Ausgabe 
10.4.1894 Zweites Blatt
 
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F. F.

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Möbel- u. Ausstattungsgeschäft

unter der Firma

Frankfurter Möbel-Magazin, Giessen

August Oßmann, Seltersweg 87

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W» 87 Seltersweg 87 «W»

hiermit höflichst ein.

Unter Zusicherung reeller und prompter Bedienung bei billigsten Preisen empfehlen wir uns Hochachtungsvoll

Gieße«, 1. April 1894.

Frankfurter Möbel-Magazin Gießen

2863 Aug. Ossmann, Seltersweg 87.

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Früh 89, Mittags 23 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen Früh 89 Uhr.

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Nähere Auskunft durch] I. M. Schulhof, Gießen, Isidor Gchnlhof, '.Friedberg, JnlinS Karl, Grünberg und Wilhelm Acker, Berstadt. 1215

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Mermischie Anzeigen.

G. F. F.

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Gymnasiast. Dr. Böse, Ludwigstr. 27, p.

50841 E'n strebsamer junger Man«, der sich widmen will

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3075] Ein junger Mann, der mit Pferden umgehen kann, zur Aushülse gesucht.

Gebrüder Schwan.

Börfewwo*<Ä»erict>t

von E. Wassersehleben, Bankgeschäft

Obwohl die günstige Lage des Geldmarktes anhält und rege Nachfrage nach Anlagepapteren sowie nach speculattven Werthen zur Folge hat, ist doch tn der Aufwärtsbeweguvg der Course ein Stillstand eingetreten. Den etnlaufenden Kauf­aufträgen stehen ebenso umfangreiche Gewinnrealtsationen gegenüber, sodaß die Ordres ohne erhebliche Preisschwankungen ausgeführt werden können. Die.Specu- latton hat sich im Laufe der letzten Zett stark nach oben engagirt und kommt nunmehr bet objectiver Kritik zu der Ueberzeuguna, daß die seither maßgebend gewesenen Factoren in ben Coursen der meisten Effecten voll zum Ausdruck gebracht sind. Dieser Umstand und der Mangel anregender Momente veranlaßt sie, Ihre Engagements zu verringern, wobei sie zur überflüssigen Bemäntelung ihres Vorgehens wiederholt auf die demnächst tm Reichstag beginnende Berathung deS Börsensteuergesetzes htnweist. Bekanntlich ist der ursprüngliche Entwurf der Regierung, nachdem sich der anfängliche Uebereifer einzelner Abgeordneter abgekühlt hatte, von der Commtsston tn einigen Punkten gemildert worden und es liegen keine Anzeichen vor, daß das Plenum diesen Erleichterungen widerstrebt. Es ist deshalb kein Grund vorhanden, die kommende Steuer mtt trüberen Augen zu betrachten, als tn den vergangenen Wochen, in denen man sie vollständig vergessen zu haben schien. Für die Lage des Gesammtmarktes ist die Erleichterung der speculattven Positionen zweifellos von Vorthetl, weil dadurch für neue Unternehmungen Raum geschaffen wird und zudem die eingeheimsten Gewinne bei der geringsten äußeren Anregung zu frischer Thätigkeit reizen.

