Ausgabe 
8.4.1894 Drittes Blatt
 
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Johann Martin Elbert, 89 Jahre alt, aus Flonheim. Shumwah, Jll.: Christian Beckmann, 86 Jahre alt, auS Dietzenbach.

Engelthal (Oberhessen), 4. April. Herr Lehrer Brau­burger hier feiert am 25. April d. I. sein 50jähriges Amtsjubiläum. Die Feier beginnt in unserer Gemeinde Vormittags 10 Uhr, wird aber aus besonderen Gründen im benachbarten Altenstadt fortgesetzt, wo in der Eckel'schen Gaftwirthschaft auch das Festmahl stattfindet. Der Jubelgreis erfreut sich noch bewunderungswürdiger Körperrüstigkeit und Geistesfrische.

Groß-Bieberau, 4. April. In großer Anzahl begaben sich am letzten Sonntag schlichte Landleute und auch noble Herren aus derStadt" zu Fuß oder per Rad nach Groß' Bieberau und Lichtenberg, um ein in den Zeitungen angekündigtes Rennen" mit ansehen zu können. An abenteuerlichen Fahrten ließen es einigeRadler" aus dem Gersprenzthal in letzter Zeit nicht fehlen. Oesters besiegten sie das Reichelsheimer Lieschen" und kühn fuhren sie die gefürchtetsten Bergstraßen des Odenwaldes. Jetzt sollte sich ein hiesiger Retter mit einem bekannten Radfahrer aus der Straße von hier nach Lichtenberg messen. Unter den zahlreichen Zuschauern sprach man sehr lebhaft von Rennpferden,Opel-Blitz" u. dgl. Große Spannung!Radlerlatein" erhöhte das Jn- teresie. Die Stunde kam endlich, aber dieRenner" blieben aus. O grausame Fügung des Schicksals! Heute ist ja 1. April! Das war ein Hallo! DieStimmung" hob sich natürlich immer mehr, denn stets kamen noch Zu­schauer von allen Seiten. Und welche Gesichter! Schließlich machte mancher die fröhlichste Miene zum bösen Spiel. Die an den Endpunkten derRennbahn" gelegenen Wirthschafts- locale waren bis auf den letzten Platz besetzt. ES wurde tüchtig getrunken, hier aus Freude über dasHereingesallen", dort um den Groll gegen den heimtückischen April wegzuspülen. Am meisten lachten natürlich die, welche den Hauptpreis vom Lichtenberger Rennen" davon trugen die gedrückten Gastwirthe.

Landwirthschastlichr Winke und Kathschläge.

A ArrS Oderhesse«, Ende März. KrühtahrSbeteachtirnge« eines oberhessischen LandwlrtheS.

Das Osterfest ist vorüber, der Jadreszett nach fiel es ungewöhnlich früh, so daß noch wenig in Feld und Flur gelhan werden konnte. Nun aber beißt es zum Pfluge und zum Spaten gegriffen, damit das geleistet werde, was zu einer guten Ernte erforderlich ist.

E« sind sehr gemischte Gefühle, womit der Landwirth zur Frühjahrsarbeit schreitet. Keller, Scheuer und Speicher sind leer. Wenn auch noch da und dort Körnerfrüchte von den wenigen, die der dürre Sommer 1893 zeitigte, zum Verkaufe bereit liegen, so will sie doch Niemand, selbst nicht zu den überaus schlechten Preisen, die genannt, aber nicht geboten werden. Wovon soll nun der Land- wtrth Steuern und Abgaben, Pacht, Holzgeld, Schmied und Wagner zahlen, wenn er .nichts zu versilbern hat, oder wenn ihm für das Wenige, das er besitzt, nichts geboten wird!

