Der Kriegsminister und die ausländischen Offiziere sind zur Theilnahme an den Manöoern gestern in Orleans eingetroffen. Nach Beendigung des lebhaften, durch Regen behinderten Gefechts hatte der Kriegsminister die Generäle und fremden Offiziere zu einem Lunch geladen, wobei er den letzteren sein Willkommen bot und die Generäle, insbesondere Gallifet, beglückwünschte. Der Kriegsminister hob hervor, alle Waffengattungen und Dienstzweige zeigten sich auf der Höhe ihrer Aufgabe,- er dankte den patriotischen Bewohnern von Beauce, welche wüßten, daß die Armee die große Schule der Arbeit und Zucht, die beste Gewähr für den Frieden und die sichere Zuversicht im Kriege bilde. Er schloß mit einem Hoch auf den Präsidenten, daS französische Heer und die befreundeten Armeen, die so glänzend bet den Manöoern vertreten seien. Der russische Militärbevollmächtigte Frederick dankte Namens der fremden Offiziere für die erwiesene herzliche Gastfreundschaft- fie schätzten sich glücklich, an den Manövern der französischen Armee thetlzunehmen, der sie viel Interesse ent- gegenbrächten. Sein Hoch galt dem Kriegsminister.
Loudon. 13. September. Die schottischen Bergleute beschlossen heute, die Arbeit bei der alten Gehaltshöhe wieder aufzunehmen, falls die Besitzer einen Ausgleichsrath binnen sechs Wochen ernennen.
Petersburg, 13. September. Der Kaiser lebt streng nach den ärztlichen Vorschriften und übt Jagd, Reiten und Gymnastik aus. Er sieht äußerst blühend aus, die Stimmung ist vorzüglich, die Nervenüberreizung und Uebermüdung ist völlig gehoben.
Shaughai, 13. September. Reutermeldung. Gerüchten zufolge har am 2. September eine Schlacht in der Nähe von Knirsch eng stattgefunden. Nach den einheimischen Blättern vom 10. September dauerte die Schlacht zwei Tage, blieb aber unentschieden. Die Blätter vom 12. September berichteten einen chinesischen Steg, jedoch herrscht hier die Ansicht, daß die Chinesen eine Niederlage erlitten haben. Das Hochwaffer verhindert noch die Chinesen, den Aschinfluß zu überschreiten. — Li Hung Tschangs Gegner berichteten der Regierung, daß dessen im Jahre 1884 verbannter Schwiegersohn Tschangpeihen in Tientsin erschienen sei. Der Kaiser verfügte die Rücksendung desselben in die Verbannung.
Depeichen beö Bureau »Herold^.
Berlin, 13. September. Wie die „Voff. Ztg." telegraphisch aus Mailand meldet, widmete und übersandte Kaiser Wilhelm der Königin Margherita eine von ihm gedichtete und in Töne gesetzte Cantate. Es handelt sich, dortigen Blättern zufolge, um eine im Stile der Minnesänger gehaltene Verherrlichung der persönlichen und geistigen Tugenden der Königin.
Berlin, 13. September. Auf den der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft gehörigen Kaffeeplantagen Derema und Nguelo ist eine gefährliche Blatternkrankheit, die Hemileia vastatrix ausgebrochen.
Thorn, 13. September. Der gegenwärtig stattfindenden Feftungsübung wohnen sechzig höhere Offiziere bei- mehrere fremdländische Offiziere werden erwartet.
Kiel, 13. September. Das Schiffsjungenschulschiff „Gneisenau" hat den Befehl erhalten, am 1. October nach dem Mittelmeer zu gehen - das Schiff wird namentlich italienische Häfen anlaufen.
Wien, 13. September. Nachträglich wird bekannt, daß der Kaiser ein herzliches Gratulationstelegramm dem Czaren zu desien Geburtstage übersandt hat.
