wirthschafilichen Versuchsstation in Weldlitz t Sachsen) bereits im I Jahre 1858 nach vielfachen, mit auSgewachlenem Roagen angestellten 'Versuchen gesunden bat, daß, wenn man aus 2 Pfund Brod 1 15 Gramm Sal; giebt und dieses im Einteigwasser dem Mehl zu- sktzt, der Verflüssigung des Klebers, die das sogenannte Schltsfig- merbcn bewirkt, vollständig vermieden und infolge dessen ein wohlausgegangenes, gesundes und wohlschmeckeid.SBrodgewonnen werde. Lehmann wieS auch damals in der naturwissenschastltchen Sektion der Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe Brod vor, das auS ausgewachsenem Getreide gebacken und nach seiner Methode behandelt war. Es lieh nichts zu wünschen übrig, war hoch aufgegangen, die Krume war schön bell und locker. Ein anderes Brod, aas demselben Roggen, aber obne Zusatz von Salz gebacken, stellte dagegen eine ausetnandergefloffene, schlüpfrige, schwarze, seifige, gänzlich ungenießbare Masse dar.
Sehrffsnaeh richten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl Loo« und I. M. Schulhof.
Bremen, 6. November. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Eapitün R. Sander, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 27. October von Bremen und am 28. October von Southampton abgegangen war, ist gestern, 8 Uhr Abends, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Der Poftdampfer „Waesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 7. November wohlbehalten in New- york angekommen.
Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 8. November wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Citcratur ttttö Kauft
— Der farbige Jllustrationsschmuck ist eineSpecialität, die von keiner deutschen Zeitschrift mehr und mit größerem Geschick gepflegt wird, als von der großen neuen Familienzeltschrist ,Aür Alle Welt" (Berlin^., Deutsches Verlagshaus Bong.LCo., Preis deS Vstrzehntagshestrs 40 Pfg.). Zeugntß hierfür gibt auch das eben erschienene 7. Heft, in dem der Artikel „Vom Tegernsee zum Gardasee" (II) ganz reizvoll mehrfarbig illustrirt ist. Aber auch da, wo nur rin Farbenton zur Verwendung kam, wie in der „Kahnfahrt einer vornehmen Araberin" (violett) oder „Durch den Bach" (dunkel- roth) ist die Wirkung eine ganz ausgezeichnete. Zu allem sind die Schwarzdruckbtlder Kunstwerke im besten Sinne des Wortes, denen wenig ähnlich Werthvolles an die Sette zu stellen ist. Aber nicht nur der Btlderschmuck ist gediegen; der Lesestoff ist vollkommen ebenso werthvoll, und besonders die Romane „Evas Erziehung" von F. v. Kapff-Essenther, „Eine Todsünde" von H. Conway und „Polypenarme" von Hans Richter verdienen als Metsterleiftungen bezeichnet zu werden. Sie behandeln Stoffe, die mitten aus dem Leben gegriffen sind und fesseln sowohl durch die Verwicklung der Handlung wie durch die vortreffliche Schreibweise. Wir empsehlen „Für Alle Welt" wiederholt aufs Wärmste.
— Verschluckte Taschenmesser. Einen Fall seltener Mißhandlung des MagenS berichtet die bekannte tllustrirte Familienzeitschrift »Zur Guten Stunde" (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong k Co., Preis des VterzrhntagshefteS 40 Pfg.) Es heißt zwar, daß ein guter Magen AlleS vertragen könne; aber wenn dieses alte .
