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Sr. Majestät König von Wirtw
Sr. Königl H'f' d Grossh. von Bs:
Deutscher Reich.
Darmstadt, 18. October. Seine Königliche Hoheit der großherzog empfingen heute u. A. den Major Frhrn. Ztxnk zu Schweinsberg, persönlichen Adjutanten Seiner Großherzoglichen Hoheit des Prinzen Heinrich, den Äiostssor Dr. Pasch, Rector der Landesuniversität, den LicTsorstmeister Schenck.
Berlin, 18. October. In der alten Hansastadt Bremen jinb am 18. October, also an einem für das deutsche Bol s, bedeutsamen Doppelgedenktage (Geburt des Kaisers Friedrich, Völkerschlacht bei Leipzig), die feierliche Einweihung des Hmkmals für Kaiser Wilhelm I. statt. Dem Ent» Wungsacte wohnte eine glänzende Festversammlung bei, an ihr Spitze der Kaiser. Die gesammte Feierlichkeit nahm einem überaus würdigen und eindrucksvollen Verlauf.
— Herzog Alfred von Sachsen-Eoburg- «lorha hat seine osficiellen Antrittsbesuche an den deutschen giften eröffnet. Am Dienstag traf der neue coburgische Auricher zu diesem Zwecke in Dresden ein, wo ihm Seitens Les Königs Albert eine ungemein auszeichnende Aufnahme
Ausland.
Paris, 18. October. Der greise Marschall Mac Mahon, der im 1870/71er Kriege viel genannt wurde, ist, wie der Telegraph gemeldet hat, am 17. d. M. auf seinem Schlosse La ForSt gestorben. Marie Edme Petrie Maurice de Mac Mahon, Herzog von Magenta, war am 28. November 1808 in Sully bei Autun als Sprößliug einer irischen Familie geboren und von 1830—55 in französischen Diensten | in Algier thätig. Im Krimkriege führte er am 8. September 1855 den Sturm auf den Malakow vor Sebastopol aus, wurde 1856 Senator, 1859 Befehlshaber des 2. Corps, entschied am 4. Juni des letztgenannten Jahres den Sieg bei Magenta, der ihm den Herzogtitel eintrug, und wurde 1864 zum Generalgouverneur von Algier ernannt. Im 1870er Kriege war er Befehlshaber des 1. Armeecorps, das bei Wörth am 6. August vom Kronprinzen von Preußen geschlagen wurde, erhielt dann den Oberbefehl der Armee von Chalons (1., 5., 8. und 12. Corps) und wandte sich auf Befehl der Regierung nach Metz, um dem dort etngeschloffenen General Bazame die Hand zu reichen. In der Schlacht bei Sedan verwundet, trat Mac Mahon den Oberbefehl an den General Ducrot ab. Im März 1871 war er dann Oberbefehlshaber der Armee von Versailles, mit der er im Mai den Aufstand der Pariser Commune unterdrückte. 1873 wurde er zum Präsidenten der Republik ernannt- von dieser Stellung trat er am 30. Januar 1879 zurück, als der Versuch gescheitert war, an Stelle der republikanischen Deputirtenkammer eine monarchistische zu erhalten und die Mehrheit Mac Mahon entschieden republikanische Ministerien ausdrängte. Mit Mac Mahon ist einer der bedeutendsten französischen Heerführer ins Grab gesunken- die Fehler, die er im 1870/71er Feldzuge begangen, hat ihm sein Volk, das seinen Verlust beklagt, längst vergessen. .
