Ausgabe 
1.2.1894
 
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Soabin, 30. Januar. Rach einer in Liverpool ein» getroffenen Meldung ist der Aufstand in Kamerun darauf zurückzusühren, daß der deutsche Unter-Gouverneur etwa 20 Weiber dahomeyanischer Soldaten auf grausame Weise peitschen ließ, worüber unter den Truppen eine all­gemeine Empörung entstand. Ueber hundert Soldaten drangen in das GouvernementSgebäude ein und erschaffen den Richter, welchen sie für den Untergouverneur hielten.

Staffel, 30. Januar. In einer heute Nachmittag statt­gefundenen Studentenversammlung sollte die von der Universität vorgenommene Relegirung einer größeren An­zahl von Studenten besprochen werden. Ungefähr 300 Stu­denten hatten sich zu der Versammlung eingefunden. Heute Vormittag kam es zu einer größeren Schlägerei, weil die relegirten Studenten den UniversitätSinspector Graux zu mißhandelten versuchten. Polizei mußte zur Wiederherstellung der Ordnung herbeigeholt werden.

Petersburg, 30. Januar. Die Verleihung der Ordensdecorationen, welche gleichzeitig an den Gene­ral v. Werder und Herrn v. Giers stattfand, wird in hiesigen diplomatischen Kreisen als der Ausdruck wesentlich gebesserter deutsch-russischer Beziehungen betrachtet. Aus demselben Grunde nimmt man auch an, daß an eine etwaige Abberufung des Grafen Werder nicht zu denken sei.

Belgrad, 30. Januar. Wie verlautet, reist Exkönig Milan im Lause der nächsten Woche nach Paris zurück.

Belgrad, 30. Januar. Der Staatsgerichtshof wurde heute gezwungen, seine Thätigkeit einzu­stellen. Die Eingänge zum Gerichtsgebäude werden poli­zeilich bewacht.

Belgrad, 30. Januar. Die radicale Partei beginnt bereits im ganzen Lande eine intensipe, energische Action, namentlich werden die Arbeiter und die bäuerliche Bevölkerung aufgewiegelt. Infolge dessen fanden sowohl in Belgrad als auch in den Provinzialstädten neuerdigs Arbeiter-Demon­strationen statt.

Sofia, 30. Januar. Die Gemahlin des Fürsten Ferdinand ist von einem Knaben entbunden. Der Jubel im ganzen Lande ist unbeschreiblich. Die Zeitungen sprechen die Hoffnung aus, das Land werde nun endlich, nachdem es eine Dynastie erhalten habe, zur Ruhe gelangen. Das frohe Ereigniß sei außerdem geeignet, die Stellung des Fürsten im Lande selbst außerordentlich zu befestigen.

Sofia, 30. Januar. Luka Iwanow wurde zu 15jähriger Haft in Eisen verurtheilt. Das Publikum nahm diese Umwandlung der Todesstrafe sympathisch auf. Stojan Iwanow kam mit dreijährigem leichtem Kerker davon.

Cocaüs nnd provinzielles.

Siebe«, 31. Januar 1894.

* * Auszeichnung, Seine Majestät der Kaiser haben anläßlich Allerhöchstseines Geburtstages dem Obersten von Rosenberg, Commandeur des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, den Rothen Adler - Orden 3. Klaffe mit der Schleife verliehen.

* * Sitzung Großh. Handelskammer am 26. Januar l. I. Anwesend die Herren Scheel, Gail, Homberger, Katz, Klingspor, Kraatz. Don Großh. Ministerium des Innern und der Justiz ging der Kammer ein Entwurf von Aus­nahmebestimmungen, betreffend die Sonntagsruhe in gewerblichen Anlagen (§§ 105b Abs. I und 105d der Gewerbeordnung) Gruppe V der Gewerbestatistik (Metallverarbeitung) zu. Auf Empfehlung höchster Staats­behörde sandte man diesen Entwurf den Interessenten zur Kenntnißnahme, damit dieselben etwaige Anträge und Vorschläge vor der im Laufe dieses Monats in Berlin im Reichsamt des Innern stattgefundenen Berathung mit betheiligten Arbeit­gebern und Arbeitern, dem Großh. Ministerium zur Kenntniß bringen könnten. Ferner ging der Kammer eine Notiz, betreffend die französischen Bestimmungen über die Bezeich­nung von Maaren zu, wonach Seitens deutscher Firmen neuerdings in verschiedenen Fällen bei Versendung von Maaren über Frankreich gefehlt worden ist. Die Notiz liegt etwaigen Jntereffenten auf dem Büreau der Kammer zur Einsichtnahme offen. Die Handelskammer zu Kassel beabsichtigt auf der nächsten Plenarsitzung des deutschen Handelstags einen Antrag, betreffend die Förderung des Ausfuhrhandels ein­zubringen und bittet unter Mittheilung der in Aussicht ge­nommenen , namentlich bei Berichterstattung der deutschen Consuln über die Wirthschaftszustände ihres Bezirks be­treffenden Vorschläge, um demnächstige Unterstützung. Zur letzteren erklärt sich die Kammer bereit.

