Ausgabe 
21.4.1893 Zweites Blatt
 
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1893

Freitag den 2t. April

Awette» Blatt.

Nr. 93

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Anits- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen.

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Hratisöeikage: Hießener Kamitienökätter

Feuilleton

Mächen hat auch keens von der Jüte."

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Wollen Sie es nicht dann an sich nehmen, bis

Ach lieber ja, jehen Se mer man mit so wa-! Eenmal

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Wat haben Se denn da ScheeneS?"

Ein Armband. Gehört es Ihnen?" antwortete Anton und hielt seinen Fund in die Höhe.

Nee, det muß eens von die jungen DamenS verloren haben, die gestern hier waren, meens iS es ntch, und unser

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eine Examensgeschichte von Edgar Reinhold.

(1. Fortsetzung.)

Seitdem hatte er das Mädchen nicht wieder gesehen. Er wußte nicht, wer sie war, aber seine Phantasie zauberte sie ihm manchmal hin, daß er sie vor sich zu sehen glaubte, und dann empfand er auch wohl d. h. zugegeben hätte er das nie eine Art Reue, daß er die liebliche Erscheinung auS den Augen gelassen hatte. Eine ähnliche Empfindung mochte er auch jetzt wieder haben, denn er faßte die Summe seiner Gedanken in den einfachen, aber mit großem Nachdruck gesprochenen Satz zusammen:Ich bin ein Esel."

Der verhängnißvolle Tag der Prüfung war angebrochen. Um zehn Uhr sollte erst die Tortur beginnen, aber der^Herr RechtScandidat, der eine sehr schlechte Nacht hinter sich hatte, war bereits um acht Uhr fix und fertig. WaS sollte er so lange beginnen? In der Bude sitzen nnd noch einmal schnell alles repetiren? Unsinn! Hätte keinen Zweck. Lieber spazieren gehen und irgendwo eine Taste Bouillon trinken. Gedacht, gethan! Anton zog einen leichten Ueberzieher über den Frack, setzte den Chlinder auf und verließ seine Wohnung. Er ging durch einige Straßen, bis er vor einer Conditorei sich erinnerte, daß er sich zu stärken beabsichtigt hatte. Er trat ein und setzte sich an einen Tisch am Fenster, um sich durch den Ausblick auf daS Straßengewühl ein wenig zu zer­streuen. Da stieß sein Fuß an einen harten, klirrenden Gegenstand, und als er hinsah, entdeckte er ganz hart an der Wand ein Damenarmband. Es war ein ziemlich breiter Reis von mattem Silber, auf dem eine in Goldciselirung auS- geführte Jagd dargeftellt war- daS goldene Sicherheitskettchen war durchgeristen.

Sieh da," sagte Anton,ein Fund am frühen Morgen. Wäre ich abergläubisch, könnte ich factisch denken, ich habe heute Glück."

Sein schmunzelndes Gesicht zeigte, daß er in der That so abergläubisch war.

Die Conditormadame hinter dem Buffet guckte neugierig zu ihm herüber.

hin in eine gelinde Dynamitstimmung versetzt, dem unfrei­willigen Attentäter einen Rippenstoß verabfolgte, daß der Ahnungslose über den ganzen Bürgersteig bis an die Want» taumelte und dabei mit dem Ellenbogen eine Fensterscheibe einstieß. Sofort war der allerschönste Straßenscandal in Scene gesetzt. Dergemißhandelte" Vertreter der aller- untersten Zehntausend erging sich unter dem Beifallsgejohle der schnell sich ansammelnden Menge in unflätigen Schimpf­reden und der schnell herausgeeilte Besitzer der Fensterscheibe, ein Schneiderlein von kleinsten Dimensionen, erhob mit krähender Stimme ein Zetergeschrei nach Schadenersatz. Um sich in dieser unangenehmen Lage wenigstens einen vom Halse zu schaffen, warf Anton dem quäkenden Meister von der Elle schnell einen Thaler hin und spähte nach einem Durchgang. Da nahte ein Schutzmann. Auf den halbberauschten Schnaps­bruder hatte die Uniform ungefähr dieselbe Wirkung wie auf einen Puten ein rothes Tuch. Die natürliche Folge war, daß die Verhaftung erfolgte.

Ja, ich kann Ihnen nicht helfen," wandte sich der Wächter des Gesetzes an Anton,wegen deS Protokolls müfferi Sie auch aufs Bureau kommen."

Aber, lieber Herr, ich sagte Ihnen doch"

Gewiß, gewiß, aber ich kann nichts thun. Der Herr Wachtmeister wird Sie übrigens gleich abfertigen, Sie kommen bis zehn Uhr noch dreimal bis zum Oberlandesgericht. Bitte, gehen Sie nur einige Schritte voraus, denn mir und dem Herrn da werden Sie wohl schwerlich Gesellschaft leisten wollen."

In der Polizeiwachtstube ging die Abfertigung doch nicht so rasch von Statten. Dem Herrn Polizeiwachtmeister, der gerade mit dem Verzehren seines Frühstücks beschäftigt war, kam die Störung ziemlich ungelegen, und wenn er sich der Sacke auch ^gleich annahm, so fand Anton Feller, der wie auf Kohlen stand, doch, daß er viel zu umständlich war. Dazu kam, daß der Schnapsbruder beständig dazwischen- quaffelte, so daß die Feststellung des Thatbeftandes erst voll­zogen war, als der Zeiger auf zehn Minuten vor Zehn stand. In verzweifelter Angst beschwor der gemarterte ExamenS- candidat den Beamten, ihn gehen zu lassen.

(Fortsetzung folgt.)

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und nicht wieder? Nen Anschnauzer hab ich noch jekrtecht, daß ich nich jleich auf de Polizei jelaufen bin und mir jemeldet habe. Nee, jehen Se man ab damit, det Zeug hat der Deubel jeschmiedet."

Anton Feller beschloß, seinen Fund selbst auf dem Poli­zeiamt anzumelden, natürlich erst am Nachmittag, vorher hatte er keine Zeit mehr, da es mittlerweile ein Viertel auf zehn geworden war. So packte er den Silberreif sauber in Papier und steckte ihn in die Brusttasche seines Frackes. Dann stand er auf, um sich langsam auf den Weg nach dem Prüfungs­zimmer zu machen. Auf der Straße fiel ihm an einer Anschlagssäule ein großes gelbes Plakat auf- er trat hinzu und laS:

100 Mark Belohnung!

Aus der Wohnung des Herrn Professor Geheimerath Dr. Lange sind in der vergangenen Nacht mittelst Einbruchs Schmuckgegenstände und Tafelsilber im Werthe von 3- bis 4000 Mark gestohlen worden. Für Ermittelung der Thäter ist obige Belohnung ausgesetzt.

Der Polizei-Präsident.

Der schwache Hoffnungsschimmer, der in Anton Feller sich vorhin gelegentlich des glückverheißenden Silberfundes geregt hatte, schwand dahin.

Heiliges Gewitter," murmelte der unglückliche junge Mann bestürzt,wird der heute in einer Laune sein! Konnten diese vermaledeiten Diebe nicht bis heute Abend warten?"

Blitzartig durchzuckte ihn der Gedanke: Welche Para­graphen kommen bei überführten Einbrechern in Anwendung? Ihr Götter! Gestern hatte er es noch gewußt, heute wie weggeblasen! Gänzlich geknickt und nicht achtend, was hinter ihm vorging, trat er einen Schritt zurück und dabei einem vorbeiwankenden Schnapsproleten auf die Hühneraugen, der, durch eine voraufgegangene polizeiliche Verwarnung ohne-

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