Ausgabe 
11.11.1894 Erstes Blatt
 
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Dem Tartüffe gehl ein lustiger Einacter von Labiche und Legouv« voran, der alle Birtuosenkünste der bekannten Societät vorführt und die Lachmuskeln des Auditoriums fortwährend in Bewegung setzt. Wir dürfen daher einem äußerst genuß­reichen Abend entgegensehen. t

H. Neues Theater. Durch die Aufführung von Schönthans vieractigem LustspielCornelius Boß"' ist Herr Reiners unserem letzthin ausgesprochenen Wunsch, er möge uns ein älteres deutsches Stück bringen, nachgekommen. Wir sind ihm hierfür sehr dankbar, denn er hat uns wirklich einen genußreichen Abend verschafft, zumal die Leistungen der Mit- wtrkenden mit wenigen Ausnahmen durchaus zu loben sind. Der reich gespendete Beifall bewies, daß in dieser Beziehung nur eine Stimme herrschte. Es ist daher nicht nöthig, auf Einzelheiten einzugehen, wir möchten nur Herrn Geisel rathen, mit weniger Pathos zu sprechen, und Frl. Egger angelegentlichft empfehlen, sich statt ihrer hastigen und ab- geriffenen Redeweise eine ruhige und gleichmäßige Sprache anzugewöhnen. Wenn sich die Dame bemühen wollte, zunächst recht langsam jedes Wort deutlich ausbildend zu sprechen und den Ton nicht in jedem Satze von der Höhe nach der Tiefe laufen zu lassen, würde sie sicherlich bald Resultate erzielen und zu einer natürlichen Sprechweise gelangen. Der Besuch des Theaters hat sich ja feit den ersten Vorstellungen gebessert, ist aber trotzdem nicht rege genug, um befriedigen zu können. Da nun auch jetzt der für Theatervorstellungen ungünstige Monat December heranrückt, sieht sich die Direction Reiners, wie uns mitgetheilt wird, genöthigt, vorläufig nur eine Vorstellung wöchentlich zu geben. Eine der von uns vorausgesagten Folgen der kühlen Haltung des Publikums ist somit eingetreten.

* * Neues Theater. Von der Theaterdirection wird uns mitgetheilt, daß die nächste Vorstellung Freitag den 16. d. Mts. stattfindet.

* * Steins Saalbau. Die hier rühmlichst bekannten Leipziger.sConcertsänger veranstalten heute Samstag Abend eine humoristische Soiree, auf welche Alle, die ein paar vergnügte Stunden im Reiche des Humors und Gesangs verleben wollen, aufmerksam gemacht seien.

* * Paoorama. Die Serie ^Eme Fahrt mit dem Schnell­dampferAuguste Victoria" nach New York" u. s. w., ferner die Seereise nach Westindien, Cuba und Jamaika im Panorama findet großen Beifall. Diese Serie wird daher noch bis Mittwoch Abend den 14. November ausgestellt bleiben. Wir müssen gestehen, daß namentlich die Bilder von Cuba und Jamaika einen hübschen Anblick gewähren, und empfehlen den Besuch daher ganz besonders.

* * Berichtigung. Nicht in den Vorstand des Zweig­vereins der Gustav-Adolf-Stiftung wurde, wie wir gestern irrthümlich berichteten, am 6. d. M. Herr Oberbürgermeister Gn a ut h gewählt, sondern in den Vorstand desH e ssi sch en Zweigvereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke".

* * Unfug. Vorgestern Abend wurde von den Fortbil- dungsschülern einer Klasse im Schulhause der Schulstraße während des Unterrichts durch Pfeifen auf einem Instrument und Werfen mir Steinchen nach der Lampe Unfug verübt. Es bedurfte längere Zeit, bis es dem Lehrer gelang, einen der Thäter herauszufinden, welcher dann aber auch verhaftet und ins Polizeigefängniß verbracht wurde. Exemplarische Bestrafung wird nachfolgen.

* * Diebstahl. Einem Bewohner des Kreuzplatzes wurden in letzter Zeit mehrere Flaschen Champagner aus dem. Keller gestohlen.

* * Verhaftet. Gestern wurden ein Arbeiter wegen Zech­prellerei, 2 Bettler und 5 Obdachlose verhaftet. Letztere, meistens Taglöhner, logirten seit einiger Zeit ohne Wissen des Eigenthümers in einer Scheune.

