Ausgabe 
7.6.1894 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

"leert.

p ob.

»ein,

ittags 1213 '

t ft fr*«-

fr. 6ii

, N-chm. fei

vzlikdnNK^

in Drnckinl

toatie 7.

]S-Anzeigen

Monogramm in

l Kartenform

od geechmicholl in-

ligter

'plan' )nenrl688fD. I pg, Friedberg L iblenz, DeW j a, Stockheim, j [ommenden und i . von W W« i Ler Anzeiger1 i durch die Kue-

umlung^^ staub.

ilirEi sthans.

eine anerkannte vorzüg.

1 -Erschlossenen Gartee, __3312

eL^£tftonb1

kS-it-"'

i 1894.

öSS 383.J6 316.76 16730 116-$ n<4 SILO

124.86

r

ld-Mtr

-le

ßlonfiDol^'

«IJJ fl.66

36.-J)

M*66'

jrfÄ»«"18 ptL

Nr. 130

Der Hiehener Anjciflfr erscheint täglich, mit Ausnahme dr- Montag-.

Dir Gießener AamilienStLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegl.

Zweites Blatt. Donnerstag den 7. Juni

1894

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger.

vierteljähriger KSoaak«e>i1spreiir 2 Mark 20 Psg. mit Lringerlohn.

Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg.

Rebüction, Expedition und Druckerei:

-ch»rar«he Mr.7. Fernsprecher 51.

Zlnrts- und Anzeigeblutt für den Tkveis Gieszen.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.

Gratisbeilage: Gießener Kamilienölatter.

Alle Annoncen-Bureaux de- In. und Au-lande- nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgegen.

Feuilleton.

Das AusrKbrod.

Historische Skizze von P. E. von Azeg.

(3. Fortsetzung.)

Aus dem Herzoglichen Schlosse zu Eisenberg residirte zu jener Zeit Herzog Ehristtan von Sachsen Altenburg mit seiner zweiten Gemahlin, der Herzogin Sofie Marie.

Das war ein sehr leutseliger Herr, der trotz seiner bevorzugten Stellung sich niemals scheute, in offenen Verkehr mit den Bürgern des Städtchens zu treten und gerne an ihren Leiden und Freuden seinen aufrichtigen Antheil zu nehmen. So pflegte er häufig seine Spaziergänge und Fahrten durch die Straßen der Stadt zu machen und in diesem oder jenem Hause, in dem die zufälligen Ereigntffe des täglichen Leben- Freude oder Kummer gebracht hatten, eiozukehren und durch ein freundliches Wort, einen tröstenden Zuspruch Freude zu erhöhen oder Gram zu mildern. Besonder- gern verkehrte er auch bei Gewerbetreibenden, die eS verstanden, dem hauS- backenen Handwerk die goldene Seite der Kunst abzugewinnen. Hier wirkte er stet- mit Wort und That anregend, denn er schätzte die Kunst hoch, und wo er sie gepflegt sand, da war er immer gerne bereit, auch mit pecuniärer Hilfe einzugreifen, wenn er fand, daß die Mittel der Einzelnen nicht auSreichten, seinen eigenen Wünschen Rechnung zu tragen und sie zur Geltung zu bringen.

Auch war die Hand deS Herzogs eine kunstgeübte- er zeichnete vortrefflich und war namentlich in seinen Muse« stunden gern und häufig in der Kunstdrechslerei beschäftigt, so daß sich einzelne, von seiner Drehbank stammende zierliche Arbeiten in dem herzoglichen Museum bis auf unsere Zeit erhalten haben.

Durch diese seine Lieblingsbeschäftigung wurde er häufig in daS HauS deS Drechslermeisters Lange geführt, der ein offenes Geschäft mit DrechSlerwaaren am Markt betrieb und sich dabei angelegen sein liefe, durch eine kleine, aber geschickte

Auswahl in seinen Artikeln auch dem Verlangen deS Herzogs nach Kunstgegenständen Rechnung zu tragen. Hier sand der Herzog Manche-, waS seinem künstlerischen Geschmacke ent- sprach, und Meister Lange war nicht derjenige, welcher, wenn jener eine Auswahl traf, die ihm behagte, etwa dabei den Kürzeren gezogen hätte.

An dem Vormittage, welcher dem im vorigen Capitel erzählten Begegniffe in der Wohnung des Meisters Langen­bach nachfolgte, fuhr der Herzog vor dem Laden des Drechsler- metsterS Lange vor.

Mit dem Käppchen in der Hand eilte der Meister auS der Werkstatt herbei, sobald er die Anwesenheit deS Herzogs erfahren.

Nichts Neues angekommen, Meister?" sagte der leut­selige Herr.ES find Wochen vergangen, seit ich nicht bei Euch war, und so wollte ich bei Gelegenheit nur einmal zu- sehen, ob Euer Lager keine neuen Zugänge von der Leipziger Meffe erfahren."

