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an5fd)lie§Iid) von Blattläusen nähren, in ihrer Entwickelung sich befunden haben. Aus dieser bemerkenswerthen Thaisache rr hellt die überaus große Nützlichkeit des meist unbeachteten LonnenkäferchenS.
8. Grünberg, 24. October. (Telegramm). Das Qsr« g'bniß der heutigen Bürgermeisterwahl ist: Stichwahl zivischen den Herren Dippel und Zimmer Die Stichwahl findet am 2. November statt.
Grüuberg. 22. October. Der Einbrecher, welcher am letzten Mittwoch in Stangenrod beim Ausüben seines unsauberen Handwerks ertappt wurde, hat es fertig gebracht, am selben Tage wieder aus dem Spritzenhaus, in das er vorläufig untergebracht worden war, auszubrechen. Als er zur Jnhaftirung in daö hiesige Hastlocat abgeholt werden sollte, fand man das Nest leer.
Rainrod bei Schotten, 21. October. Obgleich in diesem Jahre die Felddiebstähle an hiesigem Orte in ungeheuerer .Zahl zugenommen haben, so ist doch keiner so raffinirt aus- sührt, als der bei dem hiesigen Feldschützen Konrad. Geranntem Herrn wurde nicht nur der größte Theil seines Weißkrauts gestohlen, sondern die frevelnde Hand vernichtete auch außerdem noch den übrig gebliebenen Theil vollständig. Ucberhaupt scheint man es auf das Aufsichtspersonal abgesehen zu haben.
A Aus dem Kreise Alsfeld, 23. October. Wie wichtig cfl ist, bet dem Bezüge künstlicher Dünger eine Probe zwecks Untersuchung an eine chemische Umersuchungsstation zu lenden, erhellt folgendes Vorkommniß: Eine Gruppe des miitteldeutschen Bauernvereins in der Gemeinde K. hatte Dual einer ihr empfohlenen Handlung 18°/0tige Thomasschlacke hj.ogen. Die zur Untersuchung eingesandte Probe ergab ct er erst einen 16°/otigen Gehalt. Also auch die Antisemiten ko- men durch.Antisemiten betrogen werden, darum, wie überall, Virsicht!
Michelstadt, 20. October. Die zuerst in der „Starkenburger Prov.-Ztg." erschienene und aus dieser unter Quellen- mgabe auch in dieses Blatt übergegangene Notiz betr. den Bi such der hiesigen landwirthschaftl. Winter sch ule beruht auj einer tendenziösen Entstellung der Wahrheit. Bis jetzt haben sich bereits sieben Schüler definitiv angemeldet und wird die Schule in diesem Jahre immerhin von 12—15 Schülern besucht werden, was für unsere Odenwälder Verhältnisse, als ein befriedigendes Resultat bezeichnet werden faan. Nicht sieben, sondern sogar acht Lehrer ertheilen Unterricht an dieser Schule. Also abwarte»,!
Mainz, 20. October. Der Verband deutscher Ge- we-rbegerichte, dessen Gründung im Juni d. Js. dahier beschlossen wurde, ist nun in Wirksamkeit getreten. Bis jetzt sivid etwa 40 deutsche Gewerbegerichte dem Verbände beige: reten, dessen Hauptzweck der Austausch von Erfahrungen, wichtiger Urtheile, Gutachten u. s. w. ist.
Mainz, 21. October. Ein Lehrer in Dolgesheim, der Hdjon 33 Jahre lang durchaus tadelfrei und erfolgreich wirk- iatrt ist, hatte im Februar d. I. einer 13jährigen Schülerin, da sie sich widerspenstig zeigte und den wegen Trägheit über sie verhängten Arrest nicht aushalten wollte, mit der flachen hc nd drei oder vier Schläge in den Rücken versetzt. Das Mdchen, das bis dahin aufgeweckt und in der Schule tüchtig wort, erkrankte noch an demselben Tage schwer und ist seitdem stumpfsinnig geworden, kann nicht mehr lesen, schreiben u. s. w. Mhrere Aerzte sagen übereinstimmend aus, daß. sie an dem Kinde auch nicht eine Spur einer Verletzung gefunden haben,- daS- Mädchen sei hochgradig hysterisch und die Krankheit, die jedenfalls schon in ihm geschlummert habe, sei durch den damaligen Vorgang geweckt worden. Da den Lehrern nach den für Hessen bestehenden Dienstvorschriften die körperliche Züchtigung von Mädchen verboten ist, beantragte der Staatsanwalt deS hiesigen Landgerichts gegen den Lehrer wegen Mißhandlung 150 Mk. Geldbuße. Das Gericht erkannte auf 25 Mk.
