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Siebe», den 16. Juli 1894.
*♦ Brandstiftung? In der Nacht vom SamStag auf Sonntag wurde in der Hofraithe des Wirths Schmidt in der Wolfstraße ein dort lagernder Haufen Brennholz, meistens Reisigwellen, in Durand gesteckt. Ein der Brandstiftung dringend verdächtiger Arbeiter von hier wurde alsbald auf der Brandstelle verhaftet.
** Diebstahl. In der Nacht vom 14. auf 15. d. Mts. wurde aus einer Wirthschaft in der Grünbergerstraße ein Schinken gestohlen. Der bis jetzt noch unbekannte Dieb ist über das Spalier in den Hof gestiegen, hat durch den oberen, offen stehenden Fensterflügel hindurch auch den unteren Flügel zu öffnen verstanden und ist durchs Fenster in das Wtrthszimmer gelangt. Da der Wirth kluger Weise die Kaffe mit in sein Schlafzimmer zu nehmen Pflegt, ist dem Dieb, obschon er den Pult und alle sonstigen Schubfächer einer gründlichen Durchsuchung unterworfen, nur der auf der Theke liegende Schinken zur Beute gefallen.
** Unter Mitnahme der Kleidungsstücke seines Schlas- collegen verschwand vorigen Sonntag ein hier beschäftigt gewesener fremder Erdarbeiter.
** Orchester-Verein. Auf Anregung von Kunstfreunden hat der Vorstand des Orchester-Vereins beschlossen, auch passive Mitglieder aufzunehmen. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl Herren hat sich auch gern bereit gefunden, den rasch aufblühenden Verein durch ihren Beitritt zu stützen und zu kräftigen. In Rücksicht auf das Darmstädter Musikfest, bet welchem eine Anzahl activer Mitglieder als Sänger mitwirkten, wurden zwei UebungSabende ausgesetzt, am Dienstag den 17. Juli jedoch werden dieselben wieder ausgenommen und ist ein guter Besuch sehr wünschenswerth, da ein neues Werk zum Einstudieren aufltegen wird.
** Rudersport. Der 15. Juli, bezw. die große internationale Jubiläums-Regatta auf der Alster in Hamburg, brachte der Gießener Ruder-Gesellschaft durch Herrn Alb. Rübsamen einen ebenso seltenen als glänzenden Erfolg. Von befreundeter Seite, von Augenzeugen des beispiellos harten Kampfes um den deutschen Meister-Titel, welchen Süddeutschland durch seinen würdigsten Vertreter, den seitherigen Meister vom Rhein, Herrn Rübsamen, gegen die bedeutendsten Skuller Norddeutschlands, Herren Paul Schop« mann, den Meister von Hamburg und W. Klebahn, dessen nahezu ebenbürtigen Gegner vom Bremer Ruder - Verein, in Hamburg am Sonntag Mittag ausfocht, gingen der Gießener Ruder-Gesellschaft folgende, in Original uns vorliegende Telegramm zu: „Rübsamen, Meister von Deutschland, nach scharfem Kampfe gesiegt. Fan^g sdorf (Ruderclub „Favorite-Hammonia") (Hamburg"- Ferner: „Rübsamen eine Länge gegen Schopmann gewonnen, Klebahn dritter, gratulire,- Buschmann (Hamburger Ruder-Verein)". — „Albert Rübsamen glänzend gewonnen, fast ganze Bahn geführt. Wtndecker".|— Glückwunschtelegramme gingen u. A. ein von dem Ehrenvorsitzenden der Gießener Ruder-Gesellschaft, Herrn Jean Kirch, welcher zur Kur in Bad-Ktssingen weilt: „Hurrah! meiner lieben RudergSsellschaft herzlichsten Glückwunsch! Kirch", und von dem hervorragendsten süddeutschen Verein, der Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania": „Herzlichste Gratulation zum glänzenden Erfolge. Frankfurter Germania". — Die vom Deutschen Ruder Verbände im Jahre 1887 sür den jeweiligen Meister von Deutschland gestiftete goldene Halskette mit Brtllantstern, welche Herr Rübsamen mit dem Meistertitel am Sonntage errang, war 3 Jahre im Besitze der Frankfurter „Germania", ein Jahr im Besitze des Ruderclub „Favorite Hammonia" in Hamburg und während den letzten beiden Jahren im Besitz des Ruderverein „Sport- Germania" in Stettin. — Daß ein verhältnißmäßig kleiner, in vielen Beziehungen mit bescheidenen Verhältnissen rechnender Verein, wie die Gießener Ruder-Gesellschaft, nicht nur einen' Bewerber, sondern einen Sieger in diesem hervorragendsten Ruder-Wettkampfe zu den ©einigen zählen darf, das dankt dieselbewohl.in der Hauptsache Herrn Rübsamen selbst, zum großenThetle jedoch auch derEinwohnerschaft Gießens, bezw. ihren zahlreichen unterstützenden Mitgliedern, welche dem edlen Rudersporte von Tag zu Tag größere Sympathien und Gunstbezeugungen zu Theil werden lassen. An sichtbarem Ausdruck derselben bei der Gießener Regatta am 22. Juli, wenn der Meister von Deutschland seinen prächtigen Schlag im Lahnpokal-Rennen durch die hiesige Regattastrecke ziehen wird, dürfte es demnach gewiß nicht fehlen. Wir wollen es hoffen und wünschen!
