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TLHun und Treiben der verhafteten anarchistischen Verschwörer entschieden abzulehneu. Da in der That keinerlei Anhalt-- punkte dafür vorhanden find, Last die HaLpel, Hahnel und Genossen irgendwelche Verbindungen mit der österreichischen Sociallftenpartei unterhalten hätten, so und die Führer der letzteren bei ihrer Ableugnung jede- Zusammenhanges mit der anarchistischen Verschwör er gruppe allerdings in ihrem Rechte.

Auch in Spanien ist man anscheinend einem größeren anarchistischen Complotte aus die Spur glommen, aus welche baß gegen den Marschall Marine; Campos ge­richtete Bombenattentat in Barcelona hingeleitet hat. Die Untersuchung in letzterer Assaire soll das Bestehen einer durch ganz Spanien verzweigten anarchistischen Verschwörung ergeben haben, infolgedessen daß Ministerium Sagasta aus­gedehnte militärische und politische Vorsichtsmaßregeln an­ordnete.

Das Programm der Pariser Festlichkeiten anläßlich des bevorstehenden Russenbesuches in der französischen Hauptstadt soll dieser Tage offiziell bekannt ge­geben werden. Jedenfalls wird das Programm gegenüber den ursprünglichen Projecten zum Empfange der russischen Gäste verschiedene Beschränkungen aufweisen, wobei der be­kanntefalt« Wasserstrahl" auS Petersburg ebenso seinen Einfluß auSgeÜbt haben mag, als die leidige Kostenfrage. Letztere hat auch auf die in Toulon zu Ehren des russischen Geschwaders geplanten Festlichkeiten eineniederschlagende" Wirkung geäußert, denn es ist dem Touloner Gemeinderathe regierungsseitig bedeutet worden, die Regierung könne die von letzterem erbetene pecuniäre Beihilfe zu den Kosten für die Feierlichkeiten anläßlich des Empfanges der russischen Gäste nicht in der gewünschten Höhe bewilligen. Demnach werden sich auch die Touloner Ruffenfeste in vereinfachtem Rahmen bewegen müffen, trotzdem wird eS aber natürlich noch genug des FestfpektakelS in Paris wie in Toulon geben.

Heucftc Uac^ricbtcit.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 27. September. Im GeheimbundSprozeß Le inert wurde heute Leinert zu 4 Monat Gefängniß unter Abrechnung von 2 Monat Untersuchungshaft verurtheilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Die Polizei rhetlte der Staatsanwaltschaft mit, die Anarchisten planten bei der Berurtheilung LeinertS den Justizpalaft in die Luft zu sprengen.

Berlin, 27. September. Behufs Vorbereitung der Ver­handlungen über den deutsch-russischen Handels­vertrag sind heute Vormittag die Vertreter der ReichS- behörden, ferner die als Beiräthe einberufenen Sachverstän­digen aus den Gebieten des Handels, der Industrie und der Landwirthschaft, im RetchStagSgebäude zu einer Conferenz zusammengetreten. Die Zahl der Mitglieder des Zoll-Bei- rathS beträgt achtzig. StoatSminifier v. Bötticher eröffnete die Eonferenz.

Berlin, 27. September. Zwischen dem ReichSschatzamt und anderen Reichsämtern haben die Unterhandlungen wegen der Feststellung des Specialetats für das Rech­nungsjahr 1894/95 begonnen. Die Berathungen zwischen dem Commissar in den preußischen Ressortministerien mit dem Finanzministerium über die EinzeletatS beginnen im October. Der Staatshaushalt wird im Januar mit Eröffnung der neuen Landtagssession zur Vorlage kommen.

Potsdam, 27. September. Kaiser Wilhelm ist heute früh 7 Uyr 30 Min. bei bestem Wohlsein aus der Wildpark­station eingetroffen. Die Kaiserin war zum Empfange ihres hohen Gemahls auf dem Bahnhose anwesend.

