beim Publikum so sehr beliebte Einschleppen von NabrungS- und Genußmitteln, welches auch die sorgfältigste Ueberwachung nicht ganz verhindern kann. Die Darbringung solcher Liebesgaben entspringt ja dem nur natürlichen Bedürfnisse der Angehörigen, dem Patienten ein Genußmirtel oder eine Erfrischung zu bringen, von der angenommen wird, daß sie dem Geschmack deS Patienten entspricht und im Krankenhause nicht verabreicht wird. Die Wahl dieser Genußmittel ist aber meist eine dem Gesundheitszustände des Patienten wenig entsprechende. Oft genug haben die Kranken von durchg-schmuggelteu Liebesgaben effectiven Schaden und alljährlich find einzelne Todesfälle auf dergleichen Zuträgereien zurückzuführen. Das Alles ließe fich vermeiden, wenn daS Publikum sich entschließen könnte, durch die Saalschwester btt dem betreffenden Arzte anzufragen, ob diese oder jene Erfrischung, welche das Krankenhaus nicht bieten kann, dem Kranken zuträglich und erlaubt sei. Das Mitbringen von Orangen, Fruchtsäften, Blumen usw. wird von ärztlicher Seite nicht leicht beanstandet werden. Endlich dürfte sich zur allgemeinen Berücksichtigung empfehlen, daß die besuchenden Angehörigen oder Freunde von etwaigen, ihnen von den Kranken anvertrauten Wünschen beim Fortgehen der Saalschwester oder dem jourhabenden Arzt sofort Kenntniß geben möchten.
* In Göttingen soll vom 1. October ab der Pump beschränkt werden. Eine Anzahl dortiger Gastwirthe hat sich „zur Einschränkung der Borgwirthschaft und Beseitigung der durch dieselbe hervorgerufenen Mißstände" zusammen- gethan und sich vertragsmäßig auf folgende Punkte geeinigt: 1) Am Ersten eines jeden Monats wird dem Gaste Rechnung über demselben im Laufe jeden Monats verabreichten Mittags- tisch übergeben. Diese Rechnung muß bis zum 10. des RechnvngSmonats bezahlt werden. Wird dieselbe bis zu diesem Zeitpunkte nicht bezahlt, so wird der säumige Schuldner zum MütagStlsch nicht mehr zugelassen, auch dürfen anderweite Speisen und Getränke demselben nur noch gegen Baarzahlung verabreicht werden. 2) Den sämmtlichcn unterzeichneten Wirthen werden die Namen solcher vom MittagStisch wegen Zahlungsverzuges ausgeschloffenen Gäste von dem betreffenden Wirthe mitgetheilt. Nach erfolgter Anzeige darf solchen Gästen Mittagstisch überhaupt nicht gewährt und anderweite Speisen und Getränke auf Credit nicht verabreicht werden, bevor der anzeigende College wegen seiner Forderung befriedigt ist. 3) Im Falle der Zuwiderhandlung gegen §§ 1 und 2 unterwirft sich Jeder der Unterzeichneten sür jeden einzelnen Fall einer Conventtonalstrafe von 600 Mb, welche nach Beschluß einer aus drei Mitgliedern bestehenden Commission der unterzeichneten Wirthe zu milden Zwecken verwandt werden. 4) Bei Beginn des Mittagstisches werden dem Gaste diese Bestimmungen nebst der voraufgegangenen Begründung zur Einsicht vorgelegt oder überreicht. 5) Sollte ein Gast aus besonderen Gründen eine abweichende Zahlungsfrist verlangen, so hat der betreffende Wirth dies sofort der bestimmten Commission anzuzeigen. Diese beschließt über die Wichtigkeit der Gründe und die zu gewährende Frist. — Die vorstehenden Bestimmungen treten mit dem 1. October 1894 in Kraft. Die bis dahin entstandenen Verbindlich- keiren der früheren Mittagsgäste werden durch dieselben nicht berührt.
