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geschästSführende Ausschuß in aller Kürze mit Erledigung oieicr Angelegenheit befaßt werden.
A Mainz, 18. September. Trotz der überaus günstigen HerbstauSsichten haben die wenigen Weinversteigerung en, die in diesem Herbste hier und in der Umgegend stattfanden, durchgängig einen sehr befriedigenden Verlauf genommen, in» Dem für wirklich schöne Weine sehr gute Preise erzielt wurden. Eine der letzten Herbstversteigerungen ist die den kommenden Freitag ftattfindende Auction des Präsidenten des Verwaltungs- ratheS der Hessischen Ludw'gsdahn, Geh. Commerzienrath Werner, der 1889er und 1890er CreScenS auf seinem berühmten Hochheimer Weingut versteigern läßt. Unter den zur Versteigerung kommenden Weinen befinden sich mehrere Fässer aus den ersten Lagen des weltberühmten Weinortes.
A Mainz, 18. September In Folge Ueberanstrengung ist bei dem Leiter der hiesigen Reichsbankstelle, Director Brosien, Geistesstörung eingetreten. Derselbe mußte schon vor mehreren Tagen eine Kaltwasseranstalt aufsuchen und wurde letzter Tage entmündigt. ES ist dies schon der zweite Beamte der hiesigen Reichsbankstelle, bei welchem sich Geistesstörung eingestellt hat, indem sich vor wenigen Jahren der zweite Director in einem Anfall von Geistesstörung in dem Rhein ertränkt hat. — Der geschästSführende Ausschuß des evangelischen Kirchenbauvereins hier hatte sich an das Ministerium nach Berlin mit dem Ersuchen gemeldet, den Vertrieb von Loosen zum Zwecke eines neuen Ktrchenbaues hier in Preußen zu gestatten. Durch Verfügung vom 13. d. Mts. ist dieses Er« lachen abschlägig beschieden worden, gleichzeitig wurde aber i'tm Kirchenbpuausschuß mitgetheilt, daß der Kaiser ein Gnadengeschenk von 25,000 Mk. zum Zwecke des projectirten Kirchen« taueS gemacht habe.
Vermißtes»
* Marburg, 16. September. Brodpreis. Durch Be- fchluß der hiesigen Bäckerinnung ist der Preis des Laibes ?lrod der ersten Sorte auf 50 Pfg., der zweiten Sorte auf 44 Pfg. herabgesetzt worden, waS eine Ermäßigung des Preises um 2 Pfg. für den Laib darftellt.
* Limburg, 16. September. In unserem Nachbardorfe Niederhadamar brach heute Vormittag Feuer aus. Die Frau des Hauses, in welchem dasselbe entstand, war gerade aus dem Felde beschäftigt. Sie eilte sofort nach Hause. Bei ihrem Eintreffen war die Feuerwehr schon mit tem Einreißen dcS Hauses beschäftigt. Beim Einstoßen einer Wand fielen gleichzeitig mit den Mauerstllcken die Leichen i^rer beiden mitverbrannten Kinder, die im Alter von vier inb sechs Jahren standen, mit herab. Die Frau hatte die Binder allein zu Hause belassen. Der Mann ist Maurer und Musikant und sehr häufig von Hause abwesend. Das Nachbarhaus wurde ebenfalls ein Raub der Flammen.
* Karlsruhe, 17. September. Heute früh ertrank im Rhein bei Maxau der 20 Jahre alte Sohn des Güter- LrstätterS Schweizer, Mitglied des Ruderclubs „Salamander", (fcr fuhr in einem Skiff, das umstürzte und nicht mehr zum Vorschein kam.
* Berliu, 17. September. Die Arbeiten zum National- Denkmal für Kaiser Wilhelm I. schreiten im Atelier iitS Professors Begas rüstig fort. Augenblicklich ist man bubet, die von dem Genius geführte Reiterfigur für den Bronceguß vorzubereiten. Die Gruppe war in Lebensgröße ousgeführt und wird nun auf mechanischem Wege bis zum dreifachen Maße vergrößert. Dieses große Modell dürfte LiaS erste sein, welches von dem Denkmal zur Ausführung gelangt. Gleichzeitig wird jetzt auch an andern Modellen gearbeitet, so an den Victorten, die an den vier Ecken des Sockels auf Kugeln schweben, und an den majestätischen Löwen, die auf den Treppenstufen ihren Platz erhalten. Alle diese Hlllfsmodelle werden zunächst in Lebensgröße hergestellt und erhalten dann eine entsprechende Vergrößerung, lieber
die Fabriken, welche den Guß auszuführen haben werden, I ist noch keine Entscheidung getroffen. Gutem Vernehmen nach sollen bei diesem großen Werke mehrere Gießereien ’ bedacht werden. Die Aufträge wird die Regierung selbst vergeben.
