Ausgabe 
3.10.1894 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

WsMzM

, 6* ,**^W?xA'v ^3.

- / -. -oM

noch hinzugefügt, der alte Gerlach wäre damals beerdigt

Zeugenvernehmung etwas Unwahres gesagt zu haben, später im Wesentlichen ein Geftandniß abgelegt. Er gab insbe­sondere an: Etwa 14 Tage oder 3 Wochen vor seinem Dienstaustritte bei dem Verwalter Müller, welcher am 7. December 1893 stattgefunden, sei er durch seine Mutter, die eine Base des Johannes Müller I sei, zu diesem bestellt worden. Als er dorthin gekommen, sei nur die Frau deS Müller zugegen gewesen. Diese habe zu ihm gesagt, wenn er nach Eberstadt komme, solle er doch den Wehrum wegen der Schweine fragen und ihm sagen, was er denn denke, er schwöre auch noch wegen der Schweine. Dann sei Johannes Müller gekommen und habe sich in demselben Sinne ausge­sprochen. Seiner Ansicht nach habe er von Wehrum nur hören sollen, was der über die Sache wüßte, er habe ihn nur fangen sollen. Später habe er dann in Eberstadt den Wehrum gefragt, der habe ihm geantwortet, er habe es ihm ja schon im Winter gesagt, er hätte ja dem Müller selbst die Schweine aufladen helfen. Nach etwa 14 Tagen sei er wieder zu Müller ge­kommen und habe diesem mitgetheilt, was ihm Wehrum ge­sagt habe, worauf dieser geantwortet, es wäre dann gut und als er ihm gesagt habe, daß Wehrum gar nicht mehr bei Düringer sei, habe Müller gesagt, jetzt wolle er ihn einmal dran kriegen, er werde jetzt die Wahrheit sagen. Bei seiner erstmaligen Unterredung mit Johannes Müller habe ihn dieser noch gefragt, ob er ihn damals bei der Beerdigung Gerlach's (des Schwiegervaters von Düringer) in Eberstadt mit einem Wagen gesehen habe- er habe dies verneint und gesagt, er habe ihn an dem Eck stehen und in die Straße hinunter gehen sehen- Müller habe ihn weiter gefragt, ob er sich nicht erinnere, wie er damals ohne sein Fuhrwerk in Eberstadt gewesen wäre, es wäre doch damals Jemand be-

Lnnah"" 6 plgnck" %

worden, er selbst sei den Fußweg durch die Gärten nach Muschenheim gegangen, in den Gärten sei ihm noch der Zimmermann Gerlach begegnet. Wenn ihm auch Müller ausdrücklich nicht gesagt habe, daß er ihn als Zeuge benennen werde, so habe er es doch angenommen und weiter sich ge­dacht, daß er deshalb jene Frage an ihn gerichtet habe. Nachdem er dann seine Ladung vor Gericht bekommen, hätte ihn Müller vorher noch einmal zu sich bestellt, er sei aber nicht hingegangen, weil seine Mutter gefürchtet habe, dieser werde ihn zu einer falschen Aussage verleiten. Johannes Müller behaupte demgegenüber, es sei Alles unwahr, waS Horni über seine Unterredungen mit ihm ausgesagt. Horvi sei einmal auf Petritag 1894 bei ihm in seiner Wohnung gewesen, als er (Müller) in die Stube gekommen, habe 'seine Frau zu ihm gesagt, er solle einmal hören, was der Adam wisie- er habe ihn dann gefragt, was er denn wisse und darauf habe ihm Horni aus freien Stücken, ohne daß er ihn hierauf gefragt, erzählt, er habe ihn gesehen, wie er am 30. Januar 1891 in Düringers Hof gegangen. Daraufhin habe er ihn als Zeuge benannt, über die Sache selbst aber weiter Nichts mehr mit ihm gesprochen. Nachdem die Geschworenen (Obmann: Herr Oberförster Bücking) bezüglich des Angeklagten Horni die den Thatbeftand des fahrlässigen Falschetdes enthaltende Hülfsfrage und bezüglich des Ange­klagten Müller die den Thatbeftand der Verleitung zum Falscheide enthaltende Hülfsfrage bejaht hatten, erfolgte die Verurtheilung Hornis in eine Gefängnißstrafe von vier Monaten abzüglich sechs Wochen Untersuchungshaft und die Verurtheilung Müllers in eine solche von einem Jahre zwei Monaten abzüglich einen Monat Untersuchungshaft. Auch wurde der gegen Horni erlaffene Haftbefehl aufgehoben.

