Ausgabe 
17.6.1894 Drittes Blatt
 
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grüßten ihn mit brausenden Hochrufen. Der Präsident sprach sich in zornigen Worten über das Attentat aus. CriSpi gab seinem Dank über die Sympathiebeweise Ausdruck und meinte, er werde diesen Tag nicht vergessen. Nichts könne ihn aber hindern, treu seine Pflicht zu erfüllen. Cavalotti und andere Abgeordneten umarmten Crispi mehrmals. Letzterer hatte die Pistole, welche dem Attentäter entwunden worden war, in die Kammer mitgebracht,- es ist eine Reiterpistole von größerem Caltber.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau.

Thoru, 17. Juni. Ein an der Cholera erkranktes Kind eines Schiffers wurde nach Schillno in die Cholera­baracke gebracht.

-y. Lollar, 18. Juni. Beztrksfest des Hassia- V erb and es. Begünstigt vom prächtigsten Wetter feierte der Hassia-Verband gestern sein Bezirksfest und gleichzeitig mit dem Lollarer Veteranen- und KriegervereinLudwig zur Treue" das schöne Fest des 50jährigen Bestehens genannten Vereins. Bereits am Samstag, (Vorabend,) begann man mit der Einleitung zum Feste, indem um 7210 Uhr Zapfen­streich und Zug der einheimischen Vereine durch den Ort stattfand. Die Kameraden versammelten sich alsdann im Schwanen" zum gemüthlichen Beisammensein. Sonntag Morgens 6 Uhr wurde Reveille geschlagen. Zwischen 11 und 1 Uhr fand der Empfang der verschiedenen Vereine und Gäste statt. Während dieser Zeit concertirte die Capelle des Marburger Jägerbataillons auf dem Festplatze. Hierauf ordneten sich etwa 40 Vereine, zwei Musikcapellen und zwei Tambourcorps zum Festzuge, welcher um 2i/2 Uhr seinen Anfang nahm und sich durch den ganzen festlich geschmückten Ort nach dem Festplatz an der Gießener Straße bewegte. Die Theilnehmer an dem Festzug wurden aus den Fenstern von den Dorfschönen mit zahlreichen Blumenspenden bedacht. Auf dem Festplatz begrüßte Herr Bürgermeister Geißler Sie Gäste mit herzlicher Ansprache, der Bitte Ausdruck gebend, daß dieselben mit dem Wenigen, was Lollarer Verhältntsie bieten können, fürlteb nehmen möchten. Dem gegenüber kann man nur sagen, daß die Lollarer im Verhältniß zu größeren Orten Groß­artiges geleistet haben, ihre Gäste würdig zu empfangen und den­selben eine angenehme und abwechselnde Unterhaltung zu der schaffen. Hierauf ergriff der Vorsitzende des LollarerVeteranen- und Kriegerveretns, Herr Lieutenant der Reserve Baumann, das Wort. Derselbe erläuterte in einer längeren Rede die Ursache der Gründung des vor 50 Jahren ins Leben gerufenen Lollarer Veteranen- und ®riegerberein5, sowie den Zweck der Kriegervereine überhaupt. Redner ge­dachte namentlich des Gründers und langjährigen Vorsitzenden des Lollarer Vereins, Herrn Steuereinnehmer Leo, welcher schon längst nicht mehr unter den Lebenden weilt, mit warmen Worten. Hierauf verlas Herr Baumann folgendes Telegramm:

Dem Lollarer Veteranen- und KriegervereinLudwig zur Treue" lassen Seine Kgl. Hoheit der Großherzog zu seinem 50jährigen Stiftungsfest bestens gratuliren.

Washington, 17. Juni. Der Senat nahm den Artikel der Tarifbill über Wollstoffe mit einigen von den Republikanern beantragten Abänderungen an. Ueber Roh­wolle ist noch nicht abgestimmt worden,- da aber der Senat am Freitag es abgelehnt hat, einen Zoll auf Rohwolle zu legen, so dürfte dieselbe zollfrei bleiben.

