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?lr. 254 Zweites Blatt. Samstag dm 28. Oktober
Der tMnn >B|dger «rschem t täglich, ■M Äulnobme de» MontagS.
Die Giebener
»er*ev »<-m Anzeiger et*-- ' dreimal
- q.-leyl.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
1898
BtertrflUriger ASonaementspret», 2 Mark 20 Pfg. eti Bringerlohn. Durch die Post tMjogcs 2 Mark 50 W
Rebaction, ItpjeHHo und Druckerei:
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2ltnts- und Anzeigeblutt für den ICrets Gieren.
Annahme von Anzeigen zu bei Nachmittag» für den folßenden Lag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Hratisöeitage: chießener Kamilienökätter.
liebet lloHtsbnbennflnlten.
(Fortsetzung.)
Das Volksbad „am Wilhelmithor" zu Braunschweig wurde im Jahre 1890 eröffnet, zeigt im Erdgeschoß einen quadratischen Grundriß von etwa 13,5 m äußerer Seiten- lünge. Bis auf die Theilung durch die Zellenwände bildet das Erdgeschoß einen einzigen, mit einem kuppelförmigen tache überdeckten Raum, der zur Hälfte unterkellert ist. Tas Dach trägt an seinem höchsten Punkte zum Zwecke der Lüftung eine vierseitige Laterne, durch deren Mitte der Rauchschlot herausgeführt ist; außerdem sind zur besseren Beleuchtung des mittleren Erdgeschoßraumes vier Oberlichter eingefügt. Zwei gesonderte Eingänge, zwischen denen die Kasse und Kartenausgabe belegen ist, führen zur Männerund Frauenabtheilung; erstere enthält 16 Brause- und zwei Wannenbäder, letztere zwei Wannen- und drei Brausebäder; in jeder Abtheilung ist ein Brausebad mit Sitzdouche versehen.
Die Zellenscheidewände, auch diejenigen der Brause- raume, sind aus Holz mit Oelfarbenanstrich hergestellt; die Unterkante derselben steht ein wenig über dem Fußboden. Horizontale Flächen sind an den Holzwänden ganz verinieden. Der Brauseraum jeder Zelle hat einen etwas vertieften Lattenfußboden, unter dem das schmutzige, verbrauchte Wasser abfließen kann und ist mit einer Thür gegen den Ankleideraum zu abgeschlossen.
Im Kellergeschoß sind die zur Heizung, Warmwasserbereitung und Dieinigung der Wäsche dienenden Einrichtungen untergebracht.
Die Heizung ist als Luftheizung ausgeführt, welche sowohl mit frischer Außenluft, wie als Umlaufheizung betrieben werden kann und zugleich als Wärmeentwickler für den Schnelltrockenapparat dient. Die erwärmte Luft steigt durch drei Oeffnungen im Fußboden unmittelbar in den Erdgeschoßraum.
Die Wassererwärmung erfolgt durch einen stehenden, mit Siederohren durchzogenen, schmiedeisernen Cylinderkessel von 16 qm Heizfläche, welcher für Coaksschüttfeuerung eingerichtet und mit Fcuerungsregulator versehen ist. Der Sessel ist durch Circulationsrohre mit einem über dem Erd- gcschoßraum besindlichen, etwa 3,2 cbm haltenden Warm- mfferbehälter verbunden, von dem aus das erwärmte Wasser durch ein Gelenkrohr in die Bertheilungsleitungen gelangt.
In den Badezellen erfolgt die Entnahme des warmen Wassers von oben her durch einen Brausehahn, der zur -Vermeidung von Wasservergeudung mit Einstellschraube ver- frhen ist, während der vom Fußboden aus in die Brausen jiattsindende Zufluß des kalten Wassers durch einen gewöhnlichen Absperrhahn regulirt wird. Die Wannenbäder werden durch in abschließbaren Kästen liegende Ventile gefüllt, und hat jedes derselben noch einen Messer für das Verbrauchsmesser. Als Material der Wannen wurde emaillirtes Guß- riieu gewählt.