Bedauere, daß sich Hoheit umsonst bemüht haben," ent­gegnete der Meister mit ehrerbietiger Verbeugung,aber ich habe nicht-, womit ,ch zu dienen vermöchte. Zu Ostern wars mir noch selber möglich, die Reise nach Leipzig zu machen, um meine Einkäufe zu besorgen, aber jetzt zu Michaelis hat es damit ein Ende gefunden. Die Gicht und das Zipperlein, Hoheit, sind zwei schlimme Gesellen, wen sie einmal gepackt haben, den lassen sie so leicht nicht loS."

So habt Ihr daS alte Leiden wieder, Meister, daS thut mir leid. Solltet Euch einen von Euren Jungen ab- gerichtet haben, der, von Euch unterstützt, daS Geschäft fort­führen könnte- habt Ihr keinen, der dazu taugt?"

Das ist leichtlebiges Volk, Hoheit, die ihr Glück in der Welt suchen, hat keiner Sitzfleisch genug, um damit die harte Latte der Drehbank zu drücken, wie eS der Vater von Jugend auf gethan. Nun, wie unser lieber Herrgott will. Ich kann sie nicht ander- machen, als er sie hat heranwachsen laffen, ich will nunmehr daran denken, dafe ich einen rechten und richtigen Käufer für mein Geschäft finde, um mich dann zur Ruhe zu setzen."

Seid Ihr mit Eurem Entschluffe schon so wett ge' kommen, Meister? Mich däucht doch, al- ob Ihr neulich einmal davon gesprochen hättet, Ihr hättet Euch einen tüchtigen Gesellen herangezogen, den Ihr zu Eurem Nachfolger bestimmt. Ist da- keiner von Euren Söhnen gewesen?"

Nein, Hoheit, e- war ein armes Blut, aber ein braver Mensch, den ich selbst in unsere Kunst eingeführt habe. Er hat sich tüchtig gemacht und ich hattet so meine eigenen Ge­danken mit ihm, dafe ich ihm dazu verhelsen wollte, einmal an meiner Stelle, wenn mich der Herr abruft, hier thätig zu sein, aber nun ist daS auch ander- gekommen- er will morgen sein Bündel schnüren und in die weite Welt hinaus, Eisenberg ist ihm zu eng geworden."

WaS hat ihn zu einem solchen Entschluffe bewogen, da­mit seinen eigenen Interessen doch zweifelsohne in Wider­spruch steht?"

Er hatte eine Liebschaft mit Langenbachs Käthe, Hoheit, und die beiden jungen Leute mögen eS sich wohl ver­sprochen gehabt haben, dafe sie in Geduld erwarten wollten, bis sie einander haben könnten. Jetzt hat sich bei der Käthe ein Freier eingestellt - die Eltern wollen daS Mädel gern auS dem Hause haben, nun ist aber nicht daran zu denken, dafe der Heinrich jetzt Meister werden kann, denn ihm sehlen dazu alle Mittel- also heißt eS: geschieden, und ich kann eS ihm nicht verdenken, wenn er sich sträubt, eS mit anzusehen, wie sein Mädel als die Frau eines Andern bei ihm vorbei- stolzirt. DaS treibt ihn sort."

Ja, da muß er sich freilich in des Himmels Fügung schicken, Meister, waS sonst bliebe ihm Übrig? Aber ein ge­schickter Arbeiter ist der Mensch, sagtet Ihr nicht so, Meister? Habt Ihr nichts da bei der Hand, was als alleinige Arbeit seiner Hände betrachtet werden kann? Ich möchte wohl etwa- Derartiges sehen."

(Fortsetzung solgt.)

Bekanntmachung.

Nachdem der Wiesenoorstand auf Grund des Art. 20 der Wiesen- polizeiordnung Bestimmung dahin getroffen hat, dafe die Aberntung solcher Wiesen der hiesigen Gemarkung, auf welche der Wiesenbesttzer unmittelbar (d. h. ohne den Grundbesitz anderer zu betreten) nicht gelangen kann, erst vom 15. Juni ab vorgenommen werden darf, bringen wir die- zur Äcnntnife der betreffenden Wiesenbesitzer.

Gießen, den 4. Juni 1894.

Grotzherzogliche Bürgermeisterei Giefeen.

Gnauth. [4744

Heugras - Versteigerung

-er Stadt Gießen.

