Ausgabe 
17.6.1894 Drittes Blatt
 
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R «»schere Bnttergewinnung. Die Butterabscheibung aus der Milch geht, lautTrop. Agricuik/', bedeutend schneller vor sich, wenn man in die Milch beim Buttern, sowie sich Butterkügelchen abzuscheiden beginnen, eine Hand voll oder mehr Salz etnwirst.

Unterhaltungen in Bad-Nauheim

von Sonntag den 17. Juni bis Freitag den 22. Juni.

Sonntag den 17. Juni, Nachmittags von 4 bis 6'/- Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Tanz. Montag den 18. Juni, Nachmittags von 4 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr tm Saale: Theatervorstellung. Gastspiel des König!. Hofschauspielers Herrn Emil Richard vom Hoftheater in Stuttgart. Hanne Nüte. Dienstag den 19 Juni, Nachmittags von 4y2 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Doppel-Concert des süddeutschen Männer-DoppebQuartetts der Großh. Hofoper zu Karlsruhe und der Kurcapelle. Abends 8 Uhr tm Saale: Theatervorstellung. Letztes Gastspiel des Herrn Emil Richard. Der Herr Senator. Mittwoch den 20. Juni, Nachmittags von 4 bis 5 Uhr: Concert und von 6 bis 8 Uhr: Sinfonie-Concert der Kurcapelle t'auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel der Herzog!. Metningen'schen Hosschauspielerin Fr!. Erhardt: Der Hüttenbesther (le maltre de forges). Donnerstag den 21. Juni, Nachmittags von 4 bis 6V, Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terraffe. Abends 8 Uhr im Saale: Wohl- thätigkeits-Concert zum Besten des hiesigen Kurhosvitals für Arme, veranstaltet von Kurgästen (Dilettanten); zwei Fr!. B. aus Darmstadt, Frl. van Oordt aus Haag, Herrn Premterlieutenant Selzam aus Butzbach und der Kurcapelle. Freitag den 22. Juni, Nachmittags von 4 bis 6y2 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Der Bettelstudent.

Schrffsnachrichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 14. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Capt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 5. Juni von Bremen und am 6. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 14. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Dresden, Capt. A. v. Cöllen, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 31. Mai von Bremen ab­gegangen war, ist gestern, 1 Uhr Nachm., wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Verimischter.

* Das Wachsthum der Kinder. Eine Reihe von Be­obachtungen, die man in England über das Wachsthum der Kinder angestellt, hat, wie dieN. Zür. Z." berichtet, eine Anzahl bemerkenswerther Resultate geliefert. Bis zum Alter von elf oder zwölf Jahren waren Knaben größer als Mädchen. Dann übertrafen für die nächsten paar Jahre die Mädchen die Knaben an Gewicht und Größe, bis schließlich das Gewicht dauernd umgekehrt wird. Die Söhne nicht arbeitender Eltern sind größer und schwerer, als die von Arbeitern. Knaben machen drei deutlich unterschiedene Perioden des Wachsthums durch: ein mäßiges Wachsthum im sechsten und siebenten Jahr, ein schwächeres vom neunten bis zum dreizehnten Jahr und ein starkes vom vierzehnten bis zum sechszehnten Jahr. Von Ende November bis Ende März wachsen Kinder nur wenig, stark dagegen von März bis August, ohne daß indeß das Körpergewicht zunimmt; und beträchtlich an Gewicht, wenig hingegen an Größe nehmen sie von August bis November zu. Frühreife Kinder sind schwerer und geistig zurückgebliebene leichter als ein Durch- schnittskind desselben Alters. Das geistige Wachsthum der Kinder hält also offenbar mit dem körperlichen gleichen Schritt. So behauptet Dr. Stanley Hall in London, daß die meisten Kinder, die geistig zurückgeblieben, einen körperlichen Defect haben, der eben die Ursache ihrer geringeren geistigen Regsam­keit ist- und zwar findet Hall diesen Defect am Gehör. Er hat beobachtet, daß die allermeisten Kinder einfach deshalb mit ihren befähigter erscheinenden Kameraden nicht mitkommen, weil sie ein wenig taub sind. Reichard hat gefunden, daß zum Beispiel in Riga 22 Procent der Kinder das Ticken einer Uhr nicht weiter als auf zwanzig Fuß Entfernung hören konnten, während die übrigen es auf sechszig Fuß

« l tT M Gart-nbode«- vor großer Trockenheit. Sobald es längere Zett nicht regnet, so entsteht für die meisten Gärten eine schlimme Calamität dadurch, daß der Boden so stark S daß selbst öfteres Gießen nicht genug hilft. Eine wesent-

