Ausgabe 
29.1.1893 Zweites Blatt
 
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Abg. Wilbrandt-Pisedc (fts.): Die Schutzzölle störten die Harmonie der Interessen und schädigten damit die Landwirthschast. Die Klagen über die Nothlage der Landwirthschast seien grundlos; -u keiner Zeit habe die Landwirthscdast besser dageftanden als gerade in heutiger Zeit. Möge die Regierung auf den von ihr ein geschlagen en Wege fortfahren.

Abg. o. Schalscha (Ctr): Ueber die Wirkungen der Handels­verträge werde allgemein geklagt; nun wolle man das Uebel der H mdelSvertröge durch mehr Handelsverträge heben. Sehr betrübt habe es ihn, daß man zu den Vorbesprechungen über den Handels­vertrag mit Ruhlond wohl Vertreter deS Handels und der Industrie, nicht aber der Landwirthschast zugezogen habe.

Abg. Dr. Barth (srs.) wendet sich gegen die Bestrebungen zu Gunsten der Doppelwährung. Auch in Amerika nähere man sich wieder der Goldwährung. Seine Beurtheilung der Mac Kinley Bill sei äußerst mild gewesen; in Amerika selbst bezeichne man diese Bill alS verbrecherisch, diebisch u. s. w.

Abg. Gras Kanttz führt dem StaatSsecretär deS Auswärtigen gegenüber aus, daß die Schweiz ihren Tarif autonom erhöhte, bevor Ne mit uns In Verhandlungen trat, so daß unS der Vertrag keinen Nutzen brachte.

Abg. StaatSsecretär Frhr. o. Marschall weist dem gegenüber darauf hin, daß die Schweiz vorher 10 Jahre lang an den früheren Tarif gebunden war, während wir in derselben Zeit dreimal unsere Zölle erhöhten.

Der Etat des Reichskanzlers und der Reichskanzlei wird angenommen.

Sonnabend 1 Uhr: Etat.

totales tittö provinzielles.

Gieße«, 28. Januar 1893.

Rückfahrten 4. Klaffe. Die Königlichen Eisenbahn- Directionen sind seitens des Ministers der öffentlichen Ar­beiten ermächtigt worden, eine Neuerung einzuführen, die in den bctheiligten Kreisen große Befriedigung Hervorrufen wird. Bisher müssen bekanntlich die Fahrkarten 4. Klaffe sowohl für Hin- als auch für die Rückfahrt besonders gelöst toerben; die Rückfahrkarten schließen mit der 3. Klaffe ab. Fortab können da, wo das Bedürfniß hierzu zu Tage tritt oder ge­treten ist, zur Vermeidung eines Gedränges an den Fahr- karten-Schaltern Doppelkarten 4. Klasse für die Hin- und Rückfahrt ohne Preisermäßigung und unter Beschränkung der Giltigkeit derselben auf einen Tag eingeführt werden. Die Versuche, welche in dieser Beziehung im Bezirke einer Etsen- bahn-Direction gemacht worden sind, haben zu einem befrie­digenden Ergebnisse geführt.

Vom Reichsverficherungsamt ist folgender Fall ent- schieden worden: Bei dem Reinigen der Wohnstube verletzte sich die Frau eines Landwirths in einem hessischen Dorfe derart an einer Hand, daß später der Arm abgenommen werden mußte. Die Verletzte ersuchte nun die Hessen-Nassauische Landwirthschaftliche Berufsgenossenschaft, bei der sie versichert war, um Zahlung einer Rente. Diese wurde mit der Be­gründung verweigert, daß die Frau nicht im landwirthschast- lichen Betriebe verunglückt sei. Die Klägerin dagegen be­hauptete, in der Wohnstube stets das Viehfutter zurecht gemacht und das Waffer für das Vieh erwärmt zu haben. Die dadurch beschmutzte Wohnstube habe sie deßhalb öfters reinigen müssen. DaS Schiedsgericht nahm zu Gunsten der Klägerin einen Unfall im landwirthschaftlichen Betriebe an und sprach die geforderte Rente zu. Die von der Berufs- genoffenschaft eingelegte Berufung verwarf das Reichs- Versicherungsamt und bestätigte das Unheil des Schiedsgerichts mit der Begründung, daß in dem vorliegenden Falle Haus- und Landwirthschast nicht zu trennen seien.

