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21.3.1894 Erstes Blatt
 
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den Vertrag und erklärte schließlich ausdrücklich seine Stimm« enthaltung!

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau.

Berlin, 19. März. DerReichsanzeiger" meldet: Auf Grund eines Beschlusses des Bundesraths vom 17. März wird vom Zeitpunkte des Inkrafttretens des russischen Vertrages für die aus den meistbegünstigten Ländern ein- gehenden Maaren, ausgenommen Wein und Most in Fässern, sowie getrocknete Mandeln, von dem Ursprungs - Nachweis abgesehen.

Danzig, 19. März. Der Reichskanzler v. Caprivi traf um 5^2 Uhr mit seinem Adjutanten Major Ebmeyer, den Ministern v. Bötticher und Thielen, sowie dem bayerischen Gesandten v. Lerchenfeld hier ein und wurde vom Ober­präsidenten v. Goßler, Oberbürgermeister Baumbach, Stadt- verordneten Vorsteher Steffen und Abgeordneten Rickert em­pfangen. Das Publikum begrüßte ihn mit lebhaften Hochrufen.

Budapest, 19. März. Das Abgeordnetenhaus schloß heute die einmonatliche Generaldebatte über die Ehegesetzvorlage unter Eljenrufen.

London, 19. März. Die Kaiserin Friedrich ist heute nach Deutschland abgereist.

Rom, 19. März. DaS Gerücht, der Papst leide an der Influenza, ist unbegründet. Der Papst celebrirte heute Vormittag die Messe und empfing Nachmittags den schwedischen Kronprinzen.

Lueca, 19. März. Gestern Nacht wurde in den Wandel­gängen des Theaters Pantera eine Blechbüchse mit glim­mender Zündschnur gefunden. Die Zündschnur wurde recht­zeitig ausgelöscht und die Blechbüchse nach der Artillerie- direction zu Florenz zur Untersuchung geschickt. Fünf Per­sonen wurden verhaftet.

Depeschen deS Bureau .Herold*.

Berlin, 19. März. Der Kaiser hat heute Nachmittag die gesammte Berliner Garnison alarmirt. Die Truppen sind in der completten Ausrüstung nach dem Tempelhofer Felde ausgerückt, woselbst der Kaiser die Truppen erwartete.

Berlin, 19. März. DerRetchsanzeiger" veröffentlicht die bereits bekannten Ordensverleihungen an Staats- secretär v. Marschall, Freiherrn Thielmann, Generalconsul Lamezan, Regierungsrath Henle, Staatsrath Timiriaseff, ferner die Verleihung des Großkreuzes des rothen Adler- ordens an den russischen Finanzminister Witte, sowie wettere Ordensauszeichnungen an russische Beamte.

Berlin, 19. März. Nach derNordd. Allgem. Ztg." darf es jetzt als sicher betrachtet werden, daß der Gesandte Graf Philipp Eulenburg aus den Botschafterposten in Wien berufen wird. Als sein Nachfolger in München wird der bisherige preußische Gesandte in Hamburg, Freiherr v. Thielmann, ernannt.

Berlin, 19. März. Am 1. April tritt die neue Be­stimmung des Strafgesetzbuchs in Kraft, wonach solche Familienväter strafrechtlich verfolgt werden können, welche in der Lage sind, ihren Angehörigen den nöthigen Unterhalt zu gewähren, dieses aber nicht thun und ihre Familie der Armen­verwaltung zur Last fallen lassen.

Berlin, 19. März. Auf Grund der jüngsten kaiserlichen Anregungen ist man in den betheiligten Ministerien sehr eifrig damit beschäftigt, Pläne und Entwürfe für Canal­bauten herzustellen. Die Pläne werden dem Kaiser vor­gelegt werden.

Wien, 19. März. Für den demnächst hier stattfindenden socialdemokratischen Parteitag sind zahlreiche deutsche Delegirte angemeldet. Wie der Führer Dr. Victor Adler erklärte, werde auf dem Parteitage keinesfalls der General- strike beschlossen werden, da die Arbeiterschaft noch nicht darauf vorbereitet sei und die Noth nicht in die Schichten des Volkes eindringen dürfe.

