Ausgabe 
20.12.1893 Erstes Blatt
 
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Concession zum WirthschaftSbetrieb in seinem Neubau in der Sonneustraße. 15. Gesuch des Wilhelm Reinhold zu Gießen um Concession zum WirthschaftSbetrieb in der Restauration zum Einhorn. 16. Gesuch deS Heinrich Schmidt zu Gießen um Concession zum WirthschaftSbetrieb in den Häusern Wolf- straße 9 und 11.

** Einjahrig-Freiwillige. Folgende Truppenrheile der Infanterie des 11. ArmeecorpS stellen am 1. April 1894 Einjährig Freiwillige ein : Frankfurt a. M. : Infanterie« Regiment Nr. 81; Cafsel: Infanterie Regiment Nr. 83; Jena: Infanterie-Regiment Nr. 94, 3. Bat.; Darmstadt: Jnfanterte-Regiment Nr. 115; Gießen: Infanterie-Regi­ment Nr. 116.

* * * Ans dem Zustizdieust. Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums deS Innern und der Justiz wurden die GerichtSaccessisten 1) Heinrich Altendorf aus Mainz, 2) Heinrich Bus auS Weiterstadt, 3) Richard Härtner aus Ober-Ingelheim, 4) Theodor Helm aus BenSheim, 5) Otto Osann aus Darmstadt, 6) Hermann Sonne auS Darmstadt und 7) Dr. Franz Specht aus Mainz zu Gerichtsassessoren, und die GerichtSaccessisten 1) Theodor Muhl, 2) Theodor Weber und 3) Leopold von Werner, sämmtlich auS Darmstadd, zu Regierung S- assessoren ernannt.

* 360 Millionen Mark für Arbeiterverficheruugszvecke. Wie auS den Rechnungsergebnissen der Berufsgenosienschaften ersichtlich ist, betrug der für die Unfallversicherung festgelegte Reservefonds am Ende des Jahres 1892 rund 86 Millionen Mark. Im Jahre 1892 find noch 12,5 Millionen in den Fonds eingelegt worden. Derselbe wird auch in den nächsten Jahren noch beträchtliche Erweiterungen erfahren. Allerdings bestimmt daS Gesetz, daß Zuschläge zu den Entschädigungen zur Vergrößerung des Reservefonds nur bis zum Jahre 1896 einschließlich erhoben werden dürfen. Jedoch kann man sicher darauf rechnen, daß in den noch ausstehenden vier Jahren 4050 Millionen dem Fonds zufließen werden. Ob dann schon die Berufsgenossenschaften dessen Zinsen zur Deckung von Ausgaben benutzen werden, hängt davon ab, wie sich der Fonds der einzelnen Genossenschaften zu deren Jahresbedarf stellt. Die Verwendung der Zinsen darf erst dann eintreten, wenn der Reservefonds den doppelten JahreSbedarf erreicht hat. Die Krankenkassen müssen bekanntlich auch Reservefonds ansammeln. Das Vermögen der Krankenkassen ist für Ende 1892 amtlich auf 110 Millionen angegeben worden. Dazu kämen die 86 Millionen Reservefonds für die Unfallversiche­rung. Die Jnvaliditäts« und Altersversicherungsanstalten haben Ende 1892 einen Vermögensbestand von 151 Millionen auszuweisen gehabt. Jnsgesammt wäre also bereits am Ende des vorigen Jahres für Arbeiterversicherungszwecke ein Betrag von rund 350 Millionen festgelegt gewesen. Da die nächsten Jahre noch eine beträchtliche Steigerung der Summe bringen werden, so gewinnt allerdings die Frage nach der zweck­mäßigsten Anlage dieser Gelder immer erhöhtere Bedeutung.

** An Wechselstempelsteller wurden im Monat November im Ober - Postdirectionsbezirk Darmstadt vereinnahmt: 11,581 Mk. 70 Pfg., seit 1. April ds. IS. 99,135 Mk. (537 Mk. 20 Pfg. mehr als im entsprechenden Zeiträume deS Vorjahres).