Ein guter Kamerad. In Ar heil gen wohnt ein Mitkämpfer von 1870/71, Sch., welcher schon längere Zeit krank ist, ohne Invalide zu sein. Da die häuslichen Ver- hältniffe des Kranken (die Krankheit kann als Folge des Feldzugs angesehen werden) recht dürftig sind, wird der Mann durch den rührigen Krieger-Verein in Arheilgen und auch seitens desHassia" Verbandes unterstützt. Dieses kam zu Ohren des im Feldzuge 1870/71 mit dem jetzigen Kranken Schulter an Schulter gestandenen Kameraden Roth aus Escholl­brücken, der mit irdischen Gütern bester bedacht ist, als sein -- ~

Friedrich Wilhelms III., das in seinem Aufbau offenbar dem ungleich schöneren Denkmal Friedrich des Großen mit wenig Glück nachgeahmt ist. Dem Könige, dessen rechte Hand segnend erhoben ist und der den Blick ein wenig zu sehr gen Himmel hebt, legt der Berliner die Worte in den Mund: Halt, ick jloobe, et drippelt schon!"

Eine hübsche Anecdote wird von diesem Denkmal erzählt. Im Winter kam einst ein Engländer nach Berlin, einzig und allein zu dem Zweck, sich das Goethe-Denkmal, von dem er so viel Rühmenswerthes gehört, anzusehen. Auf dem Pots­damer Bahnhofmiethet" er einen Dienstmann, der ihm den Weg zu dem großen Dichterfürsten weisen soll. Mein Dienst- maun, der im Augenblick nicht daran denkt, daß Goethe während der Wintermonate einen Ueberzieher in der Form einer Holzverschalung bekommt, um vor den Unbilden der Witterung geschützt zu fein, nimmt seinen Lord inS Schlepptau, trudelt mit ihm los und findet richtig den Dichter im Kasten sitzen. Da der improvisirte Fremdenführer aber nicht zu denen gehört, die nichtalle werden", sondern vielmehr zu denjenigen, die sichso leichte nid)" verblüffen lasten, so murmelt er einfach einooch nich schlecht" in den Bart und schleift den Sohn Albions ruhig weiter durch das Branden­burger Thor, die Linden rauf, über die Schloßbrücke, um endlich im Lustgarten mit seinem geduldig folgenden Fremden kleben zu bleiben. Die Hand gravitätisch gegen Friedrich Wilhelm III. auSstreckend sagt er in einem Tone, der keinen Zweifel aufkommen läßt:Jöthe".

Der Engländer aber kann schließlich doch sein Erstaunen darüber nickt unterdrücken, daß man den Dichter zu Pferde abgebildet hat und spricht in gebrochenem Deutsch dem Cicerone seine Bedenken aus.

Ja", sagt da der Dienstmann, ohne sich irre machen zu lasten,det Denkmal wurde dunnemalS uffjestellt, als Jöthe jrade fein Jahr alS Freiwilliger bei de Cavallerie abdiente".