* Die Erinnerung an den Braud des Wiener Ring- Theaters im Jahre 1881 wird wieder wachgerufen durch den kürzlich erschi neuen zwölften Jahresbericht der für die damals Verunglückten oder Hinterbliebenen errichteten Stiftung. Das Capital dieser Stiftung bestand am Ende des Jahres 1893 aus Werthpapieren und Sparkaffe-Einlagen im Betrage von 1 375 812 Gulden. Ferner ist noch die Stiftung eines „ungenannt" sein wollenden Menschenfreundes (Götti) mit 100000 Gulden ungarischer Goldrente zu verzeichnen. Das Jahreserforderniß betrug 38356 Gulden. In erster Linie participirten am Hilfsfonds die Kinder der Verunglückten, 122 an der Zahl. Davon sind 13 gestorben und 38 haben die Großjährigkeit erreicht, wo ihnen ein Capital von 6000 Gulden Goldrente übergeben wird. Fünf haben dieses Capital noch nicht oder nur theilweise erhoben. Noch ver- ble-ben 70 minderjährige Mitglieder der Kinder-Affociarion. Das sür diese sowie für die fünf bereits über 24 Jahre alten Mitglieder der Kinder - Affociation hinterlegte Capital beträgt 429 300 Gulden. Lebenslängliche Renten von jährlich 60 bis 600 Gulden erhalten 99 Parteien im Gesammt- betrage von 29 520 Gulden. Zeitliche Renten von jährlich 60 bis 480 Gulden (eine Partei 1200 Gulden) erhalten 29 Parteien im Gesammtbetrage von 7180 Gulden. Aus! der 100000 Gulden. Stiftung erhalten 5 Personen insgesammt 1044 Gulden. Seit dem Beginne der Hilfsaction sind 72 Renten mit dem Gesammt-Jahresbezuge von 16 4Z0 Gulden erloschen. Die Auszahlung erfolgte im Jahre 1893 an 128 Rentner und 76 Mitglieder der Kinder-Association.
— Wie schützt man fich vor Zudringlichkeit? Wenn eine Dame allein auögeht und von einem lästigen Bewunderer verfolgt wird, soll sie sich darüber beleidigt zeigen? Und welche sind die unfehlbaren Mittel, ihm begreiflich zu machen, daß er sich auf falscher Fährte befindet? Die heiklen Fragen werden vom Pariser „Figaro" aufgeworfen und erörtert. <5tne Leserin erzählt: „Meine ehrwürdige Großtante z. B. wußte sich in folgender Weise zu helfen. Sie hatte in ihrer Jugend, wie man mir erzählte, Augen, die alle Vorüber- gehenden in Bewunderung versetzten. Eines Tages, als sie vom Faubourg St. Germain zurückkam, sah sie sich plötzlich auf der Brücke de la Concorde von einem Dandy oder „Lion", wie man damals zu sagen pflegte, verfolgt. Sie beschleunigte ihre Schritte, der Dandy jedoch folgte ihrer Spur- plötzlich über die Place de la Concorde eilend, biegt rasch in die Rue de Rivoli ein, um ihn abzulenken, umsonst, sie sieht sich immer .noch verfolgt. Um die Rue de Trouchet zu erreichen, wo sie wohnte, machte sie den Umweg über die Rue St. Florentin, Rue St. Honoro und Rue Royale. Der schöne junge Mann läßt aber nicht ab, ihr auf dem Fuße zu folgen. Rasch tritt sie in einen Bäckerladen ein, kauft ein kleines Brod um zwei Sous, und zu
ihrem Peiniger gewendet, der vor der Thüre ihrer harrte, sprach sie, ihm das Brod reichend: „Hier, mein Wertster haben Sie etwas zu essen" . . . „Aber, Madame" . . . „O entschuldigen Sie sich nicht, mein Lieber- die Beharrlichkeit, mit der Sie mich verfolgten, ließ mich verstehen, daß Sie ein verschämter Armer sind." Der Lion machte sich schnell aus dem Staube und irrt noch umher . . . wenn er nicht schon längst gestorben ist." — Gleich erfolgreich erwies sich folgendes Mittel: „Zwei Schwestern, Beide sehr schöne Frauen, konnten nie ausgehen, ohne von Verfolgern belästigt zu werden. Wenn Einer alsdann zu frech oder aufdringlich wurde, warf die Eine der Anderen mit einem mißtrauischen Blick auf den Zudringlichen und mir etwas erhobener Stimme die Bemerkung hin: „Charlotte, gieb Acht aus Deine Börse!" Der Herr, den man für einen Spitzbuben zu halten sich den Anschein gab, bog gewöhnlich in die nächstbeste Straße ab." — Der „Figaro" selbst giebt folgenden Rathschlag: In einen Conditorladen einzutreten, ist nicht rathsam- sich in einen Fiaker flüchten, heißt sich in die Arme des Kutschers werfen und außerdem ist es unangenehm, Jemandem zu Dank verpflichtet zu fein - sich unter den Schutz eines Aufsichtsmannes zu stellen, ist lächerlich und brutal- der Omnibus ist zugänglich für Jedermann und gewöhnlich vollkommen besetzt, wenn man ihn braucht. Das beste Mittelistentschieden, in den hell erleuchteten Laden eines Juweliers zu treten. Der Herr, der Damen nachläuft, betritt niemals einen Juwelierladen. Und wenn so ein Verfolger der Frauen nicht als Knauser gelten will, wird er bald verschwunden fein, wie einst Satan unter dem Weihwasser.