Vermischtes.
* Wetzlar, 23. October. Der „Deutsche Reichsanzeiger" enthält in seiner letzten Samstag-Nummer Nr. 253 vom 21. October 1893 folgende für die Stadt Wetzlar hochwichtige Königliche Ordre:
„Auf den Bericht vom 14. September d. Js., dessen ilitCoge zurück erfolgt, will Ich der Stadt Wetzlar das Recht terleihen, die zur Ausführung der von ihr projectirten Quell- Msserleitung erforderlichen Grundstücke im Wege der Enteignung -zu erwerben oder mit dauernden Beschränkungen zu belasten.
Karlskrona, den 30. September 1893.
Wilhelm R."
♦ Heber ein Goncett einer Lehrercompagnie berichtet der MH. Staats-Anzeiger": In den letzten Tagen hatte die llebungszeit der aus der ganzen Provinz Sachsen, den ihmingischen Staaten und Anhalt zu den Fahnen der 93er ■unberufenen Lehrer ihr Ende erreicht. Schön und harmonisch ij die Dienstleistung der Lehrercompagnie ausgeklungen. Noch üirmal hatten sich die 180 mit ihren Vorgesetzten und Freun- Im in unserer Stadt auf Anregung der hiesigen Krieger- tirieine versammelt, um vor ihrem Auseinandergehen ihre meisterhafte Sangeskunst für den Baufonds des Kaiser-Wilhelm- Demkmals wirken zu lassen. Der Concertsaal des evangel. LeweinshauseS war ausverkauft. Was Reinheit des Tones, Lemtlichkeit der Aussprache und gefühlvolle Modulation nur intimer zu leisten vermögen, das konnte der sich in schmucker Uniisorm präsentirende Gesangchor in vollstem Umfange auf» toeifen. Es war alles vorzüglich, sowohl der Vortrag ein« girier Volkslieder, wie die Wirkung der gewählten Tonstücke. Aw das Concert schloß sich ein Commers. Die ersten mar« fijen Worte aus dem Munde des Chefs der Lehrercompagnie, Hauptmanns von Grävenitz, galten dem Kaiser und dem Hmzog. Manch treffliches Wort wurde dann noch gesprochen. Glliuz besonders wohlthuend berührte die Begeisterung, mit Mcher die Angehörigen der Lehrercowpagnie von ihren auS
bildenden Osfizieren allenthalben sprachen, und auf der an« 1 deren Seite die ehrende Anerkennung, welche dem Diensteifer I und der Hingabe der eingezogenen Lehrer gezollt wurde.
* Werden, 20. October. Heute erschien auf dem hiesigen Standesamt ein Brautpaar, das die stattliche Zahl 140 an Jahren zusammen aufweist. Die noch rüstigen Leute hatten sich in Amerika kennen gelernt.
* Stuttgart, 23. October. Der 20jährige Zimmermaler Heppeler erschoß gestern sich und die Tochter des Schlosser- rneisters Ruff, nachdem der letztere dir Verlobung Heppelers mit seiner Tockrer ausgehoben hatte.
* Saarbrücken, 23. October. Gestern ist in Heinitz ein Grubenbrand ausgebrochen, der noch nicht gelöscht werden konnte. Die Menschen sind in Sicherheit, dagegen sind sechs Pferde erstickt.
* Hohenfurt, 19. October. Ein entsetzliches Unglück ereignete sich im nahen Dorfe Stein. Jrn Hause des Bauern Firlinger war Feuer ausgebrochen und vier Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren in den Stall geflüchtet, welcher alsbald selbst von den Flammen ergriffen wurde, so daß bte Kinder elend umkamen.
