öörse.
ö "*» "m ntl *8J? den tz »Sfe *• ,'fei
' 16 m««lir,|n^ fe>, °Sche? ‘Ä*- T^^tteÄR Ztzrr KrL Ä?0bt,®olbto M^dUnkr- unter bcx‘
,u8 ‘oieinfiang Bi|. nnftn hren BeM ■ bl' übrigen (ttiok Ä but4 'h® r Jwo wann MU», bttMtt bm l» M btm Ä 5t »uj M-it Jt*. [ W detlSchUlih a;; N und feft.
1 Atting; Lübecks, ten aniangsflag. ünstlgeLerichtexec-
Ȁ tn Theil mlcbn M
irteom 22.//I 15.H
88il89 M i N 6.188k .UV. d-M.
io.inL
21.101 UH
7560 78.60
\W\ *\W \01.1b\101t) ni;
45 «M
95.8« f
mbtrben 1102.95
do. 95.80
do. r®olb. (W) s Silbe ntStil « . .
।
iS ganrt ,6*
82.2H
99.50
99.15
78.-
52.35
58.40
95.50
95.30
72.10
Hill- tti m MJ
III Hl K
tnßtLB. \m\ . 146 20 1
/ , J 91.55/ H
. . .118.9511»»;«
? ’kuf. 95Hl 98.-
Bacto
Äffisr
181!
intciwtrft
1H
11760
M
jjsmfWl i«l'5i o-Msttr. 3$ sa Sm? ?'
** ^8«j: Pfimdbr- do.
Ml 1900
20^ ioZ45 '• . - • «07 90 |J|
MldiSts» 5$«* fe
,!.!« '''
SS.» **
Dienstag dm 26. September
Uv. 226
1893
A«z«t«er td^ein täglich, Btt liinabrnt des
DonlopS.
Di G'etzener jtwUlcxIUUer . rn t-'m Vf nötiger » ainr*;t t -1 mal eC.y'UjL
Meßmer Anzeiger
Keneral-Wnzeiger.
vieNrNShnqer AH»««emeuts»relLl 2 Marl 20 W mit Bringerlvdn. Durch btt Post btjogai 2 Marl 50 Psg.
Webaction, «nnbitie« unb Druckerei: Kch»cftr«h« Ur.D Fernsprecher 51.
2lints- und 2lnzeigeblutt für den Ureis Giefzen.
i' chratisbeilage: chießener Jamitienökätter
Alle AnnonceifBureaux des In- unb Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
und der Wohnungsnachfrage unter Ausschluß jeder Gewinnabsicht nachzukommen.
Gewiß erscheint der Grundgedanke der Lechler'schen WohnungSreform ansprechend genug, aber seine Umsetzung in die Praxis dürfte doch auf verschiedene große Schwierigkeiten stoßen. Vor Allem würde sich die Beschaffung der Mittel durchaus nicht so leicht und einfach gestalten, als sich Herr Lechler dies zu denken scheint, und könnte es leicht geschehen, daß die Reichsgarantie oder doch wenigsten- die Garantie des betreffenden Einzelstaates in einer Weise in Anspruch genommen werden müßte, welche einer Verstaatlichung des Wohnungsbau Unternehmens bedenklich nahe käme, vorausgesetzt überhaupt, daß Reich und Staat zu einem solchen kostspieligen Experiment geneigt wären. Dann wäre auch die Schaffung neuer selbstständiger Behörden, wie der pro» jectirten Wohlfahrtsämter und eines Reichswohlfahrtsamtes für den fraglichen Zweck insofern zu beanstanden, als man ja bet uns in Deutschland ohnehin mehr als genug über ein Uebermaß behördlicher Thätigkeit und Einmischung klagen hört. Es werden daher wohl auch noch fernerhin die Versuche zur Beschaffung billigerer und dabei gesunder Wohnungen vorwiegend der privaten Initiative entspringen müffen, wobei es ja allerdings nur höchst wünschenswerlh bleibt, daß diese Bestrebungen je nach Umständen von Seiten des Staates oder der Gemeinden wohlwollende Förderung erfahren. Aber an eine nationale Wohnungsreform unter Reichsgarantie, worauf doch die Lechler'schen Vorschläge im Grunde genommen hinauslaufen, ist offenbar noch lange nicht zu denken, so schön sich auch der ganze Gedanke ausnimmt, vielmehr wird zielbewußte private Thätigkeit, speziell cooperative Selbsthilfe ohne directe Inanspruchnahme von Staatsmitteln oder staatlicher Garantie zunächst auch weiterhin zur Beseitigung der Wohnungsnoth innerhalb des hierbei von selbst gegebenen beschränkten Rahmens berufen sein.