* * Gewerbevereiu. Im Cafe Ebel fand gestern Abend eine vom Ortsgewerbeverein einberufene Versammlung statt, in welcher Herr Commerzienrath Heyligenstaedt Mit­theilungen über Chicago und seine Ausstellung machte. Die zahlreich Erschienenen folgten den über zwei Stunden wäh­renden Ausführungen des Redners mit gespanntester Auf­merksamkeit. Herr Heyligenstaedt schilderte zunächst die Ein­drücke, die er beim Eintreffen in Chicago empfand, und hob besonders das freundliche Entgegenkommen der deutschen Landsleute, insbesondere des Herrn Prof. Herm. Hanstein, der bestrebt gewesen, ihm den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, hervor. Chicago schilderte Redner als eine Großstadt, die diese Eigenschaft indeß mehr mit ihren Fehlern als mit ihren Schönheiten zeige. Im Centrum der­selben, das an Ausdehnung etwa der Größe Frankfurts ent­spreche, wickle sich aller Verkehr ab, während die übrigen Stadttheile der Industrie und dem Aufenthalt der Besitzenden reserviert seien. Der riesige Verkehr in der Innenstadt be­dinge auch die hoben Häuser, in welcher Beziehung Chicago Newyork ebenso überflügelt habe, wie in seinem Schiffsver­kehr. Das Innere der Häuser schildernd, hob Herr Heyligen­staedt besonders die den Verkehr ihrer Bewohner vermitteln­den Aufzüge hervor. Was die Straßen betrifft, so sei ihr Bau mangelhaft, besonders der Verkehrsstraßen, deren Holz­pflaster alle Nachtheile in sich vereinige. Dagegen seien die

