am 16. Februar wurde der SchulamtSaSpirantin Elise Keller auS Dietersheim eine Lehrerinnenftelle an der Gemeinde- schule zu Büdesheim, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Philipp Hehl zu Niederuhausen eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Bischofsheim übertragen.
— Erledigte Lehrerstellnr. Erledigt find: Sine mit einer evangel. Lehrerin zu besetzende Stelle an der Volksschule zu Offenbach mit einem AnsangSgehalte von 1200 Mk. jährlich. Dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birstein steht daS Präsentationsrecht zu derselben zu. Sine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Crumstadt mit einem jährl. Gehalt von 900 Mk. Mit der Stelle ist ein Theil deS Organistendienstes verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heppenheim a. W. mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienft verbunden werden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Climbach mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die Lehrerftelle an der katholischen Schule zu Gau-Weinheim mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienft verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ossenheim mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienft verbunden. Dem Herrn Grafen zu SolmS-Rödelheim in Affenheim steht daS PräseurationSrecht zu derselben zu.
Vermischtes.
* Paris, 8. März. Als vor einigen Tagen General Goze, ein alter Haudegen aus der Zeit deS Kaiserreiches, starb, war unter die Erinnerungen aus seinem bewegten KriegSleben auch die ausgenommen worden, daß er eS gewesen, der, entrüstet über den Gedanken an eine Capitulation, in Sedan die weiße Fahne abgerissen habe, als sie zum erstenmale gehifft worden war. Im „TempS" berichtigt der ehemalige Sergeant Löger diese Angabe dahin, daß er und sein Kamerad Bacher die Fahne abgenommen hätten. Sie hätten, so erzählt L^ger, am 2. September 1870 bei einem Spaziergange durch die Stadt ein Thor deS Schlosses offen gesunden und seien hineingegangen. Sie seien eine Wendeltreppe hinaufgestiegen und auf der Plattform eines Thurmes angelangt, wo an einem Stock eine weiße Fahne — ein einfaches Betttuch — angebracht gewesen. „Ohne Befehl, ohne an irgend etwas zu denken, ohne selbst zu wissen, was es bedeutete, haben wir daS Tuch abgenommen, durchgerissen und unS getheilt und jeder hat sein Stück als Gürtel umgebunden," erzählt Läger. Bon der heldenhaften Entrüstung bei dem Gedanken an eine Uebergabe bleibt also nichts übrig und auch die Abnahme der weißen Fahne in Sedan erklärt sich, wie vieles in der Weltgeschichte, das später mit einem Sagenkranz umwoben wurde, höchst einfach und prosaisch.
* Die Zahl der in Berlin täglich eingehenden Brief- feuduugen bezifferte sich im Jahre 1872 auf rund 80,000 Stück und »st jetzt auf 500,000 Stück gestiegen.
