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1 Frl. Renner, Slict» l- Gartenstratze 30. '«durch mit, bai) bit qt, aut bie einzelnen ntjelu besucht werben. Der Vorstand, -Aistung.
24. d. M. an zehn ame :n. Die Familien, bie n$ bis zum 10. d. M. bei mmelben. ,
cheovorstaud.
[1901 z 1894 icrmarft
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e. K. m. u. H., att, wozu bie Mitglieder
Nr. 53 Zweites Blatt. Sonntag dev 4. März
1894
Drr frUjtMt A«»et«er crl^nnt läglich, ■rtt Bulnafamf brt Montag«
Die Gießener >e*tn«eira<t«t »erden dem Anjeiger »Ichentllch dreimal de,gelegt.
Kiehener Anzeiger
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Aints« und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen.
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Ans dem Verwalt»,eqsbericht der Großh.
Bürgermeisterei Gießen für 1892/93.
Städtisches Wasserwerk. Der in den Hochbehälter gelangte gesammte Quellenerguß für daS ganze Betriebsjahr 1892/93 betrug auf Grund zwölfmonatlicher Messungen durchschnittlich 592 Cbm. den Tag, sonach 216 080 Cbm. Im außergewöhnlich trockenen Sommer, nicht minder im langandauernden heftigen Winter fehlte fast jeder quellenbereichernde Niederschlag, insbesondere ging auch daS Thauwaffer über die tiefgefrorene Oberfläche deS Quellen- gebtetS, ohne in dasselbe einzudringen. Der Gesammr-Wasser- zustuh deS BetriebSjahreS vertheilt sich auf die einzelnen Verbrauchsgruppen wie folgt: Abgabe an Private 103736 Cbm., für öffentliche Zwecke 60 757 Cbm., Selbstverbrauch des Gas- und WafferwerkS 8412 Cbm., Gesammt-Ueberlauf 21 567 Cbm., Verlust 21608 Cbm. Die Selbstkosten für ein Cubikmeter in den Hochbehälter gelangtes Wäger stellten sich auf 16 Pfg., für ein Cubikmeter verkauftes Wäger auf 21,03 Pfg. Die Anzahl der aus der Quellwasserleitung gespeist werdenden öffentlichen Dentilbrunnen ist 31 Stück (einschließlich derjenigen in den Schulen), die Zahl der öffentlichen Pump- brnnnen in der Stadt betrug 19, die Anzahl der Hauswasser« anschlüsse 690, aus denen mindestens 1725 Familien mit Wasser versorgt wurden. Der Wasserverbrauch eines HauS- anschluffes betrug durchschnittlich im Tag 0,43 Cbm., im Jahr 155,57 Cbm., die Anzahl der Straßenhydranten betrug 131 Stück, die der Gartenhydranten 22 Stück. Die im Juli 1892 stattgehabte Aufnahme hat ergeben, daß 256 Wasser- closetS und 179 Badewannen mit der städtischen Wasserleitung in Verbindung waren. Mit der Ueberlaufleitung deS Hochbehälters stehen in Verbindung ein Bassin an der Licherstraße, ein Bassin auf dem Friedhof, zwei EiSteichc am Lutherberg. Die Qualität des Wägers wird nach den vom chemischen Untersuchungsamt für die Provinz Oberhegen vorgenommenen Untersuchungen als „recht gut" bezeichnet. Die Temperatur deS Wägers betrug nach den durchschnittlichen wöchentlichen Messungen im Sommer 10°, im Winter 6,4° 91. Neben den laufenden Unterhaltungsarbeiten wurden im Betriebsjahre 1892/93 eine Anzahl größerer Ausführungen vorgenommen. DaS Wagerrohrnetz wurde um 1614 Meter erweitert - seit Vereinigung des Wagerwrrks mit dem Gaswerk am 11. August 1887 wurde die Hauptrohrleitung um 9277 Meter ausgedehnt. Die Gesammtlänge des städtischen Wafferrohrnetzes einschließlich der Hauptzuleitungen von .den Quellengebieten
