Nr 60
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Zweites Blatt.
Dienstag den 13. März
1894
Diehener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger
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2lints- und 2lnzeigeblntt füv den Tiveis Gieszen
chratisbeikage: Hießener Jamikienblätter.
Feuilleton
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Holzverfteigerung
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f eigen ben lag etj^rinrnbai Wummer biß Bem. 10 Uhr.
portofrei einzusenden.
Gießen, den 10. März 1894.
Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
Bkrteljiliriger JkPonntmtut *rr fiel
Die (Birkener fie elfte« • fittei werben brm Anzeiger »öchemllch btrtmel beigrlegt.
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gt'Jicn werden.
Das Programm für die Lieferung
empfiehlt [1688
J. M. Schulhof.
Der fü|Mur Anzeiger rrfcheinl kiglich, mit Ausnahme bes Montag»
herunter: „M.", murmelte er,
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re erwiesen, sowie für Pfarrer Dingeldey Zechen wir aus diesem 2185
Grünberg, 10. März 1894.
Großh. Oberförsterei Grünberg. Schober.
Bekanntmachung.
Zwei Keller unter dem Schulbause tn der Schillerstrabe sind vom 1- Mai d. I. ab anderweit zu oermtethen- Nährre- über Bedingungen und Preis ist bet der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 16, zu erfahren
Gießen, 6 März 1894.
Großh Bürgermeisterei Gießen
Gnauth. 2004
„hier! — M—o . .
Grünberg, den 12. März 1894.
Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg.
I Zimmer.
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«affknoerk der prouinnab hauptkadt Kilkkn.
Die Lieferung der für das Wasier- ! lü'trt der Provinzial-Hauptstadt Gießen er forderlichen Dampfmaschinen und Pumpen soll vergeben werden.
Da« Programm für die Lieferung Mtfet Pumpmaschinen ist gegen Einsendung von Mk. 1,50 von der unter* ;c^chneten Bürgermeisterei zu beziehen. Etwaige weitere Erläuterungen werden m den Geschäftsräumen des Regie* 7'ungsbaumeisters Schmick in Frankfurt a. M., Leerbachstraße 37 gerne lerkhellt.
Angebote auf die Lieferung der r P umpmaschinen sind bis zum 4 April d. Js., Vormittags 1*0 Uhr an die unterzeichnete Bürger- ueisterei portofrei einzusenden.
Gießen, den 10. März 1894.
Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
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Vater, Arader unb
WlffferwerK du proviuMl- HaaptSadt tzießro.
Die Lieferung der für das Master- w.erk der Prooinzial-Hauptstadt Gießen er widerlichen Dampfkessel soll ver-
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AjÄ Unser Dampfkessel ist gegen Ein- MS* sendAng von Mk. 1,50 von der unterzeichneten Bürgermeisterei zu beziehen.
Vorstand.
^SLorstaud.
auzugeben, denn ich nehme — auch aus Princip — jede Beleidigung, welche dem Stande zugeschleudert wird, dem ich anzugehören die Ehre habe, persönlich und von diesem Principe kann ich auch dem Vater des von mir über alles geliebten Mädchen- gegenüber nicht abgehen."
Der Vater der über alles Geliebten wippte mit seinem Hute auf und ab, es kochte fürchterlich in ihm — aber der Lieutenant da vor ihm hatte ihm durch die unerwartete Energie, mit der er sein Glück vertheidigte, doch zu sehr tmponirt, als daß er sein Heil in einer weiteren Polemik hätte suchen mögen, er wollte sich daher auf bequemem Wege die Sache vom Halse schaffen und mit einer stummen Verbeugung verschwinden.
v. Armin, der hochaufgerichtet vor ihm stand und auS dessen hübschem Gesicht ihm die Erwartung entgegenleuchtete, gab dies jedoch nicht zu. Er zwang seine Miene zu einem ruhigfreundlichen Ausdruck und sagte: „Sie müssen doch schlimme Erfahrungen mit unserem Stande gemacht haben, Herr Moser, ich sehe eS allmählig ein, wie aber kam eS, haben Sie gedient?"
Herr Julius Moser machte ein Gesicht, als ob er auf ein Sandkorn gebisien hätte.
Der Lieutenant ersah seinen Vortheil und fuhr fort: „Ah, Sie haben gedient? Und wo, wenn ich fragen darf?"
„Ja, ich habe gedient, Herr Lieutenant, als Einjähriger, und die Offiziere dadurch kennen gelernt. Und frei und offen will ich Ihnen gestehen, daß mir nicht einer dieser Herren so gefallen hat, daß ich mich hätte für den Stand begeistern können,- also wird es auch dabei bleiben, daß ich meine Tochter —**
Ueber das Gesicht des Lieutenants war während der Aussprache seines Gegenübers ein blitzschnelles Lächeln gehuscht, — er glaubte den Grund von dessen Abneigung gefunden zu haben und unterbrach ihn nun, um der Sache nachzuforschen: „DaS thut mir ja herzlich leid, wenn Sie aus Vorgesetzte gestoßen sind, Herr Moser, deren Sympathie Sie nicht erringen konnten, aber gleich den ganzen Stand deßhalb zu verurtheilen, das geht doch zu weit. War es bei meiner Waffe, wo Sie dienten?"
