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2l.Jun- M r>aa- 12U»'
22. tU'iL^fco'erne'B U6r
Barometer: Tberwometer:
Scipio
Dr. Stenge!
H'richel
Miedrich
eine Stundung der Rückzahlung — unter Anordnung von zwei Jahreszielen — mit Fälligkeitstermin im December, Zinsfreiheit im ersten Jahre und mäßigem Zinsfuß für das zweite Jahr (höchstens 2 bis 21/9°/a) stattfindet-
a. das Bedürfniß in den einzelnen Ortschaften, da wo landw. Genossenschaften bestehen, durch diese und zwar für die ganze Gemeinde, in allen anderen Ge-
Temperatur der Lahn und Lust nich Reaumur gemessen am 22. 3uni. Mittags zwischen 11 nnb 12 Uta: Saffet 17. Luft 17 @rab.
Rübsarnen'sche Badeanstalt.
1. AngefichtS des in Folge der anhaltenden Trockenheit über die Landwirchfchaft herrinbrechenden Nothstande» erscheint eS ernsteste Pflicht aller zur Fürsorge für diese wichtigsten Zwnge der BolkSthätigkeit im Staate berufenen Factoren, mSbesondere des Staates selbst, die zur Linderung der Noth dienenden Maßregeln unter ausreichender Inanspruchnahme der StaatShülfe ohne Verzug und energisch zu ergreifen.
2. Zunächst ist für Bereitstellung von Streuersotzmitteln und Beschaffung von Futtermitteln zu sorgen.
3. Die wegen Bewilligung von Waldftreu auS den Domanialwaldungen bereits getroffenen dankenswerthen Anordnungen der Großh. Regierung find dahin zu ergänzen, daß dem ganzen Bedürfniß entsprochen und Waldstreu (sowohl Laub- wie Nadelftreu) an Unbemittelte unentgeltlich an Andere unter erheblicher Ermäßigung des Tarifpreises und weitgehender Zahlungsbefriftung auS der Hand abgegeben werde.
4. Die Versteigerung von Waldstreu. auS den Gemeindewaldungen hat unter der Bedingung zu erfolgen, daß nur Ortsangehörige mitbieten und zur Verhütung der Speculation und Preistreiberei bei Meidung einer Conventionalstrase die Steigerer gehalten find, die Streu nicht wieder zu veräußern.
5. Die Erlaubniß zur unentgeltlichen Entnahme von Futterlaub und Rapsgras m den Staats- und Gemeindewaldungen ist im umfänglichsten Maße zu ertheilen. '
6. Die sofortige Beschaffung von ausreichenden Torf- ftreumengen und die Errichtung von Torfftreulagern in den bedürftigsten Theilen des Landes zwecks Abgabe in kleinen Portionen ist ins Auge zu faffen, auch ist auf namhafte Frachtermäßigung für Torsstreu hinzuwirken.
6a. Die im Großherzogthum befindlichen Torfgruben sind auf ihre Nutzbarmachung umgehend zu untersuchen resp. im Verfolg der Untersuchungsresultate der Betrieb der Torf- streufabrikation ebenfalls umgehend zu oeranlaffen und dahingehende Schritte zu thun, daß die Abgabe der so gewonnenen Torsstreu an die Consumemen lediglich zu Erstehungskosten — möglichst unter Absetzung von Bahntransportkosten in den Grenzen des Großherzoglhums erfolge.
7. Im Ferneren sind schleunigst Ankäufe von Futter- Mitteln in die Wege zu leiten, insbesondere ist die Lieferung großer Posten von
Futtermais,
Palmmehl und Palmkuchen
Heu (für Spätsommer) icher zu stellen.
8. Nicht minder ist für die Befriedigung des Bedürf, nisses an Saatgut — speciell für die Stoppelsaat — z. B. Weißrüben, Senf, Wicken, Erbsen als Herbstiutter, Winter, wicken, Sandwicken und Sandlupinen, Johannisroggen als Frühjahrsfutter — zu sorgen.
9. Zur Versorgung der Landwirthe mit den unter pos. 5 und 8 erwähnten Bedarfsgegenständen wird eine Organisation — der Weise vorgeschlagen, daß
Verkehr, Land- rrnd Vott-miethschaft.
„ .4 2! 3unL Frachtmarkt. Rother ffiehai
w cher Westen s 14.60. Lorn X 12 60, Seifte X 1060, Vater X y.45, Erbten X —..