.AdMe und Erleichterung beim Begießen besteht nun nach dem ^Rhein. Gartenfr. in dem Bedecken des Bodens mit kurz gerottetem Dünger, Torfmull, Sägespänen, Chappe (Seidenabfälle) Häcksel oder sonstigen geeigneten Stoffen. Die Feuchtigkeit wird dadurch zurück- gehalten und der allzuraschen Verdunstung des Wassers ist vorgebeugt. Gemüsebeete werden vor der Pflanzung gleichmäßig mit diesem Material überdeckt. Bei Obstbäumen empfiehlt es sich, die Baum- scheiben damit zu bedecken. Diese mit geringen Kosten verbundene Arbeit sollte niemals unterlaßen bleiben.

SchimmelvertUgu«g in Kellern und Vorrath-- kammern. Die Schtmmeldtldung an den Wänden der Kellerräume, Vorrathskammern u. s. w. ist im hohen Grade nachtheilig für die dort aufzubewahrenden Kartoffeln, Rüben, Gemüse und sonstigen Lebensmittel und sollte der Schimmel von Zeit zu Zeit beseitigt werden. Hierzu eignet sich am Besten ungelöschter Kalk. Derselbe wird in Form eines feinen Pulvers mittels eines Blasebalges an die Wandungen des Kellers und in die Fugen und Ritzen geblasen oder auch mit der Hand gestreut. Die Wände müssen vorher naß gemacht werden. Der Kalk löscht sich mit dem den Kellerwandungen anhaftenden Wasser und tödtet hierbei alle Organismen. Am fol­genden Tage werden die Wände abgewaschen und der Keller, resp. die Speisekammer gelüftet. Die Räume bleiben dann gewöhnlich zwei Jahre hindurch schimmelfrei.

7-,^benSverficherungS-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Es sind vom 1. Januar bis Ende Mat 1894 2446 Versicherungen über 18432200 Mk. bean- tragt worden, 1 319 600 Mk. mehr als im gleichen Zeiträume des

,^is gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 312 Mitglieder, die mit 2 004 400 Mk. versichert waren. Der Ver­sicherungsbestand stellte sich Ende Mai 1894 auf 60000 Personen «Ä Millionen Mark Versicherungssumme. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueber- schufse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt bie länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42 pCt. der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem li/2p6t. der Summe der gezahlten Zusatz- pr atmen, was mit Rücksicht auf anderweite Auslastungen über diesen Punkt hier ausdrücklich heroorgehoben werden mag. Würde eine Dividende auf die Zusatzprämie nicht gezahlt, so wäre der Divi- dendensatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wesentlich höher alS 42 pCt.

Uebrigen nehmen müffen, glauben wir für erstere den Mittwoch und Samstag Nachmittag in Anspruch nehmen zu sollen.

Alle Theilnehmer als solche würden sein Mitglieder des Allgemeinen Spielvereins" und der einzelnen Sptelver- einigung, der sie im Besonderen angehören. Jede derartige Spielvereinigung müßte sich für die nöthigen Spielutensilien selbst sorgen- dem Allgemeinen Spielverein liegt die Sorge für Einhaltung der allgemeinen Organisation ob, insbesondere für die Pflege des Platzes, auf welchem eine feste, regen­sichere Hütte zur Unterbringung der Spielgegenstände zu errichten wäre, in der Weise, daß jede Vereinigung die ihr gehörigen Sachen wohl verschlossen aufbewahren könnte, und die Spieler ihre Kleidung, soweit nöthig, ablegen könnten. Zu Alledem würde es sich empfehlen, wie dies z. B. auch in Leipzig der Fall ist, einem oder zweien der städtischen Turnlehrer die Oberaufsicht, Schlüssel rc. zu übertragen. Dieselben müßten in der geeigneten Weise sich in die Mühen thetlen und würden sicherlich vom Vorstande des Ganzen stets befriedigende Unterstützung finden, wie auch Seitens der Spielleiter.

Zum Schluffe sei noch eines betont. Die ganze Sache soll sein ein Werk zur Gesundheit- also muß auch den physischen Bedürfnissen Genüge geleistet werden. Aber um Gotteswillen errichte man nicht eine Erfrischungsstation, wie am Eisverein, wo wir es leider oft genug erlebt haben, daß kleinste und kleine, halbwüchsige Burschen einen Schnaps u. dgl. verabreicht erhielten- was wir brauchen ist ein Be- dürfnißort und Sorge für einen Trunk erfrischenden Wassers! Andere Erfrischungen, wie Brod, Obst u. dgl. bringt sich Jeder selbst mit, soweit er dessen sich bedürftig hält.