Stettin, 27. September. Bei dem am 24. d. M. ver­storbenen Arbeiter Steinweg hat die bacteriologische Unter­suchung asiatische Cholera ergeben.

das war die Ausrede des Grafen von Isenburg, um den Bau der Warte selbst beim Kaiser in Wien zu hintertreiben.) Nicht besser trieben es die Grafen von Hanau, die Ritter von Selbold und derLandschaden von Rückingen". Gar manches Fischerboot wurde von diesen, selbst auf Frankfurter Gebiet, überfallen, die Fischer gefangen und erst gegen gro­ßes Löfegeld frei gegeben. Und schlimmer fast noch wie diese trieb eS der RetchS-Erzkanzler, der Kurfürst von Mainz, deffen Grenzen von Mainz bis dicht vor Frankfurt gingen und von Steinheim bei Hanau über den ganzen Main bis Miltenberg und weiter sich auSdehnten. Der übte dieLandeS- Hoheit auf dem Main" selbst bis in die Stadt Frankfurt hinein und führte über diese bei dem Reichskammergericht Prozeß mit der Stadt zweihundert Jahre lang, bis die franzöfische Revolution den Kurfürsten-Stuhl sammt der LandeS-Hoheit zertrümmerte.

Unter diesen Umständen war eine Steinlaft auf dem Main eben so sehr dem Raub ausgesetzt, wie ein anderes Gut. Nur im tiefsten Frieden, gegen schweres Geld waren die Sandsteine vom Spessart nach Frankfurt zu bringen. Ohne Sandsteine aber, wie wäre nur eine feinere Kunst zu erwar­ten, wo der Marmor ein fremder Gast und der Granit nur ein todter Götze waren!

Erst mit diesem Jahrhundert, als der lange Krieg, die schwere Noth, bat vielgestaltige Deutschland geeint, als die Wälle der Festen gefallen, als der Friede die Schifffahrt frei machte und die Anlage von Stein-Sttaßen gestattete, da wur- den auch den steinernen Gästen vom Speffart und Odenwald die Pforten geöffnet. Ein Kurfürst von Mainz war eS, der als PrimaS deS Rheinbundes zu Frankfurt refidirte, Freiherr Carl von Dalberg, der die Frankfurter Wälle ein! legen und neue Straßen auf ihnen errichten ließ. Durch ihn

) Vie die Nachkommen dieser Vauarasen im 19. Jahrhundert 1883 noch den Frankfurtern daS Wasser abqruben, Haden wir bei den Wasser- werten gesehen, al» der Fürst von Isendura-Birstein die i«runb- fhldr im Vogelsberg ankaufte, mit denm die Frankfurter ihre Wasser- leitting vergrößern wollten.

Stettin, 27. September. Heute erfolgte hier eine Er­krankung cm der Cholera, welche tödtlich verlies.

Hamburg, 27. September. Heute erfolgten hier sechs Neuerkrankungeu, in Itzehoe ebenfalls eine Erkrankung.

Stuttgart, 27. September. In Anwesenheit des Hofes, der Minister und der Spitzen der Behörden wurde heute Vor­mittag die neue Neckarbrücke zwischen StuttgartBerg Eanustatt eröffnet. Eine große Menschenmenge hatte sich zu dem Feftaete eingefuoden.

Antwerpen, 27. September. Der Handel am hiesigen Platze erleidet durch die fortwährend ungünstigen Meldungen aus Brasilien ungeheuren Schaden.

Paris, 27. September. DerFigaro" schloß heute seine Subscription für die Russeufeterlich Seiten- dieselbe brachte etwas über 20 000 Francs ein- das Gesammt- ergebniß wird kaum mehr als 130000 Francs betragen.

Madrid, 27. September. Die spanische Regierung hat die Absicht, großartige Feste zu Ehren der russi­schen Offiziere zu veranstalten. DaS russische Geschwader soll auf der Fahrt nach Toulon in Cadix und Cartagena anlaufeu.

Aewyork, 27. September. Eine Feuersbrunst zer­störte in St. Jofeph (Missouri) einen großen Theil der Stadt. Der Schaden wird auf 5 Millionen Dollars geschätzt.

tocafcs tint

Gießen, 28. September 1893.

