M Lehrling und der Hausknecht der Kölner Firma, welche anderwärts schon eine Reihe von Betrügereien in der oben versuchten Art begangen haben. Kaum war die Verhaftung vorgenommen, da traf auch schon von dem Kölner Haus die telegraphische Weisung ein, das Gaunerpaar feftzu- nehmen.
WormS, 8. December. Auch in unserer Stadt macht sich bet den ungünstigen Zeitverhältnissen eine größere Arbeitslosigkeit bemerkbar. Um den Arbeitern Gelegenheit zu geben, etwas in der Winterszeit zu verdienen, hat die Stadtverordnetenversammlung einen Betrag von 16 000 Mark für Meliorationsarbeiten der Bürgerweide bewilligt.
Vermischtes.
* Berlin, 7. December. Das neue Reichstags- gebäude am Köntgsplatz ist für das Publikum an den Wochentagen von 8'/, bis 9*/z Uhr Vormittags und Sonntags von 2 bis 4 Uhr Nachmittags zu besichtigen. Die Besucher müssen sich zu der angegebenen Zett an der in der Nordfront, Portal 4, belegenen Wartehalle versammeln, von wo aus sie in Abheilungen von Hausinspectionsbeamten durch die Räume geführt werden.
• Siegen, 6. December. Die Actionäre des früheren hiefigm Bankvereins hatten, kurz nachdem das Urtheil gegen den Director Brüggemann und Genossen gesprochen war, beschlossen, gegen den Aufsichtsrath im Wege der Ctvil- klage vorzugehen. Dieser Tage find der „Köln. Doiksztg." zufolge die Klagen den früheren Auffichtsraths-Mitgliedern zugestellt worden- sie sind gemeinschaftlich zur Zahlung der bis jetzt festgestellten Unterbtlanz — über eine Million Mark — eingeklagt. Die Klage kommt vor dem Königl. Landgericht zu Arnsberg zur Verhandlung. Man ist begreif- ilcherweise auf das Urtheil Hierselbst sehr gespannt. Inwieweit der Aussichtsrath für die Unterschleife der beiden Vorstandsbeamten verantwortlich gemacht werden kann, darüber gehen die Ansichten weit auseinander.
* Aus Bade«, 7. December. In Lörrach wurde ein Ghpser Btlgert, der versucht hatte, seine vier Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren durch glühende Holzkohlen zu ersticken, in Untersuchung genommen.
* Aus WöriShofen wird der Augsburger Abendzeitung berichtet, daß sich Pfarrer Kneipp demnächst nach Freiburg in der Sckweiz begibt, wo ein Lehrstuhl für das Kueipp'sche Heilverfahren eingerichtet werde. Von Freiburg gehe er nach Straßburg und von da nach Paris, um das dortige Kneipp Institut zu besuchen.
* Ein furchtbares Unglück hat sich in Seid mar bei Forchheim zugetragen. Eln Landwirth hatte einen Stier schlachten wollen. Der Knecht hielt dem Stier ein Tuch über Kopf und Augen, damit das Thier die Bewegungen des Metzgers mit dem Beil nicht wahrnehmen sollte. Der Metzger holte zum Schlage aus und schlug auch zu- in diesem Augen
blick aber sprang der Stier zur Seite und da« niedersauseude Beil traf statt den Kopf des Stieres den Knecht, der mit zerschmettertem Schädel tobt zu Boden sank. Der Stier, dadurch wild geworden, stößt der Magd des Bauern die Hörner in den Unterleib, sodaß auch diese schwer darnieder liegt und wahrscheinlich nicht mehr auskommen wird. Der Stier ist schließlich von dem Jagdpächter erschossen worden.
• Auf einem Kirschbaum gestorben ist zu Nodda bei Billazzand ein gewisser Franz Furtoni. Er wollte auf demselben einige Zweige abschneiden und wurde hierbei wahrscheinlich vom Schlag getroff n. Der Mann war in einer Stellung auf dem Baume, als ob er hätte schlafen wollen. Die unten befindlichen Kinder merkten erst, als er auf ihr Rufen nicht antwortete, daß er tobt sei.
