Mittwoch oeu 18. Oktober
1893
Ht. 245 Zweites Blatt
Pttrtd|M>rtgrr
Kenerat-Zknzeiger
K<rnspr«d« 6L
2lints- und Anzeigeblutt für den Kreis Gieren
] Hrätisbeikage: Kietzen er Aamilienölatter.
Feuilleton
[4308
und
1667
Keilgebolmes
□
In Giessen
Niederlage: Emil Pistor, Giessen
te*
Arbeit
H. Rubsamen
■ nnob m e oon Vnpigtn zu bti Nachmittag« für den folgenden Tag ecfcheinendrn Stummer btl Borm. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Ausländer nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Per- ver-
I
I
•trfever Anzeiger «fchrinl täglich, *tt luZnahme des MontagS.
Geißler, Gerichtsvollzieher.
1.50
1.75
2.50
1.—
1.25
1-75
1.50
reichlicher Wasserverdunstung.
Rationelle, der Gesundheit zuträgliche behagliche Heizung.
Diese Ofen übertreffen alle anderen
ohenzollern - Mäntel, Haveloks mit voller Pellerine, Paletots mit abknöpfbarer Pellerine, Schlafröcke in großer Auswahl, Hans- und Jagd-Joppen, Gummi- stoff-Regen-Mäntel empfiehlt in gutem Sitz und solider
oegen Vech'ndm^ dr- r wird deshalb M nt fyut.
Ter Vorstand.
• Rifti
• Ruüi;.
• Liirt
sind einige Hundert Gas-Kochapparate in Gebrauch.
"Wir empfehlen bestens:
Gas-Koch- und Heizapparate
1391)r PteSporter Moselwein
1890r «eiSberger Saarwein
139'lr Wachs-
ihum Pnrlcelli Moselw-
138<r Oberemmeler Rosen- berg Saarwein
1839r Niersteiner Rheinhess. Wein
1390t Nackenheimer Berg do.
1390r Bingener Rocbus- berger do.
1889t Geisenheimer Rhein- oauer Wein
?8-fr RüdeSheimer Berg do.
138.9t Ofener Rothwein Ungar- nrein m t
1867t Martini Cissao Bordeaux
139r2r Italienischer Wermnth, Wein
Dampfziegelei C. Zuieimer ck Co., Cassel, empfiehlt Handfleme, Maschinenfteine, Jorm- fleine, Jal??iegel etc.
?r, Nachm. 5 Uhi schaftshauses:
Mtr-Mi
in^gl.Hofschau.-
einer jedem Auditov
„ 2.25
„ 1.25 „ 1.60
„ 1.75
189»2r Ästi spermante » l-75
fttH Fracht und Octroi Gießen. Flaschen mh.me ich zu 10 Pfennig das Stück frei lur äd- Proben werden in meiner Wein- vmde verabreicht. Aür Weine im Aaste t<s»ndere Liste. Bet grStzeren Bezügen lnll'prechender Nachlaß. [7534
manentbrenner durch überaus sinnreich einfachte Regulirvorrichtung, welchd falsche Behandlung unmöglich macht. Erst durch diesen Patent-Regulator ist Gewähr dafür ge-
hat, als ich noch ein Fräulein von Reichenbach war. Der Name Lieschen ist gut genug für eine Bauerndtrne in dem Dorfe, für mich aber nicht."
„Ist es so weit mit uns gekommen?" frug er gedehnt, wobei sein von der Sonne gebräuntes Gesicht um eine Schattirung blässer wurde. Es schien, als wollte er in leidenschaftliche, drohende Worte ausbrechen, mit einem Male aber veränderte sich der Ausdruck seines Gesichtes vollständig und ein herzliches Lachen ertönte von seinen Lippen.
„Lieschen, Du bist heute köstlich," sagte er heiter. „Seit beinahe einem Jahre rede ich Dich mit Lieschen an, ohne daß Du etwas hiergegen einzuwenden gehabt hättest, und heute fällt es Dir mit einem Male ein, daß dieses Wort nicht vornehm genug für Dich sei! Wenn das so weitergeht, werde ich auch bald Sie zu Dir sagen müssen, sofern nicht, was ich hoffe, Deine schlimme Laune inzwischen ein Ende genommen haben wird. Nun, ich will Dir nicht weiter zu» reden, daß Du mit mir gehen sollst, ich indeffen darf den Besuch bei dem Baron nicht verfehlen. Auf Wiedersehen also, Frau Elise Rödiger."
Er hielt ihr seine Rechte hin, aber anstatt dieselbe zu ergreifen, wandte sie trotzig den Kopf zur Seite. Da faßte er sie plötzlich mit beiden Händen um die Taille, hob sie wie ein Kind in die Höhe und drückte einen schallenden Kuß aus den kleinen kirschrothen Mund.
Das alles war so schnell vor sich gegangen, daß sie nicht einmal die Zeit gefunden hatte, um nur einen Versuch zum Widerstand zu machen. Als er sie jetzt aber lachend aus den Boden stellte, riß sie sich heftig von ihm los und in maßloser Heftigkeit stieß sie hervor:
„Nur ein Bauer kann in dieser Weise mit seiner Frau umgehen, aber nicht ein Mann, der auch nur einigermaßen gesellschaftliche Manieren besitzt."
