Vortragenden die gediegene Arbeit deS früheren Stadt- Archivars in Frankfurt G. L. Kriegk, die Brüder Senken- berg in Frankfurt a. M. (Sauerländer) 1869. 8°. Der Frankfurter Stifter, zu dessen Würdigung der Vortragende nunmehr übergeht, wurde am 28. II. 1707 in Frankfurt geboren. Seine Kindheit und Jugend im elterlichen Hause ist auSgefüllt von Herzensqual und Pein. Zum Glück fand er in seinem Vater einen Mann, welcher ihm tn Verbindung mit den Lehrern des Gymnasiums vortrefflich zu seinem späteren ärztlichen Berufe vorzubcreiten vermochte. Im Jahre 1730 bezieht er die Universität Halle, wo er drei Semester Medicin studirt. Der Tod seines Vaterö versagte ihm ein längeres Studium. Er kehrt nach Frankfurt zurück und läßt sich hier im Stammhause der Familie in der Hasengaffe als practischer Arzt nieder. Durch seine Mutter beständig gequält, weil er nicht den Doctor-Titel besitzt, entschließt er sich, in Göttingen den Doctorgrad zu erwerben. Es gelingt ihm dies mit großem Erfolg und er wird als erster von der damals neugegründeten Universität piomovirt. Nach dem Ableben seiner Mutter war Johann Christian in der Ehe mit Johanna Rebecca Riese zum ersten Male in seinem Leben wirklich glücklich. Nach lt/,jührtgem Zusammenleben verlor er seine Gattin, zwei Jahre später seine Tochter aus dieser Ehe. Johann Christian ist noch zweimal an den Traualtar getreten: i. I. 1744 mit Catharina Rebecca Mettingh, welche 1747 starb, nachdem ihr nur vier Monate lang lebender Knabe ihr kurz vorher entrissen worden war, und i. I. 1754 mit Antonetta Elisabeths Ruprecht, geb. Bach. Diese Ehe blieb kinderlos, beide Ehen waren für den Ehemann unglückliche. Johann Christian ward ein in Frankfurt sehr gesuchter Arzt, er hatte seine Patienten in allen Kreisen der Bevölkerung und wurde 1755 zum Stadtphysicus ernannt, 1757 zum Heff.-Cassel'schen Hofrath und Leibarzt. Er hatte unverkennbar einen ganz bestimmten Hang zum Sectenwesen. Diesen hatte ihm ein Heffe, Johann Konrad Dippel, der Erfinder des Berliner BlaueS und des olei Dippelii, welcher als Separatist unter dem Schriftstellernamen Chlistianus Democrttus im vorigen Jahrhundert eine Rolle gespielt hat, eingeimpft. Wir finden daher bei Johann Christian den Arzt und Naturforscher, neben scharfem logischen Denken durchweg eine Schwärmerei für Religionswesen und Uebernatürliches. Auch war er nicht frei von Satire und Spott da, wo sich ihm Material zum Geiseln entgegenstellte. Seine Stiftung in Frankfurt o. M., z. Z. bestehend in einem Hospitale für Frankfurter Bürger, einem anatomischen Lehrsaale, einem chemischen Laboratorium, einem botanischen Garten und einer unvergleichlichen Naturalten- scmmlung, ist, wie sein Biograph Kriegk hervorhebt, aus den edelsten Triebfedern hervorgegangen. „Sie war ein Werk inniger Menschenliebe, ächten Bürgersinnes, reiner Liebe zur Wiffenschaft, uneigennütziger Hingebung sür die sittlichen Zwecke des Lebens, wahrer Frömmigkeit und Gottesbegeisterung . . . man ist dabei zugleich dem Andenken des Schöpfers jener Stiftung schuldig, zu erklären, daß derselbe einer der edelsten Männer seiner Zeit, sowie ein Bürger war, auf welchen seine Vaterstadt wie aus wenige andere ewig stolz fein könne." Er liegt im Garten seiner Stiftung begraben.