bis zum Hochbehälter, sowie der gußeisernen Privat- und Brunnenzuleitungen betrug am 1. April 1893 rd. 32300 Meter oder 4,31 deutsche Meilen und hat einen cubischen Inhalt von 520 Cbm. Wager. — Auch an den unter Verwaltung deS WafferwerkS stehenden städtischen Pumpbrunnen wurde eine Anzahl Herstellungen vorgenommen und zwar nach der Untersuchung deS Wassers durch baß chemische UntersuchungS- amt alle mit gutem Erfolg. — DaS zum Besprengen der Straßen benöthigte Waffer mußte theilweise auS dem Stadt- rtnggraben in der Weftanlage und auf dem Bahnhofe entnommen werden. Der empfindliche Wassermangel während deS Sommer« 1892 gab Veranlassung eineStheilS zu einer polizeilichen Verordnung, betr. die Entnahme von Wager auS den öffentlichen Ventilbrunnen, anderntheils aber zum Zu- führen und Anschluß neuer Quellen. Die eingeschlagenen Wege nach einer reichlicheren Wasserversorgung haben nach mancherlei Versuchen und Erwägungen inzwischen zum Erwerb der Quellen bet Queckborn geführt. Der Anschluß dieser Quellen wird im Laufe des Sommers 1894 vollendet und damit auf die Dauer hoffentlich weiteren Waffercalamitäten vorgebeugt werden. — Die Einnahmen des WafferwerkS setzen sich auS folgenden hauptsächlichsten Posten zusammen: Wasser- ztns 41245.46 Mk., Wassereinrichtungen 4504.69 Mk., Capitalaufnahmen 23 040.24 Mk., Geldanschlag der in daS folgende Jahr übergehenden Magazinsbestände 9328.82 Mk., der Betriebswerkzeuge, Geräthe und Materialien 2577.15 Mk- die Ausgaben bestehen in folgenden Posten: Unterhaltung der ZuleitungSstreckc bis zum Hochbehälter, sowie des gesammten Stadtrohrnetzes, einschl. Unterhaltung der Stollenanlagen, der Sammelstuben, des Hochbehälters, der Brunnen re. 1571.60 Mk., Unterhaltung und Bedienung der Wassermesser 803.45 Mk., Unterhaltung der Betriebswerkzeuge 1142.70 Mk., Waffereinrichtungen 3156.08 Mk., Gehalten 5482.46 Mk., Allgemeinen Unkosten 1082.05 Mk., Zinsen 200007.25 Mk., Amortisation 12 550.57 Mk., Anschaffungen für das Magazin 9328.82 Mk., Geldanschlag der aus dem vorigen Betriebs- jahr übernommenen Bestände der Betriebswerkzeuge u. s. w. 2804.51 Mk.
Coealt* und ^rovtirztelle».
Gießen, 3. März 1894.
Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer)'zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu WeitenGesäß, Kr. Erbach, mit einem
jährl. Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rein- hardShain, ttr. Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Zwei Lehrerstellen an der katholischen Schule zu Castel, Kr. Mainz, mit einem Anfangsgehalte von je 1200 Mk. Dem einen der zu ernennenden Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an gen. Schule übertragen werden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Alzey mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 2000 Mk. Die Stelle soll mit einem Lehrer, welcher die erweiterte (Oberlehrer-) Prüfung bestanden hat, besetzt werden. Derselbe kann zum Oberlehrer mit einem FunctionSgehalte von 400 Mk. jährlich ernannt werden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rhein-Dürk- hetm, Kr. Mainz, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900—1000 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.