Ohne ihm einen Blick zuzuwerfen, stürmte sie aus dem Zimmer, in welchem er noch eine geraume Weile bewegungslos, als wäre er zu einer Bildsäule erstarrt, zurückblieb.
(Fortsetzung folgt.)
e* !
Eigensinn.
Von G. ©trüber.
(Nachdruck verboten.)
„Du willst also wirklich nicht mitfahren, Lieschen?" „Nein, ich bleibe."
„Aber was wird der Baron Kindler und feine Frau taze sagen, wenn Du trotz unserer festen Zusage nicht Icmitft ?"
„Das ist mir ganz einerlei. Außerdem habe ich den« [tlbcn durchaus nichts Festes zugesagt, sondern Du hast dies pthan, ohne auch nur mit einem Worte vorher zu fragen, üb mir dieser Besuch erwünscht wäre oder nicht."
Der große, breitschulterige Mann mit dem ernsten und ausdrucksvollen Gesicht mußte lächeln bei dieser Antwort. Er hat einen Schritt näher an die niedliche junge Frau, welche In mner Ecke des Sophas saß und das von dichten Locken vm«-allte Köpfchen trotzig aus die rechte Hand gestützt hatte Hub entgegnete:
„Also deßhalb willst Du nicht mitkommen, Lieschen, Heil ich nicht vorher bei Dir ausdrücklich Deine Zustimmung zur Annahme der Einladung nachgesucht habe? Als ob Du nidii stets mit größter Bereitwilligkeit den Einladungen der sMerrlichen Familie gefolgt wärest und als ob ich nur im Entferntesten hätte ahnen können, daß Du inzwischen Deine Gesinnung gegen die letztere so vollständig geändert hättest! Ober sollte es nur lediglich etwas Eigensinn sein, was Dich zu dieser ganz unerwarteten Haltung bestimmt? Wenn dem |o ist, mein liebes Kind, dann kann ich nur dringend wünschen, taß Du eine solche Eigenschaft recht bald, und zwar so gründ- lid) wie möglich, von Dir abzuwerfen bestrebt sein mögest. Dein zu unserem Glücke wird dieselbe sicher nicht beitragen, Ivolll aber wäre sie im Stande, unsere Ehe zu einer recht unglücklichen zu machen."
„Ich bin nicht eigensinnig," kam es in leidenschaftlichem loiit von den Lippen der jungen Frau, „ich bin nur zu alt, um mich stets wie ein Kind behandeln zu laffen. Nächsten
Mittwoch den 18. October rerfteiflert der Unter,etchnete gegen Baar- labliurtfl
a. Borm. 11 Uhr an Ort und Stelle, Lahnftraße 8, eine Badeanstalt mit allem Zubehör, verschiedene Nachen und Grönländer,
d. Nachm. 2 Uhr in dem Bteker- schen Saale: Sophas, Commoden, Kleider- und Glasschränke, 2 vollst. Betten, Bilder, 1 gr. ovalen Spiegel, 1 onivre-poli-Sviegel, 1 gr. Spiel- werk. 1 Jagdflinte, 1 Wanduhr, 1 Nähmaschine, 1 Parthie Wirths- ttsche und Stühle, 1 Schleuder- maschine, 1 kupf. Kessel, 1 Stoß- tarren, 1 Parthie Politur- und Gold- leisten, 1 Kuh, 1 Wagen u a.
Vollständige Gebrauchsanweisung:
^Man stelle den Zeiger auf die gewünschte Feuerstärke. “
e leistet, dass der Ofen diejenige Wärme abgibt, welche gerade verlangt ist, und dass er so sparsam brennt, dass z. B. ein Zimmer von 80 cbm bei einem Kohlenverbrauch von 7 bis 8 kg pr. 24 Stunden völlig ausreichend geheizt wird. Ausserdem sind die Ofen von vollendeter Schönheit und trotz aller Neuerungen und Vorzüge nicht theuerer als andere Dauerbrandöfen.7987
Auch werden dieselben nach Auswahl der Stoffe nach
Maaß angefertigt. 8b41
Die Siegener yewinfwir»utt |t.rr*n vm Anzeiger dreimal
kngrl<6L
richt
jn, KMkM
17, October MS.
c 1b M. nno. Gold-Sitnlt All. Anite
nb.
riepbllM
ImilÄ-hW
der -;Ej
J- Ricker'sche» Buchhandlung
Eintritt jederzeit.
näheres durch Projj«:
Reissmanns
patentirte
Dauerbrand-Oefen
unvergleichlicher
Regulirung und Construction.
Grosse Kohlenersparniss. Fussboden- wärme. Ventilation. Kein Erglühen äusserer Theile. "Wasserverdunstung, daher feuchte, gesunde Zimmerluft.
Grösste Reinlichkeit.