Die gesammten Bau- und Einrichtungskosten beliefen sich auf 27000 Mark; hiervon betrugen:
die Baukosten........ 18600 Mk.
die Einrichtungskosten, einschl. Gas- und Wasserleitung....... 7350 „
Tie Kosten für das Inventar:
Waschmaschine, Wringmaschine, Wäschemangel, Wäschekorb, Trittleiter, Gummischlauch, Rahmenuhr, Tische, Stühle, Garderobehaken, Spiegel, Kämme in sämmtlichen Zellen, Kohlenkasten, Besen, Bürsten, Gummistempel, Billetbücher u. s. w. und 606 Handtücher . . . 1050 „
Die Baukosten haben sich in Folge des schlechten Bau- Bundes an der Oker, der die Anwendung von Spund- -rinben, Betonirungen und außerordentlich tiefen Fundamen- ' ßrrmgen erforderlich machte, um etwa 2500 Mk. höher gcftellt als bei einer Ausführung auf gutem Baugrunde, -iißerdem haben sich im Betriebe der Temperaturregulator aib der Trockenschrank, beide im Gesammtwerthe von 1200 Mk., als entbehrlich, dagegen die Beschaffung eines Zeiten Warmwasserkessels als nothwcndig erwiesen, dessen Aasten sich, einschl. Mauerwerk und Derbindungsrohre, auf tnva 1200 Mk. belaufen.
Die Gesammtkosten sind aufgebracht mit: 10000 M. Zuschuß vom Staatsministerium, 11000 „ „ Stadtmagistrat,
6000 „ „ „ Vereiu für das Wohl der
arbeitenden Klassen.
Der Grund und Boden wurde vom Stadtmagistrat kostenfrei hergegcben.
Das Volksbad ist nach den Plänen des Herrn Prof. C. Uhde erbaut und die gesummte inüere Einrichtung durch die Firma Blochmann & Schalten in Braunschweig ausgeführt.
Ueber den Betrieb des Bades, seine Rentabilität und Bewährung während eines Zeitraums von etwa ein und einem halben Jahre werden die folgenden, aus den betreffenden Jahresberichten gemachten Angaben von besonderem Interesse sein.
Die Badezeit ist im Sommer:
an Wochentagen:
für Männer: Vorm. 7—1 Uhr, Nachm. 3—9 Uhr, „ Frauen: „ 7—10 „ „ 3—9 „
letztere Sonnabends nur bis 6 Uhr;
an Sonntagen:
für Männer: Vorm. Uhr,
„ Frauen: „ Vs7—Vs9 „
im Winter:
für Männer: Vorm. 8—1 Uhr, Nachm. 3—8 Uhr, „ Frauen: „ 8—11 „ „ 3—8 „
letztere Sonnabend nur bis 6 Uhr;
an Sonntagen:
für Männer: Vorm. 1/28—11 Uhr,
„ Frauen: „ Vs8™ Vs10 »
An Festtagen bleibt die Anstalt geschlossen. Die Frauenabtheilung wird des Sonnabends und an den Tagen vor den Festen von 6 Uhr Nachmittags an den Männern mit überlassen, indem die Verbindungsthüren beider Abtheilungen geöffnet werden.
Die Preise der Bäder sind für das Warmwasser-Brausebad ... 10 Pfg., dasselbe mit Sitzdouche ... 20 „ dasselbe mit Wannenbad . . 30 „ Bei sämmtlichen Bädern wird Seife und ein Handtuch verabreicht, nur hat der Bademeister den Badenden gegen Überreichung der Gebühr die entsprechenden Controlzettel zu verabfolgen.
Die Reinigung des Bades geschieht durch den Bademeister und dessen Frau täglich durch Ausspritzen mittelst eines Schlauches und Waschtuch; zwei- bis dreimal wöchentlich durch Abwaschen mit Sublimatlösung; einmal wöchentlich (am Montag) durch gründliches Abseifen der Wände und Bänke und Nachwaschen mit Sublimatlösung. Ferner- wöchentlich durch öfteres Begießen der Lattenfußböden mit Creolin.