Der Vortragende wendet sich hierauf zu einer Betrachtung der Lebensschicksale unseres Gießener Stifters, des Sohneö des von Kaiser Franz I. in den Freiherrnstand erhobenen Reichshosrath von Senckenberg uno des Neffen des Frankfurter Stifters.
Carl Renatus Freiherr von Senkenberg wurde unter ungleich günstigeren Umständen erzogen und dem practischen Leben übergeben, als sein Oheim, der Frankfurter Stifter. Fürsorglich geleitet durch den rastlos thätigen, unantastbar ehrenhaften Vater, beständig unter der Aufsicht tüchtiger Hauslehrer, mütterlich gehegt von der zärtlich geliebten Mutter, einer Freiin von Palm, bezog Renatus i. I. 1768, 17 Jahre alt, die Universilät Göttingen. Hier hörte er durch 3 Jahre hindurch rechtswissenschaftliche, mathematische, phisicalische,
Gallerte war ein capilales Winterlager fetter Engerlinge angelchnitten, zwanzig bis dreißig bleiche lethargische Gesellen; die bekannten vermaledeiten Maikäfrrkinder. Das sei gerade genug für ein Abendbrot, meinte Meister Schwarzröckchen und animi'te gutmülhig zum Zulangen. Das wurde höflich dankend abgelehnt. Unfern davon legte bet freundliche Hausherr durch einige schnelle Scharrbewegungen ein wimmelndes Chaos glänzend brauner Drahtwürmer bloß. Das sind die Herren Jungens der Schnellkäfer: schmecken och nicht übel, erklärte der Maulwurf. Dann kratzte er — unermüdlich — einen kleinen Kessel in einer aufstetgenden Röhre an, indem es stark nach Pferdestall duftete. Hieraus purzelten 9 Stück feister, schwerer Werren, halb schlaftrunken, halb bereit mit ihren gezähnten Vorder- klauen sich zur Wehre zu setzen. „Ruhia, ihr Mistfinken — ober !" donnerte Freund Schwarzfrack. Dann sagte er mit Elegie: „Sehen Sie, Herrchen, von allem diesem Vieh lebe ich und die meinigen das ganze liebe Jahr; selbst im tiefen Winter jag ich, da ich nicht fasten kann; ist ja richtig, harmlose Würmer freß ich auch, wenns nichts nderes gibt. Aber ist'S wirklich zu glauben? Wir vertilgen diese dem Land- und Gartenbau hochschädltchen Feinde in Massen, verzehren dazu als Dessert die Puppen der schlimmen Eulenfalter, Frostspanner, Blaltwesmn, Motten irsw. wie Knackmandeln und Ihr klugen Menschen, anstatt uns zu hegen und die unvermeidlichen Erdhaufen ,u ebenen, befleißigt Euch, uns mit Stumpf und Siiel aus- zurotten! Euere schlauköpfigen Gemeiudeoäter bestallen und bezahlen amtliche „Mauser", die uns cn gros den Garaus machen müssen! In meinem Revier bin ich der letzte der Mohikaner und nur äußerste Vorsicht bat mich bis heute erhalten. „Ja, ja, im Garten da ist mein Buddeln oft ekelich; man vertreibe mich da, tödte mich aber nicht: ich kann's nicht riechen, ob Garten oder Feld!" Und er ^5°'uckte eine tiefgefühlte Thräne im kaum sichtbaren Auge. Die Maus kicherte; bedauernd, dankend und mit einem gewissen Ver- Wrechen empfahl sich sein menschlicher Besuch an der Grenze seines Reiches. Dann leuchtete die saubere Maus zurück durch ihre Gefilde und zum Eingang. Ein kurzes Abschtedswort — dann nahm der Wurzelrtng den Zauber wieder.--
Fast nur die Lampe ausgebrannt, als der Garlenfreund sich wieder am traulichen Tische sah: die abrollenden Räder der Thurm- c schlug, haben ihm die unterirdische Idylle ver-
Der West wehte weiter und unten schlief der stille Garten seinem Weihnachten entgegen.
