Ausgabe 
1.11.1894 Zweites Blatt
 
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1894

Donnerstag den 1. November

Nr. 256 Zweites Blatt

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Aus dem Tagebuche einer alten Dame. Von L. Heinau.

(5. Fortsetzung.)

Ich hätte jetzt den Muth haben müßen, ihm mein Ge- heimniß zu bekennen, aber jene Verwünschungen und seine Heftigkeit erschreckten mich- wenn er so ärgerlich auf eine Frau war, die ihn niemals beleidigt hatte, wie würde er sich dann mir gegenüber zeigen, wenn ich ihm gestand, daß ich einen falschen Namen angenommen, um ihn zu täuschen und daß ich mich der Verstellung und Lüge zeihen müsse. , Seine Ehre mußte seiner Frau mehr gelten als allen andern 1 Menschen und ich hatte sie aufS Spiel gesetzt und würde nun i seine Achtung vollkommen verlieren. Er klagte sich an, meiner Zuneigung nicht würdig zu sein und hielt mich für einen Engel, weil ich ihm meine Liebe schenkte- seine Frau, die ihn getäuscht hatte, würde er wohl nicht für einen Engel halten, meinte ich bei mir selbst. Ach, ich glaubte mich nicht zu irren, wenn ich annahm, daß er mich nur so leidenschaft­lich liebte, weil ich ihm unerreichbar war, und daher beschloß ich abermals, mein Geheimniß zu bewahren. Ich erinnere mich nur, daß er mich noch bat, mich Wiedersehen zu dürseu und daß er nochmals für das Unrecht, daS er nach feiner Meinung begangen, meine Verzeihung anflehte.

Da ich die Absicht hatte, schnell nach Hause zu reisen, so versprach ich ihm nicht, ihn wieder im Park zu treffen- als wir aber beide allein in MrS. Norwords Salon waren und auf deren Kommen warteten, konnte ich doch nicht .anders, ich mußte ihm zeigen, wie sehr ich ihn liebte. Ich ängstigte mich wegen des Zweikampfes und bat ihn:Wenn es Ihre Ehre erlaubt, Mr. Cooper, so geben Sie diesen Zweikamps mit jenem Elenden, der Sie schwer verwunden kann, um meinetwillen auf, ich zittere für Ihr Leben." Und ich legte meine Arme um seinen Hals und küßte ihn mit Zärtlichkeit, damit er meine Bitte mir verzeihe. Er aber antwortete mir:Dieser Kuß ist ein Talisman, der mir Schutz verleihen wird gegen die Kugel meines Gegners, ich werde an ihn denken, wenn der Tod sich mir nahen sollte. Gott segne Ihr sanftes Vergeben, mein Liebling," fügte er hinzu, während der ganzen Zeit, wie er nur später bekannte, darüber nachdenkend, wie es möglich sei, daß jene Zärtlich-

z ä Gewiß den meisten Männern würde ich frei erschienen sein- doch ich wußte, ich hatte ein Recht dazu und mein Ge- ' keine Vorwürfe machen.

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Von meiner Angst in der folgenden Nacht vermag ich nicht zu sprechen, sie war unbeschreiblich und ich schloß kem Auge, immer den Morgen sürchtend und daS, waS er mir bringen würde. Meinen Entschluß, nach Hause zu reisen, vermochte ich nicht auszuführen, biß ich wußte, daß das Duell glücklich verlaufen war und mein Gemahl nicht ver­letzt war. Ich blieb auf meinem Zimmer und erhielt am Nachmittag folgende Zeilen:

Geliebtes. Herz!

Erlauben Sie mir, nur einmal Sie so zu nennen, ohne mir Vorwürfe zu machen. Ihre Liebe ist mein Schutzengel gewesen und mein Gegner ist nicht halb so bestraft worden, wie er es verdiente, so daß jetzt meine Sicherheit durch nichts gefährdet ist.