* Siu afrikanisches Unheil über Berlin. Der „GlobuS" enthält einen Artikel, der an die Niederlage der Expedition Bülow am Kilimandscharo anknüpft und darüber klagt, daß jene reclamenhafte GesandtschaftScomödie von Kilimand- scharonegern, die unter der Führung des Reisenden Otto Ehlers vor mehreren Jahren in Berlin erschien, den deutschen Einfluß erheblich geschädigt hat. Ein Bericht deS im MoSchilande vorübergehend thätig gewesenen Missionars Mgr. Alexandre Le Roy in der Wochenschrift: „Les Mission» Catholiques“ ist beigefllgt, der sich, wie folgt, dazu äußert: „Mandara (der im verflossenen Jahre gestorbene Häuptling von MoSchi) hat einmal im Gefolge eines deutschen Reifenden drei junge Leute nach Europa reisen lassen, drei Hirten, die von den deutschen Zeitungen sofort mit dem Titel „Prinzen, Gesandte, bevollmächtigte Minister" geschmückt wurden, welche gekommen seien, um dem deutschen Kaiser Afrika im Allgemeinen und den Kilimandscharo im Besonderen zu Füßen zu legen. Wir trafen heute diese braven Jungen, die auf solche Weise kostenfrei eine interessante ForschungStour ins Land der Weißen gemacht haben. Natürlich möchte man gern ihre Eindrücke erfuhren. WaS hat in Berlin ihrer naiven BorstellungS
ender) u. s. w. ihre Spitznamen. Man will mit allen diesen Benennungen nicht beleidigen und verletzen, sondern nur necken. Wie mit Personen, so mit Dingen. Auch hier ein weites Feld, eine reiche Ernte. Nur einige wenige Beispiele: Die Intelligenz- Streifen der Herren vom Generalstabe. Der Sekonde-Lieutencutt trägt zwei Sternwarten mit sich herum. Geige Wimmerholz, Guitarre Jammerholz, Zupfgeige, WehmuthSschachtel. Besonders reich auSgcstattet sind der Fernsprecher, die Nase, die Cigarre. Der Fernsprecher Plapperschlange, Plauderschnur, Sprachstrick, Meilenzunge, Sprechpost, Quasselstrippe u. s. w. Die Nase Gurke, Rüssel, Zinken, Lvthkolben, Dachtraufe, Schnarchhaken, Dustsauger. Sie ist aber auch ein schnurrig Ding, hat den Rücken vorn, die Flügel unten und die Wurzel oben. ’ Die Cigarre Glimmstengel, Giftnudel, Jnfarnia, Extra MuroS, Freimauer-Zigarre u. s. w. Der Vortragende gelangte nun zu den ungeheuerlichen Gleichnißreden, die eine deutsche Liebhaberei bilden, ein Product der überströmenden Kraft unserer BolkSphantasie. Ganz überraschende und großartige Blüthen dieser Art hat Grabbe großgezogen. Hier nur ein Beispiel. Der Schulmeister erzählt auS seiner Jugend von dem ihm verhaßten Conrector an der Stadtschule: Seine ledernen, lebenssatten Beinkleider wurden einstmals von einem unserer Geschichtsschreiber als eine uralte Spur deö Verkehres der Deutschen mit fremden Völkern, für ein Trauermonument der alten Phönizier auSgegeben. — Als er bann mit der Tochter des ConrectorS eine Liebschaft anfängt, aber von demselben ertappt wird , muß er schmerzlich berichten: er bombardirte mir eine Maulschelle inS
Alft4 Diejenigen, wclchedie Kchmückung »en (ArabR&lUn oeab ”111V sichtigen, seien auf da» Grabateln-tieachÄtt, on bun-
den mir Bildhauerei, des Herr» Um 11 Kalbfleisch, Ltchersttaßk 1,
auimerkiam gemacht, welches wohl oi< das größte dieser Branche am hiesigen Platze genannt werden kann. In ihrem BerkaufSlocale, sowie in einem weiteren Lagerräume dringt gen. Firma nahezu 200 fettige «rab-flouaaenU, «ra> kreuz«, •reHUhu u. s. w in allen Lteinarten »ur .'lutzftelluna. welch« in ihrer Ausführung al- künstlerisch tu bezeichnen sind, und durch di« reichhaltige Au-wahl kann sowohl den bescheidensten, al- auch den weitgehendsten Aasorderuugrn Rechnung getragen werden. Auch in Grab- einfaffanGeu befindet fich bddbft ein große- Lager. Wir können deshalb allen jnterthenten eine Besichtigung dieser Ausstellung destmS empfehlen. Sehr schön au-geführ te Gukwckrfe liegea ebeniall- »ur gefälligen Ansicht aus und werden etwaige Aufträge in kürzester Zeit auSgesilhrt bei billigster Prei-derrchnung.