Boulevards schön aöphaltirt und sehr sauber. Chicago be­sitze ca. 4000 km Straßen, in den von den Hauptstraßen abzweigenden Nebenstraßen seien viele sog. Einfamilienhäuser anzutreffen. Die Straßenbahnen, unter denen das System der Kabelbahnen vom Vortragenden erläutert, aber nur unter gewissen Bedingungen empfohlen wurde, beförderten während der Ausstellung 181 Millionen Passagiere. Charakteristisch für Chicago sei auch die große Anzahl Parks, die denn auch stark von Erholungsbedürftigen besucht würden. Die Wasser­versorgung Chicagos sei ungenügend, weil das Wasser dem vielfach verunreinigten Michigansee entnommen werden müsse. Die unter Aufwand von allen Vortheilen der Technik, riesigen Pumpenanlagen :c. ermöglichte Zuleitung nach der Stadt be­fördere ein Quantum von 1,000,000 Cbm. täglich, die An­lage der Leitung habe 200,000,000 Mk. gekostet. Der vom Chicagoflusse bisher dem Michigansee zugeführte Schmutz sei durch riesige Pumpenanlagen dem Mississippi zugeführt worden, wodurch das Wasser des Michigan in Bezug auf Reinheit verbessert worden, ohne daß es dem Europäer besonders ein­ladend zum Genüsse vorkomme. Einer Schilderung derBier­verhältnisse", die als gut zu bezeichnen seien, fügte Herr Heyligenstaedt eine solche über das Schulwesen an. Die Ge- sammikosten der Gemeinde-Schulen würden durch die Städte getragen, sie beliefen sich für Chicago auf 5% Millionen Dollar, daneben beständen noch viele Privatschulen. Die Gemeindeschulen würden nicht regelmäßig besucht, die Ver­pflichtung zum Schulbesuche bestehe wohl, doch zeige sich auch hier die, die amerikanischen Zustände characterisirende Frei­heit des Individuums. Der Schüler besuche im Durchschnitt 2 Jahre die Schule. Die Kosten der Schulen werden auf­gebracht durch die Schankwirthschaften/ die Erlangung einer Schankconcession sei mit Scheererei und hohen Kosten ver­bunden, die Concesfion wird nur ertheilt, wenn mindestens zwanzig Anlieger, Grundbesitzer, die Bedürfnißfrage bejahten. Die Abgabe der einzelnen Wirthschaften an die Stadtkasse betrage 5001000 Dollars jährlich, die für allenfallsige Uebertretungen der die Schankgewerbe betreffenden Bestimm­ungen zu leistende Caution bis zu 10,000 Dollar. Chicago ziehe aus den Abgaben für Wirthschaften 372 Mill. Dollar. Das kirchliche Leben bezeichnete Herr Heyligenstaedt als sehr stark ausgebildet, Chicago besitze 465 Kirchen, welche täglich von 120,000 Christen besucht würden. Dieses hervortretende kirchliche Leben entspränge indeß weniger dem Christenthum \ int Allgemeinen, sondern dem starken Sectenwesen. Zur Ausstellung selbst übergehend, berichtete Herr Heyligen­staedt, daß es wohl keinem Besucher möglich gewesen, bei der Masse des Gebotenen Alles zu sehen, der erste Eindruck der Ausstellung sei überwältigend gewesen. Es folgte eine Be­schreibung der einzelnen Abtheilungen nach ihrem Aeußern, ihrem Bau und ihrem Inhalte, woraus ersichtlich war, daß mit colossalen Mitteln und unter riesigem Aufwand von Geisteskräften sowohl von den Leitern des Ganzen, wie von den Ausstellern gearbeitet sein mußte, um das große Werk so zum Abschluß zu bringen, wie es sich dem Auge des ent­zückten Beschauers zeigt. Vor allem wurde der deutschen Industrie das uneingeschräntteste Lob zu Theil. Unter den einzelnen Gruppen hob Herr Heyligenstaedt besonders die Manufacturhalle, die chemische Industrie, das Frauengebäude, den Bergbau hervor/ die Maschinenhalle habe sehr viel ge­boten, aber wenig neues/ auch die electrische Ausstellung ver­mochte die noch in aller Erinnerung stehende Frankfurter nicht zu übertreffen. Die in Bezug auf Eisen in Gruppe Bergbau seitens der Amerikaner mit ihren Gold- und Silber- klumpen gelassenen Lücken seien von dem deutschen Hüttenbau wahrhaft großartig ausgefüllt worden. Am Schluffe seiner mit Beifall aufgenommenen Ausführungen nahm Herr Hey­ligenstaedt noch Veranlassung, denjenigen die verdiente Hoch­achtung auszusprechen, die durch Betheiligung an der Aus­stellung die deutsche Industrie zu Ehren und Ansehen ge­bracht/ er wandte sich gegen den durch seinen Ausspruch Billig und Schlecht" zu Philadelphia 1876 bekannt ge­wordenen Prof. Reuleaux, der es auch diesmal leider nicht unterlassen konnte, die deutschen Arbeiter in Bezug auf ihre Fähigkeiten im Feinmeßverfahren beim Maschinenbau herabzusetzen.*) Herr Heyligenstaedt erklärte, gegen derartige

