Nr. 247 Zweites Blatt
Sonntag den 21 October
1894
Gießener Anzeiger
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Jank- und Erntefest.
Wie Manchem klingt dies Wort heute als ein fast fremder Ton ins Ohr. Ja auf dem Lande feiert man heute Erntefest. Vielleicht hat er es auch in der Kindheit mitbegangen, ehe ihn sein Lebensweg von der ländlichen Heimath fort in das Getriebe der großen Stadt geführt hat- Manchem freilich ist eS auch ganz unbekannt geblieben, wie schön, wie feierlich die Stimmung dieses Tages nach der heißen, aber auch gesegneten Erntezeit ist.
Amt und Geschäft führen unzählige Menschen jahraus, jahrein in die gleiche Schreibstube oder Werkstatt. Dem einfachen Arbeiter bringt gleichmäßig der Samstag den Lohn und oft erst über Jahre hinwartend erntet der Unternehmer die Früchte des CapttalS und seiner Arbeit. Diese Alle stehen dem Empfinden des LandmannS fern, der mit seinem ganzen Dasein und Wirken an die gottgeheiligte Ordnung gebunden ist: „So lange die Erde stehet, soll nicht aufhören Samen und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." Darum haben es auch so viele verlernt, Wollen und Vollbringen vom Herrn zu erbitten, Segen und Gedeihen ihm zu danken.
WaS gehen Gott die Etsenpreise an, denkt so Mancher, oder was kümmert er sich um die Wirkung der neuen Zoll- venräge? Und doch auch hier gilt es in allumfassender Wahrheit: „Die Erde ist des Herrn, und was darinnen ist, der Erdboden und was darauf wohnet." Auch in dem schwierigen, verwickelten Treiben des modernen Lebens kommt aller wahrer, bleibender Segen nur von ihm, und ihm sind wir darum mit all unserem Thun verantwortlich. Dank- und Erntefest verkündigt unter allen Umständen, draußen auf dem Lande und hier in der Stadt, immer wieder diese einfachsten, ursprünglichen Grundbedingungen des menschlichen Lebens.
Dank» und Erntefest, diesen Tag möchte aber auch wohl Mancher, der sich sonst lebhaft der Vortheile der Stadt rühmt, dem Landmann neiden. Denn dieser steht hier da als der Herr in seinem Hause auf eigenem Grund und Boden, er sieht und genießt die Früchte seiner Arbeit, Keines von den Seinen darf an diesem Tage Mangel leiden- wie er Golt gedankt hat für den empfangenen Segen, so thut er nun auch selbst die milde Hand auf und der Arme geht nicht ungesättigt von seiner Thüre. Hier ist noch ein Bild zu dem Psalmwort: „Wie theuer ist deine Güte, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen."
Wie anders gestaltet sich doch dem Städter dieser Tag- wie wenig eint hier noch die Menschen- wie selten genießt einer des eigenen Heims! Losgelöst von der heimathlichen Sitte droht sich oft auch die Familie zu zerspalten- auch der Fleißige lebt nur von dem, was ihm der Tag, die Woche oder der Monat bringt, er besitzt nicht den Vorrath, der die ruhige zuversichtliche Stimmung verleiht und gerne aus der Fülle den andern kann mitgenteßen lassen. Und doch lasten wir cs uns nicht rauben- auch hier gilt es, daß wir sollen traulich mit einander wohnen. Laßt unS darnach trachten, an dieiem Feiertag wie am Sonntag überhaupt dys Haus der Familie zu erhalten. Wollen wir uns doch die Stunden der stillen erquickenden Einkehr im häuslichen Kreise wahren, da wir uns auf uns selbst besinnen, auf die wichtigste Saat unseres Lebens, auf die der Liebe und Treue, von welcher es mehr gilt als von jedem anderen Unternehmen: „Werda kärglich säet, der wird auch, kärglich ernten und wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen."
Das Kirchengesangfest in Beuern.
Am vorigen Sonntag, den 14. d. Mts., haben die vereinigten Ktrchenchöre von Allendorf an der Lumda (Dirigent: Herr Adam), Beuern (Dirigent: Herr Lehrer Musch), Burkhardsfelden (Dirigent: Herr Lehrer Gerstenmater) und Londorf (Dirigent: Herr Lehrer Göltet) ihr Kirchengesangfest in der lutherischen Pfarrkirche zu Beuern gehalten.