„Sogar in Ihrem Regiment ... bei der fünften Batterie . . . aber lasten Sie uns diese Unterredung abbrechen, die zu nichts führen wird und zu nichts führen kann, ich empfehle —"
Der Lieutenant ignorirte vollständig, daß der Herr Schwiegerpapa in spe den Rückzug antreten wollte, er ließ ihn vielmehr abermals nicht auSreden: „Bei der fünften Batterie, sagen Sie? Welcher Zufall, es ist die meine und
Stöcke rm: 37 Buchen, 21 Nadelholz.
Zusammenkunft Vormittags neun Uhr im Diftrict Langerberg am alten Pflanzgarten beim Wegaufhieb. Nur das Wegaufhiebsholz im Diftrict Langerberg wird bei der Versteigerung vorgezeigt, alles übrige Holz wild unvorgezeigt verkauft. Das zur Versteigerung kommende Buchenholz ist mit Kalk bespritzt. Mit dem Verkauf des Bauholzes wird begonnen, das Brennholz kommt von elf Uhr ab zum Ausgebot.
-poftet.
Brtngerlohn.
Durch bif Post brpga 9 Wart 60 Plg.
fUbactwn. tTpfb’ttaw unb Druckerei:
An den Unrechten gekommen.
Humoreske von Th. Müller-Plattrnsteiner.
(Fortsetzung.)
Der Kopf des Lieutenant-, der bi- jetzt leicht gesenkt ' n ar, fuhr mit einem Rucke in die Höhe und eS klang sein „Warum" weder schüchtern, noch ehrerbietig.
„Herr Lieutenant, daS ist meine Sache, Ihnen mag die Thatsache genügen, ich stelle an Sie, al- Manu von Ehre, d e Forderung, sich deßhalb in der Folge meinem Kinde n cht mehr zn nähern" — „Da-war gut gesagt," lobte sich innerlich der Remter selber.
„Herr Moser, ich liebe Ihre Fräulein Tochter und diese liebt mich wieder — ich werde also unter keinen Umständen verzichten. Sie können Ihre Fräulein Tochter zwingen, zu n arten, bis sie majorenn ist, dann aber wird sie ihren Willen geltend und wir werden Hochzeit machen. — Da- sogenannte ^vmmtßvermögen besitze ich — aus eine Mitgift mache ich keinen Anspruch!"
Dem Herrn Julius Moser sank ob dieser Rede vor Ver- btiiffung die Unterlippe herab, — so energisch hatte man, ' seit er sein unglückseliges Einjährigenjahr absolvirt hatte, , n cht mehr mit ihm gesprochen. Er öffnete und schloß probeweise ein paarmal den Mund, um zu erkennen, ob er noch 'dir Sprache mächtig sei, und dann wollte er lo-schießen, aber | ct kam nicht dazu, eine Handbewegung de- Lieutenants schnitt ihm schon gleich daS erste Wort ab.
„Haben Sie denn einen Grund zu Ihrer Aversion vor hm Offizierstande, mein Herr? Dünkt Ihnen derselbe etwa I n cht gut genug, um in nähere Verbindung mit demselben zu ttfften? Mein Herr, ich muß Sie ernstlich bitten, mir Rede zv stehen! In habe keinen Pfennig Schulden, ich lebte feit- btt von der Gage und meinem schriftstellerischen Verdienste- ich bin au» guter Familie, genieße, wie ich glaube, die Achtung meiner Vorgesetzten und einen tadellosen Ruf. — 1tfraS haben Sie also gegen mich?"
Herr Juliu- Moser war ganz baff. Er war daher ge- klimmen, diesem Lieutenant die Leviten zu lesen, und nun | drehte dieser unangenehme Mensch beinahe den Spieß um . . das wäre so was . . . Donnerwetter, da mußte man
wergisch entgegendrücken.
„Ich habe gegen Ihre Person eigentlich nichts, Herr Lieutenant," sagte er daher fest und polternd, „aber von tr einem Principe kann ich nicht abgehen."
„So muß ich Sie bitten, mir doch noch nähere Gründe
131, 132 . . ."
Herr Julius Moser wollte etwa» sagen, er verstummte aber, als der Lieutenant — auS Zufall oder Absicht wa» nicht zu bestimmen — daS ominöse Buch so hielt, daß ihm von dem ovalen Schilde desselben die schön und deutlich geschriebene Aufschrift entgegenleuchtete:
Strafbuch für 1867.
Daß diesem zähen Lieutenant doch daS Donnerwetter! Dem kleinen Rentier wurde eS förmlich unheimlich diese« Herrn v. Armin gegenüber, der noch dazu jetzt eine Miene annahm, als ob er einen Kanonier vor sich hätte, dem er im Begriff wäre, ein Reprement zu geben.
