Ausgabe 
17.9.1893 Erstes Blatt
 
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Neueste Nachrichten.

Wolff- telegraphische» (Korrespondenz-Bureau.

Berlin. 15. September. Der Commandeur deö 14. Armee- corpS, v. Schlich ring, ist L la suite de» badischen Letb- Grenadier-RegimentS Nr. 109 gestellt worden.

Stuttgart, 15. September. Die Festoper (Tann­häuser), in der Scheidemantel Dresden den Wolfram gab, begann um 6*/t Uhr. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie die fürstlichen Gäste erschienen vor Beginn de» zweiten Acte». Da» älteste Mitglied der Stuttgarter Bühne, Hof­schauspieler Wallbach, brachte ein Hoch aus den Kaiser und die Kaiserin au», da» von den Anwesenden stürmisch aus­genommen wurde. Da» Kaiserpaar unterhielt sich lebhaft mit dem Kronprinzen von Italien.

Stuttgart, 15. September. Bei dem heutigen Frühstück in der Billa Berg war der Kronprinz von Italien Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit feiten» de» Kaiser- paareS und der KönigSfamilie. Der Kronprinz äußerte seine Freude, vom Kaiser auch nach dem schönen Schwabenlande geleitet zu sein, er nehme unauslöschliche herrliche Eindrücke und Erfahrungen mit in seine Heimath und danke für die herzliche Aufnahme.

Karlsruhe, 15. September. Der Kaiser richtete an den Großherzog ein Schreiben, in dem er seine hohe Befrie­digung über den vortrefflichen Zustand des Armeecorp» auS- drückt und dem Großherzog den wärmsten Dank sagt für da» lebhafte Interesse und die unermüdliche Thätigkeit, die er allezeit der Ausbildung der ihm unterstellten Truppen zu- gewendet hat- es gereicht dem Kaiser zur Freude, diesen Dank auch durch die Stellung deS commandirenden Generals Schlichting ä la suite des Leib-Grenadier-RegimentS zu be- thätigen. Er scheide dankerfüllt für den überaus herzlichen Empfang in des Großherzogs Hause und in Karlsruhe und bitte, diesen Dank auch der Bevölkerung auszusprechen.

Straßburg, 15. September. Der Kaiser richtete an den Statthalter ein Schreiben, worin er für den warmen, festlichen Empfang seitens der Stadt und der Bevölkerung bei seinem Scheiden aus dem Elsaß dankt. Er spricht seine Befriedigung auS über die gute Aufnahme der Truppen trotz der verhältnißmäßig starken EinquartierungSlast und gibt der Hoffnung Ausdruck, bald Gelegenheit zu finden, unter der elsässischen Bevölkerung, wo er sich durchaus wohl fühle, öfter und länger zu verweilen.

Dresden, 15. September. Heute Vormittag fand in Gegenwart des Königs und der Minister die feierliche Ent­hüllung des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. statt. Oberbürgermeister Stübel hielt die Festrede.

München, 15. September. Die Naturforscher- Versammlung wählte einen wisienschaftlichen Ausschuß. Nach Vorträgen von Hausen-Kiel und Hippe-Prag wurde die Versammlung mit Hochs auf den Deutschen Kaiser und den Regenten geschlofien.

Nürnberg, 15. September. In der heutigen Sitzung der Naturforscher-Versammlung wurde ein wifienschast- licher Ausschuß gewählt, welchem auö Berlin angehören die Profefforeu v. Helmholtz, Klein, PringSheim, Gerhardt, Mendel und Fraenkel. Hierauf wurden noch zwei Vorträge gehalten und dann die Versammlung nach den herkömmlichen Dank­sagungen mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und auf den Prinzregenten geschlofien.