** LaudwirthschaftlicheS. Da in diesem Jahre wegen vorgerückter Jahreszeit dies nicht mehr thunlich erscheint, soll im^nächsten Jahre eine gemeinschaftliche Generalversammlung der drei landwirthschaftlichen Provtnzial- vereine in Oberhessen ftattsinden und dem landwirtschaftlichen Verein der Provinz Oberhessen anheimgegeben werden, eine landwirthschaftliche Landes- oder Provinzial-Ausstellung damit zu verbinden.
** Ausstellung. Am 29. und 30. September d. I. findet in Wetzlar eine Saatgutausstellung (Saatmarkt), verbunden mit einer Molkereiausstellung statt, wobei zugleich die Resultate der von den Schülern der landwirthschaftlichen Winterschule gemachten Versuche mit ausgestellt werden. Da im Kreise Wetzlar bis jetzt keine Molkerei existirt und auch keine Milchcentrifuge arbeitet, dürfte die Ausstellung von Molkereigeräthen und Molkereiproducten von besonderem Interesse sein. Anmeldungen sind an den Director der landwirthschaftlichen Winterschule Herrn A. Uhode in Wetzlar zu richten, der auch zu^jeder weiteren Auskunft gern bereit ist.
•* Von einem schönen Samariterwerk unseres Großherzog, lichen Paares weiß das „Evangel. Sonntagsblatt" zu erzählen. Als der Großherzog und die Großherzogin am 4. Juni d I ' umrauscht von dem Jubel der Bevölkerung in Auerbach
einzogen, gewahrten dieselben ein krankes Mädchen, das sich auf andere stützte. Das erst 16 jährige Mädchen leidet an hochgradiger Lungenschwindsucht, an welcher seine Schwester bereits gestorben ist, und hatte den innigsten Wunsch, im „Elisabethenstift" in Darmstadt Aufnahme zu finden. Es befand sich bet seinen gänzlich verarmten Eltern im Armenhause zu Auerbach und erhielten die Großherzoglichen Herrschaften während ihres Aufenthaltes im Auerbacher Fürstenlager Kenntniß von dem Wunsche der armen Kranken. Darauf ward das Diakonissenhaus in Darmstadt benachrichtigt, daß Se. Kgl. Hoheit der Großherzog für alle durch die Verpflegung des kranken Mädchens erwachsenden Kosten aufkomme und hielt an einem Nachmittag ein von Sr. Kgl. Hoheit gesandter Wagen vor dem Auerbacher Armenhaus, um unter der Fürsorge einer Diakonissin das schwerkranke Mädchen in das ^Elisabethenstift" nach Darmstadt zu bringen. Gott segne unser edles Fürstenpaar!
*♦ Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Friedberg: Georg HieronimuS, Georg Mahr, Georg Kreß, Johannes Thaler, Johannes Gail, Werner Graulich, Georg Kautz, Johann Heinrich Hofmann, Andreas Flohr, Heinrich Schmidt, Ludwig Schmidt, Johannes Rupp, Heinrich Heidt, Johannes Koob, Karl Dietrich, Fritz Rausch, Wilhelm Schmidt, Georg Emmrich Hanstein.