Zur Wohnungsfrage.
Die Wohnungsfrage bildet zweifellos einen wichtigen Ml des großen socialen Gesammiproblems, denn nichts ist g(tlßneter, den Culturmenschen mit Zufriedenheit zu erfüllen unb zu emem heiteren Genüsse des Daseins gelangen zu lassen, ni der Besitz einer wohnlichen und traulichen Hetmstätte. Cnber sind aber die Wohnungsverhältnisse selbst in den ent» mtfeUten Culturstaaten noch immer vielfach recht mißliche unb gerade bei uns in Deutschland herrschen in den unteren Iirt nicht selten sogar auch in den mittleren Bevölkerungs- Men häufig solche bedenkliche Zustände hinsichtlich des DchuenS, daß man getrost vorn Vorhandensein einer Wohn- »'gSnoth sprechen kann. Dieser sociale Uebelstand ist denn tjdi in weiteren Kreisen schon längst erkannt worden und bcher kann es kaum Wunder nehmen, daß die auf Besserung mlcrtr gesellschaftlichen Zustände zielenden Bestrebungen mtbr und mehr die Wohnungsfrage mit zu ihrem Zielpunkte
Unter den zahlreichen Vorschlägen, die auf eine Reform M Wohnungswesens in Deutschland zielen, sind nun die- jtn-qen, welche der württembergische Fabrikant Paul Lechler ii einer vor einiger Zeit erschienenen Broschüre niedergelegt bei, deßhalb besonders bemerkenSwerth, weil ihr Versaffer Den der Ansicht ausgeht, daß eine Lösung der Wohnungs- siige auf privatem Wege nimmer gelingen werde. Er regte bt(ür ein Eingreifen des Reiches an, dahingehend, daß Wohl- sis tscommissionen oder Wohlfahrtsämter zu schaffen seien, idiie unter Controle und Oberleitung eines Reichswohlfahrts- Gates namentlich auch die Projekte zur Beschaffung von Volks- v-lnhäusern in größerem Umfange zu prüfen und durch- jislihren hätten. Es handelt sich also bei dem Lechler schen y.tiu gewissermaßen um eine Organisation behufs Beschaffung bifltrer Wohnungsbedingungen für die minder bemittelten MSklassen, eine Organisation aber, welche frei von bureau- kmischem Geiste sein soll. Die Aufbringung der noth- vaidigen Mittel jedoch soll dadurch geschehen, daß das Reich ztirtzlich die allgemeine Aufstellung von Landesbaukaffen an- Dtbnet und die billige Aufbringung von Anleihen zur Durch- föbrung der Wohnungsreformen durch Zinsgarantie unter»
Diese Methode der Beschaffung der Mittel erstrebt du mäßiger Verzinsung des Anlagecapitals die Befreiung des llahnungswesens aus der Sphäre schrankenloser, die Preise seigernder und die Wohnungen verschlechternder Concurrenz -nü bezweckt demnach, durch eine uninteressirte Thätigkeit beim Herstellen von Wohnungen das Angebot zu ergänzen
Innab m< von Anzeigen zu bei VlJdbminag» für btn oigtiiben lag etfd)rinenben Aumm<r bi« Borm. 10 Uhr.
Amtliche»» Theil.
Bekanntmachung,
dir landwirthschastliche Winterschule zu Friedberg betreffend.
Die landw. Winterschule für die Provinz Oberheffen z hiebberg eröffnet ihr 22. Schuljahr am 1. November, Vormittags IO Uhr, im neuen von der Stadt Fnedberg erröteten Anstaltsgebäude an der Homburger Landstraße. 2er Unterricht wird jedoch mindestens bis Weihnachten noch er. den bisherigen Räumen (frühere Burgkaserne) ertheilt.
Die Unterrichtsstunden sind von 8—12 und 2—4 Uhr gelegt. Für die hier wohnenden Schüler wird Abends von ?-!) Ubr Arbeitsstunde abgehalten. Die auswärtigen Lchül<r, welche Eisenbahnabonnements nehmen, können bis Abgang der Züge unter Aufsicht eines Lehrers in der Anstalt ßleibai.
Wohnung mit Verpflegung in Friedberg sind zu ent. pirechenden Preisen bei dem Vorsteher der Schule angemeldet.
Der Besuch unserer Anstalt befreit vom Besuche der Fortbildungsschule. Das Unterrichtsgeld beträgt 25 Mark.