Warnung für AuSwanderungSlustige. Der Kaufmann Montes in Caracas hat sich verpflichtet, in zwei Jahren 5000 Einwanderer für Venezuelazu liefern" und zwar möglichst viele Deutsche. Binnen Kurzem wird man Loblieder auf Venezuela erschallen hören. Folge ihnen Niemand. Venezuela ist eine der faulen südamerikanischen Republiken, wo nichts zu holen und das Klima sehr ungesund ist.

** Zurücknahme und Umtausch geloster Fahrkarten. Abgesehen von den Fällen, in welchen nach der Verkehrs- ordnung der Umtausch gelöster Fahrkarten und die Rück­forderung des gezahlten Fahrgeldes gestattet ist, hat die Ver­kaufsstelle Fahrkarten, welche noch nicht durchlocht sind und über deren Nichtbenutzung keine Zweifel bestehen, bis zum Abgang des Zuges, zu welchem sie gültig sind, gegen Er­stattung des Preises zurückzunehmen. In gleicher Weise können auch unbenutzte und noch nicht durchlochte Fahrkarten unmittelbar nach Abgang eines Zuges, zu welchem sie Giltig­keit hatten, zurückgenommen werden. Ist bereits Gepäck auf die bett. Fahrkarten abgefertigt, so muß vor Zurücknahme derselben die Regelung der Gepäckfracht stattfinden.

0. (O. C.) Der Einfluß der Zimmerpflallzeu auf die Stubeoluft im Winter. Wenn draußen in der Natur alles Pflanzenleben erstorben ist, dann gewähren die lieblichen Kinder FloraS, die unsere Blumentische und Fensterbretter schmücken, einen desto erfreulicheren Anblick. Nicht zum wenigsten ist der Mensch deshalb ein sorgsamer Pfleger seiner Zimmerpflanzen, weil er glaubt, daß durch sie die Luft seiner Wohnung verbesiert wird. Die Pflanzen nehmen ja am Tage Kohlensäure auf und scheiden Sauerstoff, unsere Lebenslust, auS. Diese Thatsache steht allerdings fest und darum liegt auch die Annahme nahe, daß die Zimmerpflanzen Lustverbefferer sind. Allein zwischen Glauben und Wiffen ist ein Unterschied. Wie experimentelle Untersuchungen ergeben haben, tragen Zimmerpflanzen durchaus nicht zur Lustverbefferung bei, weil im Zimmer bei einer immerhin nur schwachen Belichtung ihr Stoffwechsel nur gering ist und sie nur recht unbedeutende Mengen von Kohlensäure für sich verwenden und von Sauer­stoff von sich geben. Wenn in einem Zimmer nur eine Petroleumlampe brennt, nur ein Mensch eine Cigarre raucht oder ein Kanarienvogel darin gebalten wird, so wird in einer bestimmten Zeit viel mehr Kohlensäure erzeugt und Sauer­stoff verbraucht, die Luft also mehr verunreinigt, als die Verbesserung derselben durch die Luft beträgt. Zwanzig Blumentöpfe genügen noch lange nicht, um die Kohlensäure zu zerlegen, die nur ein einziges Kind in der gleichen Zeit auSathmet. dkützeu können also die Zimmerpflanzen durch Lustverbefferung nicht, wohl aber können sie sogar unter Um­ständen durch Luftverschlechterung schaden. Denn nicht selten

geht von den Blumentöpfen ein feuchter Modergeruch auS, der durch die Verwesung abgefallener Pflanzentheile entsteht. Außerdem wird ja auch häufig die Erde in den Blumen­töpfen mit Leimwasser, Hornspähnen, Blutmehl und Guano gedüngt, wodurch dann die Verunreinigung der Zimmerlust noch vermehrt wird. Namentlich im Winter, wo die Blumen­töpfe vieliach ebenso stark begaffen werden wie im Sommer, obgleich die Pflanzen in dieser Jahreszeit viel weniger Waffer gebrauchen, modert die Blumenerde leicht und verschlechtert bann, wie ausgeführt, die Lust. ES sollen deSbalb nicht die Pflanzen aus dem Zimmer entfernt werden, sondern es mag nur die Aufmerksamkeit auf die thatsächlichen Verhältnisse hingelenkt werden, damit der Werth der Zimmerpflanzen für die Gesundheit seiner Pfleger nicht überschätzt wird.