* Die Pulverexplofion von Kirn vor Gericht. Vor der Strafkammer zu Coblenz wurde am 18. October über die Pulverexplosion in Kirn verhandelt. Es waren 24 Belastungszeugen, 4 Schutzzeugen und 4 Sachverständige geladen. Vor dem Tisch der Richter stand ein leeres Pulverfaß. Angeklagt war Julius Besemüller, geb. am 18. Februar 1845, Steinbruchbesitzer in Kirn und sein Aufseher Denzien, geboren am 26. Februar 1849 in St. Johannisberg, ferner Schieferbruchbesitzer Rech, geboren 13. März 1852 zu Bundenbach. Das Gericht sprach Besemüller und Denzien frei und legt die Kosten der Verhandlung der Staatskasse zur Last. In ganz nachlässiger Weise ist jedoch von Rech vorgegangen worden. Er selbst ist mit in Kirn gewesen, hat aber alles seinem Knecht überlassen und sich um nichts bekümmert. Er hat Alles unterlassen, was zur Sicherung des Transportes hätte geschehen müssen. Rech war deshalb der fahrlässigen Tödtung, Körperverletzung und Uebertretung der Polizeivorschriften schuldig zu erachten und wurde zu sechs Monaten Gefängniß und in die Kosten verurtheilt.
* Seltsame Annonce. In dem Annoncentheil der Londoner „Times" findet sich folgende Ankündigung: „Krieg in Südafrika. — Organifirung einer Expedition nach der Frint, Herren von Stellung, die reiten und schießen, können sich anfchließen. Kosten 4000 Mark. Führer besorgt. African G 915. Addreß und Nachfrage-Bureau. „Times" EC." — Die Aufforderung ist characteristisch für die Auffassung, die man in vielen Kreisen Londons von dem „kleinen Krieg" in Afrika hat: Schöne Gelegenbeit für Sport! Eine Jagd, bei der statt Elephamen und Tiger die schwarzen Matebele das Wild sind. Da sind 4000 Mark kein Geld. Wenn nur „Lo Ben" und feine tapferen Zulukrieger den Herren keinen Strich durch die Rechnung machen.
* Vom Gemeindediener zum Bürgermeister avancirl. Im Stuttgarter „Beobachter" ist zu lesen: „Da hinten bei Crailsheim haben die Leute wiederum wie schon einmal in der Nachbarschaft ihren Büttel zum Schulzen gewählt. Er bekam die meisten Stimmen, dann kam der Lehrer und darauf der Acciser. Daß der neugemählte Lebenslängliche von Stimpfach aber auch Humor besitzt, bewies er am Wahltag. Arn Abend desselben machte er nämlich in seiner Eigenschaft als seitheriger Polizeidtener das Ergebniß seiner eigenen Wahl im Orte mit der Glocke bekannt."
* Ein Original. Es giebt heutigen Tags wirklich noch Leute, die grundsätzlich keine Eisenbahn benutzen. In der Gegend von Meißen, so erzählt man der „Tägl. Rdsch.", machte sich dieser Tage ein alter, in den sechziger Jahren stehender Mann auf den Weg, um feinem in Dresden in Garnison stehenden Enkel eine Kiste mit Obst, Kuchen, Wurst u. f. w. auf einer Schiebkarre zuzuführen. Von seinem Heimathsdorfe aus hatte der gute Großpapa bis Meißen sieben Stunden und von Meißen dis Dresden noch ;fünf Stunden zu fahren. Früh um 6 Uhr war er aufgebrochen, Nachmittags war er in Meißen eingetroffen; trotz seines Alters wollte er noch am selben Tage bis Dresden fahren, da er nicht die geringste Müdigkeit verspürte. Aus den Einwand, daß er seine Kiste doch viel bequemer und für weniger Kosten mit der Bahn an seinen Enkel hätte schicken können, meinte der Alte: „Nee, nee, vun der Eisenbahn mag ich nischt wissen; mir Ham früher ooch keene gehatt und's ging ooch! Ich will die Kiste meinem Otto selber gäb’n, da weeß ich wenigstens, daß er'sche kriegt."
* Ein seltener Fall. Bei der Einweihung der Lutherkirche in Stettin wurde am Sonntag dem Fabrikdirector Lentz, der als Gomitemitglieb den Bau hervorragend auch durch reiche Geldmittel gefördert, vom Consistorialpräsidenten Richter der Kronenörden vierter Klaffe überreicht. Wie die „Neue Stettiner Ztg." mittheilt, lehnte Lentz indessen die Annahme des Ordens dankend ab.
* AuS London verlautet, daß der Stamm des päpst- lichen Vermögens in englischen Banken und in englischem Hausbesitz angelegt ist und das daher fließende Einkommen sich auf fast fünf Millionen Pfund, d. h. etwa 102 Millionen Mark beläuft.