„Um keinen der Candidaten zu verletzen, Will ich sie alle hier unlercinandersetzcn,' Ich überlaste der Commission die Wahl, Wer am besten paßt in den RelchSiagsaal."
-n-. Hofgull, 21. Juni. Die in Nr. 143 des „Gießener Anzeiger" enthaltene Notiz, betr. die Prämitrung von in München ausgestellten Schweinen des Herrn C. Hoffmann kann dahin ergänzt werden, daß Herr Hoffmann außer den angegebenen Preisen noch die folgenden erhielt: Den ersten S-egerpreiS für Eber der Klaffe weißer Schläge in englischem Typus, den ersten Siegerpreis für den besten Eber der Ge- sammtauSstellung, den ersten Siegerpreis für die beste Sau der GesammtauSstellung, sowie den zweiten CollectionSpreis.
Aus dem Wahlkreis Alsfeld, 21. Juni. In unserem Wahlkreis sind die Antisemiten gewaltig an der Arbeit, in der Stichwahl den Sieg über den Nationalliberalen Backhaus zu erringen. Ihr Candidat Zimmermann aus Dresden hält alltäglich Wahlversammlungen ab. Die Entscheidung hab?n neben den von der Wahl Zurückgebliebenen die Freisinnigen in den Händen. Hoffentlich treten sie für den nationalliberalen Candidaten ein, wozu sich jetzt die Freisinnigen umsomehr verpflichtet fühlen sollten, als der Sieg ihres Führers Richter allein von den Nationalliberalen abhängt. Im Wahlkreis Gießen ist dle antisemitische Agitation zur Stichwahl gegen Mein er t weniger bemerkbar, da hier offenbar von denselben der Sieg üb:r letzteren schon für sicher gilt. Auch hier hängt die Entscheidung von den Freisinnigen und den Reserve Wählern ab, da die Socialdemokcaien sich der Abstimmung enthalten werden. Wird im Wahlkreis Alsseld Zimmermann gewählt, der in Sachsen jedenfalls als Sieger aus der dortigen Stichwahl geht, so steht Alsseld vor einer dritten Wahl.
Michelstadt, l9. Juni. Bei der hiesigen Reichstags- wähl fand sich in der Urne ein Stimmzettel mir nachstehendem Inhalt vor:
veröffentlicht worden ist, bei deren Einfuhr nach der Schweiz die Vorlegung von UrfprungSzeugniffen verlangt wird. Zur Ausstellung der UrspruugLzeugniste find nach dem in einem Abdruck beigefügten durch Bekanntmachung des Bunde-- rathS der Schweizerischen Eidgenoffenschaft vom 14. Februar d- I. feftgeftellteu Formulare die OrtSbehörden, Handelskammern, Polizeibehörden oder schweizerischen Consulate befugt. Ebenso hat nach einem in der ersten Beilage zum deutschen Reichsanzeiger vom 12. Mai d. I. (Nr. 112) veröffentlichten neueren Beschlüsse des Schweizerischen Bundes- rathS eine Einschränkung der ursprünglichen Forderung von Ursprungszeugnissen für die Einfuhr von Maaren nach der Schweiz stattgesunden.
Ebenso diene zur Nachricht für Jnterestenten, daß im diesjährigen Apnlhest des deutschen Handelsarchives, Theil I S. 220, die von der französischen Zollverwaltung aufgestellten Bedingungen mitgetheilt worden sind, denen die durch die Schweiz nach Frankreich gehenden Waarensendungen entsprechen müssen, um in letzterem Lande zu den Zollsätzen des Minimaltarifs zugelassen zu werden. Nach den von der französischen Regierung neuerdings getroffenen Bestimmungen ist hierin insofern eine Aenderung eingetreten, als nunmehr an Stelle der für Stückgüter vorgeschriebenen Plombirung Ursprungs- zeugnisse treten können, welche von diesseitigen Zollämtern oder Ortsbehörden, oder von schweizerischen Zollagenten ausgestellt sind, während directe Wagenladungen nach wie vor plombirt werden müssen- indeffen ist in letzterer Hinsicht die Plombirung nicht nur Seiten« der diesseitigen Zollämter und Eisenbahnstationen, sondern auch Seitens der schweizerischen Eingangszollstellen zulässig. Die näheren in Betracht kommenden Bestimmungen können auf dem Büreau der Kammer eingesehen werden.