Verkehr, Land- unb VoLkswirthschaft»
Beim Herannahen des Weihnachts-Packetverkehrs erscheint es uns angezeigt, auf verschiedene Punkte hinzuweisen, deren Beachtung für die Absender von Pack.ten besonders wichtig und- geeignet ist, das Publikum vor Nachtheilen und Unannehmlichkeiten zu schützen:
1) Die Verpackung der Packele muß fest und dauer haft sein. Schwache Schachteln, Ctgarrenkisten u. dgl. sind zur Beiöide- runq nicht geeignet und weiden von der Post nur „auf Gefahr des Absenders" zur Beförderung angenommen.
2) Die Pockete müssen mit einer dauerhaften, deutlichen und vollständigen Aufschrift versehen sein, so daß nöthigen- folls das Packet auch ohne die Begleitadresse bestellt werden kann. Es empfiehlt sich, daß dem Jnbalte der Packetsindungen ein Zettel beigefügt wird, der die vollständige Adresse enthält.
3) Die Packetaufschrtft mutz auf den Packeten selbst niedergeschrieben oder an denselben so haltbar befestigt sein, daß sie nicht während der Beförderung durch Zufall abgeiissen oder ab- gestreift werden kann.
4) Sogenannte Fahnen, welche bei der Versendung von Geflügel, Hasen und sonstigem Wildpret vielfach verwendet werden, müssen aus dauerhaftem Stoff bestehen und gut befestigt sein. Bet Fletschsendungen und anderen Gegenständen in Leinwand-Verpackung darf die Aufschrift nicht aus der Umhüllung aufgeklebt sein.
5) Aeltere Aufschriften rc., die sich auf dem Verp-rckungs- stoff etwa noch befinden, müssen vor der Auflieferung vollständig beseitigt oder unkenntlich gemacht sein. Ganz besonders aber wird angerathen, diePackete möglichst frühzeitig und nicht etwa in den letzten Tagen vor dem Feste abzusenden, weil bet der in diesen Taaen, wie allbekannt, stattfindenden Massenauflteferung einerseits leicht Verzögerungen eintreten lönnen, andererseits Packete, die nicht ganz dauerhaft verpackt sind, leicht Beschädigungen durch andere schwere Packete ausgesetzt sind.
— Wie seit mehr als 30 Jahren erscheint Anfangs December der AeitungSeatalog der Annoncen Expedition Haasenstein & Vogler A.-G. als ein we.rhoollks Weihnachtsgeschenk für die Geschäftswelt. Was dieses stattliche Weik sich vorgenommen hat, das erfüllt es in von Jabr zu Jahr fich steigendem Maaße; es ist ein unentbehrlicher Führer durch das Labyrinth der Presse und bietet unschätzbare Anhaltspunkte für Dtej nigen, welche sich derselben bedienen. Die handliche Form, die überstchtliche Anordnung des Stoffes, die willkommene Einfügung eines NotickalenderS, die umfangreichen Mit- theilungen über Vieles im Geschäftsbetriebe Wissenswerthe, beispielsweise Bestimmungen über Post- und Telegraphenwesen, den ganzen Reichsbankverkchr rc. find auch in diesem Jihre beibehalten, dahin
gegen übertreffen Papier und Druck sowie der äußerst elegante Einband die früheren Auflagen ganz bedeutend und machen das Werk zu einem Schmuck jenen Schreibtisches. Mit Herausgabe dieses Eatalogrs hat die Firma Haasenstetn & Vogler Actiengesellschaft von ncuem den Beweis ihrer Tüchtigkeit erbracht; wir empfehlen dem tnseitrenden Publikum dieses Werk zu ganz besonderer Beachtung.
ArrsMg aus den Standesaintsregisterrr der Stadt «tetzea.
rlrrfgedon.