Grenoble, 15. September. Bet dem heutigen L eiche n- begängniß des Generals Miribel wurde der Sarg vom Bahnhof zur Cathedrale überführt- vier Generäle hielten die Bahrtuchzipfel. AIS Vertreter CarnotS war Oberst Pistor erschienen- zahlreiche Generäle, unter denen General Fredericks als Vertreter der russischen Armee erschienen war, Offiziere und eine große Volksmenge folgten. Die Trauerfeier und Leichenrede hielt der Bischof, der mit dem Segen schloß. Bischof Fava sagte bei der Leichenrede u. A.:ES waren englische Freimaurer Palmerston, die Frankreich zum Krimkriege antrieben und Gold und Silber reichlich Hinzuwersen zur Bekämpfung eines Landes, würdig sder Freundschaft Frankreichs- französische Freimaurer -sind eS, welche Frankreich zum Kriege gegen Oesterreich, gegen eine katholische Nation antrieben, der die Einheit Italiens herbei- führte, welche» heute die Alpeugreuze bedroht, die weltliche

des Herrn in diesem sonst so freien Lande gefeiert wird. Die Straßen sind öde und menschenleer, die WirthShäuser voll- die Museen, die Theater, die Eoneertsäle sind geschlofien, die WirthShäuser offen. Die Postbeamten und die Briefträger haben Ruhe, weil die Postämter geschlofien sind, die Telegraphen« beamten und «Boten müssen arbeiten, weil die Telegraphen­ämter offen sind. ES ist dem Volke verwehrt, Sonntag» in den Thiergarten zu gehen oder in den Parks etwas Anderes zu hören, als Kirchenmusik, nach der die Meisten nicht» fragen und wobei sie nicht ein Mal eine Limonade ober ein BiScuit bekommen können - dagegen steht es Jedem frei, ins Wirthshaus zu gehen und sich dort zu betrinken. Man läßt die zahlreichen Eisenbahn-Angestellten tüchtig arbeiten und will die Orte, an denen das Volk, das sich langweilt, sich unterhalten und belehren könnte, nicht öffnen, damit die wenigen dort Angestellten Ruhe haben. Mau will die Leute zwingen, in die Kirche zu gehen, veranlaßt sie aber, in» Wirth»hauö zu gehen, da» Biele nur au» Langeweile betreten. Die in neuerer Zeit oft vorgcnommene Statistik be» Besuche» bei protestantischen Kirche zeigt, baß bic Mehrheit be« Publikums Sonntag» ber Kirche fern bleibt. Aber weder diese Erfahrungen, noch die eifrigen Bemüh- ungen ber verschiedenen Sonntagsvereine, noch die ewigen Petitionen, noch die vielen Zeitungsartikel waren im Stande, eine Aenderung in der strengen SonntagSgeietzgebung herbeizuführen, bi», wie gesagt, durch den Eingang» er­wähnten Beschluß de» Parlament- endlich der Sann gebrochen wurde.

Macht de» Papste» zerstörte und den Triumph Deutschland» 1870 herbeiführte. General Sauf fier hielt auf dem Friedhöfe eine Rede, in der er sagte, die Arbeit Miribel» gestattet un», heute allen Eventualitäten die Stirn zu bieten. Lotzillon sagte in seiner Rede, da» Werk Miribels bleibt bestehen und die Schüler, die er erzog, können sein Werk fortsetzen und vervollkommnen.

AredenSborg. 15. September. Der Großherzog von Sachfen-Deimar wurde bei seiner Ankunft hier vom Könige, dem Kronprinzen und dem Prinzen Waldemar am Bahnhofe empfangen, worauf er mit dem König nach dem Schlosse fuhr.

Petersburg, 15. September. Nach einer Meldung au» Riga ist die Anordnung getroffen, daß die Dissertationen behufs Erlangung gelehrter Grade an der Universität Dorpat zukünftig in russischer Sprache abzusafien sind.

Petersburg, 15. September. An der Cholera er­krankten resp. starben vom 11. bi» 13. d». Ml», in Peters­burg 122 resp. 43, in Moskau vom 9. bis 11. ds. MtS. 25 resp. 14; in den Gouvernement» vom 27. August bi« 2. September: in Lomsha 155 resp. 85, in KurSk 571 resp. 219, in Drei 623 resp. 215, in Tula 462 resp. 157; vom 3. bis 9. September in Wladimir 222 resp. 97, in MtnSk 136 resp. 66, in Mohilew 349 resp. 136, in Charkow 154 resp. 82, Cherson 145 resp. 78 und im Dongebter vom 5. bi» 11. dS. MtS. 107 resp. 73.