Es wird uns mitgetheilt, daß die von der Großh. Regierung eingesetzte NothstandS-Commisfion für die hessischen Landwirthe bis jetzt folgende Artikel (in runden Summen) beschafft har:

Sommer und Winterwicken, sowie

andere Sämereien 5400 Centner,

Mais 70000

Palmmehl 15500

Erdnußkuchenmehl 7000

Baumwollsaatmehl 700

Torfstreu 350 Waggon-,

Superphosphat 8700 Centner,

Chilisalpeter 1800

Katnit 2700

Wie man sieht, sind dies recht bedeutende Mengen, die auch zu möglichst günstigen Preisen geliefert werden konnten. So wird sich z. B. der Hauptartikel Mais auf 12.30 Mark per 100 Kilogramm ab Frankfurt stellen, und ist ein nicht zu unterschätzender Bortheil für die gesammte Landwirthschaft deS GroßherzogthumS auch dadurch erwachsen, daß durch obige Massenbezüge der Nothstandscommisfion und die dabei ge­sicherten Preise unreelle Preistreibereien deS Zwischenhandels in diesen Artikeln während deS diesjährigen Nothftandes über­haupt verhindert wurden.

** RuhestaudSverfetzong. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht: am 24. d. M. den Obergüterinspector bet den Oberhessischen Eisenbahnen Christoph NtcS, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. October l. I. an, in den Ruhestand zu versetzen und ihm auS diesem Anlaß den Character alsRechnungSrath" zu verleihen.

* Militärdienstuachrichleii. Prof. Dr. Gaffkh, Stabs­arzt der Reserve vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Oberstabs­arzt 2. Klaffe- vr. Zinser, Assistenzarzt 1. Klaffe der Reserve vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Stabsarzt befördert.

** Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhefieu vom 27. September 1893. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Adam Geyer von Merkenfritz wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung. Die Anklage vertrat der Großh. Staatsanwalt Herr Clement, vertheidigt wurde der Angeklagte von Herrn Rechtsanwalt

kam der Sandstein vom oberen Main in die Stadt. Die ganzen Straßen ring- um die Altstadt wurden auS ihm er­

baut; die neuen Häuser, die innerhalb der Stadt errichtet, wurden aus ihm hergestellt, desgleichen der ganze Kranz von Dillen und Landhäusern, die als Neustadt um die älteren Stadt- theile sich legten.

Es war die erste größere Wanderung von Gestein, die am Mittelrhein begann. Die Städte am oberen Main, Aschaffen­burg, Würzburg, Schweinfurt, Bamberg, Nürnberg, waren alle auS diesem Gestein erbaut- sie lagen aber mitten im Sandstein-Gebirg. Von den mittelrheinischen haben nur wenige einen gleichen Stein-Import aufzuweisen. Selbst das goldene Mainz" ist, mit Ausnahme deS DomeS und einiger Fanden an der Augustiner-Kirche, dem kurfürstlichen Schloß und anderen Bauwerken auS dem gleichen gering- werthigen Litorinellen Kalk erbaut, der auf den nahen Höhen anstand. Allein das alte WormS bietet einen Reichthum an importirtem rolhem Sandstein, wie keine zweite Stadt am Rhein. Nicht nur der Dom, die Paulus- und MartinS-Kirche und viele andere sind aus glattbehauenen Sandsteinen massiv erbaut: selbst die ganze Stadtmauer ist aus buntem Sand­stein errichtet, der aus den Wormser Besitzungen am unteren Neckar, zwischen Heidelberg und Eberbach, auf dem Neckar und Rhein dahin verbracht wurde. Aber auch diese stammen auS einer Zeit, in der das Btsthum WormS über Rhein und Neckar und die anstoßenden Berge in ununterbrochenem Zu­sammenhang herrschte.