Gesicht, welche mir seine Fäuste so kräftig in die Backen prägte, daß mich am anderen Tage alle Leute fragten, ob ich mir die natürlichen Ohrfeigen hätte einimpfen lassen. — Anderweitige Beispiele: In trockenen Sommern hat die Elbe (bei Magdeburg) so wenig Wasser, daß die Schifffahrt schwierig wird. Da er- zählt Jemand: Die Elbe, aus der wir mit Dampfern fuhren, war so auSgetrocknet, daß wir die User nicht erkennen konnten vor den Staubwolken, welche die Räder des Dampfers auf» wirbelten. Oder: damals war die Elbe (wie der Manzanare» bei Madrid) ein zu Fuß und zu Wagen schiffbarer Fluß. Besonders üppig wachsen die sonderbaren Pflanzen aus den Kascrnenhöfen unter der gärtnerischen Zucht von Unteroffizieren, Wachtmeistern, Feldwebeln, weshalb sie auch Kasernenhosblüthen» heißen. Nur wenige davon: Achtung! oder ich lasse Euch brummen, bis der Jüngste von Euch der Aelteste wird. — Auf'S Wort, Ramler, wenn Sie sich neben ein Kameel stellen würden, könnte man Sie beide, der Aehnlichkeit nach, für zwei faule Eier halten. — Mit den Einjährigen ist überhaupt nichts los- aber Sie, Müller, sind doch der Einjährigste von Allen. — Ein Offizier erzählt von einem auffallend langen Menschen: Wenn er gegessen hatte und aufftand, dauerte eS immer beinahe fünf Minuten, bis er ganz oben war, 2C. :c. Der Vortrag schloß mit einem begeisterten Preise des deutschen Volke» und seiner wurzelechten Sprache und mit der Bitte, diese herrliche Sprache doch auch ein wenig lieb zu haben.
EtWoffc' """'M
KauSwirthschaftlichr Minke und ttathschläge.
△ «US Oderhessen, Ende Februar. Die Beschaffung van Klee-, «raS- und WaldsLmereien.
Wie im vorigen Jahre um dieselbe Zeit will ich auch Heuer nickt versäumen, auf die rechtzeitige Anschaffung von Klee-, Wiesen- «Nd WaldsLmereien htnzuweisen und auf die Preise und Eigenschaften derselben aufmerksam zu machen und will gleich von vornherein bemerken, daß Vorsicht mehr alS je geboten erscheinen.
Die Gründe dafür find sehr einleuchtend, nämlich: Einmal sind die Sämereien fast durchweg schlecht gerathen und daher sehr theuer, sodann: es ist zu befürchten, daß alter Samen für neuer auSgegeben wird, wodurch der Lanbwirth Übel in die Klemme kommen kann, denn der alte Samen keimt nicht oder nur schlecht, wodurch der Käufer um sein Geld und die »u erhoffende Ernte gebracht werden kann.
Beginnen wir mit dem wichtigsten Samen in der Landwirthschaft, dem Kleasame«. Die langandauernde Hitze hat die Kieepflanzen:
Citeratnr «nd Kunft.
— .«aturLrztliche Eprechstunden' Zeitschrift für da» gefammte Naturheilderfahren. Heiau-gegeden vorn Naturheilverein Nürnberg Heft 3. Preis per Jahrgang 3 Mk. — flut dem Inhalt beben wir hervor: Die Dictatur der Medicin. flut der .Deutschen Wartet — Meine Vortragtreise im November—December 1892. Von Spohr, Oberst a. D. - Die erste Pstege und Erziehung btt Kinde- im gesunden und kranken Zustande. Von Dr. mtd Brecher. — Unser gemeinste- Verbrechen. Ein Vortrag von Dr m. i Glarft. — Frau M. Voigt und ihre neue Naturhrilmethode Don Spohr. Oberst a. D. — flut der Praxis. Hornhauigeschwüre von Dr. med. Häusler. — Rothlauf von Dr. med. Obladen. — Lungen schwindfucht. — Vermischtet.