Newyork. 15. September. DemNewyork Herold" wird au» BuenöS-Ayre» unterm 14. September gemeldet: Die brasilianische Jnsurgentenflotte von Rio de Ja­neiro eröffnete gestern da» Feuer auf die Fort» in der Nähe von Nietheroy und beschoß sodann die Stadl, namentlich da» Arsenal. DaS Bombardement dauerte von 11 Uhr Morgen» bi» 5 Uhr Nachmittags, richtete jedoch wenig Schaden an. Die Schiffe eröffneten heute wieder da» Feuer. Eine von den Insurgenten versuchte Landung wurde vereitelt. Beide Seiten hatten Verluste. In Rio ist die Ruhe voll­kommen aufrechterhalten worden. Der Capitän des Kanonen­bootsAlagoaS" fiel von dem Rebellengeschwader ab und eilte nach Rio, um den Vicepräsidenten Peixoto über die Be­wegungen der Rebellenschiffe zu unterrichten. Alle für eine Landung günstigen Punkte bei Rio sind stark verschanzt. Die Landtruppen sind Peixoto treu geblieben und alle fremden Schiffe im Hafen bleiben neutral. Die in BuenoS-Ayres wohnenden Brasilianer glauben, ein Sieg der Revolution würde eine Wiederherstellung der Monarchie bedeuten. Die auswärtigen Handelsfirmen in BuenoS-AyreS pro- teftiren bei dem brasilianischen Gesandten gegen die SuS- Pension deS Telegraphendienstes mit Rio.

Newyork, 15. September. DemHerold" wird über Valparaiso auS Rivera (Brasilien) gemeldet, daß die Auf­ständischen in Rio Grande do Sul die Stteitkräfte des Generals Castilho bei Bago geschlagen und viele Waffen erobert haben. Das Gefängniß in Rivera sei mit gefangenen Föderalisten überfüllt.

BuenoSAyreS. 15. September. (Reutermeldung.) Die Kämpfe in Tueuman sind infolge einer Intervention de» Bundes beendet.

Depeschen de» BureauHerold".

. Berlin, 15. September. Zu der von anderer Seite verbreiteten Meldung, daß die Reichsregierung im Begriff stehe, wieder an die Reform des Militär straf- -rozesses heranzutreten, wirb von berVoss. Ztg." ge- chrieben, baß bic Neigung ber Reichsregierung zu ber Reform in bicser Richtung in keiner Weise Schritt mit der Stimmung unb ben Wünschen ber öffentlichen Meinung hält. Bayern will baS öffentliche Verfahren beibehalten, währenb Preußen unb bie übrigen BunbeSstaaten nicht geneigt finb, sich seinem Verfahren anzuschließen.

Berlin, 15. September. Die Berliner Bewerbe- auSstellung für 1897 weist bereits einen GarantiefonbS von über fünf Millionen Mark auf. 3000 Aussteller sinb Qngemelbct.

Würzburg, 15. September. Der wegen focialistischer Umtriebe in Untersuchungshaft befinbliche Lieutenant Hof­meister würbe heute zur Beobachtung seines Geisteszustandes in die UniversitätS-Jrrenklinik überführt.

Straßburg, 15. September. Hauptmann Lothmar vom 31. Feldartillerie-Regiment hatte das Unglück, bei dem Kaiser­manöver beide Augen zu verlieren. Er war vor die Feuer­linie geritten, als ihn ein Schuß aus einer nebenstehenden Batterie traf.

Posen, 15. September. Die Ruhr tritt in ben Dörfern Cz ersk unb Malachin epidemisch auf- viele Kinder sind ber Krankheit bereits erlegen. Die Schulen mußten geschloffen werden.

Prag, 15. September. Die jungczechischen Ab­geordneten beabsichtigen, aus dem ReichSrath auszutreten und in die passive Opposition einzutreten. Der Zweigverein der Grazer deutsch-nationalen Germania in Prag unb Brünn würbe polizeilich aufgelöst.

Pari», 15. September. Der rabicale Abgeordnete See out te wirb bei der Eröffnung der Kammer einen Antrag einbringen, wonach Senatoren unb Äbgeorbnete für jede Abwesenheit ihrer Entschädigung von 20Franc» verlustig werden.

Pari», 15. September. In offiziellen Kreisen bespricht man die Absicht, alle 36,000 Gemeinden Frankreich» an den Festlichkeiten in Toulon theilnehmen zu lassen, dadurch, daß sie einen Credit votiren, um jedem russischen Soldaten ein Andenken an den Besuch in Frankreich geben zu können.

Toulon, 15. September. Der Gemeinderath ersuchte die Regierung um Uedersendung ber Musik der Garde rtipu- biicaine für bie Festlichkeiten anläßlich der Anwesenheit der russischen Flotte.

Marseille. 15. September. Em Spezialausschuß hat sich gebildet behuf» Organisation von Festlichkeiten zu Ehren

der russisch en Matrosen und Unteroffiziere. Der Präfect versprach dem Ausschuß die freundlichste Unter stützung.

Grenoble, 15. September. Der Gemeinderath bewilligte 600 Franc» für einen Kranz für den Sarg de» General» Miribel unb beschloß, bei dem Begrabniß in sämmtlichen Straßen schwarzuwllone Laternen brennen zu lassen.

>oiboi, 15. September. Laut Berichten au» Wake­field herrscht das größte Elend unter den Aus­ständigen, troydem sind dieselben entschlossen, ben AuSstand weiterzosühren, bis ihre Forderungen angenommen worden sind. Andererseits beschlossen die SertretcT der vereinigten Grubenbesitzer, zu erklären, e» sei ihnen unmöglich, eine Lohn­erhöhung zu gewähren.

Antwerpen, 15. September. Die Presse wirft der Stabt- Verwaltung Nachlässigkeit vor, da dieselbe ausländische Blätter nicht verfolgt wegen ber falschen Gerüchte, bie über ben GesunbheitSzustand Antwerpen« auSgestreut werden.

Notterdam, 15. September. Gestern kamen in Holland 6 Cholerafalle vor, von denen bereit» 5 tödtlich ver­laufen sind.

Lissabon. 15. September. In ben letzten vier Tagen sind 34 Erkrankungen und 13 Todesfälle an Cholera vor- gekommen.

«othenbnrg, 15. September. Für die Elchjagd auf Hunneberg, zu welcher Kaiser Wilhelm erwartet wird, sind die Vorbereitungen in Angriff genommen und die Treiber aufgeboten; ber Elchbestand im Kronparke Halle-Hunnederg wird auf zweihundert Stück geschätzt.

Cocale» unb provinjicllc*.

Gießen. 16. September 1893.

* Polizeiliches. Nach beendetem Urlaub hat Herr Polizeirath Fresenius am Heutigen die Geschäfte de» hiesigen Polizeiamtö wieder übernommen.

* Unfall. Gestern Abend 11 Uhr wurde ein älterer hiesiger Postschaffner von einer Locomotioe am Fuß überfahren und derart verletzt, baß er in die Klinik ver- bracht werden mußte. Der Berletzte hatte an dem Coblen cr Zug die Postsachen abgeholt unb war eben im Begriff, mit dem Postkarren em zweite« Geleise zu überschreiten, al» ita eine von ber Drehscheibe abfahrenbe Maschine erfaßte. Starker Nebel soll mit Schuld an dem Unfall gewesen fein. Außer der Amputation einiger Zehen dürfte der Unfall für ben Verletzten glücklich vorübergehen.

