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1894
Sonntag den 8. Juli
Nr. 157 Zweites Blatt.
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Gitfccnrt Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener AamilienOkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Vierteljähriger Akounementsprcis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn.
Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg.
Rcdaction, Expedition und Druckerei:
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Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren
chralisbeikage: Gießener Aamikienökätter
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Theil.
Gießen, am 4. Juli 1894. Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien Mendorf a.d.Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dors-Gill, Eberstadt, Srotzen'Linden, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein«Linden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Leihgestern, Sich, Mufchenheim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Roberts.
Haufen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe.
Sie werden, insoweit Sie noch im Rückstände sind, an baldige Einsendung der in unserem Ausschreiben vom 23. August 1880 — Anzeiger Nr. 201 — vorgeschriebenen Tabelle nach dem unten abgedruckten Muster über die in dem letzten halben Jahre crepirten Thiere erinnert, wobei namentlich in der Spalte „Bemerkungen" die Angabe über die Krankheit des Thieres und die Art der Beseitigung des Cadavers nicht zu vergessen ist.
v. Gagern.
Tabelle
über die in der Gemeinde........vom .... 18 .
bis .... 18 . . crepirten oder getödteten Thiere.
Namen der Besitzer
Der kreptrten oder getödteten Thiere
ä- a GCi
Bemerkungen über Krankheit, wenn solche durch den Thierarzt festgestellt ist, sowie über die Art der Beseitigung der Ea- daver.
Bekanntmachung.
Hans Weber in Stettin vertreibt ein Mittel gegen Wassersucht in Form von Pulvern und läßt sich für dasselbe (44 Pulver) 10 Mark bezahlen. Nach einer
durch das hiesige chemische Untersuchungsamt vorgenommenen Untersuchung der Pulver bestehen dieselben aus Tabak- ; oder Cigarrenasche.
Wir sehen uns daher veranlaßt, vor dem Gebrauch dieses Geheimmittels wiederholt zu warnen.
Darmstadt, den 27. Juni 1894.
Der Ortsgesundheitsrath.
Z __________________ Fey-
Nr. 29 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 2. d. M., ■ enthält:
• (Nr. 2185). Verordnung, betreffend die Abänderung \ und Ergänzung der Bestimmungen über die Tagegelder und | Fuhrkosten von Beamten der Reichs-Post- und Telegraphen- ! Verwaltung. Vom 27. Juni 1894.
Nr. 30 des Reichs-Gesetzblatts ausgegeben den 4. d. M., enthält:
(Nr. 2186). Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zum Schutz der Waarenbezeichnungen vom 12. Mai 1894 (Reichs-Gesetzbl. S. 441) und des Gesetzes, betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern, vom 1. Juni 1891 (Reichs- f Gesetzbl. S. 290). Vom 30. Juni 1894.
\ Gießen, den 6. Juli 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________v. Gagern.
Vermischtes.
> * Wilhelmshöhe bei Cassel, 4. Juli. In Mitteldeutsch-
! land sind vorzugsweise der Harz und Thüringen das Ziel i der Reiselustigen und Erholungsbedürftigen. | Neuerdings sind durch den wiederholten Aufenthalt der kaiser- ' lichen Familie aus Wilhelmshöhe erst weitere Kreise aus daS | ehemalige Kurhessen aufmerksam gemacht worden. Don den vielen Naturschönheiten, die Hessen bietet, nimmt der Habichtswald mit der weltbekannten und historisch denkwürdigen Wilhelmshöhe die erste Stelle ein. Natur und Kunst waren hier im Wetteifer, ein Paradies zu schaffen, und so sind die unvergleichlich großartigen Wilhelmshöher Anlagen entstanden, die meilenweit umgrenzt werden von dem Habichtswald in seiner urwüchsigen Schönheit. Zahlreiche Quellen unterbrechen die Waldeinsamkeit, und groteske Felsmaffen verleihen der Gegend einen eigenartigen Reiz. Bergeshöhen bis zu 600 Meter über dem Meeresspiegel bieten lohnende Aussichten. Wer Abwechselung liebt, findet solche reichlich in der
mittels Dampfstraßenbahn in 20 Minuten zu erreichenden Residenzstadt Cassel (Concerte, Gemäldegallerie, Museen rc.). Allen Reiselustigen, Großstadtmüden und Erholungsbedürftigen, die den Waldfrieden suchen, sei zur beginnenden Reisezeit Wilhelmshöhe auf das Wärmste empfohlen. Für Freunde des Naturheil- und Kneipp'schen Heilverfahrens dürfte es von Interesse sein, zu hören, daß Herr H. Großmann, pract. Naturheilkundiger, der Besitzer der Caffeler Naturheilanftalt, in idyllischer Lage auf Wilhelmshöhe, unmittelbar am Hoch« walde, auf einem 12 Acker großen Areal eine Naturheilanftalt in großem Style erbaut hat. Man genießt von der Anstalt aus eine wundervolle Aussicht auf das Fuldathal und die es umgebenden Gebirgsketten. In baulicher Beziehung (gut ventilirte, sonnige Wohnräume, comfortables BadehauS, Lichtluftstationen, electrische Beleuchtung, Gebirgsquellwasserleitung, zahlreiche Lusthütten, Sonnenbäder) dürfte das neue Etablissement wohl kaum übertroffen werden. Da daS Unternehmen in bewährten Händen liegt, so ist anzunehmen, daß es dazu dienen wird, dem Naturheilverfahren viel neue Freunde und Anhänger zuzuführen.