* Stuttgart, 18. September. In Nagold (Schwarzwald) brach um Mitternacht ein Brand aus, der gegen 30 Häuser einäscherte, lieber 40 Familien wurden dadurch obdachlos.
* lieber die jetzigen „Biwaks" mit Zelten in den Manöver« wird der „Frkf. Ztg." geschrieben: Als wir gestern Abend ein solches Zeltlager zuerst von einer Anhöhe in einem Thale erblickten, glaubten wir ein großes Zigeunerlager vor uns zu haben. Die überaus practische Einrichtung der den Truppen mitgegebenen Zellvorrichtungen gestattet, ble einzelnen Zelte fast in jeder Form anzubauen und aneinander zu setzen, wie es die localen Verhältnisse am passendsten bedingen. Daher finden wir hier lange Zeltlager, die sich als ein Ganzes im Quadrat erstrecken, dort einzelne kleinere Zelte, die gesondert am Bergabhang Heben, hier wieder höhere für Vorgesetzte und dort endlich sehr geschützte für Kranke. Mag ein Zelt« lager aber noch so sehr sich aus all' diesen verschiedenen Formen zusammensetzen, immerhin geht durch ein solches ein einheitlicher, militärischer Zug. Die in einem Zelt untergebrachten Mannschaften setzen vor demselben ihre Gewehre in Pyramiden zusammen, und zwar zu je fünfen. Vier Helme werden in diese Pyramide gesetzt, während der fünfte auf die Gewehrläufe kommt, um bei einem etwaigen Regen in der Nacht zu verhüten, daß Wasser in die Läufe dringt. In langen Reihen ausgerichtet liegen ferner die einzelnen Gepäckstücke, wie Tornister, Tornistertaschen u. s. w. vor den Zelten. In den Zelten selbst ist der Mann während der Nacht durchaus gegen Wind und Wetter geschützt. Stroh in reichlichem Maße dient ihm zum Lager, der Mantel als Decke. Um Lustzug zu vermeiden, können die einzelnen Zelte vollständig geschlossen werden.
* Schnelligkeit der Brieftauben. Als der Kaiser für den 9. d. Mts. zur Parade über das XV. Armeecorps in Straßburg erwartet wurde, handelte es sich dort darum, die thatsächlich erfolgte Abreise von Urville bei Metz rasch und sicher zu erfahren. Es wurden darum am Tage zuvor fünf Brieftauben eines Straßburger Liebhabers an die Fortification Metz mit dem Ersuchen gesandt, dieselben im Augenblick der Abfahrt des Kaisers aufzulassen. Die Entfernung Metz-Straßburg beträgt 159 Kilometer Bahnlinie und 132,5 Kilometer Luftlinie. Nach Mit- theilung der „Zeitschrift für Brieftaubenkunde" trafen die beiden ersten, und zwar sogar diesjährige Tauben, schon um 8 Uhr 58 Min. auf heimctthlichem Schlage ein, mit der Depesche, daß der Kaiser um 7 Uhr von Kürzel bei Metz abgereift fei und der Auflaß der Tauben um 7 Uhr statt- gefunden habe. Die beiden Tauben hatten eine Geschwindigkeit von 1123 Meter in der Minute erreicht, während der mit größter Geschindigkeit fahrende, an keiner Station anhaltende Kaiserzug erst um 9 Uhr 55 Min. in Straßburg anlangte. Um 9 Uhr war aber schon die Taubenpost in Händen des Commandeurs vom XVI. Armeecorps.
* Amsterdam, 15. September. An der holländischen Küste scheinen sich viele Hai fisch e herumzutreiben - fast kein Schokker läuft in Rotterdam ein, der nicht wenigstens ein Paar dieser Seeungeheuer gefangen hat. Daraus erklärt es sich auch, daß der Fischfang dieser Schokker in dieser Jahreszeit ein sehr geringer ist.