Wien, 13. September. Aus Ost-Galizien wird Zunahme der Cholera gemeldet, die ihren Grund darin haben dürfte, daß die Bevölkerung sich den sanitären Anordnungen widersetzt in dem Wahne, die Kranken würden von den Aerzten vergiftet. In Tlumacz nahm der Pöbel eine derart drohende Haltung gegen die Aerzte an, daß eine Schwadron Cavallerie eingreifen mußte, um die Ordnung wieder herzustellen.
Wien, 13. September. Der Congreß der aus Sibirien zurückgekehrten Polen wird definitiv am 16. d. M. in Lemberg stattfinden.
Lemberg, 13. September. Vor der Wohnung des Grafen Borkowski, welcher der Hoftafel fernblieb, während der Kaiser den Toast auf den Czaren ausbrachte, brachte eine Anzahl junger Leute ein Ständchen. Die amtlichen Kreise sind durch diese Angelegenheit auf das Unangenehmste berührt.
Venedig, 13. September. Aus Catania wird gemeldet, daß in den Schwefelgruben Consoet und Masano 2000 Arbeiter wegen Lohnreductrung strtken. Dieselben erhalten bei dreizehnstündiger Arbeitszeit nur einen Lohn von l^/z Lire täglich.
Paris, 13. September. „Gaulois" beschäftigt sich mit der gestrigen Rede des Herzogs von Orleans und meint, der Herzog sei von oem Erfolg seiner Sache überzeugt und werde dieselbe schon in nächster Zukunft zu einem guten Ende führen. Man könne sicher sein, daß er in kurzer Zeit von sich reden machen werde.
Madrid, 13. September. In Vtllafranca brachen Unruhen aus. Drei Bataillone Infanterie und eine Escadron Cavallerie sind von Barcelona dorthin abgegangen und haben die Stadt besetzt. 22 Aufrührer wurden verhaftet.
Madrid, 13. September. Wie aus Marokko gemeldet wird, ist der Sultan an einem gefährlichen Halsleiden erkrankt. Die Unzuverlässigkeit und Unfähigkeit der ihn behandelnden Aerzte laffe einen schlimmen Ausgang der Krankheit befürchten.
Madrid, 13. September. Die Städte Cata (Provinz Almeria) und Javea (Provinz Alicante) wurden in voriger Nacht saft vollständig Überschwemmt. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Viele Familien sind obdachlos geworden.
Loudon, 13. September. Einer Meldung aus Shanghai zufolge benachrichtigte der Befehlshaber der chinesischen Armee in Korea den Kriegsrath, daß für einen Winterfeldzug
besser eVerproviantirung und bedeutend eTruppen- verstärkungen nothwendig seien.
Newyork, 13. September. In Memphis wurde durch einen Wirbelsturm btr ganze nördliche Stadttheil zerstört. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Dollars.
Newyork, 13. September. Aus den Staaten Wisconsin und Minnesota wird gemeldet, daß das Feuer aufs Neue in anderen Waldtheilen ausgebrochen. Bereits sind mehrere Ortschaften verbrannt und eine Anzahl anderer stehen in großer Gefahr.
Loyaler nnb Provknzteller-
Gießen, den 14. September 1894.
* * Hochzeitsgescheuk der hessischen Städte. Unserer gestrigen Notiz, betr. das für Se. Kgl. Hoheit den Großherzog von den fünf größten Städten des Großherzogthums gewidmete Hochzeitsgeschenk, ergänzen wir noch dahin, daß mit der Ausarbeitung der Detailpläne und Entwürfe speciell nur hessische Gold- und Silberschmiede betraut wurden und zwar die Herren Lutz, Knewitz, Rückert und Sauerwein in Mainz, Victor in Darmstadt, Zimmer in Gießen und Bohlander in Worms. Nachdem, den Wünschen der Bürgermeister der vereinigten Städte entsprechend, die Größenverhältnisse in flüchtig ausgeführten Modellen in Mainz festgestellt worden waren, wurde auch die Lieferung des Geschenkes den obengenannten Firmen gemeinschaftlich übertragen.