** Militärisches. Herr Oberst Perthes, deffen Ernennung zum Commandeur der 44. Jnfanterie-Brigade wir bereits meldeten, hat sich heute Vormittag von dem Regiment Kaiser Wilhelm verabschiedet. Die Fahnen des Regi- ments wurden in die Wohnung des Herrn Oberstlieutenant Schmidt, Alicestraße, gebracht.
** Concertvereiu. Am gestrigen Abend fand in der S t a d t k i r ch e das sechste Concert des hiesigen Concert- vereinS statt. Eingeleitet durch die „Kirchliche Festouverture über den Choral: Ein' feste Burg ist unser Gott" von O. Nicolai, brachte das Programm als Hauptnummer die Bruch'iche Composition über das „Lied von der Glocke" für Chor, vier Solostimmen, Orchester und Orgel. Wir nehmen davon vorläufig Notiz und behalten uns eingehenderen Bericht für die nächste Nummer unseres Blattes vor.
Radfahrfest. Wir haben noch nachzutragen, daß die Fortsetzung des am Sonntag so schön verlaufenen Festes am Montag Nachmittag sich anschloß. Ein „Jugendfahren" (1000 Mtr. — 3 Runden) eröffnete die Fahrten. Das Ergebniß dieses Fahrens war: Willy Seip erster, Carl Duill zweiter (mit Vorgabe), Heinr. Hellmold dritter (mit Vorgabe). — An dem darauffolgenden Quadrillefahren nahmen Theil: H. Born, 2B. Geißler, H. Duill, H. Hellmold, K. Zörb, A. Duill. — Das Resultat des Vereinsfahrens (2000 Mtr. J= 6 Runden) mit Vorgabe war folgendes: Helfenbein erster (280 Mtr.), H. Carlü zweiter (250 Mtr ), K. Hansel dritter, L. Hamel vierter. Die Vorgabe bei dem Veremfahren war den beiden vorzüglichen Fahrern gegenüber etwa- hoch gegriffen, so daß es den beiden Malleuten (Gebr. Hamel) nicht gelang, dieselben einzuholen.
die Staatskaffe weiter die Ankaufskosten und je nach Lage der Verhältnisse bet den einzelnen Bedarfs- gegenständen ganz oder theilweise die Fracht bezw einen Theil de- Ankaufspreises deckt.
m , Um die voraussichtlich schlechte Kartoffelernte dem Volke als Nahrungsmittel möglichst ausreichend zu erhallen, ist den landw. Brennereien für die Campagne 1893/94 da- Brennen von Mais (mehligen Stoffen überhaupt) zu gestatten und die Großh. Regierung zu ersuchen, die Zustimmung des Bundesralhes einzuholen.
Witterungsaussichten
W t','b5"St»e", S"da"laa*.
Maßnahmen so schleunig wie möglich zur Ausführung bringen zu laffen. 00
16. Zur weiteren Betreibung der Sache bestellt der LandeSausichuß eine Commisfion, bestehend auS dem Vorsitzenden KreiSrath Ha aS-Offenbach, den M tgliedern GurS- pachter von Oven-Hungen und Gutsbesitzer Ernst Wern her-Nierstein, welche der Großh. Regierung al» «ei- rathzur Verfügung gestellt wird.
meinden durch sofort zu bildende, auS drei bis fünf Landwirthen bestehende Ortsausschüsse festgestellt und die Bestellungen entgegenzunehmen sind. Die Bildung der Ortsausschüsse würde alsbald durch Anordnung der Großh. Regierung zu erfolgen haben-
b. die Sammlung und Ausführung der Bestellungen und das Jncasso von dem Verband der landw. Ge- nossenschaften und seinen Geschäftsanstalten, welcher sich hierzu bereits zur Verfügung gestellt hat, unter Mitwirkung einer Verttetung der Großh. Regierung und einer Commission des LandesausschuffeS uneut- geltlich zu übernehmen ist.
10. Die StaatShülfe für die Beschaffung von Torfstreu, Futtermitteln und Saatgut hat in der Weise stattzufinden, daß der Staat die Vorlage für sämmtliche Ankäufe leistet -
12. Es wäre ferner zu veranlassen, daß von der Abhaltung der Militärherbstübungen in den besonders gefährdeten LandeStheilen, jedenfalls von einer Fourage- und Streulieferuna und Mannschaftsverpflegung durch die Gemeinden und Quartier- träger abgesehen wird.