)ie von dem hierum ersuchten Großh. Amtsgericht Ltch vor- zenommen wurden. Am 10. April 1893 wurde von dem Berufungsgericht ein Beweisbeschluß erlaffen, inhaltlich deffen darüber, daß die Aussagen des Zeugen Wehrum unrichtig feien, unter anderen Zeugen namentlich der Dienstknecht Adam Horni als Zeuge zu vernehmen sei. Auch diese Zeugen­vernehmung fand, wie die früheren, vor dem Amtsgericht Ltch statt. In dem VernehmungStermin am 24. Mat 1894 sagte Horni unter Eid wörtlich aus:Ich habe früher 2 Jahre auf dem fürstlichen Hofgut zu Eberstadt gedient. An dem Tage, an welchem der Schwiegervater des Klägers Düringer, der alte Gerlach, beerdigt wurde es war ein Werktag wusch ich ein Wägelchen im GutShofe. Mein Dienstherr, Verwalter Müller, kam hinzu und fragte mich, was das für ein Mann sei, der da stehe. Ich sah darauf den Angeklagten Müller in der Nähe deS Trauerhauses stehen und sagte zu meinem Dienstherrn:Das ist mein Onkel Hannes von Bürkler." Müller hatte einen Stock in der Hand und als die Trauerleute sich entfernt hatten, sah ich ihn einen Fußpfad durch die Gärten in der Richtung nach Muschenheim gehen. Den Knecht Wehrum kenne ich, da er zu gleicher Zeit mit mir in Eberstadt gedient hat. Es ist nicht wahr, daß derselbe zu mir geäußert hat, er habe in dieser Sache so aussagen müssen, weil sein Herr so ausgesagt habe. Auf Vorhalt des bet der Vernehmung anwesend ge­wesenen klägerischen Rechtsanwalts erklärte Horni weiter: Ich habe den Beklagten Müller nur die Straße entlang im Ort gehen sehen- daß er den Fußweg, der durch die Gärten nach Muschenheim zu führt, gegangen, habe ich nicht beobachtet." Diese Angabe Hornis stellte sich als falsch heraus, weil er am Tage der Beerdigung des Schwieger­vaters des Düringer am 30. Januar 1891 noch gar nicht in Diensten bei dem Verwalter Müller in Eberstadt war,

fle'tr.: Den $ WM au die

Wir emp anlassen, nach (Regierungsbla marfungtn zu

Der

?«" in

beiges

sondern erst am 5. December 1891 bei diesem eingetreten | erdigt worden. Er habe ihm dies bejaht und Müller habe war. Horni hatte, nachdem er anfänglich geleugnet, bei seiner i

. Die mitt )e6 Schiffenbei Gießen, Gr

zu unterrichten Piotocolt ach sm, baß Pc Mwomr b( hängen, w nur zwei Fei seitigung der veranlassen, tung unb Ei An den Drei steinen darf j Geometers 1. Zuziehung de da, wo es si' beit, sich unt tung der Pa Gemeindekoste Aussteifung d austragen mir und dessen Sei Meinen d Betheiiigten y weisen wir i Bl. S. 463) 1833 (Reg.-! die Bekannti S. 784) uni (Anzeiger Nr

Zu End« die Tagebuchs cotte mit Ber fanunt den f

t Die unte

Schoben.

Die N

Gießer

*W8( t b-Nbi r im 91, i8* «18

X

8063

8085

Der Vorstand.

Gnauth.

8045

Preisen:

für den Centner

EWKWDer Vorstand

7239

im Kleiuverkarrf:

ab

Gaswerk.

Mk.

1.

räumt worden.

7642

Garnison-Verwaltung in Gießen.

Bei Annahme größerer Mengen mindestens 600 Centner tritt

eine weitere Preisermäßigung ein.

7999

anlagen,

Zu jeder Auskunft und Anfertigung von Kostenanschlägen Akai .TI m f A

vir gern bereit. 4529 W* X mV,

sind wir gern bereit.

J.RickerscheBuchhandlung, Giessen

Städtisches Gas- und Wasserwerk Giessen.

.85

.95

1.10

1.15

1.15

Closet- und Badeeinricht­ungen u* Sa Wd in vorzüglicher Ausführung und unter Verwendung besten Materiales, sowie zur Vor­nahme von Reparaturen vorhan­dener Haus-Wasserleitungen.

Stückcokes Nußcokes Nr. 1 desgl. Nr. 2 und 3

.90

1.

1.05

Bekanntmachung.

Diejenigen, welche für den bevor­stehenden Winter Fichten - Deck­reiser aus dem Gießener Stadt- wald zu beziehen wünschen, wollen ihre Anmeldung spätestens bis zum 15. k. Mts. auf unserem Bureau Zimmer Nr. 15 erstatten.

Die Anmeldungen können jedoch nur insoweit berücksichtigt werden, als nach den stattfindenden Fällungen die Lieferung guter Deckreiser möglich ist. Die Lieferung erfolgt frei vors Haus und ist der Preis auf 16 Pf. pro Welle festgesetzt und bei der An« meldung zu entrichten.

Gießen, den 28. September 1894.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Verdingung von Tischlerarbeiten.

