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iuciert worden. Die Production auS mehligen Stoffen betrug 16,412 Hektoliter, oder 3084 Hektoliter mehr, diejenige aus nichtmehligen Stoffen 435 Hektoliter oder 8 Hektoliter weniger. Auch im Jahr 1891—92 waren gewerbliche Brennereien und solche, welche in Verbindung mit Preßhese- bereirung stehen, im Großherzogthum nicht vorhanden. Die Ausfuhr von Branntwein aus dem Großherzogthum war von geringer Bedeutung. An Branntweinsteuer wurden vereinnahmt 1,311,251 M., gegen 1,282,923 M. im Vorjahr, mithin 1891—92 28,328 M. mehr. Der Preis des Branntweins betrug bei den Branntweinbrennern: für Kartoffel- branntwein 1OO—140 M., Zwetschenbranntwein 260—280 M., Tresterbranntwein 180—240 M. für daS Hektoliter reinen Alkohols,- im Ausschank und Kleinverkauf: für gewöhnlichen Branntwein 60 Pf. bis 1 M., bessere Sorte 80 Pf. bis 1 M. 20 Pf., Zwetschenbranntwein 1 M. 60 Pf. bis 1 M. 90 Pf., Tresterbranntwein 1 M. 20 Pf. bis 1 M. 50 Pf. für das Liter, bei einer Alkoholstärke von 25—40 pCt.
try Lich, 14. Juni. Heute kehrten die prämiirten Zuchtschweine auS der engliichen Vollblutheerde des Herrn C. Hoffmann in Hofgüll von der Münchener Ausstellung zurück. Wie wir erfahren haben, hat genannter Züchter nicht allein in den von ihm beschickten Klassen den Steg davon getragen, sondern auch in Concurrenz mit sämmtlichen | in München ausgestellten und mit erstem Preis prämiirten Schweinen den ersten Siegerpreis für Eber und deßgleichen für Sauen erhalten. Die Herde ist somit die höchstprämiirteste Deutschlands. Die meisten der ausgestellten jüngeren Eber und Sauen wurden ins Ausland verkauft.
§ Alsfeld Lauterbach Schotten, 15. Juni. Im hiesigen Wahlkreise erhielten in 77 Orten Backhaus (natl.) 2450, Zimmermann (Antisemit) 1800, Neeb (freis.) 1150, Brand (Soc.) 478, Stöcker 266 Stimmen. Stichwahl zwischen Backhaus und Zimmermann sicher.
Friedberg, 13. Juni. In einer der hiesigen Mühlen verunglückte gestern ein junger Mensch durch eigene Schuld. Derselbe hat sich gegen ausdrücklichen Befehl am Trans- mtfsionsriemen zu schaffen gemacht. Der Riemen erfaßte ihn und ehe Hilfe hinzukommen konnte, war ihm ein Unterarm herausgeriffen und der Oberarm aufgeschlitzt. Ein Mühlknappe trug ihn in das Hospital.
nn. Darmstadt, 15. Juni. Das Ergebniß der Reichs- tagöwahl im Wahlkreis Darmstadt-Groß-Gerau ist folgendes: Rechtsanwalt und früherer Reichtagsabg. Dr. Osann I. (Nationalliberal) 9504 Stimmen, Balth. Cramer (Socialdemokrat) 5959 Stimmen, Schriftsteller Welker (Antisemit) 3898 Stimmen und Rechtsanwalt Dr. Munkel-Berlin (Freisinnig) 584 Stimmen. Ungefähr 90 % der Wahlberechtigten haben abgestimmt. Stichwahl zwischen Osann und Cramer. Einen besonderen Verdienst haben sich unsere hiesigen Radfahrer und zwar 60 Mitglieder des Bicycle Clubs erworben, indem sie speciell für die Ueber- bringung des Wahlergebnisses aus den Landorten einen besonderen Staffettendienst aus einer Entfernung von ca. sechs Stunden eingerichtet hatten, so daß schon um 9 Uhr das Gesammt-Resultat der Wahl verkündet werden konnte. Alle Achtung vor solchen Männern.
Vermischte-.
* Frankfurt a. M., 15. Juni. Die heutige Versammlung der Gläubiger dr» „Frankfurter Journals" nahm das Angebot von 30,000 Mk., welches ein hiesiges Consortium auf das Journal abgab, an. Das „Frankfurter Journal" wird sofort von dem Consortium übernommen und unter Beibehaltung seiner gegenwärtigen politischen Richtung weitergeführt werden.