Sp.

Entfernung noch vernahmen. 30 Procent aller Schulkinder in Europa haben ein normales Nervensystem. In London wurden die Schulkinder unlängst auf ihre Zähne hin unter­sucht, und nur 26 Procent wurden ohne ernstlichen Defect gefunden. Ferner stellte eine englische Commission fest, daß die Kinder in Pensionaten weniger gesund find als die im Elternhaus verbleibenden. In Boston wurden die Elementar­schüler von tactvollen und erfahrenen Schulmännern über ihr Anschauungswissen ausgefragt. Es ergab sich, daß 14 Procent dieser sechsjährigen Knaben niemals die Sterne gesehen und überhaupt keine Ahnung von ihnen hatten- 35 Procent waren niemals auf dem Lande gewesen- 20 Procent wußten nicht, daß die Milch von Kühen käme, 55 Procent gar wußten nicht, daß hölzerne Gegenstände von Bäumen herrührten. 13 bis 15 Procent kannten nicht die Namen der Farben Grün, Blau und Gelb- 47 Procent hatten niemals ein Schwein gesehen, 60 Procent nie ein Rothkehlchen- 13 bis 18 Procent wußten nicht, welches ihre Backe, ihre Stirn, ihr Hals sei, und noch weniger wußten etwas von Ellbogen, Handgelenk, Rippen u. s. w. Ueber ihre religiösen Vorstellungen wurden sie auch gefragt. Es gab Antworten wie:Gott ist ein großer blauer Mann, der aus großen Eimern den Regen schüttet, die Wolken zu­sammenklopft, um Donner zu machen, die Sonne und den Mond zu Bette bringt, die tobten Menschen, Vögel und selbst die zerbrochenen Puppen zu sich nimmt, die kleinen Kinder austheilt und mit dem heiligen Klaus nahe verwandt ist." Vom siebenten bis zehnten Jahre beginnen die Zweifel an den bisherigen Vorstellungen und erreichen im dreizehnten und vierzehnten Lebensjahr ihren Höhepunkt, um später uachzulassen.

* Der Verein Berliner Zahnärzte hat sich dem Magistrat gegenüber bereit erklärt, regelmäßige Zahnuntersuchungen der Schulkinder auszuführen, wie derartige Untersuchungen u. A. schon in den preußischen Kadettenhäusern, in Pariser und auch in englischen Schulen veranstaltet werden. Der Verein hofft dadurch etwas zur Hebung der Volksgesundheit bcizutragen.

* Die 6000. freiwillige Feuerwehr hat im vergangenen Monat bei dem Landes < Feuerwehrbureau des bayerischen Landes-Feuerwehrverbandes ihre Gründung angezeigt. Gegen 300,000 Mann stark stehen nun die bayerischen Löschcorps bereit,Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr". DaS Königreich Bayern überragt bezüglich des Feuerlöschwesens alle anderen Staaten der Welt.

Technische Fortschritte.

~ Firnißanstriche auf Holz zu erneuern. Um alten firniß von Holzgetäseln u. s. w. zu entfernen, welcher sich fest in das Holz eingesogen hat und so hart geworden ist, daß man ihn mit Terpentin nicht mehr erweichen kann, und der doch auch mit einem Stein nicht abzuschleifen ist, thut man am besten, leicht mit Ammoniakspiritus darüber hinzufahren. Man darf hierbei aber das Ammoniak nicht zu lange auf dem Firniß stehen lassen, ehe man das Schabeisen in Anwendung bringt, da sich dasselbe sonst leicht durchfrist und den unteren Anstrich angreift. Der Zweck der An­wendung von Ammoniak ist lediglich der, den eingezogenen Firniß- anstrich zu entfernen. Nachdem dies geschehen ist, wäscht man ben Gegenstand mit Kasttlseife und Wasser ab, worauf man ihn einige Stunden lang stehen läßt, damit sich der untere Anstrich wieder erhärte. Später ist er wieder mit Bimstein und einem Lappen leicht abzureiben, und kann bann von Neuem gefirnißt werben. Um einer möglichen Wiederholung des Einsressens vorzubeugen, ist es zweck­mäßig falls die Zeit es gestattet, den Gegenstand mit einer nur leichten Brühe von Reibfirniß zu überfahren.

