1894
DienStt, den 7. August
Erstes Blatt
Nr. 182
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren
Gratisbeilage: Hießener Kamitienökätter
Astntlicher Theil
Summe der Ausgabe 278801.45
und
3341.14
282142.59
278801.45
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borin. 10 Uhr.
Die
Die
2508.33
1508.30
124.80
372.05
182667.50
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2077.-
Betrag
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210000.—
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2300.—
18.70
11000.—
Vierteljähriger Abounemcntspreis: 2 Marl 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogett 2 Marl 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
SLutstratze Zlr.7.
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Gießen, den 16. Februar 1894.
Der Rechner der Provinzialkaffe für Oberheffen. (gez.) Grüneberg. Rendant.
Rubr.
No.
1.
2.
3.
Abschluß.
Gesammt-Einnahme beträgt Gejammt-Ausgabe beträgt
Summe der Einnahme 282142.59
Ausgabe.
Berlin, 4. August. Das HauS Kochstraße 63, in dem sich die Buchhandlung von Mittler u. Sohn befindet, wird seit einigen Tagen polizeilich überwacht, weil der Geschäftsinhaber einen Drohbrief, aus einem kleinen Orte bei Elberfeld datirt, erhalten hat, worin eS heißt, das HauS werde in die Luft gesprengt werden. Unterzeichnet war der Brief : „Das Anarchisten-Comits." Man glaubt, die Drohung sei dadurch veranlaßt, weil die Buchhandlung eine gegen den Anarchismus gerichtete Schrift vertrieben hat.
Berlin, 4. August. In einem längeren Artikel legt die „Nordd. Allg. Ztg." dar, daß die Socialdemokratie, gleichwie der Anarchismus stets bereit sei, den Weg des gewaltsamen Umsturzes zu beschreiten, sobald sie des Erfolges sicher sei. Demgegenüber seien die bestehenden Gesetze nicht ausreichend zu einer wirksamen Bekämpfung der socialrevolutionären Agitation. In Preußen würde letztere wesentlich gefördert, wenn daS Vereinsrecht dem in anderen Bundesstaaten, wie Sachsen und Hamburg, giltigen Rechte consorm gestaltet würde. Die „Nordd. Allg. Ztg." glaubt annehmen zu dürfen, daß die Absichten der Regierung auf eine solche Abänderung des Versammlungsrechts gerichtet sind, daß eine practisch brauchbarere, mehr die Bedürfnisse der Gegenwart treffende Gestalt gewonnen würde- eine solche Gesetzesvorlage dürfte in Preußen vermuthlich auf ein bereitwilliges Entgegenkommen des Landtages rechnen.
Berlin, 4. August. Ueber das gegen den Kanzler Leist und den Affeffor Weh lau schwebende DiSciplinarverfahren wird der „Voff. Ztg." von sonst gut unterrichteter Seite mitgetheilt, daß nach Ablauf der Gerichtsferien gegen beide Anklage erhoben werden wird.
Wittenberg, 4. August. Gegen dreihundert Fest- j gäste, Damen und Herren, welche an der Jubiläumsfeier in Halle theilgenommen hatten und unter denen sich auch Professor Julius Oppert aus Paris befand, trafen, mit dem Rector magnificus Professor Beyschlag an der Spitze, heute mittels Sonderzuges zum Besuche hier ein. Bürgermeister Grosse begrüßte die Gäste am Bahnhofe mit einer Ansprache, in der es u. A. heißt: „Die Universität Halle trägt noch den Namen Wittenberg mit in ihrem Schild, sie trägt und pflegt aber auch Wittenbergs Geist, sie hält treue Wacht an den Schätzen evangelischen Glaubens, evangelischer Lehre, evangelischer Wissenschast. Neidlos blickt Wittenberg hinüber nach Halle, neidlos und noch viel mehr dankbar für all den Segen, der von dort auch auf uns gekommen ist. Seien I Sie uns denn hier herzlich willkommen- wir danken für die I hohe Ehre, die unserer Stadt durch Ihren Besuch geworden I ist, daß die alma mater die mater nicht vergessen hat, und I wünschen von Herzen, Sie möchten alle an den geweihten I Stätten, die Ihrem Herzen längst theuer, gesegnete Feier halten." Später fand ein Frühstück statt, zu welchem die I Stadt Wittenberg eingeladen hatte.
Arr-land.