Die Controle des Bademeisters geschieht:
1) durch die vorerwähnten Controlzettel,
2) bei den Wannenbädern durch die angebrachten Wassermesser. Jede Wanne hat eine Marke, bis zu welcher Wasser gegeben werden muß (180 Liter), so daß aus der angegebenen Literzahl die Zahl der verabfolgten Wannenbäder ersichtlich ist.
Die Controle der Anstalt erfolgt fast täglich durch ein Mitglied des Vereins für das Wohl der arbeitenden Klassen, einmal wöchentlich durch den Kassirer und einmal monatlich durch einen Arzt.
(Schluß folgt.)
vermischter.
• Ueber die Fleifchverforguug Berlins hielt Oeconomie- rath Hausburg, der Director des Berliner städtischen Central-Vieh- und Schlachthofes, vor einigen Tagen einen sehr interessanten Vortrag, dem wir Folgendes entnehmen: Berlin hat im letzten Jahre trotz des Darniederliegens der geschäftlichen Verhältnisse und trotz der Propaganda der Vegetarier für die Pflanzenkost noch die gewaltige Menge von 111 Millionen Kilo Fleisch verbraucht. Das ergiebt für die Person und Jahr 70 Kilo = 140 Pfund. Von dieser gewaltigen Fleischmenge sind 93000000 Kilogramm auf dem hiesigen städtischen Schlachthofe geschlachtet und 18000 000 Kilogramm von Auswärts eingeführt worden. Für diese 93000000 Kilogramm Fleisch, welche vom hiesigen städtischen Schlachthofe ausgingen, waren erforderlich 134000 Rinder, 518000 Kälber, 521000 Schweine und 356000 Schafe. Damit ist aber die Menge des Fleischbedarfs noch nicht erschöpft, denn es haben in dem „Roß- Schlachthause" in der Greisswalderstraße auch noch etwa 8000 edle „Schlachtrosse" ihr Leben aushauchen müssen, um dem Bedürfniß deS Fleisch consumirenden Berlins gerecht zu werden. Bedeutend höhere Ziffern weist jedoch der Auftrieb auf, da ein erheblicher Procentsatz des hier zum Verkauf an-
Alle Amumcen-Lureaux des In- unb Kullanbei nehmen Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen.
langenden Viehes ausgeführt wird. So z. B. betrug der Auftrieb von Rindern 185 000 Stück, während nur 134000 für den Berliner Consum hier zur Abschlachtung verblieben. Den Werth des gesammten Jahresauftriebs berechnet Director Hausburg im Minimum auf 122 Millionen Mark, und zwar für Rinder auf 47 Millionen Mark, für Schweine 53 72 Millionen Mark, Kälber 1072 Millionen Mark und Schafe 11 Millionen Mark. Die Herren Vieh- commissionäre, deren es über 30 giebt, verdienen an diesem Umsatz bei y2 vom Hundert Vermittlungsgebühr die nette Summe von 1830000 Mark, im Durchschnitt jeder Commissionär rund 60000 Mark. Zur Bewältigung des Verkehrs auf dem Vieh- und Schlachthose ist ein ganzes Heer von Arbeitern und Angestellten erforderlich. Etwa 300 Arbeiter haben allein die Reinhaltung der Räume und Fütter- rung der Thiere zu besorgen, dazu kommen weitere 400 bis 500 Stallleute und Aufseher und etwa 300 für die Unter- । suchung erforderliche Veterinärbeamte und Fleischbeschauer.