Die Stadtbewohner dürfen versichert sein, daß seit Menschen­gedenken keine so übelen Zeiten für den Landwirth herrschten, wie wir sie seit zwei Jahren haben. Wir geben gerne zu, daß es für alle übrigen Stände mit Ausnahme der fruchtverkaufenden Land- wtrthe angenehm ist, wenn das Brot billig wird. Aber wenn ein Stand, wie derjenige der Landwtrthe, thatsächlich völlig ungenügende Einnahmen hat, wie soll er da extstiren? Besonders aber bitten wir zu erwägen: Habe« »ernt die vollständig darniederliegende« Gelreidepreise diS jetzt billigeres Brot gebracht? Man schimpft über Agrarier und Junkers Für Norddeutschland mag das in mancher Beziehung zutreffen. In Mittel-, West- und Süd- deutschland, wo der Grundbesitz in den Händen der Kleinbauern ist, schreit man mit Unrecht über die maßlosen Ansprüche der Agrarier, denn sie sind nicht maßlos.

Die bitteren Erfahrungen, die der Landwirth in den letzten Jahren machte, haben ihn von vornherein gegen den russischen Handelsvertrag aufgereizt. Fragen wir uns einmal ganz aufrichtig: WaS habe« wir seit 1890/91 für Erfahrungen gemacht? Ueberall hat das deutsche Volk bei seinen Verträgen mit dem AuSlande den Kürzere« gezogen. Das ist doch gar nicht zu bestreiten. So Manches ist schon verdorben worden, daß nicht mehr viel übrig bleibt. Kann man es dem Bauer, der von Natur aus conservativ ist und sein muß, übel nehmen, wenn er mißtrauisch wird! Leute, die nichts von Landwtrlhtchast verstehen, kommen und predigen von Fortschritt und ähnlichen schönen Dingen. Das ist ganz gut, wir wirken auch dafür und schreiben gegen alten Zopf, etngerostete Vorurtbetle und Eigensinn aber nur i« Bezug auf die »ewirthschaftuug des Grundbesitzes. Diejenigen Bauern, b'C auf den politischen Versammlungen herumfahren, über Gott, die Welt, die Regierung und Vieles and, re schimpfen, pseifen in der Regel auf dem letzten Loche, sind bis über die Ohren verschuldet und vermeinen durch Schimpfen und Räsonntren ihre defecten Zu­stände verbergen zu können.

Der gediegene Bauer ist conservativ: er hört es zwar gerne, wenn über Andere, besonders auch über Geistliche, Beamten und die Regierung hübsch losgezogen wird, aber er liebt seinen G-rnnd und Boden, seinen Hetmathsort, seine Trachten, Sitten, Einrichtungen und Gewohnheiten. Kann man eS ihm übel nehmen, wenn er sieht, wie die Retchsregierung niit den Soctaldemokralen, Polen, Welfen, Elsässern u. s. w., die für den deutsche« Bauer« absolut keine Sympathie haben, Gesetze macht! Wo soll das Ver­trauen Herkommens Diese und noch viele ähnliche Fragen legen sich die Landwtrthe vor und man wird darum unseren eben ausge­sprochenen Satz jetzt wohl verstehen: Es sind sehr gemischte Gefühle, womit der Landwirth zur Frühjahrsarbett schreitet! Speicher, Scheuer und Keller sind leer, es mangelt an Verdienst und daneben taucht die Wahrscheinlichkeit auf: es wird noch schlechter als es seit­her gewesen ist.

Der Schreiber dieser Zeilen ist kein Schwarzseher, er sucht sich stets mit den Verhältnissen nach Möglichkeit abzufinden. Trotzdem kann er sich des Gedankens nicht entschlagen: Die Landwirthschaft geht einer sehr trüben Zukunst entgegen, die Getreidepretse werden noch weiter sinken, denn wir können die Eorcurrenz der überseeischen Länder nicht aushalten. Diese arbeiten 3 bis 4mal billiger als wir, fie haben vollkommenere Maschinen, der Boden ist wett ertrags- fähiger und die Transportkosten sind mit den gewaltigen Schiffen, welche das Getreide zum Thetl als Ballast laden, sehr gering.