Rom, 4. August. Die Erhebungen des Kriegsministeriums ergaben, daß es sich bei dem am 30. Juli aus Bustoarsizio gemeldeten Vorfälle, wo der Trompeter Muracchioli mehrere Soldaten anschoß und sich selbst tödtete, um die That eines Wahnsinnigen handelte. Auch bei dem Vorfälle in Garessio ist von einem Complott keine Rede, da zwei Soldaten durch einen einzigen Schuß verwundet wurden, der wahrscheinlich durch Zufall gefallen.
Paris, 3. August. Caserio, der verruchte Mörder des unglücklichen Car not, ist am vergangenen Freitag vom Lyoner Gerichtshöfe auf Grund des auf Schuldig unter Ausschluß mildernder Umstände lautenden Wahrspruches der Geschworenen zum Tode verurtheilt worden. In allen Theilen der gebildeten Welt, in denen seinerzeit die Schreckenskunde von der Blutthat in Lyon mit Entsetzen und Enttüftung vernommen wurde, wird man die Nachricht von diesem Urtheile des Lyoner Gerichtes gewiß nur mit Genug- thuung aufnehmen, denn Caserio hat den Tod zur Strafe für sein fluchwürdiges Verbrechen vollauf verdient. Dabei kann der Verurtheilte nicht den geringsten Anspruch auf irgendwelche menschliche Theilnahme erheben. Er hat sich in dem zweitägigen Processe als so fanatischen Anarchisten bekannt und er ist hierbei mit einem solchen widrigen CynismuS aufgetreten, daß selbst nur von einer Spur von Mitleid sür ein derartiges Scheusal nicht die Rede sein kann. Sicherlich wird darum der Präsident Cafimir-Perier das Uriheil gegen Caserio nur bestätigen, zumal Castmir.Perier nicht der Mann ist, sich vor anarchistischen Drohungen zu sürchteu. Der Proceß Caserio selbst hat über die Vorgeschichte des Attentats auf Carnot und über letzteres selbst nichts erheblich Neues ge-
Deutsches Reich.
Darmstadt, 4. August. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog begaben sich heute früh von Jagdschloß Wolfs- I garten aus in Begleitung des Generaladjutanten General- | lieutenant Wernher von Egelsbach ab mittelst Sonderzug I nach Station Bickenbach und trafen um 7 Uhr Vormittags auf dem Heiligenberg ein, um der feierlichen Beisetzung der Leiche des Hochseligcn Prinzen Alexander von Hessen und bei Rhein in dem neu erbauten Mausoleum beizuwohnen. Nach beendeter Feier und im Kreise der hohen Anverwandten eingenommenem Frühstück kehrten Seine Königliche Hoheit I zu Wagen nach Darmstadt zurück und trafen daselbst um 103A Uhr im Großherzoglicheu Schlosse ein. — Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin kamen mit Zug 12 Uhr 2 Min. in Begleitung der Schlüsseldame Frettn v. Grancy und der Hosdame Freiin v. Rotsmann von Wolfsgarten in Darmstadt an. Die Allerhöchsten Herrschaften nehmen im Schloß das Luncheon ein und kehren im Laufe des Nachmittags nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück.
Berlin, 4. August. Kaiser Wilhelm hat, nachdem er zuvor seiner auf Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel weilenden Familie einen Besuch abgestattet, am Sonntag die angekündigte Reise nach England an Bord der „Hohenzollern" an- getreten. Der diesjährige Aufenthalt des deutschen Herrschers auf englischem Boden trägt keinerlei politischen Character, | er gilt vielmehr neben dem^ Besuche des englischen Hofes hauptsächlich der Theilnahme des Kaisers an den August- Regatten des königlichen Uachtgeschwaders, außerdem wird der hohe Gast eine Parade über die im Lager vom Alder« schot vereinigten Truppen abnehmen. Soweit bekannt, gedenkt der Kaiser zehn Tage in England zuzubringen.
— Freiherr Dr. von Stauffenberg, der Führer der deutsch-freisinnigen Partei Bayerns, beging am Freitag sein 60. Geburtsfest unter zahlreichen Bekundungen' Herz- lichster Theilnahme aus den Kreisen seiner Parteigenossen in Bayern und anderen Bundesstaaten. Der wegen seiner persönlichen Ehrenhaftigkeit, seiner versöhnlichen Umgangsformen und seiner politischen Ueberzeugungstreue auch bei anderen Parteien hochgeschätzte Jubilar gehört gegenwärtig bekanntlich nur noch dem Parlamente seines Heimathlandes an, auf seine frühere Wirksamkeit auch im deutschen Reichstage hat Herr v. Stauffenberg schon seit einigen Jahren infolge seiner geschwächten Gesundheit verzichten müssen.