Einen annähernden Begriff von dem gewaltigen Geschäftsumfange erhält man, wenn man erwägt, daß allein die Schlächter für die Fleischschau jährlich über 800000 Mark an Gebühren zu entrichten haben und jeder Thierarzt täglich e wa 100 Thiere mikroskopisch zu untersuchen hat. Im Fleischschauamt arbeiten 90 Herren und 90 Damen, von denen Jeder innerhalb 15 Minuten die mikroskopische Unter- suchung eines geschlachteten ThiereS auf Trichinen vorgenommen haben muß; und zwar an den vier von bestimmten Theilen des Körpers zu entnehmenden Proben. Jede einzelne der Proben wird nochmals in sechs Theile zerlegt, so daß von jedem Thier 24 Proben untersucht werden. Die Untersuchung muß dabei auf das Peinlichste geführt werden. In Folge des MassentranSpones mußten im vergangenen Jahre sofort nach Ankunft auf dem hiesigen Viehhofe 8240 Thiere verworfen werden, welche entweder unterwegs schon erstickt waren, oder sich in einem so erhitzten Zustande befanden, daß der Verkauf derselben nicht gestattet werden konnte. Ferner erwiesen sich unter den Rindern 21300 und unter den Schweinen 7250 als tuberkulös. Von den geschlachteten Thieren mußten in Folge der Untersuchung 786000 Organe verworfen werden. Erwähnt mag aus dem Vortrage noch sein, daß auf dem städtischen Schlachthofe regelmäßig 274 Groß- und 75 Lohnschlächter mit 725 Gesellen und 25 Lehrlingen thätig sind, von welchen 700—800 Ladenschlächter und 105 Gastwtrthe ihr Fletsch beziehen bzw. ihr Vieh schlachten lassen, und daß der Verkehr auf dem Vieh- und Schlachthose an den Markttagen zwischen 6—12000 Personen umfaßt. Allein an Geschäftsleute sind 4450 immer gültige Eintrittskarten ausgegeben.
Literatur und Aunft.
— Bom AelS zum Meer. Jllustrtrte Zeitschrift für das deutsche HauS. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1893/94. Heft 2. Verdis achtzigster Geburtstag, Das JubUäum der Fabrtkstadt Chemnitz, Die Seebad-Saison, DaS Münchener Octoberfest, Kuriosa der Chicagoer Weltausstellung und Die deutschen Kaisermanöver in Süddeutschland bilden die Gegenstände der ebenso reich wie ansprechend illustrtrten Aufsätze dieses Heftes. Auch die größere Novelle, die neben dem laufenden Roman erfchetnt, Eine Gesellschaft vor hundert Jahren von Wilhelm Jensen hat einen actuellen Reiz, indem sie mit fein poetischer Kunst die socialen Zustände schildert, als deren Opfer vor hundert Jahren Marie Antoinette, die Königin Frankreichs, auf dem Schaffot ihr Leben aushauchte. Mit humoristischen Beiträgen find Karl Hecker, M. G. Conrad, I. Boy-Ed vertreten, mit Poesien Ed. Paulus, Joh. Trojan, I. G. Fischer, Konr. Telmann, V. Blüthgen; Karl Blind bespricht in einem eingehenden Efiay die Frauenbewegung in England; »IS ein Meisterstück in der Kunst, ein wissenschaftliches Thema unterhaltend zum Vortrag zu bringen, ist der Aufsatz von Gras WartenSleben, Eine Reise nach dem Mond, zu bezeichnen.
— «olleetio« chartkbeir. Dterzehntägtg wird ein Band ausgegeben: Preis des Bandes eleg. geb. 75 Pfg. Pränumeration für ein Jahr (26 Bände) 19 Mk. A. Hartlebens Verlag, Wien. Von dieser so schnell beliebt gewordenen Sammlung deutscher und ausländischer Romane liegen nun auch Band 6 bis 9 des zweiten Jahrganges vor, welche Deutschland, Frankreich, Italien und Polen in ihren hervorragendsten Autoren vertreten. Ein interessantes Buch auf schönem Papier, angenehm gedruckt und geschmackvoll gebunden für weniges Geld sein Eigen nennen zu können, ist eine Errungen- schaft, auf die wir stolz sein dürfen und für die wir dem unternehmenden Verleger Dank wissen, indem wir diese vorzügliche Auswahl guter und billiger Romane bestens empfehlen.
- Webers Jllustrirte Katechismen erfreuen sich feit Jahren einer großen Beliebtheit, weil fie durch ihre kurzgefaßte, klare und umfassende Darstellung abgegrenzter Wissensgebiete sich als ein unentbehrlicher Rathgeber für Jedermann bewährt haben. DaS soeben zur Ausgabe gekommene Derzeichniß der bis jetzt erschienenen 146 Bände ist durch jede Buchhandlung und die Verlagsbuchhandlung von I. I. Weber in Leipzig kostenfrei zu beziehen.