Wort nicht schon oft genug widerlegt worden wäre; der Messer- , verfchlucker Jakob Furrer in Zürich hätte den Beweis erbracht, daß Fremdkörper in den Magen gesuhlt werden können, die zu verdauen auch dem besten Magen nicht möglich ist. Furrer ist ein Mann von 32 Jahren, dem Arbeiterstande angehörig und dem Alkohol ergeben. Seit fünf Jahren hat er sich der sonderbaren Neigung hin- gegeben, ungenießbare Körper zu verspeisen. Zuerst verschluckte er bei seiner Arbeit als Tapezierer kleine Stahlnägel, später verschlang er als Former in einer Eisengießerei bei seiner Arbeit des Tages über 10 bis 12 Stück 1,5 Zentimeter lange Eisenstifte. Nach einigen Tagen bekam er dann öfters Würgen und Magendruck, und sah sich gezwungen, 1 bis 2 Tage seinen Sport auSzusetzen, nahm ihn aber nach Besserung der Beschwerden stets wieder auf. Im October 1893 verschluckte Furrer in Folge einer Wette um einen Liter Bier ein ein- und ein zweiklingrgeS Taschenmesser, beide geschloffen und ferner einen an beidln Enden zugespitztcn, etwa 7 bis 8 Zentimeter langen
Bleistift. Beim 6 ff en von Brot wollte et dann zwei Tage lang einen stechenden Schmerz verspürt haben, sonst aber ungestört seiner Arbeit nachgegangen sein. Am 2. April 1894 war er wieder in eine Bierwette verwickelt und verschluckte in angezeLtem Zustande Taschenmesser von 10, 7 und 6Centimeter Länge, alle mit geschloffenen Klingen. Die ersten zwei Tage traten keine Beschwerden auf, dann ober kam eS zu Schweiß und Frost, Appetitlosigkeit, Ausstößen mit metallischem Geschmack und gesteigertem Durst. Am 7. April stellte sich Erbrechen ein, Steigerung der Beschwerden, völlige Arbeitsunfähigkeit und der Patient kam in die Klinik. Er wurde opertrt, und dte Aerzte sanden im Magen drei b?r verschluckten Taschenmesser vor, die sie entfernten. Tie Operation verlies glücklich und die vollständige Hellung trat ein. Ader etz dauerte keine sechs Wochen, so erschien Furrer wieder eines Nachts in angezechtern Zustande in der chirurgischen Klinik und brachte eine schriftliche Bescheinigung von Augenzeugen mit, daß tr einige Stunden zuvor wiederum zwei Taschenmesser verschluckt habe, von denen das eine drei Klingen, einen Haken und einen Korkzieher enthalte, während das andere einklingig sei! Er wurde nochmals in die Klinik ausgenommen, jedoch nicht wieder opertrt. Durch abführende Mittel gelang es, beide Messer wieder zu entfernen 1
— In gebildeten Kreisen und bei dem vornehmen Lesepublikum erfreut sich zur Zeit wohl kein belletristisches Blatt einer größeren Beliebtheit als die illustrirte Familienzeitschrift ,Unit>etfnm" (Verlag des Universum, Dresden). Und mit Recht; — denn selbst der anspruchsvollste Leserkreis wird nach Kenntnißnahme des aus- aezeichneten Inhalts eines jeden Heftes die Ueberzeugung erlangen, daß keine andere Zei schrist eine gleichgroße Anzahl werthvoller textlicher wie illustrativer Original-Beiträge für annähernd billigen Preis (50 Pfg. pro Heft) zu liefern im Stande ist. — Namen wie Ganahofer, Prof. Brugsch-Pascha, Lindau, v. Wolzogen, v. Adlers- feld-Ballestrem, Jensen, Rosegger, Trojan u. v. A. beweisen, wieder Verlag bestrebt war, nur beliebteste und hervorragendste Schriftsteller als Mitarbeiter zu gewinnen, während der vorzügliche Btlderschmuck beredtes Zeugntß für den auserlesenen Geschmack des Herausgebers, der mtt künstlerischem Verständniß die Btlderwabl trifft, ablegt. Wir unterlassen es, auf die einzelnen vorzüglichen Beiträge deS uns vorliegenden dritten Heftes des XI. Jahrganges näher einzugehen, können unteren Lesern ein Abonnement aber nur wiederholt empfehlen. Probehefte liefert jede Buchhandlung gern zur Ansicht.
— Was sollen unsere Töchter lesen'? So manche Zeitschrift, die gewiß nicht ohne Bedeutung ist, eignet sich doch nickt in allen Fällen für ein sittsames junges Mädchen; Mancherlei findet sich dann, das für sie nicht nur nicht allein werthlos, sondern geradezu verfehlt erscheint. Das im Verlage von Th. Schröter in Leipzig, Lindenstraße 12 erscheinende Farnilienblattt »Das Havs- Mütterchen" hat eS sich zur Aufgabe gemacht, erzieherisch, anregend und unterhaltend gleichzeitig der deutschen Frau, wie der deutschen Jungfrau eine treue Begleiterin zu fein und sich ihr unentbehrlich zu machen. Decent und andererseits anregend geschriebene Romane wechseln mit kurzen belehrenden Artikeln, Gedichten, Räthseln, Koch- recepten und Rathschlägen aller Art. Der billige Abonnementspreis von nur 1 Mark pro Quartal ermöglicht wohl jeder Mutter, welcher der Tochter Wohl am Herzen liegt und welche derselben ein Blatt zur Hand geben will, über dessen Inhalt sie sich nicht erst selbst unterrichten muß, ein Abonnement auf dieses empfehlenswerthe Blatt.
aus den Stande»an,t»regiftern
der Stadt Gießen.
«nkaebote.