* Eine verwegene Flucht hat in einer der jüngsten Nächte in Berlin ein dem Namen nach unbekannter Verbrecher aus der Polizeizelle eines dortigen Krankenhauses ausgeführt. Er war vor einigen Tagen wegen Verkaufs vermuthlich gestohlener Schuhwaaren verhaftet worden, hatte den wilden Mann gespielt und sich taubstumm gestellt, weßhalb er der Krankenaustalt überwiesen wurde. Als die Zelle des Gefangenen, die im zweiten Stock des Krankenhauses liegt, Morgens von einem Wärter nachgesehen wurde, war der Vogel ausgeflogen. Der Verbrecher hat aus einer Bettstelle eine Eisenstange losgelöst und damit die Vergitterung deS Fensters auseinandergebogen. Dann zerriß er wollene Decken zu Streifen, drehte daraus einen Strick zusammen und ließ sich daran auf den mit Gartenanlagen versehenen Hof hinab. Don hier muß er durch lieber» kletterung mehrerer Zäune in das Freie gelangt sein. Am Auffallendsten ist aber, wie der Flüchtling auf der Straße unbemerkt hat entkommen können, da er eine ganz eigenartige Kleidung getragen hat. Da er zur Nachtzeit nur mit einem Hemd bekleidet war, das übrige Zeug aber nicht zur Verfügung hatte, so zerschnitt oder zerriß er das Leinen des Stohsackes und machte sich daraus eine den Körper umschließende Hülle zurecht. In dieser ist er geflohen.
Feuilleton.
Wochenbriese «ns der Residenz.
(Originalbericht für dm „Gießmer Anzeiger".)
Z. Darmstadt, 6. Juli.
Sin studentisches Fest. Der König von Sachsen in Darmstadt. Vom Mufikfest. Verschiedenes.
Die schon im letzten Brief kurz erwähnte Feier zu Ehren der Jubtlare unseres Polytechnikums, die seit 25 Jahren an dieser Anstalt wirken, der Herren Professoren Dr. Schäfer, Dippel, Simens, Kumpa, Wagner und Nell ist am verflossenen Samstag programmmäßig durch ein glänzendes Fest studentischer Art verherrlicht worden. Der hiesige Studentenausschuß hatte den großen Saal deS Saalbaues, der augenblicklich von den baulichen Veränderungen verschont ist, ganz großartig ausschmücken laffen, sodaß der große Raum, den eine frohgestimmte Festversammlung füllte, einen sehr anziehenden Anblick bot. Die studentischen Verbindungen und die Vertreter der nicht incorporirten Studentenschaft waren Alle erschienen und ebenso fehlte in der Schaar der Profefforen und Docenten auch nicht einer. Der Vorsitzende, Herr stud. Busch, eröffnete den Festcommers mit einem Salamander auf dessen Gelingen, dann ergriff er das Wort zur Festrede. In dieser pries er die Fortschritte der modernen Technik und besonders die großartige Entwickelung unserer hessischen lechmschen Hochschule. Dann gedachte er der großen Verdienste jedes einzelnen der Jubtlare, durch die dieser Aufschwung mit veranlaßt worden sei. Ihrem Wohle gelte das heutige Fest und ihnen gebühre daher auch eine Huldigung nach studentischer Sitte. Nun wurde ein Salamander auf die genannten Herren gerieben und dann ertönten noch laute Hochrufe ihnen zu Ehren. Herr Geh. Hofrath Prof. Dr. Sch äfer dankte in längerer Rede für die Der» anstalrung eines so großartigen Festes und bemerkte, daß eS für Jeden, der die Periode des mächtigen Aufschwungs unserer Hochschule miterlebt habe, ein erhebendes Bewußtsein sei, auch
sein Theil zum Gelingen dieses großen Werkes brigetragen zu haben. Noch folgten zahlreiche Reden und beifällig aufgenommene Toaste, die wir hier nicht alle mittheilen können. Erst in später Stunde oder, was wohl richtiger gesagt ist, in früher Stunde erreichte der große Festcommers sein Ende. Es war dies wohl für das laufende Semester das letzte allgemeine studentische Fest, dem nur noch die Feier des 25jährigen Bestehens des Corps „Hassia" in den nächsten Tagen folgen wird. Es ist hierfür ein größeres Programm aufgestellt, in dem unter Anderem auch eine festliche Umfahrt durch die Stadt vorgesehen ist.