Leider wurde die Feier nicht vom Wetter begünstigt. Wie im vorigen Jahre.zu Londorf, so hatte sich auch diesmal in den Morgenstunden bereits der Himmel mit Wolken umzogen, die sich dann in schweren Regengüssen entluden. Für die ferner Wohnenden, und wer nicht gerade ein Fuhrwerk zur Verfügung hatte, war es dadurch faß unmöglich geworden, den Festort zu besuchen. Gleichwohl waren Freunde aus Gießen und Marburg erschienen, wie nicht minder aus den benachbarten kurhe'sischen Gemeinden, namentlich aus dem Ebsdorser Grunde und selbstverständlich auch auS der nächsten Umgebung von Beuern.
Längst vor Beginn der eigentlichen Feier, die der verspäteten Hauptprobe wegen erst um */|3 Uhr erfolgen konnte, war Die geräumige Kirche mit ihren Gängen und Treppen und wo sich irgend ein Stuhl unterbringen ließ, bis in ben letzten Winkel gefüllt. Wäre das Wetter sonnig gewesen und wären sie alle gekommen, die sich bereits angemeldet hatten, so hätte die Feier kaum in der geplanten Weise gehalten werden können. So hatte,Falbs kritischer Tag
wenigstens vor weiteren kritischen Möglichkeiten bewahrt. Doppelt anerkennenswerth aber bleibt es natürlich und zugleich ein Beweis für die Anziehungskraft der Festfeiern in Beuern, daß trotz dieser Ungunst der Witterung, die in der That nicht schlimmer gedacht werden konnte, eine so große Gemeinde — unter ihnen auch Damen der hohen Aristokratie — sich feiernd zusammenfand. Die Feststimmung selbst blieb bis zuletzt gleich fröhlich und weihevoll.
Der Gottesdienst begann nach dem Gesang von „Dir, Dir, Jehovah, will ich singen" mit einem liturgisch gegliederten Altar- dienst, celcbrirt von dem Ortsgeistlichen, der überhaupt des prtester- ; lichen Dienstes am Altäre waltete, worauf die Gemeinde zwei Verse j von „Mir nach, spricht Christus, unser Held" sang. Hierauf betrat Herr Pfarrer Weber von Londorf die Kanzel und hielt eine herzliche Ansprache über Eph. 5, 19. 20, wobei er den von Herrn Pfarrer Vogel in Beuern entworfenen und ausgeführten Gedankengang des musikalischen Gottesdienstes „Christi Leben — Christen- Leben" dahin präcisirte: „Christi Weg — (mein Weg." Zum Danke gegen Gott, so führte er etwa aus, haben wir allezei .,»aß, namentlich dann, wenn wir dessen gedenken, was Christi Thun und Leben uns gebracht hat. Für einen Christen gilt es daher, denselben Weg zu gehen, den sein Meister gegangen ist: in die Tiefe, d. h. zum Leiden und Sterben — in die Höhe, d. h. zum Auferstehen und Leben. Und nun schilderte er in großen Zügen den LebenSgang des Herrn, dem er ebenso kurz den Lebensgang des Christen gegenüber; stellte und verweilte dann in besonders beweglicher Weise bet dem Wort seines Textes: Singet nnd spielet dem Herrn in euren Herzen — wie schön es sei, dem Herrn in der Kirche zu fingen, wie es aber noch schöner sei, und wie eS vor allen Dingen daraus ankomme, dies Lied im Leben zn beweisen. Mit einem kräftigen Appell an die Sänger uno Sängerinnen als Mithelfern des geistlichen Amtes, wie an die ganze Gemeinde, schloß die warm empfundene Ansprache. ES folgte ein kurzer Zwischengesang der Gemeinde und bann der musikalische Gottesdienst im engeren Sinne.