** Der Hochofen der hiesigen Margaretheahütte wurde heute Vormittag 10 Uhr wieder in Thärigkeit gesetzt, nachdem das Werk l9/4 Jahr wegen vorzunebmender baulicher und sonstiger Reparaturen und Veränderungen stillge­standen hatte.

** Die Generalversammlung des Thierschutz Vereius für das Großherzogthum Hessen fand am 7. d. Mts. in Vilbel statt. Der vom Schriftführer erstattete Geschäftsbericht ent­rollte ein erfreuliches Bild von der segensreichen Thätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre. Auch die Finanzlage ist eine zufriedenstellende und konnte daher wieder die un­entgeltliche Vertheilung einer größeren Anzahl von Thier- schutzkalendern an die Schulen des Landes, sowie die Prä- mtirung von 27 um die Förderung des Thierschutzes besonders verdienten Gensdarmen und Polizeioffictanten be­schlossen werden.

** Prämien für gute Laudwirthe. Aus Posen wird berichtet, daß der laudwirthschaftliche Provmzialveretn für 1895 beabsichtigt, Wirthschaften, die in muster­hafter Weise geführt werden, zu prämiiren. Bedingung ist, daß alle Bewerber um diese Prämiirung Eigenthümer resp. Pächter von bäuerlichen Wirthschaften in den Kreisen Posen Ost und Posen-West sind. Diese Wirth- schafren dürfen nicht über 50 Hektar groß oder bei größerm Areal nicht höher als zu 600 Mk. Grundsteuer Reinertrag eingeschätzt fein. Die Besitzer resp. Pächter müssen auf den betr. Grundstücken wohnen und sie selbst bewirthschaften. Die Prämien betragen 300, 200 und 100 Mk. und erfolgt die Vertheilung derselben durch Richter aüs der Zahl der Mitglieder der Kreisvereine Posen-Ost und -West.

** Zur Vergebung öffentlicher Arbeiten schreibt die Darmst. Ztg.":Verschiedene während der letzten Monate erfolgte Vergebungen öffentlicher Arbeiten haben in jüngster Zeit zu Besprechungen in einzelnen gewerblichen Vereinen und Versammlungen, sowie in öffentlichen Blättern Veranlassung gegeben, und es ist dabet der Versuch gemacht worden, hierauf eine Kritik der Thätigkeit der Großherzog lichen Centralstelle für die Gewerbe zu begründen. Bei der Ausführung der Bauten, auf welche die Eingangs erwähnten , Vergebungen sich bezogen, hatte die Großh. Centralstelle

jedoch weder mitzuwirken, noch war die bauleitende Behörde verpflichtet, von der ihr, bezw. der oberen Behörde zuge­standenen Entschließung üher die Vergebung der betreffenden Arbeiten der mehrgenannten Centralst?lle Kenntniß zu geben. Dieselbe war aber auch hierbei gar nicht veranlaßt, die In- tereffen der inländischen Gewerbtreibenden bei den zuständigen Behörden zu vertreten, so lange ihr darauf bezügliche Klagen von Gewerbtreibenden über Vernachlässigung der Interessen des inländischen Gewerbes nicht zur Kenntniß gebracht wotden waren, wie dies thatsächlich hier zutrifft. Es entbehren deshalb jene Angriffe auf die Centralstelle für die Gewerbe ebenso jeder äußeren Veranlassung wie jeder inneren Be­rechtigung."

** Fürsorge für die Hiuterbliebeum von Soldaten. Das Kriegsministerium beabsichtigt, wie dieH. N. N." wissen wollen, im Wege der Gesetzgebung Fürsorge für die Hinter­bliebenen der Personen des Soldatenstandes vom Range des Feldwebels abwärts, durch Gewährung von Wit­wen- und Waisengeld an dieselben, zu treffen. Da es an dem erforderlichen Material zur Ermittelung der dem Reiche dadurch erwachsenden Ausgaben fehlt, hätten die Ge­neral Commandos Anweisung erhalten, ihnen zugestellte be­zügliche Fragebogen von den zugehörigen Truppentheilen und Behörden beantworten zu lassen, um derart die erforderlichen Unterlagen zu beschaffen.

