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Sonntag den 24. September
Erstes Blatt
Kr. 225
9trn1pred)«r 51.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren
Hratisbeitage: chießener AamMenölätter
Den Besitzern guter können, sow'ei.'die Mittel uotern-tzmen gestern Nachmittag°>n. F°hn in dtt«nd.
reichen, Wegegelder, vorbehaltlich näherer Bestimmung, in
Amtlicher Theil
le Neigen.
Feuilleton
Innahme von Anzeigen zu bei Nachmittag« für btn folgenden lag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr.
Der
Eichener >*|d«et «scheint täglich,
Btt Ausnahme bei VionlagS
Di» Gießener f emifltelCilttr irrten dem Lnjerger c.it'iitlid) dreimal bngflegt
Aussicht gestellt werden.
Gießen, den 22. September 1893. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
Wien zurück.
— Zahlreiche Ordensauszeichnungen sind von Kaiser Wilhelm bei den ungarischen Manövern ver- liehen worden. Die bemerkenswertheste unter ihnen ist die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den österreichischen Gkneralstabsches Freiherrn v. Beck- der ungarische Ministerpräsident Dr. Wekerle erhielt das Großkreuz des Rothen Adlerordens.
— Im Reichsamte' des Innern haben am Donnerstag die Berathungen über die Einsührung der Sonntagsruhe auch für das Handwerk und die Industrie begonnen. Es nehmen an denselben Vertreter der Reichsregierung, des preußischen Handelsministeriums und einiger Bundesregierungen, außerdem eine Anzahl Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus den in dieser Frage interessirten Kreisen Theil, den Vorsitz führt Unterstaatssecretär v. Rottenburg. In der Eröffnungssitzung entwickelte der Präsident des Reichsamtes deS Innern die Gesichtspunkte des Entwurfes
Guido Ratelli und ist seiner Abstammung nach Spanier oder Italiener, vielleicht auch Amerikaner. Wenigstens kam er daher, um seine Künste im Schießen und Taschenspielen bei uns einem schaulustigen Publikum zu zeigen.
(St gab seine Vorstellungen im ReichShallen-Theater der Hauptstadt und soll wahre Begeisterung und große Bewunderung durch dieselben erregt haben.
Nicht wenig trug zu seinem raschen, erstaunlichen Erfolg ein junges Mädchen bei, daS er mitgebracht und das den Namen Miß Mary führte.
Mary war eine entzückende Blondine von kaum zwanzig Jahren, von wundervollem Wuchs und wahrhaft klassischen Zügen, deren seltene Reinheit an die Göttinnen Griechenlands erinnerte.
Allabendlich erschien sie als Page in einem reizenden schwarzen Sammetcostüm, das die Schönheit ihres herrlichen Körpers recht hervorhob, und gab mit etwas hochmüthiger, kalter Haltung ihre Vorstellungen.
Natürlich blieb ihre Schönheit und wirkliche Anmuth nicht lange unbeachtet und die Schaar ihrer Anbeter, die sich zu den Vorstellungen im Reichshallen-Theater drängten, wurde täglich größer. r , .
Am meisten Bewunderung erregte sie, wenn sie in dieser kleidsamen Tracht, daS schöne Haupt in ruhiger Entschlossenheit etwas zurückgebeugt, fünfzehn Schritte von Guido entfernt stand, der mit sicherer Hand die geladene Pistole auf sie richtete. Keine Wimper zuckte ihr bei dieser gefährlichen Stellung, wußte sie doch, daß Guidos Kugel in unfehlbarer Sicherheit eine Karte aus ihren Fingern, ein Pfeifchen aus ihren Lippen oder eine Nußschale von ihrem Kopfe wegschoß, denn seine Hand zitterte nie.
Man zerbrach sich den Kopf, in welchem Verhältnis der Künstler zu dem wunderschönen Geschöpf stände, ob sie sein Weib oder seine Geliebte sei, ohne hinter die Wahrheit kommen zu können.
Gießen, am 20. September 1893.
betreffend-. Die Ableistung des Huldigungs- und Ver- faffungseides.
DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Groftherzoglichen Bürgermeistereien der Amtsgerichtsbezirke Grünberg und Homberg.
Die Ableistung des Huldigungs- und Verfaffungseides her in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Untertanen, welche sich ohne Ortübürger zu werden, verherrathet haben, soll
Samstag den 7. October d. Js.,
Bormittags 9 Uhr,
in dem Rathhause zu Grünberg stattsinden.
Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zn dem Termine vorzuladen und wie geschehen unter At^abe
Bierleltlbrtger JtBennemcntiprtUl 2 Mart 20 Psg. mtt tiringerlebn. Durch bie Poft bejog* 2 Mark 50 Psg.
Webachon. trpebiti« und Z)ruderet:
«in Meisterschütz.
Don El. Bernhard.
Auf einer Reise nach Süddeutschland besuchte ich auch meinen UniversitätSfreund Schw ...., der in schöner Gegend eine Irrenanstalt besitzt.
Er zeigte mir die großartigen Gärten und Anlagen seiner Anstalt, wobei er natürlich auch von diesem oder jenem seiner besonders intereffanten Kranken sprach.
Als wir in einen Laubgang einbogen, begegnete uns ein schlanker Mann mit hochmüthiger Haltung, der uns auffallend herablassend grüßte. t m
Das war auch," sagte mein Freund in Beantwortung -meines fragenden Blickes, »ein Opfer deS Größenwahns. Der Unglückliche bildet sich nämlich ein, Herrscher deS Reiches ier Mitte zu sein und beschäftigt sich nun ausschließlich damit, Verfügungen, diplomatische Noten und sonstige mit der Regierung eines Landes zusammenhängende Schreibereien zu terfaffen und sie seinem Gesandten, wofür er den Wärter kält, zu übergeben."
Ehe ich noch weitere Fragen stellen konnte, ertönte Plötz- Ich ekn Schuß aus geringer Entfernung.
„WaS war das?" fragte ich erschreckt, „ist etwa ein Unglück passirt.?"
Doch mein Freund lächelte nur und zog mich statt aller Antwort nach einem kleinen Pavillon, der ganz hinter Bäumen versteckt lag. Er schloß die Thür auf, durchschritt •ttne kleine enge Vorhalle und führte mich auf einen langen, von Mauern umgebenen Hof. Hier stand ein Mann in 'fremdartiger, eigenthümlicher Jägertracht, mit dem Rücken gegen die Pavillonwand gelehnt.
Bei unserem Eintritt, den er nicht zu bemerken schien,
Bekanntmachung,
betreffend die Faselschau zu Gießen im Herbst 1893.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß am ll. October d. I. gelegentlich des an diesem Tage statt- fiili»enden Viehmarkts zu Gießen auf dem Viehmarktsplatze eine öffentliche Faselschatk durch die Körcommisfton abgehalten werden wird. Die Schau beginnt Vormittags 10 Uhr; zur Ankörung kommen nur Fasel der Vogelsberger und Berner, speciell Simmenthaler Raffe; auch müffen die Bullen sprung-
Bekanntmachung,
betreffend die Faselschau zu Hungen am 18. September l. I.
Die nachstehend verzeichneten Bullen wurden bei der am 18. d. M. zu Hungen abgehaltenen Faselschau für tauglich befunden, als Gemeindezuchtstiere verwendet zu werden.
Gießen, den 22. September 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern. ___
Ullr Annnncen-Vurraux be« In- unb Auslanbe« nehmen Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger- entgegen.
Gießener Anzeiger
Keneral-Mnzeiger.
Im Walde bei Ziegenberg wurde der Thee eingenommen. Zur Abendtafel hatten die Ehre eingeladen zu werden: ©eine Excellenz Generallieutenant v. Wittich, commandierender General des 11. Armeecorps, Oberstlieutenant v. Bock, Ches des Generalstabs, sodann Major Roehl, Oberftlieutenant Winter, Major Cullmann und Premierlieutenant v. Grundherr. Heute wurden mit Einladungen zur Tafel beehrt: General Prinz Croy, Commandeur d'er 21. Cavallerie Brigade, Generalmajor Leo, Commandeur der 11. Feld - Artillerie - Brigade, Generalmajor v. Maffow, Commandeur der 25. Cavallerie- Brigade, Generalmajor von Igel, Commandeur der 50. Infanterie-Brigade, Generalmajor v. Meerscheidt-Hülleftem, Commandeur der 42. Infanterie-Brigade und Generalmajor v. Gersdorff, Commandeur der 41. Infanterie-Brigade.