** Stenographisches. Das preußische Cultusministerium dürfte nach dem Vorgang in andern deutschen Staaten nunmehr auch, wie officiös verlautet, an die Einführung der Stenographie als facultativen Lehrgegenstandes in die höheren Lehranstalten in Preußen herantreten. Die „Berl. Pol. Nachr." theilen mit, daß sich neuerlich gewichtige Stimmen im Ministerium dafür ausgesprochen haben. Baiern und Sachsen kennen diesen Unterrichtsgegenstand in den bezeichneten Schulen schon seit langer Zeit, Baden hat ihn kürzlich einzuführen beschlossen und Württemberg hätte voraussichtlich das gleiche gethan, wenn nicht das Parlament so frühzeitig auseinandergegangen wäre. Alle vier Staaten haben oder wollten das Gabelsberger'sche System einführen, und es ist keine Frage, daß, wenn Preußen dem gegebenen Beispiele folgen sollte, es der Einheitlichkeit wegen das gleiche System wählen müßte.
** Bei der Beföröerung der Reservisten nach ihren refp. Heimathsorleu wird in diesem Herbst ein neuer Modus Platz greifen, und zwar ähnlich wie bei der Einziehung der Rekruten, durch Centralisation der nach bestimmten Gegenden abzuschickenden Reservisten, welche dann in großen Trupps mittelst Extrazügen ihrer Heimath resp. der Provinz-Hauptstadt zu- geführt werden. So werden z. B. beim Gardecorps die Reservisten brigadeweise in Berlin zusammengezogen und durch Extrazüge nach Hannover, Köln, Königsberg, Breslau rc. befördert. Das Gleiche soll dann auch, nachdem dieser Modus zunächst bei der Garde auf seine Zweckdienlichkeit hin geprüft worden ist, bei den anderen Armeecorps im nächsten Herbst stattfinden.
** Jagdwaffenp'äffe. Nach einer im Regierungsblatt erschienenen Verordnung beträgt vom 15. Juli ab der Preis für einen Jagdwaffenpaß 20 Mk. pro Jahr (seither 12 Mk.), doch können auch an Reichsangehörige, die im Groß- herzogthum weder Wohnsitz noch dauernden Aufenthalt haben und sich im Besitze eines von einer anderen deutschen Staatsbehörde auf ein Jahr ausgestellten und noch gültigen Jagdwaffenpaffes befinden, auf ihr Verlangen Jagdwaffenpässe auf sieben unmittelbar aufeinander folgende Tage ausgestellt werden. Der Preis für einen solchen Paß beträgt 5 Mk. Die Pässe werden von den Kreisämtern ausgestellt nach Einsendung des entsprechenden Geldbetrages. Die seither ausgestellten Jagdwaffenpässe bleiben bis zu dem Zeitpunkt ihres Ablaufens in Gültigkeit.
R. Wieseck, 15. Juli. Das 32 jährige Stiftungsfest des Turnvereins kann sich den vorhergegangenen würdig anreihen. Um 3 Uhr bewegte sich der Fcstzug durch den Ort, dem Zuge voran fuhr der neugegründete Radfahrverein mit prachtvoll geschmückten Rädern. Es folgten sodann die Freiübungen der Turner und hierauf begann das Preisturnen. Es wurden recht schöne Resultate erzielt, der Besuch war sehr zahlreich und werden sich alle Thetlnehmer hoffentlich gut amüssirt haben. Der Festplatz (Karl Dorfelds Garten) war prachtvoll decorirt.
§ Bermuthshain, 13. Juli. Ein hiesiger 18 jähriger Taglöhner und Waldkulturarbeiter hat ein Fahrrad erfunden, welches ganz aus Holz besteht. Das Rad kann billig hergestellt werden und soll nach Mittheilung von Augenzeugen sehr gut laufen. Der Erfinder hat nie als Wagner oder dergleichen gearbeitet, aber schon practische Neuerungen an einer Feuerspritze ausgeführt, sowie einen Weck-Apparat hergestellt.
Vermischtes.