kraft am meisten irnponirt? Die enorme Menge von Kühen, die sie auf dem viehhos gesehen haben. Im Uebrigen find fie vollständig enttäuscht beimgekehrt. Sie hatten die Europäer immer für reiche und kluge Leute, für eine Art Halbgötter gehalten , „aber, sagten fie, stellt Euch vor, dort sieht man wirkliche Weiße die Straßen kehren, Waffer tragen, Hunde fcheeren, Mist sammeln. Freilich giebt eS auch Reiche- z. B. die Besitzer jener Kühe, aber die gehen niemals aus. Sie wohnen in großen Steinhäusern, in Räumen^ die wie Spiegel glänzen, und sitzen von früh bi» Abend auf Stühlen, die mit Zeug gestopft sind - daneben stehen kleine, mit Sägespänen gefüllte Kästen, neben die man hinfpuckt. Diese Menschen sind allerdings glücklich- ihre einzige Beschäftigung ist eS, beständig die Hände in die Tasche zu stecken. Aber die, welche zu unS hier heraus- kommen, sich abmühen und arbeiten, die haben keine mit Zeug auSgeftopsten Stühle - sie sind von den andern aus- geschickt und müssen ganz arme Teufel sein. • Mandara lachte laut bei diesem Berichte seiner „Gesandten". Zum Schluß der „Audienz" besichtigten wir die Geschenke deS deutschen Kaisers: einen Siegelring, wollene und seidene Decken, zwei Kürasse, Kanonen, Flinten, Uhren, Trompeten, zwei Nähmaschinen, künstliche Thiere in Schachteln. Er fragte unS nach unserer Ansicht und wir fanden daS Alles selbstverständlich großarttg.
* Arbeitslosigkeit und Arbeitsämter. „Wer ist eigentlich schuld an der Arbeitslosigkeit, über deren unheimliche Höhe von allen Seiten Klagen einlausen?" so fragt Pfarrer Naumann in Frankfurt a. M., einer der gründlichsten Kenner des socialen Gebietes. Er antwortet: „Kein einzelner Mensch, auch keine einzelne Klasse. Schuld ist das große unbestimmte Etwas, die „Gesellschaft", zu der wir alle ge- hören, das heißt: schuldig ist nicht etwa bloß die Regierung oder bloß die Communalverwaltung oder bloß der Reichthum oder bloß das heutige Recht oder bloß der Mangel an Religion oder bloß die freie Coneurrenz und der allgemeine gegenseitige Neid, sondern alle diese sind nur einzelne Angeklagte in dem großen Proceß, der sich vor unfern Augen abspielt. Darum kann eS auch kein einzelnes Heilmittel geben, feine Arbeitercolonie oder sonst etwas kann allein die Sorge der Beschäftigungslosen heben. Jeder Theil des Volkes muß bemüht sein, neue Wege zu finden. Den nächsten Schritt werden wohl die Stadtverwaltungen thun müssen, indem sie „Arbeitsämter" einrichten, d. h. Stellen, welche fich berufsmäßig mit der Organisation und Verwendung freier Arbeitskräfte zu befassen haben. Diese Arbeitsämter müssen die städtischen Arbeiten entweder selbst übernehmen, oder sich mit anderen städtischen Verwaltungen wegen Stellung von Arbeitskräften ins Einvernehmen setzen. Alle städttsche
Arbeit muß in den Zeiten auSgegeben werden, wo sonst Arbeitsmangel ist, auch wenn sie dadurch etwas theurer
werden sollte. Bei diesen Arbeiten muß auf kurze Arbeits
zeit und hinreichenden Lohn gesehen werden. Wenn die Stadt als großer Arbeitgeber vorangeht, so wird eine gute Nachfolge nicht fehlen."
* Der Unrechte. Dame (die auf der Eisbahn fällt, zu einem Herrn, der ihr beim Aufstehen behilflich sein will): „Ach, lassen Sie mich, bitte, bitte, — Sie sind ja gar nicht gemeint!"