Neu eintretende Schuler wollen bis 25. O c t o b e r tu Anmeldung an den Vorsteher der Anstalt, Herrn Dr. von Peter, richten, der mündlich wie schriftlich nähere Äuüiinft ertheilt. Auf Wunsch steht der vorjährige Jahres- tnichit zur Verfügung. Aeltere Schüler, bis zum 20. Jahre, tunntit bei Nachweis genügender Dorbilduna in die obere Klasse eintreten. Unbemittelte, gut empfohlene Schüler ereilen auf Grund des Bedürftigkeitsnachweises eine Bei- Hulse seitens des landw. Bezirksvereins, der hierfür besondere Selroge eingestellt hat. Jungen Leuten, die sich dem Obstbau roibmen wollen, ist Gelegenheit geboten, sich an den Winter- arbeilen in den pomologischen Gärten der Anstalt zu be< ^eiligen.
Friedberg, den 1. September 1893.
Der Aufsichtsrath
Dr. Braden.
Ausland.
Wien, 23. September. Wie die „Neue Freie Presse" aus Güns meldet, hat Se. Majestät der Kaiser Wilhelm den Corpscommandanten Feldzeugmeister Frhrn. v. Schön- feld und Feldzeugmeister Frhrn. v. Reinländer unter dem Ausdruck Allerhöchstseiner Anerkennung Ehr en säbel überreichen lassen.
Wien, 23. September. Auch die heutigen Morgenblatter bringen Artikel über die angebahnte Versöhnung des Deutschen Kaisers mit dem Fürsten Bismarckdieseiben sind der Ansicht, daß eine Aenderung in der deutschen Politik keinesfalls durch die Aussöhnung eintritt.
Wien, 23. September. Das „Neue Wiener Tagebl.' erfährt von einem furchtbaren Wolkenbruch in Chicago. Ein Theil der Weltausstellung wurde verwüstet, das Glasdach der Kunstabtheilung ist eingestürzt. Der Schaden an den Bildern soll ziemlich bedeutend sein. Eine große Anzahl von Personen trug Verletzungen davon.
Budapest, 23. September. Nach einer Meldung aus Güns hat der Deusche Kaiser dem Prof. Schweninger telegraphisch sein Befremden darüber ausdrücken lasten, daß er ihm über die Erkrankung des Fürsten Bismarck nicht Mittheilung gemacht habe.
Paris, 23. September. Mehrere Blätter hatten die französischen Künstler aufgefordert, ihre Gemälde nicht nach Wien zur Ausstellung zu schicken. Einer der namhaftesten Künstler erklärte jedoch einem Redacteur einer artistischen Zeitung, nichts werde dieselben abhalten, die Ausstellung zu beschicken, da es ihrer unwürdig sei, solcherweise gegen den Dreibund zu proteftiren.
Paris, 23. September. In der Sitzung, in welcher der Gemeinderath 350000 Frcs. für die Festlichkeiten zu Ehren
. Deutsches Reich.
Berlin, 23. September. Der am 19. September in Berlin zusammengetretene deutsche Colonialrath hat seine Arbeiten am Freitag Nachmittag zum Abschluß gebracht und das gesammte ihm vorgelegte umfangreiche Berathungs- material zur Erledigung gebracht. Noch während diele Körperschaft tagte, ist in der Reichshauptstadt eine andere bemerkens- werthe Versammlung zusammengetreten, nämlich die im Reichs- | amte des Innern tagende Conferenz von Regierungsvertretern 1 und von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Bergbau- und Hüttenwesen zur Erörterung der reichsgesetzlichen Sonntagsruhe in diesen Betrieben. Die Conferenz soll bereits greifbare Resultate gezeitigt haben, doch wird hierüber noch nichts Näheres mitgetheilt.
— Zu den Berliner Steuerconserenzen wird jetzt gemeldet, daß die Vernehmungen von Sachverständigen seitens der Tabaksteuercommission beendigt worden seien. Vielleicht werden jetzt die Verhandlungen genannter Commission endlich ein rascheres Tempo einschlagen, damit sie wenigstens dazu kommt, die erste Lesung abschließen zu können.