Ich lege mein Leben und meine Ehre in Ihre Hande- sagen Sie mir, was Sie wünschen, das ich thun soll- Ihr reiner Sinn wird das Rechte Wähler! Wohin meine Wünsche sich richten, wissen Sie, ich weiß aber nicht, ob Sie mir gestatten, Ihnen noch ferner nahe zu sein, oder ob Sie nicht wünschen, daß ich dahin gehe, wohin mich die Pflicht ruft. Was jenes frühere Gelübde anbetrifft, so war es ohne meinen Willen und vollkommen gegen meine Neigung von mir verlangt worden- aus diesem Grunde halte ich es nicht für unrecht, wenn ich danach trachte, einen Bund zu lösen, der zwei Menschen unglücklich macht.

, Was Sie auch beschließen, ich werde stets das thun,

was Sie für das Rechte halten."

Als ich diese Zeilen gelesen, war ich nicht mehr im Zweisel, was ich zu thun hatte, ich schrieb ihm nur die Worte:

Wählen Sie Ihre Pflicht!"

Da mir mein Mädchen sagte, daß Mr. Cooper unten matte er hatte die Nacht in jenem kleinen Gasthofe zu­gebracht gab ich ihr meine Antwort- ich hatte nicht die Absicht, ihn jetzt wiederzusehen, hoffte aber, ihn bald in meinem Hause zu begrüßen.

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Seine Liebe hatte ich gewonnen, die Furcht aber, die­selbe zu verlieren, wenn ich ihm mein Unrecht 'gestand, war keine kleine Strafe für mich. Meine Freundin tröstete mich und versicherte, daß er mir vollkommen vergeben würde - doch als die Nacht kam, erinnerte ich mich meines letzten Zusammen­treffens mit meinem Gatten auf der kleinen Brücke und wie ich ihm zeigte, daß ich ihn liebte. Ich sehnte mich, den Ort noch einmal wiederzusehen und jene Augenblicke, die sür mich süß waren, noch einmal zu durchleben- deßhalb rief ich Susanne und nahm sie bis zum Anfang des Waldes, wo her Bach in den Fluß lief, mit- da konnte sie hören, wenn ich sie rief. Es war Mondschein und die Gegend sehr still und ruhig. Als ich zur Brücke kam, war schon Jemand vor mir dorthin gekommen - es war der Lord, den ich weit entfernt glaubte. Er klagte sich an, daß er mir ntemals von seiner Vermählung etwas gesagt, und als ich ihm erwiderte, ich hätte es schon längst gewußt, antwortete er:

Ohne Zweifel haben Sie es durch MrS. Norword erfahren- war vollkommen richtig, daß sie Ihnen mittheilte." .

Dann fragte er mich, ob ich ihn nicht bemitleidet und in Folge dessen Zärtlichkeiten sür ihn empfunden hätte. Er bekannte, daß er in der That sein Besteß versucht hätte, mir zu gefallen, doch hatte er nicht gewagt, auf meine Liebe zu hoffen. Meine Gegenwart sei aber ein solches Glück für ihn gewesen, daß eS ihm unmöglich gewesen wäre, sich derselben zu berauben. Dann sprach er von jenem unglücklichen Wesen, mit dem er sich habe vermählen lassen.

AlS wir uns trennten, konnte ich eS nicht verhindern, daß er meine Hand küßte und dann ging ich zu meinem Mädchen zurück, das nicht weit entfernt gewartet hatte.

Am nächsten Morgen trat ich meine Reise srüh an und nach zwei Tagen eilig fortgesetzter Fahrt konnte ich die zweite Nacht in meinem eigenen Heim zubringen. Ich Hane mich so beeilt, um vor meinem Gatten anzulangen- einen Brief von ihm batte Lady Weedon sorgfältig bet Seite ge­legt, wie meine Freundin verrnuthete, sie hatte gemeint, habe keine Eile damit. Sobald ich den Brief gelesen hatte, theilte ich ihr mit, daß Lord Almington sehr bald eintreffen werde.

(Fortsetzung folgt.)

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