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8.4.1894 Zweites Blatt
 
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Nr. 81 Zweites Blatt. Sonntaa den 8. April

1894

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Gichener Anzeiger

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Annahm. vor flnjeifltR zu brr Nachmittag» für bei Ivlgrnbrn Lag trfd)ftnmbcn Wummer bt» Form. 10 Ubr.

Brief- und Packet-Siegelmarken

Eap. 69, Fabrikinspectoren, gibt zu längerer Debatte Ver­anlassung. Abg. Jöst hebt die Verdienste der beiden Fabrik- mspectoren hervor, die sie sich um die Arbeiterschaft der Fabriken, auf deren Wohl sie jederzeit bedacht gewesen seien, erworben haben. Er hält aber die Zahl der Fabrtktnfpectvre» für zu gering, um mit Erfolg arbeiten zu können. Abg. Reinhardt hält ebenfalls zwei Fabrikinspectorcn für zu wenig. Mit einem Assistenten komme man auch nicht au«. Auch der Abg. Schmidt theilt diese Ansicht.

StaatSminister Finger, sowie Ministerialrath Emmer­ling sind der Ansicht, daß, nachdem sich bet den beide» Fabrikinspectoren eine einheitliche Methode herauSgcbildet habe, es nicht rathfam sei, hieran zu zu rütteln. Durch Anftellu»ß eines Assistenten für die beiden Fabrikinspectoren werde vor­erst den Anforderungen genügt. Abg. Sachse hält ebenfalls einen dritten Fabriktnspeclor für unnöthig.

Abg. Jöst und Genoffen beantragen, für 2 Assistenten der Fabrikinspecloren 5000 Mk. in daS Budget elnzuftelle». Auf Antrag des Berichterstatters Bogst wird das Capitel aufeer Bcrathung gestellt. Für die Geologische Landesanstalt werde» 24 220 Mk., für DampfkeffelprüfungSstatton (Eap. 72) Mk. 16 615, für Eentralstelle für LandeSstatistck 32 709 IM. und für Organe der Unfall sowie für JnvaliditätS- und Alters­versicherung 5360 Mk., für Wittwen [unb Waifenverforgu»gS- anstalien 267 700 Mk. ohne Debatte genehmigt. Hiermit werden die Verhandlungen geschloffen.

schaftlichen Producten noch vieles Gute erreicht werden könne. Die Forderung der Regierung wird hieraus unter Zusammen- faffung deS aus 12 Titeln bestehenden Eap. 61 mit 263 950 Mk. genehmigt. Ebenso Cap. 62, LandeScreditcasie, mit 8828 Mk. Bei Cap. 63, LandeSgestüt, beantragt der Ausschuß den ge­forderten Betrag unter Streichung der Ueberweifung von zwei Fouragerationen an den Landstallmeister mit 121536 Mk. zu genehmigen. Die Kammer beschließt, trotz warmer Befürwortung der RegierungSsorderung, durch Ministertalrath Jaup, nach dem Antrag deS Ausschusses.

Für Regulirung von Bächen und nicht schiffbaren Flüffen, Cap. 64, werden 1040 Mk. bewilligt. Abg. Bogt fragt die Regierung, wie weit die Ufcrrcgutirung gediehen sei. Ministerialrath Jaup erwidert, daß die Arbeiten noch nicht beendigt seien, weil die betr. Gemeinden ihre Betheiligung verweigerten, weil sie für die Regulirung arbeiten müssen.

Eap. 65, Handelskammern, wird unter Annahme deS Antrags Weber auf Erhöhung des Staatsbeitrags zu den Kosten der Handelskammer in Offenbach mit einer ©efammt» summe von 7935 Mk. ohne Debatte genehmigt.

Für Centralstelle für die Gewerbe, Eap. 66, werden 61 900 Mk., für die chemische Prüfungsstation 5430 Mk., für Landesdangewerkschule zu Darmstadt, Fachschule zu Erbach, Kunstgewerbeschulen und erweiterte Handwerkerschulen, Cap. 67, werden die angeforderten 111,850 Mk. einstimmig genehmigt. Außerdem beantragt der Ausschuß, daß den 5 Haupilehrem an der LandeSbaugewerkschule, sowie den 8 Hauptlehrern an den erweiterten Handwerkerschulen die im Dienste dieser An­stalten vor der Anstellung geleistete Thätigkeit, als Bordienst, zeit im Sinne des Gesetzes in Anrechnung gebracht werde. Gleichzeitig soll die Regierung ersucht werden, daß den 5 Hauptlehrern an der LandeSbaugewerkschule remuneratorisch Gehaltsaufbefferung bis zum Durchschnittögehalt von 3500 Mk. gewährt werden kann. Cap. 68, Maaß, und Gewichts- kosten, wird mit 12 245 Mk. genehmigt. Der Ausschuß findet eS mißständig, daß die Aichmeister Reparaturen selbst vornehmen, und dadurch dem Publikum unter Umständen nicht controlirbarc Kosten entstehen. Hierüber leien vielfach Klagen eingelaufen. Der Ausschuß beantragt, das Ersuchen an die Großh. Regierung zu richten, daß diese Mißstände beseitigt würden. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen.