kranker Kamerad. Als nun Roth im vergangenen Herbste geschlachtet" hatte, nahm er seinen ländlichen Büchsenranzen, spickte denselben mit Wurst und Fleisch, so viel in denselben nur hineinging, und wanderte nach Arheilgen zu seinem kranken Kameraden. AlS Roth in daS Zimmer desselben ein« trat und infolge der schmalen Zimmerthür mit seinem bepackten Ranzen an den Wänden hängen blieb, wurde der im Bette liegende Kranke auf daS Geräusch hin unwillig und murrte. Roth trat jedoch alsbald ans Krankenbett heran mit den Worten:Mein guter Thomas, wie geht eS Dir?" worauf der Gefragte sich aufrichtete und nachdem er Roth erkannte, in Thränen erwiderte:Schlecht, lieber Kamerad, ich wollte, ich wäre am 18. August gefallen." Roth aber sagte:Sei zufrieden, guter Kamerad, hier habe ich Dir einige Würste und Fleisch mitgebracht- ich habe unlängst geschlachtet und gehört, es ginge Dir nicht gut. Sei zufrieden und effe Dich gesund daran, ich schlachte noch einmal diesen Winter und dann besuche ich Dich wieder mit dem Büchsenranzen, der Dir erst nicht gefallen wollte." Das war brav von Dir gehandelt, Kamerad Roth, und der Herrgott wird Dir das hoch anrechnen. Möchten alle Kameraden von solchem Geiste beseelt sein!

21. Mittelrheinrfches Kreis-Turnfest. Auf das s. Zt. erlastene Preis-Ausschreiben zur Einreichung von Bau­plänen für die Festbauten zum Turnfest sind fünf Pläne ein­gegangen. Der Bau-AuSschuß hat nunmehr in seiner ersten Sitzung das Preisgericht ernannt und besteht dastelbe ans den Herren DecorationSmaler Beyer, Baurath Braden, Buch­halter Leist, Architect Heinrich Müller, Professor Hermann Müller, Architect Rückert und Geh. Baurath Wagner. Nach­dem das Preisgericht seinen Wahrspruch abgegeben, werden die Baupläne, voraussichtlich schon im Laufe der nächsten Woche, im Hause der Tvrngemeinde Darmstadt öffentlich ausgestellt.

Seligenstadt, 23. Januar. Eine eigentümliche Er­krankungsursache wurde vorgestern an einem werthvollen Stück Rindvieh eines hiesigen Flußbaubeamten constatirt. Als man dem Thiere, welches einige Tage jegliche Nahrung verschmähte, nach anderen erfolglosen Wiederherstellungsver­suchen, gewaltsam das Maul aufbrach, gewahrte man zum nicht geringen Erstaunen in der angeschwollenen Zunge eine Menge tief eingedrungener Angelhaken. Wie der Schreiber dieses sich persönlich überzeugte, wurden dem Thiere durch den Veterinärarzt thatsächlich nicht weniger als 12 kräftige Angelhaken aus der zerfetzten Zunge gezogen. Die Angeln waren mit Widerhaken versehen und saßen theilweise im Schlunde an der Zungenwurzel, weshalb ihre Entfernung mit bedeutenden Schwierigkeiten verknüpft war. Die für das Thier jedenfalls überaus schmerzhafte Operation gelang indessen vollständig und das Rind ist bereits wieder ziemlich munter. Da der betreffende Eigenthümer die Grasnutz­nießung längs des linken Mainufers oberhalb unserer Stadt besitzt, so ist wohl mit Gewißheit anzunehmen, daß die ver- Yängnißvollen Angeln von einem Fischer im Ufergrase verloren wurden, bei der Aberntung der letzteren unter das Heu gerieten und so den schlimmen Weg in den Rachen deS Thieres fanden.

Vermischter.

* Halle, 23. Januar. Ein beklagenswerther Unglü cks- all trug sich gestern gegen Abend im RestaurantRe ichs- ;of" hier zu. Im Saale hatte ein Frühschoppen alter Burschenschafter als Nachfeier zu einem Tags vorher abge- !;altenen Commerse stattgefunden. Im Scherz versuchte der Student theol. Chemnitz aus Dessau auf dem Treppen­geländer herabzugleiten, stürzte hierbei aus der ersten Etage auf das Mosaikpflaster beß Flurs unb zerschmetterte sich ben Schädel. Bald nach der Aufnahme in die Klinik starb der Verunglückte.