Dieser gliederte sich, wie schon angedeutet, in die beiden Theile: Christi Leben (Christi Advent, Christi Geburt, Christi Passion, Christi Auferstehuna) — Cbristen-Leben (Buße und Glaube, Leben und Lieben, Leiden und Streiten, Beten und Singen). Es kamen im Verlauf der Feier acht Chöre zum Vortrag, durchweg Choräle, die unter der sicheren und gewandten Leitung des Festdirigenten (des Herrn Lehrer Musch in Beuern) eine prächtige Wirkung erzielten. Verbunden waren die Chöre durch Schriftlesungen, unterbrochen und abgeschlossen wurden sie an vier Stellen durch Gemeindegesang. Während die Chöre felbstoerständlich a capella gesungen wurden, wurden die Responsorien und Gemeindelieder von Anfang und Schluß der Feier von der Orgel (Organist: Herr Lehrer Mer g ott in Beuern), die vier Gemetndechoräle in der Mitte dagegen von Posaunen begleitet. Hier hatte der junge, durch einige Gießener Herren vcrstärkte Posaunenchor von Beuern, der acht Tage vorher gelegentlich des Erntedankfestes zum ersten Male öffentlich aufgetreten war, auss Neue Gelegenheit, Zeugniß von seinem rastlosen Fleiße und von dem Eifer zu geben, mit dem er sich bis jetzt seiner Aufgabe gewidmet hat. Ihren Höhepunkt erreichte die gottesdienstliche Feier in der reich gegliederten Anbetung, die ebenfalls von Gemeindegesang durchflochten war. Segen und Stillgebet machten den Schluß.
Fassen wir den Eindruck zusammen, dm wir selbst von der Feier bekamen und der uns wiederholt auch von Festgästen bestätigt und ausgesprochen wurde, so müssen wir sagen: Es war ein wirklicher Gottesdienst, ben wir da erleben burften, ein Abglanz jener „schönen" Gottesdienste, wie sie der Psalmist nach Psalm 27 zu schauen begehrt. Da fügte sich Alles zusammen: Lied und Wort und Gebet, Chor und Gemeinde, Schmuck und Symbol bis herab zu ben liturgischen Wendungen und Stellungen des Geistlichen am Altäre, um ein einheitliches Ganze zu schaffen — ben musikalischen Gottesdienst. Ganz besonders erwähnt zu werden verdient die Sicherheit und Frische, mit welcher sich die Gemeinde an dem liturgischen Handeln betheiligte, wie nicht minder die wohlthuende Lebendigkeit, in der man die rhythmischen Choräle sang. Wir mußten's uns immer wieder sagen: Welch eine Sanges- freudigkeit ist doch in unseren oberhessischen Gemeinden vorhandm! und wie wartet unser Ktrchenvolk doch nur darauf, daß das rechte Wort zu ihm gesprochm wird, so werden auch in dieser Zeit der geringen Dinge Ströme neum Lebens entfesselt! — Wer hilft, mit?
Nach einer längeren Pause, die zur leiblichen Stärkung und Erquickung bestimmt war, und wobei die bekannte Gastfreundschaft der Gemeinde Beuern wieder glänzend hervortrat, tiefen die Glocken um Vi6 Uhr noch einmal zur Kirche. Es sollte eine Nachfeier statt- finden. War die Hauptfeter am Mittag in streng hochkirchlichen Formen gehalten, so trug diese Nachfeier durchaus ben Character eines musikalischen Familienabenbs, allerdings in den besonderen Schranken etnhergehenb, wie sie eben die Kirche als Ver- sammlungsarl der ganzen Veranstaltung doch immer wieder verleihen mußte. Als Organist fungitte dabet Herr Lehrer Lindenstruth aus Groß-Gerau, ein geborener Seuemer, der es meisterlich ve» stand, mit seinem Orgelspiel ein einheitliches Batid um die ganze Feier zu schlingen. Es wechselte Gemeindegesang mit Chorgesängen ber Einzelvereine, während Frau Pfarrer Volp aus Allendorf an ber Lumba die Festgemeinbe durch den wohlgelungenen Vortrag zweier Arien („Vergiß mein nicht, mein allerliebster Gott" von I. S. Bach unb „Jerusalem, bie du tödlest bie Piopheten" von Mendelssohn) erfreute. Zwischen bie einzelnen GefangesvortrSge waren zwei kürzere Ansprachen eingefügt. Die erstere hielt Herr Pfarrer Volp von Allendorf, ber dem gepredigten Wort das gesungene Wort gegenüber (teilte unb auf die Bedeutung der Kirchengesangvereine und deren Mithilfe im Gottesdienst hinwies. *.2Öir wollen nichts Neues; wir wollen nur, was man von jeher geihan hat, nämlich die großm Thaten Gottes singen. Er wies hin auf bie reformatorischen Lebens- äußerungen vor ber Reformation, wie sie Monbers im Liede (in den alten geistlichen Volksliedern, in den Liedern ber böhmischen Brüder rc.) sich zeigten unb mahnte bie Mitglieder ber Klrchen- gesangvecetne ernstlich batan, keinen Wibeispruch zwischen ihrem ©Ingen und Leben aufkommen zu lassen. Was wir fingen unb was wir leben, das muß allezeit zusammenstimmen.