Rom, 16. Juni. Einem der Geschworenen aus dem Banca-Romana-Processe wurde ein Brief folgenden Inhalts zugesandt:An die Herren Geschworenen! Nach Verurtheilung unseres Defelice versichert man uns, daß Ihr die Frechheit besitzen werdet, Taulango und Lazzaroni frei­zusprechen. Seht Euch vor! Wir wissen Eure Namen und Wohnungen und werden Euch vernichten, wenn Ihr Euch solcher Infamie schuldig macht. Die Anarchisten Roms."

Madrid, 16. Juni. Der Senat berieth gestern über die Haltung der zur Prüfung des deutsch-spanischen Handelsvertrags eingesetzten Commission, welche durch die eingeleitete Enquete ihre Arbeiten hinauszieht und keinen Bericht erstattet. Mehrere Senatoren beschlossen, nach der Sitzung einen Antrag einzubringen, wonach der Regierung das Vertrauen des Senats ausgedrückt wird. Nach glaub­hafter Annahme wird die Regierung demnächst das Parla­ment schließen.

Petersburg, 16.Juni. Eine ungeheure Waffen- und Munitions-Niederlage wurde im Kaukasus entdeckt, welche für den Ausbruch einer Revolution in Rußland vor­bereitet war. Zahllose Verhaftungen fanden statt.

Petersburg, 16.Juni. Der Großfürst-Thronfolger voni Rußland hat am vergangenen Freitag seine ange­kündigte Reise nach England von Petersburg aus angetreten. Der hohe Gast wird nach seiner Ankunft dem Prinzen und der Prinzessin von Wales einen Besuch auf Sandringham abstatten und sich dann nach Walton begeben, wo der Großsürst- Thronfolger Aufenthalt nimmt; später wird er bei Hofe mit seiner Braut, der Prinzessin Alix von Hessen, zusammentreffen. Der Besuch des russischen Thronfolgers auf englischem Boden ist also zunächst rein privater Natur, immerhin wirft der Vorgang auf den gegenwärtigen Stand der politischen Be- ! ziehungen zwischen England und dem Czarenreiche ein recht freundliches Licht. * -*-« -

Petersburg, 16. Juni. Cholera°Bulletin'"vom 3. bis 9. Juni: In Warschau 15 Erkrankungen und 9 Todes­fälle, in Gouvernement Warschau 45 bezw. 21, in Podolien 2 bezw. 1, in Radom 5 bezw. 4, in Tula 8 Erkrankungen, in Petrikau 1 Todesfall. In Kowno sind keine neuen Er­krankungen und auch keine Todesfälle vorgekommen. In Plotzk kamen vom 27. Mai bis 2. Juni 30 Erkrankungen und 17 Todesfälle vor.

Sofia, 16. Juni. Prinz Ferdinand und seine Gemahlin wurden, wieAgence Balcanique" meldet, auf ihrer Reise durch Ostrumelien überall auf das Herzlichste empfangen. Auf der ganzen Strecke von Vakarel bis Seimen hatten sich zahlreiche Bewohner der umliegenden Ortschaften eingefunden, um dem Prinzen als Dank für den Ministerwechsel ihre Huldigungen darzubringen. In Eskizagra und Kazanlik, wo ein längerer Aufenthalt genommen wurde, war die Begeisterung besonders groß. Die Fahrt durch das Rosenthal war von herrlichem Wetter begünstigt.

Belgrad, 16. Juni- Der amtliche Saaten stand- Bertcht lautet günstig.

Tanger, 16. Juni. Der junge Sultan Abdul Aziz soll in kurzer Zeit an der Spitze einer Truppenabtheilung durch das Land reisen, um sich von allen Stämmen und deren Häuptlingen persönlich huldigen zu lassen.

Berlin, 16. Juni. Heute Vormittag fand im Lustgarten zu Potsdam die Feier des 150jährigen Jubiläums des Garde-Jägerbataillons statt, welcher der Kaiser und die Kaiserin beiwohnten. Der Monarch hielt j eine An­sprache, in der er die Verdienste des Bataillons hervorhob. Nach einer Dankrede des Obersten Graf v. d. Goltz fand ein Parademarsch statt, sodann ein Frühstück imLangen Stall", wobei der Kaiser einen Toast auf das Wohl der deutschen Jäger ausbrachte.