— Die mehrtägigen glänzenden Festlichkeiten in Hallte anläßlich der 200jährigen Jubelfeier der dortigen Universität haben am Freitag mit einem Nachmittags den Ehrengästen seitens der Universität gegebenen Festmahle und mit einem am Abend veranstalteten allgemeinen Commers ihren Abschluß gefunden.
— Laut Bekanntgabe im „Reichsanzeiger" beträgt der Antheil Preußens an den Erträgnissen aus den Getreide- und Viehzöllen des Reiches für 1893/94 44 876 509 Mk. Von dieser Summe gelangen auf Grund des Gesetzes Huene 29,8 Millionen zur Ueberweisung an die Communalverbände.
Berlin, 4. August. Einer der beiden älteren Söhne des Prinzen Albrecht, die zur Zeit in Potsdam beim 1. Garde- Regiment Dienst thun und die Villa Jugenheim bewohnen, wäre dieser Tage beinahe von einem ernsten Unfall be- troffen worden. Der Prinz kam vom Dienste zurückgeritten und kam dabei an einem Neubau am Louisenplatz, der dort als Dienstwohnung für den Commandenr der Landgendarmerie errichtet wird, vorbei. In diesem Augenblick kam von dem Bau ein Mauerstück herabgeflogen und streifte die Brust des Prinzen, der alsbald sein Pferd anhielt und einen Schutz- mann herbeirief, dem er den Mann bezeichnete, von dem der Steinwurf herrührte. Der Schutzmann und später ein Polizeicommissar stellten fest, ob der Stein absichtlich oder nur durch Fahrlässigkeit herabgefallen sei. DaS Ergebniß dieser Feststellung ist bisher nicht bekannt geworden.
Besoldungen
Diäten und Gebühren
Botenlohn und Verkündigungskosten
Für Büreaugegenstände und Gerälhschaften
Unterhaltung von Kreisstraßen
Neubau „ „
Beiträge zu den Kosten der Natural-Ver- pflegungsstationen
Kosten des chemischen UntersuchungSamtes Uneinbringliche Posten und Nachlässe Auszuleihende Kapitalien
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums; hier aus Anlaß des Herbstpferdemarkts zu Friedberg.
Der Ortsvorstand zu Friedberg beabsichtigt, mit dem am 23. und 24. October l. I. abzuhaltenden Herbst-Fohlen- und Pserdemarkt eine Verloosung von Pferden, Fohlen und sonstigen Gegenständen zu verbinden. Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 12000 Loose zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 °/0 des Brutto- erlöseS aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind und zugleich den Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet.
Gießen, am 4. August 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Alle «nnoncM'Burcaux be» In- und AuSlandcS nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
dieser besteht in:
1. baarem Vorrath
2. liquidirten Ausständen
3. Vorlagen
Gleiche Summe wie oben
Verglichen bleibt Rest 3341.14
14.
15.
16.
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18.
19.
20.
5.
6.
7.
8.
12.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums.
Der Vorstand des Gewerbehallevereins in Darmstadt hat darum nachgesucht, in Gemäßheit des § 48 seiner Statuten eine Verloosung von Jndustriegegenständen zu Weihnachten laufenden Jahres veranstalten zu dürfen. Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat die nach- gesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 20 000 Loose zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 65 0/0 des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständm zu verwenden sind und zugleich den Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet.
Gießen, am 4. August 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. (Sagern._____________________
21.
22.
23.
Der -ießeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag».
Die Gießener Aamlki-nStäUer werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Revidirt, ohne daß sich für den vorstehenden Abschluß eine Aenderung ergeben hat.
Darmstadt, den 21. Juli 1894.
Großherzogliche OberMechnungSkammer.
(gez.) Korbacher.
_________ (gez.) Malsy.
In Gemäßheit des Art. 93 bezw. 43 der Kreis- und Provinzialordnung wird der vorstehende Auszug zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Gießen, den 3. August 1894.
Der Vorsitzende des Provinzial - Ausschusses der Provmz Oberhessen.
v. Gagern.
Beiträge der Kreise
Kapitalzinscn
Prozeßkosten
Beitrag aus der Staatskasse
Einnahme d. chemischen Uniersuchungsamtes
Ersatzposten
Zurückempfangene Kapitalien
Gießener Anzeiger
Keneml-Flnzeiger.
Auszug
aus der von Großh. Oberrechnungskammer revidirten Rechnung der Provinztalkaffe der Provinz Oberbesien pro 1892/93.
Einnahme.
Kassenvorrath aus vorhergehenden Jahren
Ausstände „
Itersweg 31.
tnkmäler in 3589
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