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Kurzem zwischen diesem Institut und der Pforte Verhandlungen wegen Uebernahme einer neuen türkischen Anleihe schweben sollen. Auf welcher Basis und in welchem Umfange die Türket die geplante neue Schuld contrahtren will, darüber ist vorläufig nichts bekannt, es muß daher eigentlich Wunder nehmen, daß trotz der chronischen Geldnoth in Constanttnopel für die Turbanwerthe in Parts fortgesetzt gute Meinung besteht, so daß die Serten-Türken neuerdings ihre Preise erhöht haben. Selbst für ote Loose ist Nachfrage vorhanden, obwohl die Genehmigung des wegen der Trefferauszahlung getroffenen Arrangements immer noch auf sich warten läßt. Rumänier hatten unter der Ankündigung der neuen Emission zu leiden, vermochten aber tm Laufe der Woche einen Thetl ihrer Einbuße wieder zurück zu gewinnen. Griechen waren vernachlässigt, dagegen wurden Portugiesen und Spanier höher bezahlt. Von dm überseeischen Staatsanleihen sind Argmttnier aus dm wetteren Rückgang des Goldagtos besser, Mexikaner schwankend. Die Gerüchte von einer beabsichtigten Ztnsreductton wollen nicht zur Ruhe kommen. Neuerdings hieß es sogar, ein Berliner Consorttum habe der mexikanischen Regierung den Vorschlag gemacht, gegen Verpfändung wettet er Sicherheiten die Herabsetzung der gegenwärtigen Zinsen durch- zufuhrm.
Auf dem Gebiete der Transportwerthe standen, wie schon erwähnt, dte schweizerischen Eisenbahnen im Vordergrund. Neben den Gerüchten von Verstaatlichung wurde auch noch von einer Fusion der Nordostbahn mit dm Vereinigten Sch cvei,erbahnen gesprochen. Obgleich etwas Gretsbares nicht oorltegt, erfuhren doch dte Actien beider Linien eine Erhöhung von etwa 3 Procmt. Der Verkehr tn öfter? reichlichen Bankacttm war leblos;, den flauen Wiener Notirungen entsprechend, mußten dte Eourse auch hier herabgesetzt werden. Unter den deutschen Bahnen sind Marienburger als höher zu erwähnen, tn Folge von Petersburger Berichten, nach welchen für dte nächste Zett etne Zunahme des Exports tn Aussicht genommen wer den kann. Die übrigen twen vernachlässigt.
Die Stimmung auf dem Markt der Jnvustriepapiere war schwach und auch die Umsätze bewegten sich in engen Grenzen. Etne Ausnahme machten nur Brauerei- jctlen, von welchen insbesondere Btnding-, Kalker-, Park- und Speyerer Storchen- oraueret als höher zu erwähnen sind. Kohlenactten lagen matt. Die von der Ha>pmer Bergbau-Gesellschaft beschlossene Dividende von 3 Procmt entspricht zwar genau den oorausgeganzenm Schätzungen, zeigt aber, wie wenig hier Elträgntß und Cours harmoniren, und es drückt sich in den heutigen Coursen dieser Werthe ein starker Optimismus in Bezug auf dte zukünftige Gestaltung unserer industriellen Verhältnisse aus. Ebmso waren Eisenactien bet geringem Verkehr rückgängig.
Geld hat Anfangs der Woche eine Kleinigkeit angezogen und hielt sich dann auf dem leicht erhöhtm Stand unverändert.
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An Stelle der scharf ausgesprochenen Haussetendenz, welche während der letzten Wochen an den deutschen Effectenmärkten geherrscht hatte, ist im Laufe der dies- rnaltgen Berichtspertode eine leichte Unsicherheit getreten, welche allerdings weniger in großen Schwankungen der Eourse, als in der Zurückhaltung der Speculation Ausdruck fand. Die directe Veranlassung hierzu gab der Umstand, daß sich der Geldmarkt Anfangs der Woche eine Kleinigkeit versteift hat und mancherseits befürchtet wird, diesem ersten Vorboten des Herbstbedarfs würde eine wesentliche Ber- theuerung des Geldes auf dem Fuße folgen. Einstweilen ist indessen dte Steigerung des PrioatdiscontsatzeS eine sehr minimale und vollzieht sich auf einem so niederigen Niveau, daß darin durchaus nichts Beängstigendes liegt, zumal der gegenwärtige Status der deutschen Reichsbank ungleich kräftiger ist, als er sonst bei Eintritt der Herbstsaison zu sein pflegt. Wenn die Speculation trotzdem von jeder, selbst der geringsten Veränderung auf dem Geldmarkt empfindlich berührt wird, so läßt dies doch darauf schließen, daß ihre Engagements einen recht bedeutenden Umfang angenommen haben, und dieser Umstand genügt für sich allein schon, um das Realisations- bedürfniß erklärlich zu machen. Dte bisher für die Aufwärtsbewegung wirksam gewesenen Momente bestehen zwar auch heute noch, aber sie sind vorläufig in den Coursen der tonangebenden Spielpapiere genügend eskomptirt und es bedarf deß- halb neuer Anregung, um die Hausseströmung auch fernerhin im Fluß zu halten. Zudem bekundet das Prioalpublikum starke Neigung, bei den erhöhten Preisen sich desjenigen Theils seines Besitzes zu entledigen, auf welchem ein annehmbarer Nutzen ruht. So