Zum Verding von Kasernen - Ge räthen, veranschlagt auf 604, ist Montag den 15. Cctob. 1894,

Vormittags 10 Uhr, im Geschäftslocal der unterzeichneten Verwaltung, woselbst auch die Be­dingungen ausliegen, Termin anbe-

Musterlager in Badeöfen, Zink- und gusseis. emaillirten Bade-Wannen, Boilers, Closets in den bewährtesten Con- structionen, Pissoirs, Wandbrunnen in Gusseisen und Porzel-1 Ian, Waschbecken, Küchenausgüssen, Gartenhydranten usw.

Closets, Wandbrunnen und Badeöfen können durch Leitungs­anschlüsse in Thätigkeit gesetzt gezeigt werden.

«rtotftar & »ruck und Verlag fas BrShl'fchM Srnderei (Fr. Ihr. Pietsch) ta Gießet

Für Anfuhr au das Haus, die vom Gaswerk aus bei Abnahme von 5 Ctr. erfolgt, werden 5 Pfg. für den Ctr. berechnet; Herr Emil Pistor schickt auch kleinere Mengen zu.

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.

Stückcokes

Nußcokes in drei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung zerkleinert und für alle Ofenfchächte passend:

Größe Nr. 1, etwas größer als Anthracit

Größe Nr. 2, in der Größe des Anthracit

Größe Nr. 3, kleiner als Anthracit

in Wagenladungen von mindestens 35 Centner:

Stückcokes

Rußcokes Nr. 1

desgl. Nr. 2 und 3

bei gleichzeitiger Entnahme von 200 Centner:

Thee, Cacao § Chocolade, äußerst wohlschmeckende, völlig reine und gehaltreiche Sorten, empfiehlt die Adler-Drogerie, Seltersweg 39. 7918

Otto Schaaf.

Versteigerung

Im Auftrag der Firma Goldenberg u. Markus in Gießen versteigere ich in Gemäßheit handelsgesetzlicher B estim ungen Rodheimerstraße 2 dahier:

Mittwoch den 3. October d. I»., Nachmittags 8 Uhr,

25 Säcke Weizenklete *^0 gegen Baarzahlung.

8070 Boro, Gerichtsvollzieher.

Wir empfehlen uns zur Anfertigung von:

Haus - Wasserleitungen

jeder Art, als: Kalt- und Warmwasser-

Hochachtungsvoll

Carl Mowack

Gießener Dicycle-Älub

Mittwoch, den 3. Oktober Abends 9 Uhr:

Versammlung.

geeteeeeeeeeieeeeeeeeeet

Neuester vervollständigter

Placat - Fahrplan d enthalt, die Fahrzeiten der auf den Stationen twieeeen, Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, 5 Lollar, Fronhausen, Wetzlar, Coblenz, Deutz, Fulda, Alsfeld, Gelnhausen, Nidda, Stockheim, Z Gedern, Schotten und Laubach ankommenden und M abgehenden Eisenbahnzüge, zum Preise von 20 Pf. in der Expedition desGiessener Anzeiger 9 vorräthig. Der Fahrplan kann auch durch die Äus- träger desAnzeiger bezogen werden.

Männerturnverein!

Samstag den 6. October, Abends 9 Uhr:

Hauptversammlung

irn Darmstädter Haus.

Tages-Ordnung: 1. Bericht,

2. Rechnungs-Ablage,

3. Vorstandswahl,

4. Festsetzung der Winterfestlichkeiten,

5. Verschiedenes.

Gas - Cakes.

Infolge Stadtverordneten - Beschlusses vom 28. September 1894 tritt eine Preisermäßigung für Gaseokes ein und empfehlen wir dieses vorzügliche Heizungsmaterial in fchöner, trockener Waare zu folgenden

Donnerstag den 4. October:

Wiederbeginn der Gesangsübnugen.

8096 I. sa.: Heuser.

Zur gell. Beachtung!

Um vielfachen Wünschen entgegenzukommen, habe ich bis zur Eröfihung meines Ladens einen provisorischen Verkauf

Südanlage 17 (Hinterhaus) eröffnet und empfehle ich die bereits eingetroffenen Neuheiten in Damen-Confection, Kleiderstoffen und Seidenwaaren.

{Ausverkauf

SMK* sänuntlicher Waaren mit 10"Procent Rabatt. -w;

Buckskin-Rester

in großer Menge bedeutend unter Preis. 7744

Gebr Scheel.

sowie sämmtliche ÜÜtUCf Neuheiten in 7 Damen- und Kinderhüten, garnirt u. ungarnirt, Sammeten und Seidenstoffen, Bändern, Federn, Agraffen sind eingetroffen.

A. Aangmanu Wwe.

8023 Bahnhofstraße 29.

Kindermäntel

für das Alter von 14 Jahren, in großer Auswahl empfehle durch besondere Gelegenheit sehr billig.

Robert Haas

7936 __Seltersweg 18.

MoseLCbgääc

aus der Destillerie von A. L. Elfen in Trier a. d. Mosel, Weindestillat ohne den geringsten Spritzusatz. In Brüste! mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Vi Flasche zu Mk. 3. und die Vi Flasche zu Mk. 1.60. [6498

Ph. Bauer 11., Bahnhofstr., Gießen.