Heinrich Freiherr Schilling o. Eannstatt, Friedrichshafen a. B.
; philosophische und theologische Vorlesungen und war ein be- geistertet Besucher der herrlichen Göttinger Universitätsbibliothek, wie er in seiner kurz vor seinem Tode verfaßten Lebensgeschichte betont. Seine Gesundheit litt in Göttingen und zwang ihn zu einem Ortswechsel. Er geht für das Winterhalbjahr 1771/72 nach Straßburg und gehörte dort zu dem Bekanntenkreise von Goethe. Den weiteren Theil des Jahres 1772 verbringt er auf Reisen und in Frankfurt als //Gebe Acht" der Stiftung seines Oheims, welcher am 15. November 1772 daselbst gestorben war. Hier in Frankfurt verbleibt er in Angelegenheiten des Stiftes seines Oheims bis zum Mai 1773 und prackicirt dann bis zum Schluß des Jahres in Wetzlar am Reichskammergericht. Anfang 1774 finden wir ihn an den Tyroler Alpen, von wo er eine für seine weitere Ausbildung höchst ersprießliche Reise nach Italien unternimmt. Er schwelgt an Ort und Stelle in den ihm von Kindheit an vertrauten lateinischen Schriftstellern Propetius, Caesar, Horaz und Virgil, wird in Rom von der dortigen Dichter-Gesellschaft, die „Arkadier" genannt, zu deren Mitgliede ernannt, erhält dabei den Namen Polydorus Nemeaticus und einen großen Lehnbrief über die Nemäischen Felder, wo Hercules den Löwen erlegt haben soll.
Zu Ende des Jahres 1774 erwählt ihn der Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt zum Regierungsbeisitzer in Gießen. Am 25. Januar 1775 tritt er seine neue Stelle hier an, ehelichte das Jahr darauf Anne Margarethe von Rauen, eine Anverwandte, und behielt, im Jahre 1780 zum wirklichen Regierungsrathe befördert, biß zu seinem 1800 erfolgten Tode (angesteckt durch seine Tochter, welche den Blattern erlag) als dauernden Wohnsitz Gießen bei. Im Jahre 1784 legte er seine amtliche Stellung nieder und lebte fortan als Prtvatgelehrter ganz seinen wissenschaftlichen Studien und der Schriftstelleret, sowie der Erziehung seines einzigen Kindes \ Sophia. Diese vermählte sich 1799 mit dem Hess.-Darmst. Rittmeister a. D. Carl Philipp Wilhelm von Buseck. Aus dieser Ehe stammt nur ein Sohn, welcher hier in Gießen als Großh. Hess. Forstmeister a. D. 1870 starb, nachdem ihm feine Gattin Marie, eine geb. Siebert auö Darmstadt, 1855 kinderlos im Tode vorausgegangen war.
Aus dem reichen schriftstellerschen Nachlasse des RenatuS nannte der Vortragende eine staatsrechtliche Schrift, seinen lieben Mitbürgern in Gießen gewidmet, ein dramatisches Gedicht, Charlotte Corday, eine Abhandlung die „teutsche Sprache" betreffend, und folgendes lateinisch Loblied aus die Stadt Gießen, welches zu finden ist in POLYDORI NEMEAEI, C ARMIN A VARIA SELECTA LATINA ET QRAECA (ohne Ort) 1874 pag. 18. Nro. V. Sunt, quibua aurigeri placeant, scio, litora Rheni, Prae cunctis, rapidusve later, vel navifer Albis. At mihi prae multis regio gratiaaima, Larina •) Parvaque quam Viaeca 2) rigant, habitata colono Haaaiaco, culmen Taunus 8) qua quercifer altum Elevat, & dentis aasuevit condere nimbis.