Einm wesentlichen Einfluß auf die Tendenz der Börse übte während der abgelaufenen Woche die Botschaft des Präsidenten von Mexiko aus, da deren dehn­barer Inhalt zu weitgehenden Befürchtungen Deranlasiung gibt. Die Botschaft besagt, daß die Berechnungen der Regierung durch die Münzpolitik anderer Länder und den Rückgang des Silberpreises alterirt worden seien und neue Lösungen im Interesse des Landes aufgesucht werden müssen. Nach welcher Richtung hin diese Lösungen gesucht werden, darüber gab der Präsident keine Andeutungen; aus dem Umstande jedoch, daß er weiter erklärt, den Steuerzahlern und Staatsbeamten können keine neuen Opfer zugemuthet werden, glaubt man schließen zu müssen, daß jdie Regierung dem Gedanken eines Arrangements mit den Staatsgläubigern beziehungs­weise einer Couponverkürzung nähertreten will. In den nächstbetheiligten Kreisen liegt indeß hierfür bis jetzt keinerlei Bestätigung vor und eine solche Absicht würde auch in schroffem Gegensatz zu dem gleichzeitig verkündeten Entschlüsse stehen, den Credit und die Ehre des Landes zu schützen. Auch veröffentlichen die Zahlstellen, daß ihnen die erste Monatsrate für ben Juli-Coupon bereits remtttirt sei, unb deshalb nimmt man an, baß für ben nächsten Termin noch nichts zu befürchten sei. Aber selbst wenn Mexiko genöthtgt sein wirb, seine Gläubiger zu verkürzen, so mutz ihnen boch nachgerühmt werben, baß es nur burch Eretgniffe, welche mächtiger waren als seine Wiberstandssähigkeit, zu diesem äußersten Schritte gezwungen wirb unb baß seine Finanzieller ihr Möglichstes gethan haben, bas Lanb bavor zu bewahren. Das ganze seitherige Verhalten der mexikanischen Regierung berechtigt zu der Er­wartung, daß sie auch in Zukunft Alles bieten wirb, was .ihr bie Verhältnisse bes Laubes erlauben. Hoffentlich bleibt sie ihren Grunbsätzen treu unb vermehrt nicht die Zahl jener leichtfertigen Staatsbankerotteure, bie einseitig eine Zinsherabsetzung becreitren unb selbst verbriefte Rechte mißachteten. In dem heutigen Coursstand ber Mexikanischen Anleihen ist überdies eine Schmälerung ber Coupons längst aus- gebrückt, benn gerade bie Unsicherheit über bie Fortdauer der sechsprocentigen Ver­zinsung war die Veranlaffung, baß bet Cours auf ben Stand von etwa 60 Procent zurückgegangen ist. Daraus erklärt sich auch, daß bas auf bie Botschaft bes Präsi­denten folgende umfangreiche Angebot nur einen Preisdruck von zwei Procent zur Folge hatte, welcher allerdings noch vergröbert wurde, als am Donnerstag aus London neuerdings wieder niedrigere Silbernotirungen einliefcn Die flaue Haltung des I weißen Metalls wird mtt dem Verlaufe ber Tags zuvor im Repräsentantenhause zu ' Washington stattgehabten Berathungen über ben neuen Antrag zur Silberprägung mottvtrt.

Von ben übrigen fremben Staatsanleihen find Italiener als besser zu erwähnen, ba verlautete, batz bie Regierung mit einem englischen Consortiurn wegen > bes Alkoholmonspols verhandle. Obwohl fich bas Gerücht nicht bestätigt hat, hielt boch bie gute Meinung an, weil sich die heimische» Börsen Ibeffer bisponirt zeigten.

Zwischen bet Regierung «nd dem Parlament ist immer noch keine Einigung über bie zur Sanirung ber Finanzlage nöthigen Schritte erzielt, boch soll bie Strömun» unter ben Abgeordneten mehr zu Gunsten ber Pläne bes FinanzministerS hinneigeu. Heber bas Project einer Bankgrünbung mit beutschem Capital ist es recht stiL geworden, dagegen wollen Mailänder Zeitungen rolffen, daß die Banca d'Jtalia die Wiederaufrichtung deS Credito Mobiliare unb ber Banca Generale unterstütze, indem sie diesen Unternehmen die ratenweise Tilgung ihrer Schulden innerhalb zehn Jahren gestatte. Das erst vor kurzer Zeit unter großen Schwierigkeiten zu Stande gekommene serbische Cabinet hatte nach kurzer Lebensdauer bereits einem neuen Platz gemacht.

An ben serbischen Werthen ist biese Veränberung beinahe spurlos vorüber­gegangen, ba fich bie Börse nachgerade daran gewöhnt hat, die Führung des serbischen Staatsschiffes alle Augenblicke in anderen Händen zu sehen. In Griechen unb Portugiesen vollziehen sich neuerdings viele speculative Käufe, namentlich legt Paris hierfür bessere Meinung an ben Tag, ba Portugal tn ber Eisenbahn-Angelegenheit ben Wünschen ber Obligationäre nachgegeben hat. Das beutsche Schutzcomll6 hat auch btesmal wieder gegen bie Driitelzahlung bes April-Coupons protestirt, boch ist leider nicht mehr Aussicht auf Erfolg vorhanden als in ben früheren Fällen. Rumänier waren zu höheren Coursen begehrt, Türken dagegen sinb leicht abgeschwächt. Auch Spanier hielten sich nicht auf dem getriebenen Stand ber Vorwoche. Oester- reichische unb ungarische Fond« behaupteten sich leiblich, trotzdem die Gold-Valuten an ber Wiener Börse wieder steigende Richtung einschlagen. Unsere deutschen Renten standen Angesichts des flüssigen Geldstandes in guter Frage und haben ihre Preise um Bruchtheile erhöht.