* Nach der Vorstellung. Muller (im Cafehause zwei Herren mir einander befm nt machend): Herr Meyer, einer unserer fleißigsten Pu'keivesucher, — Herr Brüllmann, Souffleur unseres StadlheaterS. — Meyer: Freut mich, Ihre wertbe Bekanntschaft zu machen, — ich habe schon sehr viel von Ihnen gehört.
* Lächerlich. Köchin (zum Stubenmädchen über ihre Herrschaft losziehcnd): „Das will eine Gnädige sein und — kann kochen!"
* Lohn der Sparsamkeit. Die kleine L^beth: Jeden Morgen, wenn wir unfern L.berthran artig genommen haben, schenkt uns die Mama 10 Pfennig. Die stecken wir in die Sparbüchse. — Die Tante: Und was macht Ihr mit dem ersparten Geld? — Die kleine Lisbeth: Dafür kaust die Mama Leberthran!
Literatur un- Aunst.
— In den nächsten Tagen erscheint bet Emil Ro tb in Gießen: Aür meine Zfre««de, Leberserinnerungen von Jac. Moleschott. Bei dem hohen Rang, den der Verstorbene in der europäischen Gelehrtenwelt einnimmt, dürfte das angezetgte Werk (21 Bogen 8°, mit Porträt als Titelbild), das in 7 Abschnitten „Kindheit, Knaben- jabre, Mittelschule, Hochschule, Utrecht, Heidelberg und Zürich" behandelt, in weiten Kreisen das größte Interesse Hervorrufen. Wir glauben daher auf das Buch, das in schöner und gediegener Ausstattung broschirt zu Mk. 6.50 ausgegeben wird, unsere Leser schon jetzt aufmerksam machen zu sollen, und behalten uns vor, demnächst ausführlich darauf zurückzukommen.
— Der „Gartenlarrbe-Kalender" für das Jahr 1895 ist soeben von der VerlagShanblung der „Gartenlaube", Ernst Keils Nachfolger in Leipzig, herausgegeben worden. Es ist ein lieber hochgehaltener Gast, den wohl Jeder von unfern Lesern kennt und freudig bei seinem Erscheinen begrüßt. Führt er fick doch selber mit einem treuherzigen „Grüß Gott!" etn, das ihm die Herzen von vornherein gewinnt, wie der fröhliche prächtige Bursch aus den Alpen, unter dessen das Buch eröffnenden Conterfei jene Worte stehen.
— Der Lahrer Hinkende Bote für 1895, der soeben erschienen ist, verdient wiederum die höchste Beachtung. Man bestrebt sich in manchen Kreisen, dem Volke volksthümliche Literatur zu schaffen und übersieht dabei, daß unsere besten Kalender, zu denen der Hinkende in erster Reihe gehört, immer noch echt volksthümlich sind. Groß ist diesmal die Anzahl köstlich erzählter Anekdoten. Die Darstellung der Weltbegebenbetten verräth wie immer vaterländisches Gemüth und klaren Blick wie reichen Humor.
— Von der Familienzeitschrift ,Aür Alle Wett" (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) ist das vierte Heft erschienen, das mit feinen großen farbigen und schwarzen Bildern wiederum voll den gediegenen Eindruck bestätigt, den die ersten Hefte überall hervorgerufen.
