Ausgabe 
26.1.1893 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

^Jalung

Hit.

iv~J««i

»Mk " U"b bln M KlWmz

ÄuMplat 7.

inrich Hof,

[811

ae.

feief fate ftuh unscr

)en Blumenspmden bei unserer lieben Gattin, n herzlichen Dank, ins- die so liebevollen und [804

"Mrbliftm:

d Kinder.

°Matt, UnfflH, Unbrauch, 9 8° /o des versicherten a*M Keine Ad- ÄnszaHlaog /innerhalb

Bühli wichen,

iallchochratze 36.

ischer, ZestrBahn, wurde.

intttblUWN-

!-S 2 $

ige.

§ unser lieber Gatte,

94.50

91.50 2680 55-0

81.1$ 38950 19615 15L$ 101$ 110.10 -850

MtztM

Januar *

flbt

lft sMvüe

S.M«

tabrt

nrrger ®

1893

-rr. 22 AweUeS Blan.

Amts« und 2lmeigeblatt für den Gieren.

Donnerstag dm 26. Januar

Äebactien, Lp>«dw-m nnb Drudetet:

S-ftprechet 61

etertellährtget JkleweemewUyrd» > 2 Mark 20 Pfg. m« vrmgcrlohn. Durch die Poft btjef* 2 Mark 50 P^

Die Gießener

»erden dem iBjeif«

^chentlich dreimal fcäftdfft

Der MtMT >*iHe<t «scheint täglich, ett Ausnahme bei Montag».

Gießener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

Hratisöeikage: Hießmer Kamitienökätter.

Feuilleton

was

Alle Rnnoncen-Bureaux de» In- und Lnslnnde» nehm« Anzeigen für den .Gießener Anzeiger^ migegev

»

i

aber aus-

>«h»e Anzeige, zu der Nachmittag» für de, fügenden leg erfcheinmden Nummer bi» Bonn 10 Uhr.

wieder Geld."

Laß gut sein, mein Liebling, ich kaufe Dir den Gold­fuchs wieder und nehme ihn mit mir."

Onkel, Du bist so gut, wie soll ich Dir danken,

öermifc^tts.

Die längsten Tunnels der Wett hat ein spanischer Statistiker zusammengestellt. Danach ergibt sich: Der Gvtthardttunnel ist 14 990 m lang, der Mont-Cenis-Tunnel 12220, der Arlberg 10 270, der Tunnel des Ronco in Italien 8297, der von Ceylon 8000, der Hoosacsche in den Vereinigten Staaten 7640, von Severn in England 7250, von Marioropoti in Italien 6480, des Subro in den Vereinigten Staaten 6000, des Standbridge und Woodhead in England 4970 und 4841, San Lorenz in Kanada 4570, Bettw in Italien 4240, der von Kochern 4240, von Blaisy in Frank­reich 4100, der von Argentera in Spanien 4043 und der von Mersey in England 4000 m.

* Die Verbreitung der Sprachen. Der in Braunschweig erscheinenden, in Verbindung mit Fachmännern von I)r. Emil Decker herausgegebenenIllustrierten Zeitschrift für Länder­und Völkerkunde (Globus)" entnehmen wir nachfolgende Notrz. Bezüglich der Menschen, von denen die europäischen Haupr- sprachen gesprochen werden, hat sich im Laufe des gegen­wärtigen Jahrhunderts ein sehr beachtenswerther Umschwung j vollzogen. Für das Jahr 1801 darf man die Zahl der ; französisch Redenden aus 31500000, die der russisch Redenden , auf 31000000, die der deutsch Redenden auf 30 000000, dte . spanisch Redenden auf 26 000000, die der englisch Redenden ans 21000 000 und die der italienisch Redenden auf 16000000 veranschlagen. Heute dagegen wird die englische Sprache von 125000DOO, die russische, ebenso wie die deutsche von etwa 70000000, die französische von 50 000000, die spanische von 40 000 000 und die italienische von 30000000 gesprochen. Der gewaltige Vorrang, den die englische Sprache in dem kurzen Zeiträume gewonnen hat, ist selbstverständlich in erster Linie dem staunenerregenden Emporblühen der Nordamerikanischen Union zu verdanken, auf dte ziemlich genau die Hälfte der hier angegebenen Zahl zu rechnen ist.