December: 1. Heizer Rudolph Schweitzer zu Butzbach mit Johanna Christine Louise Hellenbrecht hterselbst. 4. Fuhrmann Joseph Schumann mit Anna Elisabethe Johanna Zahrt dahier.
«heschlietzuugeu.
December: 5. Friseur Frtedr'ck Louis Philipp N'colauS Lehr- mund in Gießen mit Margarethe Moser zu Leun, 6. Fretherrlich Rted'selischer Oberförster Olto Ernst Hoffmann zu Engelrod mit Elisabethe Throne G'vos zu Gießen. 8. Omntbuskutscher Karl Schneider mit Elisabeth Margarethe Schneider dahier.
Geborene»
November: 26. Dem Schuhmacher Friedrich Schäfer ein Sohn, August Heinrich. 28. Dem O-conom Wilhelm Lindenstruth eine Tochter. 29. Dem Schlosser Ludwig Goß eine Tochter. 29. Dem Stiaßenwärter Ludwig Kreiling II. ein Sobn, W'lly. 29 Dem Wirth Ludwig Jochem ein Sohn. 29 Dem Kellner Friedrich Lath eine Tochter, Margarethe Karoline. 30. Dem Schlosser He'nrich Babel eine Tochter, Johanna. 30. Dem Sandsormer Kaspar Spaar ein Sohn, Karl Theodor. December: 2. Dem Taglöhner Wilhelm Schneller eine Tochter, Elise. 3. Dem Glaser Karl Plattner ein Sohn, Heinrich August. 3. Dem Taglöhner Justus Wenzel eine Tochter. 3. Dem Taglöbner Ludwig Mandler ein Sohn, Heinrich. 3. Dem Wagnermetster August Führer ein Sobn, Heinrich August. 4. Dem Schlöffet Karl Strulh eine Tochter. 4. Dem Mrtalldreher Emil Schüßler eine Tochter. 4. Dem Lacktrer Konrad Wägner IL ein Sohn. 4. Dem Bierbrauer Anion Schmidt eine Tochter, Charlotte Elisabethe. 5. Dem Bahnar beiter Johannes Weinandt ein Sohn, Karl.
Oeftorbene.
November: 30. Hospitalitin Ka'barine Müller, 83 Jahre alt, von Gießen. December: 1. Ludwig Philipp (Sortiert, 5 Jabre alt, von Wettsaasen. 3 Agent Baruch Katzenstein, 64 Jahre alt, von Gießen. 4. Katharine Heß, 9 Jahre alt, Tochter von Schuhmacher Karl Hch von Gießen. 4. Cdrtsttne Volz, geb. Hahn, 29 Jabre alt, Ehefrau des Schneiders Adam Volz von Gießen. 5. Jessie Matthews, 32 Jahre alt, von Frankfurt a. M. 6. Karl Winand, 1 Tag alt, Sohn d s Bahnarbeiters Johannes Weinandt von Gießen. 6. Katharine Fader, I Jahr alt, von Kleinlinden. 6. Charlotte Reh, geb. Schmidt, 67 Jahre alt, von K'viborf. 7. Ludwig L pper, 4 Jabre alt, Sohn deS Aufsehers im Gatl'schen Thonwerk Johannes Lepper dahier 7. Lina Bebltng, 1 Jabr alt, von Heuchelheim. 8. August Weber, 10 Jahre alt, Sohn des Hausburschen Friedrich Weber von Gießen.
Eingesandt.
Gießen, 10. December 1894.
Die lehnte Weibnochisbescheerung des ©iefttfoer Zither Club (WoblthLtigkeitöverein) findet, wie mir hören, am So-Ntag den 16. D Ccmber tm Festiaale des Cafä Leib statt. Das Programm für diese Feier ist ein reichhalliges und ist, da mehrere Vereine^ihre Mitwirkung zugesagt baden, eine große Betheiligung grsichert. Möge der Erfolg in Anbetracht her guten Sache ein recht günstiger sein.
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