Ersatz der Steinkobrenheizung auf Locomotiven dnrch Naphtaheizung. Da in Rußland das Naphta ober rus­sische Petroleum sehr billig ist, so hat man dort schon vielfach Ver­suche gemacht, Dampfmaschinen mit Naphta zu Heizen und nach einem neueren Berichte beginnt die Naphtaheizung der Locomotiven in Rußland Eingang zu gewinnen. Nachdem sie auf der 781 Werft langen Koslow-Woronefch-Rostowbahn eingeführt worden ist, sollen auch die Südwestbahnen (etwa 2100 Werst) diese Heizung erhalten. Dies läßt darauf schließen, daß die Naphtaheizung sich bewährt. Ein Hauptvortheil der Naphtaheizung der Locomotiven besteht darin, baß die Locomotiven nicht bie schwere Steinkohlenlast mit sich zu schleppen brauchen, also die Locomotiven, resp. Tender leichter werden.

schaffen Theil gelernt haben mögen, aber die nöthigen Eigen­schaften entbehren, die einen segensreichen Einfluß auf die Bildung des inneren Menschen verbürgen. Ganz besonders müßte man bei den anzustellenden Leitern öffentlicher Mädchen­schulen nicht nur auf das wissenschaftliche Prüfungszeugniß, sondern sehr viel mehr auf die Gemüths- und Charakteran­lage, auf die Eigenart des Bildungsganges und die Lebens­formen der Persönlichkeit sehen. Es wäre ja eine herrliche Sache, wenn die wissenschaftliche Bildung allein dem Direktor alle jene Eigenschaften geben könnte, die ihm in seinem ver­antwortungsvollen Berufe eigen sein müssen- aber so liegt die Sache ganz und gar nicht. Die Universität kann ihm nur das wissenschaftliche Rüstzeug für den Unterricht bieten - für bic taktvolle und feinfühlige Behandlung und Leitung der Mädchen, für die milde und feste Sicherheit seines Wesens, für seine Frische und geistige Beweglichkeit, für seine innere Wärme, seinen guten Geschmack und seine gesellschaftlichen Formen kann sie keine Bürgschaft übernehmen. Man kann aber recht wohl ein wissenschaftlich durchgebildeter Lehrer, ein Pflichttreuer und thatkräftiger Mann, ein geschulter und erfahrener Pädagog und dennoch ein völlig ungeeigneter Leiter emer Mädchenschule oder einer Lehrerinnen-Bildungsanstalt sem. Nicht nur die preußischen, sondern auch die außerpreu- ßtschen oberen Schulbehörden und Stadtvorstände find in der Wahl ihrer Mädchenschuldirektoren oft recht wenig glücklich gewesen- es kam ihnen anscheinend nur auf das amtlich be­glaubigte Wissen, nicht auf die oben genannten Eigenschaften an. Ohne dieselben kann aber an eine gedeihliche Entwickelung der tn der Mädchenseele ruhenden Anlagen und Keime gar nicht gedacht werden. Es ist keine bloße Phrase, wenn man von dem Direktor etwasWeibliches" verlangt, nämlich in dem Smne Weibliches, daß er Mädchensinn und Mädchenart verstehe und mit den empfänglichen jungen Seelen empfinden kann- und dazu gehört eben eine reichere Empfindungsart ohne Sentimentalität, eine gewisse Anpassungsfähigkeit der Seele, die keineswegs Entschiedenheit und Energie ausschließt, sodann eine unbedingte Lauterkeit des Herzens.

Ein hohes Ideal, das Wulckow hier aufgestellt hat. Und Niemand wird es ihm bestreiten, wie ernst und eifrig er ihm nachgestrebt. Aus demZeitgeist".

Hnroerfitäts - Nachrichten.

