srr. 128
Dienstag den 5. Juni
1894
Der Äiffjtnrt Anzrigrr erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener AamiktenSrttter
Gießener Anzeiger
Vierteljahr,,er K»on«e»ents,rei»: 9 Mark 90 PI, mit Brmgerlohn. Durch die Pog bezogen L Mark Pfg.
---w— t Nebaction, Erv dn,on und Tntcfari:
-chulNrahe Ar.7.
Fernsprecher 51.
(Siegelt.
Aeöersichi
der Hinnalimen und Ausgaben im Zahrc 1893.
Ei
Ikbrrlrng aus 1892
n n a 1) in e n.
•
A
Ikbrrfrag aus 1892
usgabe n.
1893
&
Summa
JC
4
1893
jt
Summa
JC
jft
4
4
——
— - -
24,391
12
24,391
42
Cassenbestand......
24,391
42
22,584
45
46,975
87
10'), 840
17
3,682
79
109,522
96
Rescrvcfond Conto ....
—
— 1
—
—
—
—
240,945
33
22,453
85
263,399
18
Gcschäftsanthcil Conto . . .
—
—
21,170
2 1
21,170
24
747,676
17
277,305
81
1,024,981
98
Anlchen-Conto ....
—
—
217,486
78
217,486
78
10,463
06
3,604
26
14,067
12
Sparkasse Conto.....
:---------
—
3,264
48
3,264
48
—
—
134,275
46
134,275
46
Conto Corrente A.....
139,217
20
112,845
80
252,063
—
188,364
09
499,033
40
687,397
19
Conto Corrente 13.....
—
—
521,188
16
521,188
16
—
—
,042
32
595,042
32
Vorschuß-Conto.....
842.282
612,354
—
1,454,636
03
—
—
1,137,824
92
1,137,824
92
Wechsel Conto.....
203,965
36
1,184,738
—
1,388,703
43
——
—
276,560
1 1
276,560
11
Giro-Conto......
13,161
21
276,624
93
289,786
14
——
2,784
2,784
83
Conto des eignen Hanfes der Bank.......
43,000
_
2,284
83
45,284
—
—
100
—
10(1
—
Hauskausschillings Conto . .
Mobilicn-Conto ....
18,700
—
—
—
18,700
——
—
267
10
267
10
777
52
1,893
1
2,670
97
—
—
410
12
410
12
Gerichtskosten Conto . . .
389
72
530
919
94
—
—
736
93
736
93
Ricambio-Conto.....
449
70
528
18
978
18
273
29,466
32,740
60
Conto pro Diverse ....
—
—
31,875
98
31,875
98
11,000
—
3,000
14,000
—
Beamtcn-Pensions Fonds . .
—
—
—
—
—
—
25,269
27
25,269
27
Conto der ausstehenden Zinsen
25,269
27
27,616
99
52,886
26
1,252
38
1,471
2,724
61
Ucberhobener Wechsel Diskont
—
—
1,252
1,252
19,129
21
25,261
44,390
90
Conto der uncrhobenen Zinsen
1892/93 ......
_
23,818
_
23,818
-
—
-
—
380
—
Porto-Cassc-Conto ....
—
—
380
—
380
—
400
400
43,050
10
800
13,050
10
Noch zu zahlcudc Geschäfts unkosten......
Effecten Conto.....
52,802
—
400
44,250
—
400
97,052
—
—
6,778
54
6,778
54
Doniicil Wechscl-Conto . . .
—
—
6,778
54
6,778
54
1,120
79
1,175
09
2,295
88
Tantieme Conto.....
—
—
1,120
79
1,120
79
—
—
11,905
12
11,905
12
Vcrwaltnngskostcn Conto . .
—
—
11,905
12
f 1,905
12
—
—
67,153
11
67,153
11
Zinsen- und Provision« Conto
—
—
67,153
11
67,153
11
—
—
87,377
53
87,377
53
Gewinn und Verlust-Conto .
—
—
65,952
73
65,952
73
20,114
45
. —
—
20,114
45
Reingewinn von 1892. . .
—
—
20,114
45
20,114
45
4,154
—
—
—
1,154
—
Effecten Rescrvcfond Conto
—
1,050
10
1,050
10
5,433
30
—
—
5,433
30
Gutschrift Conto.....
—
—
—
—
—
—
5,238
56
—
—
5,238
56
Dudioscu-Conto.....