So sehen wir, die ganze Stein-Industrie am Mittelrhein war bis zu diesem Jahrhundert nur eine HauSmannS-Arbeit. DaS Geschick in der Bearbeitung war zum Theil nur gering; wo eS größer, mehrten die winhschaftlichen, die politischen Der- hältnisse jede Ausfuhr des Gesteins. Die reichsten Städte be­halfen sich bei ihren größten Bauten mit dem nothdürftigsten Gestein, daS die nächste Gemarkung lieferte. ES bedurfte stärkerer Mächte, um diese Hemmnisse zu brechen, um die Stein-Indu­strie wenigsten- zu dem Anfang einer größeren Zeit zu füh­ren, an dem wir jetzt stehen.

Hirschhorn, als Geschworene wurden auSgeloost dieHerre; Johann Heinrich Müller II., Philipp Karl Brück, 6tor; HaaS EL, Johannes Becker VL, Conrad Eckstein, Hermv^ Schmidt HI., Friedrich Fenchel II., Johann Schäfer Q Wilhelm Bloch, Johanne- Weiß IH., Hermann Karl Sch»^ und FriedrichKatz D. Der Eisendreher und Landwirrh 61^ Gever von Merkenfritz steht unter der Anklage, daß r am 3. Jnlt 1893 im Dalddiftrict Mühlwald der Gemarkt^ Merkenfritz den Gemeindeforstwarten Müller von WeniH während der rechtmäßigen Ausübung seine- Amte- thätbtz angegriffen, ihn vorsätzlich körperlich mißhandelt und an br. Gesundheit beschädigt, auch wörtlich beleidigt habe. I, Frühjahr diese- Jahre- war die Ehefrau de- Adam Devf wegen Entwendung von Laub von dem ^Forstwarten Mülle- zur Anzeige gebracht worden. Al- Forstwart Müller q 3. Juli L I. auf einem Dienstgange in seinem Schutzgeb,m aus einer Schnciße zwischen den Distrikten Mühlwald wt Blckert- ftj befenb, traf er plötzlich mit Adam Gevn zusammen. Dieser war ihm, al- Müller an einer Ecke M Weges umgebogen war, nachgelaufen und rief ihm Bleiben Sie einmal stehen." Er fragte ihn dann, ob st, Knecht noch auf der Geigerwiefe Kühe hüte. Auf die merfung, der Knecht fei noch dort, sagte Gever weiter, R wolle einmal nach seinem Klee sehen, den die SeningSet * * gehütet hätten. Müller drückte fein Bedauern hierüber et, namentlich mit Rücksicht aus die herrschende Futterns Darauf kam Geyer näher an ihn heran und äußerte: ,6« haben mich auch aufgeschrieben wegen einer Last Laub, ist Unrecht!" Al- Müller entgegnete :Da- war noch lanct nicht Unrecht, Ihre Frau hat mehr übergemacht, al- ich aui> geschrieben habe", schrie Geyer :Da- ist ja gelogen", nannte den Forstwarten einen infamen Lügner, rückte dicht an il: heran und bemerkte, al- der Forstwart sich tie öeletbigungc verbat:Was willst denn Du?" Müller hatte kaum er­widert:Aber Adam, was willst Du denn?" al- ihn Geye: unversehens an der Brust packte und zu Boden warf. Da» kniete er sich auf ihn und sagte:Bürschchen, jetzt kann ch Dir die Kehle herumdrehen", woraus er ihm einen heftige» Schlag auf die Oberlippe versetzte, sodaß diese blutete unb anschwoll. Müller hielt den Geher, von dem er vom De.c ab in eine Fichtendickung geschleift worden war, fest und schrie laut um Hilfe, woraus der in der Nähe befintutc Wilhelm Nenn I. herbeieilte, Dieser fand den Müller a* Boden liegend und den neben ihn stehenden Geher am lr» festhaltend. Nenn sah, daß Müller im Gesicht und an tu Kleidung Blutspuren hatte. Geyer beklagte sich, er habe lei- Uhr und seine Uhrkette verloren und entfernte sich da«. - Nach feiner Darstellung deS Vorfalls hätte ihn Müller fofon ohne Weiteres angepackt und mißhandelt, worauf er ft gewehrt habe, wobei Müller wohl eine kleine Verletzung fi* zugezogen haben könne. Auch bei dieser Verhandlung konnte« sich die Geschworenen (Obmann Herr Philipp Karl Brüt!) von der Schuld deS Angeklagten nicht überzeugen, worauf auf ihren WahrspruchNichtschuldig" das Gericht die Frei-1 sprechung deS Angeklagten von Strafe und Kosten au-sprach.