En prächtiges Schauspiel für die schaulustigen Residenzbewohner bildete die Ankunft Sr. Majestät b eß Königs Albert von Sachsen am vergangenen Montag. Die Einzugsstraßen und das Bahnhofsgebäude der Main- Neckarbahn hatten reichen Festschmuck angelegt. Am Bahnhofe harrte eine große Menschenmenge des hohen Gastes. Auf dem Bahnsteige war eine Ehrencompagnie der 115er aufgestellt, während draußen eine Schwadron der Leibgarde- Dragoner, die als Escorte für den Hoswagen bestimmt war, Ausstellung genommen hatte. Kurz vor dem Eintreffen des Extrazuges kamen Se. König!. Hoheit der Großherzog mit dem Pnnzen Wilhelm an. Beide Herrschaften hatten große Generalsuniform angelegt und prangten in vollem Ordensschmucke. Als der aus fünf Wagen bestehende Extrazug eingefahren war, eilte unser Großherzog sofort auf seinen Gast zu und die beiden Fürsten begrüßten sich auf das Herzlichste. Dann wurde die Parade über die Ehrencompagnie abgenommen, worauf die Herrschaften den vierspännigen Galahofwagen bestiegen und, vom Publikum jubelnd begrüßt, nach dem Residenzschloffe fuhren, wo die Großherzogin den hohen Gast bewillkommnete. Abends 7 Uhr sand im Schlöffe große Galatafel statt, bet der Se. König!. Hoheit der Großherzog den Trtnkspruch auf seinen hohen Gast ausbrachte. Zur Tafel, die besonders reich geschmückt war, hatten etwa 58 hochstehende Personen Einladungen erhalten. Am Dienstag reiste der König von Sachsen mit dem Großherzog nach Lorsch, | um dort an einer großen Hofjagd theilzunehmen, bann erfolgte
bereits am Mittwoch Vormittag die Abfahrt, zu der der Großherzog seinem Besuche wiederum das Geleite gab. Der nächste Fürstenbesuch wird nun dem Vernehmen nach Se. Kaserl. Hoheit der Großfürst-Thronfolger von Rußland sein, der zu Anfang Herbst hierherkommeu soll, dann wird Se. Majestät Kaiser Franz Josef von Oesterreich und endlich in den letzten Monaten des Jahres der deutsche Kaiser erwartet.
Ueber den Verlauf der Vorfeier zum Musikfeft hat Ihnen ein Specialbericht bereits alles Wünschenswerthe mitgetheilt. So groß wie am vergangenen Sonntag wird der Andrang wohl an keinem Festtage mehr werden, konnte man sich doch beim Anblick der Menschenmasse, die sich in die Festhalle gedrängt batte, der Erinnerung an die ©eenen aus der Ludwtgsbahn beim Mainzer Schützenseste nicht erwehren. Jedenfalls dürfte das finanzielle Ergedniß des Festes, falls der Andrang so stark bleibt wie am Sonntag, am Mittwoch alle Erwartungen weit übertreffen.
Recht interessant war die Repertoirmittheilung, die jüngst in den hiesigen Tagesblattern über den Spielplanentwurf des Hoftheaters für den künftigen Winter gemacht wurde. Danach sind eine große Menge Novitäten angekauft worden, darunter Sardous „Madame Sans-Gene", Sudermanns „Heimath" und „Ehre" usw. Jndeß hat das Personal unserer Hofbühne nun mitten in den Ferien noch einen Verlust erlitten. Herr Hoftheater-Maschinenmeister Kranich, deffen Ruhm weit über die Grenzen unserer Stadt htnaus- geht, hat einem ehrenvollen Rufe nach Dresden Folge geleistet und wird schon — so sagen die Zeitungen — int Herbst, wenn er von den Bayreuther Festspielen zurückkommt, von hier wegziehen. Der neuen Leitung unseres Kunstinstitutes fällt nun die schwierige Aufgabe zu, für Herrn Kranich einen Ersatzmann zu suchen, was nicht allzu leicht sein dürfte.
Sonst wäre für heute nichts von besonderer Wichtigkeit zu melden. Das Hauptintereffe im Darmstädter Leben nimmt eben naturgemäß das Musikfest ein, und was dieses bringen wird, erfahren ihre Leser ja in besonderen Berichten.