— Die neue Choleraepidemie in Hambürg hält sich bis jetzt in sehr gemäßigten Grenzen, namentlich wenn man sie mit der mörderischen vorjährigen Epidemie vergleicht. Damals wuchs in Hamburg die Zahl der täglichen Cholerafälle bald nach der Feststellung des Auftretens der Seuche in geradezu riesigen Sprüngen an, diesmal jedoch zeigt die Cholera in Hamburg einen weit milderen Character. Denn seit ihrem Auftreten vom 15. September an bis zum 22. September, also innerhalb einer Woche, ereigneten sich in Hamburg im Ganzen nur 54 Erkrankungen an Cholera, darunter 15 mit tödtlichem Ausgange, was für eine Stadt mit einer Bevölkerungszahl von ca. 500,000 Seelen gewiß nicht zu viel ist. Hoffentlich gelingt es der Energie der Hamburger Behörden, den unheimlichen Gast bald wieder gänzlich zu verscheuchen.
Berlin, 23. September. Der neue Reichs schatz- fecretär. Der Berufung des neuen Staatssccretärs des Reichsschatzamts, Grafen Posadowski, sind sehr um- faffende Verhandlungen voranfgegangen, bei denen, wie aus den bestehenden Verhältniffen sich von selbst ergibt, der preußische Finanzmimster im Vordergründe stand. Graf Posadowski hat sich zur Uebernahrne seines jetzigen Postens keineswegs leicht bereitfinden lasten. Wenn dies schließlich geschah, so ist, wie Unterrichtete versichern, zuvor ein vollständiges Finanzprogramm als Vorbedingung vereinbart worden. An der Hand dieser Thatsachen wird man unschwer beurtheilen können, daß Meldungen von angeblich bereits hervorgetretenen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem preußi
schen Finanzminister unb dem Staatssecretär des Reichsschatzamtes völlig grundlos sind.
— Die ans Kiel in Berlin eingelieferten französischen Spione sind gestern vernommen worben. Wie verlautet, dürfte die Voruntersuchung nur einige Wochen in Anspruch nehmen, so daß die Angelegenheit noch im nächsten Monat spruchreif sein wirb. Dem Kaiser ist Über bas Er» gebniß der Dorermittelungen wiederholt von zuständiger Seite Bericht erstattet worden.
Berliu, 23. September. Gestern fand in den Concordiasälen ein großer Commers der socialisti schen Parteigenossen zu Ehren Friedrich Engels' statt. ^Dret- tausend Personen waren anwesend, darunter Bebel, Singer und Auer. Der Saal war festlich geschmückt. Nach der Begrüßungsansprache Liebknechts betonte Engels in längerer Rede, Berlin weise so viel Socialisten auf wie keine andere Stadt der Welt. Deutschland marschire an der Spitze des Soctalismus. Engels schloß mit einem Hoch auf die deutsche Socialdemokratie.
Leipzig, 23. September. Wie den „Leipziger Neuesten Nachrichten" von bester Seite gemeldet wird, ist die Ber- muthung vieler Blätter, Fürst Bismarck werde zur Nach- für nach Wiesbaden gehen, irrig. Wie schon auS den Telegrammen an den Kaiser ersichtlich, könne auf Wunsch Schweningerß nur die Reise nach Varzin oder, was wahrscheinlicher sei, nach Friedrichsruhe in Frage kommen.
Köln, 22. September. Der „Köln. Ztg." wird aus Wien bestätigt, daß das Telegramm, welches Kaiser Wil- Helm an den Fürsten Bismarck richtete, aus deffen eigenster Anregung hervorgegangen sei. Der Kaiser sandte Mittwoch früh, bervor er zum Manöver ausrückte, daS I Abends zuvor abgefaßte Telegramm an den Fürsten ab. Nachdem dic Antwort aus Kissingcn an demselben Tage vor der Hoftafel eingetroffen war, zeigte der Kaiser unmittelbar vor Tisch beide Telegramme dem Kaiser von Oesterreich und dem König von Sachsen. Es steht fest, daß der Kaiser sich im Einklang mit dem Grafen v. Caprivi befand. Letzterem wurde der Wortlaut beider Telegramme noch an demselben Tage nach Karlsbad depeschirt.
Kisfingen, 23. September. Dem Vernehmen nach sind Verhandlungen wegen einer völligen Aussöhnung des FürstenBismarck mit demKaiser eingeleitet worden. Die gestern hier erfolgte Ankunft des Grafen Herben Bismarck und des Grafen Rantzau wird damit in Zusammenhang gebracht. Die Abreise des Fürsten erfolgt wahrscheinlich im Lause der nächsten Woche.
Metz, 23. September. Die Ueberreste der im Jahre 1870 bei Colombey gefallenen Krieger sind in Anwesenheit des Gouverneurs, des Bezirkspräsidenten und mehrerer I patriotischen Vereine in dem Park von Colombeh in einem gemeinsamen Grabe feierlich beigesetzt worden.