** Die für Octoder d. I. festgesetzte Jubiläum»- und Generalversammlung des 2577 Mitglieder zählenden hessischen LandeSlehrervereinS kann, eingetretener Hindernisse halber tu Versammlung-saal wird einer baulichen Veränderung unter - zogen) erst Anfang- Mai 1894 abgehalten werden. Dagegen findet die Delegirtenversammlung deS genannten Verein» am 28. October dfS. J-. zu Darmstadt statt. Der Vorstand deS Verein- wird der Verfammlung den Vorschlag macht:,, alle jene Lehrer, die demKatholischen Lehrerveretn" an­gehören, al- auS dem simultanen Lehrerverein auSgetreit: zu betrachten. Auch wird für den verstorbenen Redacmrr I. Schmitt ein neuer Redacteur deSSchulboten für tyW gewählt werden. Nach der Lage der Sache zu urtbala, dürfte der in weiteren Kreisen rühmlichst bekannte 34a!? inspector Scherer au- WormS die meiste Au-sicht Hube», für den erledigten Poften gewühlt zu werben.

** Polizeiliche Beauffichtiguug der MiethSwohnuuge» ui Schlafstellen. Angeregt durch eine Interpellation deS Rumirr Mitgliedes Reinhard-WormS hatte bekanntlich die heK-e Regierung Ermittelungen darüber angeordnet, ob für Hetzen ein Bedürfniß für ein WohnungSgefetz vorliege. De stattgehabten Erhebungen der Verwaltungsbehörde erftredtra sich auf die Beschaffenheit der Arbciterwohnungen, die Vt- Nutzung ungesunder und unzureichender Räume zu ÜBotn» zwecken, auf die Bestrebungen zur Verbesserung der bestehender Zustande seitens Privater, Gesellschaften und Vereine, fiwic auf Anzahl und Zustand der Logirhäufer und Schlafstsü», Man kam zu dem Ergebniß, daß die WohnungSverhältms»« der Arbeiter in Heffm zu einem sehr erheblichen Bruchthnl den hygienischen Anforderungen nicht genügen und daß baldige Abhilfe geboten erscheine. War damit der Nachweis et btt* daß der Erlaß gesetzlicher Bestimmungen über die sanitär» Verhältnisse der MirthSwohnungen eine Nothwendigkeit ich so bot sich die Hauptschwierigkeit darin, daß e» an et«» Vorbilde für eine ersprießliche Gesetzgebung auf diesem Se- bitte vollständig fehlte, denn weder eine badische Mimsten«> Verordnung noch auch die ausländische Gesetzgebung, ti* besondere die von England und Frankreich konnte in Vettacht kommen. Der Entwurf, den die hessische Regierung de» Landftänden im Februar d. I. vorlegte, fand die Zustimmung derselben und tritt nun der Artikel 1 diese- Gesetze- a« nächsten Sonntag, 1. October in Kraft, während tie Übrigen Anikel erst am I. April 1894 ihre Wirksamkeit Übet- Der Anikel 1 besagt, daß die Gesundheit-beamten de- Staotck und die Ort-polizeibehörden, sowte die von den letzteren fc* auftragten Personen befugt seien, die zum Vermiethen be­stimmten Wohnungen und Schlafstellen einer Untersuchtw- dahin zu unterwerfen, ob au- ihrer Benutzung zum Dohnen ober Schlafen Nachtheile für die Gesundheit ober Sittlichkeit zu besorgen seien. Die gleiche Besugniß steht den genannten Organen betreffs her Schlafräume zu, welche von Arbeit­gebern ihren Arbeitern, Lehrlingen, Dienstboten :c. zugewieie« werden. Die Polizeibehörde kann, wenn die Wohn- oder

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