* Kölnische Erfindung für Radfahrer. Ein Kölner Bürger, der keine Freude über die Ausbreitung des Radfahrsports zu empfinden scheint, macht seinem gepreßten Herzen in folgender Zuschrift an die dortige Volkszeitung Luft: „Geehrte Redaxion! Wer da sacht das das Radfahren mehr Kinderei ist als Sport, der kennt auch nichts von Kanel, obgleich es ja gewiß viele Klut en (Knoten) drunter sind aber es giebt auch einige Ausnahmen. Ich für meinen Deil wenn auch
viele auf unbezahlte Rader erumkutschiren und wie Zirkupagen auf der Maichine gürfen so bin ich doch für die Förderung von alles was gut ist. Es ist mir nun nach vielem Nachdenken gelungen etwas schönes auf diesem Gebiet zu leisten. Denn das Klingelen der Flohzipede und das Grunzen mit das Kwetschinschtrument sind mir ein par Dörmen im Auge. Ich habe daher ein Tröte waS aber eigentlich keine Tröte ist auSgeklüngelt wo mit man janz laut und btublig iiiaaa träten kann sodas man bann immer janz jenau roeiß wenn em Radfarer körnt. Ich motte nun die Redaxion gehotnsamst gebittet haben über meine wigticde Erfindung einen feinen Artikel zu schreiben, damit es bekannt wirt. Freuntlichen Gruß Wilhelm Schmits an Kunibert." Die Zeitung bemerkt zu dem Briese: „Wir thun dem großen Erfinder gern den Gefallen und hoffen, daß dieser „feine Artikel" ihm recht viele Radfahrer zuführt — vorausgesetzt, daß es einem derselben gelingt, ihn da hinten an Kunibert herum auszufinden."
* Bei bet Schießübung. Hauptmann: „Der dritte Mann im zweiten Gliebe hat wieder zu früh losgedrückt, Feldwebel Schulze!" — Feldwebel: „Da dürfen sich der Herr Hauptmann nicht wundern, der Mann war früher Schauspieler und von jeher im Vorschuß!"
Verkehr, Land- unfc Volkswirtschaft.
Siehe«, 19 September. Marktbericht, gut bem heutigen Wochenmarkt kostete: Hutter pr- Pfd * 0,85—1,00, Hühnereier per Stück 6—7 A, 2 Stück — Käse pr. 6t. 5-8 A, Ermatte pr. St- 3 A. Erbsen vr. Liter 18 A. Linien pr. Liter 30 A. Tauben pr. Baar X 0,50—0,70, Hühner pr. Stück X 0,85—110, Hahnen pr. St- X 0,50- 0,90, guten pr. St- X 1,40 bis 1,60, Ochseofleisch pr. Md 62—68 A- Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 50—56 H, Schweinefleisch pr. Md. 60-70 A. Kalbfleisch pr. Md- 48 -52 A. Hammel« fleisch pr. Psd. 40-60 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00-7,00 X, Weißkraut pr Stück 8—15 A, Zwiebeln pr. Zentner 6,50—7,00 X, Milch d?. Liter 16-20 A, Enteneier pr. St. — A, Zwetschen Ctt. 3,60-4,40 X ■
— Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlinduftrieller belief sich die Roheisenprodnetion des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat August 1893 aus 407 095 Tonnen, darunter Puddelrobeisen und toptegeleffen 125182 Tonnen, Bessemerroheisen 32 437 Tonnen, Thomasroheisen 200 218 Tonnen und Gießereiroheisen 49 258 Tonnen. — Die Production im August 1892 betrug 401 163 Tonnen, im Juli 1893 401046 Tonnen. Vom 1. Januar bi« 31. August 1893 wurden probudrt 3135 679 Tonnen gegen 3191183 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres.
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Mittlerer Barometerstand bei 0° R. = 744,7 mm.
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Witterungsaussichten
Wetterhäuschen, Südanlage.
19. Sevidr., Mora, v Uhr min. 742 mm, max. 742 mm „ 4- GOR. „4-7«/i°B. Neigung f. nasses Wett.
T8. Septvr., Mitt. 12Tlbi min, 748 mm, max. 744 mm „ 4-110 R. „ + 140 R Neigung s. trock. Wett.
Absperrung der Wasserleitung betr.
Wegen Fortsetzung der Wasserleitung in der Löberstraße findet Mittwoch den 20. September, von 7 Uhr Morgens ab, während einiger Stunden eine Absperrung der Wasserleitung in ft er Ludwigstraße von der Bismarckstraße bis zur Alicestraße, sowie in ter ganzen Göthestraße statt.
Wir bringen dies zur gefl. Kenntnißnahme der betr. Anwohner. Gießen, 19. September 1893.
Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.
Otto Bergen. 7918
Vergebung.