Der Bankenrnarkt war ruhig und zeigte nirgends größere Veränderung. Auf diesem Gebiet kommt die Unentschlossenheit der Speculation am deutlichsten zum Ausdruck. Anfangs der Woche schien es, als ob bas Heimathland für Credtt- actien Propaganba machen wolle, jebenfalls in ber Voraussetzung, daß sich ber durch die Dtvtdenden-Trennung eingetretene Abschlag von 7*/t Gulden leicht wieder etnholen lasse. Da jedoch die deutschen Börsen ber Anregung nicht folgten, erschlaffte das Interesse daran wieder, so daß sie zwei Gulden unter dem vorwöchentlichen Niveau enden.

Für Eisenbahnactien herrschte recht freundliche Stimmung. Aus Hessische Ludwigsbahn wirkte die Dividenden - Festsetzung noch nach unb auch Marienburger gewannen einen Theil ihrer jüngsten Einbuße zurück. Unter ben österreichischen sind Böhmische Westbahn unb Staatsbahn fest, letztere auf eine Wiener Nachricht, nach welcher bie Conversion ber fünfprocentigen Prioritäten unmittelbar beoorstehen soll, ßombarben büßten einen Gulden ein. In schweizerischen Transportwerthen ent- wickelte sich lebhaftes Geschäft, da immer bestimmter verlautet, daß eine Fusionirung ber Nordost-Bahn mit ben vereinigten Schweizerbahnen angeftrebt werbe. Beide gewannen annähernd zwei Procent; ebensoviel profittrten auch Centralbahn, während Gotthard kaum verändert sind. Prince Henri Aciien aoanctrten vier Procent aus den Beschluß des Verwaltungsrathes, 15 Franken Dividende zu vertheilen.

5t Die kräftigste Stütze des Marktes blldet fortgesetzt das Gebiet der Montan- werthe. Die Lage des Eisengeschäfts in Rheinland-Westfalen sowohl als Ober­schiesten wird in allen Berichten als so günstig geschildert, daß in Bälde eine weitere Steigerung der Walzeisenpreise erfolgen werde. Bochumer unb Dortmunder Werden zwei, Laurahütte ein Procent besser bezahlt. Der Kohlenmarkt wird weniger zuver­sichtlich beurteilt, well bas Syndicat für ben Monat April eine Einschränkung ber Probuction von 20 Procent beschlossen hat. Außerdem wirkte verstimmend, daß bei einer Submission in Utrecht englische Firmen bie beutschenZechen well unterboten haben.

Gelb ist am offenen Markt unoeränbert leicht, wenn auch ber Status der Relchsbank.^eine kleine Anspannung zeigt.

Course der Frankfurter Börse.

Cour» vorn

30./III.

6./IV.

Cour» vom

30./III.

6./IV.

4o/c Hessische Obligatton- , Bauern ....

105.90

107 45

106.

107.45

4Vs°/oPortug^-A. 88 u.89

5o/o amort Serb. GoL-

32 10 |

31.80

- Baden.....

30/0 Sächsische Rente. .

103 10

87.35

104.75

87.50

Rente ....

5°/o ScrbischeEisenbahn-

64.90

64 60

31/,0/ 0 BremerStaatsanl.

98.

98.25

Hyv.-Obl. L. Ä. .

69.20

68.50

Hamb.Staatsrente 4% Oestr. Goldrente .

GriechischeMonopol-

99.

99.10

4^/oSchwed.Oblig.l880r

103.85

103 90

97.75

97 70

1% Türken conv. Lll. D.

5^/o Argmt. Gold - Anl.

23.80

23.65

Arüeihe . . .

34 95

£35.40

0. 1887 ...

3i/a% Egypt. priv. Anl.

48 50

48.80

41/0 Rumänische Rente .

50/0 Ruff. ConsolS S. in

85 20

74 50

101.90

102 30

4% Pfälz. Ludwigsbahn (Bexbach) . . .

104.

104.50

5% Südbahn Lombarden

40/0 do. do.

103 20

98.40

103.05

98.75

, Hessische Ludwigsb.