* * Folgende Warnung veröffentlicht der „Reichsanzeiger": „Die Budapester Weinhändlung Beer Pal es tärsa, Köntgs- gasse Nr. 80, deren unreelles Geschäftsgebahren unlängst näher gekennzeichnet worden ist, fährt fort, deutsche Geschäftsleute zu benachteiligen. Die Firma läßt durch ihre Agenten in Deutschland Bestellungen aufnehmen, effectuirt dieselben durch minderwerthe, manchmal völlig ungenießbare Weine und treibt später ihre Forderungen in der rücksichtslosesten Weise ein. Die deutsche Geschäftswelt kann deshalb vor Geschäftsverbindungen mit der genannten Firma nur dringend gewarnt werden.
* * Eine Warnung vor unbesonnenen Streichen. Die Auswanderung aus dem deutschen Reiche nach fremden Ländern, und besonders über den Ocean, ist erfreulicherweise in den letzten Jahren recht erheblich gesunken, ein beredtes Zeichen dafür, daß man allmälich doch einsieht, wie man in Deutschland wohl arbeiten muß, wenn man leben und sein Auskommen haben will, drüben aber mächtig schuften muß, um nur zu vegetiren. Der Fall, daß heute noch ein armer Einwanderer drüben durch allerlei Glücksumstände zum Millionär wird, ist gerade so selten, als wenn bet uns in Deutschland Jemand einen tüchtigen Gewinn in der Lotterie macht. Trotzdem ist manchen jungen Leuten nicht auszureden, daß sie drüben ihr Glück mit den Fingern ergreifen könnten, und sie verlaffen das Vaterland, mit dem geheimen Beweggrund nebenbei, sich der Militärpflicht zu entziehen. Die Auswanderung von noch militärpflichtigen jungen Leuten ist nicht so leicht, aber mit allerlei Kniffen und Pfiffen wird sie ja doch mitunter ermöglicht, wie späterhin die Aufrufe der Gerichte beweisen, wenn junge Leute zur Verantwortung vorgeladen werden, welche sich der Dienstpflicht, die jedem wehrfähigen Deutschen obliegt, eigenmächtig entzogen haben. Auch die Einwanderungsvorschriften in den Vereinigten Staaten von Nordamerika sind streng und gegen früher wesentlich erschwert- indessen es schlüpfen immer noch gewandte Ausreißer durch die Maschen des amerikanischen Gesetzes. Geradezu unsinnig sind aber die Anschauungen, die in manchen Volkskreisen gang und gäbe sind bezüglich der Rückkehr von Ausgewanderten, die sich eigenmächtig der Militärpflicht entzogen. So hört man noch vielfach die Annahme aussprechen, nach dreijähriger Abwesenheit könne ein Ausgewanderter aus Amerika heimkehren und wenigstens ein halbes Jahr in Deutschland bleiben. Das ist einfach Unsinn. Gewinnt ein Ausgewanderter nach Verlauf der durch die nordamerikanischen Gesetze vorgeschriebenen Frist das nord- amerikanische Bürgerrecht, dann wird er allerdings bei einer späteren Heimkehr nach Deutschland kaum mehr bestraft. Aber die Behörden zeigen durch die häufig stattfindende Ausweisung solcher Schlaumeyer vom Reichsboden, daß dem Gesetze nicht so leicht eine Nase gedreht werden kann. Wer das amerikanische Bürgerrecht nicht erlangen kann, bleibt in Deutschland unbedingt militärpflichtig, und er kann nach zwanzig Jahren noch in den bunten Rock gesteckt werden, falls er nicht direct untauglich ist. In jedem Falle ist er strafbar. Viel schärfer, als unsere deutschen Gesetzesbestimmungen für den Fall unerlaubter Auswanderung militärpflichtiger junger Leute sind die französischen Bestimmungen, nach welchen auch solche Franzosen bestraft werden, die in fremden Staatsverband eingetreten sind. Hingegen kann, wer ordnungsmäßig auswanderte, sich vor den deutschen Consulaten in den Vereinigten Staaten von Nordamerika bezüglich seiner Brauchbarkeit zum Militärdienst ärztlich untersuchen lassen, hat also nicht nöthig, deshalb in [bie Heimalh zurückzukehren. . Am gescheidesten thut jedenfalls, wer da zu Hause bleibt.