Wo soll nun das hinaus? Deutschland wird kein Industrie­staat werden, dazu ist die Lage nicht geeignet. Die Landwtrthe gehen nach und nach zu Grunde, die Reichs- und Staatskassen sind leer, es müssen also höhere Steuern gezahlt werden, als seither; aber wovon ? Hoffentlich vermag es die Industrie, welcher wir das in Aussicht gestellte Aufblühen von Herzen gönnen. Von den niederen Getretdepieisen hat sie, in Folge der allgemein gedrückten Lage auch nichts zu profittren gehabt, sie kamen nut den Zwischenhändlern, Müllern und Bäckern zu gute und wir fürchten, das wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Diejenigen, welche das Heft in der Hand haben, beuten ihre Vorthetle aus, soweir sie können und man kann es ihnen,so sehr nicht übel nehmen, ich weiß, wie es

mtt dieser Lehre steht*, sagt Mephisto. Andere machen eS ähnlich, wenn die Reihe an sie kommt. Was soll aber daraus werden, roenn die Stärkeren die Schwachen aufsaugen, wie die Haifische, wenn fie in einen Zug Häringe geratben? Antwort: Das Tohu wabohu!

Man wird nicht in Abrede stellen können, daß die Landwirthe Ursache haben, mtt der Vertragspolttik des deutschen Reiches unzu­frieden zu sein, denn sie hat bis jetzt nichts genützt, wohl aber schon viel geschadet. Dazu kommt, daß das Ansehen des Reiches nach außen gelitten hat, das Vertrauen ist gesunken und darum zeigt sich eine Abneigung und ein Groll, wie er noch nicht da war. Wir halten das für Unrecht und möchten unser Scherfletn dazu beitragen, die Stimmung zu bessern und der gegenwärtigen, ungünstigen Lage eine besiere Sette abzugewtnnen, was in einem Schlußworte ge- schehen mag. (Schluß folgt.)

Schiff-nachrichten des Nord-. Lloyd.

In Gießen vertreten

durch die Agenten Earl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 5. April. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampser Darmstadt, Eapt. G. Thumann, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 22. März von Bremen abg^ gangen war, ist gestern, 9 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen.

Literatur und Aunst.

- «hemisch.iechnischeS Lexikon. Eine Sammlung, von mehr als 15 000 Vorschriften für alle Gewerbe und technischen Künste. Herausgegeben von den Mitarbeitern derChemisch-technischen Bibliothek". Redtgtrt von vr. Josef Bersch. In 20 Lieferungen A 50 Pfg. A. Hartlebens Verlag in Wien. Bisher 15 Lieferungen ausgegeben. Jede der rasch aufeinander folgenden Lieferungen dieses Werkes, von welchem soeben das 15. Heft ausgegeben wurde, liefert den Beweis, daß die Absicht, in demselben dem Gewerbetreibenden, dem Kunstlechniker und Überhaupt jedem Arbeitenden ein Nachschlage- buch für alle Fälle seiner Thättgkeit zu bieten, voll erfüllt wird. Die Vielseitigkeit und Reichhaltigkeit der Vorschriften aus allen Gebieten der Technik ist eine überraschend große; alle Angaben sind so gemacht, daß bet genauer Befolgung der Vorschrift die betreffende Arbeit sicher gelingen muß. DasChemisch-technische Lexikon" muß daher als eine reiche Fundgrube des Wissens und als ein verläßlicher Führer jedes Arbeiters bezeichnet werden; eS ist bis nun kein zweites tech­nisches Werk vorhanden, welches so vollständig eine ganze gewerbliche Bibliothek in sich s-ließt.

