Ausgabe 
15.6.1894 Erstes Blatt
 
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Crispi, Die lange Dauer der Krisis habe hierin ihren Grund.

Belgrad, 13. Juni. Bei den Gemeindewahlen hat im Innern deS Landes durchweg die Fortschritts­partei gesiegt.

Madrid, 13. Juni. Der Marine- und der Kriegs- minister haben nach dem Süden Spaniens Befehl gegeben, die Truppen und die Kriegsschiffe für alle Fälle bereit zu halten. Die Commandanten der festen Plätze an der marokkanischen Küste haben Anweisung erhalten, auf ihrer Hut zu sein und die größte Vorsicht zu gebrauchen. Von kadix gingen bereits zwei Kriegsschiffe nach Tanger, deren Oberbefehl dem Ministerresidenten von Spanien in Tanger übertragen ist.

Madrid, 13. Juni. Nach derCorrespondencia de Espana" macht nunmehr auch ein Onkel des zum Sultan von Marokko ausgerufenen Abdul Aziz Ansprüche auf den Thron geltend. Der Ausbruch eines Bürgerkrieges wird immer wahrscheinlicher.

Granada, 13. Juni. Gestern fand hier ein heftiges Erdbeben statt, welches mehrere Kirchen zerstörte und zahlreiche Hauser so stark erschütterte, daß ganze Stockwerke i einstürzten und die übrigen Räume in den betreffenden Ge­bäuden unbewohnbar wurden. Die Polizei ließ sofort Räumungsarbeiten vornehmen. Die Katastrophe rief unter der Bevölkerung eine ungeheure Panik hervor. Die Zahl der Opfer konnte noch nicht festgestellt werden.

Vez, 13.Juni. Sultan Abdul Aziz ist mit Truppen im Anzug.

Pinneberg, 14. Juni. Ergebniß der Reichstags- Ersatzwahl: Mohr (natl.) 6091 , Kopsch (frets.) 5052, Raab (Antis.) 2401, Elm (Socialdem.) 12,267 Stimmen. Stichwahl zwischen Mohr und Elm.

Gießen, den 14. Juni 1894.

** Schwurgerichtsverhandlung gegen die Wittwe B o n i f a c i a Brühler von Oberfeld wegen Mord. (Schluß.) Den Ge­schworenen waren wieder zwei Fragen, den Thatbestand des Mords und des Todschlags enthaltend, und die Nebenfrage nach mildernden Umständen im Falle der Bejahung des letzteren vorgelegt worden. Nachdem dieselben (Obmann: Herr Eugen Kauffmann) die auf Mord lautende Frage verneint, die auf Todschlag lautende dagegen bejaht und die hierzu gestellte Nebenfrage verneint hatten, verurtheilte der Gerichtshof die Angeklagte in eine Zuchthausstrafe von 9 Jahren unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungs­haft. Hierauf wurden die Schwurgerichtssitzungen für dieses Quartal geschlossen.