* * Mauöverpoefie. Aus Wiesbaden wird der „Frkf. Ztg." berichtet: Gar Mancher empfindet die Einquartierung als eine Plage und läßt unwillkürlich den etnquartierten Störenfried seinen Groll durch nicht allzufreundltche Behandlung entgelten. Leicht entstehen dann Mißhelligkeiten und Streit, die beiden Theilen nur Unerquicklichkeiten bringen. Dann ist es ordentlich wohlthuend, wenn der Humor nicht versiegt, und es dürfte wohl keine Manöoerquartierwirthin geben, welche dem Verfaffer folgender hübschen Verslein nicht gern seinen zwangsweisen Logirbesuck verziehe. Es ist ein Manöversoldat, welcher nachstehendes Poem seiner Herbergsmutter widmete, von welcher es dann [bem WieSb. Tagblatt zur Verfügung gestellt wurde: „Liebe Wirthin, schilt doch nicht, Ist mir kein Vergnügen, Thu' nichts weiter als die Pflicht, Wenn ich hier muß liegen. Habe auch ein Vaterhaus,
So wie Deine Kleinen, Ging' dort lieber ein und aus, Bei den lieben Meinen. Wenig noch der Jahre sind, Schnell die Zeiten gehen, Dann von Dir vielleicht ein Kind Muß zur Fahne stehen . . . Drum bedenk' Dich in der Zeit Und sei nicht so bitter: Auch wir deutschen Kriegersleut' Haben un'sre Mütter- Uns're Lieben sind zu Haus, Die Dich gerne segnen, Wenn Du ihren Söhnen drauß' Freundlich wirst begegnen."
Grünberg, 12. September. Unter dem Vorsitze des Herrn Schulrath Büchner wurde heute im Gasthof „Zum Hirsch" hier die dritte diesjährige Lehrerconserenz des Bezirks Grünberg abgehalten. Nach dem Vortrag einiger mehrstimmigen Lieder wurde das Protocoll der vorigen Con- ferenz verlesen, worauf Herr Lehrer Dirlam zu Lauter über „Der Anschauungsunterricht" referirte. Wie aus der sich anschließenden Dtscussion hervorging, waren die meisten der Conferenzmitglieder in der Hauptsache mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Sodann behandelte Herr Lehrer Kredel zu Stockhausen „Das Rechnen in der Elementarklasse". In recht ausführlicher Weise entledigte sich derselbe seiner Aufgabe und zeigte, wie dieser an und für sich sehr schwierige Unterrichtsgegenstand in den beiden ersten Schuljahren zu behandeln ist. Auch die über diesen Vortrag eröffnete Discussion beschränkte sich nur auf einige mehr unwesentliche Punkte. — Als letzter Gegenstand stand das Referat des Herrn Lehrer Eimer zu Allendorf a. d. Lda. „Die Mythologie und ihre Nachklänge in der deutschen Litteratur" auf der Tagesordnung. Diese sehr intereffante Arbeit fand bei den Conferenzmitgliedern ungeteilten Beifall. Wegen der vorgerückten Zeit und da über den letzten Vortrag eine Discussion nicht wohl angebracht war, erklärte Herr Schulrath Büchner den officiellen Theil der Conferenz für geschloffen. Die nächste Conferenz wurde auf Montag, den 12. November, festgesetzt. D. Ztg.