Ueber 40,000 Oefen im Gebrauch. Preislisten und Zeugnisse gratis u. franco, Amerikanische Ofenfabrik Nürnberg
Paul Rehsmann in DOOS bei Nürnberg.
Erste Specialltätenfabrik Deutschlands. 7mal prämiirt. [7419
Alleinverkauf bei Brüder Schmidt, Giessen, Seltersweg Nr. 83.
Wir empfehlen diese Oefen, welche schon seit vielen Jahren unter dem Namen „Krnnjnwel“ im Handel sind, aus Erfahrung als den besten Ofen amerikanischer Construction Ca. 200 Oefen>Yelche allein an dem hiesigen Platz jm Gebrauch sind, legen von der Vorzüglichkeit Zeugnissab.
’r?arl«
■'Octurne p°$r„am.
y. y Lied • y*
KMi6 welke fiL ' ■ Men«
Rhap80die xn ^-Fantasie .
Ständchen Pastorale
Monat werde ich bereits einundzwanzig Jahre alt, und da sollte ich denken, daß ich ebenfalls Anspruch auf eine eigene Meinung erheben und verlangen dürste, zuweilen um diese Meinung gefragt zu werden. Ich habe mich nicht zu dem Zwecke verhtirathet, um die willenlose Sclavin eines Andern zu werden, das bitte ich Dich wohl zu bedenken, Karl, wenn Du nicht willst, daß unser ferneres Zusammenleben ein recht unbehagliches werden soll."
Die Augenbrauen des Mannes zogen sich finster zusammen, gleich darauf aber erschien ein schmerzlicher Ausdruck in seinen Augen.
„Kind, ich begreife die Veränderung nicht, welche mit einem Male mit Dir vorgegangen ist. Oder sollte die Ursache hiervon vielleicht in den Bällen, welchen wir in der letzten Zeit beiwohnten, zu suchen sein? In diesem Falle würden wir denselben von jetzt an fernbleiben muffen."
„Freilich, eS ist das einzige Vergnügen, welches ich habe und daher muß mir dieses sofort genommen werden! Ich muß ja zufrieden sein, wenn ich, das von Dir wie ein un- mündiges Kind behandelte Geschöpf, überhaupt hier aus dem Lande leben und existiren darf, weitere Zerstreuungen habe ich nicht nöthig, für mich ist es genug, wenn ich in Deiner Abwesenheit mit den Mägden verkehren kann- das ist meine Existenz, fürwahr, ein herrliches Dasein, welches einen gelegentlichen Umgang mit gebildeten Menschen allerdings ganz entbehrlich macht. Ich werde von jetzt an keinen Ball mehr besuchen, das hat eine alte Frau, wie ich, ja auch nicht mehr nöthig, ich werde sogar auf den Verkehr mit der Familie des Barons vollständig verzichten."
„Du bist wirklich ein großes Kind," entfuhr es ihm zornig, „ein Kind, dessen eigensinnige Launen man eben vorübergehen lassen muß, ohne sich weiter von denselben stören zu j lassen. Daher erwidere ich auch aus Deine ungerechten Vorwürfe keine Silbe, wenigstens nicht in diesem Augenblicke, ich ■ wiederhole nur zum letzten Male die Frage: Wirst Du mich ; begleiten oder nicht, Lieschen?"
„Nein," entgegnete sie heftig, „ich will nicht. Außerdem I aber möchte ich Dich bitten, mich nicht mehr mit Lieschen an- I zureden, sondern mit Elise, wie man mich allgemein genannt
Riessner Ofen
— von C. Riessner & Co., Nürnberg, ununterbrochen brennend, mit Ventilation, Luft- und Fussbodenwärmecirkulation, eowie
Krarg Orlenbach in Wehlar inpfieblt folgende durchaus reine Ori- llnal-»laf«Mt»Hm:
die «/a-Liter-Flcrsche
er Platz Mk 1Ä 1
e r'sehen Univ*“*
e.______-—
M
Donnerstag.den'l im Mr von 1" ü» ch erthckt 1
A. Rhode, Dik«!^
verschiedener? Auh- führungen und in allen ___ . gangbaren Grössen.
Preis dieses Gaskochers 31k. 4.«v.
Ein Liter Wasser von Brunnentemperatur wird mit diesen Apparaten in etwa 5 Minuten mit ungefähr-30 LiterGm aus der Leucht-
Die Kosten dieses Gasverbrauches betragen b ^p beigBenutzuDg einer gasleitung (Gaspreis 22 Pfg. für 1 cbm) 0,66 ? g mit besonderem Gas-
von der Leuchtgasleitung abgezweigten Hmzga g [521
■ messer (Gaspreis 16 Pfg. für 1 cbm) 0 48 ^ “XSröumen m Betrieb Die Apparate können m unseren Aussteuungar ■ gezeigt werden.
I Städtisches Gas- und Wasserwerk Giessen.
> Slfty
■ Str* Tandaradei ' ' '
• Stu;, trittskarten für v:nU . ' « (SP«h Mi KW
Gichemr Anzeiger W