30/c do. do.

61.90

62.15

68/69 garanl.

103.60

103.25

40/c Prag-Duxer Gold

101.05

101.20

, Elisabethb.stenerftei

, Rudolf Gold (Salzk.)

101.90

101.70

Gold ....

102.30

102.15

, Franz-Joses Silber

79.80

80.50

50/0 Oestr. Staatsbahn.

-

108.85

3"/o staall. g«r«nt Jtal.

40/0 do. do.

101.60

102.

Eisenbahn . .

48 45

48.35

30/0 do. do.

30/0 Livorneser . . .

52 60

51.85

LVIII. Emiff.

87.

87.20

40/0 Ruff. Südw Eiseno.

99.95

99.80

30/0 do. Ergänzungsnch 5o/o Nordwestbähn Gold

84.15

108.10

84.40

108.40

40/g WladttawkaS gamt 4% gar. Sardin.Sec.stft.

99.25

63.10

99.30

68.75

LudwiaShafm-Bexbach. Hessische Ludwigsbahn. Pfälzische Nordoahn .

226.80

227

Oest. Nordw^-BahnLttL

218.

218.05

114.40

114 65 1

Gotthardt.....

3taL Mtttelmeer . .

160.30

159 30

115.20

115.20

78 90

79.10

Lübeck-Büchner . . .

144

144.10

Deutsche ReichSbank

155.20

155.50

Dresdener Bank. . .

147.15

144.65

Berlin. HandelSgesellsch.

141 40

138.35

Mitteldeutsche Credttb. .

98.30

99.-

Deuttche Bank . . .

166.60

163 90

Wiener Bank-Verein .

107.

IO68/4

DeutscheGenoffenschftsb.

Württemb. Vereinsbank

127.50

128.70

a.So«gel,ParrifiusLEo.

112.80

113.50

Deutsche VereinSoank .

106.70

106.80

Binding-Brauerei . .

170.75

170.75

Deutsche VerlagSanstalt

193.50

192.50

Stern- do.(Oberrad) Bad. Anilin- u. Soda-

152.50

153.25

Farbwerke,vorm.Meist er, LuciuS 4 Brüning.

368.

330.

febril ....

369.

371.

Riebeck'scheMontanwerke

163

158.

Hibernia Bergw.-Ges. .

122 20

122 85

Bochumer Gußstahl

140.65

142 15

40/g Franks. Hyp.-Pfdör.

v. 91 ab . . . 3«/g°/oFrnkfchyp.-Pfdbr. 40/oPreuß^p^^^B^- $Vt°/o do. .

40/oPreuß. Cenft^-Bod.- Erev.-Psandbr. biS 1885 .....

10330

97.

103

96 80

101.55

Vfattd

103.50

97.

103.

96.80

101.45

40/gDeutscheGrundschlb-

Bk.-Pfandbr. I u. II 3V?Vo do......

3V ^/o Rhein. Hyp.-Bank-

Pfmrdbr. . . . 40/ Meininger Pfandbr. 40/g do. do.

unkündbar bis 1900

101.

96 40

96 20

101 20

103.

101.- 96 40

96.20

101.30

106-

ei

N>/i.Chic.Milw.f.St.Paul Prtt, rückzahlb. 1910 .

50/gChic.Mllw.f.St.Paul

Prt., rüchahlb. 1921 .

60/0 Eenft. Paris. l.Mrtg.

rückzahlb. 1896 . .

Mtttat

113.90

106.90

102.35

itte»

113.80

107 25

102.35

40/0 Chicago Burlingwn Nebraska 1927 . . 4i/8°/g California Pacis.

I. M., rückzahlb. 1912 6o/5PactfwfMiffouri con- solidated I. M. t. 192C

87.40

104.90

97

88.2»

104 60

96.40

Oestr. 1860r fl.500-Loose 1854r fl. 250= 4o/g Meininger Prämien-

Psandbr.....

123.80

124.50

127.65

bl

123 85

125.40

127.30

Hi.

Braunschweig. 20 Thlr^- Loose ....

3o/o Oldenburger Loose. 3i/|0/0 Köln-Mindn^oose

103.50

126.10

132.30

108.50

126.15

132.

RebettiwB. Ä, Gche»-». Druck und Verlag NrAhl'fch« Kracken <Fr. Ehr. Bietsch) in Gießen.