Karlsruhe, 16. Juni. Die anläßlich der jJahresver- sammlung des Vereins deutscher Gas- und Wasserfach­männer stattfindende Ausstellung von Gas-und Wasser­apparaten wurde heute eröffnet. Ausgestellt haben etwa 70 hervorragende deutsche Firmen.

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Ausland.

Wien, 16. Juni. In dem kirchenpolitischen Kampfe in Ungarn ist also das Ministerium Wekerle dem Oberhause gegenüber vorläufig Sieger geblieben. Indessen muß sich das Cabinet mit der clericalen Opposition des Oberhauses in Sachen des Civilehegesetzes doch noch einmal messen, und wie die zweite entsprechende Abstimmung des Magnatenhauses ausfallen wird, das läßt sich noch keineswegs mit Sicherheit beurtheilen. Die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition des Oberhauses zur Herbeiführung von Com- promißvorschlägen dürften als gescheitert zu betrachten sein, da sich das Ministerium Wekerle zu keinen wesentlichen Zu­geständnissen verstehen wollte. Im Abgeordnetenhause wurde am Donnerstag und die nächstfolgenden Tage über die Valutavorlagen berathen, über das Resultat ist noch nichts bekannt.

Mährisch-Ostrau, 16. Juni. Die Arbeiten zur Bergung der Leichen in den KohlengrubenFranziska" undJohann" mußten eingestellt werden, da noch fortwährend Explosionen stattfinden. Die Zahl der Verunglückten beträgt über 200. Als Ursache der Explosion nimmt man an, daß bei Sprengungen von Seiten der Arbeiter nicht die nöthige Vorsicht beobachtet wurde.

Karwiu, 16. Juni. Gelegentlich der heutigen Lohn­zahlung konnte die Zahl der bisher Vermißten constatirt werden. Auf dem östlichen Betrieb sind 49, auf dem west­lichen 176 Mann abgängig, im Ganzen 225, davon sind 137 verheirathet. Bei der Rettungsaction verunglückten 20 Personen. Die Versorgung der Hinterbliebenen erfolgt aus den Bruderladen, die mit jährlich 15,000 Gulden in Anspruch genommen werden, es wird aber ein staatlicher Zu­schuß erfolgen müssen. Ueberdies erklärte Graf Larisch, daß er für die Hinterbliebenen ausgiebigst sorgen werde. Die Theilnahme anläßlich der Katastrophe ist ungeheuer. Der Kaiser gab in einer Depesche an den Grafen Larisch seinem Schmerze über das Unglück Ausdrucks

Troppau, 16. Juni. Infolge des Grubenunglücks im Mährisch-Ostrauer Revier sind mehr als 4000 Berg­arbeiter für längere Zeit brodlos geworden. Ehe der Brand gelöscht ist, die Gruben ventilirt und in brauchbarem Zustande sind, werden voraussichtlich drei Monate vergehen.

Paris, 16. Juni. Auf dem Boulevard Montmartre entstand gestern Abend eine große Panik infolge einer Explosion. Es stellte sich heraus, daß ein Pferdebahn­wagen eine auf die Schienen gelegte Petarde zum Platzen gebracht hatte. Verletzt wurde Niemand.

Paris, 16. Juni. Infolge der durch die Publicationen desFigaro" bezüglich eines Jnterwiews seines Correspondenten in der Kammer heroorgerufenen Zwischenfälle ver­öffentlichte dasselbe Blatt gestern einen sensationellen Artikel, in dem klargelegt wird, daß zwischen den Republikanern und der Armee eine inftinctive Unverträglichkeit bestehe; der Name Republikaner" sei das Gegentheil vonSoldat". Als ein guter Soldat zu gelten, wäre für die Demokratie dasselbe, wieein schlechter Bürger" zu sein. Die republikanische Presse richtet heute scharfe Angriffe gegen denFigaro", sucht bcffen Behauptungen jede Berechtigung abzusprechen und I meint, die republikanische Armee habe in der Geschichte die I glänzendsten Beweise der Tapferkeit geliefert und werde eventuell heute noch bereit fein, ihre Leistungsfähigkeit zu zeigen.