Die Schlußansprache hielt ber Ortsgeistliche. Er ging aus von Ps. 24,7 und fand darin und in der Antwort von Chor unb Gemeinde:
„Sei gegrüßet, König mild!" „Zieh, du Ehrenkönig, ein!" Die Bedeutung der diesmaligen, wie der früheren, in Grünberg unb Lonborf gehaltenen Feiern. Die Kirchengesangvereine wollen JohanneSbienste thun; sie wollen Wegbereiter sein, baß ber König ber Ehren einziehe. Auch auf dem Lande fehlt es nicht an Boden, an Kraft nicht unb nicht an Begabung, Gesang unb Musik zu pflegen unb so unsere Gottesbimste zu schmücken. Nicht Concerte, auch Nicht einmal Kirchenconcerte, sonbern wirkliche Gottesbienste, musikalische Gottesbienste gilt's, ben Gemeinben zu bieten. Für diese Gottesdienste bie rechten kirchlichen Formen zu schassen: das sei hier bie befonbere Ausgabe ber vereinigten Kirchenchöre. Unb bas alles — baß ber König ber Ehren einziehe! Ein laut unb gemeinsam gesprochenes Vater Unser ber Festgemeinde, Segen unb Stillgebet machten ben Schluß.
Wenn wir heute ben Verlauf ber ganzen Feier noch einmal überblicken, so müssen wir bekennen, baß es ein reich gesegneter Tag war, ber ben Besuchern geboten würbe. Unb ein empfänglicher Boben war eß sicherlich auch, auf ben die Samenkörner gefallen sind. So war die Abendseier gleich zahlreich besucht, wie die Feier am Mittag. Sie hatte sogar, wie die Zählung später ergab, noch etliche Besucher mehr. Die Kirche hatte dabei äußerlich schon in ihrem reichen Kerzenglanz etwas Anheimelndes, wir möchten sagen: etwas Weihnachtliches an sich; unb es war gewiß nicht von ungefähr, baß der Adventston, ben ber Hänbel'sche Chor: „Tochter Zion, freue dich" gleich im Anfang ber Feier so stark anschlug, zuletzt noch einmal so mächtig laut würbe und ausklang in dem Wort be8 Geistlichen: baß ber König ber Ehren einziehe! wie in bem Lieb ber Gemeinde: Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit.