Bau einer Lokomotive in 10 Stunden. Eine Locomotive fammt Tender in kaum 10 Stunden zu construiren und fertig zu montireu, ist, derKleinen Presse" zufolge, vor Kurzem in der Stradforder Hauptwerkftätte der englischen Great Castern Railway" vollbracht worden. Eine andere englische Eisenbahn-Gesellschaft, dieLondon und Rorth Western Railway" habe bereits vor einigen Jahren die Welt dadurch in Erstaunen gesetzt, daß sie eine Locomotive .tn 25 Stunden fertig brachte, worauf dann in Amerika die

Du an mir thust." Komm mit

Als der Sandwirlh von Basfiyer

Innsbruck halte eingenommen Ließ er sich ein Dutzend Eier Und ein Dutzend Schnäpse kommen.

Der Lehrer sperrt bei dieser Parodie Mund und Ohren auf und die übrigen Schülerinnen wissen nicht, was sür Ge­sichter sie dazu machen sollen, aber die kleine graziöse Decla- mateuse fährt unentwegt fort:

Machte darauf eine Mischung

Scklürst sie mit Behagen ein--

Hier verließ sie ihr Gedächtniß- sie sinnt emen Moment nach, dann fchreit sie, jubelnd, daß sie ihn gefunden, den Schluß dem starr blickenden Lehrer entgegen:

--Seitdem nennt man diele Mischung.

In ganz Deu'lchland Knickebein!"

Das verlegene Gesicht des Lehrers, den Jubel der übr.gen jungen Damen" zu beschreiben, ist unmöglich, ich weiß nur, daß mein eigenes Töchterchen, das dem Vorgänge mit bet- gewohnt, mit hochrothem Gesicht und glänzenden Augen mir denselben erzählte und die beiden Strophen des Liedes, desien ich mich aus meinerBlüthezeit" sehr wohl erinnere, mit unnachahmlicher Grazie wiedergab. Sie hat dabei em Talent zum Auswendiglernen entwickelt, das mir bisher an ihr fremd war.

ich reden."

Ich habe mein Wort gegeben, Onkel Alfred, es hilft nichts, und ich will auch nicht klagen, wenn Du mich lieb behältst."

Wieder war der Circus glänzend erleuchtet und von einer dichtgedrängten Zuschauermenge gefüllt- ein neues Decorationsstück sollte aufgeführt werden, zudem ritt Donna Bella das prächtige Springpferd, auf dem das Publikum sie so gerne sah.

Director Volkert schien sehr beschäftigt, doch trug er beftemdlicherweise nicht wie sonst Frack und weiße Weste, son­dern einfache dunkle Kleider.

Nun, Director, Sie sehen ja aus, als wollten Sie eine kleine Spritzfahrt unternehmen," bemerkte Mr. Prince, der, als Tartare gekleidet, an einer Säule lehnte und auf den Moment wartete, daß er an die Reihe käme.

B. Becker in Geese« a. Harz.

Du mußt Dich ......m

zahlen, was er durch Dein Fernbleiben vom Circus etn- büßt. Auch mit jenem Manne, der um Dich wirbt, werde

mir, Kind! Nur für kurze Zeit, erholen. Laß mich Deinen Vater

Hm, nein," entgegnete der Angeredete heftig,doch bin ich nachher mit Rechnungen beschäftigt

Ein recht fatale Sache, nicht wahr, - besonders wenn sich Wechsel unter den Papieren befinden."

Unangenehm berührt wandte sich Volkert ab, im folgenden Moment trat Bella aus ihrem Ankleidezimmer, d,e weiße Schleppe überm Arm, kühl und reservirt wie immer.

Hast Du Onkel Waldstein gesprochen, Vater?"

Nein, ich konnte nicht in den Salon kommen, als er bei Dir war. Uebrigens, liebes Kind, möchte ich, da Mr. Prince hier ist, die Gelegenheit wahrnehmen, Dich zu bitten, ihm Deinen Entschluß selbst zu wiederholen."