Qua tollit veterea Cleiberga *) ad fidera muroa, Quea Fozbergiacae 5) cernuntur relliquiae arois, Et Koenigsbergae 6) candentia moenia late, Conditaque in summa, Solmana 7) palatia rupe, Et navia cui forma dedit sua nomina monaque, ®) Teutonicorum equitum sacra domua alta cohortia. Hob in ter montea media in conuallo patenti GI8SA jacet, diuea pratis atque obere terrae, Circuitu non ampla quidem, aed amoena virenti Planitie, atque auras Borea purgante aalubrie, Lata per irriguos, campoa, ailvasque aonoraa, Aut in ventoaoa patet hinc apatiatio montea. Non hic eximiae coenae, non prandia, grato Corpora quao morti tradant exeaa veneno. Non hio officii est illos invisere quoa tu Haud visos malia, neque nobia gratia magnae Captanda ullius aut toleranda superbia gentia. Neo pictis opus est, cupias, niai, perdere chartia Tempora non longae nimium fugientia vitae. Atque utinam NVMEN non apernat vota precantis, Et mihi quod supereat det ibi consumer« vitae!
Das Vermächtniß des Renatus an die Universität Gießen bestand in einem Bücherschatz von 15 000 Nummern, 10000 fl. baar, und seinem Wohnhause an Stelle des jetzigen Kreisamts. Die Universität dankte durch ein „In memoriam Renati . welches Prof. Kuinoel 1802 abfaßte. Zum Schluffe erwähnte der Vortragende, daß Renatus im Gegensatz zu seinem Vater und Oheimen seinen Namen stets Senkenberg in Anlehnung an den Gebrauch seiner ersten Vorfahren und nicht Senckenberg geschrieben hat, wie aus seinen hier befindlichen Schriften und der Copie seines Testamentes hervorgeht.
Die an den Vortrag sich anschließende Debatte wurde durch Herrn Profeffor Siebeck eröffnet, welcher hervorhob, daß man bei Johann EraSmus von Senckenberg erbliche Belastung (moralisches Irresein) annehmen müsse. Herr Oberbibltothekar Dr. Haupt charakterisirte den durch Renatus von Senkenberg vermachten Bücherschatz, und animirte zu einem Senkenberg-Denkmale in Gießen.
0 Die Lahne. -) Die Wieseck. ->) Dünsberg. <) Kleiberg. ») Fehberg. 6) Königsberg. 7) Hohensolms. 8) Schiffinberg.
totales utib prooinsielles*
W. Darmstadt, 29. November. In verflossener Nacht hätte sehr leicht ein bedeutendes Schadenfeuer unser altes , Polytechnikum hetmsuchen können, wenn die Diener des Jn- ! stitutS den Brand nicht frühzeitig entbteft hätten. In einem | Saal der Mafchtnenbanschule waren die ArbeitSröcke auf unaufgeklärte Weise gegen Morgen in Brand gerathen und nur dem Umstand, daß Wasser schnell zur Hand war, neben der Umsicht der Dienerschaft, ist es zu danken, daß das Feuer im Keime erstickt werden konnte.
Bickenbach, 29. November. Dieser Tage ereignete sich dahier ein heiteres Stückchen. Ein hiesiger Bauersmann war nach Jugenheim gegangen, um Laub im Herrschaftswalde einzusehen. In Begleitung des Försters begab er sich aus den Weg. Zum großen Schrecken des Bauersmanns lief , ihm plötzlich eine — MauS über den Kopf In demselben Moment gewahrte eine nebenstehende Frau, daß auch aus der
Rocktasche des ManneS eine MauS heraussah, und als der Mann die Maus aus der Tasche entfernen wollte, fanden sich zu seinem Schrecken, aber zur Heiterkeit der Anwesenden noch sechs weitere junge Mäuse in der Rocktasche. Eine Maus hatte, während der Rock den Sommer über unberührt an der Wand hing, ihr Nest in der Tasche deffelben gemacht und sieben Junge darin abgesetzt. Der Mann trug au diesem Tage den Rock zum ersten Male nach dem Sommer und so führte er die Mäuse bei sich.