* Miltelbexbach, 15. Juni. Auf der pfälzischen Grube ,Frankenholz" erfolgte heute durch schlagende Wetter eine Explosion. 13 Mann wurden sofort getödtet.
* Trier, 13. Juni. Zwei Brüder geriethen heute bei der Theilung des Nachlasses ihrer Mutter, die gestern beerdigt worden war, um ein Zweimarkstück in Streit. Beide griffen zu den Messern und brachten sich mehrere Wunden bei. Der eine erhielt einen tödtlichen Stich in die Lunge. Der Thäter ist verhaftet.
* Breslau, 15. Juni. In den Freiherr v. Thielmann- schen Chamottegruben zu Geppersdorf - Steinkirche wurden gestern sechs Personen durch eine einstürzende Thonwand verschüttet. Fünf derselben wurden tobt aus den Trümmern hervorgezogen.
* Chicago, 12. Juni. Das Festprogramm für die Feier des D e ut sch en-TagS ist jetzt entworfen. Den ersten Theil bildet der Umzug durch die Stadt, den zweiten die Feier vor dem Deutschen Haus. Dort werden die Massenchöre, zunächst „Stimmt an mit Hellem hohen Klang" singen, dann folgt eine Rede „Gruß des Dentschthums von Amerika an daS alte Vaterland und Deutschlands Vertreter", dann Massenchor „Deutschland, Deutschland über Alles"- es folgt die Antwort des Reichscommissars, dann die „Wacht am Rhein", worauf der Abmarsch nach dem Jndustriepalast erfolgt. Vor der deutschen Ausstellung wird „DaS treue deutsche Herz" von den Maffenchören vorgetragen werden. Von dort geht es nach dem neuen Gebäude, wo „Das deutsche Lied" gesungen wird. Die Schlußfeier findet in der Chorhalle statt. Sie beginnt mit der Weber'schen Jubel-Ouverture, dann folgen englische Ansprachen des Mayors und Gouver- neurS, Vortrag des Weltausstellungs-Chors „Die Himmel rühmen- und eine Festrede in englischer Sprache von einem Deutsch-Amerikaner; am Abend Commers im deutschen Dorf. Die Namen der Redner werden erst später bekannt gegeben werden. Zur Feier des Tages findet in der Arena ein Schauturnen statt und am Abend vor dem 15. Juni Zapfenstreich der Mtlitär-, Veteranen- und Kriegervereine. Die Leitung des musikalischen Theiles hat Theodor Thomas übernommen.
Vom Frauentage zu Wiesbaden.
(Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".) (Schluß.)
Man hat von den neuen Zuständen, welche die Träger der Frauenbewegung für ihr Geschlecht und die Menschheit heraufführen wollen, Lockerung der Familienbande, sittliche Gefahren aller Art gefürchtet. Erwiesenermaßen zwar geht die Schädigung der Moral niemals von solchen aus, die die Kraft und Fähigkeit gewonnen haben, im Sturm des Lebens auf eigenen Füßen zu stehen. Aber aus der jährlich mehr und mehr anwachsenden Zahl der unbefriedigten, unbeschäftigten und unversorgten Frauen dürfte der Gesellschaft ein drohendes Gespenst erstehen.
Frl. Augspurg wies daher in ihrem Vortrage auf die Mittel und Wege hin, welche der Frau zur Verhütung der Degeneration zu Gebot stünden, denn degeneriren muß Alles, dem die Mittel zur physischen Existenz versagt und die Mittel zur Hebung der Persönlichkeit nicht gewährt werden. Rednerin betont, daß in dem Begriff des Vorrechts auch theilweise der des Unrechts stecke und daß der egoistische Einwand, die Frauen dürfen den Männern nicht Concurrenz machen, unberechtigt sei, da die Menschheit aus zwei Factoren bestehe und der eine Theil nicht das Recht habe, die Leistungsfähigkeit des andern zu unterdrücken. Wenn so die practische Seite der Frage den Frauen ganz einfach durch die sociale Lage aufgedrungen wird, so bezieht sich die andere, die ethische, aus den Antheil der Frau am Culturganzen, auf ihre Aufgabe als Glied der Allgemeinheit. Wie die Ver- hältniffe jetzt noch beschaffen sind, ist sie mehr Befolgerin der Sitte, als Träger der Sittlichkeit. Alle wichtigen Etappen, welche die Entwicklungsgeschichte der Menschheit zu verzeichnen hat — die Vortragende wies dabei auf jene Bewegungen hin, aus welchen eine neue Ordnung der Dinge hervorgegangen ist — sind immer von einem scharfen Gerechtigkeitsgefühl durchdrungen gewesen, wie es auch der Frauen- emancipation zu Grunde liegt. Von dem selbstständigen Eintreten der Frau in die Cultur verspricht Rednerin sich die Aera einer neuen Glückseligkeit und einer geläuterten Sittlichkeit.