Das junge Mädchen richtete sich unnahbar stolz in die Höhe, blickte ruhig den Jongleur an und entgegnete fest:

Ich meine, daß hier wohl nicht der Ort ist, von einem Geschästsabkommen zu sprechen, denn Sie werden begreifen, mein Herr, daß ich jenes Opfer, welches ich dem Vater bringe, nur als ein solches bezeichnen kann."

Etwas verwirrt machte der Jongleur eine Verneigung und stotterte, innerlich kochend vor Wuth:

Mein Fräulein, ich hoffe, daß Sie nicht immer so schroff denken werden" t ,r

Mr. Prince, Sie sind an der Reihe"

Vater," sagte Isa, als der Tartar davongaloppirte, ist es denn wirklich möglich, daß Du meinen Goldfuchs ver- kauft hast und man denselben noch heute abholt?'

Wer sagt das?" fuhr Volkert wild empor, ferne Hande ballten sich, die Augen sprühten.Allen meinen Angelegen­heiten wird nachgespürt- ich verbitte mir das ein- für alle- mOt/ ^*QhQ6e es nicht selbst gehört, sondern Andere. Jrn Uebriaen hüte Dich, Vater, daß Du nicht allzu schroff vor- qehst: jedes Opfer hat seine Grenzen, auch das meine. Ich knüpfe den Besitz des Goldfuchses an mein ferneres Auftreten

Thörin!" zürnte der Director,meinst Du, ich ließe mir Bedingungen stellen? Hoho, so haben wir nicht ge- großen Schritten ging er den Ställen zu, dort

zog er die Uhr und murmelte hastig:Es ist die höchste Reit für mich. Uebrigens reitet Prince gerade und ich kann unbeachtet entkommen. Gut, daß ich alles gerüstet habe, denn wenn das Mädchen jetzt beginnt aussassig zu werden, komme ich doch in Gefahr. Hm, den Arloff schen Wechsel lasse ich lieber fahren. Der Bankier kam mir verdächtig vor und frug so s»nderbar die Kreuz und die Quere. Nun adieu, Europa! Mich hält nichts hier, - apris nous

Ersetzte den Hut auf und eilte fort. Seine kleine Handtasche trug er bei sich und unterwegs befestigte er noch L dunklen Vollbart im Gesicht, daß ihn kein Mensch zu erkennen vermochte. .

Bleich, regungslos saßen dicht an einer Säule der Prinz und Herr von Waldstein- kaum ein Wort fiel zwischen beiden, fast athemlos erwarteten sie das Erscheinen Donna "^Unb endlich sprengt sie herein in die Manege- hoch aufgerichtet, bleich, kalt und ohne mit den Wimpern zu zucken, neigte sie ringsum dankend das Haupt. Hatte sie den ernsten Cürassier neben Onkel Alfred nicht bemerkt?

Wie schön sie ist," murmelte Arloff schmerzlich,soll ich sie wirklich auf ewig verloren haben?"

Das weiße Seidengewand umfloß die schlanke Mädchen­gestalt, der Goldcüraß saß knapp um die Taille und die weißen, wallenden Seidenärmel flogen beim Reiten bald hier, bald dahin. Auf dem blonden Haar saß der goldschimwernde Helm, die kleine Hand in weißen Stulphandschuhen hielt die Zügel leicht und doch sicher, denen das lebhafte Thier kaum ^^^Herr^von^ Waldstein hatte den leisen Gruß seines Lieb- lings erwidert, unverwandt schaute er auf die graziöse Gr» Meinung und die Eleganz einer jeden ihrer Bewegungen, aber unerklärlicherweise erwachte m ihm eine geradezu ver zehrende Angst. Wie, wenn das unruhige Pferd der leichten Gerte, dem Zügeldruck nicht mehr gehorchte!

(Schluß folgt.)

Verfälschte schwarze Seide. I Man verbrenne ein MÜsterchendes Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort ru Tage. Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zAmmen, verloscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbraunlicher Farbe. Der fättlbte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die Schußfäden" weiter (wenn ehr m Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, s^rn k^nimt. Zerdrückt man die Asche der achten Seide, so zerstäubt ne, die der verfälschten nicht. Die CeibetlfabtiC G. »enneberff, /© u © Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten^ Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus.