Der kleinste Hund der Welt ist in natürlicher Größe im neuesten Hefte (15) der bekannten Familien-ZettschriftA«r G«ten Stunde* (Berlin W., Deutsches Verlagsbaus Bong & Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40Pfg.) abgebildet. DieKronprinzessin- Wtttwe Stepbante von Oesterreich hat eine herzige Tochter, die kleine Erzherzogin Ciisabeth, die der Liebling der ganzen kaiserlichen Familie ist und an Festtagen, namentlich zu Weihnachten, von allen Seiten mit liebenswürdigen Geschenken überhäuft wird. Jndeß nicht der Hof allein, auch die Volkskretse sind der kleinen Erzherzogin zugethan, und so gefeilte sich beim letzten Weihnachtsfeste zu den Gaben von Mutter, Großvater und Großmutter des fürstlichen Kindes auch ein Geschenk, das eine schlichte Bürgersfrau zur Geberin hatte und ebenso reizend wie originell genannt werden muß. Das Geschenk war ein Zwerg-Seidenpintsch, der kleinste Schoßhund wahrscheinlich nicht in Wien allein, sondern der Welt. Dieser Zwerg-Seidenpintsck, der auf einer Handfläche spazieren gehen kann und kaum größer ist als die Katzen und Hunde, die als Spielzeug für Kinder angefertigt werden, ist 13 Centtmeter hoch, 17 Zentimeter lang und wiegt nur 59 Deka. Alle waren entzückt über das Miniaturgeschopf und konnten nicht genug seinen zierlichen Bau, das feingeschnittene Köpfchen und die drolligen Bewegungen bewundern. Und so wanderte denn der kleine Pinlsch in einem Körbchen in die Wiener Hofburg. Wir haben das eine Beispiel herausgegriffen, um zu zeigen, wie die Zeitschrift auf Wahl origineller Stoffe bedacht ist.

Die jüngst erschienenen Hefte 4 und 5 des 16. Bandes der Meisterwerke der Holzschneidekunst aus dem Gebiete der Archi- tectur, Maleret und Sculptur (I. I. Weber in Leipzig) enthalten illustrirte Artikel über Albrecht Dürers Frau und Dürers Reife nach Venedig, sowie folgende Holzschnitt-Tafeln: Ein Geheimniß von Hans Blum. - Aus den Ferien zurück von Emanuel Spitzer (zweiseitig). Ein Zweikampf mexikanischer Vaqueros von Albert Richter. Winterliche Fütterung der Wildschweine in der Schorshetde von Albert Richter. Htndernißrennen von Albert Richter (zweiseitig). Der erste Schulgang von Erik Henntngsen. Feierabendvergnügen von Conrad Beckmann. Veni, vidi, vici. (Ich kam, sah und siegte.) Bon Andor v. Duditz. Der neue Parts von D. v. Skutezki. Das Gebet von Max Baumbach. Weiblicher Harlekin von Pierre Carrier-Belleuse. Ein Maskenball in den Münchener Centralsälen von Hermann Koch (zweiseitig). Faschings-Dienstag von Georg Fischer. Auf dem Privat-Costümball von Joseph v. Wodzinski. Im König!. Lethamt zu Berlin von Werner Zehrne (zweiseitig). Die Teufelsbrücke im Höllengraben an dem neuen Pionierweg nach dem Herzogstand von Robert Aßmus. Landschaft mit myihologifcher Staffage von Edmund Kanolbt. Ern Kmder-Costümball von Jofeph v. Wodzinski (zweiseitig). Knabe und Hahn von Wladislaus Marcinkowski. (Preis jedes Heftes 1 Mk.)

Die ftunfi der Rede «nd deö Vortrags von Karl Skraup. Mit 16 in den Text gedruckten Abbildungen. Preis 4 50 Mk., in Leinwand gebunden 6 Mk. Verlag von I. I. Weder in Leipzig. Während bisher die meisten Vortragsbücher theils nur der dramatischen Darstellung, der Declamatton dienten, theils wieder nur die Gymnastik der Stimme ins Auge faßten, theils wiederum durch den complictrten Apparat der Grammatik verwirrend belastet waren, wobei häufig die Physiologie der Sprache, das Phonetifche gänzlich vernachlässigt erschien, hat daS neue Werk all diese weitver­zweigten Materien anschaulich zusammengefaßt und so ein Bildungs­mittel nicht nur für Recitatoren und Bühnenkünstler, sondern für Jeden geschaffen, der berufsmäßig mit der Rede, seiner Sprache zu wirken hat. Im ersten Abschnitte werden die Apparate erklärt, mit welchen die Sprache gebildet wird; im zweiten erfährt man, wie diese Apparate gestärkt werden können, und wie die Redeweise zur höchsten Vollendung gebracht werden kann. Im dritten Abschnitte werden mit Vermeidung aller verwirrenden Regeln die Kunstgesetze erläutert und auf ihre bestimmenden Naturgesetze zurückgeführt. Im vierten Abschnitte wird an zahlreichen Beispielen die Theorie in Praxis nm- gesetzt. Wenn die letzten Abschnitte besonders künstlerischen Zwecken dienen, so dürften die ersten Abschnitte in Gymnasien, Pädagogien und Seminarien besonders zu verwerthen sein.