Prag, 19. März. Der Urtheilsspruch im Prozesse gegen die Mörder Mrvas erfolgt morgen.

Budapest, 19. März. Nachts eingegangene Depeschen melden, daß trotz der eingetretenen leichten Besserung in dem Befinden Kossuths die Katastrophe jeden Augenblick zu er­warten ist.

Paris, 19. März. Der gestrige Jahrestag der Com­mune verlief ruhig. Die Polizei hatte alle Vorsichtsmaß­regeln getroffen und überall das Entfalten der rothen Fahne verboten.

Paris, 19. März. Es steht nunmehr fest, daß der Anarchist Pauvell seinerzeit Henry bei dem Dynamitanschlag in das Cas« Terminus begleitete. Als Henry verhaftet war, begab er sich sofort in die Wohnung deffelben und entwendete die daselbst befindlichen Dynamttbomben, mit welchen er als­dann die letzten Attentate ausführte.

Bordeaux, 19. März. Eine Schifferbarke wurde gestern gegen einen Felsen geschleudert, wodurch fünf in der­selben befindliche Personen ertranken.

London, 19. März. Die hiesigen An ar ch ist e n erhielten von einer Lebens-Versicherungs-Gesellschaft 200 000 Frcs. ausbezahlt- für diesen Betrag war Vaillant versichert.

Florenz, 19. März. Der Graf Falricotti, in dessen Villa Königin Victoria abgestiegen, hat den Wohlthätigkeits- anstalten die von der Königin ihm aufgenöthigte Miethe von 8000 Frcs. geschenkt. Der Graf hatte der Königin seine Villa gratis zur Verfügung gestellt.

Belgrad, 19. März. Die Ungiltigerklärung der Ehe­scheidung von Exkönig Milan und Natalie ist, wie von wohlunterrichteter Sette gemeldet wird, auf directen Wunsch des jungen Königs Alexander zu Stande gekommen. Milan hat sich durch die Bitten des Sohnes erweichen lassen und seine Zustimmung zu der angebahnten Versöhnung gegeben. Eine gleiche Nachgiebigkeit dürfte auch die Königinmutter zeigen, die zum Osterfest hier erwartet wird.

Berlin, 20. März. Der Kaiser ist heute Vormittag 8*/2 Uhr nach Abbazia abgereist.

Cocolcs rrrrd ^provinzielles,

Gießen, den 20. März 1894.

* * Kaufmännische Kranken- und Begräbuißkaffe, e. H. Die Kaufmännische Kranken- und Begräbnißkasse hielt gestern ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Dem Jahresbericht entnehmen wir, daß der Mitgliederstand durch Ab- und Zugang sich annähernd auf der gleichen Höhe des Vorjahres gehalten hat. Die Einnahmen beliefen sich auf 1685.50 Mk., die Ausgaben auf 1642.10 Mk., hiervon 706.99 Mk. Krankengeld. Das Baarvermögen der Kaffe stieg von 3373.09 Mk. zu Anfang des Geschäftsjahres auf 4906.51 Mk. zu Ende deffelben. Die Vorstandswahl, welche per Acclamation vorgenommen wurde, ergab die Wiederwahl der Herren Ernst Wiegelmann, Vorsitzender, Joseph Ehrmann, Rechner, Wilh. Wagner, Schriftführer, sowie der Herren Wilh. Köser, Chr. Haas, Jacob Jung und Karl Hosch als Beisitzer.

* * Auch die hessischen Gewerbvereine werden Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog eine prächtige Hochzeitsgabe widmen und ist die Wahl auf einen Gegenstand gefallen, welcher dem hessischen Kunstgewerbe zur hohen Ehre ge­reichen wird.

