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21.1.1894 Drittes Blatt
 
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We Anzeigen.

ier Cincertverein.

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Nr. 17.

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Drittes Blatt. Sonma« den St. Januar

Gießener Anzeiger

Kmerat-Iinzeiger.

Gierteljitzrigec >te*amnrt»vr** 2 «art 20 W». W- vrlngrttohö. Diu* die Po» b<HF 2 «er! 50 W|

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Arnts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.

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.Feuilleton.

Das Amulett.

Eine Pferdegeschichte von Th. MülleroPlattensteiner.

(Fortsetzung.)

v. Kronen überlief bei diesem Anblick ein leichtes Frösteln, in der nächsten Secunde aber schoß ihm das Blut zu Kopfe. Das wäre noch schöner, sich von dieser Bestie ins Bocks­horn jagen zu lassen ... . da her mit George, Dämel­mann !"

MZu Befehl, Herr Oberstlieuteuant ... der Zucker ist aber nicht mehr nöthig, das Fräulein hat heute Morgen schon gehörig gefüttert."

So, die Male ... na, er soÜ den auch noch haben und nun auf!"

v. Kronen saß und George machte wie es schien zu Ehren des heutigen Festes seinen allerschönften Buckel. Wenn der Oberstlieutenant bisher durch die Erhabenheit und Unbequemlichkeit seines Sitzes, wie schon angedeutet, veran­laßt wurde, sich auf dem Rücken eines Dromedars zu wähnen, so constatirte er heute mit dem Humor des Galgens, daß er, zur Heranziehung eines Vergleiches mit seinem heutigen Sitze, die Heimath obgenannten» nützlichen Thieres weiter frequentiren konnte, denn er hatte ungefähr das Gefühl, auf dem Gipfel einer der Pyramiden von Gizeh Platz genommen zu haben. Sanfter Wadendruck sollte nun George in Gang bringen, brachte ihn aber nicht. Deßhalb bekam der Oberst- lieutenant wieder einen rothen Kopf und George im nächsten Moment ein paar tüchtige Sporen. Jetzt gings los. Erst kam eine Lancade, die nicht von schlechten Eltern war, und es kam Kronen sehr zu Statten, daß er, seiner Gepflogen­heit in der letzten Zeit gemäß, insgeheim einen tüchtigen Schopf Mähne unter die losen Zügel geschmuggelt hatte. Gleich darauf folgten ein paar Bocksprünge. George schnellte seinen Herrn, der doch ein anständiges Gewicht hatte, wie eine Feder aus dem Rücken in die Höhe, aber der Mähnen­schopf hielt fest und v. Stronen plumpte mit vollem Gewicht

auf den Sattel zurück . . . beim zweitenmale war es, wie wenn George von irgend etwas Plötzlich in starres Erstaunen versetzt würde, er stand wie perplex und ließ ein tiefes Stöhnen hören und als v. Kronen mit dem Muthe der Ver­zweiflung noch ein paar Sporen riskirte, war der darauf­folgende Bocksprung bet Weitem nicht mehr so energisch wie die ersten und als v. Kronen abermals mit vollem Gewicht in den Sattel zurückfuhr, war Georges Stöhnen noch in­tensiver, es beliebte ihm, auf einmal ruhig anzugehen, v. Kronen rutschte zurecht, angelte sich die Bügel wieder, entlockte seiner Cigarre, welche er krampfhaft festgehalten hatte, eine mächtige Wolke Dampfes und verließ mit ziem­licher Haltung den Hof. Hätte er seine Angehörigen durch die Gardinen beobachten können, so würde er gesehen haben, daß alle beide vor Aufregung blaß geworden waren, daß aber das Töchterlein, jetzt nach überstandener Gefahr, eine sehr zuversichtliche Miene annahm, wie wenn sie sagen wollte: Ich wußte es bestimmt, daß George nachgeben mußte, ich habe es nicht anders erwartet."

George Brown ging indessen mit für den Oberstlieure- nant, der !sich schon darauf gefaßt gemacht hatte, eventuell wegen Rippenbruches der so erhabenen Feier fernbleiben zu muffen, geradezu unfaßbaren Willfährigkeit den bekannten Weg entlang. Die natürliche Folge war, daß v. Kronen der Kamm bedeutend schwoll, er trieb George Brown zum Trabe an.

George wedelte merkwürdig rasch mit dem Schweife und v. Kronen hatte, je länger er trabte, immer mehr das Gefühl, bequemer zu sitzen. Der Rücken Georgesgab nach", sein Hals hob sich aus den Schultern, der Kopf kam allmälig in die Senkrechte, die ganze Maschine ins Gleich­gewicht und als der Oberstlieutenant einen Laden passirte, dessen Etsenrouleaux gerade hochgezogen wurden, konnte er in den Spiegelscheiben ein Bild erblicken, das er schon lange nicht mehr gesehen hatte: Sie machten beide wieder Figur!

Lawinenartig wuchs der Muth des Oberstlieutenants und George Brown mußte daher heute Manches bezahlen, was er seit geraumer Zeit auf dem Kerbholze hatte. Schwitzend kamen sie im Kasernenhofe an, in dem das Regi­

ment, schon aufgestellt, den Commandeur erwartete. Krone» empfing die Meldungen der Bataillonscommandeure und da noch ein paar Minuten Zeit bis zur Ankunft des Regiments- commandeurs übrig blieben, so konnte er es sich nicht ver­sagen, dem Regiment etwas vorzureiten. Und das Regiment sperrte Mund und Augen auf v. Kronen that heute mit George, was dieser früher mit ihm gethan hatte nämlich was er mochte, und als nun der Commandeur in den Kasernen­hof ritt, da rasete ihm o. Kronen mit solcher Verve entgegen, daß jener sein Pferd herumwarf, weil er glaubte, George ginge durch und wollte ihn mitnehmen, v. Kronen aber parirte auf den Hanken, daß George wieder aus tiefster Brust aufseufzte, machte seine Meldung und schnurrte vor die Mitte des Regiments zurück, daß Kies nnd Funken stoben und der Commandeur kopfschüttelnd hinter ihm drein sah. Dan« marschirte das Regiment unter klingendem Spiele ab und durch die Straßen der Stadt seinem Ziele, dem Exercier- Platze, zu.

v. Kronen war in großartig gehobener Stimmung. Dieser Triumph und an diesem Tage! Heute konnte nichts krumm gehen. Nur Eines ließ ihm keine Ruhe, er grübelte auf dem ganzen Wege darüber nach, wie es nur gekommen sein könne, daß George nun auf einmal klein beigab? Und er gabs heidenmäßig billig, dieser George schon zweimal hatte Kronen die Gurte anziehen lassen müssen, so schlank war der Gaul geworden, und dabei dieses erbarmungswürdige Stöhnen ... er konnte nur an einenKunstgriff" denken, den er plötzlich unbewußtlos" bekommen haben müsse, s» recht von Herzen glaubte er freilich nicht daran nun, war dem wie immer, für jetzt genügte die Thatsache.

Nun seh'n Sie mal diesen Kronen," sagte Seine Excellenz, als derselbe mit seiner Suite zur festgesetzten Stunde auf dem Plane angekommen war und das Regi­ment, welches in Paradestellung stand, schon auf große Entfernung kritisch musterndhat sich in der zwölfte» Stunde doch noch besonnen- famoses Pferd, was er d« unter sich hat schöne Haltung."

(Schluß folgt.)

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für fr. Chopin.

(102. Vereinijnhr)

-.den 21. Januar 1894.

Abends 5 Uhr, des Gesellsohaftsvereüu unter Leitung

, Universität; - Mißikdirecton lerrn Adolf Felchner

und Mitwirkung in Mina Bode aus Frankfurt ler Mias Mabel beyton au. .ondtm (Pianoforte)» durch auswärtige Künstler rkten VereinsurchesteR. X? Herr»Irantmao aus Frankfurt a.R.

-

Programm-

ure zur Oper

intbeLfür gro- y Weber. «h*r.

joncert m , Spohr, 'kleine >'achl'

(für Streich- Mozart.

« 1L ionen «in von Fe?801 ' j. ßrahrni. ^frurVio-H.Yieuxtem^ arie?LQe und " jen6 Hub»- iir pianof. '

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totale» und provinzielle,.

* Reiskirchen, 19. Januar. Die gestern stattgehabte Bau-, Nutz- und Werkholzversteigerung fiel recht günstig aus. Es wurden im Vergleich zu den früheren Jahren beinahe die doppelten Preise gelöst. Das Festmeter stellte sich auf 18 bis 20 Mk. Recht viele flott bietende Steigerer, unter anderen auch solche aus dem Kreise Wetzlar, waren erschienen. Die erst vor drei Jahren für vieles Geld angekauften Schafheerden mußten wegen der aufgetretenen Räude zum Abschlachten für geringere Beträge abgesetzt werden. Infolge dieses neuen Verlustes dürfte manchem Schafliebhaber die Freude an der unter solchen Umständen allerdings unrentablen Schafzucht gründlich vergangen fein.

§ Grünberg. 19. Januar. Die hiesige Spar- und Lethkasse, welche in jedem Jahre namhafte Beträge für humanitäre und der Volkswohlfahrt dienende Zwecke in lobens- werther Bereitwilligket verwilligt, hat auch in diesem Jahre wieder auf ihrer letzten Hauptversammlung für solch edle Zwecke beträchtliche Summen ausgeworfen. Vor Allem gewährt die Kasse die Mittel für die Verpflegung von 20 armen, serophulösen Kindern des Bezirks in dem Elisabethhaus zu Bad-Nauheim. W'e sehr man gerade hiermit einem Bedürsniß entgegenkommt, das zeigen deutlich die alljährlich eingehenden Gesuche Seitens Eltern von kranken Kindern, denen die Be­streitung der Verpflegekosten aus eigenen Mitteln zu schwer fällt. Weiter sind Beträge eingestellt für die Ausbildung von Jndustrielehrerinnen des Bezirks, für Unterstützungen der Gemeinden, für ärztliche Bemühungen und für Prämien zur Belohnung von Dienstboten, die fünf Jahre lang ununterbrochen in treuem Dienst bei einer Herrschaft zu­gebracht.

Ruppertenrod, 19. Januar. Wie wenig lucrativ sich gegenwärtig die Bildung einer Dampfdreschmaschinen- Genossenschaft erweist, das zeigt evident das Geschäft einer solchen Genossenschaft hiesiger Gemeinde im verflossenen Jahre. Dieselbe hatte vor drei Jahren eine Dampfdresch­maschine im Betrage von 8000 Mark angeschafft. Die Con- currenz, fast jede Gemeinde ist im Besitz einer Dampsdresch- maschine, sowie die überaus schlechte Ernte verursachten eine solch geringe Einnahme, daß jedes der 20 Mitglieder be­tragenden Genossenschaft aus eigener Tasche einen Betrag Den 6 Mark zulegen muß, damit den eingegangenen Verbind­lichkeiten nachgekommen werden kann. Möge dieses Resultat

anderen Gemeinden zu dem jetzt allzu emsig betriebenen An­kauf von Dampfdrefchmaschinen eine nicht mißzuverstehende Lehre sein.

Vermischtes.

* Der junge Schulmann au seinen Vater. Sangesweise: An den Rhein, an den Rhein.

Studire nur ja nicht Philologie!" Wie gut war, Vater j dein Rath. Zwar bin ich längst der Doetor der Philosophie, doch immer noch Candidat.

Wohl hab' ich studirt mit großem Fleiß Deutsch, Griechisch, Geschichte, Latein- in ©Üttingen ward mir ein erster Preis, und ein glänzendes Zeugniß ist mein.

Doch die Schule, sie ward indeß reformirt, nicht bedarfs mehr der Classieität. Das Moderne allein und das Turnen regiert, ich merk es wohl, ich kam zu spät.

Ich begriff meine Zeit. Und ich turnte und schwamm, und mir wurden die Glieder gedehnt, und es zeigten die Muskeln sich hinreichend stramm, und die Fäuste genügend besehnt.

Hygieine, Methodik studirte ich fromm alsEleve" frisch fröhlich und frei, und erwarb in Berlin mir das Lehrerdiplom für Schwimmen und Turnerei.

Französisch und Englisch trieb ich darauf, theoretisch und praetisch dazu, übersetzte ins Englische Schiller und Hauff, las Montesquieu, Michaud, Sardou.

Der Gröber'sche Grundriß ward tüchtig benutzt nebst Körtings Encyclopädie- auch trieb ich, nachdem ich den Schnurrbart gestutzt, vor dem Spiegel Lautphysiologie.

Zwar Anfangs glich einer Salzgurke bloß der Zunge Elastieität. Doch fühl' ich mich heute als halber Franzos', seitdem der Nasal mir geräth.

Ich war zwei Monate darauf in Lausanne und einen Monat auf Wight, und erwarb in Französisch und Englisch mir dann die mittlere Lehrfähigkeit.

So hab' ich's zur Zweidrittel-Hilfskraft gebracht mit neunzig Mark Monatsgehalt. Und ich habe bis Ostern an Dienstjahren acht und bin vierunddreißig Jahre alt.

Was soll nun studiren Dein Filius? O Vater, berathe Du ihn, ob Eleetrotechnik, Chemie oder Jus, ob Vetertnärmediein?

Es summt mir, ach immer die Melodie, o lieber Vater,

vor'm Ohr:Mein Sohn, studire nie Philologie!" O Vater, was war ich sür'n Thor!"

(Pädagog. Wochenbl.)

Citeratar unb Krtnft.

Die EleetrieitLt im Dienste der Menschheit. Eine populäre Darstellung der magnetischen und electrischen Naturkräfte und ihrer practischen Anwendungen. Nach dem gegenwärtigen Stand­punkte der Wissenschaft bearbeitet von vr. A. Ritter v. Urbanitzk». Mit circa 1000 Abbildungen. Zweite vollständig neu bearbeitete Auflage in 25 Lieferungen ä 50 Pf. Bisher 6 Lieferungen ausge­geben. Der Inhalt des vollständigen Werkes wird kurz zusammen­gefaßt folgender sein: In kurzen Zügen ein allgemeiner Ueberblick über den Gang, welchen die Erforschung der Electricität und des Magnetismus genommen hat; hierauf folgen die Erklärung der magnetischen Grunderscheinungen, die Erzeugung und Wirkungen der Magnete, die Besprechung des magnetischen Feldes und der Kraftlinien und hieran reihen stch die wichtigsten Angaben über den Erdmagnetismus. In einem nächsten Abschnitte gelangen die Er­scheinungen der durch die Reibung und Influenz erregten Electricität zur Darstellung und finden auch die electrischen Erscheinungen in der Natur vollständige Berücksichtigung. Entsprechend ihrer hervor­ragenden Bedeutung werden dann die Erscheinungen und Gesetze, welche sich auf den galvanischen Strom und die Jnduction beziehen, ausführlich dargelegt und hieran ein fast ganz neu bearbeitetes Eapttel über die Electricttät im Thier- und Pflanzenreiche angeschlossen. Hiermit endet die erste Abtheilung des Werkes, welche die theoretische Grundlage für das Verstandniß der folgenden Abthellungen zu bilden hat. Die zweite und dritte Abtheilung sind der Eleetrotechnik im engeren Sinne gewidmet, und zwar bllden hierbei die Erzeugung, Umwandlung und Leitung electrischer Ströme die zweite und die practischen Anwendungen die dritte Abtheilung- als solche sind hauptsächlich zu bezeichnen: Electrtsches Licht, Electrochemte und Galvanoplastik, Electricität als bewegende Kraft, Telephonie, Tele­graphie und Signalwesen und andere Anwendungen der Electticttät. Ferner findet der Schutz gegen schädliche Wirkungen der Electticttät entsprechende Berücksichtigung. Um das Verständniß des vortreff­lichen, vollkommen auf der Höhe der Wtssenichast stehenden Textes möglichst zu erleichtern, hat die Verlagsbuchhandlung (A. Hart­lebens Verlag, Wien) demselben zahlreiche, sorgfältig ausgeführte Abbildungen beigegeben.

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