* Der Getreidemarkt. Berichtswoche 1. bis 8. November. Die europäischen Getreidemärkte, zumal die deutschen und englischen, standen in der letzten Woche unter dem Zeichen einer ziemlichen PreiLsteig.rung für Weizen und Roggen, denn diese beiden Getreidearten stiegen in wenigen Tagen durchschnittlich um 2 bis 3 Mk. per 1000 Kilogr. (20 Ctr.) Daran haben auch die Meldungen, daß in Amerika noch enorme Weizenvorräthe vorhanden seien, nichts geändert und scheint dadurch dargethan zu sein, daß in Deutschland und England die Getreidevorräthe nicht mehr so groß sind, als wie man bis Ende voriger Woche noch annahm. In Berlin und Leipzig kostete Weizen je nach Qualität 118 bis 136 Mk., Roagcn 108 bis 114 Mk., Gerste 92 bis 180 Mk., Hafer 107 bis 142 Mk. per 20 Centner.

** Weihuachtsseudungen »ach de» Vereinigten Staate». Durch den Anfangs October ins Leben getretenen neuen amerikanischen Zolltarif ist für eine große Anzahl von Artikeln eine nicht unbedeutende Zollherabsetzung herbeigeführt worden. Es dürfte daher wohl zu erwarten sein, daß wieder Viele den Angehörigen drüben zum Weihnachtsfeste Angebinde senden werden, was bislang wegen der höheren Zölle unter­blieb. Wir nehmen Gelegenheit wegen der also zu erwartenden gesteigerten Frequenz im Postpacket-Verkehr, darauf aufmerk­sam zu machen, oaß sich eine frühzeitige Auflieserung der Packete 2c. schon deswegen empfiehlt, weil die er­forderliche Zollabfertigung in New - York stets von längerer Dauer ist. Um ferner einer prompten und schnellen Weiter­beförderung der Sendungen sicher zu fein, empfiehlt es sich, die Route über Bremen vorzuschreiben, denn bekanntlich unterhält der Norddeutsche Lloyd auch während der Winter- monate ununterbrochen seinen Schnelldampfer - Dienst mit New Aork. __________

Ettingshausen, 8. November. Unser neu erbautes Schul­haus, das 2 Lehrerwohnungen und 2 Schulsäle enthält, ist jetzt unter Dach gebracht. Der stattliche Ban dürfte im nächsten Sommer vollendet und feiner Bestimmung übergeben werden.

§ Aus Oberhesseu, 9. November. Die Fl ei sch preise haben in diesem Jahre eine Höhe erreicht, die es namentlich dem Landmann bei seinen durch die Ungunst der Jahrgänge und der wirthschaftlichen Verhältnisse verm nderten Einnahmen fast unmöglich machen, das für den Hausbedarf oft nölhigste Fleisch zu erwerben. Als Ersatz für das theure Fleisch sucht man mit Recht die Kaninchenzucht zu empfehlen. Andere weisen auf die im Felde zahlreich vorkommenden Staare, sowie auch die Sperlinge, die zu jetziger Zeit eine ganz schmackhafte Speise liefern, hin. Allein wie das Interesse für die Kaninchenzucht noch mangelt, so hat man auf dem Lande auch für derartige Minimum-Brätchen, wie sie Staare und Sperlinge liefern, blitzwenig übrig. Zudem muß außer der in Frage kommenden Nützlichkeit der Staare doch fest- gestellt werden, daß ihre Anzahl immer nur eine so große ist, daß höchstens ein Jagdbesitzer Aussicht hat, an ihrem Fleische sich zu ergötzen, niemals aber können sie als Ersatz im All­gemeinen für anderes theueres Fleisch dienen. Ein solcher Ersatz wird aber auf dem Lande durch eine andere Gelegen­heit geboten, aber auffallender Weise fast gänzlich unbeachtet gelassen- es ist das Wildpret. Daß Fleisch desselben ist zweifellos ebenso schmackhaft, als der Gesundheit zuträglich. Dabei ist sein Preis um ein Drittel bis die Hälfte billiger als das Rind- und Schweinefleisch. Unsere ausgewachsenen Gebirgshasen erreichen durchschnittlich ein Gewicht von 8 bis 10 Pfund, manchmal noch mehr, und sie kosten von Beginn der Jagd bis heute nur 2.50 Mk. Es stellt sich somit das Pfund Hasenfleifch auf 30 bis 35 Pg. DaS Reh ist ein sehr häufiges Wild unserer oberhefsischen Wälder und wird bei den jetzigen großen Treibjagden in Menge zur Strecke gebracht. Man verkauft das Rehfleisch per Pfund zu 45 bis 50 Psg. Trotz dieser gewiß billigen Preise für das Wildpret fällt es fast Niemand aus dem Lande ein, ein solches zu er­stehen,- man läßt es fortwandern in die Städte, wo mans willkommen heißt, und bezahlt fast den doppelten Preis für oft viel minderwerthigeres Rind- und Schweinefleisch. Im Wildpret kann ein wirklicher werthvoller Hxsatz für das theuere andere Fleisch gefunden werden, möchten das unsere Landleute wohl beachten!