Nieseukürbifie. Mit Bezug auf die in Nr. 217 de» Gießener Anzeiger" im Provinziellen gebrachte Notiz von Friedberg, daß daselbst Kürbisse von 60 Pfd. gezogen sind, wird unS von Herrn ArresthauS-Verwalter Schäfer mit- getheilt, daß in den Anlagen zwischen Justizgebäude und Arresthaus unter anderen zwei KürbiSexcmplare von 61 und 38 Pfd. an einer Rebe gezogen worden sind unb von Jedermann besichtigt werden können.

* * 3n Amerika verstorbene Heften. New-Dork City, N. U. Jacob Schäfer, 59 Jahre alt, aufl König. (Jarl Dingelbey, 63 Jahre alt, au» König. Joh. Baptist Müger, Sohn von Dr. Johann Müger, 50 Jahre alt, au» Gau AlgeSheim. Brooklyn, N. D. Heinrich Bechtold, 57 Jahre alt, au» Lißberg.

Falsche Zwanzigpfennigstücke sinb seit einiger Zeit wieberum in Umlauf gesetzt worben. Nun ist in Braunschweig ein Mann festgenommen worden, der geständlich seit dem Monat Juli d. I. solche Falschstücke angeferttgt und in den Verkehr gebracht hat. Von diesen au» einer Legirung von Zinn unb Blei ober au» Zinn allein bestehenden, die Jahreszahl1888" tragenden Münzstücken, die den Adler etwa» verwischt er- scheinen lassen, muß doch eine ziemliche Menge im Verkehr sein. Außer diesem unschädlich gemachten Falschmünzer müffrrt aber noch andere gegenwärtig thätig sein, denn man hat auch noch Zwanzigpscnntgstückc au» minderwerthem Nickel mit der Jahreszahl1887", Zehnpfennigstücke au» Blei mit her Jahreszahl1876", Fünfpfennigstücke au« Blei mit Zinn mit der Jahreszahl1876", Markstücke in ähnlicher Zu­sammensetzung mit den Jahreszahlen1875, 1876 und 1887". Zweimarkstücke au» Hartguß mit der Jahreszahl1877* unb Thalerstütke an» Blei bezw. Hartguß mtt der Jahres­zahl1824" angehalten, deren Verfertiger noch nicht er­mittelt sind.

* * Ter Ketreidemarkt. Die lange Baisseperiode auf dem Getreidemarkte scheint endlich ihren tiefsten Punkt erreicht zu haben. Denn in der abgelausencn Berichtswoche machten sich verschiedene Bestrebungen zum Besseren im Getreidegeichäft geltend, und wenn dieselben auch noch nicht zum völligen Durchbruche gelangt sind, so eröffnen sie doch immerhin Aus­sichten auf einen Stimmungswechsel dc» Markte». Für Weizen wie für Roggen haben die Preise bei belebterem Geschäft fast an allen Plätzen etwas angezogen, bessere AuSlao^bkrichte und die Beendigung der Kündigungen haben wohl gleichmäßig zu dieser Erholung beigetragen. Cb die sich jetzt mark tende steigende Tendenz Dauer verspricht, die» müssen indessen erst die nächsten Wochen lehren. Eine immer festere Haltung nimmt Hafer an, wo» seinen Grund zum großen Thetl darin hat, daß lieferungsfähige Woare sehr knapp wird unb daß die Haferernte in Europa ein vorwiegend ungünstige« Resultat aufweist, wa» auch die verhältnißmäßig guten Haferernten Rußlands und Rumänien« nicht auszugleichen vermögen. An ber berliner Productenbörse notiuen: Weizen per 1000 Kilo­gramm von 143 bi« 156 Mk, Roggen von 125 bi» 133 Mk., Hafer von 149 bi» 184 Mk., Gerste von 125 bi» 190 Mk.

(Brünberg, 11. September. In Kürze trifft, wie ver­lautet, da» für die hiesige Wasserkunst bestellte neue Pump­werk dahier ein.

Hambach. 15. September. Ein emsetzliche» Familien­drama spielte fich in verflossener Nacht in unserem Crte ab und setzte die Gemüther in große Aufregung. Der dem Trünke ergebene und durch denselben in feinen Bermogen»verbältniffen