♦♦ Der Getreidemarkt. Die leichte Haussebewegung, welche sich während der jüngsten Berichtswoche im einheimischen Getreidegeschäft markirte, hat inzwischen wieder einer flaueren Haltung Platz gemacht- die ungünstiger lautenden Berichte vom amerikanischen Markte mögen zu dieser Wendung ebenso beigetragen haben, als die eingetretene milde Witterung, da zudem in Weizen wie in Roggen an den meisten Plätzen nicht unerhebliche Angebote Vorlagen, so sind die Preise in beiden Artikeln fast durchgehends im Vergleiche zu denen der Vorwoche etwas gewichen. Dagegen scheint die stattgehabte erstmalige Berathung des russischen Handelsvertrages im Reichstage auf die Tendenz des GelreidemarkteS ohne Ein- fluß bleiben zu wollen, allerdings haben ja diese Debatten auch noch keinerlei Gewißheit über daS Schicksal des Vertrages gebracht. PreiSnotirungen an der Berliner Producten- börse- Weizen per 1000 Kilogramm von 135 bis 145 Mk., Roggen von 120—123 Mk., Gerste von 107-180 Mk., Hafer von 136—178 Mk.
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Feuilleton.
Wochenbriefe «us der Residenz.
(Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".)
Darmstadt, 2. Marz 1894, Bom Mozartverein. — Aus dem Kuustlebeu. — Die Hochzeit des Großherzogs. — O. Roquette» Geburtstag.
Der im letzten Briese in Aussicht gestellte Bericht über daS vom Mozartverein am vergangenen Sonntag veranstaltete Fest möge heute an dieser Stelle erstattet werden. „Deutsche Volkslieder in Ton und Bild", so war die in jeder Hinsicht glänzend verlaufene Aufführung benannt. Ein schwungvoller Prolog, von unserem einheimischen Dichter Herrn Karl Schäfer geschickt verfaßt und von einer jungen Dame gut vorgetragen, leitete die Feier ein, er pries die unvergängliche Schönheit deö deutschen Volksliedes, jenes köstlichen Schatzes deutschen Geistes- und GemüthslebenS. Dann trug der Chor deS MozartvereinS nacheinander sieben Volkslieder vor, deren Thema durch einzelne prachtvolle lebende Bilder veranschaulicht wurde. Diese waren von Herrn Hostheatermaschinenmeister Kranich so meisterhaft gruppirt, daß jedesmal beim Schließen des Vorhanges lauter, jubelnder Beifall erscholl. Vielleicht läßt sich der Verein, durch eine in der Preffe veröffentlichte Anregung veranlaßt, dazu bewegen, die Aufführung zum Besten eines WohlthätigkeitSzwcckes nochmals vor größerem Publikum zu wiederholen, jedenfalls gehört sie zu dem Schönsten und Gelungensten, was der Mozartverein feinen Mitgliedern und Gästen je geboten hat.
AuS dem Kunstleben der vergangenen Woche wäre vor Allem des letzten Shmphonie-ConcerteS der Hofmusik zu gedenken, das unter Leitung Willem de Haans am vergangenen Montag ftattgefunben hat. Das Programm, daS Ihren Lesern bereits im letzten Briefe mitgetheilt wurde, enthielt diesmal nur Werke der Instrumentalmusik. Als Solist war Herr Profeffor Hugo Heermann aus Frankfurt a. M. gewonnen worden, deffen vollendete Kunst auch hier verdiente
Triumphe feierte. DaS Concert war das letzte für diese < Saison, es war wie die vorhergehenden außerordentlich besucht, | ein BeweiiS, welches Interesse unser musikoerständigeS Publikum dem Unternehmen entgegenbringt. DaS nächste Jahr wird unS hoffentlich unter den für die Hofmusik - Concerte zu verpflichtenden Solisten auch wieder eine größere Zahl erster GesangSgrößen bringen, nachdem in diesem Jahre die Jnstrumentalvirtuosen überwogen haben.
Im Hoftheater erweckte die im Schillercyclus gebrachte Aufführung der gesammten Wallenstein - Trilogie das größte Interesse. Die Vorstellungen fanden vor dichtgefülltem Haufe statt und fanden nach den Berichten der Tagesblätter dank einer musterhaften Wiedergabe reichen Beifall.