* Immer im Berus. Die Frau des Telegraphenassistenten (nach einer längeren Gardinenpredigt): „Na, Du grundschlechter Manu, waS sagst Du nun?" — „Hältst Du die Rede nach Potsdam telegraphirt, hätt es gerade 213 Mark 40 Pfennig gekostet."
Rothklee CTrifoliue praten*e\ grober Schotenklee (Utae corniculatei), tujerm (rfedicago wtiT»), ESparfette (Onobrychie, Mtira), Jneamalr kirr i Trifolium in ex m* tum; unb verschiedene andere Sotten an bet Entwickelung gehtnbett. Der Landwtrth sehe barauf und macke beim Anläufe jur Bedingung, daß >U Äl«f«menfarti«u<t< fllnbig fei befrei fein muffen. Die Aotersuchuna der Im erden durch die londwttth'chastliche Versuchsstation bars durchao- nickl unterlassen werden, denn nur diese Untersuchungen gewähr en volle Garantie für Pttmafaalgut. Während der Rothklee im vorigen Jahre, wo er dock lehr hochprttng war, 55 tit 60 Matt kostete, verlangt man Heuer 70 Mark. WttßNee Trifolium repens) u>ar zu 70 di- 75 Mk erhältlich, kostet aber diele- Jahr 80 bi- 85 Mk. Selber 6<r.f kostete in 1892 : 20 Mk., bitte- Jahr werden 28 Mk. verlangt. Aut vorstehenden Angaben erhellt, daß man sich beim Ankäufe der theueren Sämereien den flu-lpruch de- trefflichen Solm-'ichen rechte- in» Gedächwiß rufen soll, welcher lautet: .Bevorab Du Deinen Deutel austhuft, thue Deine Augen auf/
Zu den kleeartigen Futterpflanzen werden auch zuweilen Sera- della, Lupinen, Spöratt, Wickm, Pferdezahnmail, Buchweizen u. a. gerechnet. Kleeatten sinb e- nicht, wohl aber FutterpflanZen, welche in biefem Frühjahr berufen fein können, eine nicht unwichtige Nolle btt bem Lanbwirthe »u Wen. S« stellt fich nämlich heraus, batz der scharfe Frost im Monate Januar den Kleefeldern nicht unerheblich gelchadet hat. Auch haben die Mäuse an den Rleepflanjen Verwüstungen angerichtet. Debet kommt eS, baß ble Aleefider vlockig werden, b. h. an manchen Stellen dieser flecker steht bei Klee ganz schön, an anderen aber ist gar nicht» mehr vorhanden. Soll man nun den Acker so plackig liegen lasten, wodurch ein Drittel, mUmUer die Hälfte ertraglo- wirb, oder soll man ihn umpffugen, wodurch die gutbeftenberen Stellen verloren gehenk
Da» Beste in diesem Falle ist: man erhält fick die guten Stellen, sät aber auf die kahlen rtne ober mehrere der vorhin zuletzt aenannlen Pflanzen im Gemenge. Außerdem eignet fich noch weißer Sen',, Ualieniiche» Raygra», Gelbklee ober Hopfenklee u. V w. dazu.
Bor zwei Jabien, Anfang März 1891, machten wir auf die Fütterbar» - e««un*i14eee de» Herrn Wanderlehrer» W-g»er aufmerksam. Wir bdonien, daß die Futteirstrnzen unterrtnenütr gemischt, besser gedeihen und höhere Erträge liefern all in reinen Beständen, ägnlich wie in der Forstwirthschast. Die- erklärt sich dadurch, daß die verschiedenen Pflanzen verschiedene Bedüisnstse haben : sie nehmen sich nicht gegenstttig ble Kraft weg. wie bet ben reinen Beständen, bei denen jede Pflanze die gleichen löebürfniffe bat. Was bei den gemischten Beständen die eine Pstanze nicht will, dafür ist die andere recht froh, daher ba> bessere Gedeihen. Außerdem dient in ben gemischten Beständen die eine Pstanze der anderen zum Schutze. , ,
Wir empfehlen de-halb ben Lanbwirthen, Proben mit dieser Samenmifaung anstellen zu wollen unb find überzeugt, baß die Resultate gut au-fall<n werben. Hiermit kommen wir zu den Lviesengras'LLmereien.