Für das Großh. Provinzial-Arresthaus dahier soll die Lieferung von ca. 10« bis 12,000 Kilo guter Speisekartoffeln vergeben werden. Versiegelte Angebote, versehen mit der Aufschrift Kartoffellieferung" sind mit Proben kostenfrei bis zum Eröfsnuugstermiu:
Samstag, den 7. October 1893,
Vormittags 10 Uhr,
auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft, Justizgebäude, Zimmer Nr. 43 rüederzulegen.
Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A. zu dem Ministerial-Erlaß, betreffend das Verdingungswesen vom 16. Juni 1893 enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft zur Einsicht offen liegen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können.
Der Zuschlag bleibt drei Tage vorbehalten.
Die Angebote müssen hinsichtlich ihrer Form und ihres Inhalts den bezüglichen Bedingungen entsprechen und namentlich die ausdrückliche Erklärung enthalten, daß der Bewerber sich den Bedingungen, welche der Ausschreibung zu Grunde gelegt sind, unterwirft, widrigenfalls die Angebote keine Aussicht auf Berücksichtigung haben.
Gießen, den 18. September 1893.
Der Großh. Erste Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen Jöckel. [7897
Verpachtung eines Torflagers.
Das ca. 5 ha große Torslager im Domanialwald Diftrict Breungeshainerhaide, an der chaussirten Oberwaldstraße und ca. 13 km von der Bahnstation Schotten entfernt gelegen, soll zum Abbau und insbesondere zur Herstellung von Torfstreu im Submissionswege verpachtet werden.
Reflectanten belieben ihre Offerten bis längstens Dienstag den 11. October d. I. bei der unterzeichneten Oberförsterei einzu- reichen, auf deren Geschäftszimmer die Eröffnung der Gebote an dem daraussolgenden Tage, Vormittags 11 Uhr, in Gegenwart der erschienenen Submit- tenten erfolgen wird.
Die obere Schicht des fraglichen Torflagers in einer Mächtigkeit von durchschnittlich 3 m, besteht aus Moos- und Fasertorf, der sich zur Herstellung von Streutorf vorzüglich eignet.
Weitere Auskunft erthellt die unterfertigte Oberförsterei, von der auch die Submissionsbedingungen portofrei bezogen werden können.
Schotten, 11. September 1893.
Großh. Oberförsterei Feldkrücken.
Diefenbach. 7898
Vergebung von Bauarbeiteu.
Die beiden Anbauten an dem Schloß zu Gießen (Universitätskanzleigebäude) sollen auf dem Abbruch vergeben und an dem Hauptbau der Verputz vollständig entfernt werden. Außerdem werden einige bauliche Veränderungen nöthig, wobei Arbeiten aller Baugewerke, Steinhauerarbeit ausgenommen, in Betracht kommen. Sämmt- liche Ausführungen sollen auf dem Weg öffentlichen Angebots getrennt ober an einen Unternehmer vergeben werden.
Bedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen vom 21. ds. Mts. in dem Amtslocal unterzeichneter Behörde zur Einsicht offen, woselbst auch die Angebotsformulare abgegeben werden.
Pie Angebote sind bis Montag den 25. September d. I., Vormittags 11 Uhr, einzureichen, zu welcher Zeit die Eröffnung der Angebote erfolgt.
Zuschlagsfrist 10 Tage.
Gießen, den 19. September 1893. Großh. Kreisbauamt Gießen.
Renting. 7926
Aeikgebotenes.
7882] Gute Birnen und «epfet.
SelterSweg 81, II.
Aufforderung I
Als bestellter Pfleger von Königs. Amtsgericht zu Ufingen über den | Nachlaß des verstarb. Gustav Hirsch ! zu G i e ß e n fordere ich alle Gläubiger desselben hiermit auf, bis zum 1. October ihr Guthaben bei mir anzumelden behufs Vertheilung der vorhandenen Nachlaßmasse.
Wehrheim, 17. September 1893.
"900__Jacob Hirsch.
Den Hausfrauen zur gefl. Beachtung!
MAGGI5
Emil Aischdach, SelterSweg.
Die leeren Original-Fläschchen i» 65 A werden ju 45 A und diejenigen ä x 1.10 zu 70 A mit Maggis Suppenwürze nachgesüllt>7425
Glück auf!
6794] Frankfurter Pferde • Loose a 1 X, Weimar-Loose ä 1 x. Darmstädter Pferdeloose ä 2 x empfiehlt und versendet
A. Gretscher,
Wallthorftraße 2, Ecke Lindenplatz.
Noto-Welten
zu jedem Anzug passend, fertigt an ! A. Kretzschmar, Kürschner, | 22 Marktplatz 22. [6888