Nachträglich fei dann auch noch erwähnt, daß ein seit einigen Jahren eingeschlafenes künstlerisches Unternehmen, die unter Leitung des Herrn Hofcapellmeisters de Ha an stehenden Kamm ermusikebende, am Samstag mit bestem Erfolg wieder aufgenommen worden ist. Die fachmännische Kritik besprach die Leistungen der m »wirkenden Künstler mit größter Anerkennung.
DaS geistliche Festspiel „Die heilige Elisabeth" ist am Sonntag zum zweiten Male aufgeführt worden und hat vor überfülltem Saale wiederum großen Beifall gefunden.
Inzwischen nehmen die umfaffenden Vorbereitungen zur würdigen Begehung des Allerhöchsten Hochzeitsfestes unseres geliebten Großherzogs ihren stetigen Fortgang. Die Sammlungslisten für das von der Frauenwelt Darmstadts zu stiftende Hochzeitsgeschenk sind bereits dem Abschluß nahe und schon in allernächster Zeit wird sich die Generalversommlung des weiteren Comites mit der Auswahl eines Geschenke« zu beschäftigen haben. Daß die Stadt bei dem Empfang des jungen Paares, der etwa am 22. oder 23. April stattfinden soll, natürlich ein besonderes Festgewand anlegen wird, versteh: sich von selbst. Ueberhaupt werden für den festlichen Einzug der neuen Landesherrin größere Ooat'onen verschiedener Art vorbereitet. Der Oberbürgermeister hat für den heutigen Freitag eine Einladung an die Vorstände aller Corporalionen
und Vereine ergehen lassen, die sich an der Huldigung beim Einzüge betheiligen wollen, um mit denselben eingehende Rücksprache zu nehmen. Was über das Resultat dieser Besprechungen bekannt wird, sollen Ihre Leser im nächsten Briefe erfahren. Am Abend des EinzugStagS findet jedenfalls im Hoftheater große Gala Vorstellung statt und zwar soll daber das neue Märchenspiel „Hänsel und Grethel" von dem rühmlichst bekannten Schüler Richard Wagners E. Humperdinck zum ersten Male in Scene gehen. Der Großherzog dürfte dann im Frühjahre mit seiner jungen Gemahlin im idyllischen Jagdschloß Kranichstein für einige Wochen Wohnung nehmen. DaS reizend gelegene Schlößchen, über deffen Geschichte wir bei einer früheren Gelegenheit einmal Ausführliches berichtet haben, ist früher eine LieblingSresidenz unserer hessischen Fürsten gewesen und soll jetzt zur würdigen Aufnahme des regierenden Land'eSherrn wieder in Stand gesetzt und jn jeder Beziehung „hoffähig" gemacht werden.
Mit dem Hochzeitstage selbst, dem 19. April, wird Übrigens der 70. Geburtstag deS Herrn Profeffors Otto Roquette, de§ greisen SängerS von „Waldmeisters Braut- fahrt", zusammenfallen. Dem Dichter werden an diesem Tage gewiß von Fern und Nah manche freundlichen Glückwünsche und Zeugnisse aufrichtiger Werthschätzung seines liebenswürdigen Talentes gesandt werden. Vor Allem wird sich Darmstadt, daS ja seine zweite Heimath geworden ist, an die Spitze der Gratulanten stellen, um dem verdienten Manne seine Wünsche darzubringen. Sogar eine Festvorstellung wird geplant, ein neues Schauspiel des Dichters „Die Schwede» in Altdorf", soll auf der Hofbühne — wie die Zeitungen zu melden wußten — aufgeführt werden. Auch bte Technische Hochschule, an der Otto Roquette nun schon seit Jahren als Professor der Literaturgeschichte wirkt, rüstet sich ihrerseits zu Huldigungen verschiedener Art. Eine der ersten dürfte aber 8och wohl die Aufführung deS einactigen Schwankes „Hanswurst" von Roquette durch den „Academischen Verein" am SamSrag dieser Woche sein. Davon Näheres im nächsten. Bries. Z1


