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Nr. 284
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Die Gieftener J|eetCtt«l(ittM wcten btm Anzeiger UGchuttlich dreimal W|dqt.
Zweites Blatt. Dienstag de« 4. December 1894
Gießener Anzeiger
Kenerat-Anzeiger.
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2 Mark 20 Pjg. M Bringerloh«.
Durch die Poft de,WM
2 Mark 50 Wg.
Rdoctien, IfprWtai und Druckerei:
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Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. ______ -e^w=—«wyw—-■ |- " _,_J . । l'inet, u 1^—III m.i.L IJ"WLWi .W— «• >Xd-»->-»-»- _ '■ .2 CJBT1 ^i,6m,r ^ßmrötta. ।
Feuilleton.
Waldlebrn im Winter.
Von Ernst Moritz.
(Schluß.)
Auch Blumen, wirklich blühende Blumen, bedecken den Grund zwischen den mächtigen Stämmen, deren Nadeldach sich selbst im Winter oben zu einem grünen Dome eint. Weit über den Herbst hinaus spenden Zeitlose und Saffran ihre Farben und ebenso treffen wir noch im November die lichten Augen der Winteraster. Sie gedeiht nicht allein in der Pflege des HauSgartenS, in vielen Gegenden unseres Vaterlandes hat sie sich längst aus der engbegrenzten Hut desselben geschlichen, um nunmehr als ein ächte- Naturkind tm Walde ein freieres Dasein zu führen. Ebenso gedeiht die Zauberhasel, ein an Wuchs und Blattform dem gewöhn» lichen Haselstrauch vergleichbares Gewächs, recht wohl an geschützten Stellen - sie zeigt dann verschämt ihre citronen- gelben Blüthen, die sich wie kokett geschürzte, vierzipfelige Seidenschleifen ausnehmen. Den Ehrenplatz unter diesen Blumen verdient jedoch die Christwurz- sie ist die Rose der gesammten Vegetation, wie sie sich tm Winter innerhalb der deutschen WaldeShelden entwickelt. Anfangs weißlich grün, rölhet sich die Christwurz im Verlaufe der Monate, um zu Weihnachten meistens Blüthen zu zeigen. Bis in den März blühen immer neue hervor, so daß sich die Blume Demjenigen, welcher sich ihrer annimmt, auch dankbar zeigt. Die lieblichen Sagen unseres Volkes von den Blüthenaugen, welche zu Weihnachten in die stille heilige Weihnacht hinauS- blicke«, beziehen sich wohl iuSgesammt auf diese Pflanze. Sie wird, wie ein Botaniker deS Mittelalters sagt, „Christwurz genannt | darumb deS Hern Blum | die gantz grhen ist | vff die Christnacht sich uffthut | und blüet. Welches ich auch selb wahrgenommen vnd gesehen | mag für ein Ge- spötte halten wer da will."