Verkehr, Land- unö Volkswirthschaft.

Rordster«", Lebens - BerficherungS- Actien - Gesell- schäft z« Berlin. In der am 2. d. Mts. unter Vorsitz des Herrn General - Coniul Russell abgehaltenen General-Versammlung der Acttonäre wurde die vorgeschlagene Verfügung über den Ueberschuß von Mk. 651 157.83 genehmigt, wonach Mk. 145 000 oder Mark 116 pro Actie an die Actionäre als Dividende zu vertheilen, Mk. 466 062.92 zum Dividendensonds der am Gewinnn behelligten Versicherten zu überweisen und Mk. 27 557.84 der Gewinn - Reserve zuzulegen sind, ! und Decharge erhellt. Die im regelmäßigen Turnus aus dem Anfsichtsrathe ausscheidenden Mitglieder, die Heren Director Gustav Hartmann, Baurath Alfred Lent, Gefchäftsinhaber der Dlsconto- Gesellschaft, und Geh. Regierungsrath a. D. W. Simon wurden w'eder gewählt. Als Rechnungsrevisoren für das laufende Geschäfts­jahr wurden die Herren Verlagsbuchhändler Hugo Bernstein,

Bankier Rudolph George und Rentier Hermann Schräde gewählt. Sämmtltche Wahlen und Beschlüsse erfolgten einstimmig. In der fich hieran anschließenden General-Versammlung der Acttonäre desNordstern, Unfall- und Alters-VersicherungS-Actien-Gefellschaft^ wurde ebenfalls einstimmig die vorgeschlagene, nach dem Statut zu­lässige Maximal-Dividende von 10 o/o Mk. 75 pro Actie an die Actionäre und die Ueberwelsung von Mk. 21234.39 zum Dividenden­fonds der am Gewinn behelligten Versicherten genehmigt und Decharge erhellt. Die Neuwahlen für den Aussichtsrath wie für die RevistonS- Commission waren die gleichen, wie bei demNordstern", LebeuS- Versicherungs-Actien-Gesellschast.

Vrodpreise

vom 8. April bis 22. April 1894.

Der hiesige« Bäcker.

1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod

2 Kg. (4 Pfd.)

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod ..... bei S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod)

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod)

1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot»

2 Kg. (4 Pfd.)

3 Kg. (6 Pfd.)

Der auswärtigen Bäcker.

Pfs.

26

52

24

25

48

50

22

44

66

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei Ga. Ant. Heuler v. Gr.-Linden 40 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot) b. W. Steinmüller v. Lang-Gons 21 bei W. Amend von Lang-Göns 22

Aug. Deibel von Wteseck . 24

2 Kg. (4 Pfd.) Gg. A. Heuser v. Gr.-Linden,

Ph. Vellen I. v. Gr.-Linden 38

F.Schön «.Ruttershausenu.

Joh. Kd.Beltev. Ktrch-GönS 4t W. Steinmüller v. L.-Göns,

Wilh. Amend v. Lang-Göns 42 Gust. Jacobi v.Alten-Buseck

und Aug. Deibel v. Wieieck 44

3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot) Gust. Jacobi v.Alten-Buseck, Balth. Christ Ww.v.Wieseck 66

Der Brodverkäufer.