— Das soeben erschienene 27. Heft der beliebten Familien- zeitschrift »Universum" in Dresden bringt folgende Beiträge: Ilse Frapan: Ihre Ideale. Novelle in Briefen. E. Günther: Am Toilettentisch. Kosmetische Skizze. Paul Lindenberg: Alt- und Neu-Paris. Mit Original-Illustrationen von Otto Gerlach. E. Krickeberg: Onkel Fritz. Preisnovelle. Schluß. Karl Hesse: Diätfehler. E. Lenbach: Die Champignons. Novelle. Hans von Spielberg: Was Baron Brenken erzählte. — In der Rundschau finden wir neben einer mit Porti ät geschmückten Biographie deS Prof. Ernst Curtius weitere Beiträge über Bergkrankheit; ferner über: DaS antike Theater zu Orange, mit Abbildungen; Große Menschen, mit Bild des Riesen Hassan Ali; zum Schluß: Bildertexte. — Humoristisches. — Büchertisch. — Räthsel und Spiele. — Welt'Telephon. — Von den Kunstbeilagen heben wir besonders A. Perez: „Abgetrumpft" und I. R. Witze!: „Langersehnt" hervor. I
— Meine Herren College«! Momentaufnahmen von einer jungen Schriftstellerin. Berlin, Gustav Pohlmann. — Eine junge Schriftstellerin conterfett in dem Büchlein eine Anzahl ihrer Collegen, in zwangloser Auswahl, sie scheut sich auch nicht, von Manchem eine satynsche Carrricatur zu entwerfen. Man mutz das amüsante Schristchen lesen, es hat seinen eigenen Reiz, die Heldm der Feder fich einmal ungeschminkt ober, wie die Verfasserin sagt, ohne Retouche vorgesührt zu sehen.
— Universal'Lexikon der Kochkunst. Wörterbuch aller in der bürgerlichen und seinen Küche und Backkunst vorkommenden Speisen und Getränke, deren Naturgeschichte, Zubereitung, Gesundheitswerth und Verfälschung. Fünfte Auflage. lieber 10000 Recepte und 1000 Küchenzettel enthaltend. Leipzig, Verlag von J.;J. Weber.
Technische Fortschritte.
— Die Güte der Lederriemen zu prüfe«, verfahrennordamerikanische Maschmisten auf folgende etgenthümliche Weise: Von dem betreffenden Riemen wird ein ganz kleines Stück von 200 mm Länge und 50 mm Breite abgeschnitten und dieses so ausgeschnitten, dah zwei Strippen von je 25 mm Breite und 100 mm Länge entstehen. Diese Strippen versucht man nun weiter auseinander zu reißen, wobei sie auch noch etwas verdreht werden können. War der Riemen von bestem Material, also aus einer gesunden Haut geschnitten, die nicht nur gut gegerbt, sondern auch später noch bestens
zugerichtet wurde, so gehört'eine große Kraftaufwendung dazu, die Strippen zu trennen. Ist jedock der Riemen au8 Bauchstücken gefertigt ober aus schlecht gegerbten und zugerichteten Häuten, so reißen die Fibern leicht; man erweitert den Ritz mit Leichtigkeit und hat dann zwei Lederstrippen in der Hand.
— Ci« «e«er Heizstoff. Der französische Chemiker AlphonS de MillefleurS bat ein Verfahren erfunden, Petroleum durch eine Art VerfeifiingSproceß in einen festen Zustand überzuführen. Derselbe batte der französischen Akademie Proben des Stoffes, also feste? Petroleum in Briquettform, vorgelegt. In diesem Zustande ist daffelbe gefahrlos zu behandeln und zu IranSportiren und stellt ein Heiz- mittel dar, welches die größten Vorzüge vor allen anderen Heizstoffen besitzt. Im Gegensatz zu flüssigem Petroleum entflammt der sseste Stoff nicht in allen seinen Tbeilen beim Entzünden, sondern brennt langsam wie Holz ab lind ist vollkommen explosionssicher. Die Hitze des festen Petroleums übersteigt die deS OelS um das Dreifache, die Aschebtldung ist sehr gering. Das Verfahren der Verseifung soll sehr billig sein. Da auch das Material kaum Vs deS Raumes von Kohlen eir.nimmt, so dürste das feste Petroleum, wenn eS sich bewährt, wohl für Dampfmaschinen, Locomotiven usw. jedcS andere Heizmaterial verdrängen.
