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Stiftungen für die neue evang. Kirche zu Gießen.
Nachdem der Baumeister unserer IohanneSktrche Herr Architcct Grisebach nn» eine genaue Angabe der inneren Ausstattung der neuen Kirche, nebst Zeichnungen und Kostenvoravschlägen übergeben bat, können wir nunmehr Allen denen, bk m jegt ichon ihre freundliche Absicht erklärt baden, eine Stiftung für die neue Kirch« zu machen, sowie denen, die solches erfreuliche Borbabrn weiterhin fassen wolbm, eine Ueberficht geben über alle die Gegenständ« und Herstellungen in und an der Kirch«, die za b«sonderen Stiftungen stch eignm.
Wir wollen hier ein vollständiges Verzetchniß aufstellen von derartigen Stif- tungen, von den werthvollsten bis zu den geringsten, Jedermann die freie Auswahl für sich überlaftenb.
ES eignen stch zu besonderen Etiftnrrgen:
1. Die Orgel, die mit 39 klingenden Registern ein Meisterwerk aus 'der Werkstäite deS OrgelbaumeifterS Walcker in Ludwigsburg werden foll, mit Gehäuse ju 18000 Mark. Auch das p'ächtige, künstlerisch zu gestaltende Getzünse allein wäre eine schöne Stiftung im Werth von 4000 Mark.
2 Die Kanzel (in Sandstein und Marmorstuck) mit Schalldeckel und allem sonstig'N Schmuck tnSgcsammt 6000 Mark: die Kanzel für stch allein 3000 Mark; bk 4 rtvckrelief» der 4 Evangelisten in den Brüstungen der Kanzel für stch allem 1200 Mark, also jeder Evangelist 300 Mark.
3. Der Altar (in Smdstein und Marmorstuck) inSgesammt 8500 Mark. TaS große Relief de» heil. Abendmahl» 'n Marmorstuck al« Rückwand de» AltarS für sich besonders 3500 Mark; ferner drei kleine krönende Gngelstgure« am Altar zusammen 600 Mark.
4. DaS große Chorfenster (über dem Altar) mit einer Darstellung der Kreuzigung Ehristt in Glasmalerei 400U Mark.
5. Die 4 großen Fenster im Schiff der Kirche (je 2 nach btm S«lter«weg und der Südanlage hin) in Glasmalerei, jedes zu 1000 Mark, also alle 4 zusammen 4000 Mark.
6. Die 3 kleineren ryenster im Schiff in Glasmalerei, jede« SW-^OMk., ferner die Aenster im Sonstrmandensaal und in der Sakristei, jedes etwa lOu Mk.
7. Die Rose über brr Orgel, im Hauptgiebel, in Gla-maleret 1500 Mark.
8. «IS Wandbilder im Chor, die 12 «postelgestalten, jede 400 Mk., also sammen 4800 Mark.
9. S vterundzwanzis stämmige GaSkronen im Schift der Kirche, jede 600 Mark, ferner 6 zehnstammtge Gadkronen unter und über den Emporen, jede 280 Mark, endlich eine Anzahl kleinerer ««»kroaen je 100—200 Mark.
10. Di« IohanneSstgnr außen am Giebel der Kirche über dem Portal 2500 Mark.
11 AltarbeNeidungen, (Altardecken, Ant. pendien) im Werth von 300—700Dk.
12. Tch»piche vor dem Al.ar und Läufer im Schift der Kirche 80-3.« Mk.
13. «ltarleuchter, ,e einer etwa 150 Mark.
14. «bendmohl»ger»the (Kelche, Kannen, Patenen) je von 80 -200 Mk. und 300 Mark.
15. Eine «locke auf dem Thurm; die größte As, 8000 Mark, die zweite, C. 4000 Mark, die dritte, Es, 2300 Mark, die kleinste, As, 1000 Mark.
Wir bitten alle Freunde unserer Kirche, die zu einer der genannten Stiftungen geneigt sind, baldigst ihre Auswahl und Entscheidung zu treffen und die« dem Unter« zeichneten direkt oder durch einen der Pfarrer oder Kirchenoorsteber mittheilen zu wollen. ES wäre doch fehr erhebend und erfreulich, wenn recht viele GUeder unserer Gemeinde durch solche Stiftungen ihre Liebe und ihren Namen unserem neuen Golte^- yause in besonderer Art einpiägen würden Mögen darum diese unsere Mitlheilungen, zugleich als herzlicher Aufruf an unscre Gemcmde, wohlwollende Ausnahme nntm und zu opferfreudigen Gaben veranlosf-n; Gott walt'S."
Gießen, den 4. Februar 1893.
Der evangelische Kirchcnvorstand.
___________________Dr. Naumann.__________________U15
KleinkinderBewahranftalt.
Von dieser Woche an werden die Beiträge für unsere Anstalt für da» erste Vierteljahr d. I , mit denen zugleich der Gesammt Jahresbeitrag gezahlt werden kann, erhoben werden durch unsere Vereinsdienerin Elise Werner.
Indem wir dies den Wohlthätern und Freunden der Anstalt nnttheilen, richten wir an dieselben die herzliche Bitte, uns auch in diesem Jahre freundlichste Unterstützung gewähren zu wollen.
Wir haben für nahezu 200 Kinder in unserer Anstalt zu sorgen und sind hierbei zumeist auf Liebesgaben angewiesen.
Gießen, den 2l. Februar 1893.
Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranftalt.
Dr. Naumann.
Aug. Montanas Nachf.
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