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Freitag den 11 September
M 215 Zweites Blatt
chratisöettage: Hießener Isamilienökatter
ä 1000 Mk.;
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18 81:
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523 bis 525 ä 2000 Mk.,
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955 bis 960
1128, 1393 bis 1398
Nr.
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
3) Bon den 4 procentigen Staatsreuteu- Obligationen von 1879: Aus der Verloosung pro 31. Dezember 1893: Lit. B. Nr. 626 ä 500 Mk.
Vierteljähriger x Abonucmcntsprei« t- 2 Mark 20 Pfg. mir Bringerlohn.
Durch die Post bezogen^ 2 Mark 50 Pfg.
«cdaction, Expedition- und Druckerei:
Sckiutstraße Kr.7.
Fernsprecher 51.
A.
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6 Wie Wetterleuchten zuckt es über die starren Züge des Burschen. Er spricht kein Wort, er preßt das schöne Wesen an seine Brust und selige Wonne durchschauert ihn. „Hast Du mich auch noch lieb, wein Friedel? „Ob ich Dich lieb hab? Frag mich nicht! „Und warum nicht?" . „
Weil ich nichts hören will, wenn Du bei mir bist.
Sie spricht nichts mehr- eine Rose bricht sie vom schwankenden Zweig und gibt dem Friedel die Blume. Der schaut sie an, dann in die unschuldvollen Kinderaugen und wieder bleibt er stumm.
(Schluß folgt.)
Chpreffen stehen dort^und am Wege trauert manch einsames Vergißmeinnicht zu Zeiten. c_
Die Sonne steigt heraus und ihre Strahlen spiegeln sich in tausend diamantenen Thautropsen. Auf dem nasien Zwerge hüpft ein Bogel, wetzt sich am Gefieder seinen Schnabel, dann steigt er jubelnd in die Luft und sucht sein Weibchen, da« ihm in der Frühe entschlüpste.
Des Lebens Lust und Freude athmete ringsum die Herr Ud|C Am Rosenstrauch steht der Friedel und sein Spaten liegt am Boden. Er schaut ins Innere einer voll »blüh -n Rose. Und lang- steht er so, der arme K»l, und sinnt und blickt, und doch schwinden sie mcht, die dunklen 8«etfel in der Seele. Nicht schön ist der Bnrsche, wirr hangen ihm die blonden Haare über die Stirn. Durch di- »üben Augen kann Niemand hinunter schauen ins Herz, und dort drinuen
*Da rauscht der weiße KieS — ein hastiger, leiser Schritt und bei ihm steht ein junges Mädch-n, des reichen Gartner«
Der fcUfcetter Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener A-mlkt-nvrälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Anzeiger.
Amts- und Anzeig-blatt für den Nvcis
Als er vor wenigen Minuten müde von der Feldarbeit heimkam, hat. er durchs Fenster den Hans erblickt, wie er sein Mädel umarmte.
Hans ist ein armer Kerl- er besitzt nichts und nicht viel mehr hat die Grethe- aber ein Herz lacht beiden im Leibe, werthvoller als vieles Gold. •
Da standen sie hinterm Brunnen, umweht von Abendwinden, und hielten sich umschlungen.
Die Grethe lehnte den Kopf an die breite Brust des Burschen und glücklich schauten sie sich an. Es war dem Alten da, als fühle er die Macht der dunklen Augensterne. Ein unnennbares Etwas, noch von einer Zett, die langst entschwunden, zog durch die alte Brust,und wie er- so das Paar betrachtet, rollt eine Thrane über die gefurchte Wange.
Langsam sank er da am Tische nieder.
Ein altes Kästchen steht auf «demselben - mit leisem Knistern hebt sich der Deckel und der Alte leert den Inhalt vor sich auf den Tisch.
tl. Rosen sind es, groß und klein, doch alle beinahe schwarz vom Alter — oder sind fie's gar von Küsten, die auf ihnen erstarken? m
Des Alten Augen umzieht ein Glanz, Wehmuth beschleicht sein Herz. Er schaut ihn an, seinen einzigen Reichthum: Zeugen einer verlorenen Liebe!
Tiefer sinkt sein Haupt auf die Rosen, auf zischt die schmierige Lampe, ein Nachtfalter flattert herein zum offenen Fenster — und sachte entschläft der Alte.
* * *
Ein wunderschöner Garten liegt am Berge, ein kleiner Paradies. Rosen blühen und duften- der Flieder wiegt sich,
Lit. A. Nr. 1989 bis 1994
„ 2001 bis 2006
„ 2019 bis 2024
1699 bis 1704 1
4591 bis 4620 | » oQO Mk.