A Mainz, 29. November. Anläßlich der Vermählung der Prinzessin Alix von Hessen mit Czar Nicolaus hat die hiesige Bürgermeisterei Namens der Stadt Mainz ein Glückwunsch-Telegramm nach Petersburg abgesandt. Seitens des Czaren ist hierauf ein in sehr verbindlicher Form abge- faßteS Danktelegramm hier eingetroffen. — Aus dem Ueberschuß deS elften deutschen Bundesschießen, der sich bekanntlich über 50000 Mk beläuft, wird auch die Presse bedacht, indem der Centralausschuß in Vorschlag gebracht, der allgemeinen PensionSkaffe der deutschen Schriftsteller in München 500 Mark und dem hiesigen Journalisten- und Schriftsteller- Verein die gleiche Summe zu überweisen. Ein zum Besten beider genannter Corporationen gestern in der „Stadthalle" hier veranstaltetes Concert hat in pecuntärer, wie in künstlerischer Beziehung gleich einen glänzenden Verlauf gehabt. — Für die Herstellung der vor Kurzem bestimmten neuen Zwiebackart für das Militär wird Kartoffelmehl in ziemlichem Quantum verwendet. Heute kamen hiervon für die hiesige Militärbäckcrei 100 Gentner auö Norddeutschland hier an. Nächsten Montag wird damit nach dem neuen, jüngst in Berlin festgesetzten Recepte hier ein Probebacken borge? nommen werden.
Worms, 27. November. An einem der letzten Sonntage kam ein schon bejahrter Herr aus Frankfurt mit einem SonntagSbillet hier an und wollte mit diesem Billet mit Schnellzug 5.24 ab hier wieder nach Frankfurt znrückfahren, resp. das schon coupirte SonntagSbillet gegen ein SchnellzugSbillct Umtauschen. Als dem Herrn nach längerer Debatte endlich klargemacht wurde, daß der Umtausch unmöglich sei und. er sich ein neues Billet kaufen müsse, verließ er die Kaffe mit folgender Aeußerung: „Nu is m'r oofer fascht nit: glaublich, daß mein Billet nicht v:rtauscht kann werden, in unf’rc Geschäfte kann Alles vertauscht und glatt gemachr werden."
Literatur rrnd Arrnst.
— Allgemeine Geschichte der bildenden Künste von Dr. Alwin Schultz, Professor an der k. k. deutschen Universität Prag. Mit zahlreichen TexUllustrationen, Kunstbeilagen, Tafeln und Farbendrucken. 4 Bände, ca. 1600 Seiten, vollständig in etwa 30 Lieferungen A 2 Mk., welche in zwanzig bis vierundzwanzig Monaten erscheinen werden. — Neben den vorhandenen „Leitfaden" und „Grundrissen" hat es bisher an einer zusammenfassenden, auf wissenschaftlicher' Grundlage beruhenden, aber für alle Kunstfreunde geschriebenen^ eingehenden Darstellung der Entwickelung der bildenden Künste fühlbar gefehlt. Der durch feine kunsthistorischen Arbeiten in den weitesten Kreisen beliebte Gelehrte, Professor Alwin Schultz, bietet nun in feinem jetzt erscheinenden Hauptwerk ein höchst zeitgemäßes Werk, in welchem er die reichen Ergedniffe der kunsthistorischen Forschung der neuesten Zeit zusammengefaßt hat zu einer klar und geschmackvoll ausaearbetteten vollständigen Darstellung des Entwickelungsganges der bildenden Künste von den ältesten Zeiten der Egypter herab auf die „Modernen" der Gegenwart. Der Gelehrte hat hier weniger für seine Berufsgenoffen, als vielmehr für alle Kreise des gebildeten und Bildung erstrebenden Publikums gearbeitet; am Familientisch soll sein Werk benutzt werden und zu lebendig förderndem Wirken gelangen. Diese neue allgemeine Kunstgeschichte, welche von der G. Grote'sch en Verlagsbuchh. S» parat - Conto (Müller-Grote & Baumgärtel) herausgegeben wird, enthält eine umfassende, glänzende, künstlerische Illustration, in der sich das gesammte Kunstschaffen aller kunstpflegenden Völker in reicher Fülle der Beispiele interessant und wirkungsvoll abspiegelt. Ein Blick in die vorliegende erste Lieferung läßt nicht darüber in Zweifel, daß diese Aufgabe glücklich durchgeführt werde. Diese vortrefflichen Tafeln und Textbilder gewähren eine Anschauung der dargeftellten Kunstwerke, die zu bflben und zu erfreuen vollkommen geeignet ist. Daher wird sich denn diese neue „Allgemeine Kunstgeschichte" jedem Gebildeten bald unentbehrlich machen. Sie will den Kunstsinn pflegen,, die Freude am Schönen und an den über die Alltagswelt erhebendem Kunstwerken fördern; sie will dem Bedürfntß des Publikums dienen, das ein intimeres Verbältniß zu den bildenden Künste erstrebt, wie das der Zug unserer Zeit, in der die bildenden'»Kunst immer mehr an practischer Bedeutung gewinnt, mit sich bringt. Ein solcher Plan, mit so reicher Kraft wie der Anfang zeigt durchgeführt, verdient überall die beste Aufnahme.