* Stettin, 25. Januar. Bei dem Dorfe Dabern, wo gestern Pioniere vom Pionierbataillon Nr. 17 mit Aufwerfen von Gräben beschäftigt waren, explodirte ein 40 Pfund schweres Sprenggeschoß und riß den Premier - Lieutenant v. Chamier in Stücke. Einzelne Gliedmaßen wurden drei­hundert Meter weit geschleudert.

* Stettin, 25. Januar. Ueber den Unglücks fall, bei dem der Premierlieutenant v. Chamier seinen Tod fand, sind noch folgende Einzelheiten zu berichten: Von dem hiesigen Pionierbataillon Nr. 17 waren Mannschaften unter Führung beß Premierlieutenants v. Chamier nach Daber commnnbirt, um an Schutzgräben für ein in bärtiger Gegenb in Aussicht stehenbes Gefechtsschießen ber Infanterie Spreng­ungen vorzunehmen. Gestern Nachmittag war ein Sprengloch mit etwa 40 Pfunb Pulver gefüllt- ergab sich jeboch, baß bie Zündschnur etwas zu kurz war. v. Chamier wollte bic Zünbschnur verlängern. Plötzlich entlub sich bie Mine. Die Folgen ber Explosion waren schrecklich, Herr v. Chamier würbe vollstänbig zerrissen, Theile seines Körpers würben bis auf 300 Schritt Entfernung geschleudert, so baß man später nur noch einzelne Gliebmaßen unb Knochentheile sam­meln konnte, v. Chamier gehörte zu ben beliebtesten Offi­zieren ber Garnison. Als bie Nachricht von seinem Tobe gestern Abenb hier eintraf, war baß OffiziercorpS im Casino zu einer Ballfestlichkeit versammelt. Die Festlichkeit wurde sofort abgebrochen.

* Wie«, 24. Januar. Auf dem SchachtFortschritt" bei Dux (Böhmen) fand heute eine Explosion schlagender Wetter statt. Bisher werden 4Tobte unb 30 Verwunbete heraufbeförbert - über 100 Arbeiter sinb noch im Schacht.

* Wien, 25. Januar. Bei bem Duxer Gruben­unglück sinb nach vorläufiger Feststellung 83 Bergleute um­gekommen. Die Ursache beß Grubenunglücks würbe barin ermittelt, baß ein Arbeiter im Schacht seine Tabakspfeife an- zünbete. Die Grubenverwaltung gibt ben Verlust auf sechs­zehn Tobte unb sieben Schwerverwunbete an.

* London, 25. Januar. In Ponthfrtab (Wales) hat sich gestern ein Grubenunglück ereignet. ES würben

sieben Arbeiter, welche beim Aufschließen einer neuen Grube- beschäftigt waren, durch herabstürzende Erbmassen getödtei-. drei Arbeiter wurden lebensgefährlich verlebt.

* Ein Rechenexempel. Ueber ein in der letzten Sylvester­nacht in einer thüringischen Stabt veranstaltetes interessantes Rechenexcmpel wird berichtet: Ein Rentner bot einem feiner Freunde ein Darlehen von 100000 Mark unter der Bedingung an, daß die Rückzahlung ratenweise an jedem Sonntage beß Jahres 1893 (also am 1. Januar, 8. Januar u. s. w.) in der Weise erfolgen sollte, baß am ersten Sonn­tage ber Betrag von 1 Pfennig, am zweiten Sonntage ein solcher von 2 Psg. unb so fort bei jedesmaliger Verdoppelung des letztgezahlten Betrages, erlegt werde, während dann am 31. Dccember die Schuld als völlig getilgt gelten möge. Wie viel hätte bei Annahme dieses Vorschlags der Schuldner im Ganzen während des laufenden JahreS zu bezahlen gehabt? Nicht weniger als das artigeSümmchen von 82,071,992,547,409 Mark 91 Psg., also mehr als daS 20,517sache ber französischen Kriegskostenentschäbigung an Deutschland). In beutschen Goldmünzen bezahlt, würbe diese Summe ein Gewicht von 656,575,940 Gentnern darstellen, also zur Beförderung mit der Eifenbahn etwa 3,382,880 Doppelwaggons erfordern. Zur Ausstellung eines solchen Zuges würde ein Geletse von der Länge deS halben Erdäquators noch bei weitem nicht ge­nügen. Denken wir unS die Summe in dicht nebeneinander­gelegten Zwanzigmarkslücken, einreihig aufgezählt, so wäre eine Strecke bedeckt, zu der 8/8 des WegcS von ber Erbe zur Sonne nicht ausreichten.

Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen

während des Monats Dec cmber 1892.

Milzbrand wurde festgeftellt in Himbach, Kreis Büdingen am 23.; in Rockenberg und Ober-Mörlen, Kreis Friedberg, am 20. bezw. 27. Dccember bei je einem crepirten Rinde.

Rotz. In Langen, Kreis Offenbach, ist baß seither als der Ansteckung verdächtig unter polizeilicher Beobachtung gehaltene Pferd, nachdem deffen Tödtung wegen eingetretenen Seuchenverdachts bereits angeordnet war, crepirt und rotzkiank befunden worden.

Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Wixhaus» und Gräfenhausen, Kreiß Darmstadt; in den Orten beß Kreiieß Dieburg: Brandau, Nieder-Modau, Gundernhausen, Urberach, Habitz­heim, Zeilhard und Nieder-Roden; in Dielbrunn, Haingruno unb Oberhainbrunn, Ztr eis Erbach; in den Orten deS Kreise» Groß- Gerau: Rüsselsheim, Leeheim, Wallerstädten, Stockstadt, Eifelde« undsGroß-Gerau; in Rieder-LieberSbach, Kreis Heppenheim, in Groß- Felda, Kreis Alsfeld, in Nidda, Düdelsheim unb Aulenbiebach, Kreitz Büdingen; in Okarben und Rieder-Erlenbach, KreiS Friedberg, i« Mehlos - Gehag, KreiS Lauterbach; in Kostheim, Laubenheim und HechtSheim, KreiS Mainz, in Rack, Weinheim, Alzey unb Ketten­heim, KreiS Alzey, in Dromersheim, Büdesheim und Ober-Ingelheim, KreiS Bingen, in den Orten deS Kreises Oppenheim: Wallertheim, Bodenheim, Dolgesheim, Weinolsheim, Ober-Saulheim, Schorns­heim und Undenheim, in den Orten beß RreifeS WormS: Osthofen, Hamm, Rheindürkheim, Wachenheim und EppelShetm.

Die Seuche herrscht fort in Büttelborn, Kreis Groß-Gerau, in Sprendlingen, Kreis Offenbach, in Muschenheim, Kreiß Gießen, in Oöer-Olm, Mombach und Klein-Wtnternheim, Kreis Mainz; in Ockenheim, Kreis Bingen, und in Wald-Ueloersheim im Kreise Oppenheim.

Die Seuche wurde im Monat Dccember sestgestellt und war am Schlüsse desselben wieder erloschen in Darmstadt, Schneppenhausen unb Arheilgen, Kreis Darmstadt, in Dieburg, lieberau, Ober-Rodm unb Reinheim, Kreis Dieburg, in Mörselben, KreiS Groß Gerau, in Castet, Kreis Mainz, in Wahlheim und ©prenbltnßen, KreiS Alzey, in Rieber-Jngelheim unb Sponßheim, Kreis Bingen, unb t« Friesenheim unb Ludwigshöhe, KreiS Oppenheim.