*v Ehrensold. Unter dieser Spitzmarke theilten wir in Nr. 120 mit, .daß sich in Würzburg ein Comite gebildet habe, welches die Veteranen von 1870/71 in Bayern und allen Bundesstaaten aufforderte, gemeinschaftlich beim Reichs­tage um Bewilligung eines Ehrensoldes zu petitioniren, der dem Fond aus der von Frankreich gezahlten Kriegscontribution entnommen werden soll. DieParole", Organ des deutschen Kriegerbundes, wendet sich gegen dieses Vorgehen des sog. Comiles", indem es schreibt:....Kein Verein des deutschen Kriegerbundes darf sich an dieser Agitation betheiligen, welche politischen Cha- racter hat, weil sre den Erlaß eines Gesetzes ' fordert,nach welchem allen noch lebenden Kriegsveteranen J der Jahre 1870 und 1871 ohne Unterschied der Charge aus 1 dem Reichsinvalidenfonds ein lebenslänglicher Ehrensold aus­gezahlt werde. Unsere Satzungen verbieten jedem Vereine eine derartige Betheiligung. Was das Vorgehen der drei Herren vom Centralcomit«, S. Maag, vormals Regiments­schuhmacher, G. M ü l l e r, vormals Feldwebel, A. M e s s e r e r, vormals Lazarethgehilfe, betrifft, so mag dasselbe ja recht gut gemeint sein, aber für jeden Einsichtigen ist klar, daß die Herren und ihre Mandatgeber sich in eine von vornherein aussichtslose Sache gestürzt haben, die nur wegen der Maßlosigkeit der Forderung mit einer recht empfindlichen moralischen Niederlage abschließen kann. Aus diesem Grunde warnen wir auch jeden einzelnen Bundeskameraden, sich für seine Person durchUnterschriftensammeln" und Francoeinsendung eines kleinen Betrages zur Kostendeckung" an dieser nutzlosen, die Gemüther erregenden und schließ­lich Unzufriedenheit erzeugenden Agitation zu betheiligen." Das Präsidium des badischen Militärverbandes nimmt gegen die Petition in folgender Weise Stellung:Durch Zuschriften einzelner Herren Gau-Vorsitzenden ist zur Kenntniß des Prä­sidiums gekommen, daß an verschiedene Vereine des Landes­verbandes Aufforderungen eines in Würzburg zusammenge­tretenen Central-Comites gelangt sind, sich einer von dort angeregten Agitation für Erwirkung eines Ehrensoldes für alle Veteranen aus dem Kriege 1870/71 anzuschließen. Das Präsidium kann von jeder Betheiligung an dieser Agitation nur eindringlich abmahnen und müßte namentlich jedes Vorgehen von Seiten der Vereine zu Gunsten derselben entschieden mißbilligen. Abgesehen davon, daß das Ver­langen eines Ehrensoldes auf das Ehr- und Pflichtgefühl der alten Soldaten, welche ihren schönsten Lohn in dem Bewußtsein finden, treu ihrer Pflicht für des Vaterlandes Schutz und Unabhängigkeit gekämpft zu haben, nur ein schiefes Licht zu werfen geeignet ist, geht die Auf­forderung von einzelnen Personen aus, welche sich ohne jede Berechtigung alsCentral-Comite der vereinigten Veteranen Deutschlands" bezeichnen. Auch das in der Aufforderung enthaltene Verlangen, für jede Unterschrift 10 Pf. etnzuzahlen und auf das Würzburger Journal zu abonniren, muß zu ernstem Bedenken bezüglich der damit verbundenen Absichten veranlassen."

* * Die Kronprinzessin von Schweden passirte heute Nacht 121/a Uhr auf der Reise von Frankfurt nach Stockholm die hiesige Station.

* * Neue Beamteustellen. In dem von den beiden Kammern der Stände genehmigten Hauptvoranfchlag für die Finanz­periode 18941897 sind im Ressort der Minifterialabtheilung für Steuerwefen die Stellen eines Districtseinnehmers zu Bingen, eines Revisionscontrolleurs bei dem Hauptsteueramt Worms und eines Controlleurs bei dem Steueramt Friedberg neu vorgesehen. Es ist beabsichtigt, diese Stellen zu besetzen, sobald die zu erwartenden Gesuche eingegangen sind.

* * Ernannt wurde der Oeconom am Landeszuchthaus Marienschloß Johann Ernst Murh zum Oeconomen an der Zellenstrafanstalt Butzbach.

* * Milchrevision. Bei einer heute Vormittag stattge- habten Polizeilichen Revision der Milch wurden mehrere Proben entnommen und dem chemischen Untersuchungsamt zur weiteren Untersuchung übergeben, da der Verdacht der Fälschung vorliegt.

* * Truppen-Verlegung. DasDarmst. Tgbl." schreibt: Dem Vernehmen nach besteht die Absicht, den in Butzbach garnisontrenden Thetl des 2. Großh. Drag.-Regts. Nr. 24 nach hier und dafür nach Butzbach eine Abtheilung des Feld- Art.-Regts. Nr. 25 zu verlegen.