W. Darmstadt, 8. November. Auf das s. Z. ergangene Preisausschreiben wegen Erbauung einer höheren Töchterschule gingen 190 Entwürfe ein. Das Preisgericht, das dieser Tage zusammengetreten und seit Montag mit der Beurtheilung der Entwürfe beschäftigt ist, hat sich dahin ge­einigt, daß ein erster Preis nicht crtheilt werden kann, da­

für werden zwei zweite resp. erste Preise aus der verfüg« baren Geldsumme des sonstigen ersten und zweiten Preises gebildet. Die Preise erhielten Frz. Kloos, Reg. Baumstr., Stuttgart mit dem MottoDarmstadts Töchter", und Aug^ B e cf, Architect, Elberfeld, mit dem MottoIm besten Licht", den dritten Preis erhielt Karl Röse, Straßburg, mit dem MottoIdee". Zum Ankauf wurde weitere drei Entwürfe empfohlen.

Darmstadt, 8. November. In der Sitzung Grobherzog­licher Handelskammer vom 5. November er. wurde eine Verfügung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz zur Kenntniß genommen, worin in Erwiderung einer Eingabe der Großh. Handelskammer ausgeführt wird, daß zwischen Principalen undGehilfen in Handelsgeschäften eine verträgliche Uebereinkunft stattfinden darf, zufolge deren der Gehilfe im Erkrankungsfalle in den ersten Wochen an Gehalt nur so viel erhält, daß zusammen mit dem Krankengeld­bezug der volle Gehalt nicht überschritten wird.

Dermifd?te$o

* Berlin, 8. November. Eine kirchliche Vorberei­tung der Rekruten vor Ableistung des Fahneneides hat in den hiesigen Garnisonkirchen heute Nachmittag um 2 Uhr auf Befehl des Kaisers stattgefunden. Die Mann­schaften wurden compagnie- bezw. schwadronsweise nach den Kirchen geführt. Im Beisein der Generalität und der übrigen Offiziere hielten Oberhofprediger vr. Frommel und Ober­pfarrer Vollmart Ansprachen an die Truppen über die Bedeutung des dem allerhöchsten Kriegsherrn zu leistenden Fahneneides. Die Feierlichkeit, die in Berlin, soweit man sich erinnert, zum ersten Male in dieser Weise begangen worden ist, dauerte bis gegen 4 Uhr. Heber die Vereidi­gung selbst ist noch keine cndgiltige Anordnung getroffen worden - man vermuthet indeß, daß sie am 13. und 14. d. M» im Lustgarten vor sich gehen werde.

* Altenburg, 7. November. Eine Verwechselung- zweier Leichen ist hier vorgekommen. Ein Schlosser M. war im hiesigen Krankenhaus gestorben und seine Beerdigung sollte gestern stattfinden. Leidtragende und der Geistliche waren auf dem Friedhof bereits anwesend, als in der Leichen­halle die Angehörigen M's. diesen noch einmal zu sehew wünschten. Der Deckel des Sarges wurde daraufhin noch einmal geöffnet und es fand sich, daß nicht M. im Sarge lag, sondern eine andere Leiche, die aber mit den Sterbe­kleidern von M bekleidet war. Es blieb nichts anderes übrig, als daß der Leichenwagen zum Krankenhause zurückfuhr, damit der Umtausch der verwechselten Leichen vorgenommen werden konnce. Bis die richtige Leiche auf? dem Friedhof wieder eintraf, verging über eine Stunde.