Die Seuche wurde im Monat Dccember sestgestellt unb herrschte am Schluffe beffelben noch fort in Ober-Ramstadt, Kreiß Darmstadt, in Langen-Brombach, Kreis Erbach, in Berkach und KönigstLdten, Kreis Groß-Gerau, in Birkenau, KreiS Heppenheim, in Bürgel, Kreiß Offenbach, in Essenheim, Kreiß Mamz, in den Orlen deS Kreises Alzey: Bermersheim, Bechenheim, Bosenheim, Obernheim unb Badenheim, in Jugenheim, Dietersheim und Gensingen, Kreis Bingen, in Wintersheim, Dexheim, Schwabßburg und Spiesheim, Kreiß Oppenheim, unb in Herrnßheim, Westhofen, Dornbürkhcim und Dittelsheim, Kreiß WormS.

Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Alten-Buseck, Treis a. d. Lda unb Stangenrob, Kreiß Gießen, und in Lißberg, Bingenheim unb Dubenrob, Kreiß Bübingen.

Dörfer, £anö- unö Dolfsivirtbjd^afL

Nach ben statistischen Ermittelungen des Vereins beatschare Eise«- und rtahlindustrieller belief sich bie Roheisenproduction beß Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburg) im Monat December 1892 aus 391,353 Tonnen, baruntcr Vubdelroheisen unb öpiegeh eisen 148.743 To., Beffemerroheisen 23,220 To., Thomaßroheis« 161,298 To. unb Gießereiroheisen 58,902 To. Die Production im Dccember 1891 betrug 387,918 To., im November 1892 396,936 J o. Vom 1. Januar bi8 31. Dccember 1892 wurden probuctrt 4,793,003To. gegen 4,452,019 To. im gleichen Zeiträume beß Vorjahres.

(Heratur mmö Knnft

Mus fremde« Zunge«. Verlag ber deutschen Verlags Anstalt von E. Hallberger in Stuttgart. Stattlich war, watz im abaclaufenen Jahre in dieser Zeitschrift dem Leser geboten wurde, ein beDcutfamcß Werk vor allem ZolaS gewaltige Schilderung bet Jahre 1870/71; glänzend ist auch diesmal bie Reihe ber Schifften, bie ben Inhalt beß neuen Jahrgangs auSmachen werden. Ohnet, Daudet, Zola, Tolstoj, Boborykin, Bret Hart, Cie, Kip­ling u. v. a. der ersten Autoren beß Auslandes werden zusammen- wirken, den Jahrgang so vielseitig und so anziehend wie möglich zu machen Bei Beginn beß neuen Jahrgangs sei auf biefe gediegene Halbmonatsschrift hingcwicsen. Alle Buchhandlungen nehmen Be­stellung hierauf entgegen.

«cademischer Tascheit-Salender für 1891. Leipzig. E. A. K ochS Verlag (I. Srngbusch), Preis 60 Psg. Wiederum ist die Verlagshandlung bestrebt gewesen, daß Material überfichtlich zu ordnen, zu Tage getretene Unrichtigkeiten zu verbessern und ein möglichst klares und zuverlässtgeS Bild von dem studentischen EorporationSleben zu schaffen. Ein wesentlicher Vorzug des Kalendertz ist die Angabe der Garnisonen, welche sich in den einzelnen Uniocrfitätr- städten befinden.

Bei der Redaktion eingegangene Bücher re.:

Barsche« heraatz! Die heutigen studentischen Korporation« unb ihre Zukunst. Elegant außg.ftattet. Preis 1 Mark. Verlag von Fr. Wilh. Grünow, Leipzig. Der Verfasser ber vorliegenden Schrift unternimmt, für eine Diskussion über die Zukunft beß Studentenwesens einmal ben sicheren Weg zu bahnen burch eine ge­treue und anschauliche Schilderung ber jetzigen Verhältniffe, bie alle Gruppen, insbesondere aber die EorpS und Burschenschaften, von ben Vereinen bie berbeutschen Studenten" ausführlicher behänden unb bei unparteiischer unb wohlwollender Haltung doch manches kräftige Wott abweichender Meinung oder beß Tadelß nicht unter brückt.