* * Der Gesammtvorstand des Allgemeinen deutschen Sprachvereins hat in seiner Sitzung am 18. März beschlossen, der Einladung des Zweigvereins Coblenz folgend, die dies­jährige Hauptversammlung aus Mitte August nach Coblenz zu berufen.

* Die Zahl der kürzlich wegen Meineid Verhafteten aus Beienheim bei Friedberg ist nunmehr auf sieben ge­stiegen. Der (hoffentlich) letzte der Verhafteten ist der Ehe­mann der Frau, welche sich in voriger Woche im Untersuchungs- gefängniß erhängte.

* * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht Carl Jacob Braunbeck aus Großbottwar vom Amtsgericht Hirschhorn wegen Unterschlagung- Commis Jakob Graser aus Darmstadt von der Staatsanwalt­schaft in Darmstadt wegen Unterschlagung- Hausbursche Heinrich Kanertz aus Wevelinghofen im Kreise Grevenbroich, zuletzt in Bingen, von der Polizeiverwaltung in Bingen wegen Unterschlagung eines 700 Mk. enthaltenden Geldbriefs - Dienst­knecht Leonhard Lang aus Weidengesäß vom Amtsgericht Fürth i. O. wegen Betrugs- Ernst Julius R etz ke aus Halle a. d. S., zuletzt in Fauerbach bei Friedberg, von der Staats­anwaltschaft tn Gießen wegen Betrugs - Ctgarrenarbeiter Carl Wilhelm Schi weck aus Paulau, zuletzt in Schwanheim, jetzt wohl in Bruchsal, vom Amtsanwalt in Zwingenberg a. d. B. wegen Unterschlagung. D. Ztg.

* * Erledigte Lehrerstelleu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichelsheim i. d. W., Kr. Friedberg, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist kein Organtsten- dienft verbunden. Eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Bensheim mit einem Anfangsgehalte von 1000 Mk. jährlich. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besitzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, Kreis Heppenheim, mit einem nach dem Dienstalter sich be­messenden jährlichen Gehalte von 10001400 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wendelsheim, Kr. Alzey, mit einem jähr­lichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist ein Thetl des Organistendienstes verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober Mombach, Kr. Heppenheim, mit einem jährlichen Ge­halte von 900 Mk. Eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Hammelbach, Kr. Heppenheim, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1100 Mk. Mir der Stelle ist Organistendtenft verbunden.

R. Reichelsheim i. d. W., 19. März. Unter dem Vor­sitze des Herrn Bürgermeisters Schmidt daher fand gestern Nachmittag eine Versammlung von Gemeindevertretern hin­sichtlich der zu erbauenden Nebenbahn NiddaEchzellFried­berg im GastbauseZur Post" statt. Es waren alle Bürger­meister der betheiligten Orte von SchottenNiddaEchzell GettenauBingenheimReichelsheim bis Friedberg, im Ganzen sechszehn Städte und Dörfer eingeladen und ziemlich zahlreich erschienen. Diesen schlossen sich noch weitere Personen an, welche zu dem früheren Comite gehörten oder sich für die Sache interessirten. Herr Landtagsabgeordneter Erk von Nidda referirte über den Stand der Angelegenheit und über seine Thätigkeit im Landtage. Es wurde allgemein betont, daß nur das Project EchzellSalzhausenNidda Beifall fände, nicht aber der Anschluß tu Ober-Widderöheim. Bei der Abstimmung ergab es sich, daß auch nicht eine einzige Stimme für letzteres Project vorhanden war. Weiter wurde beschlossen, die beiden Städte Friedberg und Schotten möchten sich der Eingabe anschließen, welche die übrigen betheiligten Gemeinden an die Staatsregierung nach Darmstadt richteten, was sofort von Herrn Bürgermeister Steinhäußer acceptirt wurde. An dem Beitritte Schottens ist nicht zu zweifeln. Von der Ge­meinde Echzell ist ebenfalls ein Bittgesuch um baldige Er­bauung der Bahn nach Darmstadt gerichtet worden, weil dorten wie imGieß. Anz." schon mehrfach berichtet wurde eine Zuckerfabrik errichtet werden soll, die aber nur dann reussiren kann, wenn sie an eine Bahnlinie zu liegen kommt. Die Versammlung beschloß weiter, die Abg. Jöckel-Friedberg, Erk-Nidda, Schönfeld-Schotten, Weith Vilbel und den Reichs- tagsabgeordneten Grafen Oriola zu ersuchen, alles daran zu setzen, daß die Linie sobald wie möglich zur Ausführung kommen möchte und zwar aus folgenden Gründen: Die Be­völkerung, größtentheils Landwirthe, kann ohne Bahn in vieler Beziehung nicht mehr mit ihren Producten con- curiren- die Bahnlinie ist rentabel, wie die Berechnungen bestätigen - durch den Bahnbau wird Verdienst geschaffen, der in manchen Kreisen fehlt. Herr Landtagsabgeordneter Erk versprach alles zu thun, was in seinen Kräften stehe, damit