—
—
—
—
1,364,405
43
3,281,162
08
4,645,567
51
1,364,405
43
3,281,162
(18
4,645,567
51
moncen-Bureaux des In- und Auslandes nehme» zen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
ht auch durch die bevorstehende Reichstag»- ederg-EimShorn eine nochmalige Bestätigung Nit der Wahl GerischS in PlauewOelSnitz socialdemokratischen Abgeordneten im Reich»- egen.
uni. Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht in ) osficiösen Leitartikel die Finanzlage en Staate» und äußert sich dahin, daß, Berücksichtigung der Mehreinnahmen au» der c Post« und Eisenbahnverwaltungen da» auf die Summe von 30 Millionen tebudrt ic vollständige Ausgleichung desselben durch lung knapp bemesirner AuSgabenetat» doch möglich sein werde. Bezüglich der Frage der Finanzlage auf daS Gebiet der Steuer« die „Nordd. Allg. Ztg." die Behauptung nd, daß eine mäßige Steigerung der indirecten uSartikel und Genußmittel, wie den Tabak, cht und drückend für die unteren BolkSklaffen habe — al» größter Einzelstaat — die jung der gerechtfertigten Interessen anderer nachdrücklich wie möglich auszusprechen, daß )ung der directen,Steuern sitzt mit schweren i verbunden sein würde.
funi. Zum Zwecke der Wahrung der deutschen rtka hat die deutsche Reichsregierung, wie :bl." erfährt, mit dem König von Belgien, cän deS CongostaateS, Verhandlungen ein- den zwischen dem Eongostaat und England achtvertrag zum Gegenstand haben.
Zuni. Zu dem von der „Nordd. Allg. Ztg." :nti, daß die umlaufenden Gerüchte über ichtigte Conversionen preußischer Rententitel ren Ereigntsien weit vorauSeilen, da die Re- ge einer neuen Convertirung bisher überhaupt en fei, schreibt die „Nationalztg.": „Al» I, daß keine Convertirung erfolgen werde,
Familie also immer noch auS acht Personen, Mutter, Käthe, dem ältesten Kinde und ein- md fünf Brüdern, von denen der jüngste vier
stellte eben die braune dampfende Mehlsuppe nd nachdem der kleine HanS aus deS Vater» dächtig gebetet hatte:
mm, Herr Jesu, sei unser Gast
segne, was Du bescheeret hast,"
Löffel gemeinschaftlich in die große Suppen- offenbaren Absicht, mit dieser Beschäftigung : zu halten, als bis sie den Schüffelbodm n würden.
e während da» Löffeln die ganze Äufmerk- mmren Familienmitglieder in Anspruch nahm, e Stubenthür.
:r rief: „Herein!"
öffnete sich und durch ihren Rahmen trat eine tube, deren Kleidung erkennen ließ, daß sie Lolksständen gehöre. Sie hatte einen braun- ch geflickten, aber immerhin jetzt ganzen und rollenen Rock an, darüber eine wollene dunkel- i eine grobe blaue Leinenschürze. Der Kopf schwarzwollenen Tuche bedeckt, aber so ein- in und Stirn hinter demselben verschwanden ttlere Gesichtspartie mit den Augen frei blieb. . ein buntgewürfelres, mit den Ecken zusammen- h in der Hand, das seinen Inhalt, Strähnen nit der Hand gesponnenen Wollengarn», zwischen chschimmern ließ.
öend miteinander und segne Gott die Mahl- Frau, ihr Bündel auf dea Fußboden nieder-
Du untergebracht." '
„Der Rath kommt Dir nicht auS dem Herzen, Heinrich! Du sprichst gerade so, wie wenn ich meinen Vater reden hörte, und alte Männer und junge Burschen denken auf der Welt eigentlich niemals überein. Meine Eltern können uns Licht helfen, so viel steht fest. Auf dem Hause hat der Barer Schulden genug, um mit Angst und Bangen den jedesmaligen Termin der Zinszahlung heranrücken zu sehen. Und fünfzig Reichsthaler hat, glaub ich, der Barer noch gar nicht einmal auf dem Flecke beisammen gesehen."
,/Jch weiß daS ebenso gut, wie Du eS sagst, Käthe, und d'eßhalb habe ich auch jede Hoffnung aufgegeben, seit ich aus Deinem eigenen Munde weiß, daß ein Anderer da ist,
bin ich unh Dein bleibe ich, Heinrich, reine mren,chengewlur soll un» trennen!"
Und sie umfaßte den Geliebten mit Inbrunst und zog ihn an ihr Herz. —
AlS eS am Abend des darauffolgenden TageS auf dem Rathhause sieben schlug, saß die Familie in dem Hause in der Johannisgaffe, in deffen Thür wir daS Zwiegespräch zwischen den beiden Liebenden mit angehört haben, um den großen, weißgescheuerten Tisch in der Absicht, da» Abendbrod einzunehmen.
ES waren acht Köpfe, die gesättigt sein wollten, und doch fehlte ein Familienmitglied immer noch, der älteste Sohn war bereits seit Jahr und Tag auf der Wanderschaft. Ohne
*/uuf und nehmt Platz auf der Bank, gute Frau," entgegnete der Meister, „bi» ich mit meinem Abendbrod zu Ende gekommen bin, denn ich sehe es Euch an: Ihr bringt mir Garn und wollt Wolle haben."
„ES ist so, Meister," erwiderte die Frau, indem sie sich auf der Bank am Ofen niederließ.
Damit war daS Gespräch abgebrochen; der Meister machte sich allen Ernstes wiederum an sein Suppenlöffeln, bi» die gemeinsame Thäiigkeit der Effenden eS durchgesetzt hatte, daß man auf dem Boden der Schüssel angekommen war.
(Fonsetzung folgt.)