□ Aus dem Vogelsberg, 13. September. Die unge-^ wöhnlich große Bodennässe im Vereine mit der warmen Temperatur hat im Walde und im Felde eine Unmasse von Pilzen und Schwämmen aus der Erde entstehen lasten. Betritt man den Wald, so gewahrt man bald alle Arten, auch die selteneren, und in einer vollendeten Entwickelung, die oft Riesenexemplare gezeitigt. Auf den Feldtriften begegnen wir dem in großer Menge dort stehenden Champignon. Wer da weiß, was für ein treffliches Nahrungsmittel dieser Pilz bietet, der vermag es auch zu erwägen, wie schade es ist, daß durch die Unkenntniß der eßbaren Pilze und der Art ihrer Zubereitung auf dem Lande ein recht schätzbares Product verloren geht. Wenn ja auch immerhin etwas mehr Licht in der Pilzkunde unter die Landleute gedrungen ist, so ist dieselbe doch meist noch so dunkel, daß eben fast Niemand auf dem Lande sich um eßbare Schwämme bekümmert. Und es wäre doch hierin so leicht Aufklärung zu schaffen, am leichtesten, wenn in den Schulen die Kenntniß der Pilze durch Vorzeigung von Modellen, die man jetzt aus Papiermache in täuschender Ähnlichkeit fertigt, vermittelt würde. Von eßbaren Arten,, die jetzt überall häufig zu finden sind, nennen wir noch den „Waldchampignon", den „Steinpilz", den „Reizker" und das zarte „Hahnekämmchen". Zu beachten ist bei der Einsammlung der Pilze, daß man nur junge, frische Exemplare aussticht und nicht solche, dir bereits zu schwammig geworden und von Jnsecten durchbohrt sind, weil in diesem Stadium auch sonst vortreffliche Schwämme der Gesundheit nicht zuträglich sind. Dann wolle man auch die Pilze nicht mit der Wurzel aus der Erde ziehen, indem man hierdurch das Brutlager vernichtet, sondern sie über der Erde abstechen.
Mainz, 13. September. Der „M. Anz." schreibt: Der Schlosser Rath aus Kastel, welcher zu Anfang dieses Jahres die Näherin van der Heydt ermordete, dann aber zur Beobachtung seines geistigen Zustandes in die Irrenanstalt in Heppenheim kam, wurde gestern Nachmittag von der Staatsanwaltschaft in Freiheit gesetzt. Unserer Ansicht nach gehört ein irrsinniger Mörder ins Irrenhaus.
Mainz, 13. September. In Nackenheim starb heute Nacht der als Theateragent und Schriftsteller bekannte Karl. Wilhelm Batz.
Vermischtes.
* Krenznach, 12. September. Ein schwerer Unglücksfall trug sich gestern in Idar zu. An einem Neubau stürzte ein 35 Gentner schwerer Steinblock während des Aufziehens ab, erschlug einen Maurer und verletzte einen Maurer sowie den Bauführer lebensgefährlich. — Blutige Kirchweihen feiert man in unserer Umgegend. In Rümmelsheim wurde ein Dienstknecht im Streite erschlagen und in Bretzenheim wurde von einem 20 jährigen Burschen ein älterer Landwirth aus Ippesheim durch Messerstiche tödlich verletzt.
* Esten, 12. September. Auf Zeche Hagenbeck bei Altendorf wurde ein jugendlicher Bergmann von herab- stürzenden Kohlen erschlagen. — Auf Schacht V der Zeche Consolidation bei Schalke stürzte am Sonntag ein Hauer in den Schacht und blieb tobt.
* Stettin, 13. September. Der Schuhmacher Franz aus Nemitz würbe heute Morgen hin gerichtet. Franz hatte am 9. Februar seine Frau unb sein 6 Monate altes Töchterchen ermorbet.
* Aus Westpreußen, 11. September. 106 Mitglieber bes verkrachten Vorschußvereins in Kulm haben bie Aufforberung erhalten, je 4000 Mk. zu zahlen. Ein großer Theil der Betroffenen wirb baburch geschäftlich ruinirt. Ob der Aussichtsrath für bie Fehlbeträge haftbar gemacht werben kann, steht noch nicht fest.
* Speisung der Siebentausend. Ein Speisung von 7500 Mann der preußischen Garbe soll am nächsten Samstag vor der Rückkehr ber Truppen nach Berlin auf Bahnhof DahmSdorf-Müncheberg vorgenommen werben. Es handelt sich um eine Probeleistung einer militärischen Feldküche großen Stils. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Da die Bahnhofswasserleitung untaugliches Wasser liefert, werden