* ) Der Verein deutscher Ingenieure nahm den Reuleavx'schen Aeußerungen gegenüber bereits Stellung er hat in seiner Zeitschrift folgende Erklärung veröffentlicht:Betrachtet man die geschichtliche Entwicklung, so kann man den Amerikanern nicht die Führerschaft auf dem Gebiete der Feinmessung im Maschinenbau zuerkennen; diesen Ruhm wird man England und vor allem seinem großen Ingenieur Whitwort zusprechen müssen. Dagegen ist anzuerkennen, daß die Amerikaner, unzweifelhaft im Zusammenhänge mit der bei ihnen früher und in größerem Umfang als bei uns geübten speciali- sirten Massenfabrikation, früher und allgemeiner die Feinmessung mittelst besonderer Werkzeuge in ihren Maschinenfabriken zur An­wendung gebracht haben als wir. Als einen Jrrthum müssen wir es jedoch bezeichnen, wollte man daraus den Schluß ziehen, daß die amerikanische Maschinenfabrikation an Genauigkeit der Arbeit die­jenige anderer Länder, darunter auch die deutsche, übertreffe, und wir bedauern es lebhaft, daß die Ausführungen des Herrn Reuleaux thatsächltch, wie aus den Aeußerungen der Presse im In- und Aus­lande heroorgeht, zu solcher irrthümlichen Auffassung geführt haben. Ueberetnfttmmenb lauten dagegen die Berichte der englischen und amerikanischen Zeitschriften, die sicherlich nicht beflissen sind, der deutschen Industrie Schmeicheleien zu sagen, dahin, daß an Vorzüg­lichkeit der Ausführung die Ausstellungsgegenstände des deutschen Maschinenbaues den amerikanischen mindestens gleichständen, ja, sogar sie überträfen, und das gleiche Urtheil, nicht nur über Die Ausstellung, sondern über den Maschinenbau beider Länder im All­gemeinen, ist den Berichten unserer zahlreichen Fachgenossen zu ent­nehmen , welche die Gelegenheit der Chicago-Ausstellung benutzt haben, um die Maschinenindustrie der Vereinigten Staaten zu studtren. Ganz ebenso steht es mit der weiteren Ausführung Des Herrn Reuleaux, worin er anscheinend den Amerikanern die Führerschaft im gejammten Fortschritte der mechanischen Technik zuerkennl; auch diese Aeußerung müssen wir als Jrrthum erregend und der deutschen Industrie nachtheiltg beklagen. Nicht ein Wort der thatsachltchen Begründung hat Herr Reuleaux dieser schwerwiegenden und für das berechtigte Selbstbewußtsein der deutschen Ingenieure verletzenden Behauptung hinzugefügt und dies auch später nicht, als er deßhalb angegriffen wurde, nachgeholt. Es liegt aber nach Allem, was zu unserer Kenntniß gelangt ist, bis jetzt keine Veranlassung vor, anzu­erkennen, daß die amerikanischen Ingenieure und die amerikanischen Maschinenbauer die Leistungen ihrer europäischen Fachgenossen über­flügelt hatten."

Verdächtigungen sollte, wo es nur angebracht sei, Protest ein» gelegt werden, weil das Ausland den Aussagen eines Reu- leaux leider allzuviel Glauben schenkte. Die deutsche In­dustrie habe in Chicago glänzend bestanden / sei der Erfolg vor der Hand auch nur ein moralischer, so hätten doch die Ehre und das Ansehen der deutschen Industrie und damit das Deutschihum eine Stärkung erfahren, man habe Deutsch­land, das man bisher nur wegen seiner KriegSthaten geschätzt, nun auch auf industriellem Gebiete schätzen und bewundern gelernt. Herr Heyligenstaedt schloß mit dem Wunsche, daß nach dem errungenen moralischen Erfolge der deutschen In­dustrie auch der materielle Erfolg nicht vorenthalten werde.

* * Kammermufik. Der dritte Kammermusikabend in der Loge findet am Samstag, 3. Februar, Abends 6 Uhr statt. Das Programm enthält außer Streichquartetten von Mozart (Es-dur) und Haydn (G-dur, op. 54 Nr. 1) Solo­stücke für Violoncello von Bruch (Kol Nidrei) und Moszkowsky (Guitarre), sowie einige Nummern der Märchenerzählungen von Schumann für Pianoforte, Violine und Viola.

* * Straßenraub. Nach einem Ausschreiben Großh. Staatsanwaltschaft Gießen wurde vor einigen Tagen zwischen Ober- und Nieder-Ofleiden von einem unbekannten Handwerks- burschen ein St-raßenranb verübt. Der Thäter ist etwa 3638 Jahre alt, untersetzt, mit rothem, dicken aufgedunsenen Gesicht und Anflug von Schnurrbart / bekleidet mit hellgrauem karriertem Sackrock und sogen. Jockey-Mütze.

Ruppertenrod, 29. Januar. Welch freudigen Widerhall die Aussöhnung des Kaisers mit dem Altreichs­kanzler Bismarck in allen Volksschichten gefunden, davon giebt eine von hiesigen Bürgern abgesandte Depesche an Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. ein Beispiel. Der Wortlaut der Depesche ist:Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II., Berlin. Zur Geburtstagsfeier und der damit verbundenen Aussöhnung des Altreichskanzlers Fürsten Bismarck gestatten Ew. Kaiserliche Majestät die allerunterthänigften Glückwünsche huldvollst ent­gegenzunehmen von treu ergebenen Vogelsbergern. I. A. Reiber." Die freudige Stimmung über diese Aussöhnung sand auch ihren Ausdruck in der Geburtstagsfeier, welche der hiesige Kriegerverein in hergebrachter Weise in seinem Vereins­localeZum deutschen Haus" veranstaltete und welche bei Ansprachen mit lebhaft erwiderten Hochs auf Kaiser und Großherzog und patriotischen Gesängen in recht schöner Weise ihren Verlauf nahm.