Ans den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stünde.

NN. Darmstadt, 5. April 1894.

Wad) Verkündigung einer Anzahl neuer Einläufe, setzt die Zweite Sländekarnrner die Berathungen über daS Finanz­budget 1894/97 mit Eap. 57, LandeShoSpital Hofheim fort.

Hierzu beantragt der Ausschuß, die geforderte Summe von 143000 Mk., unter Abstrich von 1500 Mk. für einen Assistenzarzt zu bewilligen. Die Kammer beschließt demgemäß.

Für die LandeSirrenanftalt zu Heppenheim Cap. 58, wurden 154140 Mk. mit der Maßgabe genehmigt, daß die Großh. Regierung ersucht wird, alSbald eine Weuregulirung ber Pflegesätze der LandeSirrenanstalteu etwa in der Weise vorzunehmen, daß die Sätze für Heppenheim für die l.Pflegklaffe auf 12001800 Mk., für die 2. Cl. 8001100 Mk., für die 3. El. 300600 Mk.- für Hofheim 1. Cl. 10001400 Mk., 2. El. 600-900 Mk., 3. Cl. 300500 Mk., unter der Beibehaltung der ErmäßiguugSbefugniß für die 3. El. festgesetzt werden. Cap. 59, Anstalt für Blödsinnige, wird mit <3 630 Mk., Eap. 60, Entschädigung für getödteteö Bieh in Seuchefällen, mit 3000 Mk. genehmigt. Bei Cap. 61, Land- wirthschaft und Bodenmelioration, entspinnt sich eine lebhafte Debatte, an welcher sich die Abg. Schönberger, Euler, Christ, Metz- Darmstadt und Metz- Gießen u. A. beteiligen. «sämWiliche Redner drücken den Wunsch aufl, die Regierung zu ersuchen, daß zur Hebung unserer Landwinhschast in allen Theilen unseres Landes Obstbauschulen, Molkereischulen u. s. w., errichtet werden möchten. Graf Or io la beantragt bie Errichtung einer solchen für Oberheffen.

«bg. Christ bespricht noch die Wohlthaten der Feld- Bereinigung, während Schönberger eine Besserung der Verhältnisse bei den Reclamationsterminen wünscht. Abg. Haas dankt der Großh. Regierung für das der Landwirth- schäft entgegengebrachte Wohlwollen, bringt aber noch eine ganze Anzahl von Wünschen für die Landwirtschaft zur Kenntniß des Hauses. BeionderS halte er für erforderlich, daß auf dem W:ge deS Versicherungswesens (Biehversicherung etc.), sowie der Hebung des UnterrichtSwesenS, Einrichtung von Obst- und Weinbauschulen, Molkereianftalten und Or- ganifationen für gemeinschaftliche Berwenhung von landwirth-

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Feuilleton.

Unser (Karten im April.

Blickte unser diesjähriger Ostermond so freundlich in die Vor- frühllngSgärten hernieder, wie es Viele für ihre Arbeiten wünschten ? Im Ganzen nein! (tr lockte zuerst durch warme Strahlen die Vor- botm der lenzlichen Blüthenkindrr aus d-nPlan, dann schreckte erste durch eistgen Blicks durch Reifnächte, kalten Regen und Schneege­stöber um sein Spiel von Neuem zu beginnen. Aber die unvci» iirtdtcn, taps«ren Blumenk.nder des Frühlings nrhmen solche t'aunen nicht Übel; sic schließen an den rauhen Tagen ihre Blülhenlädchen, lallen wieder in Schlaf, um fröhlichen Herzens erneut zu erwachen, wenn Königin Sonne siegreich triumphii t.

Nicht so leicht zu locken unb zu betören sind andere Pflanzen- aefialten. Da steht der gute Stachelbeerstrauch, mit Frühlingssehn­jucht im Herzen, mit tausend grünen Spitzchen, fix und fertig, fein grünet Blatter- und bescheidenes Blüihenkieid über sich zu weifen: aber er traut der Märzsonne nicht, wenn sie noch so brennte. Er ist ein vorstchiiger, klug erwägender Cumpan, der Buch führt über die täglichen DurchfchnitiSwärmegrade, sie abbtri und bann erst an die Geschichte glaubt, wenn die von ihm nötig befundene Summe erreicht ist. Dann aber Hurrah! Pedanterie und Geschäftsbücher fliegen in alle Winkel, um in die Arme König LenzS zu eilen! $B<e durch Zauber schlag umhüllt ihn daS frilche grüne Kleid unb an seinen zahllosen Biüthrngtöckchen hängen und schaukeln die beglückten Bienen!

Er und viele andere halten« m t dem April, dem Haupt-Rüste- nnb Äibeltflmonat deS Frühling«; mit ihm wollen wir« auch halten. Alsa flugS, sowie sonnige Stunden in den Heben Garten locken, hinaus, und die rückständigen Arbeiten deS März beendigt und fröhlich an die neuen gegangen! Ein ganze« Trüppchen Arbeiten simdS, da hat ber Gartenfreund, die liebrnflwürbige Gärtnerin so manche« zu säen: Rosenkohl, Winterkohl, überhaupt alle Kohlarten i»S Freie. Eardy, und wer will, Ariifchoken. Ferner als zweite Saat: Erbsen, Karotten, Radieschen, Spinat. Schwarzwurzeln, Peter- siüie, balatrüben, Mangold, Kerbel, Dill. Dann auch zarte Mai- rattig« und Mairüben, lind wer mochte sein kleines BersuchSguarlier UBt nicht mit einigen Sorten der trefflichen neuen Karloffelzüchiungen bestellen!Pah, Kartoffeln!" Nein, nicht pah! sondern ah! Macht« wicht der kleinen Hausfrau größere Freude als sie denkt, die Stauben sich entwickeln, blühen zu sehen unb bann die köstlichen, mehlreichen, gaplatzten, felbstgezogenen Kartöffelchen aus den Tisch zu bringen!? «on solch feinemj&aatgut ist dad Postpacket (10 Pfund) franco, Mirfftei, in bester Sorte, z B. ber trefflichen, sehr ertragreichen Paul- ic-nfchen ZüchtungGloria- schon für 2.50 Mark »u bekommen. Natürlich muß die Quelle echt lein. Eine solche ist z. B. die bekannte ll ntoffel Culturstation HedwigSbera-Frankfurt a. O., wo auch inte« rsffante Probesorlimente, kleine und große, bis zu 40 Sorten ent- haclKnd, abgegeben werden.

Es können jetzt alle herangezogenen «emüsesetzlingegepflanzt »«erden, ebenso noch Spargel und Meerreilig. Gurken- unb Bohnen-

faat lasse man noch sein; im Freien sollte sie vor Anfang Mai nie geschehen!

Im Blumengarten binden wir unsere lieblich blühenden Hyazinthen unb Narzissen an Stäbchen, säen Lein, Astern, Portulack, Winden, Goldlack, Ecabiosen, Nelken, Reseden, Kapu­ziner, Stroh- unb Papierblumen. Auch Lobelien, Salpiglossi«, Bcrbenen, Ageratum, Tagete«, Zinnien, Balsaminen, Tabak unb Fuchsschwanz.

Mit Mirabili«, buntblättrigem Mai« unb Ricinu« können wir eine Gruppensaat zusammenstellen, ble sich on geefgnthm, gutgrün- bigem Platze später prächtig macht. Wir pflanzen Stiefmütterchen, Vergißmeinnichi, Maßliebchen, Schwertlilien, Enzian unb legen Gla­diolenknollen, Ranunkeln unb Oxalis. Rosen unb Schlingpflanzen werben fertig aufgehcftet unb beschnitten.

Unb wer pflanzt mit, bie köstliche Aurikel / E« gab eine Zeit, in ber biele Blume im Vergöttertwerben selbst ber Nelkeüber" war Ihre höchsten Triumphe feierte bie stille Aurikel merkwürblger- welse in ber Schmach unb Unglückszeit unseres Vaterlanbes, zu An­fang bieseS Jahrhunderts, als deutsches Gefühl unb beuische Ehre von ber Seldsifucht eine« Corsen mit Füßen getreten würbe. Unb bie gebulbige Blume mußte c« tragen unb erröthete nicht barüber, baß deutsche Züchter ihren schönsten unb stolzesten Varietäten ben Namen Bonapa, te" aufbrückten! Die Aurikeln waren durch sorgfältige Hybridatlon zu solchem Farbenreichthum ihrer Zeichnung in fast 1000 Varietäten durch gute Pflege zu solcher Größe und Lstblich- keli gelangt, baß sie als gefeiertste Modeblumen in keinem Garten fehlen durften. Einzelne Liebhaber, ich nenne blofl einen Gommer« zienrath Riemann in Nordhausen, einen Dr. Selig In Plauen, einen (Santor Pfellschmldt in Dresden, besaßen Elitefammlungen, besonder« in Topfpflanzen, der Englischen und Lücker (Lütticher) Aurikel, die, weithin betühmi, al« größte Sehen«Würdigkeiten galten, bet deren Anblick man den Donner der Kanonen und das Elend des Vater­landes vergaß: In Narretei ging diese Verehrung selbstverständlich in England über, wo man für ein besonder« feiten gefärbte« Exem­plar 23 Pfund Sterling bot! Heute ist bie schöne Frühlingsblume mit ihrem bepuberten Gesichtchen in vielen Gärten mit Unrecht vergeffen.