waren von dieser Seite zeitweise die dreiprocentigen deutschen Anleihen stark angeboten, allerdings ohne daß dadurch ein erheblicher Coursdruck verursacht werden konnte, indem dem Angebot große Nachfrage für englische Rechnung gegenüberstand. Gegen Ende der Woche war der Begehr sogar weit überwiegend, da daS Londoner Börsencommissariat osficiell bekannt gab, daß die behufS Kotirung sämmt- licher Serien der dreiprocentigen Reichsanleihe an der dortigen Stock-Exchange erforderlichen Documente eingereicht seien und somit die Vorbedingung zum regelmäßigen Handel unserer Rente tn London erfüllt sind. Wenn auch abgesehen hiervon und ungeachtet der umfangreichen Verkäufe auf einzelnen Gebieten die Preise sich im Allgemeinen nur wenig abschwächten, so dürfte sich dies daraus erklären, daß, soweit es sich um Abgaben aus den Kapitalistenkreisen handelte, für die frei gewordenen Mittel sofort anderweitige Unterkunft an der Börse gesucht wurde. Bevorzugt waren hierbei Brauerei- und schweizerische Eisenbahnactien. Den Impuls für die Ersteren, welche monatelang vernachlässigt gewesen waren, gab der günstige Ertrag der diesjährigen Hopfenernte, welcher den Bezug billiger Rohproducte ermöglicht und somit zu der Erwartung berechtigt, daß dadurch die nächstjährige Dividende vorlheilhast beeinflußt werde. Zu Gunsten der schweizerischen Eisenbahnactien wirkte einerseits die stetig fortschreitende Entwickelung des Verkehrs auf den einzelnen Linien, man glaubt sogar annnehmen zu dürfen, daß diese an Lebbastigkeit noch gewinnen werde, indem stchim Waarenhandel Anzeichen bemerkbar machen, dieaufeine Zunahme des internationalen Güteraustausches Hinweisen. Andererseits entfaltet das Heimathland aber auch deshab reges Interesse dafür, weil gegenwärtig in den dortigen Handelszettungen der Verstaatlichung des gesammten Eisenbahnwesens wiedereinmal das Wort geredet wird. Derartige Ei Liierungen haben zwar schon öfters stattgefunden und pflegen sich immer von Zett zu Zett zu wiederholen. Bis jetzt hatten sie gewöhnlich ihren Ursprung in den Kreisen Der Großactionäre und basirten mehr auf deren Wünschen als auf ernstlichen Absichten der Bundesregierung. Ob den Gerüchten diesmal mehr Thatsächliches zu Grunde liegt, läßt sich nicht beurteilen. Die seither mit einigen Unternehmern eingelettet gewesenen Verhandlungen scheiterten s. Zt. bekanntlich an den zu hohen Forderungen der Actionäre. Demgegenüber wein man heute darauf hin, daß inzwischen die dreiprocmtige etdgenöisische Anleihe eine Preissteigerung von annähernd zehn Procent erfahren hat, sodaß der Bund heute, wenn er thatsächlich die Absicht hegt, die Eisenbahnen in eigenen Betrieb zu nehmen, wohl in der Lage sein würde, eine höhere Abfindungssumme als damals, zu bewilligen.
Außerdem trug die Pariser Börse durch den neuerdings heroorbrechenden Enthusiasmus für russische Werthe dazu bei, die Stimmung zu beleben. In Berlin fiel die gebotene Anregung auf fruchtbaren Boden, da Angesichts der bevo,stehenden Emission der Rjäsan-Uralsk-Prioritäten die Aufmerksamkeit ohnehin schon auf die russischen Papiere gerichtet ist und diese im Publikum aus der Zeit vor ihrer Ver-' treibung aus Deutschland noch in angenehmster Erinnerung sind. Die Speculation benutzte die Gelegenheit willig, um eine kräftige Hausse in russischen Noten anzu-1 fachen, welcher sich sowohl die Valuta-Werthe als die Gold-Anleihen und Etsenbahn- prtoriläten anschlossen.
Eine Gegenteilige Strömung ging zeitweise von Wien aus. Dort werden deutliche Zeichen einer drohenden Geldveitheuerung sichtbar und da die österreichische Speculation verhältnihmäßig viel stärker engagtrt ist, als die hiesige, so übte diese Wahrnehmung dort, namentlich auf den Bankenmarkt, auch einen weit schärferen D'v^ aus. Am empfindlichsten wurden Creditactien davon betroffen, welche durch die Realisationen um über vier Gulden nachgeben mußten, wahrend die Nebenwerrhe geringere Einbußen erlitten. Auch die deutschen Banken sind tm Allgemeinen fine Kleinigkeit matter; nur für Commandtt bestand Interesse wegen der Uebernahme r- einer neuen rumänischen Anleihe. Einer recht festen Haltung erfreuten sich Banque [1471 Ottomane hauptsächlich auf Pariser Anregung, welche sich daraus erklärt, daß seit
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49.30
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Gold ....
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102.60
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89 90
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284.20
118 60
235 10
117 55
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223.75
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