__(AABirn Kais. Kgl. Hofl. Baden- Niederlagen

TUCr MFQxMFR Laden. Frankfurt a. M. durch Placaet | nLLlllLVVl>ll»ll aitrenommirte Firma, kenntlich

empfiehltvorzügLTheemischungenaM 2 80**;^3.6Opr.Pfd Probe.

packele 80 PL u. M. 1.- fco. (Doppelbrief) sehr beliebt u. verbreitet. | I-

Irrwege.

Novelle von F. von Pückler.

(20. Fortsetzung.)

Ich hörte vorhin beim Eintreten, daß er es einem jüdischen Manne verkaufte; heute nach her Vorstellung wird das Thier abgeholt."

Da fuhr Isa mit blitzenden Augen auf.

Das darf nicht sein!" rief sie zornig,es gehört mir und ist mein Liebling- ich werde es nicht erlauben, daß es in schlechte Hände kommt. Der Vater braucht gewiß schon

Pennsylvania Railroad" in ihren Ateliers zu Altoona | (Vereinigte Staaten) dasselbe Kunststück in 16 Stunden 50 Minuten leistete. Nun galt es auch diesen Record zu schlagen, und das gelang in wahrhaft glänzender Weise. Der Werkstätten-Chef in Stradsord, Mr. Holden, bestimmte 10 Stunden für die ganze Arbeit und hielt vor Inangriff­nahme derselben an die 137 dazu ausgewählten Maschinen­schlosser und Constructeure eine entsprechende Anrede. Darauf wurde um 9 Uhr 8 Minuten Morgens, jetzt im Winter tüchtig losgehämmert. 85 Männer arbeiteten an der Locomotive und 52 an dem Tender. Um 11 Uhr 47 Minuten Vormittags waren sämmtiiche Bestandtheile des aufzubauenden Dampfroffes fertig zubereitet, und ohne Unterbrechung wurde zur Aufmontirung geschritten. Nach einer Arbeitszeit von 4 Stunden 37 Minuten wurde bereits der Kessel ein­gesetzt und 9 Stunden 47 Minuten nach Anbeginn des Werkes stieß die Locomotive triumphirend ihren ersten Pfiff aus Sie war nämlich auch schon geheizt worden. Roch fehlten einige Minuten zur zehnten Stunde, als die neue Locomotive bereits vor einen Kohlenzug gestellt war, den sie stracks nach Peterborough führte. Unterwegs trocknete die

i Farbe des Anstrichs, welche der blitzartig erstandenen Locomotive ebenfalls nicht fehlte.

* Bei denhöheren Töchtern". In einem der ersten, im Westen Berlins gelegenenInstitut für junge Damen ) _ wie die neueste Lesart für die bisherige private höhere : Töchterschule lautet ereignete sich jüngst bei Gelegenheit ! des Geschichtsunterrichts der zweiten Klasse folgender ergötz- l liche Vorfall. Der Lehrer, ein schon älterer erfahrener

Herr, hat den Aufstand der Tyroler im Jahre 1809 zu seinem Vortrage gewählt und seinen ausmerksamen Zöglingen soeben i in schwungvollen Worten die Heldengestalt des kühnen Sand- ' wirths Andreas Hofer vor die Seele geführt, dabei erwähnend, - daß sich auch die zeitgenössische Dichtung des Tyroler National- ; Helden bemächtigt gäbe. Er führt habet das Lied an;Als ; der Sandwirth von Passeyer" und fragt feine sehr aufmerk­

samen Zuhörerinnen, ob das Lied der einen oder anderen vielleicht bekannt sei. Da erhebt sich ein niedlicher Backfisch von 13 Jahren, das Töchterchen eines hohen Martneosffzters, - und erklärt:Jawohl, Herr . . ., ich kenne das Lied, Papa singt es öfters."Singt es?" fragt verwundert der Lehrer die Tochter des Seehelden,nun, bitte, tragen Sie emma vor". Und das junge Dämchen stellt sich in Positur, schaut stolz um sich und beginnt: