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1893
Samstag den 18 März
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Amts- und Anzeigeblatt für den Aveis Gietzen.
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Aber schon in dieser uns so fern liegenden Zeit, ganz im Beginn der Einführung und Ausbreitung des Christentums in unserer Gegend, begann auch ein Kulturkampf, der andauert bis aus unsere Tage.
In der Anfangszeit der Christenbekehrung in Deutschland von Jreland aus war von einzelnen gottbegeisterten Männern oder Frauen der Samen des christlichen Glaubens da und dort ausgestreut worden, wie es der Zufall der phantastischen Frömmigkeit eines namenlosen Fremdlings eingab. Von Karl dem Großen an aber konnte nur noch in den abgelegenen Gegenden Deutschlands ein solcher heimath- loser Missionar sich aufopfern, aber seine Erfolge entsprachen nicht seinem Eifer. Der Staat selbst missionirte in den meisten und bestbesiedelten Gebieten des Landes.
Am furchtbarsten mußten dieses die benachbarten heidnischen Sachsen empfinden. Der erste Verwüstungszug Karls des Großen nach Sachsen 772, bei welchem auch die heilige Jrminsul zerstört und ungeheure Beute mit zurückgebracht wurde, war eine Rache für von den Sachsen verbrannten und geplünderten christlichen Kirchen. Schon 774 hatten sich die Sachsen soweit erholt, daß sie abermals verheerend in fränkisches Gebiet einfallen konnten. Doch Karl war rasch wieder da und mit seinen überlegenen Heerhaufen und seiner höheren Kriegskunst unterwarf er im Frühjahr 775 abermals die Sachsen, aber nur für kurze Zeit, denn schon 776 brach wieder der Kampf aus, der wieder mit der Niederwerfung der Sachsen endete. Jetzt erboten sie sich freiwillig zur Taufe, um dadurch die Aufrichtigkeit ihrer Unterwerfung zu gewährleisten. So waren die Sachsen dem Namen nach für das Christenthum gewonnen, in Wirklichkeit war es ihnen aber noch so fremd wie vorher. Zwar drängten sich bei der Reichsversammlung zu Paderborn 777 große Schaaren von Sachsen zur Taufe, damit aber war ihr Unabhängigkeitssinn nicht gebrochen. Und als Karl 778 in Spanien weilte und Witukind aus Dänemark nach Sachsen zurückkehrte, brach abermals der Kampf aus. Mit unerhörter Wuth fielen sie über die Christen her und selbst das Kloster Fulda wurde schwer bedroht. Furchtbarer noch waren die Sachsen bei ihrem Rache- und Zerstörungszug nach Westen, den sogar der breite Rhein nicht aufhalten konnte. Aber auch jetzt
wieder siegte Karl und unterwarf abermals das Land, bis 782 Witukind wieder zu einem Rachezug das Volk ausrief. Wieder wandte sich -die Wuth der Sachsen gegen die Kirchen, die Priester und die, welche nicht vom Christenthum abfielen.
Ihre Zahl war groß und konnte gefährlich werden. Daher kam die furchtbare Strenge, mit der sie der große Karl heimsuchte. Mehr als vier Tausend aufständige Sachsen ließ er zu Verden an der Aller an einem Tage niedermachen. Die grausige Blutthat verfehlte ihren Zweck. Noch waren die nächsten Jahre mit den furchtbarsten Kämpfen gefüllt, aber auch da überzeugten sich die Sachsen von der Uebcrmacht Karls. Widukind unterwarf sich 785 und nahm die Taufe an. Mit unerhörter Strenge, mit Todes strafe wurde dem Heidenthum und den heidnischen Gebräuchen entgegengetreten. Auch die Zehnten und Abgaben an die Kirchen setzte böses Blut und so glimmte der Funke der Unzufriedenheit weiter und weiter, bis 792 die Flamme des Aufruhrs abermals emporloderte. Doch Widukind brach die Treue nicht.
Wieder wurden christliche Kirchen zerstört und die Priester verjagt. Wer dem Christengott den geschworenen Eid hielt, wurde als Verräther an der Heimath betrachtet und verfolgt. Aber König Karl hatte beschlossen, die Sachsen zu unterwerfen oder zu vernichten. Wieder entbrannte die Kriegsfackel und wieder siegten die fränkischen Heere. Nun aber begnügte man sich nicht mehr mit der Taufe, die so leicht abgestreift werden tonnte; viele Tausende von Sachsen wurden in einer Reihe von Jahren von 795 bis 804 auf fränkisches Gebiet verpflanzt und ihnen da neue Wohnsitze angewiesen.
Auch in unserem Gebiete wurden Sachsen angesiedelt. Eichelsachsen bei Schotten, Bindsachsen bei Wenings, Saasen bei Grünberg, Wettsaasen bei Ruppertenrod und der später ausgegangene Ort Königsaasen zwischen Niederohmen und Burggemünden sind solche sächsische Zwangscolonien, die wir noch an den Namen erkennen; von anderen, die sich dieses Erkennungszeichen nicht erhalten haben, läßt es sich nicht mehr nachweisen.
(Schluß folgt.)
Geschichtsbilder au» dem Vogelsberg.
Von Dr. E. L. Otto.
(5. Fortsetzung.)
Von der ersten im Jahr 810 genannten Schottenkirche un oberen Thale des niederen Wassers steht längst kein Stein mehr. Sie mag sehr klein gewesen sein, wenn sic auch für die geringe christliche Gemeinde in der heidnischen Umgebung für lange Zeit ausgereicht haben mag. Aber in Verbindung mit ihren Stiftern, den schottischen Missionaren, blieb sie ohne Unterbrechung. Diese gingen ab und zu, und so ist eS nicht zu verwundern, daß zu Beginn des elften Jahrhunderts zwei fromme Frauen, der Sage nach die Töchter des königlichen irischen Helden Brian Born, auch in den buchonischen Wald kamen. Nach dem Heldentod des alten Vaters waren seine drei Töchter Rosamunde, Dicmudis und Almudis aus der Heimath vertrieben worden; sie fanden, wie so viele ihrer Landsleute vor- und nachher, eine heilbringende Thätigkeit in der Bekehrung der heidnischen Deutschen. Auf mancherlei Kreuz- und Querzügen kamen sie 1015 nach Wetter, unfern Marburg, wo sie eine Kirche gründeten. Nur Almudis blieb daselbst zurück, während Rosamunde und Dicmudis weiter zogen, um die Schottenkirche im Thale des niederen Masters aufzusuchen. In den zwei Jahrhunderten seit ihrer Gründung war sie sehr baufällig, auch für die gewachsene Gemeinde zu klein geworden. Es beschlossen deshalb die beiden königlichen Schwestern, an der Stelle der alten eine neue Schottenkirche zu bauen. Im Jahre 1015 erhob sich dieselbe größer und stattlicher, als die alte, auch wurde sie mit Mitteln reichlich ausgestattet; für die immer noch kleine Gemeinde war sie vollständig ausreichend. Dicmudis aber kehrte zu ihrer Schwester Almudis nach Wetter zurück und beide starben daselbst und sind auch da begraben.
Bei den Schotten hatten sich bis dahin nur wenige christliche Bewohner angesiedelt und die heidnische Umgebung hielt sich von denselben fern. So waren weitere 250 Jahre nöthig, um bei den Schotten ein Dorf entstehen zu lasten.
Holzverfteigerung
in den Freiherrlich von Nabenau'schen Waldungen etc.
Dienstag den 21. d. Mts. werden versteigert:
I Bon Bormittags 7,9 Uhr an im Distriet Struth bet Beuern aus den Districten Struth, Buchberg und Draufchel:
11 Stück Eich-Stämme von 25—70 cm Durchmesser, bis 9 m lang,! mit 10,42 fm,
4 Stück Buchen-Stämme mit 2,85 fm und 22 Fichtenstämme mit 7,88 fm,
20 Stück Nadel'Derbstangen mit 1,59 fm,
34 rm Buchen- und 11 rm Eichen-Scheiter,
57 Hundert Buchen-, IP/2 Hundert Eichen- und 67, Hundert Nadel- Neifig, sowie
48 rm Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke.
II. Bon Nachmittags 2 Uhr au im Schloftgarten zu Grohen Buseck aus dem District Bälsershäufer-Wäldchen, Kernberg und dem Schloßgarten:
17 Eich-Stämme von 25—62 cm Durchmesser und bis 9 m Länge, mit 9,56 fm,
3 Pappel-Stämme mit 50 und 60 cm Durchmesser und 12—18 m Länge, mit 11,23 fm,
2 rm Buchen-Scheiter, 38 rm Buchen-, Eichen-, Nadel- und Pappel- Knüppel,
197, Hundert Buchen-, Eichen-, Nadel- und Pappel-Reisig, 8 rm Elchen- und 8 rm Pappel-Stöcke.
Forstwart Melior zu Großen-Buseck ist angewiesen, das im District Bälsershäuserwäldchen rc. befindliche Holz aus Verlangen vor der Versteigerung vorzuzeigen.
Treis a. d. Lumda, den 11. März 1893.
2459 Amendt, Forstinspector.
a*-Darmstädter Loose eingetroffen! k Hauptgewinne 20,000 Mark — 10,000 Mark I 5000 M., 3mal 1000 M. in Gold, ohne Abzag zahlbar. I 1 X "■ Mir empfehlen hier zur gütigen Abnahme: 8
IjOOSC d L iTJLKe Hch. Wallach, Carl Lehr- I mund Wwe., Carl Petri, Gust. Gerhardt, Friseur. (2344 I
Holzversteigerung
bn Gießener Stadtwalde.
Montag den2v.März 1898, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Hangelstein, nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Bau-, Werk- und Nutzholz.
77 Eichenstämme mit 28,16 fm,
1 Hainbuchenftamm mit 0,38 fm, 33 Nadelstämme mit 8,41 fm, 17 Lindenstämme mit 2,52 fm, 25 Nadelderbstangen mit 1,71 fm.
B. Brennholz.
Scheilh. Kuüppelh. Stockh. Rrish. rm rm rm Wellen
Buchen 155 322,4 69 5070
Eichen 68 120 31 3915
Nadel — — 3 450
Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Daubringen, am Steinbruch.
Gießen, am 14. März 1893. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. __________Gnauth._____[2484
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 22. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen die an Großh. Polizeiamt abgelieferten gefundenen, von den Verlierern nicht abgeholten Gegenstände, darunter verschiedene Gold- und Silberfachen, Sonn- und Regenschirme, KleidungS- ■ stücke, Brillen u. f. w. im alten Rath- I Hause dahier zu Gunsten der Arrnen- • kaffe gegen Baarzahlung versteigert 1 werden.
Gießen, den 14. März 1893. ' Die Armen-Deputat. der Stadt Gießen, i Gnauth.
Brennholz- Versteigerung in den
Waldungen der Stadt Lich.
Montag den 20. März l. I und Dienstag den 21. März l. I., jedesmal Vormittags 9 Uhr anfangend, kommen in der Forstwartei Hinterwald, Districten ©ifenlaute, Langebuchen, Mönchköpfe, Oberer- und UntererspeierlingSkops zur Versteigerung:
220,8 rm Buchen-Scheiter,
40 „ Hainbuchen - Rundscheiter,
zu Nutzholz geeignet,
313 „ Buchen-, Eichen-, Nadel-
und Weichholz-Knüppel,
9145 Wellen Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weichholz-Reisig,
194 rm Buchen-, Eichen- und Nadel- Stöcke.
Zusammenkunft und Anfang: am ersten Tage am Burkhardsfelder Weg beim Floß, am zweiten Tage an der Nieder-Bessingener Schneise nächst der Lich—Hattenroder Kreisstraße.
Lich, am 9. März 1893.
Großh. Bürgermeisterei Lich.
Walz. [2272
Jeikgeöotenes.
Backsteine,
Feldbrand, la. Qualität.
Jedes Quantum billigst. Nahe und gute Abfahrt. Auch können dieselben an die Baustelle geliefert werden. 1660 Andr. Euler.
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