„Na, also Seite 114," fuhr dieser, ein kaum merkliche» Lächeln aus den Lippen, fort, „Einjährig-Freiwilliger Juttu» Moser, wegen halbstündigen Zuspätkommen» tn den Frühstall, zwei Tage Kasernenarrest —"
„Dumme Ungerechtigkeit! Wir kamen damal» mit einem fürchterlichen Durste vom Balle und am RathSkeller vorüber unb da haben wir unS etwas festgekneipt und . . . wie gesagt, wegen einer Lappalie Einem gleich ... da muß der Mensch herzlos sein, herzlos — und daS, darben haste ich . . . und deßwegen bekommt einer diese» Standes nie mein Kind."
(Schluß folgt.)
Vaseline
der Cbeaebroogh Waofg Co. New - York ist die beste:
in Dosen ä W, 20, ?»0 in Gläsern k 60 H, Vaseline Eampbor EiS gegen Frost, aukgesvrungene unb rauhe Haut k 60 Vaselineseife b 60 Baselioe- theerseffe A 50 H Loroglycennlanolin. Salicyloaseline 93afeltnc(dbroefe(pomobe. Vastlinel'poerpomabe, Vaseline » Cold- cTftxm ic. ic. ____
empfiehlt [2003
«vier Drogerie von Otto Schaaf.
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Holzlieferung.
Die Lieferung von 60 rm Tannen- Scheitholz soll auf dem Wege der Submission vergeben werden.
Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 19. d. Ms., Vormittags 12 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. Die । Bedingungen liegen auf letzterem offen. Der Zuschlag erfolgt bis zum 24. d. Mts. 1999
Gießen, den 5. März 1894.
Großh. Verwaltungs-Direction der chirurg. ophthalm. Univ.-Klinik.
Bose. Vossius.
surt'a M SeerfMÄftrafte 37"nernt' Montag den 1». März d. I. werden aus den Distrikten
. Langerberg, Hirschtränke, Oberftube, Einfürst, Gratenberg, KaSperSwald, Anaebote auf die Lieferung der! Pfingstweide, Eifenkaute rc. der Forstwartei Weickartshain versteigert: j A gLrii Stämme: 27 Eichen mit 10 im, 5 Kiefern mit 2 fm, 225 Fichten mit f t iÄlüiK £ r™; D-rbstangrn: 868 Fichten mit 37 fm; Reisslängen: bü unt®S8»» «“ ® fmÄitC,r 2Bnk-n. 4 E.ch-n,
- - - - - 3 21 Nadelholz, 2 Aspe: Knüppel rm: 58 Buchen, 40 Eichen, »2 Nadel-
Iholz, 1 Aspe, Reisig rm: 513 Buchen, 71 Eichen, 212 Nadelholz;
ci Königs \ Jtrei.
'rM Sich».
Etwaige weitere Erläuterungen werden in den Geschäftsräumen des Regie-1 rungsbaumeisters Schmick in Frank-1
T Apfelsinen 1 außergewöhnlich große u schöne Früchte, pr. Stück
V 8 unb 10 Pfg. k k empfiehlt (1040 K Emil Orbig.
Modan, Moffer . . . Morgwald . . . Mokart . . . Momming . . . Mopper ... ah hier . . . Moser, Julius — Seite 114, 116, 124, 126, 130,
ich commandire sie gegenwärtig tn Abwesenheit des Batteriechef-, — ich schätze Sie auf 47 bi- 49 Jahre, werther Herr Moser, Sie müßten also tn den Jahren 67—69 Ihren Einjährigen gemacht haben, . . . ach, warten Sie doch mal *. . ."
Mit einer raschen Bewegung hatte er sich seinem Schreib» tische zugewandt, auf dem ein Hausen großer Bücher aufgestapelt lag, und mit sicherem Griffe hatte er eine- davon herauSgezogen, „67 noch?§ nochmals fragend, worauf Herr Moser mechanisch nickte.
Er machte aber dazu Augen wie ein Karpfen, der unversehens aufS Land gerieth- er hatte eine unbestimmte Ahnung, daß jetzt etwas Unangenehmes für ihn pafsiren müsse- sich jetzt einfach drücken ging schon gar nicht, also in Gottes Namen abwarten, — die Helene kriegt er doch nicht und wenn er sich auf den Kopf stellt.
Der Lieutenant hatte mittlerweile das Buch aufgeklappt und fuhr mit dem Finger an den alphabetischen Namen
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Ml 1858
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Sold-Rrvte .Amte
Jahrmarkt ju Grunberg.
Mit dem am 15. d. Mts. dabier stattfindenden Bieh- und Krämermarkt wird wieder ein Lchafmarkt verbunden.
Da sich die hiesigen Schafmärkte durch zahlreiche Geschäftsabschlüsse sowohl für Käufer als auch für Verkäufer zur vollsten Zufriedenheit bewährt, so sehen wir auch diesesmal einem recht zahlreichen Besuche entgegen. Gleichzeitig findet durch die Körcommission eine Ankörung von Bullen der Vogelsberger und Simmenthaler Raste statt.
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