Fichtenbäumchen, überhaupt alle Eonifeten, verpflanzen wir am besten bei beginnendem Trieb.

Unb nun im Obstgarten! Da weben sich entzückende weiße und rölhliche Blüthenschleier über Aprikosen, Pfi, siche, Kirschbäume unb Pflaumen.

Wir haben die Vogelnistkästen in traulich« Verstecken angebracht unb freuen unS jetzt ber DankeSchöre, bie allabendlich über ble frieblichen Obsthaine erschallen.

Die Schwalben kehren zurück! DaSMüllerchen", Schwarz­köpfchen; Grasmücke, Rohrsänger unb vor Allem bie Nachtigall erscheint mleber im heimathlichen Revier. Gegen Enbe deS Monat« Horen wir ben melancholischen Ruf beS komischen Wendehälse-, ja, wenn beständige Witterung anhäit, aus dem ergrünenden Dom bei Waldes daS erfie traulicheKuckuck"!

Sieh da, auf dem Knschdaum: zwischen schwellenden Blüthen- knospen steht ein reizendes Vögelchen^hervor ein Blaukehlchen.

Mit klugem Auge beirachiet es sich ein junge« Blättchen, dann jetzt eS sich zurecht und flötet wahrhaftig ein eigenartige« Liedchen. Höre» wir recht?

Der Siebgott hei zum Fruehlig gleit:

Gang, dick dem Würrnli au si Tisch!" Drus bet der EhrieSbaurn Blätter treit, Diel tuufig Blätter grün und frisch.

Und« Würmli ufern Ei erwacht«, S' bet gschlosen i sinn Winter huuS, Es streckt si, unb fperri'S Müüli uf, Unb ribt bie blöben Augen uS.

Unb bruf fe hei'S mit stillem Zahn Am Blättli gnagt enanbern» Unb gfeib:Wie ist das Gmüe« so gut! Mer (bunt schier nümme weg bereo.""

Daraus machte eS sein Knixchen, hackt schnell nach Zwei« und Blättchen und fliegt mit einem grünen Räupchen im Schnabel davon!

Also das war«; Du seltene« alemannische« Vögelchm wolltest un« da« reizende Hebel'fcheLtedleln vom Kirschdaum" blo« deshalb singen, um un« auf die vielen bösen Frostspannerräupchm, die jetzt erwachen, aufmerksam zu machen, die unS Blätter »nb Blüthen al« ihr gute« Gemü« weafreffen. Geschlebt » au« Ironie für die Lässigen, bie denLeimring" im Herbst »ergoßen/ ober wolltest Du sagen:'S hat keine Noth ich unb meine Collegen ftnb ja ba ?"

Unb wa« huscht brüben ber hochzeitlich gekleidete Buchsink auf den Aepfelzweigen einher, ber in ber hohen T auerrofe so künstlich fei» 9tcft gewebt? Ec huscht, blickt, pickt unb schluckt! Ah, alter Freund, bist Du auf ber Käferjagd, nach ben kleinen schlimmen Racker»? find sie denn schon da? Er nickt, setzt sich in Positur und trillert an« mit gesträubter Kehle fröhlich feinm Finkenschlag:I die find die-mal ja ri ielig da!"

Ja, wahrhaftig, sie sind ba klopfen wir an ble Zweige, f» purzeln sie In ganzen Gesellschaften herunter. Ja wer den»? Die kleinen, kaum welzengroßen Rüßler, bie Apfelblüthenstecher, ble j-tzt eben, Anfang April, ihre Eier an ble grünen KnöSpche» ber Blüthenquirle legen; deren Larven in manchen Dbftbaugemeiebe» mehr Aepfel im Keime vernichten, al« auf einen ganze» Eisenbahn, ug gehen.

Der Apfelblüthenstecher und die Obstmade (Apfelwickler) find die bestgehaßten Feinde de« ObstzüchterS. Jetzt ist e« Zelt, mit all« Energie gegen öfteren oorzugehen; fpäter ift'S zu spät ba,». Alf» eine leichte ©lange her! von Apfelbaum zu Apfelbaum gezogen, Tllchar gebreitet, die Aste abgeklopfi unb ble braungrauen Rüffelkäferche» tzc- fammelt unb vernichtet! Die Mühe wirb durch ein reichliche« Pl»S en lachenden Äepfeln im Herbste belohnt!

Heinrich Freiherr Schilling » Canstatt.