Gruoberg, 15. December. Die in Amerika lebenden Grünberger versäumen es nie, am Weihnachtsfeste den Armen ihrer Vaterstadt eine Freude zu bereiten. So wurden auch diesmal wieder durch Herrn Philipp Heerz in Newyork an Herrn Decan Pullmann hier 70 Mk. 75 Pfg. gesandt, die zu Weihnachten unter die hiesigen Armen vertheilt werden sollen^ Zu genannter Summe hatten die Mitglieder des in Newyork bestehenden sogen. Grünberger CasinoS 50 Mk. gespendet. Es ist dies gewiß ein hübsches Zeichen von der Anhänglichkeit unserer überseeischen Landsleute an ihre Vater­stadt. (Darmst. Ztg.)

x Rüddiogshause», 18. December. Die Leiche des seit dem 29. November vermißten pensionirten Lehrers Fr. Trus h eim von Wermertshausen wurde am 15. d. MtS. in einem nahen Walde gefunden. In dem entseelten Körper fanden sich mehrere Mefferstiche. Es ist deshalb anzunehmen, daß der hochbejahrte Mann das Opfer eines abscheulichen Verbrechens geworden ist. Möge die eingeleitete Untersuchung bald Licht in die dunkle That bringen.

A Mainz, 18. December. Von der jüngst in hiesiger Gegend entdeckten Falschmünzerbande hat man nun auch den Anführer ermittelt. Derselbe ist ein aus Hamelbach gebürtiger Schreiner Namens Ruppert, der sich immer als Anarchist aufspielte und welchen die Frankfurter Sicher­heitsbehörden schon lange wegen Falschmünzerei verfolgten. Die Verhaftung des Ruppert erfolgte in Bischofsheim, als er eben im Begriff stand, ein falsches Geldstück an Mann zu bringen. Die bei demselben vorgefundenen Falsificate be­standen zum größten Theil aus schlecht nachgeahmten Zwei­markstücken mit den Bildnissen des Königs von Bayern und des deutschen Kaisers. Mit Rücksicht auf den bestehenden Holzhändler-Ring sah sich der Bauausschuß für das nächstjährige deutsche Bundesschießen genöthigt, für die Festbauten einen Nachcredit von 20000 Mark von dem Festausschuß zu fordern, indem sich die Zimmerarbeiten in Folge des Holz­ringes um 28 Procent vertheuerten. Als Festwirth für das Bundesschießen wurde Herr Bruch von hier bestimmt und die bayerische Bierhalle der BrauereiBärenbräu" übertragen.

Maiuz, 17. December. Den Stadtverordneten ist soeben ein Antrag der Bürgermeisterei zugegangen, vom 1. April 1894 ab die Führung der Lei ch en w a g en bei christlichen Begräbnissen Seitens der Stadt zu übernehmen, aber nur eine Wagenklasse fortzuführen, um einerseits dem Grundsätze der Gleichheit nach dem Tode Rechnung zu tragen, anderer­seits dem mit dem Klassensystem verbundenen Luxus zu steuern. Nach langen Verhandlungen ist mit den Kirchenfabriken ein Abkommen zu Stande gekommen, wonach sie daS ihnen nach einem französischen Prairial-Decrete vom Jahre 12 zustehende Recht der Leichenwagen-Führung gegen Zahlung von 4000 Mark jährlich der Stadt abtreten. Die Stadt wird, da sie die Bespannung und Führung der Leichenwagen dem Vereine der Mainzer Droschkenbesitzer für 9000 Mark übertragen will, zu den Kosten des Leichentransports jährlich 8275 Mark Zuschuß zu leisten haben. Für die Benutzung des Leichen­wagens für Erwachsene sollen 7 Mark, für die Benutzung des Kinderwagens 2 Mark Gebühr erhoben werden. Die Transporte Unbemittelter erfolgen unentgeltlich.

* Berlin, 18. December. Ein jugendliches Liebespaar, ein 24jähriger Schlossergeselle und eine 20jährige Verkäuferin, verübten gestern gemeinsam Selbstmord. Der Grund zu dieser verzweifelten That war die vollständige Aussichtslosig­keit auf eheliche Verbindung.

Bonn, 18. December. Auf einem wenig besuchten Platze fand man heute die Leiche eines in schlechtem Rufe stehenden Mädchens. Bei der Untersuchung ergab sich, daß ein geradezu scheußlicher Mord verübt worden war. Da dies innerhalb weniger Wochen der zweite Fall dieser Art ist, herrscht in der Stadt große Aufregung.