Schiffsnach vichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 12. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Habsburg, Cavitäri A. Winkel, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 30. August von Bremen und am 1. Septbr. von Southampton abgegangen war, ist gestern, 12 Uhr Nachts, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 12. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer H. H. Meier, Capitän M. Möller, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 30. August von Bremen abgegangen war, ist gestern, 7 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Der Dampfer „Illinois" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 10. September wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Verkehr, CanO« rrnd Volkswirthsehaft.
S Nidda, 11. September. Der gestern hier abgehaltene sogenannte Herbst markt, verbunden mit Prämiirung und Verloosung, war mir Schweinen stark befahren, dagegen mit Rindvieh schlecht. Aufgetrieben waren etwa 1200 Stuck Schweine, meistens Läufer und wurde das Paar verkauft mit 60 bis 80 Mk.; junge Sommerserkel, 6 bis 8 Wochen alt, kosteten das Paar 30 dis 45 Mk. An fetten Schweinen und Zuchtschweinen war nichts aufgetrieben. Der Handel in Schweinen war sehr lebhaft, die Preise sind bis jetzt unverändert geblieben. An Rindvieh waren ca. 120 Stuck angefahren, darunter 24 Bullen, meistens importtrte Simmenthaler, die auch zu annehmbaren Preisen verkauft wurden, das Stück zu 600 bis 900 Mk. Kalbinnen kosteten 1 jährige 100 bis 120 Mk., 2jährige 150 bis 180 Mk. das Stück.
Li«b«rg, 12. September. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 11.90, weißer Weizen X 00.00, Korn X 8.90, Gerste 6.50, Hafer X 5 20.
— Z«r Mauserung der Hühner. Die Zeit der Mauserung oder des Feberwechsels ist für bte Hühner, unser nützlichstes Wirthschafts- geflügel, ein schlimmer Uebergang, besonders für diejenigen Hühner, welche ihr Federkleid plötzlich verlieren. Die sonst so munteren Thiere machen dann einen geradezu^ erbarmungswürdigen Eindruck, sitzen trübselig in geschützten Winkeln umher und haben ihre liebe Noth, sich einigermaßen warm zu halten. Man merkt es deutlich, wie bann bie Thiere in einem krankhaften Zustande sich befinden, abmagern und ihre ganze Kraft auf die Erneuerung ihres Federkleides verwenden. Auf Erfahrung beruhende Urtheile gehen daher dahin, daß der Geflügelzüchter niemals mehr Ursache zur Pflege der Hübner hat, als während der Mauserzeit. Denn je rascher sie diesen Zustand, der gewöhnlich im September und October bei den Hühnern eintritt, überwinden, um so schneller werden fie wieder kräftig und zum Eierlegen fähig. Vor allen Dingen gebe man den Hühnern während der Mauserung Gelegenheit, vor Zugluft sich zu schützen, Sonnenschein aufsuchen ober in einen warmen Stall sich verkriechen zu können, je nachdem es ihnen beliebt. Sodann verabfolge man den mausernden Hübnern viel stickstoffreiches und fettreiches Futter. Fett erwärmt, Stickstoff bildet Blut, Fleisch, Fett, Federn u. s. w. Buchweizen, Hafer, Gerste, Weizen, Maisschrot, Brot, Fleischfuttermehl, Fleischabfälle von den Mahlzeiten, auch wohl Oelkuchen, zerschlagene Knochen und etwas Knochenmehl, je nachdem die Wirthschaftsvorräthe das mit sich bringen, werden dem mausernden Geflügel in reichlichen Mengen verabfolgt.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast.
Freitag Abend 615 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 72) Uhr.
witterungsansfichten
am 13. September Morgens 8 Uhr (Wclterbäuschen in der Südanlage)
Barometerstand.
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K 8 s
Thermometer: min. 4- 4*'°R., max. 4- 6 R.
Hygrometer:
Trocken und schön.
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Ironerlueg: Die punktirte Linie Bei der Barometerscala gibt dm Stand des vorhergehmdm Tages an.
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