* * Ein prachtvolles Geschenk wurde dem Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. am vorigen Montag von Herrn Wolff in Gießen gemacht, der dem Institut einen er­wachsenen Sundatiger überließ. Nach Mittheilungen des Herrn Wolff hatte das Thier einen chinesischen Gemüsehändler, der auf seinen Feldern beschäftigt war, überfallen und zer­rissen. AlsDato" ( Fürst), so ist der Name des Tigers, in der Falle saß, kamen Frauen und Mädchen aus dem Dorfe, um zu dem Thier zu beten. Die Mütter brachten ihre kranken Kinder mit der Bitte, der Tiger solle sie gesund machen und ein junges Mädchen erbat sich einen Mann! Der Tiger ist ein Weibchen und zeigt deutlich die Unter­schiede zwischen der Sunda-Rasse und den im nebenan befind­lichen Käfig untergebrachten bengalischen Tigern. Im Aquarium ist nun auch der Engelhai aus der Nordsee ein- getrossen und es sind daher jetzt drei Haifischarten zu gleicher Zeit ausgestellt.

* * Ausstellung In den Tagen vom 5. bis 12. August d. I. wird in Darmstadt in Verbindung mit dem neunten Gastwirthetag deS Süddeutschen Gastwirthe- Verbandes (welcher den Landes-Verband der Wirthe Württembergs, den Rhein - Main, Badischen-, Elsaß-Loth­ringischen-, Saarbliesthal-, Mitteldeutschen-, Nassauischen und den Bayerisch-Pfälzischen Verband, sowie eine Anzahl Städte in Westfalen umfaßt), eine große fachgewerbliche Ausstellung veranstaltet werden. Zur Ausstellung sollen dabei alle in das Hotel- und Wirthschastswesen einschlägigen Gegenstände gelangen und zwar: Weine, Schaumweine, Bier, Spirituosen, Mineralwässer re., Nahrungsmittel, Conserven, Fleischwaaren, Pasteten, Molkereiproducte, Conditorei, Bäckerei, Chocolade- fabrikate, Conservirungsmittel, Koch - Apparate, Oefen, Ventilations'Apparate, Eisschlänke, Kühlvorrichtungen, Aus­schank-, Feuerlösch- und Rettungs-Apparate, Speiseaufzüge, Wtrthschafts Möbel, Haushaltungs- und Küchen-Gegenstände, Silber-, Stahl- und Nickel - Maaren, Ausstattungs - Artikel, Decorationen, Electrische Einrichtungen, Beleuchtungs- und Signalwesen, Musikalische Instrumente, Billards, sonstige Gesellschaftsspiele, Erzeugnisse der Buchdruckerei, der Kunst und der Buchbinderei, Artikel für Raucher, Keltern (Pressen) und Kellereiartikel, Klein-Motoren, Fässer, Erzeugnisse der Gärtnerei u. A. m. Diese Ausstellung dürfte eine der be­deutendsten werden, welche jemals auf diesem Gebiete ver­anstaltet worden sind,- für hervorragende Leistungen werden Ehren Urkunden re. verliehen. Anmeldeformulare und Be­dingungen sind von dem Ausstellungsbureau, Nieder-Ramstädter- straße Nr. 71, Darmstadt zu beziehen.

* * Kaufliebhabern von Schweizerziegeu wird die größte Vorsicht beim Ankäufe derselben durch Händler empfohlen. Es besteht nämlich begründeter Verdacht, daß gewisse Handelsleute weiße Ziegenlämmer von der einheimischen Landrasse alsrassenechte Schweizer-Ziegen" in den Handel bringen, mit dem Vorgeben, dieselben stammten aus der Ziegen- zuchtstation.