Köln, 16. December. Heute Mittag stürzte an einem Neubau eine hohe Brandmauer ein, wodurch vier Arbeiter schwer verletzt wurden. Einer derselben verstarb nach wenigen Minuten.

* Prag, 26. December. In einem benachbarten Orte stürzte ein dreistöckiger Neubau ein. Sieben Ar« beiter find tödtlich verwundet, acht Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben.

Budapest, 18. December. DaS Erlöschen der Cholera in Ungarn ist nunmehr amtlich constatin, da seit mehreren Tagen fein neuer Fall sich ereignete. In Budapest kamen im Ganzen während ter fünf Monate 150 Erkrank­ungen und 70 Todesfälle vor. Auf dem Lastbahndofe in Szabadka wurden gestern drei Packele mit je 150, also zusammen 450 Dy nam tt p atr on en gestohlen. Der Tbäter ist verhaftet.

* Hamburg, 18. December. In der NachmutagSver- Handlung im Schaffnerproceß beschloß der Gerichtshof nach dreistündiger Berothung, den Commiffar Ziflmann zu

vereidigen, den Schutzmann Winter jedoch nicht, weil der

Verdacht oorliege, daß er den Schaffnern Geld angebote habe, um sie zum Ueberschreiten ihrer Amtspflicht zu veran- laffen. ES wurde jedoch nicht angenommen, daß Winter in böswilliger Absicht gehandelt habe. Der Staatsanwalt be­antragte gegen den Schaffner Martens eine fünfjährige Zuchthausstrafe, gegen weitere drei besonders schuldige Schaffner gleichfalls Zuchthausstrafen, gegen die übrigen Schaffner Ge- fängniß von drei Monaten an und gegen sämmtliche ange» klagten Viehhändler mehrmonatliches Gefängniß nebst ent­sprechender Geldstrafe. Morgen beginnen die PlaidoyerS der Dertheidiger.

Chicago, 15. December. Von den auf der Welt- Ausstellung vertheilten Prämien sind 63 Procent Ausländern zugefallen, während die Amerikaner nur 37 pCt. erhalten Haden. Don amerikanischer Seite sucht man diese Thatsache dadurch zu erklären, daß die Ausländer durch Sondercommissionen die nach Chicago zu sendenden Aus­stellungsgegenstände auswählen ließen, die Amerikaner aber sich mit der Ausstellung ihrer gewöhnlichen Fabrikate be­gnügten.

Tas neue RerchStagSgebäode. Das neue Reichstags- gebäube ist nunmehr auch an die Rohrpost angeschloffen worden; außerdem find bort acht Fernsprechstellen geschaffen worben, bereu Räume sich in zwei Stockwerken vertheilt bcfinben. In umfangreichster Weise werden auch für den inneren Verkehr des Hauses Telegraphen- und Telephon-Ber- binbungen hergestellt; die Gesammtlänge der dazu benöthigteu Drähte beläuft sich auf 112000 Meter ober runb 14 beutsche Meilen. Dom Tisch befl Präsidenten gehen Verbindungen nach allen Sälen des Hauses; zum Sammeln der Mitglieder dienen electrische Glocken, und zwar solche verschiedener Grüße, so daß der Mahnruf mehr ober weniger heftig ertönen kann. Einen weiteren Mittelpunkt ber elektrischen BerkehrSleitungen bilbet baS Zimmer beö Bureaubirectors, der mit sämmtlichen Pförtnern, dem HauSinspeclor, dem HanSingenieur, fämmt- lichen Bureauräumen, dem Correctorzimmer ber HauSdruckerei usw. verbunden ist. Besonders mtereffant ist die electrische Fernthermometeranlage, die auf elektrischem Wege nach einer Mittklstelle hin die jeweiligen Temperaturen aller Räume des Coloffalbaues meldet und damit die Möglichkeit bietet, von einer Stelle aus diese Temperatur in beliebiger Weise zu regeln. Borgeschlagen war auch von der mit der Aus­führung der elektrischen Anlagen betrauten Firma die Einrichtung eines Abstimmungsapparats, der aber abgelebnt worden ist, als der Würde des Hauses nicht entsprechend.

