige Oeff- nungen sind ausgeschnitten ober ausgestanzt, und werden mit einem durchscheinenden Stoff, z. B. Gelatine, von entsprechender Farbe bin'erhebt. Darauf wird hinter das Bild ein Blatt transparenten Stoffes (Pauspapier) geklebt, welches die ganze Oeffnung innerhalb des Rahmens ausfüllt. Auf Der Vorderseite des Paudpapieres werden mit Leinölfirniß angeriebene Farben im Jriston in gewisser Abtönung aufgetragen, so daß der Hintergrund infolge seiner Transparenz sowohl beim auffallenden, als auch beim durchscheinenden Lichte sich gegen die Landschaft in wirkungsvoller Weise abhebt. Herr A. Radicke hat sich sein geschildertes Verfahren patentiren lassen.
Schiffsnachrichten.
(Mitgetheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloyd, Herrn (Sa.rl Loos in Gießen).
Bremen, 20. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Stuttgart, Capt. H. Bödeker, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 6. Januar von Bremen abgegangen war ist gestern 2 Uhr Nachmitiags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Lpüipta« Ser vereinigten frankfurter LtaSttheater Opernhantt.
Dienstag den 23. Januar: Margarethe. Mittwoch den 24. Januar; Don Juan. Donnerstag Den 25. Januar: Wildschütz. Freitag den 26 Januar geschlossen. Samstag den 27. Januar: Zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Könias Wilhelm II. Aida. Sonntag den 28. Januar, Nachmittags 3V, Uhr: Dornröschen Abends 7 Uhr: Robert der Teufel.
Echanspielhans.
Dienstag den 23. Januar: Abschiedsvorstellung von Eleonore Düse .mit ihrer italientschen Gesellschaft. Faciamo divorzio. (Cyprenne.) Mittwoch den 24. Januar: Der ungläubige
Thomas. Vorher: Am Scheidewege. Donnerstag den
25. Januar: Cbarleys Tante. Vorher: Millionär a. D. Freitag den 26. Januar: Der ungläubige Thomas. Vorder: A Tempo. Samstag den 27. Januar: Zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kallers und Königs Wilhelm II. Zopf und Schwert Sonntag den 28. Januar, Nachmittags < 31/« Uhr: Charleys Tante. Abends 7 Uhr: Der ungläubige I Thom as. Vorher: Am Scheidewege.
Bekanntmachuttg.
Aufschrift der Postsendungen.
Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müffen auf denselben Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei sind namentlich folgende Punkte zu beachten:
1. Bet Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stet« an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge.
2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbezirk (0., N., NO. ic.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung „^Berlin" zu vermerken.
3. Gibt c8 mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postoerkehr als maßgebend anzufehen find, ergibt sich auS dem „Verzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Post« orte*, das zum Pt eise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder Retchs-Postanstalt bezogen werden kann.
4. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, desienungeachtet aber nicht alS allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es fich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch bet Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungm eignet fich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten bett politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmunatzort belegen ist, ober auch die Angabe von größeren Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) ic.J, ober von Gebirgen [(Harz), (Riesengebirge) rc.j Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie [(Thüringen), (Altmark), (Lausitz) re.] für ben Zweck geeignet.
6. Aus Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Postanstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an ben Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll.
6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den roentger bekannten Orten »u rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreff enbe Land bez. ber Landestbeil auf ber Senbung anzugeben.
Die Beachtung dieser Punkte wird »ur Herbeiführung einer schleunigen lleberkunst der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und ett liegt daher im eigenen Interesse ber Absenber, die Aufschriften der Sendungen hiernach genau anzuserttgen.
kirchliche Anzeigen -er evang. Gemeinde.
Die für Mittwoch den 24. angekündigte Missionsstunbe im Confirmandensaale der Johanneskircke muß verschoben werben.
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