In Jena beträgt bie Zahl ber ©tubenten unb Hörer 728 gegen 706 im Wintersemester; davon gehören ber theologischen Facultät an 73, ber juristischen 150, ber medicinischen 106, ber philosophischen 245. Die Universität Kiel zählt in biefem Semester 610 Stubirenbe, 70 in ber theologischen, 94 in ber juristischen, 331 in ber mebicinischen, 115 in ber philosophischen Facultät. Sonn wirb von 1391 Stubirenben besucht; bavon gehören an ber kath. - theologischen Facultät 206, ber evang. - theologischen 83, ber lurtstischen 336, ber mebicinischen 248, ber philosophischen 518. Basel. Die Gesammtzah! ber Stubirenben beträgt 442. 83 Theo­logen, 55 Juristen, 158 Mebiciner, 146 Philosophen. Aus ber Schweiz stammen 346, aus bem deutschen Reich 66, aus Oesterreich- Ungarn 12, Frankreich 3, Rußland 8, Bulgarien 3. Unter ben Mebicinern befinden sich 3, unter den 92 nicht immatricultrten Zu­hörern in ber philosophischen Facultät 10 weibliche Stubirenbe. Lausanne: Seitdem im Sommer 1891 unsere Academie sich zu einer vollen Universität gestaltet hat, scheint sie einen sehr kräftigen Aufschwung nehmen zu wollen. Sie zählt gegenwärtig 462 tmma- triculirte Studenten, nachdem sie in ben letzten 6 Semestern von Ostern 1891 ab 277, 288, 336, 349, 379 unb 416 gezählt hatte; aus ber Zeit vor 1891 ist uns nur bie Frequenz von 1886 bekannt, damals waren es nur 177. Von ber Gesammtzah! ftnb 50 in ber theologischen, 165 in ber juristischen, 100 in ber mebicinischen, 43 in ber philosophischen unb 104 in der naturwissenschaftlichen Facultät eingeschrieben. Der Nationalität nach überwiegen die Aus­länder: 237 gegen 225 Schweizer. Lausanne wirb eben vielfach von Ausländern, namentlich von Deutschland aus dieses iff allein mit 124 vertreten besonders auch zur Uebung im Französischen, ausgesucht. ,

Verkehr, Ca«0< nrr- Volkswirthschaft»

,, 3«r Erzielung einer reiche« Kartoffelernte. Eine reiche Kanoffelernte ist bekanntlich nicht nur an sich ein Segen für die Lanbwirthe, sondern eine solche hat auch den Vorzug, daß man durch sie manche Ausfälle in ber Futter- unb Getreideernte aus­gleichen kann, alle Lanbwirthe sollten beshalb bemüht sein, diejenigen Bedingungen zu erfüllen, welche einen solchen Ertrag der Kartoffel­ernte begünstigen. Es gehört dazu tn erster Linie bie Aussaat vor­züglicher nicht entarteter Kartoffelsorten, von benen zumal Magnum bonum, Imperator, Phöbus unb Morphy zu empfehlen sinb. Ferner ist von größter Wichtigkeit, baß bas Kartoffellanb gut ge­düngt wirb, ba dadurch ber Ertrag nahezu verboppelt wirb, wie ein Versuch in Englanb bewies. Gerabezu frappant klingen biefe Resultate, welche hierüber in Englanb im Almoick-District, erzielt worben sinb. Bei einem Stücke Versuchslanb ergab sich bort, wie ein Bericht imHbg. Corresp." besagt, baß ber Morgen bei gänz­lichem Mangel an Dünger 6 t 3 Ctr. Kartoffeln geliefert hatte, was bei 50 Mk. Preis per Tonne 307 Mk. Gelbwerth barstellt. Eine Düngung van 12 Ctr. Kainit, Salpeter, Phosphat (tm Gemisch) mit 60 Mk. Aufwand steigerte aber ben Ertrag auf 11 t pro Morgen unb brachte ben Brutto-Ertrag um 250 Mk. höher, so baß nach Abzug ber 60 Mk. Düngerkosten 190 Mk. Gewinn pro Morgen von ber chemischen Düngung verblieben. Aus bie Gesammtheit ber Fläche, welche in Englanb mit Kartoffeln bestellt wirb, übertragen, rechnet ber Verfasser tmHbg. Corresp." 180 Millionen Mark Mehr-Erträgniß heraus.

Schafzucht und Wollproduction in de« Bereinigten Staaten Amerika-. Die Statistiker des Ackerbauministeriums in Washington berechnen die Zahl ber Schafe, die im Jahre 1892 in Norbamerika gemeibet haben, auf 44 938 365 Stück im Gesammt- werth von 116121290 Dollar unb bie Schur besfelben Jahres auf 294 Millionen Pfund Wolle. Für das Jahr 1893 hat Major Brock, der frühere Vorstand des statistischen Büreaus, ben Bestaub ber Schafe aus 47 273 553 Stück im Werthe von i 125 999 264 Dollar geschätzt unb eine Schur von 310 Millionen Pfunb Wolle heraus­gerechnet. Um an biefe Zahlen einen Maßstab anlegen zu können, bat der Agriculturbericht zugleich eine Schätzung ber Gesammtfchur der ganzen Welt aufgestellt und diese zu 2250 Millionen Pfund Wolle angegeben. Aber trotz der großen eigenen Wollprobuction Norb- amerikas wird doch auch noch viele Wolle, zumal billige amerikanische, und ganz feine englische, französische unb beutsche nach ben Vereinigten Sraaten eingeführt.

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