die sehr gewünschte Strecke sobald als nur möglich zur Aus­führung käme und die übrigen Herren betonten, daß nicht eher wieder geruht werden dürste, als bis die Bahn fertig fefJ Von Entsendung einiger Deputationen nach Darmstadt wurde Abstand genommen.

Darmstadt, 19. März. Die Verhandlung gegen G l o tz b a ch findet am 6. und 7. April vor der hiesigen Strafkammer ftotl; es sind über 100 Zeugen geladen, darunter allein 30 auS Frankfurt.

PA. Mainz, 15. März. Elftes deutsches Bundes­schießen. In der letzten Sitzung des Festausschuffes wurde von Herrn Amtmann Braun das Programm für den Fest­zug an Händen der vorliegenden Farben-Skizzen des Herrn Architecten Sutter eingehend erläutert und, wie von dem künstlerischen Beirath, auch von dem Gesammtausschuß ein­stimmig zur Ausführung beschlossen. Der Zug wird in Costümen, Waffen und Rüstungen historisch treu durchgeführt und das Fest in würdigster Weise einleiten. Der Festaus­schuß ist auch mit der Ausarbeitung des übrigen Festprogramms beschäftigt. Einzelheiten sind heute noch nicht mitzutheilen, das aber darf gesagt werden, daß es an keinem Mittag oder Abend der Festwoche an größeren Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Festyalle fehlen wird. Das in der letzteren befindliche Podium reicht für die Mitwirkung von 600 Personen bei Monstreconcerten der Militärcapellen und großen Schaustellungen aus. Der städtische Capellmeister Herr Steinbach hat sich bereit erklärt, ein großes Concert, bei welchem die gesammte Mainzer Sängerschaar mitwirkt, zu leiten. Die Mainzer Turnerschaft, der Fechtclub, der Veloctpedclub und alle Gesangvereine haben sich für Auf­führungen großen Stils der Festleitung bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Letztere wird jedenfalls auch nicht ver­säumen, das Schönste, was Mainz fremden Gästen zu bieten vermag, ihnen zu vermitteln: eine Rheinfahrt bis zum Fuße des Niederwalddenkmals auf zahlreichen Schiffen mit der großartigen abendlichen Beleuchtung der Berghöhen, der Weingärten, der Ortschaften, Fabriken und Landhäuser, der Häfen und Rheinbrücken von Neu-Mainz. Die ersten 15 Ehrengaben im Werthe von 4650 Mark find bet dem Centralausschuß angemeldet. Der Empfangs- und Wohnungöausschuß ist tüchtig bet der Arbeit - er hat be­schlossen, nur kleinere Massenquartiere mit 6 bis 12 voll­ständigen Betten in Casinos und Restaurationen herzurichten, welche in jeder Hinsicht eine gute Unterkunft verbürgen.