Paris, 18. October. Die russischen Offtztere setzten heute ihre offiziellen Difiten fort; sie waren beim Militärgouverneur, beim Seinepräfecten, beim Präsidenten des Gemeinderaths und beim Polizeipräfecten. Mittags war Dejeuner in der russischen Botschaft. — Der russische Unter* richtSminister telegraphirte dem französischen Unterrichtsmintster seinen Dank für die Zuschriften der französischen Schüler an die russischen. Der französische Minister antwortete mit der Versicherung der Sympathie der französischen Jugend für
Rußland. — Die Bewohner der Rue Berlin wollen um deren Namensänderung in Rue Cronstadt petitioniren. — Heute hat, abgesehen von der Beflaggung, die Stadt ihr gewöhnliches Aussehen angenommen- nur vor dem Cercle militaire siationirt fortdauernd eine den ganzen Opcrnplatz füllende Menge. — Der „Temps" publicirt den Text der Depesche Carnots an den Czaren: „In dem Augenblicke, da die schöne von Ew. Majestät gesandte Escadre in Toulon vor Anker geht und die braven russischen Seeleute die ersten Acclamationen des französischen Volkes hören, liegt es mir am Herzen, Ew. Majestät meinen Dank auszudrücken und der aufrichtigen Freude zu versichern, die ich gegenüber dem neuen Zeugniß der tiefen Sympathien, die Rußland und Frankreich einigen, empfinde." Der Czar antwortete: „Ihr liebenswürdiges Telegramm beantwortend, drücke ich mein Vergnügen darüber aus, das ich empfinde, daß unsere Escadre den Besuch der braven französischen Seeleute in Cronstadt erwidern gekonnt." In der zweiten Depesche dankte Carnot wärmstens für den Besuch des Czaren auf den französischen Schiffen in Kopenhagen, der einen neuen Sympathiebeweis bilde, von dem ganz Frankreich tief berührt werde. — Gestern Abend war Diner und Ball im Marineministerium- es wurden nur conventionelle Toaste ausgebracht. Tausende von Menschen füllen die Rue Royale und den Concordien-Platz und acclamirten den Russen. Während des Diners sang die Menge nach der aus der Zeit des Boulangismus bekannten Melodie „C’est l’amiral qu’tl nons faut“, bis Avellan auf dem Balkon erschien und „Vive la France“ rief.
Kr. 247 Erstes Blatt
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bereitet wurde. Am Mittwoch reiste Herzog Alfred von der sächsischen Hauptstadt aus nach Altenburg weiter, um auch dem dortigen Hofe seinen Besuch abzustatlen.
— Nachdem die Meldung von angeblichen außergewöhnlich hohen Neusorderungen für die Marine | im nächstjährigen Reichsetat bereits von der „Nordd. Allg. ; Ztg." als unbegründet bezeichnet worden ist, kommt jetzt auch die „Köln. Ztg." mit einem Dementi. Es besteht also die erfreuliche Wahrscheinlichkeit, daß bis auf Weiteres bedeutende Mehrsorderungen zu Marinezwecken unterbleiben werden.
Berlin, 18. October. Am heutigen Geburtstage des verstorbenen Kaisers Friedrich trug das Palais deffelben Unter den Linden wieder reichen Trauerschmuck.
Berlin, 18. October. Das kaiserliche Gesundheitsamt macht folgende Cholerafälle bekannt: In Stettin wurde bei elf zwischen dem 13. und 16. October erkrankten Personen (davon fünf gestorben) Cholera nachgewiesen- in Magdeburg ist ein fünfjähriges Mädchen (Tochter eines wahrscheinlich an Cholera verstorbenen Schiffseigenthümers) an Cholera erkrankt.