* *Feinste Tafelbutter" in Postcollis ä 5 Kilo zu 7,25 Mark bieten galizische und österreichische Firmen im Jnseratentheil deutscher Zeitungen an. Wer sich eine solche Buttersendung unter Nachnahme schicken läßt, ist hi nein- gefallen. Die Butter sieht unsauber aus, ist oft mit Schimmelpilzen überzogen, verdorben und ungenießbar. Ihr Geruch und Geschmack ist widerlich und bitter, ihr Wasser­gehalt beläuft sich oft auf 19,5 Procent, während sonst im Höchstfälle nur bis 16 Procent Wasser in der Butter ent­halten sein dürfen. Außerdem muß noch der Umstand er­wähnt werden, daß nach Abzug der Verpackung nur 3]/2 bis 33/4 Kilo Butter den Empfängern verbleiben. Demnach ist das Pfund dieser schlechten Butter unter Hinzurechnung des Zolles mit 1 bis 1,5 Mark zu bezahlen. Dafür erhält man aber in Deutschland wirklich gute Butter. Ebenso verhält es sich mit dem angepriesenenbilligen Honig". Dieser kommt ebenso theuer, als hier gekaufter, welcher wirklicher Honig ist, während der, welchen die Aus­länder schicken, von einer gelben Schmiere nicht zu unter­scheiden ist.

* * Wann zahlt die Post Schadenersatz? In Folge der vielfachen, den Postanstalten zugehenden unrechtmäßigen Schaden Ersatzansprüche wollen wir hier kurz ansühren, in welchen Fällen und in welcher Weise die Post dem Publikum Garantie für ihr übergebene Sendungen leistet: a) für verloren gegangene Einschreibesendungen und Post-Auftragsbriefe werden vergütet je 42 Mk.- b) für ver­lorene oder beschädigte Geldbriefe und Werthpackete der an­gegebene (versicherte) Betrag- c) für gewöhnliche Packete im Falle eines Verlustes oder einer Beschädigung der wirklich ' erlittene Schaden, jedoch höchstens 3 Mk. pro halbes Kilo­

gramm. Für den Verlust oder die Beschädigung vonPoff-' packeten ohne Werthangabe" wird im Weltpostverkehr ein dem wirklichen Betrag des Verlustes oder der Beschädigung ent­sprechender Ersatz, höchstens jedoch 12 Mk. für ein Packet bis 3 Kilogramm und bez. 20 Mk. für ein 5 Kilo-Packet - d) für die auf Postanweisungen eingezahlten Geldbeträge wird voller Ersatz gewährt- e) für einen durch verzögerte Be­förderung oder Bestellung von Sendungen unter b und e entstandenen Schaden leistet die Poft Garantie, wenn die Sache in Folge der Verzögerung verdorben oder ihren Werth ganz oder theilweise verloren hat. In allen Fällen wird außerdem das etwa bezahlte Porto erstattet. Die Ersatz­ansprüche sind innerhalb 6 Monaten, vom Tage der Einliefe­rung der Sendung an, bei derjenigen Postanstalt anzubringen, bei der die Sendung aufgegeben wurde. Für gewöhnliche Briefpostsendungen wird weder im Falle eines Verlustes oder einer Beschädigung, noch im Falle verzogener Beförderung oder Bestellung Ersatz geleistet.

O Von der Ohm, 13. Juni. Das diesjährige Gesang­fest desOhm-Lumda-Thal-Sängerbundes" wird in Weiters- hain abgehalten. Bereits trifft man hierzu emsig Vorbe­reitungen und versendet zu diesem Zweck die Einladungen an die betreffenden Vereine dieser Tage. Im nördlichen Theile des Kreises Alsfeld hat sich ein neuer Sängerbund unter dem NamenEintracht" gebildet. Derselbe will sein erstes Bundesfest Sonntag, den 8. Juli d. I. zu Eutorf abhalten.

A Mainz, 13. Juni. Laut einem bei dem Central­ausschuß soeben von dem Hosmarschallamt in Darmstadt ein­getroffenen Telegramm wird der Großherzog kommenden Sonntag - Nachmittag zwischen 3l/2 und 4 Uhr auf dem Schützenfestplatz erscheinen und mit dem ersten Schuß das Bundesschießen eröffnen. Wie eine Localcorrespondenz mitlheilt, beabsichtigte eine österreichische Militär­capelle mit einem Wiener-Schützenverein zu dem Schützen­fest hierherzukommen. Dieser Plan mußte aufgegeben werden, da die österreichische Militärbehörde die Erlaubniß zu der Reise verweigert hat. Beim Abbruch derUmsassungs- mauern des im Januar niedergebrannten Casinozum Gutenberg" stürzte eine Brandmauer gestern Abend nach der Straßenseite Yin zusammen und zwar derart, daß sie mit einem Theil durch ein großes Chorfenster in die gegenüber­liegende Kirche des Jnvalidenhauses fiel. In der letzteren entstand hierdurch eine große Panik und versuchten einige Personen durch die Fenster einen Ausgang ins Freie zu ge­winnen. In großer Lebensgefahr.befand sich der Organist, welcher durch die hereinstürzenden Mauerreste von seinem Sitz geschleudert wurde, aber mit unerheblichen Verletzungen davonkam. Außer der Beschädigung des Gebäudes ist kein ernster Unfall vorgekommen.