„ 4771 bis 4800 j
Wir setzen die Inhaber dieser Staatsschuldverschreibungen hiervon mit der Aufforderung in Kenntniß, die Nominalbeträge derselben zwischen dem 22. und SL. De- cember 1894 gegen Rückgabe der Obligationen und der dazu gehörigen, nicht mehr zahlbaren Zinscoupons nebst alons bei Großherzoglicher Hauptstaatskaste dahier oder für deren Rechnung bei dem Bankhause M. A. von Rothschild und Söhne zu Frankfurt a. M. um so gewisser zu erheben, als dieselben in Gemäßheit des Art. 3 des Gesetzes vom 16. Juli 1833 vom 1. Januar 1895 an nicht mehr verzinst werden und infolge davon die nach dem Ruckzahlungstermin noch eingelöst werdenden Zinscoupons von den bereits ver- loosten Obligationen an dem Kapitalbetrag dieser Obligationen selbst in Abzug gebracht werden.
Von den bereits früher verloosten und gekündigten Großherzoglich Hessischen Staatsschuldverschreibungen sind noch rückständig:
1) Von den Si/2 procentigen ^vtaatsstrastenbau- Obligationen:
AuS der Verloosung pro 1. Januar 1879:
Lit. A. Nr. 1483 und 1519 vom 1. April 1838 a 100 ft
2) Bon den 4procentigenEiseubah«-Obligattonen:
Aus der Kündigung pro 1. Juni 1880: Nr. 9091 vom 1. Juli 1846 ä 500 fl.
Feuilleton.
Der alte Friedel.
Ein Traumbild. Von Schätzler-Perasint.
(Nachdruck verboten.)
Vergeb'ne Hoffnung, furchtbar eitler Wahn! Um ew'ge Treu auf Erden ists gethan!
„Fliegender Holländer."
Der Tag liegt im Sterben! Purpurne Lichtwellen fluthen den Horizont entlang, den Sieg der Nacht verkündend. Lauer Wind stretcht die Kronen der Bäume und leise flüstern die Blätter eine Gute Nacht einander zu.
Vom Felde sind sie heimgekehrt, die lustigen Bauern- burschen; scherzend und lachend werfen sie Rechen und Schaufel in den Schuppen.
Da und dort ist einer, der sein widerstrebendes Mädel um die Hüften faßt und einen schallenden Kuß auf die rothen Lippen drückt, oder brummend sich abwendet, wenn es ihm statt der Lippen die arbeitsschwere Hand mit kaum miß- zuverftehender Bewegung zeigt.
Droben in enger Kammer des Hauses sitzt ein alter Mann am wurmstichigen Tisch, eine rußige Lampe vor sich, und blickt ins Halbdunkel.
Durch das offene Fenster dringt der Lärm der sich tm Hofe Tummelnden.
Der Alte hört es; langsam streicht er mit der Hand über das spärliche weiße Haar. Ein Seufzer, wie aus kranker Brust, zieht durch die Stube.
Bilder der Vergangenheit sind vor ihm aufgestiegen. — Träume — wie so oft, wenn er durch einen Zwischenfall -daran erinnert ward.
WirthschastSschürzen nur 60 bis 75 Pfg. Nicht viel besser sieht es in der Fancy-Confection aus. Arbetterhemden, die unendlich viel Mühe machen, auch ihrer schweren und oft sehr übelriechenden Stoffe wegen schlecht zu nähen sind, werden mit 1.25 Mk. das Dutzend bezahlt, hier und da gwt e» wohl auch nur 1 Mk. oder 90 Pfg. Wollene Damenhemdea werden in gleicher Weise bezahlt, wollene Dame^einklei^ sogar nur mit 80 Pfg-, sehr gute mtt 1.75 Mk^ Sport- Hemden, die ebenso genau wie Oberhemden gearbeitet sein müffen, schwanken zwischen 1.75 und 2.40 Mk. Bedenkt man nun, daß die Näherin von all diesen Sachen wohl kaum ein Dutzend am Tage fertig stellen kann, so kann man sich ein ungefähres Bild von ihren Einkünften machen. Die Mäntelnäherin verdiente früher viel- augenblicklich aber gibt -s für em Jack-t nur noch 90 PIg., -'nen Regenmantel 1.25 Mk. Auch für die Tricotnäherei sind die Preise sehr heruntergegangen. Wenn das Dutzend Taillen mit 1.75 Mk., das Dutzend Taillen-Knopflöcher mit 1.30 Mk., wobei noch die Seide zugegeben ist und Knöpfe angenaht werden wü fen, bezahlt wird, so ist dies schon sehr hoch. Ebenso schlecht oder noch schlechter stehen sich die „Handarbeiterinnen' . Für das Dutzend ganz feine Oberhemden-Knopflöcher gibt es 25 Pfg., wobei auch das beste Garn genommen werden mutz. „Verperlerinnen" bekommen für das Vernähen von einem Bündchen Perlen 20 Pfg., die großen Spitzen-Lampenschtrme werden mit 50 Pfg. das Dutzend bezahlt. Berd erben bringend für die gewerbsmäßige Arbeiterin ist auch der Wettbewerb der Damen aus besseren Kreisen, die sich namentlich mit seinen ^QnbQ^6c ein „Taschengeld" verdienen wollen und deshalb in ihren Mußestunden für jeden Preis arbeiten. Was die niedrigen Löhne oft noch drückender macht, ist endlich die empörte Behandlung, die den Arbeiterinnen in einigen Geschäften zu Theil wird. Es gibt in Berlin Firmen, sogar Jo genannte „anständige Firmen", welche ihre Arbeiterin di-- Woche lang arbeiten lassen, am Zahltage aber in unberechtigter Weis die Leistungen bemängeln und die Sachen, die m Wirklichkeit gut gearbeitet sind, zum Aendern JutMgeben, nur um ein paar Mark einbehalten zu können! Andere Geschäfte laßen die abliefernden Arbeiterinnen Stunden lang warten, ohne zu bedenken, daß für die Aermsten jede Secunde Geld ist. Und um nur den bittersten Hunger stillen zukönnen, müffen die Unglücklichen fick Alles gefallen laffen. Möchten das d e bester gestellten Damen bedenken und ihnen nicht noch die Preise verderben!