— Die soeben erschienene Nr. 2682 der »Allnstrirte« Zeitung^ enthält folgende auf die Eröffnung des neuen deutschen Reichs- tagSgedüNdeS bezügliche Abbildungen: Germaniagruppe über dem Giebel btr Säulenhalle an der Nordwestfeite des neuen deutschen Reichstagshauses. Modellirt von Neinhold BegaS. — Paul Wallot, der Schöpfer des neuen Re'chstagshaufes. — Denkmünze zur Erinnerung an die Vollendung des neuen deutschen Reichstagshauses. Geprägt von der Berliner Medaillen-Münze von L. Ostermann. — Grundriß vom Hauptgefchoß. — Ansicht von Nordwcsten. Original» Zeichnung von G. Theuerkauf. Doppelseitig. — Herold mit der Reichsfahne über der Atlica an der Nordostseite. Modellirt von Rudolf Maison. — Die Wandelhalle. Gezeichnet ifntcr Leitung von Profi Max Koch. — Ansicht von Nordosten. Originalzeichnung von G- Theuerkauf. — Die nördliche Vorhalle. Gezeichnet unter Leitung von Prof. Max Koch. — Die östliche Vorhalle. - Der Große Lesesaal. — Der kaiserliche Salon. Gezeichnet unter Leitung von Prof. Max Koch. — Der Bücherspeicher. — Der Sitzungssaal. Originalzeichnung von Prof. Max Koch. Doppelseitig. — Die südliche Vorhalle. Gezeichnet unter Leitung von Prof. Max Koch. — Der Vorsaal für den Bundesrath. Gezeichnet unter Leitung von Prof. Max Koch. — Auf dem Altan des Bundesrathssitzungssaales. — Der Speisesaal. Gezeichnet unter Leitung von Prof. Max Koch. — Außerdem enthält diese Nummer auf die reauerseierlichkeiten in Rußland bezügliche Jllustiaiionen: Kaiser Alexander UL auf dem Paraoebett in Llvadia. Originalzeichnung von Karl Brosch. — Die Uebcr- führung der Leiche deS Czaren vom Kleinen Palais nach der Kirche am 6. November in Livadia. Nach einer Skizze von K. Ssemenow. — Der Trauerzug auf dem Newski-Profpect in St. Petersburg am 13. November. Originalzeichnung unseres Specialzeichners G. Broling. Doppelseitig. — Die Ueberführung der kaiserlichen Regalien vom Winterpalais nach dem Nikolaibahnhof in St. Petersburg am 10. November. Oiiginalzeichnung unseres Specialzeichners G. Broling.— Einzelpreis dieser Nummer 1 Mk. — B«stellungen auf die „Jllustrirte Zeitung" (vierteljährlicher AbonnemenlSpreis 7 Mk.) werden von allen Buchhandlungm, Postämtern und ZeitungSexpeditionen, sowie von der Expedition der „^Auftritten Zeitung" in Leipzig entgegen» genommen.