* Eine merkwürdige polizeiliche Bescheinigung konnte eine Küchenfee oorzeigen, welche sich kürzlich bei einem Kaufmanne in der Keibelstraße in Berlin um Stellung bewarb. Auf einer gedruckten Vorlage bestätigte die Polizeibehörde eines ostpreußischen Städtchens der unverehelichten Josephine N., daß sich dieselbe stets zur allgemeinen Zufriedenheit geführt und daß sich dieselbe von socialdemokratischen Umtrieben ferngehalten habe.

* Eine unheimliche Statistik bringt das Central-Ver­kehrs Bureau zu Luzern, wonach die Zahl der in diesem verflossenen Sommer verunglückten Bergfexe sich auf 73 Todte beläuft, ferner auf 20 erheblich Verwundete, von denen noch nicht bekannt ist, ob sie je wieder genesen werden, und endlich auf vier Vermißte, von denen bis fitzt keinerlei Spur aufzufinden war. Das Gros der Betroffenen rocirert Deutsche.

Sonderbarer Diebstahl. DiePetersburger Gerichts­zeitung" melder: Dem Besitzer eines kleinen Laboratorium- in unserer Stadt ist es gelungen, zwei Monate lang den electrischen Strom zu stehlen, der längs einer Thür dicht neben der Thiire seines Laboratoriums hinlief. Er bohrte ein Loch in die Mauer und brachte quer durch diese- einen Drahtfaden mit der Dynamomaschine in Verbindung. Schließlich wurde der Betrug aber entdecke und gegen den Dieb Anklage erhoben.

* Geschwindigkeit ist keine Hexerei. Aus Venedig wird gemeldet: Um 4 Uhr langte die Todesnachricht Alexanders III. hier an, um 5 Uhr reichte die Direction des Teatro Malibran ein StückLa morte dAlessandro66- bei der Censur ein und um 6 U^r kam es schon ungelesen, mit dem Aufführungsverbote zurück.

Universitäts - Nachrichten.

In einem Dantschreiben des Kultusministers Dr. Bosse an den Rector der Königsberger Universität Dr. Gareis für die Ueberfenbung auf das Jubiläum der Albertina bezüglicher Festacten findet sich folgender bemerkenswerther Satz: Ich unterschreibe mit Freude die goldenen Worte Ihrer herrlichen Festrede über Die Pflege des Idealismus als Aufgabe unserer Universitäten und insbesondere auch der Albertina, die als ein Pionier idealer wissenschaftlicher Forschungs- und Mehrarbeit, deutscher Culturarbeit an die östliche Grenze unseres Vaterlandes gestellt wurde und die dieser großen Aufgabe in Treue gerecht geworden ist bis auf den heutigen Tag.

Verkehr, £anO» mtfc Vottswirthschaft.

10. Novbr. Marktbericht. Ans dem heutigen WocherrmaM kostete. Butter pr. Md. x.900,95, Hühnereier pr. Stück A, 2 Stück 1517 A. «äse pr. St. 48 A, Kasematte tt. St. ö A, Srbsen or. Liter 17 A, Linsen pr. Liter 28 4* Taube» pr. Paar X 0,60-0,90, Hühner pr. Glück X 0,90-1,20, Haynev pr. St.^l 0,601,60, Enten pr-St.^ 1,60i,8u, Gänse pr.Psd. 5465, OcbfecfL pr. Pfd- 76-80 A. Kuh- u. Rindfl pr.Psd.70H, Schweine­fleisch pr. Psd. 6676 At Kawfleisch pr. Pfd. 68-70 A, Hammel­fleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,60-5,00 x, Weißkraut pr. vtück--Zwiebeln pr. Centner 3,003,50 x,

Much m. etter 16-20 A, Enteneier 2 ©t A, Gänseeier A, Zwetschen pr- Ctr X 3,004.00.

Ein einfaches Mittel nm das Mehl von ausge­wachsenem Roggen zum Broddacken »u verwenden. Da der verflossene nasse Sommer wohl in vielen Gegenden die Land- wtrthe genöthigt bat, den Roggen ausgewachsen einzuernten, so seien Landwirthe, Müller, Bäcker, Getreide- und Mehlhändler darauf aufmerksam gemacht, daß Dr. Lehmann (ehemals Leiter der land-"