— Der Bund der Landwirthe hat in seiner gestrigen Ausschußsitzung nachstehende Resolution zugestimmt: „Die deutsche Landwirthschast kann eine Verschärfung ihres chweren Existenzkampfes durch eine Herabsetzung der Ein- tangSzölle auf russisches Getreide nicht ertragen. Rußland iat durch seine billigen Arbeitskräfte, seine Raubwirthschaft nfolge seiner Gemeindeverfaffung und seinen niedrigen Geldwerthstand Deutschland gegenüber einen bedeutenden wirth- chaftlichen Vorsprung. Die Herabsetzung des Zolls auf russischen Weizen und Roggen unter 5 Mk. für den Doppel- centner und die Herabminderung anderer Zollsätze auf land- wirthschaftliche Erzeugniffe Rußlands hätten zur Folge, daß unsere Landwirthschast in eine unhaltbare Lage der russischen gegenüber versetzt würde. Wir bitten daher die verbündeten Regierungen und den Reichstag, es bei den bisherigen Zollsätzen auf Erzeugniffe russischer Landwirthschast zu belassen und, insofern der Werthstand des russischen Geldes noch weiter sinkt, dieser Werthverminderung sich anpaffende Zollerhöhungen festzustellen." — Heute Vormittag trat der Bund der Landwirthe im Reichstagsgebäude unter Vorsitz des Abgeordneten von Plötz zu einer AuSschußsitzung zusammen.
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Neueste Nachrichten.
Devesch.n des Bureau „Herold".
Berlin, 18. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt in einer Besprechung über die Tabakfabrikatsteuer, es sei zu bedauern, daß Seitens der Tabakfabrikanten vorwiegend in der Fachpresse mit Uebertreibungen hantirt werde. Namentlich werde ein außerordentlich starker Rückgang des Consums und eine maffenhafte Entlastung von Fabrikarbeitern in Aussicht gestellt. Beides sei unzutreffend. Der Verbrauch werde in Quantität gleich bleiben, nur in Qualität sich verschieben. In der Uebergangszeit werde der Rückgang des Consums höchstens 1/10 des Quantums betragen, daher könne von zu gewärtigenden Arbeiterentlastungen keine Rede sein.
Berlin, 18. October. Nach der „Allgemeinen militärischen Correspondenz" haben Erhebungen darüber stattgefunden, inwieweit Wismar zur Flotten st ation und Danzig zum Hauptkriegshafen geeignet feien.
Berlin, 18. October. In der gestern stattgehabten großen Volksversammlung, in welcher 2000 Personen anwesend waren, sprach der württembergische Pfarrer v. Wächter über das Thema „Christenthum und Socialismus". Redner führte aus, ein guter Christ könne auch Socialdemokrat sein. Oberstlieutenant a. D. v. Egidy trat den Ausführungen v. Wächter- entgegen. Am Schluffe der Versammlung entstand ein großer Tumult, weil die Socialdemokraten beantragten, der Ueberschuß der Tellersammlung solle der socialdemokra- I tischen Parteikaste überliefert werden, was der Einberufer I Anarchist Boogs aufs Entschiedenste ablehnte.
Berlin, 18. October. Die Vorarbeiten zum nächstjährigen Reichshaushaltsetat sind soweit borge- schritten, daß sich der Bundesrath in Kürze damit beschäftigen kann. Weitere Arbeiten für den nächsten Reichstag sind dem BundeSrathe noch nicht zugegangen. Indessen ist eine Anzahl von Entwürfen nahezu fertiggestellt.
Elberfeld, 18. October. Die D e n k m ä l e r des K a i s e r s Wilhelm I. auf dem Brausenwerth und des Kaisers Friedrich auf dem Neumarkt wurden heute Vormittag enthüllt- beide sind Schöpfungen des Professors Eberlein- Berlin. Das Reiter-Standbild des Kaisers Wilhelm wurde von Freiherrn August von der Heydt, das Standbild des I Kaisers Friedrich vom Reichstags- und Landtags - Abgeord- I neten Reinhart Schmidt der Stadt übergeben. Auf beiden I Plätzen übernahm Oberbürgermeister Geh. Rath Jäger die I Denkmäler und brachte Hochs auf den Kaiser aus, worauf dte I Volkshymne gesungen wurde. Der Festzug umfaßte 50 Ver- I eine. Die Stadt ist prachtvoll geschmückt.
Triest, 18. October. An Bord der „Italia" wurde zu Ehren der englischen Gäste ein Diner gegeben. Admiral I Corsi brachte einen Toast auf die Königin von England aus, den von englischer Seite Admiral Seymour mit einem Toast I auf König Humbert beantwortete.