Weite Kreise beschrieb der dritte Vortrag, den Frl. Buzello-Stürmer (Berlin) hielt und dessen Thema lautete: „Der Frauen Pflicht in eigener Sache". Rednerin wandte sich mit zielbewußter Dialecttk gegen die Menge der traditionellen Vorurtheile, welche der Gleichberechtigung der Frau mit dem Manne sich entgegenstellen, u. a. gegen die verkehrte Auffassung, daß das junge Mädchen nichts von den Verhältnissen der Wirklichkeit erfahren solle, daß man ihr gegenüber die verlogene Schönfärberei am Platz fände 2C.
Vor Allem kehrte sich die Polemik des Frl. Buzello- Stürmer gegen die Gedanken- und Jntereffelosigkeit, die so oft bei den Frauen der sogenannten besseren Stände zu Hause sei und gegen jene cynische Alltagsweisheit, daß die ungebildete Frau immer die beste Frau sei. Nicht einmal die ungebildete Haushälterin ist die beste, viel weniger aber die Mutter, welche Kinder zu erziehen hat. Durch die Mannigfaltigkeit der Gesichtspunkte, welche Frl. Buzello-Stürmer aus ihrem Thema schöpfte, hielt sie uns immer im Bannkreis ihrer Ideen selbst da, wo man sich versucht fühlte, ihr aufs Entschiedenste zu widersprechen. Das war bei der Stelle, wo sie etwas rigoros-einseitig den Bildungswerth einiger klassischen Frauengestalten antastete. Die Wirkung und Bedeutung unserer klassischen Dichtungen läßt sich nicht sofort in didactische Werthe umsetzen.
Das erziehliche Moment ist bei einem Kunstwerk niemals daS erste. Die Frauengestalten Goethes, Schillers wirken formal, sie berühren unser ästhetisches Gefühl, genau so wie der Anblick des Apollo von Belvedere, der Diana im Louvre. Die Größe der Goethe'schen Weltanschauung wie sie im „Faust" niedergelegt ist, concentrirt sich nicht in der Grethchenepisode. Das Mäkeln an den Idealvorstellungen der Klassiker über- laffen wir doch besser jenen unproductiven Glücksrittern, welche in der Literatur unserer Zeit einen Posten zu erhaschen meinen, wenn sie sich am Hort der Vergangenheit vergreisen.
Ueber die Anschauungen des Frl. Buzello-Stürmer ward am nächsten Tage Discussion eröffnet. Merkwürdig war, daß sie in ihrer Goetheabneigung aufs Eifrigste durch einige Herren secundirt wurde.
Der dritte und letzte Abend des Frauentages brachte noch zwei öffentliche Vorträge.
Frl. von Milde sprach über das Thema : „Der Richter zwischen Mann und Weib." In dem unnatürlichen Kampf zwischen den beiden Erziehern ist das Kind, das eine Einheit der Erziehung fordert, der natürliche Richter. Der Mann sorgt nicht dafür, daß der Mutter, der Erzieherin der Mensch- heit, eine genügende Vorbereitung für ihren göttlichen Beruf zu Theil werde, er erschrickt vor dem Gedanken, daß die Frau aus der Häuslichkeit in die Oeffentlichkeit trete. Liebe und Geist der Frau muffen aber miteinander arbeiten und sich ergänzen und verklären, wenn das Erziehungswerk gedeihen soll.
Frau Marie Stritt sprach sodann über „Die Einigkeit in den Bestrebungen der Franenvereine". Die Frauen, welche mit freudiger Zuversicht für ihre bahnbrechenden Ideen eingetreten sind, bilden noch immer ein kleines Häuflein in der großen Masse, das freilich wohl organisirt ist. Außer dem Spott und Hohn, der sie von Seiten vieler Männer trifft, haben sie bei ihren Bestrebungen auch noch mit der Abneigung und Gleichgiltigkeit des eigenen Geschlechts zu kämpfen. Letztere Erscheinung liegt in inneren und äußeren Ursachen begründet, vornämlich in mangelhafter Erziehung und angeborener Trägheit. Auch die Ritterinnen vom Geist, die Schriftstellerinnen stehen der Frauenfrage oft gleichgiltig gegenüber. Warum? Talent und Character sind etwas Verschiedenes und auf dem Parnaß nicht immer vereint. Aber dem ersten Schritt auf der uns vorgezeichneten Bahn wird eine würdigere, ernste Auffassung von unseren Bestrebungen folgen.