* Weltausstellung in Chicago. Der „Franks. Ztg. wird aus Chicago gemeldet, daß die Ausstellung über den als Schließungstag festgesetzten 30. October hinaus so lange geöffnet bleiben wird, als der Besuch stark genug ist, um mindestens den Aufwand zu decken.
verkehr, Land, «nd volkswirthschast.
Sietei*, 24. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pt- Pfd. X 1,15—1,25, Hühnereier per Stück 4, 2 Stück 14-15 L, Käse pr. St. 5—8 4, Ääfematte pr. St. 3 Z, Erbsen vr. Wer 18 Anim pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar X 0,50—0,70, Hühner pr. Stück X 0,8b—1,00, Habnen pr & X 0,50- 0,85, ferten pr. St- X 1,60 bis 1,70, Oäfenffofdj pr. Pst» 62—§8 Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 50—56 H, Schweine,
fleisch pr. Pfd. 60 -70 A, Kalbfleisch pr. Md. 50-56 A, Hammelfleisch pr. Md. 4' -60 4., Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,00—5,00 X, WeiHkrcw, or Stück 4 -10 Zwiebel- pr- Zentner 7,00—8,00 X Milch D-. Liter 16 20 A, Gänse pr. Pfd. 42—54 A
Literatur und Annst.
— Vollständig liegt mit dem soeben erschienenen dritten Band nun auch die Volks: und Schulausgabe von »vrehms Lhierleben^ in der von Richard Schmidtlein neu heardeUcten zweiten Auslage*) vor. Den Beschluß detz Werkes bildet nach der srühclen Einlhelluna die Abbanvlung über die Kriechthitre. Fische, Jnsecten, 9ttederen Thiere. Das zum Studium dieses Bandes Anregende liegt sowohl in der Eigenart jener interessanten Thier gruppen als auch in der Meisterhasten Schilderung derselben, bL von Jner reichen Anzahl der prächtigsten und naturgetreuesten bildlichen Darstellungen belebt wird. Ueberhaupt kennzeichnet sich die silbständige Bearbeitung des „kleinen Brehm" in allen Einzelheiten als mustergültig, und sie stellt der Sorgfalt, mit welcher sich der Herattsgeber der übernommenen Ausgabe unterzogen hat, das ehrendste Zeugniß au». Das Wett besitzt die Vorzüge, die wir der großen Ausgabe in 10 Banden aus bester Ueberzeugung nackrübrnen konnten. Nicht durch trockene Systematik, nicht in pedantischem, doftrendem Vorfag, iondernsrisch, anschaulich und beredsam unterhält der kleine „Btehm" den Naturfreund von dem Leben und Treiben der gesammtcn Tbierwelt. Das Werk ist in seiner gegenwärtigen Gestalt vollkommen dazu angelhan, ein allgemeines Interesse an der zoologischen Wissenschaft zu wecken und die Liebe zur Thierwelt in die weitesten Kreise zu tragen. Wer nur einmal sich des Genusses dieser uavergleichlichen, anziehenden, auf feinsinnige Beobachtung sich stützenden Jaturschilderungen zu erfreuen hatte, der wird durch den daraus gezogener geistigen Gewinn dauernd dem großen Freundeskreise Brehms angehören. Und daß sich dieser gesunden, dem Alter wie der Jugend gleich gut bekömmlichen Geistcskost auch der weniger Bemittelte ersr.ue, dafür bat die Verlagshandluna durch die dreibändige Ausgabe von unverhältniß- mäßig billigem Preise Sorge getragen. Möge das Werk, dessen innere und äußere prächtige Ausstattung der vornehmen Gesinnung seines Verlegers vollkommen entspricht, sich der wohlverdienten Verbreitung erfreuen und den Segnungen des Wissens allen Schichten des Volks gleichmäßig zugänglich machen.
*) Brehms Thierleben. Kleine Ausgabe für Volk und Schule. Zweite, neubearbeiteteAuflage, herausgegeben von Richard Schmidtlein. Gr. 8°. Mit 1200 Abbildungen, 1 Karte und 3 Farbendrucktaseln. 3 Bünde in Halbfranz gebunden zu je 10 Mk. oder in 53 Lieferungen zu je 50 Pfg. Leipzig und Wien, Bibliographisches Institut, 1893.
-Verlag von J. F. Schreiber in Esslingen bei Stuttgart.
' Dr. G. H. v. Schuberts
M atunjeschidite der drei D »L p mit der Anatomie des Menschen. ILvlvlLv
Tierreich
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