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'111 Januar 1894
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burtSscheine u. s. w. bei der für ihren Wohnort zuständigen unteren Verwaltungsbehörde (Bürgermeisterei) einrerchen. Die Altersrente beginnt mit dem ersten Tage des 71. Lebens- ,vhreS und beträgt pro Jahr in Lohnklasse I 106,40 Mark, m Lohnklasse II 134,60 Mark, in Lohnklasse III 162,80 Mark und in Lohnklasse IV 191 Mark. Bezieht Jemand bereits beim Eintritt in das 71. Lebensjahr eine Jnvaliden- rrnte, so ist der Bezug der Altersrente dadurch ausgeschlossen, tzs fei jedoch noch darauf aufmerksam gemacht, daß das Reichsversicherungsamt die Frage, ob die in den Genuß der Altersrente tretenden Versicherten verpflichtet sind, Beitrage »eiter zu entrichten, bejaht hat. Doch dies nur für den Fall, daß diese Rentenempfänger gemäß § 1 des Jnvalrden- unb Alters - Versicherungs - Gesetzes noch weiter gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt werden. Solche Rentenempfänger bleiben somit oersicherungspflichtig trotz des Bezuges der Altersrente, welche von der Erwerbsunfähigkeit unabhängtg Ist und nur einen Zuschuß zu dem Arbeitsverdienste des Rentenempfängers darstellt.
*♦ Die Hagelschläge im Grotzherzogthum Hessen in den Jahren 1889 bis 1892 haben vielen^ Schaden angerichtet. Im Jahre 1889 wurde der durch die Hagelschläge in 157 Gemarkungen verursachte Schaden im Ganzen auf 1 166 286Mk. berechnet. Von den Versicherungsgesellschaften wurden im Ganzen gezahlt an Entschädigung: 65 894 Mk. 1890 belief sich der Schaden in nur 60 Gemarkungen auf 231 480 Mk. und wurden an Versicherungsgeldern ausbezahlt: 28 787 Mk. Im letzten Jahre wurden im Großherzogthum 168 Gemeinden »on Hagelschlag heimgesucht und erlitten 11 258 Hectar Beschädigungen durch den Hagel. Von der gejammten Ernte wurden aus dieser Fläche 21 pCt. verhagelt und belief sich der dadurch entstandene Schaden auf 627 716 Mk. Leider waren von der verhagelten Fläche nur 2676 Hectar mit 1227 254 Mk. versichert und betrug somit die bezahlte Versicherungssumme von allen Gesellschaften 97 872 Mk., so daß t|n Schaden von 529844 Mk. nicht entschädigt worden ist. Den bedeutendsten Nachtheil hat die Provinz Rheinhessen erlitten- 1892 verhagelten in 55 Gemeinden 5396 Hectar mit Mk. 338 634. Da aber nur 249 Hectar versichert waren, so wurden nur 13812 Mk. Entschädigung bezahlt, so daß brr materielle Verlust sich auf 324 822 Mk. beläuft.
♦♦ Zur Warnung für Arbeiter. Durch verschiedene Anzeigen in Tagesblättern werden für die Weltausstellung ja Antwerpen Arbeiter gegen gute Bezahlung gesucht. Der Arbeitersuchende, ein angeblicher I. A. Schubert in Bremen, läßt sich aber von den Angeworbenen einen Theil des ihnen wieder zu erstattenden Reisegeldes, 7 Mk. 50 Pf., iui Voraus bezahlen, die verloren sind.
inten. Das Resultat war, n, ein sehr günstiges, inbra tand und in einem zehn« »ifferenz zweites Boot untr Die tinungSablagt 1 ? jältnifft ber ©tftdfiajt ■ tt sind. Wenn aud) bti fy ergab, so W
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G. Großen-Buseck, 9. Januar. Am Sonntag den 7. d. M. feierte der Gesangverein „Männerchor" im Saale des Gast- «irths Gengnagel dahier sein zweites Stiftungsfest. Zu diesem Zwecke waren an die Herren Pfarrer, Bürgermeister, Beigeordneten, Rechner und sämmtliche Gemeinderaths- mitglieder Einladungen ergangen, welche auch zum größten Dheil durch ihre Anwesenheit den Verein geehrt haben. — Kurz nach 7 Uhr begann die musikalische Feier nach recht hübschem Programm. Sämmtliche Concertstücke und Gesangdorträge wurden von den Anwesenden begeistert ausgenommen. Ganz besonderer Beifall wurde dem Komiker, welcher nach Ord.-Nr. 10 „Eine Gemeinderathssitzung" aufführte, zu Theil. Von verschiedenen Seiten wurde dem Director des Gesangvereins Männerchor, Herrn Johs. Gröninger in Gießen, über die Leistungen des Vereins Anerkennung zu Theil. AIS zweiter Theil der Feier erfolgte Ball, wobei die Gäste und Vereinsmitglieder sich bis zum frühen Morgen erheiterten.
Lauterbach, 9. Januar. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich hier am gestrigen Tage. Der Schlitten eines hiesigen Fruchthändlers, in welchem sich außer diesem noch feine Frau befand, fuhr gegen die Kasinobrücke, wodurch er umgeworfen wurde. Die Insassen wurden dabei heraus- geschleudert und die Frau erlitt einen complizierten Schädelbruch. Die Pferde gingen mit dem Schlitten durch unb wurden erst in der Nähe von Blitzenrod zum Stehen gebracht.
AlSfeld, 9. Januar. Dem Vernehmen des „Krsbl." nach findet nächsten Sonntag, den 14. ds. Mts., zu Lauterbach eine Versammlung von Vertrauensmännern und Parteigenossen der nationalliberalen Partei unseres Wahlkreises statt. Hauptsächlicher Gegenstand der Besprechung soll die Organisation der Partei im Wahlkreise sein.
§ Aus dem Kreise Alsfeld, 10. Januar. Die jetzt veröffentlichte Rechnung für 1892/93 der Kreiskasse weist eme Einnahme von 144 278,45 Mk. auf. Als Hauptposten fungiren darunter 83 000 Mk. als Beiträge der Gemeinden und Gemarkungen, 31 464,86 Mk. Beitrag der Provinzialkasse zu den Kosten ber Kreisstraßen-Unterhaltung, 7372 Mk. Beitrag derselben zu den Kosten des Kreisstraßen-Neubaues, 3686 Mk. Beitrag zu demselben Zweck von den Gemeinden und 13 436,38 Mk. Kassevorrath. Dieser Einnahme steht eine Ausgabe von 127 521,34 Mk. gegenüber; mithin bleibt ein Rest von 16 752,11 Mk. Die Hauptausgabe erfordert die Unterhaltung der Kreisstraßen mit 66 154,19 Mk., hiernach kommt der Beitrag zur Provinzialkasse mit 26 338,85 Mk., weiter erforderte der Neubau von Kreisstraßen 14 670,04 Mk., die Kreisunterstützungen 7767,23 Mk., Besoldungen 3220 Mk., »usgeliehene Capitalien 3141,40 Mk. 2c. Der Voranschlag für 1894/95 balancirt in Einnahme und Ausgabe mit einem Betrag von 150 063,48 Mk.
Friedberg, 9. Januar. Der durch Selbstmord geendete Daubstummenlehrer Billasch soll kurz vor seinem Tode einem Bekannten gegenüber seine „Passiva" auf 40 000 Mk. »mgegeben haben und dürste diese Summe nicht zu niedrig gegriffen sein. Der Landeslehrerverein, deffen Kassirer der Verstorbene war, ist voraussichtlich auch sehr In Mitleiden
schaft gezogen und wird sich der Schaden wohl in die Tausende belaufen. Unbegreiflich ist es nur, daß man einem Manne, mochte derselbe auch noch so hochgeachtet sein, die freie Verfügung über so beträchtliche Summen überließ. So weit sollte niemals die Vertrauensseligkeit gehen und trifft die hier maßgebenden Persönlichkeiten sicher eine schwere Verantwortung, wenn sich die gehegten Befürchtungen bestätigen sollten. Billasch hat den Selbstmord offenbar nur begangen, um der ihm drohenden Verhaftung zu entgehen. N. H. V.
Dorheim, 10. Januar. Die „Darmft. Ztg." schreibt: Zu dem in Nr. 12 der „Darmst. Ztg." von hier gemeldeten Unglücksfall auf dem Eise wird uns von zuständiger Seite mitgetheilt, daß die Nachricht unbegründet sei. Wir haben den Einsender der Notiz zur Verantwortung ausgefordert.
/\ Mainz, 10. Januar. Die Frage der Pensionirung unseres Oberbürgermeisters Dr. Oechsner, sowie die Wiederbesetzung des Bürgermeisterpostens wird binnen Kurzem an die hiesige Stadtverordnetenversammlung herantreten. Das Leiden des Dr. Oechsner hat nämlich einen Character angenommen, der es vollständig ausschließt, daß derselbe jemals sein Amt wieder übernehmen kann und wird daher demnächst ein Antrag auf Pensionirung an die Stadtverordneten gelangen, welcher mit der Gewährung des vollen Gehaltes an Dr. Oechsner unzweifelhaft Annahme findet. Oberbürgermeister Dr. Oechsner ist am 18. Februar 1822 geboren. Das Amt als Bürgermeister bekleidet er seit dem 25. August 1855. Heber die Nachfolge des Dr. Oechsner verlautet, daß die Majorität der Stadtverordnetenversammlung für eine Ausschreibung der Bürgermeisterftelle sei. — Auf die heute Morgen von dem Hosmarschallamt in Darmstadt eingetroffene Bestätigung der Nachricht von der gestern erfolgten Verlobung des Großherzogs von Hessen mit der Prinzessin Victoria von Sachsen-Coburg-Gotha hat die hiesige Bürgermeisterei bereits heute Morgen Namens der Bevölkerung von Mainz dem Brautpaar die Glückwünsche nach Coburg übermittelt. — Der Rhein ist hier bis unmittelbar an die Straßenbrücke mit Eis zugelaufen. Oberhalb der Straßenbrücke bis zur Eisenbahnbrücke ist der Strom vollständig eisfrei. Zum Ueberschreiten der Eisdecke unterhalb der Straßenbrücke wird es schwerlich kommen, da daS Eis viele gefährliche Lücken hat, es müßte denn gerade erneuter starker Frost eintreten.
damit er eine Kuh schlachte. Der Bauer hielt beim Schlachten die Kuh; in dem Augenblick aber, als der Metzger mtt dem Beile ausholte, wich die Kuh erschrocken zurück und statt diese zu töbten zerschmetterte der Metzger dem Bauern den Kopf.
* Nackte Füßchen mit Brillantringen. In New-York macht gegenwärtig eine Tänzerin, die im Musik-Hall auftritt, großes Furore. Die Dame, Mlle. Omöne, excellirt nicht etwa dadurch, daß sie besonders großartig tanzt, sondern die Leute drängen sich zur Vorstellung, weil Mlle. O mene mit nackten Füßchen tanzt und an jeder Zehe einen großen Brillantring trägt. Das macht den prüden Amerikanern ungeheuren Spaß, und der Impresario kommt dabei auf seine Rechnung.
* Die Feldpost unter Feldmarschall Blücher. Der „Deutschen Verkehrszeitung" ist von einem Leier ein an den Feldmarschall Blücher gerichtetes Schreiben, welches die Feldpost betrifft, zur Verfügung gestellt worden. Der Brief hat folgenden Inhalt: „Allerunüberwindlichster Feld- mar,chall General, Herr General Vorwärts Excellenz; Liebwerthester Herr Bacher. Verzeihen Sie, Excellenz, Liebwerthester Herr Blücher, General Vorwärts, daß ich als unzeitige Geburt es wage, an Sie zu schreiben; aber ich kann mir nicht helfen, es ist wegen meinem Traugott; ich bitte Sie um Alles in der Welt, liebster Herr Blücher Excellenz General Vorwärts, was ist das für eine infame Coufussion mit dem Feldpostamt, ich habe meinen Traugott bei den Gardejägern, er kennt Euer Excellenz Vorwärts genau und gut, schon zweimal habe ich ihm Zulage geschickt, aber er hat nichts bekommen. Ich bitte Exc> llenz demüihigst, conigieren Sie die Kerls doch einmal, aber nach alter Preußischer Manier, Sie verstehen wie ichs meine, das wird gewiß helfen, denn es ist um die Schwernoth zu kriegen, wenn man den Kindern, die fürs Vaterland streiten, was schickt, und sie nichts bekommen. Euer Excellenz werden den Kerls doch ein Donnerwetter auf den Hals schicken, deshalb habe ich es Ihnen geschrieben, denn ich weiß schon, daß mit dem Alten nicht zu spassen ist. Euer Excellenz unüberwindlicher Feldmarschall General Vorwärts genannt, liebwerthester Herr Blücher, ich verbleibe Ihr unterthänigster Schornsteinfeger Matthias Keller, Schweidnitz 1814." Wie der Gewährsmann mttlheilt, hat Fürst Blücher auf dieses Schreiben geantwortet, und zwar k. H. auf dem 2. Blatt des Briefes. Leider ift dieses Blatt abhanden gekommen.
Vermischtes.
* Marburg, 9. Januar. Die am 4. November v. I. erfolgte Personenstandsaufnahme ergab für hiesige Stadt eine Einwohnerzahl von 15 294.
* Frankfurt a. M., 10. Januar. Aus dem Zoologischen Garten. Im Haus der „Deutschen Vögel" des Zoologischen Gartens ist seit zwei Tagen die erste Frühlingsahnung erwacht, wie wenig auch die gegenwärtige Witterung Veranlassung dazu geben mag: die Nachtigall beginnt zu schlagen. Freilich singt sie noch mit leiser Stimme und schweigt sofort, wenn Jemand vor den Käfig tritt; aber von einiger Entfernung läßt sie sich belauschen, und einige Strophen kann man schon aus dem schüchternen und oft unterbrochenen Gesang heraushören. — Für 34000 Mark Fenster. Postbau- inspector Prinzhausen schreibt eine Verdingung für die bet dem Po st neu bau auf der Zeil erforderlichen 312 Fenster aus, veranschlagt zu rund 34000 Mark. Angebote sind bis zum 25. Januar an die Postbauinspectlon (Zeil 52) einzureichen, wo auch die Bedingungen erhältlich sind.
* Memel, 8. Januar. Der „Preuß. Lehrerztg." wird geschrieben: Der Unteroffizier als Lehrer ist nicht überall bloß ein Zukunftsbild, sondern hier eine wahre Tatsache. Auf der Nordspitze der Kurischen Nehrung liegt der Stadt Memel gegenüber das gleichnamige Fort. Es zählt etwa 10 schulpflichtige Kinder, die von jeder Schule abgeschlossen sind. Der Unterricht der Kinder ist daher dem Aufseher des Forts, dem activen Feldwebel Hannemann gegen ein jährliches Gehalt von 540 Mk. übertragen worden. Der Unterricht wird an allen Wochentagen Vormittags er« thellt. Feldwebel Hannemann nimmt auch regelmäßig an den Konferenzen der Lehrer des Kirchipiels Theil, wozu er stets in Uniform erscheint.
♦ ©ent, 10. Januar. Durch den Einsturz einer Mauer der In Bau begriffenen Rennbahn wurden zwei Arbeiter getödtet und drei schwer verletzt. Sieben Arbeiter sollen noch unter den Steinen begraben sein.
* Chicago, 9. Januar. Gestern Abend brach im Casinogebäude des Ausstellungspalastes Feuer aus, welches das Gebäude bald vernichtete. Die Flammen griffen schnell um sich, zerstörten den Säuleneingang zum Musiksaale und ergriffen das große Gebäude der freien Künste. Um Mitternacht gelang es, das Feuer zu localtfiren. Bei dem Brande fanden zwei Feuerwehrleute ihren Tod. Der in der Ab- theilung der freien Künste entstandene Schaden, welcher größtenthetls durch Waffer angerichtet wurde, dürfte 100000 Dollars nicht übersteigen.
* einen neuen Heldentenor hat Frau Cosima Wagner in dem Holzknechte Burgstaller aus Holzkirchen entdeckt. Der brave Holzknecht wird bereits ausgebildet, und damit er auch ein wenig Freude an seinem gegenwärtigen künstlerischen Dasein empfindet, bewilligte ihm Frau Cosima monatlich 150 Mark Taschengeld. Schon bei den nächsten Bayreuther Bühnenfestspielen soll sich ausweisen, ob Frau Cosima den rechten Mann zur Erfaffung der hohen Intentionen ihres Gatten gefunden hat.
* Manöver »Kosten. Nach einer genau statistischen Berechnung hat die Anzahl der Truppen, die bei den letzten Herbstmanövern auf dem europäischen Continent beteiligt waren, nicht weniger als 1200 000 Mann betragen. Bei diesen Manövern wurden 60000000 Patronen verschossen und die Kosten des nachgeahmten Krieges belaufen sich auf 400 000000 Mk.
♦ Schrecklicher Tod. Dieser Tage ließ in Reichenau ein Mann den Metzger des Ortes in sein Haus kommen,
Citeratur unb Kunft
— Ein guter Gesellschaster in den müßigen Stunden des Lebens ist eine illustrirte Familienzeitschrist, die durch ihren textlichen Inhalt den Geist befriedigt und durch ihren Bilderschatz das Auge beglückt und den Geschmack veredelt. Die geringe Ausgabe für diese Famtlienlectüre trägt tausendfache Zinsen, da die gewonnene Belehrung und Bildung auf den ganzen Character und Lebensgang des Lesers etnwirkt. An Der Spitze ber deutschen Familien- blätter steht nun unbestritten die illustrirte Fannlienzeitfchrift
Guten Stunde", (Berlin "W. 57, Verlagshaus Bong & Co.-, deren Tendenz es ist, dem Leser das heutige Cultur- und Gesell- schastsleben in fesselnden Aussätzen, spannenden Romanen, interessanten Bildern vor Augen zu führen. Der soeben beginnende neue Jahrgang der prächtigen Salonhestausgabe von „Zur Guten Stunde giebt die beste Gelegenheit, ein Abonnement auf das schone und gediegene Blatt zu nehmen. Namentlich großartig ist der illustrative Schmuck der Zeitschrift, da in jeder Nummer der farbige Aquarelldruck in reichstem Maaße in Anwendung kommt und diese Wiedergabe der coloristischen Meisterwerke von prächtigster Wirkung ist. Sowohl Kunstbeilagen wie Textbilder erscheinen in bald lebhafteren, bald gedämpsten Tönen, in ihrer Mannigfaltigkeit stets eine künstlerische Ueberraschung gewährend. Die trefflichen Romane von August Niemann: „Feindliche Pole" und A. von K l in körnst ro em: „Diebe", sowie „Doris WanterkantS Erben" von H. Helberg und viele andere große und kleine Erzählungen unserer ersten Autoren bieten eine reizvolle Lectüre dar. Andererseits sorgeni d.e mit Recht so beliebt gewordenen populärwissenschastlichen Aufsätze, sowie die Bilder aus dem modernen Leben, die Städte- und Reiseschilderungen rc. für geistige Anregung und Belehrung, wahrend practisch eingerichtete Rubriken, wie Briefkasten, Frauenecke rc., den Leserinnen namentlich gute Dienste leisten. Ganz besonders willkommen wird auch die Gratisbeilage der Jllustrirten Elassikerbiblio- thek sein. Der Abonnent von „Zur Guten Stunde" gelangt durch dieselbe ohne jede weiteren Kosten in den Besitz einer Prachtausgabe der Hauptwerke unterer Classiker. Dem neuen Jahrgange wird der zweite Theil der Gedichte und Dramen Ludwig Uhlands beigegeben. Der Preis der Hefte ber Salonausgabe beträgt 60 Pf., ber des Vierzehntagsheftes 40 Pf., unb bas Abonnement pro Quartal 2.50 Mk.
Verkehr, Land- nnd Volkru»irthschaft.
Limburg, 10. Januar. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 12.15, weißer Weizen JL 00.00, Korn JL 10.05, Gerste X 8.05, Hafer JL 7.20.
- Zur Behandlung gefrorener Rüben und Kartoffel«. Hat ber Landwtrth gefrorene Rüben oder Kartoffeln, so muß er sich vor allen Dingen hüten, dieselben in diesem Zustande zu verfüttern, da dies dem Vieh sehr nachtheilig sein würde. 2luch darf man ge- frorene Rüben unb Kartoffeln nicht in heißem Wasser austhauen, ba baburd) denselben zu viel Nährstoff entzogen wird Man wendet zu dem Aufthauen lieber kaltes Wasser an, noch besser ist aber das Dämpfen gefrorener Kartoffeln und Ruben. Von dem Süßwerden der Kartoffeln ist übrigens noch zu bemerken, daß dasselbe nicht nur vom Gefrieren, sondern auch schon von sehr niedriger Wärme- teaweratur herrührt (bei 1—2° Warme). Nach Dr. Neßler verderben Kartoffeln welche süß geworden sind, nicht leichter als andere Kartoffeln. Bewahrt man süß gewordene Kartoffeln einige Tage an einem warmen Orte bei 15° Wärme auf, so verschwindet ber angesammelte Zucker roieber unb bie süßen Kartoffeln haben ihren süßen Geschmack verloren.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag ben 13. Januar:
Vorabend 4» Uhr, Morgens 9<” Uhr, Nachmittags 3« Uhr
Sabbathausgang 5“ Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Keligiaargesellschafi.
Freitag Abend 4^ Ubr, Samstag Vormittag 8« Uhr, Samstag Nachmittag 3«- Uhr, Samstag Abend 5“ Uhr.
6144] Vogelfreunde. Schiffers Voaelfutter, nur echt in versiegelten Packeten „mit dem Vogelneste" (eingetragene Schutzmarke , ist unübertroffen im Alleinverkauf zu Oriqinalprersen bei A- u. G Wallenfels, Gießen, Marktplatz 2*. '