Vermischtes

* Frankfurt a. M., 19. März. Der aus Oberhessen gebürtige Bureau-Gehülfe Wilhelm Becker hat zum Nachtheil der Orts-Krankenkasse für den Landkreis Frankfurt 1000 Mk. unterschlagen und die Flucht ergriffen. Das Polizeipräsidium verfolgt ihn steckbrieflich. lieber eine geheimntßvolle Fahrt meldet dasInt.-Bl.": In der Nacht zum Samsiag fuhr ein Droschenkutscher einen Herrn und eine Dame von der Zeil nach einem Hoiel im Weftend der Stadt. Am Ziele stieg der Herr aus und entfernte sich eiligst. Als der Kutscher die Dame ebenfalls zum Aussteigen veranlassen wollte, fand er sie bewußtlos im Wagen. Ein herzugerufener Arzt stellte fest, daß sie ch l o r o f o r m i r t war.

* Mannheim, 19. März. Die auf gestern Nachmittag angesetzte Feier zu Ehren der Freiheitskämpfer von 18 48 wurde von der Polizei in letzter Stunde tn Hinblick auf die begonnene Charwoche verboten.

* Nürnberg, 19. März. Im Untersuchungsgefängniß kam es zwischen brei Gefangenen zu einer Schlägerei, bei welcher einer derselben erschlagen wurde.

* Köln, 19. März. Die Polizei verhaftete heute ein Dienstmädchen, das seine Herrschaft durch Zusatz von Salz­säure zum Weine zu vergiften suchte. Das Motiv der That war Rachsucht für eine empfangene Zurechtweisung.

* Hamburg, 19. März. Auf einem im hiesigen Hasen liegenden holländischen Dampfer,Hünze", platzte das Dampfkesselrohr Der Capitän wurde getödtet.

* Breslau, 17. März. Der Schneefall im Gebirge dauert jetzt sechz'g Stunden. Der Schnee liegt durchweg einen Meter hoch. Die Bahnzüge nach Hirschberg, Schmiede­berg, Sprottau und Sagan sind im Schnee stecken geblieben. Die Maschine eines Personenzugs von Liegnitz nach Goldberg ist entgleist, jedoch Niemand verunglückt.

* Zittau, 17. März. Seit Donnerstag Abend herrscht ununterbrochen großer Schneesturm. Die hier einmündenden Bahnlinien sind fast sämmtlich durch Schneewehen unsahrbar- mehrere Züge sitzen fest- das Oberlausitzer Telephonnetz ist zerriffen und auf mehrere Tage unbenutzbar. Das Schneetreiben dauert fort.

* Aus Schlesien, 17. März. Seit gestern steckt der größte Thetl der Provinz tief im Schnee. Die Landschaft bietet ein echt winterliches Bild, doch wird bei der m laen Temperatur der Schnee nicht lange lagern. Die überreichen Schneemassen in vielen Orten der Provinz haben allerlei Verkehrsstörungen herbeigeführt. In Breslau schneite es wohl an 20 Stunden unaufhörlich- hier wurden viele Ständer der Fernsprechleitungen durch die Schwere der Schneelast umgebrochen und mehrere hundert Leitungen zerstört. Ueberall erheben sich auf den Straßen mächtige Schneehügel, zu deren Abräumung und Abfuhr eine große Menge von Arbeits­kräften und Fahrzeugen nöthig sein wird. In Görlitz sind im städtischen Park seltene Ziersträucher geknickt und ver­nichtet. Die Verbindung zwischen Görlitz, dem Mittelpunkt des Oberlausitzer Fernsprechnetzes, und den einzelnen Städten ist gestört, da die Leitungsdrähte vom Schneesturm aus­einander gerissen worden sind. Auch die alte Töpferstadt Bunzlau weist so hohen Schnee auf, daß die Straßen kaum zu begehen sind. Am ärgsten hat der Schneesturm aber im Hirschberger Thale gewüthet. Zunächst ist die Stadt Hu sch - berg selbst betroffen worden. Wie derBote aus dem Riesengebirge" meldet, ist die Größe des Schadens noch nicht ganz zu übersehen. An vielen Orten hingen die zerissenen