Auch ist die ReichökriegSverwaltung zu ersuchen, aus Strohankäufe im Lande thunlichst zu verzichten.
13. Zur Ergänzung des voraussichtlich eine sehr starke Reductton erfahrenden ViehstandeS im nächsten Frühjahr sind Staatsmittel zwecks Gewährung von Darlehen zu niedrigstem Zinsfüße bereit zu stellen.
14. Endlich ist eine entsprechende Bclehrung der landw. Bevölkerung durch Wort und Schrift, insbesondere durch die Großh. LandwirthschaftSlehrer, die landw. Zeitschrift, die TageSpresse, insbesondere die Localblätter herbeizuführen.
Dabei ist auf Fütterung des Strohes, auf Erfatz deS StrobeS durch Surroga'e (Torfstreu, Erdstreu, Herrichtung von Pritschenlagern — zu letztem würde der Staat aus den Domanialwaldungen entsprechende Weichhölzer billig abzuaeben haben) hinzuweisen.
15. Die Großh. Regierung ist zu ersuchen, vorstehende
. + 5VR., . +8|/«*1U
--------- Mbl unb trocken. Mittlerer Barometerstand btt 0° ---- 744,7 mm.
Beschlüsse
bei LandesausschuffeS der landw. Bereine deS Großherzoathum« Hessen in Sachen des landwirthschastlichen Aothstande«.
In seiner außerordenilichen S'tzung vom 17 d MtS dat der LandeSauSschuß in Gemäßhe.t deS von dem Mitglied E. Wern her erstatteten CommiisionSberichteS, sowie auf Antrag des Vorsitzenden Kre.srath HaaS und deS Mitgliedes Meinert folgende Beschlüsse gefaßt:
mio 741 mm, max. 743mm mm. 741mm, mar 74^mm
....... + 9» R. ,+16WB.
Hygrsmetentand: Mhl unb trocken.
Eingesandt.
•ieftttt, 22. Juni 1893.
Bit brauche« Wafferi
Anknüpfend an da» „Eingesandt" im gestrigen Anzeiger erlaub« ich mir die Anfrage: Wa« denn eigentlich von Seit« der Stadtverwaltung geschieht, um der gegenwärtigen Wassernoth in unserer Stadt aozu- h elf en? — Das Absperren des Wasser» kann doch nur eine provisorische Maßnahme sein — dem Wassermangel muh durch Zuleitung neuer Quellen abgeholsen werden. Die Klagen über unsere Wafferverhältniffe sind allgemein und werden nunmehr immer lauter!
m Gedenkt man nicht, wie sehr «ranke unter den gegenwärtig« Verhältnissen leiben! p p
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Schisssnachvichten.
__ H H°?bura, 17. Juni. (Hamburg-Amerikanische Packetsahrt- «ctien-Gesellschast.) Der Hamburger Doppelschrauben-Schnelldampser „Normannia", Capitän Hebich, welcher am 9. Juni von Southampton abgegangen, ist nicht, wie irrthürnlich gemttbet, am 16. Juni 6 Uta Morgen«, sonbern am 15. Juni, 9>/t Uhr Abend«, wohlbehalten in Newyork angekommen. Die Reisedauer der /JZormannia* von Southampton bi« Newyork berechnet sich somit nicht auf 6 Zone 21 Stunden unb 25 Minuten, sondern auf 6 Tage 12 Stunden unb 55 Minuten und von Queen«town au» auf nur 5 Tage 21 Stunden 55 .Minuten. — Die „Normannia" erzielte eine Durchschnttt«- geschwtndlgkeit von nahezu 20 Meilen per Stunde unb ist irkt al« bet schnellste unserer Hamburger Expreß Dampfer zu bewachten.
Der Postdampfer .FrieSlanb" ber „Sieb Star Line* in «nt- werpen ist laut Tttegramm am 19. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen.
Universität» - Nachrichten.
M "«iOl. «inifferiu«» der geistliche«,
berUnterrichzg- nnb Vredicinatangelegendetten. die Gr» Werbung M philosophischen Doetsrtitel» der Lehrer «« h-tzere« Uuterrichlsanstalte« betreffend.
.. . oL ®crt^Itr Würdigung bes burch die aut einigen deutschen UrtDerftt«m aber<m9 leichte Erwerbung be« philosophischen Doctor.
geschädigten Ansehen» ber Doctorwürbe, bte früher nur fehr JRä[tnfrn der Wissenschaft, ja im Anfänge nur ben fttatShocenten verliehen würbe, hgt da« preußische Cultutz- mtnmcrium an sämmtliche Provinzialschulcollegien unb Königlich« Regierungen, bie Königlichen Eonftstorien ber Provinz Hannover unb ben Königlichen ederktrchrnrath zu Nmbheim solgenben Erlaß gesandt:
„Während gegenwärtig die philosophischen Faculläten der preußischen Unioerfitäten, ttnschließlich der Scademie zu Münster die Dottorwürde durchweg nur nach vorgängigem mündlichem Eramen und auf Grund einer gedruckten Dissertation ertheilen, wird an ttnzelnen nicht preußischen Unioerfitäten die Erfülluna der genannten Vorbedingungen für die Promotion jum Doctor philoeophiae nicht gefordert. ES beruht hierin ein so wesentlicher Unters«,.d in der Bedeutung der Würde, daß eS mir geboten erscheint, ihn im Bereiche
We«feitifl«n Verwaltung dadurch zur amtlichen Geltung zu dringen, vatz Die Unterr«ch!SbchS:den nur diejentgen dem UnterrichtSwesen angehörenden Personm im amtlichen Verkehr mit der Doctorwürbe bezeichnen, welche sie auf die in Preußen vorgeschriebene Art erwerben.
Ich werfe deshalb daS Königliche Provinzialschulcollegium N. N. an, ben an öffentlichen ober privaten Lehranstalten Seines . . . Verwaltungsbezirke« angestellten ober künftig anzustellenben Lehrern, bie nicht gegenwärttg bereit« im rechtmäßigen Besitze der Würbe eine« Doctor philosophiae sind, sonbern sie erfl künftig erwerben sollten, im amtltchm Verkehr den Doctortttel nur bann beizuiegen, wenn er tonen von einer preußischen Universität ober von ber «cabemie zu atcunfter erlpeilt ist, ober wenn der von einer nichtpreußiichen Universität Promovtrte dem Königlichen Provinzialschulcollegium nachwttst daß er auf Grund mündlichen Examens und gedruckter Dissertation die Würde erlangt habe. Wird letzterer Nachwet» nicht f° ist ber auswärts erworbene Doctortttel amtlich nicht zu derucksichtigm. Eine Ausnahme ist in letzterer Hinsicht nur bei Lehrern zu machen, welche auS frembem Staat«- ober Schuldienst in ben btesseitigen übertreten unb bei biefem Ueberttitt bereit« ben Doctortttel einer nichtpreußischen pdilofophischen Untoersttät besitzen sollten. Die von einer beutschen FacuUät aus eigener Bewegung honoris causa zu Belohnung befonberer wissenschaftlicher Verdienste ??®e»« Promotionen werben von bem gegenwärtign Erlasse seldstredenb nicht berührt." von biesem Erlaß wirb man in Hessen sicher Mit einer gewissen Befriebigung Kenntntß nehmen. Liegt doch in bee überaus leichten Promotionsbedingungen ber philosophischen Fakultät verschiedener deutscher Univirsitäten und ben erheblich erschwerten anforberuMen, bie unsere Lanbe-unioersiiät an bieCanbidaten stellt, ein Giunb mit für bie oermtnberte Fieguenz unserer Hochschule gegenüber biefen, trotz minbestm« glttcher Leh'kräfte. Wir drlligm wohl mit Genugihuung, daß al« Grunbbebingung für bie Promotion in Gießen ba» Reisezeugniß für bie Universität verlangt wirb: ff? Interesse beS Besuch« unserer Hochschule wäre die «eltttigung MEr »«dinguna, nach dem Vorgänge der anderen Universitäten Deutschland«, sehr zu wünschen. Gar viele Kandidaten bei phtlo- scphischen Facultüt schreckt nämlich gerade diese Bedingung vom Besuche Gießens ab; andere finden darin die Veranlassung, Gießen zu verlassen unb ihre letzten Studiensemester an jener Universität zu verbringm, welche ihnen die Promotion gestatitt. — Wir geben be«- halb bem Wunsch« Ausdruck, an maßgebender Stelle möge eint Aenderung der Promotionsbestimmungen in diesem Sinne erfolgen- diese Erleichterung ist umsomehr angezttat, als selbst Preußm, ba« bie Doctorwürbe zu wahren sucht, bte Erwerbung derselben ohne daS Rttfezeugniß nach L-ge der Verhältnisse gestattet.