Rom, 18. October. Die hiesigen Blätter widmen dem verstorbenen Marschall Mac Mahon überaus warme | Nachrufe. Die „Tribuna" sagt, der Name Mac Mahon sn
(Name des Ausstellers).
Für jedes Thier ist ein besonderer Anmeldeschein auszufüllen.
Die Angaben gelten als auf Ehrenwort gemacht. Wer nachweislich wütige Angaben macht, wird zu späteren Ausstellungen nicht mehr 1 iülassen.
Amtlicher- Lheil.
Bekanntmachung,
ttircflfenb den Herbstfaselmarkt des landwirthschaftlichen 23c- zirksvereinS Friedberg pro 1893.
Der diesjährige Herbstfaselmarkt des landwirthschast- Ma|t idjen Bezirksoeteins Friedberg soll Mittwoch den 25. !. M t S. zu Friedberg abgehalten werden. Alle Fasel, rt chi an der Prämiirung theilnehmen sollen, müssen längstens Vormittags 9 Uhr auf dem Platze fein. Die Anmeldung tarn diesmal mit Zugrundelegung unten abgedruckten An- mldtjormulars am Platze selbst vollzogen werden.
Der Eintritt mit Fa'eln in den abgesperrteil Ring ist mi x egen Abgabe eigenhändig dieser im Voraus angefertigten »ab unterschriebenen Anmeldescheine gestattet. Nicht genügend fltleffrlte Thiere werden zurückgewiesen. Nach einem Be- ßtlui deS landwirthschaftlichen Provinzialvereins und Mit- ttitilmig deS Präsidiums sollen nur Simmenthaler Reinzuchten fftämiirt werden; Kreuzungsprodukte mit anderen Rassen sind daher ausgeschlossen. Von Ausstellern selbst gezüchtete Thiere totrbot höher prämiirt als angekauste. Angekaufte Thiere ■Hülfen mindestens Vs Jahr im Besitze des Ausstellers sein, «ichbundler als solche sind von der Bewerbung um Preise
schlossen. Zur Bewerbung um die Vereinspreise sind mr he Bezirksangehörigett zuzulaffen- sonstige Beiträge z. B. 6it Prämienzuschüsse der Stadt Friedberg können zur Pra- »litung von Vieh aus anderen Kreisen oder nicht selbst ge- z-zencm Bich verwendet werden. Thiere, welche bei einer JiniLvertheilung im lausenden Jahre prämiirt worden sind, tinnetn diesmal nicht concurriren. Ferner kann in derselben Shttgoric für mehrere Thiere ein und desselben Besitzers nur Sin Geldpreis gegeben werden. Jeder Aussteller hat die Aus- ffttUimgszeit bei Meidung des Verlustes der ihm zuerkannten gjidü le einzuhalten. Unrichtige Angaben des Ausstellers in
auf die programmmäßigen Anforderungen an die con- (nmrenben Thiere haben zur Folge, daß etwa zuerkannte Linien wieder zurückbezahlt werden müffen. Auch ist in foldjein Falle der Aussteller künftighin von der Zulassung $1I Prämiirung ausgeschlossen. Die zum Abschluß gebrachten NrkL-ufe wolle man dem anwesenden Protokollführer zur Stniu ttifc bringen. Zu recht zahlreichem Besuche des Marktes Hirb hiermit eingeladen.
Friedberg, den 16. October 1893.
An Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg. Dr. Braden.
Mr. der Anmeldung: • . •
Anmeldeschein fit bie Ausstellung des landwirthschaftlichen Bezirksoereins „Friedberg" zu.......
Geltung des Thieres ............
Waffe (Reinzucht oder Kreuzung) .........
Mur .........Geschlecht:
Glich gezogen: . . . Gekauft (seit wann im Besitz) . . Mteits prämiirt (wo und wann) ........
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