Auch bei ihnen sind die Erträge geringer all in früheren Zähren Wir nennen einige Sortimente und notiren die jetzigen Preise dazu, der Londwirth kann sich bann nach denselben ein wenig richten Wiesenfuchsschwanz (Alopecurus pratensis) stehl 65 Mk. pro Gentner. Ruchgras (Antchoxantham odorafum) 140Mk. Kammgral (Cynoearua cristatim) 170 Mk. Knaulgras (Dactylis Rlomerata) 50 IRf. Wiesen^ schwinktt (Feature pratensis) 56 Mk. Englische» Raygral (Lolium perenne) 30 Mk. Wiesenri»pengral (Poe pratenai») 45 Mk. — Wa» die «agneasche Kotterbau'Wisch«-»« betrifft, welche durch Schutzmarke geschützt ist, so kann diese bei der Firma Heinrich Keller Sohn in Darmstadt zu 65 Mk. per Centner (50 Kilo) bezogen werben
Zu den Waldsämereie« übergehend bemerken wir, daß auch btt diesen nur geringe Ernten erzielt worden sinb, mit Au-nahme von Eichttn, welche im Jahre 1892 eine vortreffliche Mast lieferten. Bei ben übttaen Sortimenten sieht e4 recht beschttden au». Im Früh fahre waren die Ernteau-sichten recht gut, der heiße trockene Sommer verdarb die Aussichten aber wieder.
Was die Preise der Laubhölzer betrifft, so notiren wir folaenbt Eichel (Querens pedanculata) kosten pro Zentner (50 Kilo) 4 Mk. — Büchel (Fagus sylvatica) sind gänzlich mißrathen unb baher gar nicht zu haben. Man unterläßt de-halo bie Buchseisaaten im Jahre 1893 gänzlich. Die übrigen Laudhölzer all: Akazien, Bitten, Ahorn, Erlen unb Linden lieferten Mitteler träge. Wir notiren: Akazien (Robinie pseudo-acaria) 40 Mk. pro Gentner. Gemeiner Ahorn (Acer peeudo- platanus) 25 Mk. — Birke (Betnla al da) 35 Mk. Rotherlen (Ainus glutinöse) 40 Mk. Linden (Tilia pervifolia) unb (T. grandifolia) 40 biS 45 Mk.
Für bie Nadelhölzer, welche sehr geringe Samenmengen brachten, werden verlangt: Kiefer (pinus sylvestris) ohne Flügel 270 Mk. pro Zentner. ES wurde der DurchschntttSbedars nicht geerntet, daher der hohe PrttS. Lärchen (Larix ouropaea) hiervon ist fast nichts gewachsen, der Centner soll 350 Mk. kosten, fluch der Fichtensame (picea exoelsa) ist nicht gerathen, welhalb 155 Mk. für den Centner gefordert werden. Die Samen der Schwarzkitter WevmuthSkiefer und Wttßtanne sind ziemlich gut gerathen und zu mäßigen Prttfen: 110 Mk., 450 Mk, 30 Mk. erhältlich.
Schließlich wollen wir für Gartenbesitzer, welch« gerne rine gute Mischung für Rasen haben möchten, eine kurze Bemerkung folgen lassen. Eine Mischung fürTeppichrafen, feinste Sorten, ist beiHrck. Keller Sohn in Darmstadt um 28 Mk. pro Gentner zu beziehen. Eine Mischung für Parks, Berliner Thiergartenmischung kost.t 90 Mk.