K. Laubach, 30. Januar. Aus sicherer Quelle erfahren wir, daß der vor einem halben Jahre verurtheilte Capellmeister Herr Kern vom 118. Jnf.-Regt. von Sr. Majestät dem Kaiser begnadigt worden ist. Noch heute wird derselbe bei seinen Eltern hier eintreffen.

Lauterbach, 29. Januar. Am vergangenen Samstag wurde in einem Kalksteinfelsen der zwischen Maar und Wernges gelegenen Steinbrüche ein fast noch gut erhaltenes vollständiges menschliches Scelett in der Lage von Norden nach Süden in einer Tiefe von einem Meter aufge­funden. In dem Grabe wurde außerdem ein Steinbeil und ein Steinhammer gefunden. Leider sind die im Ver- hältniß zu ihrem Alter noch gut erhaltenen Knochen alsbald zerstreut worden. Das Ausfinden der Steingeräthe im Grabe läßt vermuthen, daß dieses eines der ältesten der in unserer Gegend aufgedeckten Gräber ist.

Hopfmauusfeld, 30. Januar. Gestern wurde hier ein Landwirth beerdigt, welcher am vergangenen Freitag unweit unseres Ortes erfroren aufgefunden wurde.

Friedberg, 28. Januar. Eine hier kürzlich zum Besten des Gustav Adolf-Frauenvereins stattge­fundene Vorstellung lebender Bilder usw., woran sich die besten Kreise der hiesigen Gesellschaft betheiligten, hatte über 500 Mark Reinergebniß. Für die Hinter­bliebenen des vor Weihnachten auf dem Viaduct ver­unglückten Arbeiters Veith von Ober Wöllstadt hatte sein Dienstherr, Bauunternehmer Mörschel hier, sich bemüht und ist es ihm gelungen, einen Unterstützungsfonds von 600 Mark aufzutreiben, zu welchem er selbst einen nicht unbeträchtlichen Bruchtheil beigesteuert hat. Die hiesige En gelap o th eke, die etwa ein Jahr im Besitze eines Herrn Meergard war, ist um den Preis von 190000 Mark in den Besitz eines aus München gebürtigen Pharmaceuten Namens Müller über- gegangen. D. Ztg.

Schiffsnachvichten.

Hamburg-Amerikanisch«! Packetfahrt-Actien-Gesellschast.

Doppelfchrauben - SchnelldampferFürst Bismarck" ist am 27. Januar, 8 Uhr Morgens, von Hamburg via Southampton in Newyork angekommen. P.stdampferCheruskia", von Westindien nach Hamburg zurückkehrend, ist am 27. Januar, 3 Uhr Nachmittags, in Havre angekommen. PostdampferBorufsia" ist am 26. Januar von St. Thomas und Havre nach Hainburg abgegangen. Post­dampferColonia", von Hamburg nach Westindten bestimmt, hat am 27. Januar, 2 Uhr Nachm., von Havre die Reise nach St. Thomas fortgesetzt. PostdampferTeutonia" ist am 27. Januar in Vera-Cruz angekommen. PostdampferMarkomannta" ist am 27. Januar von Hamburg und Geestemünde via Havre in St. Thomas angekommen. PostdampferThuringia" ist am 27. Januar, 81/» Uhr Morgens, von St. Thomas via Havre in Hamburg angekommen. Dampfer Valesia", von New-Orleans nach Hamburg zurückkehrend, ist am 27. Januar, 12 Uhr Mittags, Dover passirt.

Ca. 6000 Stück Seidenstoffe ab eigene« Fabrik schwarze, weiße u. farbige ö. 75 Pf. bis Mk. 18.65 pr. Meter glatt, gestreift, tarrtert, gemustert, Damaste rc- (circa 240 versch. Qual- und 2000 versch. Farben, Dessins rc.) BO Porto» 'ttttb steuerfrei irrS Haus N Catalog und Muster umgehend. [122 6. Hennebergs Seiden-Fabrik (k. k. Hott), Zürich.

Mrehliche Anzeigen der evang. Gemeinde.

Donnerstag den 1. Februar, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Turnsaale der Stadtknabenschule. Pfarrverwalter Dr. Grein. (Das Gleichniß vom barmherzigen Samariter. Lucas 10, 2937).

Missionsstunde im Confirmandensaale der Johanneskirche Donnerstag, 1. Februar, Abends 8 Uhr. Der Apostel Paulus und seine Mission. Pfarrer Dingeldey.