Paris, 16. Juni. Als gestern in Amiens zwei zum Tode verurtheilte Verbrecher, die vom Präsidenten begnadigt worden waren, zum Justizpalast Überführt wurden, um dort die Verlesung der Begnadigungsdecrete anzuhören, rotteten fich etwa 1000 Personen zusammen, die die Verbrecher mit Messern und Steinen bewarfen. Ein GenSdarm wurde dabei verletzt. Militär mußte die Menge auseinander­treiben.

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Paris, 16. Juni. Der belgische Capitän Jaques traf in Port Said, aus dem oberen Congogebiete kommend, ein und berichtete, daß fich die Deutschen vorbereiten, ihre Gebiete am Tanganhka-See zu besetzen. Sie haben bereits ein Kanonenboot auf dem See stationirt.

Toulou, 16. Juni. Im hiesigen Theater brachen gestern Abend Stud ent en-Unr uh en aus. Nachdem die Polizei eine größere Anzahl Studenten verhaftet hatte, drangen mehrere der Tumultuanten plötzlich auf die Polizisten ein und mißhandelten dieselben, befreiten die Verhafteten und zer­trümmerten das Theaterinventar.

London, 16. Juni. Das englische Oberhaus lehnte in seiner Freitagssitzung die Vorlage, welche die Ehe mit der Schwester der verstorbenen Frau für gtltlg erklärt, zum zehnten Male ab.

Rom, 16. Juni. Heute Nachmittag 4 Uhr gab ein unbekanntes Individuum an der Ecke der Via Tritore und Capo le Oase einen Revolverschuß auf den Ministerpräsi­denten Crispi ab, welcher in seinem Wagen zur Kammer fuhr. Die Fensterscheiben wurden zertrümmert. Crispi blieb unverletzt. Der Attentäter, welcher den Schuß aus nächster Nähe abgegeben hatte, wurde sofort verhaftet. Als Crispi nach dem Attentat die Kammer betrat, erhoben sich alle An­wesenden, auch die Soclallsten, von ihren Plätzen und be-

. Danzig, 17.Juni. Der 12. öffentliche Congreß für erziehlich e Knaben-Hand arbeit wurde heute Mittag 12 Uhr unter zahlreicher Betheiligung von Danzig und West­preußen durch den Vorsitzenden Abgeordneten v. Schenckendorf mit Hinweis auf die Entwickelung und Bedeutung des Arbeits- Unterrichts eröffnet. Es begrüßten den Congreß Ober- prasident und Staatsminister v. Goßler, Oberbürgermeister Dr. Baumbach, Geheimrath Brandt Namens des preußischen Kultusministeriums und Geheimrath Rumelin als Vertreter des anhaitischen StaatsministeriumS. Abgeordneter.Gothein- Breslau und Landesrath Schmedding sprachen über den deutschen Arbeits-Unterricht in seiner volkserziehlichen jBe- beutung unb Lehrer Kall-Gera über ben Handfertigkeits- Unterricht in seiner Anpassung an bie länbllchen Verhältnisse. Nach einem Schlußwort von Dr. Götze-Leipzig würbe ber Congreß um 3 Uhr geschlossen.

Antwerpen, 17. Juni. Der Präsibent ber beutschen Abteilung ber Ausstellung be Barry gab gestern Abenb ein Diner, an welchem ber Minister Graf von Merobe, der deutsche Gesandte Graf von Alvensleben und der Gouverneur der Provinz Antwerpen Baron Osy theilnahmen. De Barry toastete auf den König der Belgier. Der Minister Graf von Merode dankte den Deutschen in deutscher Sprache für die glänzende Betheiligung an der Ausstellung und brachte ein Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser aus.

Paris, 17. Juni. Nach hier vorliegenden Nachrichten wird in Lima der Ausbruch einer Revolution be­fürchtet.

Cöcak« ««- provinzielle«.

Gießen, den 18. Juni 1894.