Eine der kuriosesten Sammlungen hat die in Paris verstorbene Gräfin Chavau-Naryschkine hinterlaffen; dieselbe besteht in einer Collection von historischen zinnernen Wärmpfannen, wie solche früher in den höheren Ständen allgemein im^ Gebrauch waren. Sie hatte sie zu wahrhaft fabelhaften Preisen in allen möglichen Ländern aufgefauft. Es befinden sich darunter diejenigen Annas von Oesterreich, Diana von Poitiers, Maria SruartS, Marie Antoinettes, der Pompadour, Montespan, Dubarrh, Marion Delurme, der La Bulliöre, der Frau von Fontanges und zahlreicher anderer bekannter Damen. Die kostbarste rührt von der Zarin Katharina II. her, deren Ursprung allerdings ungenügend beglaubigt ist. Die ganze Sammlung soll demnächst unter den Hammer kommen.

* Eine Cigarre als Todesursache. Wie vorsichtig man beim Weglegen von angerautsten Cigarren sein soll, zeigt folgender Vorfall: Der Gutsbesitzer W. auS Strief e, Kreil Trebnitz i. Schl., steckte einen Cigarrenrest unvorsichtiger Weife in die Brusttasche seines Rockes, ohne sich vorher genau vorn völligen Erlöschen ber Cigarre Überzeugt zu haben. Er entkleidete sich in seinem Schlafzimmer und legte die Kleider neben sich auf einen Stuhl. Der Cigarrenrest glimmte jedoch in der Tasche unbemerkt fort, und auch die Kleider gerieten in's Glimmen. AIS W. am andern Morgen nicht zur bestimmten Stunde aufftanb, betrat man fein Zimmer. Em bicker Qualm entströmte beim Oeffnen bcmfclben und leider fand man Herrn W. erstickt im Bette liegen. Die hochbetagtet^ Eltern des Unglücklichen verlieren in ihrem Sohne die einzige Stütze.

* Die preußische Nationalhymne. Hundert Jahre waren am 17. December verflossen, seit daS zur Nationalhymne geworbene LiebHeil Dir im Siegerkranz" in Berlin bekannt und bann auch gefangen mürbe. Als Friebrich Wilhelm II. auS dem Feldzuge gegen Frankreich zurückkehrte, brachten eS dieBerlinischen Nachrichten" als Berliner DolkSgesang. Ein Verfasser war nicht genannt, und so kam eS, daß sich bald nachher ein Dr. Schumacher als Dichter deS Liedes öffentlich ausgab und bis in die jüngsten Zeiten als solcher gegolten hat. Der wirkliche Dichter ist der Flensburger Theologe Heinrich HarrieS, der daS Gedicht an König Christian VIII. von Dänemark gerichtet hat. Nach demselben ist unsere Nationalhymne umgeändert worden. HarrieS war Deutscher mit Leib und Seele und dazu ein begeifteier Ver­ehrer Friedrich deS Großen. Die Melodie ist bekanntlich die der englischen Nationalhymne.

lieber daS Lebensalter der regierenden Fürsten glebt ber neue Gothaische Hoskalenber sür 1894 folgenbe Auskunft: Abgesehen von dem Papst Leo XIII., welcher im 84. Lebens­alter steht, ist der älteste Fürst der am 24. Juli 1827 ge­borene , also 76 Jahre alte Großherzog von Luxemburg. Nicht ganz ein Jahr jünger ist der König von Dänemark und ber Großherzog von Sachsen - Weimar. 74 Jahre alt sind die Königin von Großbritannien und der Grsg^r^og von Mecklenburg - Strelitz. Nach diesen 6 über 70 3abre alten Fürsten folgen 11, die zwischen 60 und 70 Jahre alt ' sind, sodann 5 über 50 Jahre alte, ferner 11, die zwischen | 40 und 50 Jahre alt sind, 2 zwischen 30 und 40 und 2 1 zwischen 20 und 30. Die drei jüngsten regierenden Fürsten ! sind ber 17 Jahre alte König Alexander von Serbien, die i 13 Jahre alte Königin der.Niederlande und der 7 Jahre 6 Monate alte König AlsonS XIII. von Spanien Werden I die Regenten nach dem Regierungsantritt geordnet, so steht

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