Aber die Flora deS Waldes bietet noch eine Menge feinerer Formen dar. Wir meinen die mannigfachen Flechten
und Moose, wie sie bald die Decke überziehen, bald mit ehrwürdiger Runenschrift die Stämme der Baumriesen bekleiden. Der Naturforscher Schleiden charaeterisirt sie in ihrem Unterschiede folgendermaßen: „Meist grau und dürr, schorfig, flach oder stachelig, wie eisige Schneecrhstalle ineinander gewirrt, fröstelnde Schauer heroorrufend, überzieht die Flechtenform die öden Grenzflächen der Vegetation gegen die unorganische Natur und zu dieser hin gleichsam den Ueber- gang bildend, während in der Form des Mooses dichtgedrängte, zarte, gelblich-grüne Blättchen meist aus Seidenglanz einen polsterartigen Sammetüberzug über Boden und Gesteine bilden. Der Wald mit seiner Sicherheit wider die Störung von Menschenhand ist die Stätte, wo diese Art von Vegetation am besten gedeiht. Wenn der Blüthen- schimmer im Allgemeinen zu schwinden beginnt, naht die Zeit, wo gerade die Flechtenformen ihre schönste Entwickelung finden. Malerisch hängen sie von den Aesten und Zweigen der Bäume herab, oft übel zerzaust vom Winde, welcher über den WaldeSdom dahinfährt. Andere Arten ^erscheinen wie ein gelblich rother Ueberzug, den hier und da bräunliche, graue und weiße Streifen überziehen,- bald topf- und schüffelartig, bald glatt, bald krausig, hier hart und spröde, dort weich wie Leder. Sehen wir näher zu, so entdecken wir, wie ein liebenswürdiger Beobachter der Natur dargethan hat, die zierlichsten Gebilde. Sowohl auf Bäumen wie auch Steinen Hausen sie nachbarlich nebeneinander. Bald schimmern sie filbergrau wie Chawpagnergläschen, bald schwefelgelb wie Staubatome. Der Naturforscher hat sie selbstverständlich schon längst in Arten zerlegt, aber die Sonderung ist so schwierig, daß man ihm auf die- Gebiet nicht zu folgen braucht. Hinrer den Flechten stehen die Moose weder an Schönheit der Form noch gar an Mannigfaltigkeit derselben zurück. Bald treffen wir sie in größeren Schaaren, bald vereinzelt zu kleineren Gruppen- auf Baum und Fels ge- deihen sie nicht minder, wie zuunterst auf dem Boden, aus welchem die Säulen des Walddomes emporwachsen. Und gerade der Winter ist die Jahreszeit, wo diese Vegetation ihre beste Entwickelung findet.
Wenn aber die Weihnachtszeit herannaht, gewinnt der Wald im Leben des Deutschen noch eine wichtigere Bedeutung. Dann hallt er wider vom Schlage der Axt und jene frohe Geselligkeit, welche im Gefolge der Arbeit wohnt, durchströmt ihn. Die gesammte Stimmung nimmt sich aus wie ein Vorbote der Wethnachtsfreude, welche der Menschheit bevorsteht, und die Thätigkeit, welcher man obliegt, hängt auch damit eng zusammen. Die schönsten Stämme werden gefällt, um am heiligen Abend als Christbäume zu prangen. Sie müssen schlank gewachsen sein, ohne Fehl, voll in der Krone, gewissermaßen die Jünglinge unter dem Heranwachsenden Geschlecht der späteren Baumriesen, welche den Waldesdom tragen. Beim ersten Anblick erscheint diese gesammte Thätigkeit wie ein Vandalismus - man ist versucht, das junge Mark zu bemitleiden, in welches die Axt mit sicherem Schlage den Todes- keim trägt. Früher mag man auch in dieser Hinsicht genug gefrevelt haben, indem man rücksichtslos manchen Stamm niederlegte, der bester hätte geschont werden wüsten. Aber heute hat ein anderer Sinn Platz gegriffen- der Einzelne lernt verstehen, daß der Waldesdom einem großen mächtigen Gebäude vergleichbar ist, von welchem man nicht nach Belieben ein Stück nach dem andern forttragen könne. Wo jedoch diese Einsicht nicht vorhanden ist, da verschafft ihr der Staat Geltung und Verbreitung, welcher, zumal in jüngster Zeit, mit Kraft und Entschiedenheit seinen starken Arm schützend über den Wald gestreckt hat. UebrigenS braucht man auch gar nicht zu besorgt zu sein und jedeSmal ein Zetergeschrei zu erheben, wenn hier und da ein Stamm gefällt wird. Vor Allem darf die WeihnachtSfreude nicht darunter leiden, daß ein übertriebener Eifer darin einen Frevel sieht, wenn dieses schönste aller Feste gewissermaßen sein Symbol in dem grünen Tannenbaum hat. Der Do« stürzt darum noch nicht zusammen, und wie sich am Baum der Menschheit trotz allen.DrangsalS, welches sie zu bestehen hat, Blüthe an Blüthe reiht, so erst recht in der mannig- fachen, vielgestaltigen Flora, aus welcher der deutsche Wald aufgebaut ist.
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