** Gießener Omnibus Gesellschaft. Am Freitag reiften: zwei Herren vom Vorstand behufs Einkaufs von Omni­bussen nach Bernburg. Dieselben haben von der dorttgen Omnibus-Gesellschaft drei noch fast neue Wagen angekauft unb bürsten btefelben in ben nächsten Tagen hier eintreffen. Die Omnibusse enthalten zwölf Sitz- unb acht Stehplätze, letztere Vertheilen sich auf ben üorberen unb hinteren Tbeil bes Wagens.

Angefahren. Eine Bauersfrau, bie sich am vorigen Samstag zum Wochenmarkt begeben wollte unb ihre Maaren in einem Korbe auf bem Kopf trug, würbe in ber Bahn­hofstraße von einem Rabfahrer angefahren unb fiel mit bem Korbe hin. Der Inhalt des Korbes, Schmierkäse rc., flog auf der Straße umher und mußte der unvorsichtige Fahrer 4 Mark Schadenersatz leisten. Die Frau kam mit dem Schrecken davon.

** Landwirthe, gedenket der Hagelverficherung! Heute stehen Eure Felder noch in voller Ueppigkeit da Ihr seid reich, morgen kann Alles durch das tückische Element zu Grunde gerichtet sein viele von Euch werden arm! Darum gedenket Eurer Pflicht, sichert Eure und Eurer Lieben Existenz, soweit es in Euren Kräften steht!

** Bon im Großherzoglhnm Heffen lebenden Erfindern wurden in letzter Zeit u. A. Patente, wie folgt, ange­meldet : Regelungsvorrichtung für Gasöfen: Eisenwerk Hirzen- Hain, H. R. Buderus in Hirzenhain, 31. Januar 1894. In Gebrauchsmustern wurden u. A. lan Eintragungen vollzogen: An Sparren zu befestigende Scheere für Dach­decker', gekennzeichnet durch ein hebelartiges oberes und ein zurückspringendes unteres Messer: Aug. Montanus iun. in Gießen, 19. April 1894.

** Der Getreidemarkt. Das anhaltende Regenwetter der jüngsten Zeit, welches im Hinblick auf die völlige Reife der Saaten sehr unerwünscht kommt, hat auf den deutschen Roggenmarkt eine recht belebende Wirkung ausgeübt. Fast an allen Plätzen zeigte sich starke Kauflust für Roggen, so daß die Preise trotz umfangreicher Realisationen meist erheblich im Vergleiche zu denen der Vorwoche anzogen. Weniger profitirte Weizen von der neuen Haussebewegung, der fast allenthalben auf dem niedrigen Niveau der vorigen Woche verblieb, Hafer aber zeigte sogar eine entschiedene Ver­schlechterung. Bemerkenswerth ist, daß sich steigende Nach­frage nach Roggenmehl geltend machte. Preisnotirungen an der Berliner Productenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm 128142 Mk., Roggen 111125 Mk., Gerste 90165 Mk., Hafer 130163 Mk.

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Cabinetsrath Römheld."

Darauf wurden von der Festversammlung folgende Telegramme abgesandt:

1. An Seine Kgl. Hoheit den Großherzog:

Zum fünfzigjährigen Stiftungsfest des Veteranen- und KriegervereinsLudwig zur Treue" versammelte Festgäste, Mitglieder des Hassiabezirks Gießen, der Gemeinde Lollar und Umgegend, entbieten ihrem hohen Protector in unwandel­barer Hessentreue untertänigsten Gruß, sich eins fühlend mit dem angestammten hohen Herrscherhause wie vor 50 Jahren bei Gründung des Vereins.

Baumann, Vorsitzender."

2. An das Kaiserliche Civilcabinet in Berlin:

Die zur Feier des fünfzigjährigen Stiftungsfestes des Kriegervereins Ludwig zur Treue in Lollar versammelten Personen, Mitglieder der Hassia, Lollarer und preußische Vereine, sowie Gäste, entbieten Sr. Majestät ehrfurchts- vollen Gruß, unter dem Gelübde unwandelbarer Treue und Ergebenheit. Baumann, Vorsitzender."