Daß ber König ber Ehren einziehe! Daran mußten wir auch gebenken, als wir in später Stunbe ben Heimweg zur Bahn mit Anderen antraten, währenb Posaunenschall unb ber Ton geistlicher Lieder durch die Stille der Nacht noch zu uns herüberdrang. Die Wolken waren längst verflogen, der Regen hatte aufgehört, am tiefblauen Himmel strahlten leuchtmd die Sterne, ber Silbermond zog feine Bahn, im Herzen aber klang es fort unb fort: „Machet bie Tbore weit und bie Thüren in ber Welt hoch, baß ber König ber Ehren einziehel"-- f
Citaratur und Kunft
— Meisterwerke der Holzschneidekunst. XV. Banb. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. WaS sie einst zu werben versprachen, ein Museum im Kleinen, baS bie hervorragendsten Werke alter unb moberner Kunst in trefflich ausgeführten Holzschnitten wicbergibi, um so bie Freube unb bas VerstSnbniß an ihnen auch in weitere Kreise zu tragen, das haben bie „Meisterwerke ber Holzschneidekunst" gehalten, ja von Jahr zu Jahr hat sich die künstlerische Bedeutung ihres Inhaltes gesteigert. In ber Hauptsache bringen sie, ben Anforderungen ber Gegenwart entsprechend, Werke namhafter neuerer Meister, die besonders auf ben internationalen Kunstausstellungen unb in ben Salons bie allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, ober ältere Werke, bie von bleibenbem Werthe sein werben, ferner Silber von ben älteren Klassikern ber Malerei, en bild) Silber aus ber Hochgebirgswelt, Sculpturen :c. Der Inhalt ist möglichst bunt unb vielseitig unb bietet so auch dem, ber auf das Gegenständliche ber Darstellung einen Hauptwerth legr, eine Fülle interessanten Auschauungsstoffes. Die Ausführung hält gleichen Schritt mit ber hochentwickelten Technik des Holzschnittes, ber in seinem Streben, malerischen Effecten gerecht zu werden, kaum noch einer größeren Vervollkommnung fähig ist. Unb so steht denn auch ihr biefjäbriger Sand mit seinen trefflich gelungenen, größtentheils zeitgenössische Kunstschöpsungen vorführenden Holzschnitten unverrückbar unter diesem Zeichen. Daß endlich die „Meisterwerke" vermöge ihrer reich mit Gold und Schwarzdruck auf Deckel und Rücken ausgestatteten P achtelnbände, eine der geschmackvollsten Zierden des Salons abgeben, erscheint zwar nebensächlich, dient aber sicher auch zur Vermehrung ihrer Beliebtheit.
— Deutscher Kaiser-Saat. Geschichte der deutschen Kaiser in Biographien von Bruno Gebhardt. Lieferung 16 bis 20. Preis je 50 Pfg. Stuttgart. Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Die uns vorliegenden Lieferungen 16 bis 20 des vorgenannten Werkes rechtfertigen wiederum unseren seiner Zeit gebrachten empfehlenden Hinweis. Es liegt hier ein vortrefflich redigirtes unb ausgestattetes Geschichtswerk vor, das im Hause jedes Deutschen einen Ehrenplatz verdient unb sich wegen seiner Billigkeil unb bequemen Beziehungsweise auch für Minberbegüterte ohne Schwierigkeit beschaffen läßt. Am Schlüsse bes Werkes wirb eine zu mäßigem Preis zu beziehende künstlerisch auSgeflattete Einbanddecke bem Ganzen die entsprechende würdige Umrahmung geben. Es läßt sich schon fitzt voraussehen, daß der Kaiser-Saal in abgeschlossener Form ein bevorzugtes Weihnachtsbuch für Jung und Alt darstellen wirb. Es fei infolge besten unfern Lesern hiermit nochmals empfohlen.
— Straußjubiläum. Unter den zahlreichen Erinnerungsblättern nimmt das der »Wiener 3Robe* eine hervorragende Stelle ein. Ferd. Groß hat den Text verfaßt, den zwei interessante Bilder illustriren. Tas eine stellt bie Dynastie des Walzeikönigs bar: Strauß selbst in verschiedenen Lebensaltern, Strauß ber Vater, Ebuard Strauß unb rer zu früh verstorbene Josef, ber unvergeßliche Komponist ber „Frauenherz"-Mazurka. Das zweite Bllb ist der anmuthigen Gattin des Meisters, Frau Adele Strauß, gewidmet. Emen ganz besonderen Reiz erhält das Blatt durch ein Autogramm des Meisters, eine Melodie aus dem „Apfelfest" auf die anmuthigen Textworte: „O blüh' für mich, o fei mir gut" und mit der Widmung: „Meiner geliebten Frau Adele." Die zahllosen Verehrerinnen deS Meisters werden der „Wiener Mode" für diese interessante Ver- öffentl.chung Dank wisten.
— »Deutscher Soldaterthort", iUuftrirte Zeitschrift für das deutsche Heer unb bie Marine. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1.80 Mk. Verlag von Karl Siegismunb. Berlin^., Mauerstraße 68. VI. Jahrgang Heft 2 erschien soeben.