Berlin, 21. September. Dem am Donnerstag Nachmittag beendigten Manöverbesuche KaiserWilhelms beim österreichischen Herrscher in Güns ist der Jagd auf- enthalt des deutschen Kaisers in der Gege n d von Mohacs unmittelbar nachgefolgt. Arn Freitag früh gegen 2 Uhr traf der Kaiser in Mohacs ein, hier auf dem Bahnhofe vom Könige von Sachsen, vorn Erzherzog Friedrich und vom Prinzen Leopold von Bayern empfangen. Die gelammten Fürstlichkeiten begaben sich alsdann nach dem für sie auf der Donau bereit liegenden Salondampfer, mit welchem sie nach dem Jagdgebiete abfuhren. Soweit bekannt, gedenkt Kaiser Wilhelm bis diesen Montag in den Jagdgründen zwischen Donau und Drau zu verweilen. Kaiser Franz Joseph reiste am Donnerstag um 6 Uhr Nachmittags, nach herzlichster Verabschiedung vom deutschen Kaiser, von GÜns direct nach
der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen ober zu berichten, daß Niemand vorzuladen war.
Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben.
von Gagern.
mit "wl.fofort ob. fnfo EMerstraße 11
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Gefunden: 1 Meffer, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Haarpfeil, 1 Metermaß, 1 Regenschirm, 1 Manschetten- knops, 1 Thürdrücker, 1 Hundehalsband, 1 Hundekette, 1 Milchblech, 1 Kinderschuh und 1 Schürze.
Gießen, den 23. September 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
Deutscher Reich.
Friedberg, 21. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und die Höchsten Herrschaften ^ob^r*bK^^te, bewaffnete Hand und feuerte nach der entgegengesetzten ©fite. ,
Als ich dek Richtung des^chuffes folgte, sah ich eine Weiße Gypsmaske^ einen schönen kwfsischen Fr^-nkopf-dav stellend, an der Wand befestigt. > *1 * 3
<x Jn der Stirn hatte diese Maske ein winziges schwarz^ Loch, in dem die Kugel verschwand, ohne daß der Kopf sich rührte.31 ,
„Paffen Sie auf," flüsterte mein Freund, „er verfehlt keinen Schuß! Alle Kugeln gehen durch daS kleine schwarze Loch in der Stirn."
Unterdeffen hatte der Mann einen neuen Schuß ab- gefeuert, der sein Ziel ebenso sicher traf, ohne daß die Maske auch nur schwankte. So ging es noch fünf oder sechs Mal.
Da legte der Arzt die Hand auf seine Schulter, so daß er uns sein blaffes, von tiefschwarzem Bart eingerahmtes Gesicht mit düsteren, entschloffeneu Zügen zuwandte.
„Hören Sie einen Augenblick auf." sagte mein Freund, was der Unglückliche mit schweigendem Kopfnicken bewilligte.
Nun führte mich der Arzt nach der entgegengesetzten Seite des Hofes und zeigte mir hinter der GyPSmaske ein kleines, dickes Eisenblech, das die Mauer vor dem Eindringen der Kugeln bewahrte. Auf diesem befand sich ein kleiner runder Fleck von glänzender Farbe.
„Sehen Sie, wie genau der Unglückliche sein Ziel trifft, keine Kugel geht einen anderen Weg."
„ES ist wirklich sonderbar," sagte ich, „warum schießt er aber so viel?"
„Rommen Sie fort, dann will ich Ihnen seine Geschichte erzählen."
Wir entfernten uns wieder durch den Pavillon unb hörten bald darauf in regelmäßigen Zwischenräumen das Knattern der Pistole wieder ertönen.
„Mein unglücklicher Gast," begann mein Freund, „heißt
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empfiehlt sich
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Bemerkungen
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•2 Namen
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Wohnort
Rasse
Alter
Farbe
Körper- Beschaffenheit
Gesundheitsund Nährzustand
l. Heinrich Huber . . .
2 Phil. Schultheiß. . .
3. Friedrich Bovv . - -
4. Wilh. Wolf VI. . . .
5. Gilbert Müller II.. .
6. Otto Fritz.....
7. Joh. Krd. Meck. . .
8. Bürgermeister Reitz. .
9. Joh. Konrad Schmidt .
JO Heinrich Schepp V. .
Wölfer-Heim Echzell Bellersheim Berstadt Bellersheim Trais-Horloff Rabertshausen Echzell Gambach
Saasen
Simmentb. Bast. deSgl. desgl. desgl. desgl. desgl. desgl. deSgl.
Berner Bastard
Vogelsberger
IV« Jahr J6 Monat 13 Monat IV« Jahr IV« Jahr 14 Monat IV« Jahr 13 Monat 17 Monat
2 Jahre
Gelb u. weiß desgl. desgl. desgl. desgl. desgl.
' deSgl. desgl.
Braunroth und weiß
Dunkelroth
Genügend desgl. desgl. desgl.
Gut Genügend desgl. desgl.
Gut Genügend
Gut desgl. desgl. desgl. deSgl. desgl. desgl. desgl.
desgl. desgl.