* Aus Thüringen wird berichtet: Die Ehefrau des Zimmermanns Hentschel in Hohnbach bei Colbitz, die einen Weg nach dem Wochenmarkl gemacht hatte, fand bei der Heimkehr ihr l*/zjährigeS Mädchen im Garten bei einem dort in der Nähe befindlichen Bienenstock auf dem Gesicht liegen, alle von Kleidern freien Körpertheile von Bienen vollständig bedeckt. Die Mutter hat zwar daS bewußtlose Kind, das von den Bienen durch Stiche schrecklich zugerichtet worden war, so daß einzelne Körpertheile durch das massenhaft eingedrungene Bienengift fast schwarz aussahen, zunächst inS Wasser gebracht, um das unglückliche Kind von seinen Peinigern zu befreien, aber trotz der sofort angewandten ärztlich verordneten schmerzstillenden Mittel ist daS Kind noch im Verlaufe desselben Tages seinen großen Qualen erlegen.
* Berlin, 15. Juli. Lebendig begraben. Ein Verbrechen, wie es scheußlicher nicht geplant werden kann, ist im letzten Augenblicke durch die Aufmerksamkeit zweier Männer noch glücklich verhindert worden. Am Samstag Nachmittag gegen 3 Uhr hörten zwei Männer im südlichen Theile des
FriedrichShams das allmählich schwächer werdende Geschrei eines Kindes, das schließlich so dumpf klang, als ob eS aus der Erde hervorkäme. Sie gingen dem Schalle nach und fanden hinter einem Gebüsche frisch aufgeworfene Erde, die leise Bewegungen zeigte. Die beiden Männer gruben sofort mit den Händen die Erde auf und fanden bald ein neugeborenes Kind weiblichen Geschlechts, das noch Lebenszeichen von sich gab. Der eine Mann wickelte die Kleine in seine Schürze und lief nach der nahegelegenen Polizeiwache, von wo das Kind sofort dem Krankenhause am Friedrichshain zugeführt wurde. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Kind eines qualvollen Todes gestorben wäre, wenn nicht die beiden Männer in der Nähe des Thatortes sich aufgehalten hätten. Den Thäter oder die Thäterin haben die Retter des Kindes nicht gesehen- noch fehlt jede Spur.
* Königsberg i. Pr., 14. Juli. In der Ortschaft Wid- minne n an der ostpreußischen Südbahn wurden 37 Gebäude durch eine Feuersbrunst eingeäfchert. 44 Familien sind obdachlos. Ein Hilfscomitö fordert in einem Aufruf zur Unterstützung der Betroffenen auf.
* Ein Rollfchuhläufer auf dem Asphaltboden der Leipzigerstraße war neulich die auffallendste Erscheinung im öffentlichen Verkehrsleben Berlins. Daß es sich um eine neueste Re- clame handelt, ist natürlich. Während der Rollschuhläufer geschickt seine Kreise zieht, vertheilt er Empfehlungen. Der Rollschuh dürste demnach nicht mehr allein zu Sportzwecken dienen, sondern auch für allgemeine Bedarfszwecke, zum schnelleren Fortkommen auf dem Lebenspfade, in Anwendung kommen.
* Eine verrückte Idee wurde in einer der letzten Nächte in der Friedrichsstraße in Berlin ausgeheckt. Sie kam folgendermaßen zu Stande: Es faß in einem WirthShause eine höchst angeregte Gesellschaft beisammen. Man sprach von allem Möglichen und endlich kam das Thema auch aus das Rennen. Von diesem bis zum Distanzmarsch und -ritt ist nur ein Schritt. Da meint denn Plötzlich Einer aus dem feucht-fröhlichen Kreise, daß dergleichen wohl schon zu Zeiten des weisen Rabbi Ben Akiba dagewesen wäre, neu dagegen und wirklich fin de siede sei doch einzig nur daS — „Distanzkriechen". Diese Idee fand sofort allgemeinen Anklang und vier der Muthigsten erklärten sich bereit, an einem „Wettkrtechen um die Meisterschaft von Berlin" sich zu be- theiligen. Schnell wurden einige Preise ausgesetzt, als „Start" die Leipzigerstraße und als „Ziel" die Säule am Belle-Allianceplatz gewählt. Die Kneiperei dehnte sich bis 4 Uhr Morgens aus, dann begab sich die gesammte Gesellschaft zum „Start". Auf ein gegebenes Zeichen wurde „abgekrochen". Von der ganzen Gesellschaft unter lautem Jubel begleitet, wurden die auf Händen und Füßen kriechenden Renner von Staub und Schmutz der Straße arg mitgenommen. Zuerst ging es sehr gut, doch schon nach kurzer Zeit versagten die Kräfte und zwei gaben das Kriechen auf. Die anderen krochen weiter, kamen aber auch nur bis zur Puttkamerstraße. Dann knickten sie ein, erhoben sich und verzichteten auf den Preis. Die Hände waren ob der ungewohnten Arbeit tüchtig zerschunden, die Hosen zerrissen, die Kehlen vom Staube ausgetrocknet. Der letztere Schaden war jedenfalls der gefährlichste und mußte schleunigst noch durch einige Glas Bier notdürftig geflickt werden.
* Station Ordiuair., Dieser Tage erschien am Bahnhofe in Reichenhall ein Kurgast aus Ungarn und sprach zum Schalterbeamten: „Hat, geben Sie mir Billet dritter Klasse." — „Wohin?" fragte der Beamte. — „Jstenem, hob ich vergessen Station, hm, klingt so wie orbtnalr und ist hier in der Nähe I" Die Hintenstehenden rathen hin und her und kommen endlich auf Gmain. „Richtig, richtig!" rief freudig der Ungar, „Gemein ist Station, no hat, gemein oder orbinair issi gleich!"
* Ein Nachtwandler. In nachtwanblerischem Zustande stieg in der Nacht zum Montag ein Zögling der Präpa- randenanstalt zu Nagold im Schlaf ans Fenster und machte hier, da er sich offenbar auf dem Turnplätze wähnte, turnerische Uebungen. Durch einen grellen Blitz aufgeschreckt, fiel er zum Fenster hinaus etwa 12 Meter tief herab. Der Unglückliche hatte den linken Arm zweimal gebrochen, einen Rippenbruch und innere Verletzungen erlitten.
* Welche Grobguter in Ungarn bestehen, geht aus folgender Notiz der Wiener L. Ztg. hervor: Graf Geza Batthhany und Baron Uechtritz haben den ganzen Complex der Ungarischen Primatialgüter in Pacht genommen. Der Besitz des Primas bon Ungarn betragt ca. 94 000 Joch (L etwas über 2 Morgen), darunter 30000 Joch Ackerland, 11000 Joch Garten und Wiesen, 10 000 Joch Weideland und 34 000 Joch Wald. Die Pächter bezahlen einen jährlichen Pachtzins von fl. 860 000, übernehmen den Fundus um fl. 700000 und haben auch die heurige noch stehende Ernte um fl. 950000 angekauft. Der Pachtvertrag ist auf die Dauer von 30 Jahren geschloffen.
* Ein Philosoph. A.: „Du bist ja immer so höflich zu Deinem Schuhmacher, wenn Du ihm begegnetft." — B.: „Ja, ich verdanke dem Manne auch einige der glücklichsten Momente in meinem Leben." — A.: „Wieso denn?" — B.: „Nun, jeden Abend, wenn ich die Stiefel, die er mir gemacht hat, auSziehe, fühle ich mich unendlich glücklich."
Eingesandt.
Gieße«, 15. Juli 1894.
Die Feier der silberne« Hochzeit des Ehepaars Trautmann fand gestern im großen Saale des Lenz'schen FelsenkellerS statt. Eine stattliche Anzahl Fefttheilnehmer war versammelt und that den von dem Gastgeber zu dieser Feier gegebenen Speisen und Getränken alle Ehre an. Besondere Anerkennung wurde den Herren zu Theil, welche die Freundlichkeit hatten, durch die edle Mustka die Herzen zu erfreuen. ES wurde besonders bet den Solovorträgen wirklich Außerordentliches geleistet. Besonderen Beifall sand Herr Hüttenberger, der es aus der Violine zu einer erstaunlichen Fertigkeit gebracht hat. Auch die Solovorträge der Herren Getlfus (Flöte) und Seeger (Cello) ließen nichts zu wünschen übrig. Auch Herr