* Der Wirth zum Löwenbräu erhält zu seinem GeburtS- tag »on feinen Stammgästen allerlei kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten. Zuletzt naht auch der Student Pumpmai-r, halt eine H-rz und Nieren rührend- Festrede und Überreich zum Schluß dem gerührten Herbergsvater als Ehrengeschenk für den Festtag — ein neues Stück Kreide.
Amtlichsv Thsil.
Verloosung
Großherzoglich Hessischer Staatsschuldverschreibungen für 1894/95.
In Gemäßheit der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen I sind folgende Staatsschuldverschreibungen auf den »1. De I cember 1894 zur Rückzahlung berufen worden. .
Die verloosten 4proc. Staatsrenten-Obligattonen: 1
a. von 1879:
4) Bon den 4 procentigen Staatsrenten- Obligattonen von 1881
Aus der Verloosung pro 31. Dezember 1892: Nr. 5174 ä 200 Mk.
Aus der Verloosung pro 31. Dezember 1893: Nr. 1127 A 1000 Mk. , , ,
Außerdem sind mit Zahlungssperre belegt word-n -.
1) Die Zinscoupons zur 4 procentigen Staatsrenten- Obligation von 1881 über 200 Mk. Nr. 3944 pro 1. Januar 1890 bis incl. 1. Januar 1891.
2) Die Zinscoupons zu den 4 procentigen Eisenbahn- Obligationen von 1876, nämlich:
Nr 5381 pro 15. Mai 1890 über 40 Mk. 49624, 53432, 71145, 71632, 72143, '' 72146, 73328, 73329, 75012, 79761 pro 15. Mai 1890 über je 4 Mk.
Darmstadt, den 31. August 1894.
Großherzogliche Staatsschulden-Commission. Lindeck. _____I. Moellinger.
Vermachter
* um eine Mark bis an den Kaiser. Während das zweite Bataillon der 93er kürzlich aus seiner Garnison Bernburg zu einer Schießübung bei Roßlau ausgeruckt war, traf bei demselben ein von Bergen in Norwegen datirtes Schriftstück mit der Unterschrift Kaiser Wilhelms ein, in welchem einem Soldaten eine ihm vom Militärgericht zu- । bictirte Strafe von einer Mark im Gnadenwege erlassen war. Der Soldat hatte jedenfalls eine nicht wie eine Venus gewachsene Maid einen „Kuhstallslrampet" genannt. Das beleidigte Mädchen hatte geklagt, der Soldat ward verurtheilt, hatte sich aber mit einem Gnadengesuch an seinen obersten Kriegsherrn gewandt und so war ihm in Gnaden diejvtrafe erlaffen worden. Man steht, mit welchen fch-inbaren Geringfügigkeiten sich der Kaiser selbst auf einer Erholungsreise zuweilen zu beschästigen hat. Vielleicht hat jener Ausdruck, I der in der Bernburger und Köthener Gegend, namentlich aus dem Land-, gang und gab- ist, die Heiterkeit des hohen
I Herrn erregt.
I * Die Frauenarbeit ist von jeher stets am schlechtesten ! bezahlt worden- wie tief aber die Löhne äugen» I blicklich in Berlin gesunken sind, mögen folgende Zahlen beweisen, di- d-r „Tägl. Rundschau" van sachv-r- I ständiger Seite zugehen: Eine Wäschenäherin erhalt sur das I Dutzend Damenhemden 1.25 bis 2 Mk., für sehr gute £6001:6 I 3.50 bis 4 Mk., Oberhemden werden mit 3, 5 und b Mk. I bezahlt- die besseren erfordern jedoch soviel Arbeit an doppeltem I Absteppen, Füttern und feinen Knopflöchern, daß die Arbeiterinnen in der Regel billige Arbeit, sogenannte Schluderarbeit vorzi-h-n. Am schlimmsten find die Schürz-narb-,t-rinn-n 1 daran. Sie erhalten von manchen Geschäften für das Dutzend