Montag, den 11. und Diens­tag, den 12. d. Mts., jedes­mal Bormittags 9 Uhr be­ginnend, soll das Heugras von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof und von den Anlagen vor dem Friedhof/meistbietend versteigert werden und Zwar:

Montag, den 11. Juni, von den Wiesen vor der Neustadt (einschließlich der Wiese des Hospitals am Wolfsfurt, von welcher das Gras um 9 Uhr an der Rübsamen jchen Badeanstalt au-geboten wird),' am Neuenwegenthor, am Fürstenbrunnen, im Wiefeckthal (einschließlich der HoSpitalwiese in der Gemarkung Wieseck, von welcher das Gras um X Uhr im Philosophenwald zum Ausgebot kommt), im Heegstrauch, von dem Friedhof und von den An­lagen vor dem Friedhof,

Dienstag, den 12. Juni, von den Ochsenwiesen, den Diesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen, Altentisch, Nachmittag- 1/.,2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Röd- gen; Nachmittags */o3 Uhr von den rkb'-. -

Wiesen in der Gemarkung Alten­buseck; Nachmittags Va4 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen- buseck.

| Die Zusammenkunft ist Montag, den l L Juni, am Neustädterthor .und Dienstag, den 12. Juni, in den 'Ochsenwiesen.

Die Großh. Bürgermeistereien der ' umliegenden Orte werden ersucht, LorstchendeS in ihren Gemeinden be­kannt machen zu laffen.

Gießen, 4. Juni 1894.

Großh. Bürgermeisterei Giefeen.

4759 Gnauth.

Icilgeöotenes.

OOQOQOODOOaOOOOOOO a Bunt- u. Mousielin- o g Glas-Imitation § O in den neuesten Mustern empfiehlt O q Ernst Bloedner u

4028 Scklter-weg.

OOOOOOODOOOCOOOOOG

Zu verkaufen: ßin transportabler Lhonofe« mit Amerikaner Einsatz (grün) und ein alt- deutscher Lhonofen (braun). 4ü96 ». Nonnewitz, Ofensetzer.

Neuen-Bäue Nr. 17.

KengraS- Versteigerungen der Fürstlich Solmsischen Rentei Lich.

TaS HeugraS von den Fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert:

Donnerstag den 21. Juni,

Vormittags prLetS 8 Uhr, von den Wiesen tn der Gemarkung Ltch oberhalb der Stadt, zusammen luü Morgen Zusammenkunst an der Sau­brücke. nächst der Brüblwiefe.

«n demselben Lage, Nachmittag- prLetS 1 Uhr

oon den Wiesen anterhalb cer Stadl Lich und von der großen Teichwiese, Ge­markung Hof Albach, zunächst der Staats­straße Lich-Gießen, zus ca- 30 Morgen Zusammenkunft im Schloßgarten an der Eiienbahnbrücke

Arettag de« 22. Innt, Vormittag- präci- 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Ge markungcn «Lhlsachsen Ober- und «t-derdesstngen, t-Ganjen 13vMorgen- Zusammenkunft tn Müblsachscn.

Montag den 25. Juni, Vormittag- Präct- 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch, und Strauch- waidwitse, Gemark- vnrthardSselden, zusammen ?u Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese

Lich, am 6. Juni 1894.

Fürstlich Solmsische Rentei. 4748 Kreiling.

Bienenhonig, oarantirt naturrein und sorgfältig geschleudert, liefert per Vfd. 1 JL ein Licnenz. r. Land. Näheres 3727 Wallthorftratze 23.

3953] S<6< «Md billigst- Torfftreu und Mull liefert prompt Rhöntorswerk Sischos-- hei« A. Lohrey, Comptoir Schonungen a. Main.

e - ft- S-

«trpMteee

50

70

65

90

80

K)

75

100

»o IM 1*0

70

100

120

120 MO 120

80 120 ISO tnrt.

70

90

'.O

120

® V1 100 . 120 . 140 .

----- «eitzwriur:-----

»alferftfilltr, angnufoner Iischwein . ... 45

IMartgrälrr, Itintt Zäfelrocin.......60

Crttnantr, do. fü6 und träftifl ....... 80

Turbedicr, do. bouquerreich....... 80

----Äet|*ttee:----

ab L'abr, pro Liter in Leib«ebinde; ffir/« Ltr. Fl.

die 3 ¥tri«ia^n rechn, «arckntik liir reine rra»»e,»et»e.

ßeör. Schlager, Layr i. Tg "irimllrt auf lS««tllche» beschickten eeeWcleeeci. patentkellerei seit 1876.

Cflrriren hierdurch, da wir nicht reisen lassen:

oHerhütltr, mild und angenehm . . . ftfllrr, 6rfa| sür Nein« Bordeaux . . . «ffknltzalee, des-leichen, gerdstostrnch . .

snys

Markt­strasse I

c.

Faber

empfiehlt sein

Markt­strasse 1

Mger in Gummiwasrrn als Hochdruck-, Garten-, Gas- und Abfüllschläuche, Gummi­scheiben rür Flaschenverschlüffe, Gummiplatten :c. rc. in nur prima Qualität zu den billigsten Preisnotirung-n.

Ferner stehen Inster in allen Arten Verdichtungen, Asbest- fabrikaten, Schwenk- oder Wafserschläucheu, 'owie V'cxma Haufschläuchen zur geff. Benutzung.

Bei Abnahme grösserer Porten za Fabrikpreisen.