ES schien, als wollte der Verlauf dieses Wiesbadener Frauentags den letzten Worten der Vortragenden bereits Recht geben, denn von Tag zu Tag wuchs die Betheiligung und daS Jntcreffe an den Versammlungen. Jedes boshafte Satyrspiel fehlte diesem Frauentag, er sollte verschont bleiben von jenen billigen Witzen, wie sie sich z. B. ein Theil der deutschen Reporter anläßlich des großen Chicagoer Frauen- congreffeS geleistet hat. Die Wiesbadener Presse hat durchweg nicht nur eine sachgemäße, sondern in der Hauptsache zustimmende Haltung bewahrt. Der Ort der nächsten Generalversammlung des FrauenbildungSvereinS „Reform" wird Berlin fein. Der Verein zählt jetzt 800 Mitglieder; feine Kaffenverhältniffe sind sehr günstige, hat er doch sogar auf feine Kosten eine Vertreterin nach Chicago entsandt.
In den geschäftlichen Sitzungen wurde beschlossen, dahin zu wirken, daß möglichst bald auch in Dresden, Leipzig und Berlin Mädchengymnasien errichtet werden können.
kirchliche Anzeige« der Stadt Giehen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
3. Sonntag nach Trinitatis, den 18. Juni:
In der Stadtkirche:
Vormittags 9>/, Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Beichte und heiliges Abendmahl.
Nachmittags 2‘/i Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der MarkuSgemeinde. Pfarrverwalter Dr. Grein.
In der Frtedhofscapelle:
Vormittags8V,Ubr: Frübgottesdienst. PfarrerDr.Naumann.
Nachmittags 21/» Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Lucasgemetnde. Pfarrer Dingeldev.
Vormittags 11 Ubr in der Klelnkinderschule: Zusammenkunft der neuconfirmirten Mädchen aus der JohanneSgemetnde. Pfarrer Dr. Naumann. ____________
Katholische Gemeinde.
Sonntag den 18. Juni, 4. Sonntag na ch Pf ingsten:
Samstag: Nachmittags um 41/« Uhr und Abend« um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6'/» Uhr erste hl. Messe; um 7»/> Uhr AuSthellung der bl. Communton; um 8'/« Uhr zweite hl. Messe; MilitärgotteS- dienft mit Predigt; um 10 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittag« um 2 Uhr Christenlehre; darauf sakramentaltsche BruderschastSandacht
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag den 17. Juni:
Vorabend 7« Ubr, Morgens 880 Uhr, Nachmittag« 4* Uhr, Sabbathausgang 930 Uhr.
Schiffsnachrichten.
(Mitgetheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gleßtn.)
Bremen, 13. Juni. Der Schnelldampfer Saale, Capttän R. Rtntbk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. Juni von Bremen und am 4. Juni von Somhampion ab- gegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angefommer.
— Der Postdompfer „Switzerland" der „Red Star Linie- in Antwerpen ist laut Telegramm am 13. Juni wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
— Der Postdampfer „Waesland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 14. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen.
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Bedeutende Betriebsersparnisse meX ?n maschinellen Anlage der Großindustrie, des Kleingewerbes oder der Landwtrthschafl durch Ausstellung einer Wols'schen Locomoblle als Betriebsmaschine erzielt. Die von der rühmlichst bekannten Maschinenfabrik von R. Wolf in Magdeburg-Buckau seit mehr als 30 Jahren als Specialität gebauten balbstationärenund fahrbarenLo comobtlen mit ausziehbaren Röhrenkesseln übertreffen an Sparsamkeit des Brennmaterialoerbrauchs, Dauerhafttgkett uiü> Leistungsfähigkeit jegliche Motoren anderen Ursprungs u. haben auf allen deutschen LocomobU-Concurrenzen den Sieg davongetragen. |427o
Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumm gemeffen am 16. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17, Lust 24 Grad.
Rübsamen'sche Badeanstalt.