1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod

2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod

1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot)

2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot)

3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot)

Gießen, den 7. April 1894.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.

26 Pfg.

52

24

48 ,

22 ,

44

66 ,

ivekarttttmachtrng.

Aufschrift der Postsendungen.

Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müffen auf denselben Empfänger und Bestimmungs­ort so genau bezeichnet sein, daß^ieder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten:

1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugebe«. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolgt.

2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbezirk (0., N., NO.

in welchem die Wohnung fich befindet, hinter der OrtSde- zelchnungBerlin" zu vermerke».

3. Gibt eS mit dem Bestimmungsorte gleich ober ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizusügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzusehen find, ergibt sich «mS demPerzeichniß gleichnamiger ober ähnlich lautender Post­orte-, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jebet Reichs-Postanstalt bezogen werben kann.

4. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht all allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt eS fich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch deS Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Äezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten bet politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbe-irk u. f. w), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, ober auch die Angabe von größeren Flüssen ((Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) ober von Gebirgen ((Harz), (Riesengebirge) ec.] Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark), (Lausitz) ic.1 für den Zweck geeignet.

b. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außerdem eigentlichen Bestimmungsorte noch d i e j e n ige P ost­aust alt anzugeben, von welcher au8 die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll.

6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremde» Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten «r rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch daS betreffen« Land bez. der Londestheil auf der Sendung anzugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung ein« schleunigen Ueberkunst der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und eS liegt daher im eigenen Interesse der Absender, die Aufschriften der Sendungen hiernach genau anzufertigen.

Ein alter Corpsstudent erzählte jüngst in einer luftigen Gesellschaft, daß er am ersten jedes Monats, sobald sein Wechsel eingegangen sei, sofort eine Pfund-Büchse LiebigS Fleisch- extract gekauft habe. Wenn bann nach ben sieden fetten Tagen bes Monats ble brelundzwanzig mageren kamen, wo die Baarmlttel bes wackeren Stubenten bebenklich auf die Neige gingen. besaß er doch wenigstens, wie der Erzähler behauptet, stets die Möglichkeit, sich eine kräftige Suppe schnell, billig und ohne Mühe herzustellen. Thatsächlich ist auch für Junggesellen, für unverheirathete ©tubirenbe, Beamte, Kaufleute, Künstler das braune Genußmittel nicht unwichtig, ba sie ohne Zuthun einer bienftbaren Person sich in kürzester Zeit eine schmackhafte Bouillon selbst herzustellen vermögen.____________J

Besser als Eoldeream Glycerine, Vaseline, Carbol, Lanolin Zink-, Bor- und sonstige Salben 'st nach ben Versuchen, welche viele Aerzte gemacht haben, Apotheker A. Flügge's Myrben Grf-me,*) weil dessen antiseptische, neubllbenben und heilcnben Eigenschaften fich in keiner anderen Salbe vereinigt finden- Erhältlich in Dosen ü. Mk. li­eber Tuben zu 50 Pfg. in allen Apotheken.

*) Flügges Myrrhen - Cröme ist ber patentirte ölige und ver­dickte Auszug des Myrrhen-Harzes. 2211

Bedeutende Belriebsersparnisse roeXin maschinellen Anlage der Großindustrie, des Kleingewerbes ober ber Lanbwirthschaft durch Aufstellung einer Wölfischen Locomobile aI8 Betriebsmaschine erzielt. Die von der rühmlichst bekannten Maschinen­fabrik von R. Wolf in Magdedurg-B«cka« seit mehr als 30 Jahren als ©pecialitfit gebauten halbstationären und fahrbarenLocomobile» mtt ausziehbaren Röhrenkesseln übertreffen an Sparsam­keit des Brennmaterialverbrauchs, Dauerhafligkett uiw Lei­stungsfähigkeit jegliche Motoren anderen Ursprungs u- haben auf allen deutschen Locomobll-Concurrev»en ben Sieg bavongetragen. («»