?. Mainz, 13. Juni. Elftes^deutsches Bundes­schießen. Eifrig wird der Bau von Triumphbögen, die Ausschmückung der Straßen und Häuser betrieben. Die Festzier wird eine so reiche und geschmackvolle, wie sie hier vordem noch bei keinem Feste geschaut wurde. Die öster­reichischen Schützen haben in, ihr Programm den gemein­schaftlichen Besuch des Niederwaldes aufgenommen und werden am Nationaldenkrnal einen Kranz niederlegen. Der Centralausschuß hat beschlossen, den Ehrenpreis der Stadt Mainz im Betrage von 2000 Mk. auf Festscheibe Mainz" zu stellen. Auf den anderen Festscheiben stehen die Ehrenpreise gefrönter Häupter als erste Nummer. Der Ehrenpreis des deutschen Kaisers, ein wundervoller Pokal mit Deckel nach dem Entwurf von Professor Doepler d. I., ist gestern hier eingetroffen.

Vom Maine, 12. Juni. Infolge der überreichen Kirfchenernte werden die Kirschen gegenwärtig zu­weilen um wahre Schleuderpreise abgegeben. Die Gemeinde Zellhausen bei Seligenstadt versteigerte z. B. am Samstag 56 reich behangene Kirschbäume zur Aberntung und erzielte dabei Beträge von 15 Pf. bis höchstens 1 Mk. 20 Psg. pro Baum. In den Vorjahren wurden durchweg rund 8 Mk. pro Baum erlöst.

Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 13. Juni. Die Leiche des seit dem 7. d M. vermißten Knaben Büschler, den, wie auch die Polizei zuletzt überzeugt war, Zigeuner geraubt haben sollten, wurde gestern Abend in einem Wasserlache nahe dem Gutleuthose auf gesund en. Die Leiche war vollständig gekleidet, nur der Hut fehlte. Spuren von Gewaltthätig- keit fanden sich nicht vor. Auf welche Weise der Knabe in das Wasierloch gerathen, ist noch nicht festgeftellt. Mäher, die in der vorigen Woche dort beschäftigt waren, haben nichts bemerkt.

* Bonn, 12. Juni. In Eitorf ist gestern Abend der Gensdarm Tilgen von einem Verbrecher, Namens Daniels, als dieser mit einer Dime in Haft genommen werden sollte, meuchlings überfallen und durch 5 Revolverschüsse getöbtet worden. Der Mörder wurde festgenommen und wäre von der erbitterten Volksmenge beinahe gelyncht worden. Unter der Bevölkerung Eitorfs herrscht unbeschreibliche Aufregung. Der Ermordete hinterläßt Frau und drei Kinder.

* Berlin, 13. Juni. An dem Neubau der Reichspoff in der Leipzigerstraße stürzte ein eiserner Tragebalken herunter und riß das Gerüst mit. Ein Arbeiter wurde getöbtet, bret schwer verletzt.

* Stettin, 12. Juni. In ber vergangenen Nacht wurde ber Militärposten im Arsenalhofe, Grenabier Tobalski, von bem Bäckergesellen Augustin beschimpft und thätlich angegriffen. Der Posten schlug ben Angreifer mit bem Kolben nieber unb burchbohrte ihn, als er von Neuern ben Solbaten angriff, mit feinem inzwischen auf* gepflanzten Bajonett. Augustin blieb tobt auf bem Platze liegen.