November: 5. Friedrich Silß, Taglöhner zu Laubach, mtt Maria Elisabeth« Neuß daselbst. 5. Joh. Bopp. Bauer zu Klrchhausen, mit Marie Rosa Kaiser daselbst. 6. Joh. Kreß, Portier dahier, mit Agathe Wirth, Näherin zu Aschaffenburg. 6. August Theodor Ernst, Feldwebel dahier, mit Wilhelmine Mathilde Stiehl zu Wetzlar. 6. Moritz Bastian, Fuhrmann zu Hirzenhain (DillkreiS) mtt Lina Seitz zu Hartenrod. 7. Joh. Fried. Darr, Tapezier zu Gießen, mit Therese Lina Wilhelmine Zillmann Wittwe, geb. Töteberg, zu Sonneborn. 7. Ludwig Karl Georg Martin Keil, Bäcker zu Gießen, mit Luise Auguste Christiane Lyncker hierselbst.
•MdWefttmeetL
November: 9. Karl Heinrich Emil Lehraiund, Lackirer dahier, mit Anna Helene Durian hierselbst.
Gad-rens.
October: 28. Dem Arbeiter Friedrich ßeuning eine Tochter, Louise. 30. Dem Diener WUhelm Müller VIII. eine Tochter, Lina Luise Carola Hermine. November: 3. Dem Werksührer Heinrich Haas III. ein Sohn, Theodor Karl Ludwig. 4. Dem Schuhmacher Heinrich Fuchs ein Sohn. 5. Dem Locomotioheizer Clemens Döhler eine Tochter, Raroltne Elsa. 6. Dem Briefträger Carl Kramer eine Tochter.
Sdbtbnu«
November: 3. Luise Friederike Siebert, 7 Monate alt, Tochter von Gastwrrth Adam Siebert dahier. 3. Adolf Weidig. 69 Fahre alt, Rentner dahier. 4. Hermann Jung, 39 Jahre alt, Maurer von Wilmenrod. 7. Wilhelmine Junker, 11 Monate alt, Tochter von Bahnarbeiter Karl Junker von Wiesick. 8. Anna Kreiling. 14 Monate alt, Tochter von Eisenbahnarbeiter Wilhelm Kreiling zu Wieseck. 8. Anna Maria Johanna Wagner, 3 Jahre alt, Tochter von Schuhmacher Johannes Wagner dahier.
Anszng aus den Kirchenbüchern
der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getränte.
LukaSgemetnde.
Den 3. November. Johann Theodor Keßler, VerwaltungS- (ccreläc zu Siegen und Katharina Klippel, Tochter des Bahnwärters Christian Klippel zu Gießen.
Getanfle.
MatthäuSgemeinde.
Den 4. November. Dem LandgerichtSrath Hermann Sandmann eine Tochter, Elisabeth Bertha Marie Auguste, geboren den 7. Octbr.
Den 4. November. J5in unehelicher Sohn, Karl Heinrich Adolph Elias, geboren den 25. September.
Den 4. November. Dem Schneider Georg Hildebrandt ein Sohn, Bernhardt Georg Karl, geboren den 2. August.
Denselben. Dem Schlosser^ Joseph Pvllendors-r ein Sohn, Wilhelm Emil, geboren den 22. ©iptember.
Denselben. Dem Lohnkutscher Peter Wagner eine Tochter, Rosa Philippine, geboren den 29. Juli.
Markusgemeinde.
Den 4. jNovember. Dem Schlosser Theodor Mandler eine Tochter, Luise Wilhelmine Susanne Katharine, geboren den 24. September.
Denselben. Dem Schuhmacher Adolph Schwan eine Tochter, Wilhelmine Elisabeth Katharine Anna EmUie, geboten den 20. September.
Denselben. Dem Posthilfsboten Philipp Lemp eine Tochter, Auguste Emilie Philippine, geboren dev 14. September.
Den 9. November. Ein unehelicher Sohn, Karl Christian, geboten den 18. October. ,
Denselben. Dem Heizer Karl Orbig eine Tochter, Marie Johanna Auguste Philipprne, geboren den 15. September.
Lukasgemeinde.
Den 4. November. Dem Dachdeckermeister Heinrich Schmoll ein Sohn, Wilhelm Karl Erich, geboren den 7. October.
JohanneSgemeinde.
Den 6. November. Dem Gemüsehändler Bernhard Johannes Schmidt eine Tochter, Anna Elisabeth, geboren den 28. April.
»eerdt-te.
Lukasgemeinde.
Den 5. November. Adolf Weidig, Rentner, alt 69 Iahte, starb den 3. Novembe>.
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